Quellen im Pfälzerwald – Forschungsprojekt mit ehrenamtlichen Helfern

Im Biosphärenreservat Pfälzerwald gibt es rund 2000 Quellen. Sie sind Lebensraum für seltene Moose, Insekten und Amphibien. Gleichzeitig sind Quellen von großer Bedeutung für den gesamten Wasserhaushalt. Sie speisen Bäche und Flüsse und stabilisieren den Grundwasserspiegel. Intakte Quellen wirken wie natürliche Speicher: Sie geben Wasser langsam ab, lindern Trockenzeiten und tragen dazu bei, die Natur lebendig und widerstandsfähig zu erhalten.

Um den Zustand der Quellen im Pfälzerwald bestimmen zu können, sucht das Biosphärenreservat ehrenamtliche Helfer. Wer sich für eine Mitarbeit interessiert erhält alle wichtigen Informationen in einer kostenlosen Fortbildung am Freitag, 21. August von 13.40 bis 19.30 Uhr in der Biosphärenakademie in Lambrecht. Sie setzt sich aus einem theoretischen und einem praktischen Teil in der freien Natur zusammen. Die Freiwilligen lernen dabei, wie man Quellen findet, beschreibt und dokumentiert. Die Arbeit kann sofort nach der Weiterbildung beginnen. Die Anzahl der Einsätze liegt im Ermessen der Freiwilligen. Je mehr Daten erhoben werden desto wertvoller ist die Mitarbeit für den Schutz der Quellen.

Die erhobenen Daten helfen dem Biosphären-Team, Renaturierungs- und Revitalisierungsmaßnahmen zu planen, um diese einzigartigen Lebensräume zu erhalten. Insgesamt wird es vier Fortbildungen an verschiedenen Standorten im Biosphärenreservat geben. Um eine Quellenkartierung durchzuführen, reicht eine einmalige Teilnahme. Anmeldungen und Fragen per Mail an s.koengeter@pfaelzerwald.bv-pfalz.de. Weitere Informationen unter https://www.pfaelzerwald.de/projekte/quellenkartierung/

Die Maßnahme wird mit Mitteln des Landes Rheinland-Pfalz gefördert.

Bildunterschrift:
Sturzquelle im Pfälzerwald. Foto: Biosphärenreservat/ Holger Schindler

Sonnenkraft und Sternenhimmel – Workshop-Programm der Biosphärenakademie im Juli und August

Was liegt näher, als in den Sommermonaten die Kraft der Sonne zu nutzen? Die Biosphärenakademie in Lambrecht zeigt, wie sich mit wenigen Handgriffen ein Solarbackofen bauen lässt. Am Solaraktionstag gibt es darüber hinaus unterschiedliche Experimente mit Sonnenenergie, die zum Nachmachen einladen.  Außerdem bietet das Programm im Juli und August berauschende Blicke in den sommerlichen Sternenhimmel.

Für alle Angebote ist eine Anmeldung per Mail an anmeldung@pfaelzerwald.bv-pfalz.de notwendig.

Programmübersicht
Zu einer Nachterlebniswanderung lädt die Biosphärenakademie am Samstag, 1. August, von 20.30 bis 23 Uhr ein. Bei einem Spaziergang erlebt die Gruppe den Zauber einer Sommernacht, lernt nachtaktive Tiere und weit entfernte Sternenbilder kennen. Die Veranstaltung wird von einem Fernsehteam begleitet. Daher eignet sich die Veranstaltung nur für Menschen, die mit einer Veröffentlichung des Filmmaterials, auf dem sie möglicher Weise zu sehen sein werden, einverstanden sind. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldeschluss ist der 25. Juli.

Beim Solar-Aktionstag am Sonntag, 16. August, lädt die Biosphärenakademie von 10 bis 15 Uhr Familien und Kinder ab sechs Jahren zu Experimenten und Spielen rund um die Sonnenenergie ein! Der Aktionstag findet nur bei Sonnenschein statt. Bei Regen fällt die Veranstaltung aus. Die Teilnahme ist kostenlos.

