Aktueller Stand des chance.natur-Projekts „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“

Hirtenwege-Team präsentiert Nutzung und Ziele des Projekts in Verbandsgemeinden

Das Bild zeigt eine Herde Schafe auf einer Wiese. Im Hintergrund sind ein Kirchturm, sowie Wald und Weinberge sichtbar.
Beweidung trägt zur Erhaltung der Artenvielfalt und der abwechslungsreichen Kulturlandschaft im Pfälzerwald bei und wird durch das „Hirtenwege“-Projekt gefördert, hier Schafe bei Albersweiler (Foto: Biosphärenreservat Norman Krauß/frei)

Das chance.natur-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ stellt seit Frühjahr und voraussichtlich noch bis Spätsommer 2021 die Nutzung und Zielsetzung des Projektgebiets in den beteiligten Verbandsgemeinden vor. Der größte Teil der Verbandsgemeinden, die von der Verbandsgemeinde Leiningerland im Norden bis hin zur Verbandsgemeinde Dahner Felsenland im Süden des Biosphärenreservats reichen, wurde seit März 2021 vom Team des Hirtenwege-Projekts besucht, das gemeinsam mit dem beauftragten Planungsbüro die Nutzungs- und Zielekarten vorstellte. Wichtige Aussagen der Karten sind unter anderem die derzeitige Nutzung der Flächen im Offenland und im Wald, die potenziellen Handlungsfelder sowie vorgeschlagene Erhaltungs- und Entwicklungsziele. Die Nutzungskarte ergibt sich aus den Ergebnissen der Kartierung aus den Jahren 2019 und 2020. Die Zielekarten zeigen auf, was im chance.natur-Projekt unter dem Aspekt des Artenschutzes und des Biotopverbunds idealerweise erreicht werden soll. Die Ergebnisse, die bisher in die Erstellung der Nutzungs- und Zielekarten eingeflossen sind, werden genutzt, um konkrete Maßnahmen zu entwickeln, mit denen die Ziele des Projekts in der Fläche erreicht werden können. Die Verbandsgemeinden können sich als Multiplikatoren einbringen, indem sie das Projekt in ihren Kommunen vorstellen, unterstützen und potenzielle Akteurinnen und Akteure mit dem Team des chance.natur-Projekts in Verbindung bringen.

Anmerkungen von Bürgerinnen und Bürgern zu den Zielen und Maßnahmen wie auch zu möglichen Bewirtschaftungsformen, wie etwa die Beweidung mit Schafen, sind eine wertvolle Unterstützung für das Projektteam, um zielorientiert und nachhaltig arbeiten zu können. So brachten sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Informationsveranstaltungen bereits mit konkreten Vorschlägen dazu ein, wie Eigentümerinnen und Eigentümer bestimmter, für das Projekt wichtiger Flächen ermittelt werden könnten. Solches Engagement kommt dem Projektteam in Projekt II, das ab 2023 beantragt werden soll, für die Flächensicherung zugute und zeigt auch eine grundsätzliche Bereitschaft, die Ziele des Projekts aktiv zu unterstützen. Im Herbst wird sich das Hirtenwege-Team mit beteiligten Gemeinden treffen, um sich über die ersten Maßnahmenvorschläge des Planungsbüros auszutauschen.

Das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ wird im Biosphärenreservat Pfälzerwald umgesetzt, Projektträger ist der Bezirksverband Pfalz. Die Förderung des Vorhabens erfolgt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie durch das Land Rheinland-Pfalz. Projekt I wird mit 1,8 Millionen Euro gefördert. Nach erfolgreichem Abschluss der Projektplanung in Projekt I würde sich für weitere zehn Jahre Projekt II anschließen, in dem die in Projekt I erarbeiteten Maßnahmen umgesetzt werden sollen.

Umweltpraktikantinnen übergeben den Staffelstab im Biosphärenreservat Pfälzerwald

Commerzbank unterstützt mit dem Projekt „Umweltpraktikum“ Großschutzgebiete in ganz Deutschland

Das Bild zeigt die beiden Umweltpraktikantinnen, eine Mitarbeiterin des Biosphärenreservats sowie eine Mitarbeiterin der Commerzbank bei der Überreichung von Präsenten
Ute Jahn, Filialleiterin der Commerzbank in Neustadt, die Umweltpraktikantinnen Lea Kraft und Anneke Hoppe sowie Antje van Look, zuständig für das Umweltpraktikum beim Biosphärenreservat Pfälzerwald (v. l. n. r.)

„Ich möchte Menschen zeigen, wie wichtig es ist, unsere Umwelt und Natur zu schützen und ein Bewusstsein dafür schaffen, sie wertzuschätzen. Für mein Praktikum im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen erhoffe ich mir neues Wissen in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Bildung für nachhaltige Entwicklung und Natur- und Landschaftspflege zu sammeln“, das sagte Anneke Hoppe vor ihrem Commerzbank-Umweltpraktikum, das sie gerade beim Biosphärenreservat Pfälzerwald beendet hat. Die 22-jährige aus Niedersachsen studiert an der Universität Landau im Bachelor-Studiengang „Mensch und Umwelt: Psychologie, Kommunikation und Ökonomie“. Während ihrer Zeit in Lambrecht unterstützte Anneke Hoppe das Biosphären-Team in der Medienarbeit, bei der Website- und Newsletter-Redaktion, begleitete Kolleginnen und Kollegen zu verschiedenen Netzwerktreffen und erlebte die Rundreise der Jury zum deutsch-französischen Garten-Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“ sowie weitere Zusammenkünfte aus den verschiedenen Arbeitsbereichen des Biosphärenreservats mit. Zudem erstellte sie zum Leinbachtal im zentralen Pfälzerwald einen „Actionbound“ – das ist eine Art digitale Schnitzeljagd – zu den Themen Wooge, Wald und Wasser.

