Gaumenschmaus aus dem Pfälzerwald bei der UNESCO in Paris

Welttag der biologischen Vielfalt am 22. Mai unter dem Motto „Unsere Biodiversität – Unser Essen – Unsere Gesundheit“

Lecker, regional und mit nachhaltigen Produkten zubereitet: Bäckerofen nach einem Rezept vom Partner-Restaurant „Ritterhof zur Rose“ in Burrweiler (Foto: UNESCO/frei für Verwendung durch Presse)

„Bäckerofen von der Lammkeule“ heißt der Gaumenschmaus aus dem Partnerbetrieb des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen „Restaurant Ritterhof zur Rose“ in Burrweiler, der es auf das Menü der Köche im UNESCO-Hauptsitz in Paris geschafft hat. Der Bäckerofen, ein Gericht elsässischen Ursprungs, das auch in der Pfalz verbreitet ist, wird mit weiteren Gerichten aus Biosphärenreservaten der ganzen Welt diese Woche in Paris serviert.

Die UNESCO Paris hatte anlässlich des Welttags der biologischen Vielfalt, der immer am 22. Mai stattfindet, die Biosphärenreservate auf der ganzen Welt dazu aufgerufen, Rezepte für typische Gerichte aus deren Regionen einzureichen. Der Verlust der Artenvielfalt ist eine der größten globalen Herausforderungen. Der Aktionstag der Vereinten Nationen lenkt die Aufmerksamkeit auf das rasante Schwinden der Biodiversität und die schwerwiegenden Folgen, die sich daraus für die Menschheit ergeben. Der Bericht zur Lage der Artenvielfalt des UN-Biodiversitätsrats vom 6. Mai weist mit eindeutigen Worten auf den Menschen als Verursacher und gleichzeitig  Leittragenden hin.

Dieses Jahr steht der Welttag der biologischen Vielfalt unter dem Motto „Unsere Biodiversität – Unser Essen – Unsere Gesundheit“. Viele der derzeit 686 UNESCO-Biosphärenreservate fördern durch Projekte und Initiativen wie Partner-Programme mit Gastronomen die Verwendung von regional und nachhaltig erzeugten Produkten und die kulinarische Vielfalt. Indem Biosphärenreservate umweltverträgliche Wirtschaftsformen stärken, setzen sie sich auch für die Artenvielfalt ein. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen arbeitet mit knapp 60 Partnerbetrieben zusammen, darunter 15 Gastronominnen und Gastronomen wie der „Ritterhof zur Rose“.

Mehr Informationen zur Aktion auf der Website der Deutschen UNESCO-Kommission unter www.unesco.de/kultur-und-natur/22-mai-welttag-der-biologischen-vielfalt. Zu den ausgewählten Gerichten deutscher Biosphärenreservate und den entsprechenden Rezepten, auch für den Bäckerofen sowie ein weiteres Gericht, einem Saumagen vom Pfälzer Wollschwein, geht hier: www.unesco.de/kultur-und-natur/biosphaerenreservate/biosphaerenreservate-deutschland/rezepte-nachhaltig-regional.

Teilnahme am Garten-Wettbewerb bis 29. Mai möglich

Wettbewerb und Veranstaltungen für alle im Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“

Hobbygärtnerinnen und -gärtner, die gerne im Einklang mit der Natur gärtnern, können sich noch bis 29. Mai für den Wettbewerb im deutsch-französischen Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“ des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen anmelden. Nach der Anmeldung besucht eine Expertin oder ein Experte die Gärten und gibt Empfehlungen, wie die Artenvielfalt im eigenen Garten noch besser gefördert werden kann. Er wählt – wie die Expertin für die Nordvogesen – auch die zehn interessantesten Gärten im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen aus, die Anfang Juli von einer deutsch-französischen Jury besichtigt werden. Zur Jury gehören Spezialisten zu Wildpflanzen, Ornithologie, ökologischen Fragen der Grünräume, Baum- und Insektenkunde sowie Landschaftsgärtnerinnen. Die Jury ermittelt dann die Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs. Die Preisverleihung des grenzüberschreitenden Projekts findet am 15. September im Hymenoptera-Garten im elsässischen Obersteinbach statt. Die Preisträgerinnen und -preisträger erhalten je eine Urkunde, eine Plakette, die sie dann an ihrem Garten anbringen können, sowie einen Sachpreis.

