Wo sind die Glühwürmchen? Aufruf zur Zählung – Biosphärenreservat lädt zum Infoabend am 21. Mai

Unter dem Motto „Wir zählen Glühwürmchen – wer zählt mit?“ ruft das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen zur Teilnahme an einem Bürgerforschungsprojekt auf: Vom 15. bis zum 30. Juni werden im gesamten Schutzgebiet gemeinsam Glühwürmchen gezählt! Hintergrund ist der seit Jahren beobachtete Rückgang der Bestände. Die Zählung soll Ergebnisse zu der Frage liefern, wie viele Tiere im Pfälzerwald vorkommen und wo sie leben.

Beteiligen können sich alle naturinteressierten Menschen. Wichtig für das Projekt ist, dass nur innerhalb der Grenzen des Biosphärenreservats gezählt wird! Wie genau die Zählung funktioniert, und was es dabei zu beachten gibt, erklärt das Projektteam im Rahmen eines Infoabends am Donnerstag, 21. Mai, um 19 Uhr in der Biosphärenakademie in Lambrecht. Thema sind rein praktische Fragen zu Uhrzeit, Beobachtungsort und richtigen Verhaltensweisen, um die Glühwürmchen nicht zu stören. Gleichzeitig gibt es an diesem Abend jede Menge spannende Hintergrundinformationen zu diesen faszinierenden Tieren – die übrigens Käfer und keine Würmer sind – sowie zum Schutz ihrer Lebensräume. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Rückfragen per Mail an gluehwuermchen@pfaelzerwald.bv-pfalz.de.

Wer nicht am Infoabend teilnehmen kann, findet im Nachgang alle wichtigen Informationen auf der Homepage des Biosphärenreservats unter www.pfaelzerwald.de/projekte/gluehwuermchen/

Bildunterschrift: Wer im Biosphärenreservat wohnt, kann möglicher Weise seine „Beobachtungsstation“ im eigenen Garten aufbauen. Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen

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Schätze der heimischen Natur entdecken!

Geführte Touren mit den Biosphären-Guides im Mai

Wer bei einer Wanderung oder einem Spaziergang gezielt die einzigartige Schönheit und Vielfalt des Pfälzerwaldes entdecken möchte, ist bei den Naturführungen der Biosphären-Guides richtig. Im Mai gibt es eine Tour zum Naturwunder Altschlossfelsen, eine Wanderung über Wiesen und Weiden, eine Tour zum Thema „Weißtanne“ sowie eine Führung durch die zweitgrößte Heidelandschaft Deutschlands, die Mehlinger Heide. Für alle Termine ist eine vorherige Anmeldung erforderlich, außerdem feste Schuhe und wetterfeste Kleidung.

Biosphären-Guide Anke Vogel führt am Samstag, 9. Mai, entlang des rund 1,5 Kilometer langen Buntsandsteinfelsenriffs und Naturdenkmals Altschlossfelsen. Unter dem Titel

„Altes Schloss, Natur, Felsen und Geschichte“ gibt sie Hintergrundinformationen zu Eigenarten der Landschaft und deren Geschichte. Das Angebot richtet sich an Familien mit Kindern. Die Teilnahme kostet 10 Euro pro Erwachsenen inkl. Begrüßungs- und Altschlosstrunk, 5 Euro pro Kind. Treffpunkt ist um 11 Uhr am Spießweiher-Parkplatz

in Eppenbrunn. Anmeldung per Mail an ankevogel@g-ig.de oder telefonisch an 06331-62124 oder 0152-21664944.

„Per Anhalter durch Wald, Wiese und Weide“ geht es am Sonntag, 10. Mai, von 11 bis 14.30 Uhr. Biosphären-Guide Heidrun Knoch vermittelt während der etwa 4,5 Kilometer langen Tour für Erwachsene und Familien Wissenswertes über das Biosphärenreservat, insbesondere über das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“. Die Teilnahme kostet 14 Euro pro Erwachsene, 8 Euro pro Kind. Kinder bis sechs Jahre sind frei. Treffpunkt ist am Friedhofsparkplatz in Pleisweiler-Oberhofen. Anmeldung online unter naturfuehrer-pfalz.de/veranstaltungen/ oder telefonisch unter 0172-4988009.

Am Sonntag, 17. Mai, heißt das Motto „Ä Tännchen, please – Prima fürs Klima im Pfälzerwald“. Auf der Tour zum Thema „Weißtanne“ lädt Biosphären-Guide Johanna Thomas-Werling zum Hören, Staunen, Riechen, Fühlen und Raten ein!

Das Angebot richtet sich an Erwachsene und Familien. Die Teilnahme kostet 12 Euro pro Person, Kinder in Begleitung sind frei. Treffpunkt ist um 13 Uhr am Wanderparkplatz, St. Germanshof in Bobenthal. Anmeldung über das Biosphärenreservat per Mail an anmeldung@pfaelzerwald.bv-pfalz.de.