Wie man einen einfachen Solar-Backofen baut, zeigt die Biosphärenakademie in Lambrecht bei einem Kurs am Sonntag, 2. August. Von 10 bis 14 Uhr bauen Familien und Kinder ab sechs Jahren ihr eigenes Gerät und erfahren dabei, welche außergewöhnliche und günstige Möglichkeit die Sonnenenergie bietet, um zu Backen und Speisen warm zu halten. Die Teilnahme kostet inklusive Material 15 Euro pro Person, Anmeldeschluss ist am 9. August.

Wer sich ein Sternenteleskop bauen möchte, um den nächtlichen Sommerhimmel zu beobachten, ist am Freitag, 21. August, von 18 bis 20 Uhr in der Biosphärenakademie in Lambrecht willkommen. Das Angebot richtet sich an Familien und Kinder ab zehn Jahren und kostet inklusive Material 40 Euro pro Person. Auf dem nahegelegenen Beobachtungsplatz können die Teilnehmenden ihr Teleskop bei der nachfolgenden Veranstaltung „Nacht der Perseiden – Sterne und ihre Schnuppen“ testen. Für Teilnehmende des Baukurses ist die Teilnahme an der Folgeveranstaltung frei. Anmeldung wird bis zum 14. August erbeten.

Am Freitag, 21. August, sind zwischen 21 und 23 Uhr Astronomie-Experten der SAGA zu Gast in der Biosphärenakademie. Sie vermitteln spannende Infos zu Sternen und Sternschnuppen in der „Nacht der Perseiden“. Der Unkostenbeitrag liegt bei 5 Euro pro Person – für Teilnehmende am vorhergehenden Teleskop-Baukurs ist die Teilnahme kostenfrei. Anmeldeschluss ist der 15. August.

Weitere Informationen zur Biosphärenakademie in Lambrecht gibt es online unter www.pfaelzerwald.de/biosphaerenakademie

Bildunterschrift: Am Solar-Tag wird mit der Kraft der Sonne experimentiert! Foto: Biosphärenreservat/Uli Diehl

Noch Plätze frei im Sommercamp / Outdoor-Abenteuer für Kinder

Wer in den Sommerferien Lust auf Natur, Abenteuer und nachhaltiges Engagement hat, ist die den Feriencamps der Junior Ranger richtig. Die Freizeiten werden durch das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen und dessen Bildungs-Partner geplant und durchgeführt.

Es gib noch freie Plätze für Kinder ab sieben Jahren für das Camp in Mehlingen, das sowohl in der vorletzten Ferienwoche von Montag, 27. bis Freitag, 31. Juli stattfindet wie auch in der letzten Ferienwoche von Montag, 3. bis Freitag, 7. August., jeweils von 9 bis 16 Uhr. Anmeldung und weitere Infos unter fabian.jungbaer@cvjm-pfalz.de.

Für das Sommercamp mit Übernachtung in Klingenmünster gibt es ebenfalls noch freie Plätze in der Woche von Montag, 27. bis Freitag, 31. Juli. Anmeldung per Mail an info@pwf-wfb.de.

Die Kinder erwartet ein spannendes Programm, bei dem sie Wälder, Bäche und Wiesen erforschen, Tiere beobachten, Pflanzen kennenlernen und hautnah erleben, wie vielfältig und wertvoll unsere heimische Natur ist. Mit Spaß, Teamgeist und Abenteuerlust werden sie zu Junior Rangern und damit zu jungen Botschafterinnen und Botschaftern des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen.

Weitere Informationen zum Junior Ranger-Programm gibt es online unter www.pfaelzerwald.de/junior-rangerinnen/ oder telefonisch unter der Nummer 06325 9552-43.

Das Projekt wird unterstützt vom Land Rheinland-Pfalz.

Bildunterschrift:

Im Biosphärenreservat erleben Kids Natur und Zusammenhalt. Foto: Biosphärenreservat/Ralf Ziegler

Abschluss für Biosphären-Projekt – Infos zu Artenvielfalt und Klimaresilienz bei Gartenfest in Neustadt

Das Biosphärenreservat lädt am Samstag, 30. Mai auf den Sonnenweg nach Neustadt ein. Von 14 bis 18 Uhr ist dort der Garten von Lilo Helfferich sowie das Gelände des NABU für die Öffentlichkeit geöffnet. Bei verschiedenen Führungen geht es zwischen 14 und 16 Uhr um Wissenswertes zu artenfreundlichen und klimaresistenten Pflanzen sowie um Wildkräuter. Parallel findet ein Workshop zur Herstellung von Pflanzenfarben statt. Um 16 Uhr gibt es eine Feierstunde mit Grußworten von Vertreterinnen und Vertretern des öffentlichen Lebens. Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung per Mail an gaerten@pfaelzerwald.bv-pfalz.de wird gebeten.

