Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz

Nachhaltigkeit zum Mitmachen und Anfassen – Bewerbung für Kommunen startet jetzt

„Nachhaltigkeit ist eines der Gebote unserer Zeit. Wir müssen es vermeiden, in der uns geschenkten Lebenszeit Ressourcen so zu verbrauchen, dass nachkommende Generationen keine Grundlage für ein gutes Leben mehr haben. Vor Ort in den Kommunen können wir den globalen Herausforderungen gut begegnen. Wenn viele Menschen viele kleine Schritte gehen, können wir Großes erreichen und einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten“, so der Bezirkstagsvorsitzende Theo Wieder bei der Informationsveranstaltung zum Projekt „Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald möchte mithilfe des Projekts gemeinsam mit insgesamt bis zu acht Orts- beziehungsweise Verbandsgemeinden und Städten innerhalb des Großschutzgebiets kommunale Nachhaltigkeitsstrategien mit konkreten Aktionsplänen entwickeln. Diese beziehen sich auf die Agenda 2030 mit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen.

Dr. Till Winkelmann, Projektleiter der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt, zeigte in seinem Beitrag auf, welche Bedeutung die Agenda 2030 durch ihre lokale Verortung für Kommunen in Deutschland hat: „In den letzten Monaten waren die Auswirkungen des Klimawandels und Flucht und Migration die bestimmenden Themen in den Medien. Mehr denn je wird uns Menschen bewusst, dass es dringend Maßnahmen auf allen Ebenen bedarf, um eine gerechte und zukunftsfähige Welt zu erhalten. Mit der Agenda 2030 liegt genau dafür bereits ein umfangreicher Zielkatalog vor. Die Umsetzung vor Ort muss vor allem auch von den Landkreisen, Städten und Gemeinden geleistet werden.“ Mit ihren Angeboten zur Global Nachhaltigen Kommune unterstütze die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt die Kommunen in der Modellregion Pfälzerwald, erklärte Winkelmann.

Thomas Debrand von der Wirtschaftsförderung in St. Ingbert berichtete über das dortige kommunale Nachhaltigkeitsmanagement. Wie 12 weitere Kommunen im Saarland arbeitet St. Ingbert im Projekt „Global Nachhaltige Kommunen Saarland“ an der nachhaltigen Entwicklung auf lokaler Ebene, die sich in das internationale Rahmenwerk einfügt und dieses vor Ort spürbar werden lässt. In Rheinland-Pfalz wird durch das jetzt begonnene SDG-Projekt mit dem Biosphärenreservat erstmals eine ganze Region in den Blick genommen.

Die Bewerbungsphase für das Projekt läuft ab jetzt bis Ende Oktober 2019. Die beteiligten Kommunen entwickeln bis 2021 mit fachlicher Begleitung gemeinsam mit dem Biosphärenreservat Pfälzerwald ihre Nachhaltigkeitsstrategien und Aktionspläne. Neben den SDGs der Vereinten Nationen bilden die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie und die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Rheinland-Pfalz Grundlagen. Ziel ist es, innerhalb der ökologischen Grenzen regionales Leben und Wirtschaften im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit zu gestalten. Die Informationsveranstaltung richtete sich insbesondere an Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Personen in den Kommunen des Biosphärenreservats Pfälzerwald wie auch an Interessierte aus Wirtschaft, Verbänden und Institutionen. Informationen zum Projekt, zu dessen Ablauf und Durchführung sowie die für die Bewerbung erforderlichen Unterlagen gibt es zum Download auf der Website des Projekts unter www.pfaelzerwald.de/sdg-modellregion.

Engagement Global mit ihrer Servicestelle für Kommunen in der Einen Welt fördert mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung das Projekt im Pfälzerwald. Das Umweltministerium, das Wirtschaftsministerium sowie das Innenministerium des Landes Rheinland-Pfalz unterstützen ebenfalls das Vorhaben. Projektträger ist der Bezirksverband Pfalz als Träger des Biosphärenreservats Pfälzerwald.

Auf zum Schäferfest am Biosphärenhaus!