Die Mehlinger Heide ist nach der Lüneburger Heide die zweitgrößte Heidelandschaft in Deutschland und steht seit 2001 unter Naturschutz. Biosphären-Guide Susanne Ecker gibt am Freitag, 22. Mai von 17 bis 20 Uhr Einblicke in Entstehung und Reichtum dieser Landschaft. Das Angebot richtet sich an Erwachsene und kostet 9 € pro Person.

Anmeldung über das Biosphärenreservat per Mail an anmeldung@pfaelzerwald.bv-pfalz.de

Weitere Termine und Informationen online unter www.pfaelzerwald.de

Biosphären-Guides im Pfälzerwald und an der Weinstraße

Mehr als 40 Personen sind als Biosphären-Guides im Pfälzerwald tätig. Neben ihrer Ausbildung zum Natur- und Landschaftsführer haben sie eine Zusatzqualifikation als Biosphären-Guide absolviert. Damit sind sie Experten für das grenzüberschreitende Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen.

Sie bieten kenntnisreiche und kurzweilige Führungen an und helfen so, dem Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen Gesicht und Stimme zu geben. Sie bringen Gästen wie Einheimischen dessen Schönheit, Einzigartigkeit und Vielfalt näher und vermitteln gleichzeitig Zielsetzung und Auftrag des Schutzgebiets. Die Ausbildung wird vom Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen in Zusammenarbeit mit Landesforsten Rheinland-Pfalz und der Regioakademie angeboten. Die Qualifizierung wurde durch das Land Rheinland-Pfalz unterstützt.

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Naturdenkmal Altschlossfelsen. Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen/Yannick Baumann

 

„Savoir vivre“ Deutsch-französischer Biosphären-Bauernmarkt am Erlebnis-Sonntag in Neustadt

Am Sonntag, 3. Mai ist es wieder soweit: das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen lädt zum deutsch-französischen Biosphären-Bauernmarkt auf dem Marktplatz und Juliusplatz nach Neustadt an der Weinstraße ein! Von 11 bis 18 Uhr bieten mehr als 40 Stände umweltschonend erzeugten Produkte aus dem Pfälzerwald, von der Weinstraße und aus den Nordvogesen. Ein wahres Füllhorn an Köstlichkeiten sorgt für das Gefühl von französischer Lebensart nach dem Motto „savoir vivre“: Unter anderem gibt es Obst und Gemüse, Wurst und Fleisch von Lamm, Wild und Schwein, Ziegenkäse, Baguette, Essige, Säfte, Biowein und -sekt, Marmeladen und Honig, Öl, Teigwaren und Kompott. Ein vielfältiges Getränkeangebot von Winzern und Bierbrauern gehört ebenso dazu.

Ergänzt wird der Biosphären-Bauernmarkt durch einen „Erlebnissonntag“ in der Neustadter Innenstadt:  Ab 13 Uhr sind alle Geschäfte in der Innenstadt geöffnet, Weinevent und Elwetritsche-Rennen laden zum Verweilen ein. Das Zentrum von Neustadt ist sehr gut mit Bus und Bahn zu erreichen, vom Hauptbahnhof sind es nur wenige Schritte in die Innenstadt und bis zum Marktplatz.

Ziel der deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkte ist es, die Landwirtschaft in der Region zu stärken und Einheimische wie Gästen für den Kauf von umweltschonend erzeugten Produkten zu begeistern. So werden lange Transportwege vermieden und die Verbraucherinnen und Verbraucher können direkt dazu beitragen, die einzigartige Kulturlandschaft des Biosphärenreservats zu erhalten und das Klima zu schützen.

Weitere Termine der deutsch-französischen Bauernmärkte online unter www.pfaelzerwald.de/bauernmaerkte.

Die Biosphären-Bauernmärkte werden unterstützt durch das Land Rheinland-Pfalz.

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Blick aus der Vogelperspektive auf den Biosphären-Bauernmarkt in Neustadt. (Foto: Biosphärenreservat/Klaus Venus)

Aus Leidenschaft für Tiere und Natur Sindeltaler Ziegenhof ist neuer Partnerbetrieb im Biosphärennetzwerk

Mit einer Herde von rund 50 Tieren betreibt Familie Albert in Hochspeyer den Sindeltaler Ziegenhof. Als Partnerbetrieb im Netzwerk des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen hat sich der Betrieb hinsichtlich Nachhaltigkeit, Qualität sowie Regionalität der Produkte zertifiziert. Biosphärenreservats-Direktorin Friedericke Stakelbeck besuchte den Hof zur offiziellen Auszeichnung mit dem Partnerschild.