Lea Kraft, die jetzt ihr Umweltpraktikum beginnt, freut sich auf die kommenden drei Monate: „Ich bin gespannt darauf, die Vielzahl der verschiedenen Projekte kennenzulernen und mitzuerleben. Da ich von hier komme, verbinde ich persönlich viel mit der Region. Es ist mir wichtig, etwas für die Region zu tun und etwas über die Region zu lernen.“ Die 24-Jährige wohnt in Lambrecht und macht derzeit einen Master in Geografie an der Universität Heidelberg.

„Es ist schön zu sehen, dass unser Engagement hier so gut angenommen wird und beiden Seiten – sowohl den Praktikantinnen wie auch dem Biosphärenreservat – nützt. Die jungen Leute können hier ganz konkret vor Ort sehen, wie Projekte für mehr Nachhaltigkeit umgesetzt werden“, freute sich Ute Jahn. Die Filialleiterin der Commerzbank in Neustadt übergab Anneke Hoppe und Lea Kraft jeweils einen Rucksack als Präsent.

Zum Commerzbank-Umweltpraktikum
Seit 1990 fördert das Frankfurter Finanzinstitut deutsche Großschutzgebiete. Aktuell profitieren davon 13 Nationalparks, sechs Naturparks und acht Biosphärenreservate. „Das Commerzbank-Umweltpraktikum ist eine feste Größe im gesellschaftlichen Engagement der Bank“, sagt Thekla Wießner, Projektleiterin bei der Commerzbank. „Wir freuen uns sehr, dass auch in diesem Jahr wieder 75 Studierende die nationalen Naturlandschaften tatkräftig unterstützen und gleichzeitig berufliche Perspektiven im Umweltschutz erleben.“ Seit dem Start 1990 haben durch das Commerzbank-Umweltpraktikum etwa 1.700 Praktikantinnen und Praktikanten in den 27 teilnehmenden Großschutzgebieten zwischen Nordsee und Alpen einzigartige Orte für ihr Engagement gefunden.

Das Umweltpraktikum im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen
Das mindestens dreimonatige Umweltpraktikum im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen bietet die Chance, Natur intensiv zu erleben, Praxiserfahrung zu sammeln und berufliche Kontakte zu knüpfen.

Das Team des Biosphärenreservats Pfälzerwald bindet die Praktikantinnen oder Praktikanten aktiv in verschiedene Abläufe ein, um ein umfängliches Verständnis der Arbeit für nachhaltige Entwicklung in dem Großschutzgebiet zu vermitteln. Als Modellregion der UNESCO hat das Biosphärenreservat Pfälzerwald zum Ziel, das harmonische Zusammenleben von Mensch und Natur zu erproben und zu fördern. Die jungen Leute erhalten Einblick in Biosphärenreservats-Projekte etwa in den Bereichen nachhaltiges Wirtschaften, Landschaftspflege oder Schutz der Biodiversität. Sie haben auch die Gelegenheit, eigene Projekte umzusetzen, zum Beispiel in der Umweltbildung oder in der Öffentlichkeitsarbeit.

Neben spannenden Naturerlebnissen und lehrreichen Erfahrungen erhalten die Praktikanten und Praktikantinnen ein Praktikumsentgelt. Weitere Informationen und Hinweise zur Bewerbung finden sich unter www.umweltpraktikum.com.

Der Natur auf der Spur

Naturaktionstag für Germersheimer Schulklasse im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen

Das Bild zeigt Kinder mit Schafen bei EußerthalWie spannend die Natur vor der Haustür sein kann, konnte eine fünfte Klasse der Richard-von-Weizsäcker Realschule plus aus Germersheim beim Naturaktionstag im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen erfahren. Mitarbeiterinnen des Biosphärenreservats zeigten den 21 Kindern und ihren zwei Lehrerinnen in Eußerthal, worum es in der Modellregion für nachhaltige Entwicklung geht und gingen dabei besonders auf das Thema Schafhaltung und Landschaft ein.

Kinder aus einem städtischen Umfeld haben häufig wenige Naturerfahrungen. Ziel der Naturaktionstage – einer Kooperation des Verbands Deutscher Naturparke (VDN) und Kaufland – ist es, diesen Kindern den Zugang zur Natur zu ermöglichen. Tiere und Pflanzen kennenzulernen und die Natur mit allen Sinnen auf vielfältige Art und Weise zu entdecken und zu erleben, das begeistert die meisten.

In Eußerthal wurden zunächst die drei Schutzgebietsformen Naturpark, Biosphärenreservat und Nationalpark voneinander abgegrenzt und das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen vorgestellt. Um das Thema Nachhaltigkeit begreifbar zu machen, spielten die Kinder eine Art Staffellauf zwischen Wald, Mensch und Zeit. Anhand von Beobachtungen und Fotos setzten sie sich dann mit Besonderheiten in der Landschaft auseinander und konnten so nachvollziehen, wie sich unser Leben seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts geändert hat – etwa von der Bewirtschaftung vieler kleiner Felder mit einem großen Anteil an Selbstversorgung hin zu landwirtschaftlichen Großbetrieben und der Versorgung durch Einkäufe im Supermarkt. Welche Auswirkungen dies auf die Landschaft hat, war für die Schüler und Schülerinnen direkt in der Eußerthaler Umgebung zu erkennen – zum Beispiel, dass der Wandel zur Verbuschung und zum Verlust von artenreichem Offenland geführt hat.