Fröhliches Fest für die ganze Familie – natürlich mit echten Schafen

Rund ums Schaf sowie die Arbeit der Schäferinnen und Schäfer im Biosphärenreservat dreht sich das Schäferfest am Sonntag, 22. September, von 11 bis 18 Uhr. Um das Biosphärenhaus in Fischbach bei Dahn herum gibt es an diesem Tag viel zu erleben, zu erfahren und zu erschmecken: Schäferinnen und Schäfer aus dem Pfälzerwald und den Nordvogesen haben ihre Schafe dabei und zeigen, welche unterschiedlichen Rassen es gibt. Hütehunde zeigen bei Vorführungen, was sie drauf haben, und bei einer Schur-Demonstration lassen Schafe ihre wolligen Hüllen fallen. Eine Schafsrallye richtet sich mit unterhaltsamen Mitmachaktionen speziell an Kinder und die Ergebnisse aus dem Malwettbewerb „Schlafschaf“, an dem Mädchen und Jungen zwischen 6 und 12 Jahren teilgenommen haben, werden auch präsentiert. Daneben gibt’s beim Schäfermarkt mit Beschickerinnen und Beschickern aus beiden Teilen des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Feines zu probieren und zu kaufen.

Mit dabei ist auch das „Hirtenwege“-Team des chance.natur-Projekts, die gerne erläutern, wie durch das Engagement unserer Schäferinnen und Schäfer nicht nur auf nachhaltige Weise Landschaften offen und Ortsbilder attraktiv gehalten werden, sondern auch die Artenvielfalt profitiert. Als Teil der Pfälzerwald-Lamminitiative soll das Schäferfest die herausfordernde Arbeit der Schäfereibetriebe unterstützen. Das Schäferfest wird unterstützt durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz.

Der Verlust der Dunkelheit – neu beleuchtet

Teilnahme am Video-Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler noch bis 30. November möglich

Noch bis 30. November können Schulklassen am Videowettbewerb im Projekt Sternenpark Pfälzerwald“ teilnehmen. Unter dem Titel „Der Verlust der Dunkelheit – neu beleuchtet“ sind maximal fünfminütige Videobeiträge unterschiedlichster Formen rund um das Thema Lichtverschmutzung herzlich willkommen. An dem Wettbewerb, den das Biosphärenreservat Pfälzerwald in Kooperation mit dem Biosphärenhaus in Fischbach und dem Klimaschutz-Projekt ZENAPA veranstaltet, können Schülerinnen und Schüler der 7. bis 10. Klassen teilnehmen, deren Schulen in den Landkreisen der LAG Pfälzerwald Plus (Südwestpfalz, Kaiserslautern, Südliche Weinstraße, Bad Dürkheim) und dem Biosphärenreservat Pfälzerwald liegen – egal, ob im gesamten Klassenverband, als einzelne Gruppe oder als AG. Durch die direkte Auseinandersetzung mit dem Verlust der natürlichen Dunkelheit sollen die jungen Leute so für das wichtige Thema und seine schwerwiegenden Folgen sensibilisiert werden.

Für den Wettbewerb gibt es lediglich einige inhaltliche Vorgaben; so soll das Video die Frage beantworten, was es mit der Lichtverschmutzung auf sich hat und wie diese sich auf uns Menschen beziehungsweise die Schülerinnen und Schüler persönlich auswirkt. Wie diese Themen im Video verarbeitet werden, ob beispielsweise als Theaterstück, Comic, Poetry Slam oder Song, ist den Schülern und Schülerinnen vollkommen freigestellt. Die Frist für die Abgabe des Videobeitrags ist der 8. September – genug Zeit, um kreativ zu werden und am Ende einen der drei Preise abzustauben: Zu gewinnen gibt es erstens einen Besuch im Planetarium Mannheim, zweitens eine Führung mit einem beziehungsweise einer Biosphären-Guide und drittens eine Sternkarte und ein Astronomiebuch.