Anlass für das Gartenfest ist der Abschluss des deutsch-französischen Interreg-Projekts „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“, das vom Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen 2022 ins Leben gerufen wurde und eine naturnahe Gestaltung von Grünflächen im privaten und öffentlichen Bereich zum Ziel hatte. „Wir haben einen Impuls gegeben, sich über die Grenze hinweg auszutauschen und Gartenkunst mit lebendiger Artenvielfalt zu kombinieren. Seit Projektstart haben wir Privatleute und Gemeinden ebenso für unserer Vorhaben begeistert wie Schulkinder. Jetzt lebt die Idee eigenständig weiter und wir können das Projekt abschließen!“, resümiert Biosphärenreservats Direktorin Friedericke Stakelbeck.

Zu den Höhepunkten im Projekt zählte der jährlich stattfindende Gartenwettbewerb. Zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gehörte auch Lilo Helfferich, die mit ihrem Garten am Neustadter Sonnenweg zeigt, wie farbenfroh, abwechslungsreich und lebendig eine naturnah angelegte Fläche sein kann.

Weitere Informationen zum Projekt und zum Biosphärenreservat unter www.pfaelzerwald.de

Bildunterschrift: Im Garten von Lilo Helfferich gibt es viel zu entdecken! Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen/Paulina Mock

Wo sind die Glühwürmchen? Aufruf zur Zählung

Unter dem Motto „Wir zählen Glühwürmchen – wer zählt mit?“ ruft das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen zur Teilnahme an einem Bürgerforschungsprojekt auf: Vom 15. bis zum 30. Juni werden im gesamten Schutzgebiet gemeinsam Glühwürmchen gezählt! Hintergrund ist der seit Jahren beobachtete Rückgang der Bestände. Die Zählung soll Ergebnisse zu der Frage liefern, wie viele Tiere im Pfälzerwald vorkommen und wo sie leben.

Beteiligen können sich alle naturinteressierten Menschen. Wichtig für das Projekt ist, dass nur innerhalb der Grenzen des Biosphärenreservats gezählt wird! Rückfragen per Mail an gluehwuermchen@pfaelzerwald.bv-pfalz.de.

Alle wichtigen Informationen zu der Aktion finden Sie auf der Homepage des Biosphärenreservats unter www.pfaelzerwald.de/projekte/gluehwuermchen/

Bildunterschrift: Wer im Biosphärenreservat wohnt, kann möglicher Weise seine „Beobachtungsstation“ im eigenen Garten aufbauen. Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen

– – – – – – – – – – – – –

Freie Plätze: Fluss-Exkursion, Astro-Abend und Solarbackofen
Ferien-Abenteuer und Naturerlebnisse in der Biosphärenakademie  

Es gibt noch freie Plätze im Sommerferien-Programm der Biosphärenakademie! Wer dabei sein möchte, meldet sich am besten sofort unter anmeldung@pfaelzerwald.bv-pfalz.de an. 

In der letzten Ferienwoche, am Mittwoch, 13. August, geht es unter dem Motto „Was lebt im Speyerbach?“ auf Fluss-Exkursion. Gemeinsam untersucht die Feriengruppe das Fließgewässer und seine tierischen Bewohner. Das Programm richtet sich an Kinder sowie an Familien. Start ist um 14 Uhr an der Biosphärenakademie in Lambrecht. Von dort fährt die Gruppe in Fahrgemeinschaften zum Speyerbach. Ende der Veranstaltung ist um 17 Uhr.  