Wie das Team des Biosphärenreservats Pfälzerwald versucht, dieser Entwicklung mithilfe von Beweidung durch Schafe und andere Tiere gegenzusteuern, war im Anschluss Thema. Die Kinder gingen in kleinen Gruppen mit jeweils einem Schaf beziehungsweise einer Ziege ins Gelände und beobachteten die Tiere genau. Unter anderem sammelten sie Pflanzen, die die Tiere gefressen haben, um sie später zu bestimmen. Beim Streicheln und genaueren Betrachten der Schafe wurde den Fünftklässlerinnen und -klässlern klar, dass die Tiere in ihrem Fell auch Pflanzenteile, Samen und manchmal sogar kleine Tiere transportieren und so als Biotopverbinder auch eine wichtige Naturschutzfunktion haben. Am Ende konnten die Schülerinnen und Schüler beim Basteln und Filzen mit Schafwolle selbst kreativ werden und jeweils ein Schafswoll-Souvenir mit nachhause nehmen.

Die Vorbereitung des Naturaktionstags erfolgte in enger Abstimmung zwischen der Richard-von-Weizsäcker Realschule plus und dem Biosphärenreservat. So war der Ausflug auf die individuellen Interessen der Schülerinnen und Schüler zugeschnitten und das Biosphärenreservat konnte seine standortspezifischen Besonderheiten wie die Kulturlandschaftspflege mithilfe von Beweidung einfließen lassen.

Durch das Engagement des Unternehmens Kaufland können im Rahmen der Naturaktionstage deutschlandweit Klassen von Grund- und weiterführenden Schulen eine eintägige Exkursion in einen nahegelegenen Naturpark durchführen (bis 2020 war der Pfälzerwald auch Naturpark). Die Naturaktionstage sind Teil des breit angelegten gemeinsamen Engagements von Kaufland und dem VDN für die Naturparke in Deutschland. Jede dieser Tages-Exkursionen wird inklusive der Anreise durch Kaufland finanziert.

Unterwegs zu den Geiersteinen

Geführte Wanderung mit unserem Biosphären-Guide

Felsen glühen im Licht des Sonnenaufgangs
Die Geiersteine im Sonnenaufgang (Bild: Yannick Baumann)
Wanderfreudige und Naturbegeisterte können am Freitag, 23. Juli 2021, von 15.30 bis 18.30 Uhr, am Samstag, 24. Juli, von 10 bis 13.30 Uhr oder am Sonntag, 25. Juli, ebenfalls von 10 bis 13.30 Uhr an einer geführten Wanderung zu den Geiersteinen teilnehmen. Biosphären-Guide Ute Seitz begleitet die sieben Kilometer lange Tour im Pfälzerwald, der Treffpunkt für die Wanderung ist in der Saarstraße 1 in Lug.

Während der Tour erfahren Teilnehmende Interessantes über das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen, die Waldwirtschaft, die Landschaftsentwicklung und die Auswirkungen der Klimakrise in unserem Gebiet. Die Wanderung beginnt mit einem steilen Anstieg zum Hornstein-Felsen und belohnt Teilnehmende mit einer Aussicht auf das Dorf Lug. Weiter geht es durch märchenhaften Wald vorbei an verschiedenen Felsformationen bis zum beindruckenden Felsmassiv der Geiersteine. Biosphären-Guide Ute Seitz führt die Wanderer und Wanderinnen dann über einen schmalen Pfad zum Hutfelsen, wo ein Blick auf den Trifels wartet, und anschließend auf einem bequemen und breiteren Weg durch den schattigen Wald zurück.

Die Kosten betragen 15 Euro pro Person. Teilnehmende sollten trittsicher sein, festes Schuhwerk tragen und Sonnenschutz, ausreichend Getränke und eigene Verpflegung mitbringen. Um Anmeldung bis zum 21. Juli bei Naturpur und Weinkultur unter der Telefonnummer 06341 962488 oder per Mail an info@natur-und-wein.de wird gebeten. Die speziellen Hygiene- und Verhaltensregeln aufgrund der Corona-Pandemie werden den Teilnehmern nach Anmeldung zugesandt.

SDG-Gemeinden beraten über eine nachhaltige Zukunft

Zweiter Beteiligungsdurchgang im Projekt zu den UN-Nachhaltigkeitszielen im Biosphärenreservat Pfälzerwald abgeschlossen

„Man kann einfache, heimische Sträucher und Stauden pflanzen, die günstig sind und auch nicht aufwendig in der Pflege. Noch dazu blühen sie oft schön“, sagte Andreas Nickol. Er ist im Garten- und Landschaftsbau tätig und brachte sich aktiv bei der zweiten Zukunftswerkstatt in seiner Heimatgemeinde Sippersfeld ein, die das Biosphärenreservat Pfälzerwald als Teil des Projekts „Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“ gemeinsam mit den Sippersfeldern und Sippersfelderinnen organisierte. Die Gruppe um das Handlungsfeld „Kulturlandschaft und Biodiversität“ entschied sich unter anderem dafür, die Maßnahmen „Erhalt der Kulturlandschaft: Streuobstwiesen erhalten und anlegen“ sowie „Mehr Grün im Dorf: kommunale Flächen ökologischer gestalten“ näher zu bearbeiten.

Das Handlungsfeld „Kulturlandschaft und Biodiversität“ betrifft mehrere der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele, der sogenannten SDGs (Sustainable Development Goals), auf die sich die Vereinten Nationen im Rahmen der Agenda 2030 geeinigt haben und die im Mittelpunkt des SDG-Projekts stehen. In dem Projekt soll für jede der acht im Gebiet des Biosphärenreservats ausgewählten Modellkommunen eine Strategie zur Verwirklichung der globalen Nachhaltigkeitsziele auf lokaler Ebene entwickelt werden.