Als landwirtschaftlicher Nebenerwerbsbetrieb haben sich Anke und Daniel Albert drei Ziele gesteckt: Schutz der Kulturlandschaft, Produktion regionaler Lebensmittel wie Fleisch und perspektivisch auch Käse sowie Bildungsangebote zum Umgang mit den Tieren. Konkret bedeutet das eine externe Beweidung insbesondere von Steillagen, die ohne das Zutun der Tiere von Sträuchern und Gebüsch überwuchert würden. Damit ginge der Lebensraum für zahlreiche Insekten und Reptilien verloren. Um verschiedene Weiden zu erreichen, wandern Sie mit ihren Tieren bis nach Frankenstein oder Esthal. „Je nach Wetter sind wir zwischen drei und vier Stunden unterwegs“, berichtet Anke Albert. Die Herde setzt sich erst in den Sommermonaten in Bewegung, wenn auch die Zicklein stark genug für den Marsch sind. Eine artgerechte Haltung steht auf dem Sindeltaler Hof im Vordergrund, betonen beide: „Unsere Tiere leben das ganze Jahr im Freien und kommen nur im Winter den Stall. Wir setzten auf eine muttergebundene Nachzucht und behalten das Wohl der Tiere im Auge.“

Für Familie Albert kommt dem Leben und Arbeiten in einem Schutzgebiet eine besondere Bedeutung zu: „Das Biosphärenreservat ist für uns der Ort, wo wir als Familie mit der Natur leben dürfen. Es ist uns ein Anliegen, diesen Lebensraum für Menschen und Tiere zu erhalten. Mit unseren Ziegen können wir ganz konkret dazu beitragen und die vorhandene Vielfalt nachhaltig unterstützen.“ Für die Zukunft wünschen sie sich, mit anderen Betrieben aus dem Partner-Netzwerk in Austausch zu kommen. „Wir können nicht nur Erfahrungen miteinander teilen, sondern auch die Reichweite unserer betrieblichen Außenwirkung vergrößern indem wir beispielsweise mit gastronomischen Betrieben zusammenarbeiten,“ so Daniel Albert. Weitere Informationen zum Betrieb unter www.pfälzerwald-ziegen.de.

Ziel der Partnerinitiative des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen ist es, den Zusammenschluss von umweltfreundlich agierenden Betrieben und Dienstleistungsunternehmen zu fördern. Bisher haben sich rund 70 Betriebe sich im Biosphären-Netzwerk zusammengeschlossen. Sie zeigen mit ihrer Arbeit, wie Nachhaltigkeit ganz praktisch funktionieren kann und können so Anregungen und Tipps für andere liefern. Die Kriterien um Partnerbetrieb werden zu können, sind bundesweit in Biosphärenreservaten, Nationalparken und Naturparken einheitlich und garantieren einen hohen Standard, vor allem hinsichtlich Nachhaltigkeit und Qualität sowie Regionalität der Produkte und Dienstleistungen. Als Auszeichnung erhalten die zertifizierten Betriebe ein Partnerschild und dürfen mit dem Logo des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen werben.

Hintergründe zur Biosphären-Partner-Initiative unter www.pfaelzerwald.de/partner-biosphaerenreservat.

Das Partnernetzwerk wird über das Land Rheinland-Pfalz unterstützt.

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Biosphärenreservats-Direktorin Dr. Friedericke Stakelbeck (l.) überreicht das Partnerschild an Familie Albert. Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen/Franziska Keller

Der Wald als Ressource und Ort zum Nachdenken Biosphärenreservat zertifiziert Fassküferei Eder in Bad Dürkheim

„Wir sind ein Familienbetrieb und identifizieren uns stark mit dem Pfälzerwald. Er hat für uns eine wichtige Bedeutung als Quelle nachwachsender und nachhaltiger Ressourcen“, sagte Jonas Eder beim Gang durch die Küferei in Bad Dürkheim, zu der auch eine hauseigene Schreinerei und ein Sägewerk gehören. Er zeigte der Direktorin des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen, Dr. Friedericke Stakelbeck, wo maßgefertigte Fässer, Möbel und Spezialanfertigungen für unterschiedlichste Einsatzzwecke entstehen. Anlass des Besuchs war die Aufnahme der Wilhelm Eder GmbH in das Partnernetzwerk des Biosphärenreservats. „Bei uns trifft traditionelle Handwerkskunst auf moderne Kreislaufwirtschaft. Wir stellen mit Leidenschaft fürs Handwerk Unikate her und nutzen dazu ausschließlich zertifiziertes oder recyceltes Holz.“  Es sei ihm ein großes Anliegen gewesen, Partnerbetrieb im Biosphären-Netzwerk zu werden: „Wir bringen uns aktiv in den Umweltschutz ein,“ erklärt er und zählt Maßnahmen auf, die neben dem Pflanzen von Bäumen auch die Patenschaft für einen im Pfälzerwald ausgewilderten Luchs beinhalten. „Unsere Vision ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung des Waldes zu stärken. Er spielt auch für mich persönlich eine große Rolle. Er ist für mich ein Ort zum Nachdenken, zum Spazieren mit dem Hund und zur Erinnerung daran, dass wir alle nur ein kleiner Teil eines größeren Ganzen sind.“