Neben den Preisen für die ersten drei Plätze werden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Urkunden ausgezeichnet. Um die Gewinnerinnen und Gewinner zu ermitteln, gibt es zunächst Punkte für die meisten Likes der Videos auf Facebook und Instagram des Bezirksverbands Pfalz als Träger des Projekts Sternenpark Pfälzerwald. In der zweiten Etappe wird ein fünf- bis sechsköpfiges Jury-Team, bestehend aus den Veranstaltern des Wettbewerbs und zwei Junior-Rangern, die Videos bewerten. Die Bewertung findet bei einer offiziellen Siegerehrung im Biosphärenhaus in Fischbach im Oktober statt. Der genaue Termin wird den Schülerinnen und Schülern bei Beitragseinreichung mitgeteilt.

Das Projekt Sternenpark Pfälzerwald wird als LEADER-Projekt im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE unter Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz (vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau) gefördert.

Weitere Infos zum Thema gibt es unter www.pfaelzerwald.de/sternenpark und bei Sarah Köngeter unter der Telefonnummer 06325 9552-15 oder per E-Mail an s.koengeter@pfaelzerwald.bv-pfalz.de.

Flüssiges Gold aus dem Pfälzerwald

Imker Dennis Molinet ist neuer Partner des Biosphärenreservats Pfälzerwald

Die Honigmeisterei – Imkerei Molinet ist seit kurzem Partnerbetrieb des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen. Dennis Molinet, gelernter Zimmermann und zuletzt in der Tourismusbranche tätig, widmet sich seit über 17 Jahren der Bienenhaltung. 2015 begann der Ausbau der Imkerei im Nebenerwerb und in diesem Jahr wagt er den Schritt in den Vollerwerb: „Wohin mich die Reise wirklich führt, wage ich ehrlich noch nicht zu sagen. Ein klares Ziel gibt es zumindest und ich werde ich es mit aller Hingebung verfolgen.“ Derzeit bewirtschaftet er rund 100 Bienenvölker und plant, mit 150 in das nächste Jahr zu starten. Die Bioland-Imkerei hat ihren Sitz seit 2015 zwar in Kleinbundenbach in der Nähe der saarländischen Grenze, Dennis Molinet und seine Bienen haben allerdings einen engen Bezug zum Pfälzerwald: „Nach der Akazienblüte wandere ich mit einem großen Teil meiner Völker ins Trifelsland.“ Neben dem Rinnthaler und Annweilerer Edelkastanienhonig bietet „Die Honigmeisterei“ Rapshonig, Frühlingshonig, Sommerhonig, Lindenhonig sowie – wenn die Natur mitspielt – Waldhonig aus den Vogesen an.

Partnerschild-Überreichung am Openair-Arbeitsplatz: Dr. Friedericke Weber mit Dennis Molinet (Foto: Biosphärenreservat/frei)

Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen und ein Wirtschaften im Einklang mit der Umwelt sind Themen, die Dennis Molinet am Herzen liegen. „Die Anerkennung durch Bioland sowie als Partnerbetrieb des Biosphärenreservats Pfälzerwald sind mir wichtig. Für mich handelt es sich hierbei nicht um eine vermarktungstechnische, sondern um eine Grundsatzentscheidung! Ich mit meinem Handeln, wie auch meine Kundinnen und Kunden mit dem Kauf meiner Produkte, können der Natur auch wieder etwas zurückgeben. Durch den Kauf meiner Produkte werden eine nachhaltige Landwirtschaft, die regionale Produktion sowie der Absatz mit kurzen Transportwegen unterstützt, was auch dem Biosphärenreservat wichtig ist“, erläutert der Imker. Wie viele seiner Berufsgenossinnen und -genossen ist er auch handwerklich geschickt, denn die Kisten für seine Bienen fertigt er selbst. Dafür benutzt er heimisches Holz, das er beim Sägewerk vor Ort bezieht.

Dennis Molinet genießt es, draußen bei den Bienen zu arbeiten; die Arbeit an den Völkern hat von April bis Juli Hochsaison. Genauso zum Imkerdasein gehört natürlich der Honigverkauf, zum Beispiel auf Land- und Bauernmärkten in der Region, auf denen er regelmäßig mit einem Stand präsent ist. Zudem pflegt er ein aktives Netzwerk mit anderen Imkerkollegen, auch Axel Heinz aus Neustadt kennt er bereits, der ebenfalls Partner des Biosphärenreservats Pfälzerwald ist.