„Es könnte sich zum Beispiel eine Fläche bei der Schule eignen, die in eine blühende Blumenwiese verwandelt werden könnte; sie ist recht groß und wird kaum betreten, aber dennoch bisher oft gemäht“, weiß Patrick Deutschle, Bürger und Gemeinderatsmitglied. Auch über andere Flächen berät die ortskundige Gruppe Interessierter und Neugieriger, die zur Zukunftswerkstatt gekommen waren. So sehe man zum Beispiel hinter dem Neubaugebiet oder am Sägewerk ebenfalls Potenzial, gemeindeeigene Flächen naturfreundlicher umzugestalten.

„Besser ist es, einzelne Flächen beispielhaft ökologisch umzugestalten, so dass wir auf mehr Akzeptanz stoßen“, fügte Andreas Nickol an. Dem stimmte auch Bernd Kolb zu, der als interessierter Bürger dabei war. Er halte Akzeptanzförderung für sehr wichtig: „Es muss auch für Anwohner gut sein und erklärt werden, warum etwas jetzt wilder aussieht als vorher.“

Sippersfelderin bei einem WorkshopIn jeder teilnehmenden Kommune bildete sich nach dem SDG-Projektauftakt Ende 2019 ein Kernteam, das zunächst in einer Bestandsaufnahme die wichtigsten Handlungsfelder in punkto Nachhaltigkeit identifizierte. Bei einer ersten Runde von Zukunftswerkstätten im Sommer und Herbst 2020, die auch schon für alle offen waren, entwickelten Bürgerinnen und Bürger zu den Handlungsfeldern erste Ziel- und Maßnahmenideen. Nachdem die zahlreichen Ideen durch die Kommunen-Kernteams in eine erste strategische Ordnung gebracht und bewertet worden waren, führte das Projekt nun die zweite Runde von Zukunftswerkstätten durch. „Es ist schön, dass so viele Leute hergekommen sind, um nachhaltig was fürs Dorf auf den Weg zu bringen“, sagte die Sippersfelder Bürgermeisterin Martina Lummel-Deutschle.

In der zweiten Zukunftswerkstatt wurden einzelne Maßnahmen beispielhaft verfeinert und bis in die konkrete Umsetzung durchdacht. Das ist wichtig, weil die Nachhaltigkeitsstrategien für jede Kommune auch einen konkreten Aktionsplan enthalten sollen. So war es das Ziel der zweiten Zukunftswerkstätten, Fragen nach dem Zeitplan und nach Zuständigkeiten in ausgewählten Maßnahmen vorab zu klären, etwa wer die Maßnahme trägt und koordiniert und wer zuarbeitet. Auch wurden in dieser Zukunftswerkstatt der Entwurf des Leitbilds jeder Kommune besprochen. Das Nachhaltigkeits-Leitbild beschreibt den jeweiligen Zustand, den die jeweilige Gemeinde im Jahr 2030 erreichen will. Den Rahmen für die Ziele bilden gemäß der Agenda 2030 und der globalen Nachhaltigkeitsziele die planetaren Belastbarkeitsgrenzen der Ökosysteme sowie soziale Gerechtigkeit und Leben in Würde für alle, auch im entwicklungspolitischen Eine-Welt-Kontext.

Das SDG-Projekt im Biosphärenreservat Pfälzerwald
Die Städte Pirmasens, Bad Bergzabern und Neustadt, die Verbandsgemeinden Lambrecht und Maikammer sowie die Ortsgemeinden Sippersfeld, Kallstadt und Klingenmünster – das sind die acht Kommunen, die sich am Projekt „Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“ als Modellkommunen beteiligen. In dem Projekt wird für jede Kommune eine Nachhaltigkeitsstrategie mit konkretem Aktionsplan erarbeitet, die zu den individuellen Bedarfen und Potentialen der jeweiligen Kommune passt und die sich an der Agenda 2030 mit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, kurz SDGs) der Vereinten Nationen orientiert.

Projektträger ist das UNESCO Biosphärenreservat Pfälzerwald, eine durch den Bezirksverband Pfalz getragene Einrichtung. Kooperationspartnerin auf Bundesebene ist die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Partner von Seiten des Landes Rheinland-Pfalz sind das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität, das Ministerium des Innern und für Sport und das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau. Sowohl die SKEW mit Mitteln des BMZ als auch die drei Landesministerien fördern das Projekt finanziell.

Mehr Informationen zum Projekt und den teilnehmenden Kommunen finden sich unter www.pfaelzerwald.de/sdg-modellregion-pfaelzerwald.

Gegen das Verschwinden der Sterne und die Gefährdung von Tieren und Pflanzen

Kreative Beiträge für den zweiten Schulwettbewerb des Projekts Sternenpark Pfälzerwald

An dem diesjährigen Schulwettbewerb „Der Verlust der Dunkelheit – neu beleuchtet“, den das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen gemeinsam mit dem Biosphärenhaus in Fischbach und dem Klimaschutz-Projekt ZENAPA (Zero Emission Nature Protection Areas) durchgeführt hat, beteiligten sich insgesamt fünf Gruppen von drei Schulen aus Neustadt-Hambach, aus Lemberg und aus Thaleischweiler-Fröschen.