Bei den Partnerbetrieben des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen handelt es sich um Modellbetriebe verschiedenster Branchen aus der Region. Rund 70 Betriebe haben sich im Biosphären-Netzwerk zusammengeschlossen. Sie zeigen mit ihrer Arbeit, wie Nachhaltigkeit ganz praktisch funktionieren kann und können so Anregungen und Tipps für andere liefern.

Die Kriterien um Partnerbetrieb werden zu können, sind bundesweit in Biosphärenreservaten, Nationalparken und Naturparken einheitlich und garantieren einen hohen Standard, vor allem hinsichtlich Nachhaltigkeit und Qualität sowie Regionalität der Produkte und Dienstleistungen. Als Auszeichnung erhalten die zertifizierten Betriebe ein Partnerschild und dürfen mit dem Logo des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen werben. Weitere Informationen über den Familienbetrieb Eder unter www.faesser-shop.de. Hintergründe zur Biosphären-Partner-Initiative unter www.pfaelzerwald.de/partner-biosphaerenreservat.

Das Partnernetzwerk wird über das Land Rheinland-Pfalz unterstützt.

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Biosphärenreservats-Direktorin Dr. Friedericke Stakelbeck überreicht das Partnerschild an Jonas Eder. Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen/Franziska Keller

Internationales Jahr der Weiden und Hirten / Jahrespressekonferenz im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen

Weidelandschaften und Hirtentum haben für die globale Entwicklung der Umwelt einen unschätzbaren Wert. Um diesen Umstand stärker ins Bewusstsein von Öffentlichkeit und Politik zu rücken, riefen die Vereinten Nationen auf Vorschlag der Mongolei das Jahr 2026 zum International Year of Rangelands and Pastoralists (IYRP) aus.

Inwiefern dieses globale Thema vor Ort im Pfälzerwald von Bedeutung ist, das erklärte die Direktorin des Biosphärenreservats, Dr. Friedericke Stakelbeck, zusammen mit ihrem Team auf einer Schafweide in Erlenbach bei Dahn. „Weidelandschaften und Beweidung sind mit Blick auf Umweltschutz und Zukunftsgestaltung auch in unserer Region wichtige Faktoren“, sagte Stakelbeck. „Weidetiere wie Schafe, Ziegen oder Rinder erhalten die artenreichsten Lebensräume: Offene Flächen wie Wiesen und Weiden! Sie sind Heimat für seltene, teilweise stark gefährdete Vögel, Schmetterlinge, Insekten und Orchideen – um nur einige Beispiele zu nennen. Wenn wir zum Schutz der Biodiversität beitragen möchten und eine nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen fördern wollen, spielen Beweidungsprojekte eine wichtige Rolle.“ Die Jahrhunderte lange Bewirtschaftung der Landschaft durch Berufe wie die Wanderschäferei schuf im Biosphärenreservat Pfälzerwald eine einzigartige Kulturlandschaft. Der Wechsel zwischen dichten Mischwäldern, weiten Wiesen und mächtigen Felsformationen ist nicht nur für Tiere und Pflanzen ein wichtiger Lebensraum, sondern auch Heimat und Lebensgrundlage für Menschen sowie ein Ort der Erholung und Regeneration.

Um diesen Lebensraum langfristig zu erhalten, engagiert sich das Biosphärenreservat stark für die Interessen von Schäfern und Schäferinnen aber auch anderer Beweider und Beweiderinnen. Dabei spielt sowohl die Unterstützung von nachhaltig wirtschaftenden Betrieben eine Rolle wie auch der Schutz des Lebensraums für Menschen und Tiere. In der Umsetzung geschieht das in unterschiedlichen Projekten und Maßnahmen, die die ganze Bandbreite dieser vielschichtigen Thematik berücksichtigen und so perfekt ineinandergreifen können. Aktuell setzt das Biosphären-Team – stets unter Einbeziehung der Öffentlichkeit – folgende Projekte in Bezug auf Artenschutz und Weidelandschaft um:

  • Das chance.natur-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“, mit dem Ziel, durch extensive Beweidung oder mithilfe ziehender Herden artenreiche Offenlandbereiche wieder herzustellen und zu erhalten.
  • Ein wissenschaftliches Forschungsprojekt zum Vorkommen von Pflanzen- und Vogelarten auf der Waldweide am Beispiel der Flächen in St. Martin.
  • Die Streuostweise als schützenswerter Raum und Ressource für nachhaltige Produkte.
  • Die Dokumentation von landschaftlichen Veränderungen im internationalen Verbund des Interreg-Projekts „Horizont Climatic“
  • Kulinarische Aktionswochen im Rahmen der Biosphären-Partnerinitiative, die den Konsum regionaler Produkte wie Fleisch heimischer Weidetiere fördert.