Unser dem Motto „Nachhaltig leben auf Pfälzisch!“ haben sich rund 60 Betriebe verschiedenster Branchen als Partner des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Sie erfüllen bundesweit einheitliche Qualitäts- und Umweltstandards.

Färbepflanzen, Wildkräuter, Tomaten und Co.

Veranstaltungen für alle im Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“

Das Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“ begeistert Hobbygärtnerinnen und -gärtner in den Nordvogesen und im Pfälzerwald. Neben einem Gartenwettbewerb, für den derzeit die Jurybesuche laufen, bietet das deutsch-französische Projekt zahlreiche Veranstaltungen zu verschiedenen Gartenthemen. In den nächsten Wochen lädt jeweils am ersten Freitag des Monats, 5. Juli und 2. August, der Verein NaturGestalten zu „GenussGartenArtenReich“ von 16 bis 18 Uhr zum Lernen und Mitmachen in seinen Vereinsgarten in Fischbach bei Dahn ein. Dieses Jahr widmet sich der Verein insbesondere der Permakultur.

An den Sonntagen 7. Juli und 4. August verraten Ursula und Johannes Schauer von der Kräuterschule Wildwiese bei Wildkräuterwanderungen ab dem Biosphärenhaus in Fischbach von jeweils 15 bis 17 Uhr Wissenswertes über Inhaltsstoffe und Verwendung von Wildkräutern. „Tomaten!“ heißten die Veranstaltungen an Freitagen 26. Juli und 30. August, jeweils ab 17. Uhr. Melanie Grabner führt durch ihre Gärtnerei „lilatomate“ in Böhl-Iggelheim, wo über 100 verschiedene Tomatensorten gedeihen; sie gibt dabei einige Tipps zur Tomatenpflege und lässt die Besucherinnen und Besucher auch Tomaten kosten.

Am Samstag, 27. Juli, geht es bei Susanne Maurer in ihrem Atelier Fimabelle in Fischbach bei Dahn von 14.30 bis 17 Uhr darum, welche Pflanzen sich zur Farbengewinnung eignen, wie man aus ihnen den Farbschatz extrahieren und diesen für verschiedene Verwendungen aufbereiten und konservieren kann. Ums Konservieren geht es auch am Freitag, 23. August: Petra Knoll zeigt ab 17.30 Uhr im Haus der NaturFreunde in Lambrecht, wie der Sommer erhalten bleiben kann: Es werden Kräuterprodukte wie aromatisches Kräutersalz, duftender Blütenzucker oder Kräuteressig selbst hergestellt.

Weitere Informationen zu diesen und weiteren Terminen des Biosphärenreservats finden sich unter www.pfaelzerwald.de/termine.

Das Projekt „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“ will die breite Öffentlichkeit im deutschen wie im französischen Teil des Biosphärenreservats für die Artenvielfalt im Alltag sensibilisieren und begeistern. So soll in den unbebauten Flächen von Städten und Dörfern ein ökologisches Handeln sanft und nachhaltig entwickelt werden. Das Projekt wird durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz sowie mit Mitteln aus dem Interreg V A-Projekt „NOE / NOAH“ gefördert.

Mit den Biosphären-Guides unterwegs

Informative und kurzweilige Touren im Biosphärenreservat

Mit ausgewiesenen und zertifizierten Kennerinnen und Kennern des Biosphärenreservats unterwegs: Führung mit einer Biosphären-Guide im Breitenbach-Tal bei Appenthal (Foto: Biosphärenreservat/frei)

Urwald erkunden, durch die Zeit reisen, entdecken, wo sich Weide, Wald und Wein küssen, sich auf die Spuren Max Slevogts begeben oder mehr über die drei Musketiere des Waldes in Zeiten des Klimawandels erfahren – das und vieles andere können Pfälzerwald-Liebhaber und -Interessentinnen mit den Biosphären-Guides des Biosphärenreservats Pfälzerwald. 22 Personen, die alle bereits Natur- und Landschaftsführer für verschiedene Gebiete des Pfälzerwalds waren, haben sich in 48 Unterrichtsstunden in Form von Lerneinheiten und Exkursionen noch intensiver mit den Landschafts- und Naturräumen sowie mit der Funktion des Biosphärenreservats als Modellregion der UNESCO für nachhaltige Entwicklung beschäftigt und sich als Biosphären-Guide qualifiziert.