Wilde Ecken willkommen! Garten-Wettbewerb des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen (Foto: Biosphärenreservat/frei)

 

 

Für die Teilnahme am Wettbewerb einfach den Bewerbungsbogen auf der Website des Biosphärenreservats  unter www.pfaelzerwald.de/gaerten ausfüllen und abschicken. Für weitere Auskunft steht Micaela Mayer vom Biosphärenreservat Pfälzerwald unter der Telefonnummer 06325 9552-43 oder per Mail an m.mayer@pfaelzerwald.bv-pfalz.de zur Verfügung.

Das Projekt „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“ will die breite Öffentlichkeit im deutschen wie im französischen Teil des Biosphärenreservats für die Artenvielfalt im Alltag sensibilisieren und begeistern. So soll in den unbebauten Flächen von Städten und Dörfern ein ökologisches Handeln sanft und nachhaltig entwickelt werden.

Zum Projekt gehören auch zahlreiche Veranstaltungen zu verschiedenen Gartenthemen. In den nächsten Wochen lädt am Freitag, 7. Juni, der Verein NaturGestalten zu „GenussGartenArtenReich“ von 16 bis 18 Uhr zum Lernen und Mitmachen in seinen Vereinsgarten in Fischbach bei Dahn ein. Am Freitag, 14. Juni, geht es in einem Workshop mit der Biosphären-Guide Christel Schienagel-Delb in Kerzenheim von 15 bis 20 Uhr um „Farbenzauber mit Färberpflanzen“. Am Sonntag, 16. Juni, lädt das Pfalzmuseum für Naturkunde in Bad Dürkheim von 11 bis 17 Uhr zum Gartentag ein. Am Freitag, 28 Juni, geht es bei einem Workshop bei den Naturfreunden in Lambrecht ab 17.30 Uhr um Öle, Salben und Tinkturen. Diese und weitere Termine wie auch Beiträge der Partner aus dem Netzwerk „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ des Biosphärenreservats finden sich hier.

Das Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“ wird durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz sowie mit Mitteln aus dem Interreg V A-Projekt „NOE / NOAH“ gefördert.

Mit den Biosphären-Guides unterwegs

Informative und kurzweilige Touren im Biosphärenreservat

Mit ausgewiesenen und zertifizierten Kennerinnen und Kennern des Biosphärenreservats unterwegs: Führung mit einer Biosphären-Guide im Breitenbach-Tal bei Appenthal (Foto: Biosphärenreservat/frei)

Urwald erkunden, durch die Zeit reisen, entdecken, wo sich Weide, Wald und Wein küssen, sich auf die Spuren Max Slevogts begeben oder mehr über die drei Musketiere des Waldes in Zeiten des Klimawandels erfahren – das und vieles andere können Pfälzerwald-Liebhaber und -Interessentinnen mit den Biosphären-Guides des Biosphärenreservats Pfälzerwald. 22 Personen, die alle bereits Natur- und Landschaftsführer für verschiedene Gebiete des Pfälzerwalds waren, haben sich in 48 Unterrichtsstunden in Form von Lerneinheiten und Exkursionen noch intensiver mit den Landschafts- und Naturräumen sowie mit der Funktion des Biosphärenreservats als Modellregion der UNESCO für nachhaltige Entwicklung beschäftigt und sich als Biosphären-Guide qualifiziert.

Schon am kommenden Samstag, 11. Mai, gibt es das nächste Angebot: Von 13 bis 16.30 Uhr führt Andrea Frech unter dem Titel „Wo sich Wald, Wein und Wald küssen“ zum Beweidungsprojekt am Wingertsberg bei Gräfenhausen nördlich von Annweiler. Wie Eiche, Fichte und Kastanie dem Klimawandel trotzen, kann man am Sonntag, 19. Mai, bei einer dreieinhalbstündigen Tour mit Heidrun Knoch erfahren. Die Tour mit dem Titel „Die drei Musketiere“ startet um 13.30 Uhr in Blankenborn.