Das Biosphärenreservat lädt als impulsgebende Einrichtung alle Menschen dazu ein, sich zu beteiligen, um die Gegenwart und die Zukunft mitzugestalten, sich aktiv einzubringen oder auch entspannt zu genießen. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen bietet zahlreiche Gelegenheiten dazu!

Mehr dazu unter www.pfaelzerwald.de

Die Pressemappe mit vertiefenden Texten und Bildmaterial finden Sie im Pressebereich unserer Homepage unter www.pfaelzerwald.de/presse/

Soziale Arbeit trifft nachhaltiges Handwerk

Inklusionsbetrieb Adrete erhält Zertifikat als Biosphären-Partnerbetrieb

Die Adrete gGmbH in Merzalben ist ein gemeinnütziges Unternehmen, das sich für die berufliche Inklusion von Menschen mit Behinderungen einsetzt. Roger Stadler und Jochen Weber bieten in ihrer Werkstatt aktuell sechs Beschäftigten eine Arbeitsstelle in den Bereichen Holzverarbeitung, Montage und Verpackung. „Wir befinden uns noch im Aufbau“ sagt Jochen Weber „Langfristig können zwölf Personen hier eine Stelle finden.“ Zudem sind im Betrieb drei Angestellte tätig, die sich um interne Organisation und Aufläufe kümmern. „Damit haben wir einen außerordentlich guten Betreuungsschlüssen, der es uns ermöglich individuell auf die Eignung der Beschäftigten einzugehen,“ erklärt Weber. Seit dem Jahr 2023 hat Adrete die Zulassung als anerkannter „Anderer Leistungsanbieter gemäß § 60 SGB IX. im Bereich Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM)“. Was kompliziert klingt, ist eigentlich ganz einfach, so Roger Stadler: „Das bedeutet, dass wir Menschen mit Behinderung einen alternativen Arbeitsplatz und soziale Teilhabe anbieten können. Durch einen offenen Austausch stärken wir das Gemeinschaftsgefühl und verbinden Bildung, Selbstbestimmtheit und berufliche Förderung.“

Im konkreten Arbeitsalltag sieht das so aus, dass jeder Tag mit einem gemeinsamen Frühstück beginnt. „Dabei besprechen wir, was es an diesem Tag zu tun gibt und wer welche Tätigkeit übernimmt,“ sagt Stadler während er durch den Werkstattraum führt. Hier entstehen Wildbienenhotels, modulare Vogelhäuschen, die sich durch den Austausch eines einzigen Elements in eine Futterstation verwandeln lassen oder individualisierte Schlüsselanhänger. Das verarbeitete Holz stammt aus nachhaltigem, regionalem Anbau. „Um langfristig erfolgreich zu sein, legen wir Wert auf einen bewussten Umgang mit Ressourcen. So können wir ökologisch und ökonomisch verantwortlich agieren und nachhaltiges Handwerk anbieten“, erklärt Stadler. Als Partnerbetrieb im Biosphärennetzwerk will er diesen Aspekt des Unternehmens unterstreichen. Die nachhaltige Produktpalette sei jederzeit erweiterbar, betont er. Sie richtet sich nach den Wünschen der Kundinnen und Kunden. Dabei seien sowohl Einzelanfertigungen wie Kleinserien möglich.

Wer das Unternehmen kennenlernen möchte, kann in Merzalben direkt in der Werkstatt einkaufen oder Bestellungen aufgeben. Wer einen inklusiven Arbeitsplatz sucht, kann einen Schnuppertag buchen, um die Arbeitsweise und das Miteinander im Betrieb kennenzulernen. Detaillierte Informationen zu Terminvereinbarungen, Leitbild und Produkten gibt es unter www.adrete.de

Die Partnerbetriebe des Biosphärenreservats werden bundesweit nach einheitlichen Qualitäts- und Umweltstandards zertifiziert. Sie verbindet das gemeinsame Anliegen, sich für eine nachhaltige Entwicklung in ihrer Region zu engagieren. Bisher haben sich rund 70 Betriebe aus unterschiedlichen Branchen dem Netzwerk angeschlossen. Wer Wert auf nachhaltige Produkte oder Dienstleistungen legt, findet einen Überblick der Biosphären-Partnerbetriebe online unter www.pfaelzerwald.de/partner-biosphaerenreservat.

Das Partnernetzwerk wird über das Land Rheinland-Pfalz unterstützt.