Schon am kommenden Samstag, 11. Mai, gibt es das nächste Angebot: Von 13 bis 16.30 Uhr führt Andrea Frech unter dem Titel „Wo sich Wald, Wein und Wald küssen“ zum Beweidungsprojekt am Wingertsberg bei Gräfenhausen nördlich von Annweiler. Wie Eiche, Fichte und Kastanie dem Klimawandel trotzen, kann man am Sonntag, 19. Mai, bei einer dreieinhalbstündigen Tour mit Heidrun Knoch erfahren. Die Tour mit dem Titel „Die drei Musketiere“ startet um 13.30 Uhr in Blankenborn.

Auf die Spuren Max Slevogts können sich die Teilnehmerinnen der Naturführung am Sonntag, 26. Mai, begeben, wenn Andrea Frech bei einer jeweils zweieinhalbstündigen Naturwanderung über den Slevogtwanderweg um Leinsweiler hinauf zur Ruine Neukastel führt. An Christi Himmelfahrt, 30. Mai, und am Freitag, 21. Juni, führt Ute Seitz jeweils von 14 bis 17.30 Uhr ihre Gäste auf Entdeckungstour vorbei an Eseln, Ziegen und Heckrindern entlang des Beweidungsgebiets bei Gräfenhausen.

Anmeldungen zu den Führungen nimmt Antje van Look, Bildung für nachhaltige Entwicklung im Biosphärenreservat, unter der Telefonnummer 06325 1800-241 oder per E-Mail an a.vanlook@pfaelzerwald.bv-pfalz.de entgegen. Informationen zu allen Guides und deren Führungsangebot sind auf der Website des Biosphärenreservats unter www.pfaelzerwald.de/biosphaeren-guides beziehungsweise unter www.pfaelzerwald.de/termine verfügbar.

Die Biosphären-Guides bieten kenntnisreiche und kurzweilige Führungen und helfen so, dem Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen Gesicht und Stimme zu geben. Sie bringen Gästen wie Einheimischen dessen Schönheit, Einzigartigkeit und Vielfalt näher und vermitteln gleichzeitig Zielsetzung und Auftrag des Schutzgebiets. Die Biosphären-Guides leisten einen Beitrag zu einem attraktiven Bildungsangebot, zur Gästebetreuung im Biosphärenreservat und zu dessen sanfter naturtouristischer Entwicklung. Die Ausbildung wurde vom Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen in Zusammenarbeit mit Landesforsten Rheinland-Pfalz und der RegioAkademie angeboten. Die Qualifizierung wurde durch das Land Rheinland-Pfalz unterstützt.

Kartiererinnen und Kartierer für die „Neuen Hirtenwege im Pfälzerwald“ im Einsatz

Arbeiten für den Pflege- und Entwicklungsplan des Naturschutzgroßprojekts in Gang

Soll durch das „chance.natur“-Projekt gefördert werden: Die Wanderschäferei im Pfälzerwald, hier eine Schafherde bei Dahn (Fotos: Biosphärenreservat/frei)

Wenn Personen mit auffällig neugierigem Verhalten durch Wald und Flur streifen, muss dies nicht unbedingt ein Grund zur Beunruhigung sein: Im Rahmen des bundesgeförderten Naturschutzgroßprojekts „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ sind seit kurzer Zeit Kartierungsarbeiten in Gang. Bis Ende der Vegetationsperiode 2019 sind in 20 Verbandsgemeinden mit Flächen, die zum Projektgebiet gehören, Kartierer unterwegs. Kartiererinnen und Kartierer, die im Auftrag des Instituts für Umweltstudien – IUS Weibel & Ness GmbH & Co. KG  für das Biosphärenreservats Pfälzerwald im Einsatz sind, können dafür zu allen Tag- und Nachtzeiten (z. B. aufgrund der Kartierung von Fledermäusen) im Gelände sein.