Die Schülerinnen und Schüler der vierten beziehungsweise neunten und zehnten Klassen beantworteten in den Beiträgen die Frage, was Lichtverschmutzung und deren Folgen für Tiere und Pflanzen sind und wie sie Menschen beziehungsweise ihr eigenes Leben betrifft. Es wurden auf sehr unterschiedliche Arten Ideen für Lösungen des Problems der Lichtverschmutzung ausgearbeitet. Die eingereichten Beiträge umfassten Erklärvideos, Stop-Motion Videos, einen Podcast und ein Poster.

Den ersten Platz in der Gruppe der Grundschülerinnen und Grundschüler belegten vier Kinder der Klasse 4 b der Dr.-Albert-Finck Grundschule in Neustadt-Hambach mit der Lehrerin Cornelia Büttner. Der zweite Platz geht an die Klassen 4 a und 4 b der Heinrich-Weber-Schule in Lemberg unter Leitung von Rektorin Martina Neumann. Die Preise für die Mittelstufe gehen an zwei Gruppen der neunten Klasse und eine Gruppe der zehnten Klasse der IGS Thaleischweiler-Fröschen, bei der Hasso Sutter seine Schüler und Schülerinnen wie schon 2019 für den Schulwettbewerb des Sternenpark-Projekts begeistern konnte.

Die Preisträgerinnen und Preisträger können sich jetzt über schöne Preise freuen, unter anderem gibt es eine Übernachtung auf dem Baumwipfelpfad am Biosphärenhaus in Fischbach mit Infos zum Thema Nacht und Lichtverschmutzung, eine Führung mit einem Biosphären-Guide oder eine Sternkarte und ein Astronomiebuch.

Schulwettbewerb im Sternenpark-Projekt
Zum zweiten Mal widmete sich der Schulwettbewerb im Projekt Sternenpark Pfälzerwald – veranstaltet vom Biosphärenreservat Pfälzerwald in Kooperation mit dem Biosphärenhaus in Fischbach und dem Klimaschutz-Projekt ZENAPA – dem Thema Lichtverschmutzung. Teilnehmen konnten in diesem Jahr Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen im Biosphärenreservat Pfälzerwald – egal, ob im gesamten Klassenverband, als Schülergruppe oder AG oder auch als einzelne Schülerin beziehungsweise Schüler –, indem sie einen Beitrag zum Thema Lichtverschmutzung produzieren und einreichen. Hierbei waren der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Durch die direkte Auseinandersetzung mit dem Verlust der natürlichen Dunkelheit sollen die jungen Leute so für das wichtige Thema und seine schwerwiegenden Folgen sensibilisiert werden.
Projekt Sternenpark Pfälzerwald
Aufgrund von Industrialisierung, Zersiedelung und anderen Faktoren herrscht nur noch an wenigen Orten in Europa nach Sonnenuntergang natürliche Dunkelheit. Der Pfälzerwald jedoch weist noch Gebiete mit nahezu natürlichen Nachtlandschaften und einem sternenreichen Himmel auf. Diese Gebiete sind wichtig und wertvoll, weil sie neben der Schönheit des Sternenhimmels auch Lebensraum für zahlreiche tag- und nachtaktive Tiere und Pflanzen bieten.

Das Projekt „Sternenpark Pfälzerwald“ will solche Gebiete mit nahezu intakten Nachtlandschaften erhalten und fördern. Das Projekt will für den Schutz der natürlichen Nacht sensibilisieren und zeigen, wie man eine Reduzierung der Lichtverschmutzung durch sternen- und gleichermaßen umweltfreundliche Beleuchtung im Pfälzerwald mit Energie- und Kosteneinsparungen verbinden kann. Von einer Sanierung der Straßen- und Außenbeleuchtung profitieren Mensch und Natur gleichermaßen.

Das Projekt Sternenpark Pfälzerwald wird als LEADER-Projekt im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE unter Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz (vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau) gefördert.

Die Biosphären-Guides sind wieder unterwegs

Fachkundig geführt und spannend – Touren durch das Biosphärenreservat ab jetzt wieder möglich

Die Biosphären-Guides starten in die Saison 2021. Unter Beachtung der erforderlichen Hygienevorgaben gegen die Verbreitung des Corona-Virus können die geführten Touren der Expertinnen und Experten für das Biosphärenreservat ab jetzt wieder stattfinden. Mit maximal 15 Teilnehmenden und unter Einhaltung des Abstandsgebots können Pfälzerwald-Liebhaberinnen und Erholungsssuchende gemeinsam die Vielfalt des Biosphärenreservats entdecken.

Biosphären-Guide Andrea Frech steht vor einer Gruppe, im Hintergrund der Pfälzerwald
Zeigen die Vielfalt des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen: Die Biosphären-Guides, hier Andrea Frech mit einer Gruppe bei Gräfenhausen

Los geht es mit Angeboten schon am kommenden Wochenende. „Wo sich Wald, Wein und Weide küssen“ lautet der Titel einer Entdeckungstour entlang des Burgunderwegs um Gräfenhausen, zu der Andrea Frech am Sonntag, 13. Juni, ab 13 Uhr einlädt. Sie entführt die Teilnehmerinnen bei dem etwa fünf Kilometer langen Rundgang entlang des Beweidungsprojekts „Wingertsberg“ in das Reich der Weidetiere, Honigbienen, des Luchses und des Spätburgunders. Anmeldungen bis 11. Juni direkt an Andrea Frech unter 0174 2986705 oder per E-Mail an a_frech_69@yahoo.de.