Auf die Spuren Max Slevogts können sich die Teilnehmerinnen der Naturführung am Sonntag, 26. Mai, begeben, wenn Andrea Frech bei einer jeweils zweieinhalbstündigen Naturwanderung über den Slevogtwanderweg um Leinsweiler hinauf zur Ruine Neukastel führt. An Christi Himmelfahrt, 30. Mai, und am Freitag, 21. Juni, führt Ute Seitz jeweils von 14 bis 17.30 Uhr ihre Gäste auf Entdeckungstour vorbei an Eseln, Ziegen und Heckrindern entlang des Beweidungsgebiets bei Gräfenhausen.

Anmeldungen zu den Führungen nimmt Antje van Look, Bildung für nachhaltige Entwicklung im Biosphärenreservat, unter der Telefonnummer 06325 1800-241 oder per E-Mail an a.vanlook@pfaelzerwald.bv-pfalz.de entgegen. Informationen zu allen Guides und deren Führungsangebot sind auf der Website des Biosphärenreservats unter www.pfaelzerwald.de/biosphaeren-guides beziehungsweise unter www.pfaelzerwald.de/termine verfügbar.

Die Biosphären-Guides bieten kenntnisreiche und kurzweilige Führungen und helfen so, dem Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen Gesicht und Stimme zu geben. Sie bringen Gästen wie Einheimischen dessen Schönheit, Einzigartigkeit und Vielfalt näher und vermitteln gleichzeitig Zielsetzung und Auftrag des Schutzgebiets. Die Biosphären-Guides leisten einen Beitrag zu einem attraktiven Bildungsangebot, zur Gästebetreuung im Biosphärenreservat und zu dessen sanfter naturtouristischer Entwicklung. Die Ausbildung wurde vom Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen in Zusammenarbeit mit Landesforsten Rheinland-Pfalz und der RegioAkademie angeboten. Die Qualifizierung wurde durch das Land Rheinland-Pfalz unterstützt.

Kartiererinnen und Kartierer für die „Neuen Hirtenwege im Pfälzerwald“ im Einsatz

Arbeiten für den Pflege- und Entwicklungsplan des Naturschutzgroßprojekts in Gang

Soll durch das „chance.natur“-Projekt gefördert werden: Die Wanderschäferei im Pfälzerwald, hier eine Schafherde bei Dahn (Fotos: Biosphärenreservat/frei)

Wenn Personen mit auffällig neugierigem Verhalten durch Wald und Flur streifen, muss dies nicht unbedingt ein Grund zur Beunruhigung sein: Im Rahmen des bundesgeförderten Naturschutzgroßprojekts „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ sind seit kurzer Zeit Kartierungsarbeiten in Gang. Bis Ende der Vegetationsperiode 2019 sind in 20 Verbandsgemeinden mit Flächen, die zum Projektgebiet gehören, Kartierer unterwegs. Kartiererinnen und Kartierer, die im Auftrag des Instituts für Umweltstudien – IUS Weibel & Ness GmbH & Co. KG  für das Biosphärenreservats Pfälzerwald im Einsatz sind, können dafür zu allen Tag- und Nachtzeiten (z. B. aufgrund der Kartierung von Fledermäusen) im Gelände sein.

Die beauftragten Personen sind größtenteils Biologinnen und Biologen, die auf bestimmte Artengruppen wie Vögel, Amphibien, Insekten, Reptilien, Fledermäuse oder Orchideen spezialisiert sind. Sie erfassen wichtige Daten zur Flora und Fauna im Projektgebiet. Die Daten bieten die Grundlage für den Pflege- und Entwicklungsplan. Er ist ein Herzstück des Projekts 1, denn auf Basis des vorgefundenen Status Quo werden dann Maßnahmen zur Biotopersteinrichtung, -aufwertung, oder -entwicklung geplant, die in Projekt 2 durchgeführt werden sollen. Diese richten sich nach den naturschutzfachlichen Zielen des Projekts und widmen sich unter anderem besonders schützenswerten Arten wie der Schlingnatter, dem Wiedehopf und den Bläulingen (einer Familie der Schmetterlinge) sowie Biotoptypen wie Trockenmauern und den dort heimischen seltenen Pflanzenarten.

