Bummeln und regionale Produkte aus dem Biosphärenreservat genießen

Deutsch-französischer Biosphären-Bauernmarkt in Eisenberg

Das Bild zeigt Menschen, die an Marktständen vürübergehen.Zum deutsch-französischen Bauernmarkt im Zentrum von Eisenberg lädt das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen am Sonntag, 12. Juni, von 11 bis 18 Uhr ein. Über 40 Bauernmarkt-Beschicker und -Beschickerinnen aus der Region treffen sich in der größten Stadt des Donnersbergkreises und verkaufen ihre umweltschonend erzeugten Qualitätsprodukte aus dem Pfälzerwald, von der Weinstraße und aus den Nordvogesen. Zum Schlendern, Schlemmen und Probieren bieten sich unter anderem Schinken, Wurst, Fleisch vom Lamm, Wild und Pferd, Ziegenkäse, Essige, Säfte, Biowein, Likör und Sekt, Obst und Gemüse, Pilzen, Marmelade und Honig, Öl, Teigwaren und Kompott an. Ein vielfältiges Getränkeangebot von Winzern und einem Bierbrauer gehört ebenso dazu.

Zudem präsentiert das Biosphären-Team die Arbeit des Biosphärenreservats und im Rahmen der Kampagne „Verrückt auf morgen“ die wichtigen Leistungen von Biosphärenreservaten in Deutschland. In vielen Projekten setzen sich die Teams in den Modellregionen vom Wattenmeer bis zum Berchtesgadener Land, vom Pfälzerwald bis zur Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft gemeinsam mit Menschen in ihren Regionen für eine nachhaltige Zukunft ein.

Ziel der deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkte ist es, die Landwirtschaft in der Region zu stärken und bei Einheimischen wie Gästen für den Kauf von umweltschonend erzeugten Produkten zu werben. So werden lange Transportwege vermieden und die Verbraucherinnen und Verbraucher können direkt dazu beitragen, dass die einzigartige Kulturlandschaft des Biosphärenreservats erhalten bleibt und das Klima geschützt wird.

Für die Anreise nach Eisenberg lassen sich auch öffentliche Verkehrsmittel gut nutzen. Der Biosphären-Bauernmarkt ist auf einem kurzen Spaziergang vom Bahnhof aus erreichbar. Die Verbandsgemeinde Eisenberg ist seit 2014 auch als Fairtrade-Gemeinde ausgezeichnet.

Weitere Informationen unter www.pfaelzerwald.de/bauernmaerkte. Die Biosphären-Bauernmärkte werden unterstützt durch das Land Rheinland-Pfalz.

Lebensräume über Grenzen vernetzen

Abschluss des deutsch-französischen EU-Projekts „LIFE Biocorridors“ mit einer grenzüberschreitenden Exkursion

„Wir haben den Wald früher so bewirtschaftet, wie er uns am meisten nutzte, also in Monokulturen. Im Projekt ,LIFE Biocorridors‘ konnten wir Maßnahmen umsetzen, die es Arten ermöglichen, sich wieder zu verbreiten.“ Das sagte Michaël Weber, der Vorsitzende des SYCOPARC, der Trägerorganisation des Regionalen Naturparks Nordvogesen bei der Abschlussexkursion zu dem deutsch-französischen Projekt. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen schließt in den kommenden Wochen das EU-geförderte Projekt „LIFE Biocorridors“ ab. Seit 2016 wurden im französischen und deutschen Teil des Biosphärenreservats Maßnahmen in Wald und Wiesen sowie an Wasserläufen mit dem Ziel durchgeführt, einen grenzüberschreitenden Biotopverbund zu schaffen.

„Man könnte sagen, dass das hier endet. Aber ganz im Gegenteil, es ist der Anfang. Wir müssen gemeinsam immer weiter kämpfen für den Erhalt der Biodiversität“, so Weber. Matthias Schneider vom rheinland-pfälzischen Umweltministerium sieht die Leistung der Biotopvernetzung als weitreichend: „Biokorridore sind ein wichtiger Beitrag, um den Klimawandel entgegenzuwirken. Es sind langfristige und nachhaltige, tragfähige Lösungen gefragt.“

Bei der Exkursion zum Projektabschluss konnten sich Fachleute und Interessierte aus Frankreich und Deutschland sowie aus den beteiligten Kommunen einen Überblick über verschiedene Maßnahmen verschaffen, die im Rahmen des Projekts umgesetzt wurden. Im französischen Teil des Biosphärenreservats wurden Heckenpflanzungen bei Drachenbronn, Altholzinseln bei Wingen und eine Fließgewässer-Renaturierung im Liebfrauenthal gezeigt. Im Pfälzerwald präsentierte das Biosphären-Team Laubholzpflanzungen im Gemeindewald Vorderweidenthal, die Wiederherstellung einer Feuchtwiese in Spirkelbach sowie die Wiederherstellung von Mager- und Streuobstwiesen in Erlenbach.