Wer sich für den Sternenhimmel interessiert, ist am Freitag, 15. August in der Biosphärenakademie richtig. An diesem Abend werden ab 19.30 Uhr Sternenteleskope gebaut, um damit den Nachthimmel zu beobachten. Experten der Studentischen Arbeitsgemeinschaft Astronomie, kurz SAGA, vermitteln spannendes Wissen zu Sternen und zur Sternenbeobachtung. Die Abendveranstaltung endet gegen 23 Uhr. 

Am Sonntag, 17. August, werden von 10 bis 14 gemeinsam Solarbacköfen gebaut und, sofern es die Sonne zulässt, auch gleich ausprobiert. Solarbacköfen bieten eine außergewöhnliche und günstige Möglichkeit, mit Hilfe der Sonne zu Backen und Speisen warm zu halten. Der selbstgebaute Backofen darf im Anschluss mit nach Hause genommen werden. 

Weitere Infos gibt es online unter www.pfaelzerwald.de/biosphaerenakademie oder telefonisch unter 06325 9552-45.

 

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald und seine Biosphärenakademie

Eine Kräuterbar, eine Holzwerkstatt und eine Wasserwerkstatt laden in der Biosphärenakademie zum Tüfteln, Lernen und Erleben ein. Ziel ist es, den Biosphären-Leitgedanken „Mensch und Biosphäre“ für die Menschen in der Region und darüber hinaus erfahr- und erlebbar zu machen. Mit einem breit gefächerten Angebot von Exkursionen und Führungen über handwerkliche Kurse, Themen- und Erlebnistage bis zu Vorträgen und Schulklassenveranstaltungen eröffnet die Biosphärenakademie vielfältige Möglichkeiten, das Biosphärenreservat, seine Grundlagen und seine Besonderheiten zu entdecken und zu verstehen. 

 

Bildunterschrift:
In der Biosphärenakademie werden Solarbacköfen selbst gebaut. Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen/Uli Diehl

Mysterys zu den Themen Wald, Wasser und versteckte Energie

Die Grafik zeigt eine Karte aus dem Mystery zum Thema Grundwasser.
Grafik: pozzi7

Das Team des Biosphärenreservats Pfälzerwald hat schulische und außerschulische Bildungsakteurinnen und -akteure zum Abschluss des zweijährigen Projekts „MINTN-Region Biosphärenreservat Pfälzerwald“ eingeladen. Bei der Veranstaltung wurden unter anderem die Mysterys vorgestellt, die das Biosphären-Team gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern des MINT(N)-Projekts erarbeitet hat.

Interdisziplinäre Arbeitsgruppen haben drei Mysterys zu den Themen Wald, Wasser und versteckte Energie entwickelt. Bei der Mystery-Methode sollen die Schüler und Schülerinnen in Kleingruppen knappe, ungeordnete Informationen zu einem Fallbeispiel analysieren und sinnvoll miteinander in Beziehung setzen, mit dem Ziel eine rätselhafte Leitfrage lösen zu können. Dabei werden MINT-Themen mit einer Bildung für nachhaltige Entwicklung verknüpft.

Die Mysterys können ausgeliehen oder hier heruntergeladen werden.

Mehr Infos bei Anne Laux vom Biosphärenreservat Pfälzerwald unter a.laux@pfaelzerwald.bv-pfalz.de oder 06325 9552-47.

MINT-Region und MINT-Förderwettbewerb des Landes Rheinland-Pfalz

Die MINTN-Region Biosphärenreservat Pfälzerwald wurde über zwei Jahre durch das Land Rheinland-Pfalz gefördert, wobei das hochgestellte „N“ für Nachhaltigkeit steht, die das Biosphärenreservat in den Fokus seiner MINT-Aktivitäten genommen hat. MINT bezeichnet Unterrichts- und Studienfächer sowie Berufe aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Unter einer MINT-Region wird ein Netzwerk verstanden, in dem die unterschiedlichen Akteure und Akteurinnen vor Ort – das sind Kitas, Schulen, Hochschulen, Unternehmen und Kammern, Verbände, Stiftungen, Vereine, Politik und Verwaltung – ihre Aktivitäten zur Nachwuchsförderung im MINT-Bereich gemeinsam abstimmen und zielführende, neue Maßnahmen der MINT-Bildung und Fachkräftesicherung umsetzen. Die regionale MINT-Förderung ist sowohl für die individuellen Bildungs- und Zukunftschancen junger Menschen und die frühzeitige Fachkräftesicherung wie auch für die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der Region bedeutsam. Ziel für das Biosphärenreservat Pfälzerwald war es, zu zeigen, wie nachhaltige Entwicklung im Kontext der MINT-Förderung gestärkt werden kann.