Mit dem Naturschutzgroßprojekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ macht sich das Biosphärenreservat für die einzigartige Natur und Kulturlandschaft des Gebiets stark. Besonders die Wiesen und Weiden im Pfälzerwald sind wertvolle Lebensräume für seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Wird die Nutzung dieser Offenlandbiotope aufgegeben oder findet eine Übernutzung statt, verschwinden die teilweise stark gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ will vor dem Hintergrund eines dramatischen Rückgangs der Artenvielfalt hier gegensteuern, indem es die Wanderschäferei fördert und dort reaktiviert, wo sie zurückgegangen ist. In den Teilregionen, in denen es keine Wanderschäfer mehr gibt, wird man auf lokale Beweiderinnen und Beweider zur Biotoppflege zurückgreifen. Die Beweidung mit Schafen und Ziegen pflegt nicht nur das Offenland; über ihr Fell transportieren die Tiere unzählige Samen, aber auch zum Beispiel Heuschrecken oder Schnecken und fördern so die Vernetzung von isoliert liegenden Biotopflächen und Populationen. Nicht zuletzt soll durch das Projekt mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung die Entwicklung einer attraktiven Kulturlandschaft mit einem hohen Erholungswert für die Besucherinnen und Besucher sowie Bewohnerinnen und Bewohner des Pfälzerwalds gefördert werden.

Im derzeit laufenden Projekt 1 (Planungsphase) wird eine Pflege- und Entwicklungsplanung – begleitet von umfangreichen faunistischen und floristischen Kartierungen – durchgeführt. Darin werden die Ziele und Maßnahmen auf den Projektflächen definiert. Daran schließt sich das auf zehn Jahre ausgelegte Projekt 2 (Umsetzungsphase) an, bei der die Maßnahmen über das geplante, etwa 8.500 Hektar große Fördergebiet, das über die Grünlandgebiete vom Wasgau zum Haardtrand bis nach Grünstadt reicht, umgesetzt werden. Für das gesamte Vorhaben ist eine Laufzeit bis zum Jahr 2030 vorgesehen, während der in biotopersteinrichtende Maßnahmen, in die Streuobstpflege, den Trockenmauerbau, die Beweidungsinfrastruktur und vieles mehr investiert werden soll.

Das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ wird beim Biosphärenreservat Pfälzerwald umgesetzt, Projektträger ist der Bezirksverband Pfalz. Die Förderung des Vorhabens erfolgt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie durch das Land Rheinland-Pfalz.

Die Verbandsgemeinden

In folgenden Verbandsgemeinden gibt es Flächen, die zum Projektgebiet gehören; hier sind bis Herbst 2019 Kartiererinnen und Kartierer unterwegs:

  • Bad Dürkheim
  • Deidesheim
  • Freinsheim
  • Grünstadt
  • Grünstadt-Land
  • Hettenleidelheim
  • Lambrecht
  • Wachenheim
  • Enkenbach-Alsenborn
  • Neustadt
  • Maikammer
  • Edenkoben
  • Landau
  • Landau-Land
  • Annweiler
  • Bad Bergzabern
  • Dahner Felsenland
  • Hauenstein
  • Pirmasens-Land
  • Rodalben

 

Modellregionen von Weltrang

Ausstellung über UNESCO-Biosphärenreservate in der SGD Süd in Neustadt

Eine Ausstellung über Biosphärenreservate in Deutschland zeigt von 16. Mai bis 21. Juni die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD) in ihren Räumen in der Friedrich-Ebert-Straße 14 in Neustadt. Mit Bild-, Text- und Kartenmaterial gibt die Schau Einblicke in die 17 Biosphärenreservate Deutschlands und macht in diesem  Jahr bis Ende Oktober an verschiedenen Orten in Rheinland-Pfalz Station. In der SGD ist die Ausstellung montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr zu sehen. Der Präsident der SGD Süd, Prof. Dr. Hannes Kopf, und Theo Wieder, Vorsitzender des Bezirkstags Pfalz als Träger des Biosphärenreservats Pfälzerwald, eröffnen die Ausstellung am Donnerstag, 16. Mai, um 17 Uhr.