Das EU-Projekt „LIFE Biocorridors“

Im Jahr 2012 wurden im Rahmen einer vom Regionalen Naturpark Nordvogesen, des französischen Teils des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen, durchgeführten Studie zu grenzüberschreitenden ökologischen Netzwerken die ökologischen Korridore des Biosphärenreservats herausgearbeitet. In diesem Zusammenhang wurden auch die zu stärkenden Korridore in den Bereichen Wald, Fließgewässer und Offenland identifiziert. Auf dieser Grundlage und nach einer Phase der Information und Abstimmung mit lokalen Akteuren und Akteurinnen aus Forst- und Landwirtschaft, öffentlichen Einrichtungen und Politik sowie Landbesitzenden entstand das Projekt „LIFE Biocorridors“.

Im Rahmen des EU-Projekts „LIFE Biocorridors“ wurden Maßnahmen zur Biotopvernetzung in den Lebensräumen Offenland, Wald und Wasser umgesetzt. Im Offenland ging es darum, Streuobstwiesen sowie Mager- und Feuchtwiesen zu bewahren, zu pflegen oder wiederherzustellen. Im Wald entstand ein Netz an Altholzinseln und der Laubwaldanteil wurde erhöht. Zudem wurden natürliche Bachuferwälder wiederhergestellt und die ökologische Durchlässigkeit von Fließgewässern verbessert. Die Europäische Union sowie die Projektpartner in Frankreich und Rheinland-Pfalz stellten für das Projekt „LIFE Biocorridors“ insgesamt 3,6 Millionen Euro zur Verfügung. Mit 540.000 Euro förderte das rheinland-pfälzische Umweltministerium die Umsetzung der Maßnahmen.

Gefährdete Tierarten: Exkursionen zu Fledermäusen und Flusskrebsen

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen bietet anhand einer Fledermausexkursion am Donnerstag, 19. Mai, sowie einer Exkursion zu Flusskrebsen am Samstag, 28. Mai, die Gelegenheit mit Expertinnen und Experten auf Streifzug zu gehen und mehr über die gefährdeten Flattertiere und selten gewordenen Wasserbewohner zu erfahren.

Die Teilnehmenden können am 19. Mai ab 21.15 Uhr bei einer abendlichen Wanderung durch Fischbach bei Dahn die kleinen Luftakrobaten mit Hilfe von Ultraschalldetektoren selbst erleben und gleichzeitig mehr erfahren über die Fledermäuse des Pfälzerwaldes und der Nordvogesen. Katharina Schritt vom Projekt „Fledermäuse Willkommen!“ des NABU Rheinland-Pfalz erzählt über die Biologie von Fledermäusen und wie man sich auf ihre Spuren begeben kann. Sie erläutert auch, wie jede und jeder etwas zum Schutz dieser einzigartigen Säugetiere beitragen kann. Die Teilnahme eignet sich auch für Familien.

Am 28. Mai können die Teilnehmenden bei der Exkursion entlang des Eisbaches am Eiswoog bei Ramsen mehr erfahren zur nächtlichen Lebensweise der einheimischen Krebsarten. Der zertifizierte Waldpädagoge Ralf Linden erklärt auch, wie die importierten Krebsarten und die Krebspest in unser Gebiet kamen. Er erläutert die Unterschiede und die Erkennungsmerkmale an Präparaten der verschiedenen Krebsarten, demonstriert die Fangmethoden und geht auf die historische Nutzung sowie die aktuellen Schutzmaßnahmen ein.

Die Teilnahme an den Exkursionen ist kostenlos. Informationen zu den Angeboten und zur Anmeldung unter www.pfaelzerwald.de/termine.

Das EU-Interreg-Projekt „Gefährdete Tierarten im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen“

Der weltweite Rückgang und das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten zeigen sich auch im Bereich des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen. Im Rahmen des von Juli 2020 bis Juni 2023 laufenden EU-Interreg-Projekts „Gefährdete Tierarten – Espèces animales en danger“ setzen sich das deutsch-französische Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen und seine Projektpartner dafür ein, dass für drei gefährdete Tierarten dringend benötigte Schutzmaßnahmen umgesetzt werden. Im Zentrum des Projekts stehen der Steinkrebs, der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling – eine Schmetterlingsart – und das Große Mausohr, eine kulturfolgende Fledermausart.

Zur Umsetzung des Projekts haben sich deutsche und französische Projektpartner und -partnerinnen zusammengefunden, die ihre Kenntnisse, Mittel und Monitoring-Methoden teilen, um konkrete Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald bringt sich im Bereich Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Öffentlichkeitsarbeit vor allem mit Führungen und Workshops in das Projekt ein.

Partner und Förderer

Neben dem französischen und deutschen Teil des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen sind zudem am Projekt beteiligt die Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (GNOR), der Nabu Rheinland-Pfalz, die Universität Koblenz-Landau, die SDEA (Syndicat des Eaux et de l‘Assainissement Alsace-Moselle) und die Conservatoire des sites alsaciens.

Das Projekt wird mit Mitteln aus dem Interreg-Programm Oberrhein sowie auf deutscher Seite durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz gefördert.

Weitere Informationen zum Projekt unter www.pfaelzerwald.de/projekte/interreg-projekt-gefaehrdete-tierarten/ oder in französischer Sprache unter www.parc-vosges-nord.fr/projet/projet-interreg-especes-animales-en-danger.

Mit unseren Biosphären-Guides unterwegs

Fachkundig geführte Touren im Mai und Juni

Die Biosphären-Guides sind im Mai und Juni viel unterwegs und laden alle Pfälzerwald-Liebhaberinnen und Erholungsssuchende ein, gemeinsam die Viefalt des Biosphärenreservats entdecken.