Die beauftragten Personen sind größtenteils Biologinnen und Biologen, die auf bestimmte Artengruppen wie Vögel, Amphibien, Insekten, Reptilien, Fledermäuse oder Orchideen spezialisiert sind. Sie erfassen wichtige Daten zur Flora und Fauna im Projektgebiet. Die Daten bieten die Grundlage für den Pflege- und Entwicklungsplan. Er ist ein Herzstück des Projekts 1, denn auf Basis des vorgefundenen Status Quo werden dann Maßnahmen zur Biotopersteinrichtung, -aufwertung, oder -entwicklung geplant, die in Projekt 2 durchgeführt werden sollen. Diese richten sich nach den naturschutzfachlichen Zielen des Projekts und widmen sich unter anderem besonders schützenswerten Arten wie der Schlingnatter, dem Wiedehopf und den Bläulingen (einer Familie der Schmetterlinge) sowie Biotoptypen wie Trockenmauern und den dort heimischen seltenen Pflanzenarten.

Mit dem Naturschutzgroßprojekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ macht sich das Biosphärenreservat für die einzigartige Natur und Kulturlandschaft des Gebiets stark. Besonders die Wiesen und Weiden im Pfälzerwald sind wertvolle Lebensräume für seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Wird die Nutzung dieser Offenlandbiotope aufgegeben oder findet eine Übernutzung statt, verschwinden die teilweise stark gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ will vor dem Hintergrund eines dramatischen Rückgangs der Artenvielfalt hier gegensteuern, indem es die Wanderschäferei fördert und dort reaktiviert, wo sie zurückgegangen ist. In den Teilregionen, in denen es keine Wanderschäfer mehr gibt, wird man auf lokale Beweiderinnen und Beweider zur Biotoppflege zurückgreifen. Die Beweidung mit Schafen und Ziegen pflegt nicht nur das Offenland; über ihr Fell transportieren die Tiere unzählige Samen, aber auch zum Beispiel Heuschrecken oder Schnecken und fördern so die Vernetzung von isoliert liegenden Biotopflächen und Populationen. Nicht zuletzt soll durch das Projekt mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung die Entwicklung einer attraktiven Kulturlandschaft mit einem hohen Erholungswert für die Besucherinnen und Besucher sowie Bewohnerinnen und Bewohner des Pfälzerwalds gefördert werden.

Im derzeit laufenden Projekt 1 (Planungsphase) wird eine Pflege- und Entwicklungsplanung – begleitet von umfangreichen faunistischen und floristischen Kartierungen – durchgeführt. Darin werden die Ziele und Maßnahmen auf den Projektflächen definiert. Daran schließt sich das auf zehn Jahre ausgelegte Projekt 2 (Umsetzungsphase) an, bei der die Maßnahmen über das geplante, etwa 8.500 Hektar große Fördergebiet, das über die Grünlandgebiete vom Wasgau zum Haardtrand bis nach Grünstadt reicht, umgesetzt werden. Für das gesamte Vorhaben ist eine Laufzeit bis zum Jahr 2030 vorgesehen, während der in biotopersteinrichtende Maßnahmen, in die Streuobstpflege, den Trockenmauerbau, die Beweidungsinfrastruktur und vieles mehr investiert werden soll.

Das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ wird beim Biosphärenreservat Pfälzerwald umgesetzt, Projektträger ist der Bezirksverband Pfalz. Die Förderung des Vorhabens erfolgt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie durch das Land Rheinland-Pfalz.

Die Verbandsgemeinden

In folgenden Verbandsgemeinden gibt es Flächen, die zum Projektgebiet gehören; hier sind bis Herbst 2019 Kartiererinnen und Kartierer unterwegs:

  • Bad Dürkheim
  • Deidesheim
  • Freinsheim
  • Grünstadt
  • Grünstadt-Land
  • Hettenleidelheim
  • Lambrecht
  • Wachenheim
  • Enkenbach-Alsenborn
  • Neustadt
  • Maikammer
  • Edenkoben
  • Landau
  • Landau-Land
  • Annweiler
  • Bad Bergzabern
  • Dahner Felsenland
  • Hauenstein
  • Pirmasens-Land
  • Rodalben