Der Pfälzerwald ist das  einzige Biosphärenreservat in Rheinland-Pfalz und bildet gemeinsam mit den Nordvogesen das einzige grenzüberschreitende Biosphärenreservat Deutschlands; hier der Blick von der Wegelnburg in der Nähe der deutsch-französischen Grenze (Foto: Yannick Baumann)

Die Biosphärenreservate beherbergen in Deutschland einzigartige, meist vom Menschen geprägte Landschaften sowie wertvolle Ökosysteme von Südost-Rügen bis zum Berchtesgadener Land. Sie sind international repräsentative Modellregionen, deren Arbeit ein nachhaltiges Wirtschaften der Menschen fördern und ein tragfähiges Zusammenleben von Mensch und Natur ermöglichen soll.

 

 

 

Die deutschen Biosphärenreservate sind eingebunden in das Weltnetz der UNESCO, zu dem aktuell 686 Biosphärenreservate in 122 Ländern gehören. Von den deutschen Biosphärenreservaten sind derzeit 16 als UNESCO-Biosphärenreservate anerkannt. Der Pfälzerwald bildet gemeinsam mit den Nordvogesen das einzige grenzüberschreitende Biosphärenreservat der Bundesrepublik und eines von nur 20 bi- und trinationalen weltweit.

Bundesweit sind die Biosphärenreservate in das Netz der Nationalen Naturlandschaften eingebunden. Das sind die 16 Nationalparks, 17 Biosphärenreservate, über 100 Naturparks und ein Wildnisgebiet, die es als besonders wertvolle Landschaftsräume zu erhalten gilt. EUROPARC Deutschland ist der Dachverband der Nationalen Naturlandschaften. Die Ausstellung über die deutschen Biosphärenreservate wurde von EUROPARC Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit Biosphärenreservatsverwaltungen entwickelt.

Bisher war die Ausstellung im Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz sowie im rheinland-pfälzischen Umweltministerium in Mainz zu sehen. Ab Dienstag, 25. Juni, präsentiert die Pfalzakademie in Lambrecht die Ausstellung der Öffentlichkeit. Den Abschluss macht das Biosphärenhaus in Fischbach bei Dahn mit der Ausstellung ab 1. September. Ende Oktober verlässt sie die Pfalz wieder.

Weitere Informationen zu den deutschen Biosphärenreservaten gibt es hier.

Wendehals, Steinkauz und Zilpzalp kennenlernen

Vogelstimmenexkursion durch Dahner Streuobstwiesen

Vielfältige Vogelwelt: auch der Neuntöter lebt auf Pfälzer Streuobstwiesen  (Foto: Claus Börner)

Wer sich mit den unterschiedlichen Tonlagen unserer Vögel vertraut machen will, kann am Freitag, 24. Mai, ab 18 Uhr an einer geführten Vogelstimmenexkursion bei Dahn teilnehmen.  Die Veranstaltung des LIFE Biocorridors-Projekts im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen und des Obst- und Gartenbauvereins Dahn lädt Erwachsene und Kinder ein, durch die Streuobstwiesen bei Dahn zu wandern, die Lebensraum für die unterschiedlichsten Tierarten, insbesondere für viele heimische Vogelarten, bieten. So sind zum Beispiel der Gartenrotschwanz, der Zilpzalp und der Kleinspecht typische Streuobstwiesenbewohner. Aber auch Wendehals, Steinkauz und Neuntöter sowie der seltene Wiedehopf kann man hier antreffen.

Für viele Vögel stellen die alten Obstbäume wichtige Brutplätze und Nahrungsquellen dar. Die Blüten und morsche Stellen bieten vielen Insekten einen idealen Aufenthaltsort. Diese wiederum dienen der Vogelwelt als Nahrungsgrundlage. Fallobst wird als Winterfutter genutzt. Vogelexperte Uwe Groh erläutert das Aussehen, das Verhalten und den Gesang der vielfältigen Vogelwelt. Die Teilnahme an der Exkursion ist kostenfrei; gestartet wird am Gelände des Obst- und Gartenbauvereins Dahn am Ende der Pirminiusstraße. Um Anmeldung unter Telefon 06391 8669516 oder per Mail an m.asel@pfaelzerwald.bv-pfalz.de wird gebeten.