Am Sonntag, 15. Mai, führt Heidrun Knoch in der Nähe von Bad Bergzabern zum Thema „Wie Eiche, Tanne und Kastanie dem Klimawandel trotzen“ und geht dabei darauf ein, was der Klimwandel mit dem Wald macht und weshalb Artenvielfalt so wichtig ist. „Bei den Pottaschsiedern und Holzschlittlern“ heißt die Tour in der Nähe von Appental am Samstag, 21. Mai, zu der Gerlinde Pfirrmann einlädt und während der sie mit den Teilnehmenden in die Kulturgeschichte der Menschen eintaucht, die von und mit dem Wald ihr Überleben sichern mussten. Am Sonntag, 22. Mai, erläutert Johanna Thomas-Wehrling auf der Tour „Ä Tännchen, please – prima für’s Klima im Pfälzerwald“ in der Gegend um St. Germanshof die besondere Rolle der Weißtanne im Pfälzerwald. Am Mittwoch, 25. Mai, geht es bei einer Tour mit Ute Seitz um „Weinbau im Klimawandel“. Unter anderem geht sie bei der Wanderung in der Nähe von Siebeldingen darauf ein, wie Biosphärenreservat und Weinbau zusammenpassen und welche neue Rebsorten sich für einen nachhaltigen Weinbau eignen.

Susanne Ecker geht am Sonntag, 5. Juni, auf Entdeckungstour in die größte Kernzone des Biosphärenreservats Pfälzerwald, dem Quellgebiet der Wieslauter. Sie geht dabei unter anderem der Frage nach, was Urwald in Mitteleuropa bedeutet. Kulinarisches, Kultur und Natur stehen bei der Dampfnudelwanderung am Sonntag, 12. Juni, ab dem Bahnhof Ramsen mit Wolfgang Müller auf dem Programm. Ebenfalls am Sonntag, 12. Juni, bietet Johanna Thomas-Wehrling die Tour „Natur und Mythos im Biosphärenreservat“ ab Ranschbach an. Auf der Wanderung vermittelt sie Wissenswertes zu Kultstätten, heilenden Pflanzen, Quellen und Orten mit einer besonderen Bedeutung.

Teilnehmende an den Führungen sollten festes Schuhwerk, ausreichend wetterangepasste Kleidung und Rucksackverpflegung mitbringen. Alle Informationen zu den Touren, zur Anmeldung sowie zur Teilnahme wie Treffpunkt, Zeiten und Teilnahmegebühren gibt es unter www.pfaelzerwald.de/termine. Dort gibt es auch die aktuellen Hinweise zu weiteren Angeboten der Biosphären-Guides.

Die Biosphären-Guides im Pfälzerwald

Urwald erkunden, durch die Zeit reisen, entdecken, wo sich Weide, Wald und Wein küssen, sich auf die Spuren Max Slevogts begeben oder mehr über die drei Musketiere des Waldes in Zeiten des Klimawandels erfahren – das und vieles andere können Pfälzerwald-Liebhaber und -Interessentinnen mit den Biosphären-Guides des Biosphärenreservats Pfälzerwald. 22 Personen, die alle bereits Natur- und Landschaftsführer und -führerinnen für verschiedene Gebiete des Pfälzerwalds waren, haben sich bei einer Fortbildung noch intensiver mit den Landschafts- und Naturräumen sowie mit der Funktion des Biosphärenreservats als Modellregion der UNESCO für nachhaltige Entwicklung beschäftigt und sich als Biosphären-Guide qualifiziert.

Die Qualifizierung der Biosphären-Guides ist Teil der Bildung für nachhaltige Entwicklung im Biosphärenreservat Pfälzerwald und entspricht unter anderem dem Ziel 4 – Hochwertige Bildung – der Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs, Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen.

Die deutschen Biosphären sind verrückt. Verrückt auf morgen

Kampagne für die Biosphärenreservate Deutschlands startet im Pfälzerwald

„Es ist eine große Leistung, die hier durch die verschiedenen Projekte und Aufgaben in Zusammenarbeit mit vielen Menschen erbracht wird. Wir sind froh, dass das Biosphärenreservat als Einrichtung des Bezirksverbands Pfalz diese wichtige Funktion übernimmt. Das ist von Bedeutung für die Region und darüber hinaus“, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Bezirkstags Pfalz, Ruth Ratter, anlässlich des Auftakts zur Kampagne „Verrückt auf Morgen“ in Burrweiler. In 18 Schutzgebieten in Deutschland verändern die UNESCO-Biosphärenreservate die Welt mit innovativen Ideen, um ein nachhaltiges und klimafreundliches Miteinander von Mensch und Natur zu ermöglichen. Sie erproben das Leben von morgen, damit eine gemeinsame Zukunft auf diesem Planeten gelingen kann. Mit der Initiative „Verrückt auf Morgen“ wird genau das bekannt gemacht und angeregt.