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Biosphärenreservats-Direktorin Dr. Friedericke Stakelbeck (2.v.l.) überreicht das Partnerschild an das Team von Adrete in Merzalben. Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen/Franziska Keller

Ein Heim für alte Nutztierrassen Arche-Hof schließt sich Biosphären-Partnernetzwerk an

Im Arche-Hof am Rosenberg leben vom Aussterben bedrohte Nutztier-Rassen. Brillenschafe, Tauernschecken-Ziegen, Glan-Rinder und Sundheimer-Hühner haben hier ein Zuhause. Gleichzeitig setzt sich der Arche-Hof für den Schutz der Kulturlandschaft ein, die in Waldfischbach-Burgalben durch Wiesen und Weiden geprägt ist. „Unsere Tiere leisten einen wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege: Sie schützen die offenen und artenreichen Flächen davor, von Hecken und Gebüsch überwuchert zu werden,“ erklärt Irene Schwarz von der franziskanischen Gemeinschaft „Schöpfung bewahren“. Die kleine Gruppe bewirtschaftet den Hof zusammen mit Jürgen Edrich aus Hermersberg. „Ein weiterer Schwerpunkt für uns ist die Naturpädagogik. Wir fördern die Interaktionen mit Tieren – zum Beispiel für Menschen mit Beeinträchtigungen oder bei tiergestützten Interventionen durch Therapeuten. Außerdem gehören Spaziergänge mit Ziegen und Ziegenführerscheine für Kinder zu unseren Angeboten“, führt Irene Schwarz aus. Der Arche-Hof ist ein von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) anerkanntes Projekt.

Aufgrund seines umfassenden Engagements hat sich der Arche-Hof nun auch als Partner-Betrieb des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen zertifiziert. Damit gehört er zu einem Netzwerk aus rund 70 Betrieben verschiedenster Branchen, die sich vor allem hinsichtlich Nachhaltigkeit und Qualität sowie Regionalität der Produkte und Dienstleistungen auszeichnen. Biosphärenreservats-Direktorin, Dr. Friedericke Stakelbeck, überreichte das offizielle Partnerschild vor Ort in Waldfischbach-Burgalben. Irene Schwarz erhofft sich von der künftigen Zusammenarbeit im Netzwerk Synergie-Effekte: „Unser Hof liegt mitten im Biosphärenreservat. Da war es naheliegend uns als Partner zu bewerben, um künftig noch breiter über die Arche-Projekte zu informieren und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.“

Besucherinnen und Besuchern steht der Arche-Hof offen – Termine können unter der Telefon-Nummer 0172 6 42 85 51 vereinbart werden. Außerdem sind Vertreterinnen und Vertreter des Hofs auf regionalen Märkten anzutreffen. Mit dem Verkauf von Filzartikeln und Düngepellets aus Brillenschafwolle trägt die Gruppe zum Unterhalt der Einrichtung bei. „Gewinn will und kann hier niemand erzielen, die Helferinnen und Helfer arbeiten alle ehrenamtlich“, betont Irene Schwarz.

Weitere Infos zum Arche-Hof unter www.brillenschafe.beepworld.de. Hintergründe zum Partnernetzwerk und zum Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen unter www.pfaelzerwald.de

Das Partnernetzwerk wird durch das Land Rheinland-Pfalz unterstützt.

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Biosphärenreservats-Direktorin Dr. Friedericke Stakelbeck (r.) überreicht das Partnerschild an Irene und Karlheinz Schwarz auf dem Arche-Hof in Waldfischbach-Burgalben. Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen/Franziska Keller

Genuss aus der Region

Kulinarische Wochen bei den Biosphären-Partnerbetrieben

Die kulinarischen Wochen im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen rücken Spezialitäten in den Mittelpunkt, die aus regionalen Produkten frisch zubereitet werden. Damit stehen sie ebenso für besonderen Genuss wie für Nachhaltigkeit. Traditionell starten die kulinarischen Wochen in der Osterzeit. Vom 27. März bis 12. April bieten sechs ausgewählte Restaurants aus dem Partnernetzwerk Lammgerichte in verschiedenen Variationen an. Mit dabei sind das Restaurant Seehaus Forelle am Eiswoog bei Ramsen, der Pfälzer Hof in Edenkoben, das Restaurant 7 Raben im Jägerthal bei Bad Dürkheim, das Hotel-Restaurant Fröhlich in Kaiserslautern, das Restaurant Ritterhof zur Rose in Burrweiler und das Gasthaus Müllers Lust in Hofstätten.

Das Lammfleisch stammt von Schäfereibetrieben aus der Region. Eine umweltschonende Aufzucht der Lämmer auf kräuterreichen Wiesen im Pfälzerwald sowie kurze Transportwege und eine Schlachtung, die das Wohl der Tiere im Blick behält, garantieren ein Fleisch von besonderer Qualität und Frische, das sich durch eine günstige Kohlendioxid-Bilanz auszeichnet.