Der Förderwettbewerb MINT-Regionen wird seit 2018 von den rheinland-pfälzischen Ministerien für Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft ausgeschrieben.

Kommunalkonferenz zur Ausschilderung des Grundwanderwegenetzes im Pfälzerwald

Bei der Kommunalkonferenz mit den Verbandsgemeinden und Städten im Bereich des Biosphärenreservats Pfälzerwald am 29.11.2023, zu der Bezirksverband Pfalz, Pfälzerwald-Verein e. V. und Pfalz.Touristik e. V. gemeinsam eingeladen haben, wurde die geplante Antragstellung zur Ausschilderung und Markierung eines neuen Grundwanderwegenetzes bestehend aus den Traditionswegen des Pfälzerwald Vereins mitsamt zugehöriger Infrastruktur im Wald vorgestellt. Damit verbunden ist die einmalige Chance, in einem gemeinsamen Zusammenwirken erstmals über den gesamten Pfälzerwald ein nach einheitlichem System markiertes und ausgeschildertes Wanderwegenetz zu schaffen, eine ganz neue Qualitätsebene im Tourismus durch die Anerkennung als Qualitätsregion Wanderbares Deutschland zu erreichen und einen Quantensprung durch die Einrichtung eines umfassenden digitalen Wegekatasters, auf das alle Tourist-Informationen zugreifen können, zu erzielen.

Der Bezirksverband Pfalz hatte zuvor in den Jahren 2022 und 2023 auf Initiative des Pfälzerwald-Vereins und mit Unterstützung der Pfalz.Touristik in Abstimmung mit den betroffenen Städten und Verbandsgemeinden eine mit Finanzmitteln des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz aus dem Corona-Förderprogramm des Landes geförderte Neukonzeption des Wanderwegenetzes im Pfälzerwald erstellen lassen. Als Endergebnis ist ein aus Traditionswanderwegen des Pfälzerwald-Vereins hervorgehendes Grundwanderwegenetz für das Biosphärenreservat Pfälzerwald mit einer Gesamtlänge der markierten Linien von rund 1.950 km konzipiert worden.

Kernstück der Antragstellung ist eine Kooperationsvereinbarung für die Ersteinrichtung und das gemeinsame Management für die Pflege und Unterhaltung des Grundwanderwegenetzes zwischen dem Bezirksverband, dem Pfälzerwald-Verein e. V., dem Pfalz.Touristik e. V. und den Verbandsgemeinden und Städten. Das Projekt mit einem beachtlichen geplanten Gesamtfinanzvolumen kann nur gelingen, wenn alle Kommunen dabei mitwirken, die in der Kooperationsvereinbarung beschriebenen Rolle wahrnehmen und auch einen finanziellen Beitrag zur Bestreitung des Eigenanteils beisteuern.

Die Teilnehmer der Kommunalkonferenz standen dem Vorhaben und der geplanten Kooperationsvereinbarung vom Grundsatz her sehr positiv gegenüber und sind übereingekommen, diese in ihren jeweiligen kommunalen Gremien beraten zu lassen und dem Bezirksverband bis spätestens Ende März 2024 eine Rückmeldung dazu zu geben. Nach Auswertung der Rückmeldungen soll dann zu einer Nachfolgekonferenz eingeladen werden.

„Nature sans frontière“: Die Entstehung des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen

Das Foto zeigt eine Landschaft im südlichen Pfälzerwald, mit einem felsen und einem Ausblick auf Wiesen und Wald. Auf dem Felsen steht ein Wanderer, der den Ausblick genießt.
Foto: Yvon Meyer

Seit 25 Jahren ist das grenzüberschreitende Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen von der UNESCO anerkannt und wirkt als Symbol für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich. Die Entstehung dieses pfälzisch-elsässisch-lothringischen Schutzgebiets war geprägt von gemeinsamen Visionen, politischem Engagement und dem Willen zur Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg.