Download der Motive auch unter www.verrueckt-auf-morgen.de/presse

Hier passiert’s

www.verrueckt-auf.morgen.de

#verrücktaufmorgen

Instagram @verruecktaufmorgen

Facebook @verruecktaufmorgen

Gemeinsam Zukunft gestalten

„Verrückt auf Morgen“ ist eine Initiative der 18 deutschen Biosphärenreservate, die diese Woche mit einem Morgenspaziergang in allen Schutzgebieten startet. Diesen Freitag gab das Biosphären-Team auch hier im Pfälzerwald, bei einem morgendlichen Spaziergang von Burrweiler hinauf zur St. Anna-Kapelle, den Startschuss. „Wir können unsere Aufgabe, eine Modellregion für nachhaltige Entwicklung zu sein, nur mithilfe der Unterstützung vieler meistern, seien es Ehrenamtliche oder auch Hauptamtliche sowie Politikerinnen und Politiker, Menschen, die mit anpacken, sich engagieren und die Ziele des Biosphärenreservats in ihrer Arbeit und ihrem Tun mitdenken“, sagte die Biosphärenreservats-Direktorin, Dr. Friedericke Weber.

Mit der Kampagne „Verrückt auf Morgen“ möchten die deutschen Biosphärenreservate ihre Relevanz der deutschen Biosphärenreservate bekannt machen und ihre Mission voranbringen: für eine nachhaltige Zukunft auf unserem Planeten einzustehen. Mit einem Mitmachwettbewerb, einer Roadshow mit über 60 Veranstaltungen durch ganz Deutschland und vielen Online-Aktivitäten bringen die deutschen Biosphärenreservate ihre wichtige Aufgabe ins Bewusstsein der Menschen.

Schirmherr: Kult-Regisseur Detlev Buck

Als Kult-Regisseur seines 2006 im Biosphärenreservat Schaalsee gedrehten Kinderfilms „Hände weg von Mississippi“ hat Detlev Buck eine ganz besondere Verbundenheit zu den UNESCO-Biosphärenreservaten. „Automatisch bleibt die Umwelt nicht schön. Dafür muss man immer neu antreten. Das Gute ist, dass wir die Verantwortung nicht abgeben wie im Metaversum, sondern gleich um die Ecke so viel zu entdecken haben“. Buck, Bauernsohn und gelernter Landwirt aus Nienwohld in Schleswig-Holstein ist davon überzeugt, dass das nur gemeinsam geht und setzt die Aufmerksamkeit bei allen Mitmenschen für die wunderschönen Orte, die in dieser Initiative im Mittelpunkt stehen.

Biosphärenreservate verändern die Welt

Von Rügen bis zum Berchtesgadener Land und vom Bliesgau im Saarland bis zur Schorfheide in Brandenburg: In 18 Biosphärenreservaten in Deutschland verändern engagierte Leute die Welt mit innovativen Ideen, um ein nachhaltiges, ressourcenschonendes und klimafreundliches Miteinander von Mensch und Natur für uns alle zu ermöglichen.

Wo Gutes direkt von hier kommt und wir Energie im Schlaf erzeugen

Die Biosphärenreservate sind Modellregionen der Zukunft, die das Leben von morgen erproben. Wie sie das konkret machen und was daran verrückt ist, wird auf der Website der Kampagne unter www.verrueckt-auf-morgen.de unter anderem anhand von 18 Testimonials aus den Biosphärenreservaten und von filmischen Reportagen dargestellt. Hier finden sich drei Beispiele aus über 270 Projekten, die die Biosphären-Teams zusammen mit den Menschen vor Ort und Partnerorganisationen und -unternehmen vorantreiben. Eines davon ist das deutsch-französische Projekt „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“ des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen, Deutschlands einzigem grenzüberschreitenden Biosphärenreservat.

Kampagnen-Mitmachwettbewerb ab 09. Mai

Auch Schülerinnen und Schüler und weitere engagierte junge Menschen stecken ihre Köpfe im Rahmen des Kampagnen-Mitmachwettbewerbs zusammen. Willi Weitzel, als Fernsehmoderator unter anderem bekannt für „Willi will’s wissen“, sitzt in der Jury des Mitmachwettbewerbs und freut sich schon, drei Gewinnerinnenprojekte mit auszuwählen, die in ihren Ideen genauso spannend sein werden, wie die Biosphärenreservate selbst.

Roadshow mit großem Kampagnen-Blickfang

In 60 deutschen Orten laden die Biosphärenreservate die Menschen ein, sie auf einer „Verrückt auf Morgen“-Roadshow kennenzulernen. Im Biosphärenreservat Pfälzerwald ist die Kampagne mit einem großen Hingucker zu den deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkten in Neustadt am 15. Mai, in Rumbach am 10. Juli, in Grünstadt am 25. September sowie zum Abschluss des Projekts „Sternenpark Pfälzerwald“ am 22. Mai in der Gemeinde unter den Sternen Rumbach präsent.

Zum Abschluss der Kampagne treten alle Biosphärenreservate im November im Bundestag in Berlin an und unterstreichen die politische Wichtigkeit für ein nachhaltiges Morgen von Mensch und Natur.

Global Nachhaltige Kommune Pfalz

Biosphärenreservat Pfälzerwald verlängert Frist zur Einreichung der Bewerbung bis 27. Mai – Teilnahme jetzt auch für Ortsgemeinden und kreisangehörige Städte möglich

Im Rahmen des Projekts „Global Nachhaltige Kommune Pfalz“ bietet das Biosphärenreservat Pfälzerwald bis zu fünf Kommunen in der Pfalz die Chance, das Thema Nachhaltigkeit strategisch in ihre Kommunalverwaltung und -politik zu verankern und dafür Visionen, Ziele und einen Aktionsplan zu entwickeln. Die Bewerbungsphase für die Kommunen läuft bis Freitag, 27. Mai 2022.