Ebenfalls am 13. führt Wolfgang Müller seine Gäste ab dem Bahnhof Ramsen durch den Sumpfwald – bei der sogenannten „Dampfnudelwanderung“ stehen Kulinarisches und Kultur ebenso auf dem Programm wie Natur. Von 9 bis 16 Uhr geht es über die 14 Kilometer lange Strecke, die auch von Nichtgeübten bewältigt werden kann, über abwechslungsreiche Wege im Norden des Biosphärenreservats. Anmeldungen sind erforderlich beim Biosphärenreservat Pfälzerwald per Mail an info@pfaelzerwald.bv-pfalz.de oder telefonisch unter 06325 9552-0.

Am Sonntag, 20. Juni, nimmt Andrea Frech Kultur- und Naturbegeisterte auf den Slevogtwanderweg bei Leinsweiler mit. Auf den etwa fünf Kilometern „Auf den Spuren Max Slevogts“ gibt es Interessantes zum Biosphärenreservat, dem Leben des berühmten Malers, wie auch zur Natur der Umgebung und zur Wiederansiedlung des Luches im Pfälzerwald. Treffpunkt ist um 13 Uhr an der Slevogtstraße 35 in Leinsweiler. Anmeldungen bis 11. Juni direkt an Andrea Frech unter 0174 2986705 oder per E-Mail an a_frech_69@yahoo.de.

Teilnehmende an den Führungen sollten festes Schuhwerk, ausreichend wetterangepasste Kleidung und die Rucksackverpflegung mitbringen. Ein Mund-Nasen-Schutz ist für den Fall dabeizuhaben, dass die Einhaltung des Mindestabstands an bestimmten Stellen im Gelände nicht möglich ist – die speziellen Hygiene- und Verhaltensregeln aufgrund der Corona-Pandemie werden den Teilnehmern nach Anmeldung zugesandt. Je nach Pandemielage kann es zu kurzfristigen Absagen oder Verschiebungen kommen.

Alle Informationen zur Teilnahme wie Treffpunkt, Zeit und Teilnahmegebühren gibt es unter www.pfaelzerwald.de/termine. Dort gibt es auch die aktuellen Hinweise zu weiteren Angeboten der Biosphären-Guides.

Die Biosphären-Guides im Pfälzerwald

Urwald erkunden, durch die Zeit reisen, entdecken, wo sich Weide, Wald und Wein küssen, sich auf die Spuren Max Slevogts begeben oder mehr über die drei Musketiere des Waldes in Zeiten des Klimawandels erfahren – das und vieles andere können Pfälzerwald-Liebhaber und -Interessentinnen mit den Biosphären-Guides des Biosphärenreservats Pfälzerwald. 22 Personen, die alle bereits Natur- und Landschaftsführer für verschiedene Gebiete des Pfälzerwalds waren, haben sich bei einer Fortbildung noch intensiver mit den Landschafts- und Naturräumen sowie mit der Funktion des Biosphärenreservats als Modellregion der UNESCO für nachhaltige Entwicklung beschäftigt und sich als Biosphären-Guide qualifiziert.

Vorträge und Workshops für mehr Natur im Garten

Veranstaltungen für alle im Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“

Das Projekt „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“ begeistert Hobbygärtnerinnen und -gärtner in den Nordvogesen und im Pfälzerwald. Neben einem Gartenwettbewerb bietet das deutsch-französische Projekt des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen zahlreiche Veranstaltungen zu verschiedenen Gartenthemen.

Ein blühender naturnaher Garten im Sommer
Naturnahe Gärten sind Schätze für Mensch und Natur

 

Zu einem Online-Vortrag mit dem Titel „Gärtnern am Limit – trockenheitsverträgliche Pflanzungen“ am Freitag, 11. Juni, um 18 Uhr lädt Eva Hofmann von der Gartenakademie Rheinland-Pfalz ein. Die Klimaveränderungen der letzten Jahre hinterlassen ihre Spuren und das Erscheinungsbild von Landschaft und Gärten wandelt sich. Doch das ist kein Grund zum Verzweifeln oder zu der Annahme, dass ein Garten nur mit massiver Bewässerung schön sein kann. Eva Hofmann zeigt, welche Schönheit und Chancen darin liegen, trockenheitsverträgliche Pflanzen, die ohne Bewässerung zurechtkommen, zu verwenden. Die Teilnahme ist kostenlos.

Ebenfalls online findet am Sonntag, 13. Juni, von 15 bis 17 Uhr der Vortrag von Christiane Brell zum Thema „Naturnahes und bienenfreundliches Gärtnern — Ihr Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt“ statt. Die Diplom-Biologin erläutert, welche grundlegenden und essentiellen Funktionen Insekten in unserem Ökosystem und auch für uns Menschen übernehmen. Sie zeigt auf, was jede und jeder im eigenen Garten, auf dem Balkon, im Hof oder auf der Terrasse mit einheimischen Wildpflanzen für den Erhalt der Artenvielfalt tun kann. Die Teilnahme ist kostenlos.

Am Samstag, 26. Juni, bietet Jörg Balzer in Fischbach bei Dahn von 15.30 bis 18 Uhr einen Workshop zum Bau einer Kartoffelpyramide an. Nach dem Motto „Vertikales Gärtnern – nach oben ist immer Platz“ zeigt er, wie seine Bio-Kartoffeln mit Hilfe einer Kartoffelpyramide in den Himmel wachsen. Um Anmeldung zu dem kostenlosen Workshop wird gebeten bis 18. Juni.

Am Freitag, 2. Juli, geht es von 15 bis 17 Uhr in einem Workshop beim Heimatverein in Eußerthal um das Kochen mit Brennnessel, Löwenzahn und Gänseblümchen. Die Referentin Anna Holz vom LandFrauenverband Pfalz zeigt, welchen wichtigen Anteil Wildkräuter am Gleichgewicht der Natur haben. Sie stellt zudem Rezepte für schmackhafte Gerichte vor, die aus den Wildkräutern zubereitet werden können. Eine Anmeldung zu dem kostenfreien Workshop ist erforderlich bis 25. Juni.