Die Schäferinnen und Schäfer beweiden mit ihren Herden Talwiesen und offene Flächen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz und Erhalt der Kulturlandschaft im Biosphärenreservat. Hier schließt sich der Kreis zum chance.natur-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“, dessen Ziel es ist, mithilfe ziehender Herden Offenlandbereiche, in denen viele teilweise stark gefährdete Tier- und Pflanzenarten eine Heimat haben, zu erhalten.

Weitere kulinarische Aktionen

Rund um das Fleisch von Weiderindern wie Galloway-, Heck- oder Glanrindern sowie um weitere Produkte aus dem Pfälzerwald wie Wild, Kräuter und Beeren drehen sich die kulinarischen Aktionswochen im Juni, im September und im Oktober. Auch hier arbeitet das Biosphären-Team mit gastronomischen Partnerbetrieben des Biosphärenreservats zusammen.

Koordiniert werden die kulinarischen Wochen durch die Geschäftsstelle des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen in Lambrecht. Diese Aktion wird vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz finanziell unterstützt.

Alle Infos zu den kulinarischen Aktionswochen des Biosphärenreservats Pfälzerwald unter www.pfaelzerwald.de/termine oder www.pfaelzerwald.de/kulinarische-aktionstage/

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Tragen wesentlich zum Erhalt der Kulturlandschaft und zum Naturschutz im Biosphärenreservat Pfälzerwald bei: weidende Schafherden. Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen/Foto: Norman Krauß

Neue Hirtenwege im Pfälzerwald Interview mit Projektleiter Helmut Schuler: Bilanz zum Jahreswechsel

Extensiv genutzte Wiesen und Weiden zählen zu den artenreichsten Lebensräumen im UNESCO Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen. Doch überall wo die Landschaftspflege durch Weidetiere langfristig fehlt, wird die typische Flora und Fauna unweigerlich von dichtem Buschwerk verdrängt und ihr Lebensraum geht verloren. Ihn zu schützen ist Ziel des Projekts „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“. Vor dem Hintergrund des dramatischen Artenverlustes in Deutschland kommt dem Vorhaben eine entscheidende Bedeutung zu. Aufgrund seines Vorbildcharakters wird das Projekt von Bund, Land und Bezirksverband Pfalz mit insgesamt rund 11,5 Millionen Euro finanziert. Das Fördergebiet umfasst rund 8.300 Hektar und ist Teil des Programms „chance.natur–Bundesförderung Naturschutz“.

Bereits 2017 ging das Projekt mit der Konzeptentwicklung an den Start. Die Umsetzungsphase, kurz Projekt II, begann im Frühjahr 2024. Der gesamte Prozess von der Planung bis zur Umsetzung nimmt über zehn Jahre in Anspruch, für das Projektteam gilt es auf dem Weg zahlreiche Aufgaben zu bewältigen.

 Wenn Sie auf das Jahr 2025 zurückschauen: Was war der größte Erfolg im Hirtenwegeprojekt? Was war die größte Herausforderung?

Wir sind sehr froh, dass wir mit unserem engagierten Team an verschiedenen Standorten im Pfälzerwald und am Haardtrand, wie beispielsweise am Haardter Schloss bei Neustadt oder in Leinsweiler, unterschiedliche Naturschutzmaßnahmen umsetzen können. Das bedeutet in einem ersten Schritt, dass wir stark überwachsene Flächen überhaupt erst für die Weidetiere wie z.B. Schafe zugänglich gemacht haben. Dabei kommen häufig Spezialmaschinen zum Einsatz, die besonders boden- und humusschonend arbeiten. In Hanglagen übernehmen oft Ziegen diese sogenannten „Erstentbuschungsmaßnahmen“.

Die größte Herausforderung ist für uns die Sicherung der Maßnahmenflächen. Der Ankauf oder die langfristige Pacht von künftigem Weideland ist Voraussetzung für eine Förderung der Maßnahmen. Die Pfalz ist als Realerbteilungsgebiet historisch bedingt stark durch die kleinteilige Besitzzerstückelung der Flächen geprägt. Daher gestaltet sich die Flächensicherung für uns als echte Herkulesaufgabe. Wir müssen mit hunderten von Parzelleneigentümern Kontakt aufnehmen und viel Überzeugungsarbeit leisten, um hektargroße Weideflächen zusammenhängend im Projekt nutzen zu können.

Wanderschäfer, die zusammen mit ihren Tieren in der Natur übernachten und über weite Strecken unterwegs sind gibt es heute praktisch nicht mehr. Wie sieht der Beruf des Schäfers heute aus?