Nachdem bereits die Verbandsgemeinden, kreisfreien Städte und Landkreise zu dem Projekt informiert und zur Bewerbung eingeladen wurden und Interesse auch aus kleineren Gemeinden signalisiert wurde, erweitert das Biosphärenreservat Pfälzerwald den Kreis der Kommunen, die die Teilnahmevoraussetzungen erfüllen, auf die Ortsgemeinden und die kreisangehörigen Städte der Pfalz.

Eine Beschreibung zum Projekt sowie die Bewerbungsunterlagen finden sich online unter www.pfaelzerwald.de/projekte/global-nachhaltige-kommune.

Professionelle Begleitung bei der Entwicklung von kommunalen Nachhaltigkeitszielen und Aktionsplänen

Die teilnehmenden Kommunen werden professionell begleitet und beraten bei der Entwicklung kommunaler Nachhaltigkeitsziele sowie eines Aktionsplans im Kontext der Agenda 2030 und der globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs). Ausgehend von einer Bestandsaufnahme sollen in den Kommunen in einem partizipativen Prozess mit kommunalen Akteurinnen und Akteuren SDG-Aktionspläne mit Zielen und Maßnahmen erarbeitet werden. Diese Pläne sollen anschließend durch die Kommunen im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit eigenen Ressourcen umgesetzt werden. Als „Global Nachhaltige Kommune“ leisten die Kommunen in der Pfalz damit einen konkreten Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 wie auch zu einer nachhaltigen und integrierten Stadt- oder Gemeindeentwicklungspolitik. Diese verbindet soziale, ökonomische, ökologische und entwicklungspolitische Zielsetzungen und fördert sektorübergreifendes Denken und Handeln.

Grundvoraussetzung für eine Teilnahme ist, dass sich die Kommune auf dem Gebiet der Pfalz befindet. In Frage kommen Ortsgemeinden, Verbandsgemeinden, kreisfreie und kreisangehörige Städte sowie Kreisverwaltungen. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald sucht dabei sowohl Kommunen, die erstmalig eine strategische nachhaltige Kommunalentwicklung im Kontext der Agenda 2030 über das Projekt etablieren wollen, als auch Kommunen mit Erfahrungen im Nachhaltigkeitsmanagement sowie Kommunen, die beginnen möchten, sich nachhaltiger auszurichten.

Das Projekt, das bis Ende 2023 läuft, wird umgesetzt vom Biosphärenreservat Pfälzerwald in Kooperation mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global und dem Land Rheinland-Pfalz. Finanziert wird es durch Mittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und vom Land Rheinland-Pfalz.

Das Projekt baut auf den Erfahrungen aus einem Vorgängerprojekt „Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“ auf. Zwischen 2019 und 2021 haben acht Modellkommunen im Biosphärenreservat erfolgreich kommunale Nachhaltigkeitsstrategien mit SDG-Aktionsplänen im Rahmen partizipativer Prozesse erarbeitet. Informationen zum Vorgängerprojekt unter www.pfaelzerwald.de/sdg-modellregion-pfaelzerwald.

Informationsveranstaltung zum Projekt

In einer Veranstaltung am Freitag, 13. Mai 2022, können sich interessierte Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen näher zum Projekt informieren. Sie erfahren Genaueres zur Bewerbung, zu den Projektinhalten, zu den Leistungen des Projektträgers, zu den angestrebten Meilensteinen und wichtigen Terminen während des Projektverlaufs sowie zu den geplanten Arbeitsschritten bei der Erarbeitung der jeweiligen SDG-Aktionspläne.

Weitere Informationen und Anmeldung zur Veranstaltung per E-Mail an info@pfaelzerwald.bv-pfalz.de oder per Anruf unter 06325 9552-0.

Naturschutz durch Beweidung

Abschluss der ersten Phase im chance.natur-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“

Das Bild zeigt Schafe auf einer Weide.
Transportieren in ihrem Fell Samen und kleine Tiere und vernetzten so Biotope: Weidende Schafe, hier bei Bobenthal (Foto: Biosphärenreservat/frei)

„Mit diesem vorerst letzten Treffen in dieser Form schließen wir die Planungsphase dieses ambitionierten Projekts ab“, sagte der Vorsitzende des Bezirkstags Pfalz, Theo Wieder, bei der digitalen Zusammenkunft der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe (PAG) des bundesgeförderten chance.natur-Projekts „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“. Seit 2019 lief mit Projekt I der erste Abschnitt des großen Vorhabens, in dessen Zuge der Pflege- und Entwicklungsplan (PEPL) entstanden ist. Im PEPL wurden unter anderem die Ziele und Maßnahmen auf den Projektflächen definiert. In der nun folgenden Interimsphase wird das auf zehn Jahre ausgelegte Projekt II beim Bund beantragt, während dem auf dem PEPL basierend die Maßnahmen über das geplante, etwa 8.300 Hektar große Fördergebiet, das über die Grünlandgebiete vom Wasgau zum Haardtrand bis nach Grünstadt reicht, umgesetzt werden sollen.