Das EU-Projekt „LIFE Biocorridors“ will ein grenzüberschreitendes ökologisches Netzwerk im Biotopverbund Pfälzerwald-Nordvogesen schaffen. Hierfür werden verschiedene Maßnahmen in Wald, Wiesen und an Wasserläufen durchgeführt. Im Offenland geht es darum, Streuobstwiesen sowie magere Wiesen und Weiden zu bewahren oder neu anzulegen. Weiterhin soll ein Netz an Altholzinseln entstehen und der Laubwaldanteil erhöht werden. Natürliche Bachuferwälder sollen wiederhergestellt, Fließgewässer wieder durchlässig und Feuchtgebiete gepflegt werden. Die Europäische Union sowie die Projektpartner in Frankreich und Rheinland-Pfalz stellen für das Projekt „LIFE Biocorridors“ insgesamt 3,6 Millionen Euro zur Verfügung. Mit 540.000 Euro fördert das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz die Umsetzung der Maßnahmen.

Sternenfreundliche und wirtschaftliche Beleuchtung in Kommunen

Workshop des Projekts „Sternenpark Pfälzerwald“, der Energieagentur und des ZENAPA-Projekts

Einen kostenlosen Praxisworkshop für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kommunen haben die Energieagentur Rheinland-Pfalz und der Bezirksverband Pfalz als Träger des Projekts „Sternenpark Pfälzerwald“ und des ZENAPA-Klimaschutzprojekts angeboten. Um „Umweltfreundliche und wirtschaftliche Beleuchtung in Kommunen“ ging es bei dem Termin im Haus der Nachhaltigkeit. Unter anderem erläuterte Sarah Köngeter, die Koordinatorin des Projekts „Sternenpark Pfälzerwald“ beim Biosphärenreservat, in ihrem Beitrag  „Wenn Sterne leuchten und die Umwelt sich freut“, welche, Beleuchtungsmaßnahmen Kommunen umsetzen sollten, um das Zertifikat „Gemeinde mit Stern“ zu erhalten.

Verbesserungen durch optimierte Beleuchtung (Grafik: scientific design)

In den Vorträgen von Michael Maas vom Bauamt der Stadt Pirmasens und Jan Bödeker, Regionalreferent Westpfalz der rheinland-pfälzischen Energieagentur, ging es darum, welche sternenfreundliche Beleuchtungsmöglichkeiten es gibt, mit welchen Kosten dabei zu rechnen ist und wie sternenfreundliche Beleuchtung gefördert werden kann.

Das Projekt „Sternenpark Pfälzerwald“ will Gebiete mit nahezu intakten Nachtlandschaften, wie sie im Biosphärenreservat Pfälzerwald noch vorkommen und in denen ein besonders sternenreicher Himmel sichtbar ist, erhalten und fördern. Es soll auch gezeigt werden, wie man eine Reduzierung der Lichtverschmutzung durch sternen- und gleichermaßen umweltfreundliche Beleuchtung im Pfälzerwald mit Energieeinsparungen verbinden kann. Von einer Sanierung der Straßen- und Außenbeleuchtung profitieren Mensch und Natur gleichermaßen; zudem bleibt der Blick in den Sternenhimmel erhalten.

Das Zertifikat „Gemeinde mit Stern“ soll Gemeinden als Anleitung dienen, um Lichtverschmutzung bei der Außenbeleuchtung zu verringern und ein Engagement in diesem Bereich gleichzeitig öffentlichkeitswirksam würdigen. Ziel ist es, eine steigende Anzahl an Gemeinden dafür zu begeistern, sich gegen Lichtverschmutzung und für das Zertifikat einzusetzen, um den Nachthimmel über dem Pfälzerwald langfristig zu schützen.

Das Projekt Sternenpark Pfälzerwald wird als LEADER-Projekt im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE unter Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz (vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau) gefördert.