Das gemeinsame Bestreben, die natürlichen Ressourcen in den Regionen über die deutsch-französische Grenze hinweg nachhaltig zu nutzen und zu schützen, bestand schon früh. Bereits in den 1980er Jahren setzten sich die Verantwortlichen des damaligen Naturparks Pfälzerwald, der seit 1958 bestand, und des Regionalen Naturparks Nordvogesen, der 1975 gegründet worden war, für eine deutsch-französische Zusammenarbeit im Naturschutzbereich ein. Zu dieser Zeit formte sich die Idee, zwei nationale Biosphärenreservate zu schaffen – mit dem vorrangigen Ziel, ein deutsch-französisches Biosphärenreservat ins Leben zu rufen und so bessere gemeinsame Handlungsmöglichkeiten zu schaffen. Die offizielle Anerkennung erfolgte in Frankreich für die Nordvogesen im Jahr 1989 und für den Pfälzerwald als deutsches Gebiet im Jahr 1992. Die Anerkennung als grenzüberschreitendes Biosphärenreservat – damals das erste seiner Art in der Europäischen Union – vergab die UNESCO dann 1998.

Vereinbarung zur Schaffung eines gemeinsamen Biosphärenreservats
Eine entscheidende Etappe auf dem Weg zum grenzüberschreitenden Biosphärenreservat war die Unterzeichnung der „Vereinbarung zur Schaffung eines grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen“. Am 23. Oktober 1996 trafen sich Vertreterinnen und Vertreter von Rheinland-Pfalz, Elsass und Lothringen in La Petite-Pierre, um ihren Willen, sich gemeinsam für den Erhalt der Natur und die Schaffung eines grenzüberschreitenden Biosphärenreservats einzusetzen, zu besiegeln.

Der damalige rheinland-pfälzische Umweltstaatssekretär Roland Härtel unterstrich bei diesem Anlass die internationale Bedeutung dieses Vorhabens: „In einem zusammenwachsenden Europa verlieren nationale Barrieren mehr und mehr an Bedeutung. Die Schaffung eines deutsch-französischen Biosphärenreservats ist ein konkreter und entscheidender Beitrag für eine dauerhafte umweltgerechte und nachhaltige Entwicklung über die Staatsgrenzen hinweg!”

Zu den Schlüsselfiguren in dem Prozess zur Schaffung des deutsch-französischen Biosphärenreservats gehörten Dr. Werner Ludwig, der damalige Vorsitzende des Naturpark Pfälzerwald e. V., und Jean Westphal, damals Präsident des Sycoparc, Träger des Regionalen Naturparks Nordvogesen. Beide waren die treibenden Kräfte hinter der intensiven Zusammenarbeit der bereits national anerkannten Schutzgebiete. Der Gedanke der Gemeinsamkeit und die Lust, voneinander zu lernen, trugen die Zusammenarbeit voran.

Jean Westphal drückte bei der Unterzeichnung der Vereinbarung seine Überzeugung aus: „Was uns heute zusammenführt, ist von enormer Wichtigkeit für die beste Zukunft unserer gemeinsamen Region.“ Er appellierte an politische Vertreter und richtete den Blick auf die UNESCO, um das Zusammenwachsen der beiden Regionen voranzutreiben und die Vision für Europa Wirklichkeit werden zu lassen. Er glaubte fest daran, dass das deutsch-französische Biosphärenreservat dazu beitragen würde, dass nie wieder Grenzen in den Köpfen der Menschen entstehen würden. Dr. Werner Ludwig bezeichnete die Vereinbarung als „sichtbares Ergebnis guter, mehrjähriger und vertrauensvoller Zusammenarbeit“. Die Vertragspartner legten großen Wert darauf, den Zusammenschluss als bedeutenden Schritt für das Zusammenwachsen Europas auf interregionaler Ebene zu würdigen.