„Trotz großer Herausforderungen, etwa durch die Coronapandemie, haben wir bisher eine große und komplexe Aufgabe im Biosphärenreservat Pfälzerwald geleistet“, sagte Wieder. „Der jetzt vorliegende, 700 Seiten starke Pflege- und Entwicklungsplan ist in schwierigen Zeiten entstanden. Viel Energie und Sachverstand sind in seine Erstellung geflossen. Alle Beteiligten sind an ihren Aufgaben gewachsen und stehen nun mit ihren Erfahrungen und Kontakten für Projekt II bereit.“

Förderung der Schäfereibetriebe als Naturschutzaufgabe

Der deutsche Teil des UNESCO Biosphärenreservats Pfälzerwald Nordvogesen gehört zu den Gebieten mit der größten Vielfalt an unterschiedlichen Lebensraumtypen trockener und feuchter Standorte in Rheinland-Pfalz. Die Anzahl der im Gebiet beheimateten deutschlandweit seltenen Pflanzen-, Tier- und Pilzarten ist außergewöhnlich. Hierbei spielen die besonders artenreichen Grünlandstandorte eine wesentliche Rolle. Sie sind wichtige Lebensräume, zum Beispiel für seltene Tagfalter, Heuschrecken oder bodenbrütende Vögel. Wird die Nutzung der Offenlandbiotope aufgegeben oder findet eine Übernutzung statt, verschwinden die teilweise stark gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ will hier gegensteuern, indem es die Schäfereibetriebe als wichtige Partner bei der Schaffung eines großräumigen Biotopverbundes einbindet und dort reaktivieren möchte, wo sie zurückgegangen sind. Die Beweidung mit Schafen und Ziegen pflegt nicht nur das Offenland; über ihr Fell transportieren die Tiere auf ihren Zugwegen unzählige Samen sowie kleine Lebewesen wie zum Beispiel Heuschrecken oder Schnecken und fördern so die Vernetzung von isoliert liegenden Biotopflächen und Populationen. Auch die Einbindung weiterer Bewirtschaftungsformen, wie die Mischbeweidung mit Rindern ist vorgesehen. Daneben spielen die Pflege und der Erhalt von Streuobstwiesen und Trockenmauern eine große Rolle.

Zur Erarbeitung des PEPL fanden unter anderem umfangreiche Kartierungsarbeiten zu Tier- und Pflanzenarten im Gebiet statt. So konnten für das Projekt charakteristische Lebensräume repräsentativ erfasst sowie standorts- und nutzungsbezogene Besonderheiten ermittelt und hinsichtlich ihrer Bedeutung beurteilt werden. Begleitend zur Erarbeitung des PEPL war es dem Projektteam des Biosphärenreservats Pfälzerwald wichtig, über das Naturschutzgroßprojekt zu informieren und dazu mit möglichst vielen Akteurinnen und Akteuren ins Gespräch zu kommen. Darüber hinaus wurden im Rahmen verschiedener Workshops eine Fülle von Projektideen in Verbindung mit Schafen und Beweidung, etwa aus den Bereichen Tourismus oder Umweltbildung, mit den Akteuren und Akteurinnen entwickelt. Die Projektbegleitende Arbeitsgruppe (PAG) stellte mit den unterschiedlichen Expertinnen und Experten ein Herzstück des Dialogs dar. Die Vertreterinnen und Vertreter des Landesverbands der Schaf- und Ziegenhalter, der unteren Naturschutzbehörden, von Landesforsten, aus dem rheinland-pfälzischen Umweltministerium, aus dem Landesamt,  dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, dem Bundesamt für Naturschutz sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Institute, die im ersten Teil des Projekts mit Gutachten beauftragt sind, haben die Erstellung des PEPL beratend begleitet.

Der Projektleiter Helmut Schuler dankte allen bisher Beteiligten für die eingebrachten Ideen, Anregungen, fruchtbaren Diskussionen und den wertvollen Sachverstand. „Die PAG-Mitglieder und unser Team haben eine hohe persönliche Motivation, um etwas für die Kulturlandschaft, ihre Arten und Biotope im Pfälzerwald zu tun“, so Schuler. Während der in den kommenden Monaten folgenden Antragsphase für Projekt II, mit dem voraussichtlich ab 2023 die Umsetzung der geplanten Maßnahmen begonnen wird, sei das Team des Projektbüros weiterhin verfügbar und ansprechbar. „Auch in der Umsetzungsphase stehen uns noch große Herausforderungen bevor. Wir freuen uns darauf, diese mit unserem engagierten Team und vielen Untersützerinnen und Unterstützern anzugehen“, sagte der Bezirkstagsvorsitzende zum Abschluss.

Das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ wird im Biosphärenreservat Pfälzerwald umgesetzt, Projektträger ist der Bezirksverband Pfalz. Die Förderung des Vorhabens erfolgt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMU) sowie durch das Land Rheinland-Pfalz.