Axel Hagedorn zeigt am Donnerstag, 17. Juli, von 10 bis 14 Uhr in Fischbach bei Dahn, wie man mit der Sense richtig umgeht. Unter fachkundiger Leitung erklärt der Referent den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, wie eine Sense gedengelt, gewetzt und richtig eingestellt wird. Sie haben die Möglichkeit, eine eigene Sense zu dengeln und können sich anschließend im Mähen üben.  Eine Anmeldung zu dem kostenfreien Sensenkurz ist notwendig bis 9. Juli.

Die Anmeldung zu den Veranstaltungen ist erforderlich bei Micaela Mayer unter m.mayer@pfaelzerwald.bv-pfalz.de. Je nach Pandemielage kann es zu kurzfristigen Absagen oder Verschiebungen kommen. Die speziellen Hygiene- und Verhaltensregeln aufgrund der Corona-Pandemie werden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nach Anmeldung zugesandt. Weitere Informationen zu diesen und weiteren Terminen des Biosphärenreservats finden sich unter www.pfaelzerwald.de/termine. Das gesamte deutsch-französische Garten-Programm ist unter www.pfaelzerwald.de/gaerten zu finden.

Das Projekt „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“ will die breite Öffentlichkeit im deutschen wie im französischen Teil des Biosphärenreservats für die Artenvielfalt im Alltag sensibilisieren und begeistern. So soll in den unbebauten Flächen von Städten und Dörfern ein ökologisches Handeln sanft und nachhaltig entwickelt werden. Das Projekt wird durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz sowie mit Mitteln aus dem Interreg V A-Projekt „NOE / NOAH“ gefördert.

Biosphärenschulen im Biosphärenreservat Pfälzerwald

Bewerbungen für Testphase bis 31. Juli 2021 möglich

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald strebt eine dauerhafte Kooperation mit Schulen an. Dazu soll in einer Testphase eine solche Kooperation zunächst mit zwei Modellschulen aufgebaut werden. Interessierte Schulen können sich bis 31. Juli 2021 beim Biosphärenreservat bewerben.

Während der Testphase werden gemeinsam mit den Modellschulen ein Konzept und Richtlinien erarbeitet, getestet und evaluiert. Anhand der bundesweiten Mindeststandards für die Zusammenarbeit von Nationalen Naturlandschaften – das sind in Deutschland Naturparke, Nationalparke, Biosphärenreservate und ein Wildnisgebiet – mit Schulen werden Kriterien für die Biosphärenschulen im Biosphärenreservat Pfälzerwald entwickelt.

Die Modellschulen sollen sich durch die Partnerschaft mit dem Biosphärenreservat als Ganzes zu einer nachhaltig agierenden Bildungseinrichtung entwickeln und verschiedene Ansätze zur nachhaltigen Entwicklung in die Unterrichtsgestaltung mit einbeziehen. Die Schulen sind eingeladen, sich als Teil des Biosphärenreservates zu fühlen und so zu erfahren, dass sie den Prozess zu mehr Nachhaltigkeit in der Region aktiv mitgestalten können. Durch den Bezug zu den Lebenswelten der Schülerinnen und Schüler kann ein konkretes, ganzheitliches Lernen ermöglicht werden. Die die Schule umgebenden Landschaften wie auch die historischen und aktuellen kulturellen Gegebenheiten sollen in die Unterrichtsgestaltung mit einbezogen werden.

Bei einer Online-Auftaktveranstaltungen sind kürzlich Lehrerinnen und Lehrer von Schulen aus dem Biosphärenreservat zusammengekommen, um sich zum Thema zu informieren. Mit dabei waren Vertreterinnen und Vertreter der rheinland-pfälzischen Bildungs- und Umweltministerien, des pädagogischen Landesinstituts, des Bezirksverbands Pfalz sowie des Biosphärenreservats, die das Konzept und das Vorgehen erläuterten. Weitere interessierte Schulen können sich informieren bei Anne Laux unter der Telefonnummer 06325 9552-47 sowie per E-Mail an a.laux@pfaelzerwald.bv-pfalz.de. Sie nimmt auch die Bewerbungen als Modellschule entgegen. Informationen gibt es zudem unter www.pfaelzerwald.de/biosphaerenschulen.

Das Projekt wird durch das Land Rheinland-Pfalz gefördert.

Schüler:innen spielen im Pfälzerwald
Lernen für mehr Nachhaltigkeit: Biosphärenschulen legen einen besonderen Wert auf das Thema

Kernzonen im Biosphärenreservat Pfälzerwald

Infoschilder klären über Ziele der Schutzgebiete und mögliche Umwanderung auf

Das Bild zeigt zwei Personen an einem Infoschild über die Kernzonen des Biosphärenreservats Pfälzerwald.
Informierten über die neue Beschilderung an der Kernzone „Quellgebiet der Wieslauter“: Biosphärenreservats-Direktorin Friedericke Weber und Forstamtsleiter Michael Grünfelder

An den Wanderwegen im Umfeld der Kernzonen „Quellgebiet der Wieslauter“ und „Stabenberg bei Neustadt“ im Biosphärenreservat Pfälzerwald wurden in den letzten Monaten durch das Team des Biosphärenreservats Pfälzerwald in Zusammenarbeit mit Landesforsten und der rheinland-pfälzischen Naturschutzbehörde insgesamt acht Informationstafeln aufgestellt. „Wir möchten an diesen Stellen darüber informieren, wofür die Kernzonen in unserem Biosphärenreservat da sind und welche potenziellen Gefahren sie für Wanderinnen oder Spaziergänger bergen“, erläuterte Dr. Friedericke Weber, Direktorin des Biosphärenreservats Pfälzerwald. Auf den Tafeln wird erklärt, dass die meisten Wanderwege, die noch durch die Kernzone führen, wegen querliegender Bäume und der besonderen Gefahrenlage nur noch mit großen Erschwernissen und unter Beachtung besonderer Sorgfalt begangen werden können und deshalb eine Umgehung beziehungsweise Durchquerung der Kernzone nur noch auf wenigen vorgeschlagenen markierten Wegen empfohlen wird.