Um die gemeinsamen Ziele zu erreichen, wurde ein Lenkungsausschuss einberufen, mit der Aufgabe, die weiteren Schritte zur Schaffung des Biosphärenreservats zu koordinieren und den nationalen und regionalen Gremien der beiden Gebiete Beschlussvorschläge zu machen. Die Bildung von Arbeitsgruppen ermöglichte eine effektive Umsetzung der praktischen Arbeit. Einen Schwerpunkt seiner Arbeit sah Werner Ludwig zu dieser Zeit im Werben für „Akzeptanz für das Biosphärenreservat, denn da existieren gewisse Vorbehalte; die Befürchtung, man wird zu sehr eingeengt. Und hier müssen wir Überzeugungsarbeit leisten.“

Gedanke der Gemeinsamkeit im Naturschutz schon seit den 1980er Jahren
Schon im sogenannten „Straßburger Protokoll“ vom 17. Januar 1985 wurden von beiden Seiten die verstärkte Zusammenarbeit in den Bereichen Umweltschutz, Umweltbeobachtung, Pflege und Entwicklung der Naturräume sowie die Förderung einer umweltgerechten ökonomischen Entwicklung im Bereich Landwirtschaft und Tourismus als wichtige Ziele identifiziert. Dieses „Protokoll über die Zusammenarbeit zwischen dem Naturpark Pfälzerwald und dem Naturpark der Nordvogesen“ bildete die Grundlage für einen generellen Informationsaustausch, die Förderung von Kontakten zwischen den Mitarbeitenden, Schüler- und Jugendbegegnungen, einen koordinierten Naturschutz, die Nutzung des historischen und kulturellen Erbes sowie die Entwicklung des grenzüberschreitenden Tourismus.

Ab 1993 konnte mit Unterstützung durch das EU-Förderprogramm Interreg I zwischen den mittlerweile als nationale Biosphärenreservate anerkannten Gebieten ein Programm für die Zusammenarbeit erarbeitet werden. Nach der Unterzeichnung der Erklärung im Oktober 1996 gab auch der Deutsch-Französische Umweltrat seine Unterstützung für das Vorhaben, ein grenzüberschreitendes Biosphärenreservat zu schaffen. In der 8. Sitzung des Rates, der am 28. Oktober 1996 unter Vorsitz der damaligen deutschen Umweltministerin Dr. Angela Merkel und der französischen Umweltministerin Corinne Lepage in Bliesbruck-Reinheim tagte, wurde die Bedeutung des Biosphärenreservats für den Schutz der biologischen Vielfalt in der Grenzregion hervorgehoben. Der Rat drückte seine volle Unterstützung für die „Vereinbarung zur Schaffung eines grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen“ aus und betonte das Ziel, diese auf dem offiziellen Weg der UNESCO zur Zustimmung vorzulegen.

Anerkennung und Erfolge
1998 erfolgte schließlich durch die Entscheidung des „International Coordinating Council“ der UNESCO die offizielle Anerkennung des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats. Die Urkunde, datiert auf den 8. Dezember 1998, wurde in einem deutsch-französischen Festakt in Schönau am 23. Februar 2002 verliehen.

Zu den gemeinsamen Strukturen des Biosphärenreservats gehören auch weiterhin ein Lenkungsausschuss sowie eine Kooperationsvereinbarung, die regelmäßig aktualisiert wird. In diesem Jahr wurde eine Folgevereinbarung abgeschlossen. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen wurde zuletzt 2022 von der UNESCO für weitere 10 Jahre anerkannt. Die periodische Überprüfung durch die UNESCO unterstreicht die Bedeutung des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen als wichtiges Beispiel für grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Naturschutz und in der nachhaltigen Entwicklung.

Seit der Anerkennung haben die beiden Biosphären-Teams zahlreiche gemeinsame Projekte umgesetzt, dazu zählen etwa die deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkte, die es seit 1999 gibt. Der erste Markt fand im südwestpfälzischen Ruppertsweiler statt, der zweite im lothringischen Walschbronn. In der jüngeren Vergangenheit wurde zum Beispiel das EU-Projekt „LIFE Biocorridors“ zur Vernetzung von Biotopen realisiert (2016 bis 2022). Im Sommer 2023 ist das Interreg-Projekt „Gefährdete Tierarten – Espèces en danger“ zu Ende gegangen, das 2020 begonnen hatte. Das Interreg-Projekt „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“ hat 2022 begonnen und läuft bis 2025. Ab 2024 geht das Interreg-Projekt „Horizont Climatic“ mit einer Laufzeit von vier Jahren in die Umsetzung. Die beiden Biosphären-Teams arbeiten in den Geschäftsstellen in Lambrecht in der Pfalz sowie in La Petite-Pierre im Nordelsass.