Für die Streuobstwiesen im Biosphärenreservat Pfälzerwald

Angebote im Rahmen des Projekts „LIFE Biocorridors“ und der Aktion „Gelbes Band“

Das Bild zeigt zwei Kinder auf einer Wiese.
Streuobstwiesen prägen die Landschaft unseres Biosphärenreservats in großen Teilen, hier bei Eußerthal (Foto: Biosphärenreservat/frei)

Im Jahr 2022 setzt das Biosphärenreservat Pfälzerwald gemeinsam mit seinen Partnern, dem Haus der Nachhaltigkeit und der LEADER-Aktionsgruppe Pfälzerwald plus, die Aktion „Gelbes Band“ im Biosphärenreservat und darüber hinaus fort. Im Laufe des Jahres werden Bäume mit dem Gelben Band markiert – ein Zeichen, dass das Obst dort zur Erntezeit kostenfrei und in haushaltsüblichen Mengen geerntet werden darf.

Der Lebensraum Streuobstwiese mit seinen ökologischen Funktionen ist seit jeher von guter Wiesen- und Baumpflege abhängig. Aus diesem Grund wird die Aktion „Gelbes Band“ im Jahr 2022 durch verschiedene Angebote zur Wissensvermittlung rund um die Streuobstwiese ergänzt. Somit wird neben dem Genuss des Obstes auch das „Handwerkszeug“ zur langfristigen Sicherung der Streuobstwiesen bereitgestellt.

Los geht es am Samstag, 02. April 2022 mit einem Schnittkurs für Obstbäume in Hochspeyer, zu dem das Biosphärenreservat Pfälzerwald im Rahmen des Projektes „LIFE Biocorridors“ einlädt.  Die Teilnahme am Kurs ist kostenfrei, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Susanne Ecker, zertifizierte Streuobstwartin und Biosphären-Guide, und Dirk Mitzkat, ebenfalls zertifizierter Streuobstwart, werden anhand einer Baumschnittvorführung vor allem auf den Erziehungs- und Pflegeschnitt eingehen. Wichtiger Teil des Schnittkurses sind neben den Schnitttechniken auch die eigene Sicherung am und im Baum. Nach der Vorführung dürfen die Teilnehmenden auch selbst ans Werk gehen. In Kleingruppen wird jeweils ein Baum unter die Lupe genommen und es wird gemeinsam überlegt, wie beim Schnitt vorgegangen werden soll.

Um Anmeldung zu dem Baumschnittkurs bei Christina Kramer wird gebeten, vorzugsweise per E-Mail an c.kramer@pfalzerwald.bv-pfalz.de, ansonsten telefonisch unter der Nummer 06325 9552-46. Die Veranstaltung wird im Rahmen des Projekts „LIFE Biocorridors“ gefördert von der Europäischen Union, den Projektpartnern in Frankreich und in Rheinland-Pfalz sowie dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität (MKUEM) Rheinland-Pfalz.

 

Weitere Veranstaltungen rund ums Streuobst

Im weiteren Jahresverlauf stehen zwei Kurse zur Handhabung und zum Umgang mit der Sense an: Am 11. Juni findet der erste Kurs in Vinningen statt, organisiert von der LAG Pfälzerwald plus in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Obst- und Gartenbauverein. Am 03. Juli gibt es einen weiteren Kurs in Johanniskreuz, der vom Haus der Nachhaltigkeit organisiert wird. Informationen zur Anmeldung finden sich unter www.pfaelzerwald.de/termine.

Schließlich werden auf dem Marmeladenmarkt am 08. und 09. Oktober am Haus der Nachhaltigkeit Pomologen für die Bestimmung von Obstsorten zur Verfügung stehen. Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung finden sich im Jahresverlauf unter https://hdn.wald.rlp.de/de/veranstaltungen.

 

 Die Aktion „Gelbes Band“

Koordiniert wird die Aktion in unserer Region durch das Haus der Nachhaltigkeit (Landesforsten Rheinland-Pfalz), die LEADER-Aktionsgruppe Pfälzerwald plus und das Biosphärenreservat Pfälzerwald. Mit dem „Gelben Band“ möchten die Initiatorinnen und Initiatoren die Aufmerksamkeit auf regionales Streuobst als nachhaltiges Lebensmittel lenken. Durch äußerst kurze Transportwege ist das Obst ein klimafreundliches Produkt, dessen Förderung zudem auch zur Erhaltung des wichtigen Lebensraums Streuobstwiese und der großen Artenvielfalt im Pfälzerwald beiträgt.

Alles Wissenswerte zur Aktion „Gelbes Band“ im Biosphärenreservat Pfälzerwald findet sich unter www.pfaelzerwald.de/streuobstwiesen.

Aufgabe und Chance für den Tourismus in der Region

Neukonzeption des touristischen Wanderwegenetzes für das Gebiet des Biosphärenreservats Pfälzerwald

Das Bild zeigt im Vordergrund einen Wanderweg und die Wanderwegemarkierung sowie im Hintergrund das Dorf Iggelbach im zentralen Pfälzerwald
24.10.21 Fototour im Auftrag des UNESCO Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen durch den herbstlichen Pfälzerwald zu verschiedenen schönen Orten und Landschaften. Hier eine Impression des Ortsteils Iggelbach von Elmstein , der sich malerisch umgeben von Wiesen und Streuobstwiesen präsentiert (Foto: Klaus Venus)