Das Ziehen mit den Herden über weitere Strecken wie es zum Teil bis in die jüngste Vergangenheit noch üblich war, ist deutlich zurückgegangen. Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen von der Zerschneidung der Landschaft durch Verkehrswege, dem Verlust von Zugwegen durch konkurrierende Nutzer bis zu Akzeptanzproblemen durch Bewohner und Besucher der Region. Bei der Herde zu übernachten, wie dies früher noch üblich war, ist für die meisten Schäfer heute nicht mehr zeitgemäß. Werden die Schafe traditionell gehütet, bedeutet dies ein Leben mit der Herde die ganze Woche über und bei jedem Wetter, was für viele Tierhalter zu beschwerlich ist. Heute übernachten die meisten Schäfer zu Hause und koppeln die Tiere auf Nachtweiden mit mobilen Zäunen. Die Zugwege großer Herden, die zu Projektbeginn noch von der Rheinebene bis in den Wasgau verliefen, haben sich bei den meisten Betrieben deutlich verkürzt. Das bedeutet für unser Projekt, dass wir die Schäfer auf den noch bestehenden Zugwegen durch vielfältige Maßnahmen unterstützen zum Beispiel indem wir Weideflächen sichern oder mobile Zäune bereitstellen.

Überall dort, wo es keine Reaktivierung dieser historischen Nutzungsform gibt, greifen wir auf extensive Beweidungsformen mit Schafen oder Robustrindern zurück.

Auch die Mahdnutzung in Form von wenigen, zeitlich dem Standort und der Vegetation angepassten Pflegeschnitten pro Jahr, spielt beim Schutz von Wiesen und Weiden als Lebensraum eine wichtige Rolle, denn das völlige Ausbleiben von Pflegeschnitten führt mit der Zeit ebenfalls zu einer Reduzierung des Blüten- und des Artenreichtums. Das Mähgut ist nicht zuletzt ein wichtiges Winterfutter für alle Weidetiere.

Sind Ziegen, Rinder und andere Weidetiere ein adäquater Ersatz für Schafe?

Der gezielte Einsatz des spezifischen Weideverhaltens ist der Schlüssel: Ziegen verbeißen Büsche und Sträucher und sind deshalb zur Erstpflege von Flächen bestens geeignet. Rinder und Schafe sind eher Grasfresser und werden vor allem dort eingesetzt, wo Flächen bereits für die Beweidung vorbereitet sind und dauerhaft offengehalten werden sollen. Weidende Rinder können aufgrund ihrer Vorliebe für Gräser in den offenzuhaltenden Grünlandbeständen dazu beitragen, wertvolle Kräuter zu fördern. Ihr Einsatz ist jedoch eher den weniger steilen Lagen vorbehalten. Ziegen und Schafe eignen sich als Leichtgewichte besonders für Steilhänge oder terrassierte Lagen.

Welche Flächen wurde durch Beweidung bereits als Offenland zurückgewonnen und wann kann man mit der Neuansiedlung von Fauna und Flora rechnen?

Wir haben bereits an verschiedenen Standorten Beweidungsmaßnahmen durchgeführt, beispielsweise unterhalb des Slevogthofes bei Leinsweiler oder am Haardter Schloss. Maschinelle Auflichtungen wurden bei Weyher oder in Gräfenhausen am Wingertsberg durchgeführt. Hier konnten wir einen ortsansässigen Schäfer gewinnen, der auf unseren Flächen nun sukzessive Flächen beweidet.

Die Neuansiedlung von Flora und Flora hängt von vielen Faktoren ab. Beispielsweise ist die Entwicklung von artenreichem Grünland auf bisherigen Waldstandorten in der Regel ein längerer Prozess als auf Flächen, die zum Teil noch mit Gräsern und Kräutern bewachsen waren. Auf solchen Standorten ist noch mit einem Samenpotential im Boden zu rechnen, das zügig wieder aktiviert werden kann.

Was sind die Projektziele für 2026?

Für 2026 möchten wir noch weitere Flächen für extensive Beweidungs- und Mahd-Maßnahmen erschließen und bestehende Beweidungen ausweiten. Zudem soll das Naturschutzgroßprojekt mit einer Wanderausstellung, die durch das Projektgebiet zieht, in der Region noch bekannter gemacht werden. Durch diese Kommunikationsarbeit möchten wir die Besucherinnen und Bewohner*innen des Biosphärenreservats noch stärker für das Projekt begeistern, denn nicht zuletzt gewinnt die lichtdurchflutete Offenlandschaft durch die Projektmaßnahmen deutlich an Attraktivität.

 Mehr zum chance.natur-Projekt unter www.hirtenwege-pfaelzerwald.de.

Bildunterschrift:

Projektleiter Helmut Schuler unterwegs auf Beweidungsflächen. Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen/Franziska Keller