Dazu ist auf den Tafeln eine schematische Karte der jeweiligen Kernzone mit einer Darstellung der empfohlenen Wanderwege abgebildet. Die Waldbesucherinnen und Waldbesucher erhalten auch Informationen über die Aufgaben und die Zielsetzung, die hinter den Kernzonen im Biosphärenreservat Pfälzerwald stehen. Michael Grünfelder, der das Forstamt Hinterweidenthal leitet, sagte: „Hier gibt es keine Wirtschaftsziele, hier steht der Naturschutz im Vordergrund. Und das Wichtigste für den Schutz der Natur ist die Einhaltung des Wegegebots.“ „Wir hoffen auf das Verständnis aller, die diesen besonderen Bereich unseres Biosphärenreservats besuchen“, fügte Friedericke Weber an.

Zur Kernzone Quellgebiet der Wieslauter

Das Bild zeigt einen umgestürzten Baum in einer Kernzone des Biosphärenreservats.
Blick in die Kernzone Pfaffenberg (Foto: FAWF)

Die Kernzone „Quellgebiet der Wieslauter“ ist mit einer Fläche von rund 2.400 Hektar die größte Zone für die natürliche Entwicklung im Biosphärenreservat Pfälzerwald. Sie wurde im Jahr 2007 erstmals im Biosphärenreservat Pfälzerwald per Verordnung ausgewiesen und steht damit unter einem besonderen Schutz. So wird der Wald beispielsweise seitdem schrittweise aus der forstlichen Bewirtschaftung genommen.

Die Verkehrssicherung auf den in der Kernzone markierten Wanderwegen, kann durch die ausbleibenden Pflegearbeiten im Wald im Laufe der Zeit nicht mehr in dem erforderlichen Umfang gewährleistet werden. Das Forstamt kann die Wegesicherung nicht mehr richtig wahrnehmen, da keine Maschinen zum Einsatz kommen können. Ein Einsatz der Forstwirte in der Kernzone ohne Maschinen ist aus Arbeitssicherungsgründen wegen der hohen Gefährdung nicht zu verantworten. Da umgestürzte Bäume so nicht mehr von den Wanderwegen gezogen und die Wege nicht mehr freigeschnitten werden können, ist heute eine gute und sichere Begehbarkeit der Wanderwege nur noch sehr eingeschränkt möglich, und wird deswegen nicht mehr empfohlen.

Um Wanderern und Wanderinnen, die vom Luitpoldturm und Hermersbergerhof nach Hinterweidenthal oder Merzalben beziehungsweise von Hinterweidenthal nach Merzalben und umgekehrt laufen wollen, die Situation zu erläutern, wurden an vier Hauptausgangspunkten für die oben genannten Streckenwanderungen Hinweistafeln aufgestellt. Diese finden sich an der Burg Gräfenstein, am Holländerklotz, am Luitpoldstein sowie am Eingang zum Zieglertal in Hinterweidenthal.

Zu den Kernzonen des Biosphärenreservats Pfälzerwald

In insgesamt 20 Kernzonen soll sich im Pfälzerwald die Natur wieder nach ihren eigenen Gesetzen entwickeln. Auf rund 5.400 Hektar – das entspricht drei Prozent der Gesamtfläche des Gebiets – ist die Waldbewirtschaftung eingestellt beziehungsweise wird sukzessive eingestellt. So wird ein vom Menschen weitestgehend unbeeinflusster Ablauf der natürlichen Prozesse möglich. Durch diesen sogenannten Prozessschutz kommt es im Lauf der Zeit zu einem vergleichsweise hohen Anteil alter Bäume und abgestorbenen Holzes. In Verbindung mit der naturnahen und nachhaltigen Bewirtschaftung auf der umgebenden Waldfläche ergibt sich insgesamt eine besondere Vielfalt an Lebensräumen für Tiere und Pflanzen. Dieses hohe Maß an Biodiversität trägt zum Prädikat „UNESCO Biosphärenreservat“ bei.

Eine neue Verordnung des Landes Rheinland-Pfalz über das Biosphärenreservat Pfälzerwald, die seit August 2020 gilt, löste die bis dahin geltende Naturpark-Verordnung ab. In der Biosphärenreservats-Verordnung sind die Kernzonen in ihrem jetzigen Umfang von drei Prozent der gesamten Gebietsfläche rechtlich verankert. In einem zuvor durchgeführten Prozess erweiterte das Land Rheinland-Pfalz unter Leitung des Umweltministeriums und unter Beteiligung vieler Akteure und Akteurinnen sowie unter Moderation des Bezirksverband Pfalz die Fläche der Kernzonen, die zuvor bei gut zwei Prozent gelegen hatte. Die Erweiterung der Kernzonen entspricht dem Anspruch der UNESCO an deutsche Biosphärenreservate und war ein wichtiger Schritt zur Erfüllung der mit der Auszeichnung als UNESCO Biosphärenreservat verbundenen Kriterien und Aufgaben.