Der Bezirksverband Pfalz als pfalzweiter kommunaler Dachverband und Träger des Biosphärenreservats Pfälzerwald ist dabei, eine mit Finanzmitteln des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz geförderte Neukonzeption des Wanderwegenetzes im Pfälzerwald auf den Weg zu bringen. Er arbeitet dabei eng mit dem Pfälzerwald-Verein zusammen. In einer Online-Auftaktveranstaltung mit rund 100 Teilnehmenden wurde das Projekt nun offiziell gestartet und vorgestellt. Theo Wieder, der Vorsitzende des Bezirkstags Pfalz, sagte: „Wir sind eine touristische Region und stehen auch im Wettbewerb mit anderen touristischen Regionen. In vielen anderen Gebieten wird bereits sehr ganzheitlich zusammengedacht, in dieser Hinsicht können wir uns noch verbessern. Dieses Projekt bietet eine große Chance dazu.“

Auch Martin Brandl, der Hauptvorsitzende des Pfälzerwald-Vereins sieht in dem Vorhaben wichtige Entwicklungsmöglichkeiten, er freute sich „auf eine gute Zusammenarbeit mit vielen guten Ideen.“ Brandl betonte: „Ich möchte eine Lanze brechen für alle Ehrenamtlichen, die sich als Wegewarte im Pfälzerwald engagieren.“ Einige täten dies bereits seit Jahrzehnten. „Es ist wichtig, dieses Erbe zu bewahren und in eine sichere Zukunft zu führen“, so Brandl.

Ausgangspunkt, die Neukonzeption des Wanderwegenetzes im Biosphärenreservat anzugehen, war eine Initiative des Pfälzerwald-Vereins. Da die Herausforderungen bei der Unterhaltung der Wanderwege und der Verkehrssicherung der wegebegleitenden Infrastruktur steigen, gleichzeitig allerdings die Zahl der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer seit Jahren rückläufig ist, sieht sich der Verein gezwungen, seine Wegemarkierungen auf den Prüfstand zu stellen und diese zukunftsfest zu machen. Zudem hat sich auch das Wanderverhalten verändert. Im Vordergrund stehen heute nicht mehr lange, zum Teil mehrtägige Streckenwanderungen. Die Wanderer und Wanderinnen suchen vielmehr themenorientierte Rundwanderwege, die wichtige touristische Ziele wie Burgen, Felsen sowie Hütten des Pfälzerwald-Vereins und der Naturfreunde und andere Gasthäuser einbinden. Wege mit mittlerer oder längerer Strecke sollten klar und eindeutig gekennzeichnet und im Wesentlichen durch Klartextschilder erschlossen sein, an markanten Stellen und Weggabelungen sollten touristische Ziele und die zurückzulegende Entfernung angegeben werden.

Arno Weiß, der das Projekt beim Biosphärenreservat Pfälzerwald steuert, erläuterte die Hintergründe und Ziele: „Hauptgegenstand der Neukonzeption ist eine Überarbeitung und Straffung der Pfälzerwald-Vereins-Streckenmarkierungen, um diese qualitativ zu verbessern und zu einem zentralen Grundgerüst touristisch interessanter Wege im gesamten Pfälzerwald zu machen, das einheitlich beschildert ist und nachhaltig gepflegt werden kann.“ Dazu sollen aufbauend auf den bereits vorhandenen Wanderwegen der Städte und Verbandsgemeinden geeignete Anpassungen und Neuvernetzungen der Wanderwege des Pfälzerwald-Vereins erfolgen. In den Verbandsgemeinden, in denen bislang noch kein Wanderwegenetz auf der Basis des Besucherlenkungssystems für das Biosphärenreservat Pfälzerwald erstellt worden ist, soll das im Zuge dieses Projekts nachgeholt werden, um bestehende Lücken zu schließen. Als Endergebnis soll dann für den Pfälzerwald ein Konzept für ein abgestimmtes, einheitliches und umfassendes Wanderwegenetz mit hohem touristischem Potential vorliegen.

Die Neukonzeption der Wanderwege wird in einem partizipativen Prozess in enger Abstimmung mit den betroffenen Akteurinnen und Akteuren erarbeitet, unter anderem mit Vertretern und Vertreterinnen des Pfälzerwald-Vereins, mit der Pfalztouristik, mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, mit den Forstbehörden, mit den Natursport- sowie den Naturschutz-Verbänden und den kommunalen Gebietskörperschaften.

Als Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung wurde der Auftrag für die Neukonzeption der Wanderwege Ende des Jahres 2021 an zwei Planungsbüros vergeben. Diese haben bereits mit den Arbeiten zur Erfassung des Wegebestands begonnen. Die Auftragnehmer erläuterten bei der Auftaktveranstaltung die Ausgangssituation mit den zahlreichen Wanderwegen in den unterschiedlichen Kategorien und Zertifizierungen wie auch das weitere Vorgehen im Projekt, unter anderem mit verschiedenen Workshop-Runden. Die Neukonzeption der Wanderwege im Pfälzerwald soll möglichst bis Ende November 2022 abgeschlossen sein. Daran anschließend soll in einem zweiten Projektschritt in die Umsetzungsphase gegangen werden. „Nach Abschluss der Konzeption wird es für die Umsetzung ein weiteres Förderverfahren geben. Diese werden wir voraussichtlich 2023 angehen und hoffen, sie bis Ende nächsten Jahres auch abschließen zu können“, erklärte Wieder.

Für das Gesamtprojekt mit einem Volumen von rund 255.000 Euro erhält der Bezirksverband Pfalz vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz einen Zuschuss von rund 205.000 Euro.