Im Jahr 2023 gibt es 748 Biosphärenreservate in 134 Ländern, nur 23 davon sind wie das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen grenzüberschreitend.

Zukunftsfähige Gestaltung von Landschaft durch aktive Nutzung

Beweidungsprojekt im Biosphärenreservat Pfälzerwald erhält Preis im Wettbewerb der Metropolregion

Das Bild zeigt 8 Personen vor einer Wand it der Aufschrift "Regionalpark Rhein-Neckar"
Foto: VRRN/Landry

Das Projekt „Offenhaltung durch Mischbeweidung des Gräfenhausener Wingertsbergs“ in Annweiler-Gräfenhausen wurde mit einem Preis im Rahmen des 7. Wettbewerbs „Landschaft in Bewegung” des Verbands Region Rhein-Neckar ausgezeichnet. Die Prämierung fand im Rahmen des 9. Regionalparkforums der Metropolregion Rhein-Neckar statt, bei dem die Weiterentwicklung der zehn großen Landschaftsräume der Region im Mittelpunkt steht. Der Verband Region Rhein-Neckar vergab fünf Preise zu je 10.000 Euro.

Mit dem Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen als Berater und durch Unterstützung der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße und des Landes Rheinland-Pfalz konnten ab 2014 über 300 Grundstücke bei Gräfenhausen erworben oder gepachtet werden. Nicht zuletzt auch durch die tatkräftige Unterstützung von Andrea Schneider aus Gräfenhausen wurde der Wingertsberg so für ein großes Beweidungsprojekt verfügbar gemacht. Seit 2015 sind am Gräfenhausener Wingertsberg Esel, Ziegen und Heckrinder im Einsatz, um die Landschaft offenzuhalten; sie schaffen dabei ein attraktives, kleinstrukturiertes Landschaftsmosaik und gute Voraussetzungen für artenreiche Lebensräume.

„Durch das Gräfenhausener Projekt wird ein vorbildlicher Ansatz verfolgt, der das Gleichgewicht zwischen dem Erhalt regionaler Werte und den Anforderungen neuer Nutzungs- und Gestaltungskonzepte erfolgreich herstellt“, so die Jury des Wettbewerbs.

Sie lobte das Projekt als wegweisend und betonte seine Vorbildfunktion für die zukunftsfähige Gestaltung von Landschaften durch aktive Nutzung. Insbesondere hob sie hervor, dass das Landschaftsbild eine nachhaltige und raumwirksame positive Aufwertung erfahre, dass durch das Projekt eine breite regionale Wertschöpfung generiert werden könne und dass ein lokales Netzwerk in großräumige Maßnahmen des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen eingebunden werde, in deren Rahmen die Biodiversität nachhaltig gesteigert werden kann.

Mit letzterem Punkt geht die Jury auf die Einbettung der Beweidungsfläche in das bundesgeförderte chance.natur-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ ein. Das Projekt wurde durch das Team des Biosphärenreservats von 2018 bis 2022 mit der Erstellung eines umfangreichen Pflege- und Entwicklungsplans vorbereitet. Beginn der 10-jährigen Umsetzungsphase ist voraussichtlich das Jahr 2024. Durch die Integration des Gräfenhausener Projekts in das „Hirtenwege“-Projekt wird nicht nur die Projektfläche vergrößert, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Schaffung eines Biotopverbunds geleistet. Dieser Verbund ist von großer Bedeutung bei der Schaffung von Lebensräumen, zum Beispiel für wärmeliebende Arten wie die Mauereidechse, die Blauflüglige Ödlandschrecke oder den Wiedehopf.

Das Beweidungsprojekt bei Annweiler-Gräfenhausen demonstriert somit das gelungene Zusammenspiel aus Bewirtschaftung durch Beweidung, Naturschutz sowie Erhalt von Lebensräumen und Kulturlandschaft und trägt nicht zuletzt dazu bei, die regionale Identifikation zu stärken.