Wesentliche Beleuchtungskriterien, um Lichtverschmutzung zu reduzieren und das Zertifikat „Gemeinde mit Stern“ zu erhalten:

  • Leuchten sollten nicht oberhalb der Horizontalen, also in den Himmel abstrahlen. Konkret heißt das, die Leuchten sind abgeschirmt und haben einen Upward Light Ratio (ULR) = 0.
  • Warmweiße Leuchtmittel sollen eingesetzt werden. Diese enthalten weniger Blauanteile und werden damit weniger in der Atmosphäre gestreut, zudem ziehen sie weniger Insekten an und hemmen die Produktion des Dunkelhormons Melatonin. Hier gilt maximal 3000 Kelvin Leuchten verwenden.
  • Während der Nacht soll die Lichtstärke der Leuchtmittel um mind. 50 % reduziert werden, da aufgrund des geringeren Verkehrsaufkommens auch weniger Licht benötigt wird und nachtaktive Tiere hierdurch unnötig gestört werden.
  • Bei der Beleuchtung sollte nicht mehr als die niedrigste mögliche Beleuchtungsklasse nach DIN EN 13 201 gewählt werden. Das spart sowohl Ressourcen in Form von C02 als auch Geld, was die Kommune weniger zahlt.

Geeignete Förderprogramme: Für Kommunen kommen bei der Umrüstung der Außenbeleuchtung zwei Förderprogramme in Frage. Die Kommunalrichtlinie und die ZEIS- Richtlinie (Zukunftsfähige Energieinfrastruktur), welche kumuliert eine 45-prozentige Förderung ergeben. Letztere Richtlinie berücksichtigt alle Kriterien, auf die es uns im Projekt ankommt.

Anschaumöglichkeiten: Beispiele für sternen-und umweltfreundliche Beleuchtung kann man auf dem Parkplatz beim Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz anschauen.

Weitere Beispiele für geeignete sternen-und umweltfreundliche Leuchten finden sich auch auf dieser Website.

Weitere Infos zum Thema erhalten Interessentinnen und Interessenten bei Sarah Köngeter unter 06325 9552-15 oder s.koengeter@pfaelzerwald.bv-pfalz.de.

 

Schmackhaftes Biosphärenreservat

Gastronomische Partnerbetriebe bieten kulinarische Aktionen

Rund ums Lamm, ums Weiderind, um Pfälzerwald-Köstlichkeiten und ums Glanrind drehen sich die kulinarischen Aktionstage im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen. Gemeinsam mit seinen gastronomischen Partnerbetrieben lädt es dazu ein, regionale und nachhaltig erzeugte Produkte zu genießen, die mal klassisch und mal innovativ zubereitet werden. Vom 12. bis 26. April geht es los mit den Lammwochen, weiter geht es vom 14. bis 28. Juni mit den Weiderindtagen und vom 13. bis 27. September mit den Pfälzerwald-Wochen. Den herbstlichen Abschluss machen vom 18. Oktober bis 2. November die Glanrindertage.

Das verwendete Fleisch kommt von Tieren, die auf umweltschonende und tierfreundliche Art aufgezogen und gehalten werden. Die Lämmer, Weiderinder  – das sind Galloway-, Aubrac- und Heckrinder  – und Glanrinder grasen auf kräuterreichen Wiesen im Biosphärenreservat oder in umliegenden Regionen. Die Schlachtung behält soweit wie möglich das Wohl der Tiere im Blick, die Transportwege bleiben kurz. All das sorgt für eine günstige Kohlendioxid-Bilanz und garantiert Produkte von besonderer Qualität und Frische.

Weil man die Tiere im Pfälzerwald auch sehr gut als Landschaftspfleger zur Erhaltung offener Weideflächen einsetzen kann, leisten deren Haltung und Vermarktung einen wertvollen Beitrag zum Arten- und Biotopschutz sowie zur Kulturlandschaftspflege im Biosphärenreservat. Im Falle des Glandrinds unterstützen die Aktionstage zudem die Erhaltung dieser relativ seltenen, einst für unsere Region typischen heimischen Rinderrasse. Auch bei den anderen Zutaten wie Wildbret, Pilzen, Kastanien, Beeren und Kräutern stehen Regionalität, Nachhaltigkeit und natürlich der gute Geschmack im Zentrum.

Die kulinarischen Aktionstage werden durch das Land Rheinland-Pfalz gefördert.