Wild und nachhaltig

Kulinarische Pfälzerwald-Wochen in 12 Partner-Restaurants des Biosphärenreservats

Das Bild zeigt den Blick vom Felsen Asselstein zum Trifels im frühen Herbst mit seinen bunt gefärbten Laubbäumen.
Landschaftlich und kulinarisch ein Leckerbissen: Der Pfälzerwald und die Weinstraße im Herbst (Fotos: Yvon Meyer)

Leckere Produkte direkt aus dem Biosphärenreservat frisch zubereitet auf den Teller: Das gibt es von 15. bis 31. Oktober in 12 Partner-Restaurants des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen. Bei den kulinarischen Pfälzerwald-Wochen tischen die Köchinnen und Köche sowohl traditionelle Hausmannkost als auch ausgefallene Kreativgerichte auf. Immer stehen bei diesem herbstlichen Genuss typische Produkte aus dem Pfälzerwald im Mittelpunkt – allen voran frisches Wildbret, das frei von Geschmacksverstärkern oder Konservierungsstoffen ist. So bleibt der natürliche Charakter des Produkts erhalten und nachhaltig ist es von Natur aus auch. Pilze, Kastanien, Beeren und Kräuter aus dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands spielen ebenfalls mit.

Das Bild zeigt den Blick über die herbstlichen Weinberge mit typisch gelb bis rot gefärbten Weinreben.

An den kulinarischen Pfälzerwald-Wochen im Biosphärenreservat beteiligen sich das Seminar- und Gästehaus Burghof Stauf bei Eisenberg, das Restaurant Seehaus Forelle am Eiswoog bei Ramsen, das Naturfreundehaus Rahnenhof bei Carlsberg-Hertlingshausen, das Restaurant 7 Raben bei Bad Dürkheim, das Restaurant Sommerhaus in Kaiserslautern, das Hotel-Restaurant Fröhlich in Kaiserslautern-Dansenberg, das Naturfreundehaus Finsterbrunnertal bei Trippstadt, die Weinstube zur Herberge in Neustadt, das Hotel-Restaurant Pfälzer Hof in Edenkoben, das Restaurant Ritterhof zur Rose in Burrweiler, das Gasthaus Müllers Lust in Hofstätten, sowie das Landhaus Tausendschön in Fischbach bei Dahn.

Im Hotel-Restaurant Pfälzer Hof in Edenkoben gibt es zum Beispiel einen Biosphären-Teller mit einem Braten vom jungen Wildschwein an hausgemachten Spätzle mit frischen Pilzen und dazu buntes Herbst-Gemüse. Im Burghof Stauf in Eisenberg wird am 17. und 24. Oktober das Pfälzerwald-Menü serviert; als Hauptspeise gibt es dort ein Zweierlei vom Kürbis mit Kernöl und Petersilienstroh oder ein Ragout vom gebratenen Wildschwein, angerichtet mit Preiselbeerjus und begleitet von Kastanienspätzle. Beides wird zusammen mit einem bunten Karotten-Allerlei aufgetischt.

 

Die Initiative Pfalz Walnuss geht in die zweite Runde

Das Bild zeigt das Logo von PfalzWalnuss, mit einer Walnuss in der MitteIm südwestpfälzischen Hauenstein geht die Initiative „Pfalz Walnuss“ in die nächste Runde. Auch in diesem Jahr können Besitzer:innen von Walnussbäumen ihre Ernte zur Wasgau Ölmühle bringen.
Dabei besteht einerseits die Möglichkeit, die Walnüsse an die Ölmüller zu verkaufen. In Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Südliche Weinstraße in Offenbach werden die Nüsse gewaschen, getrocknet, geknackt und ausgelesen. Anschließend werden die Kerne in Hauenstein zu einem hochwertigen Walnussöl und weiteren Produkten verarbeitet. Andererseits besteht die Möglichkeit, Öl aus den eigenen Nüssen pressen zu lassen.

Neue Walnüsse braucht das Land!

Gemeinsam mit der Gartenakademie Rheinland-Pfalz in Neustadt rufen wir dazu auf, jetzt im Herbst neue Walnußbäume zu pflanzen! Denn der einst landschaftsprägende Baum ist vielerorts gänzlich aus der Flur verschwunden, die bestehenden Bäume sind überaltert, viele sind in den nächsten Jahren abgängig. Wenn wir auch in naher Zukunft diese wundervollen und imposanten Bäume als Schattenspender, Sauerstoffproduzent, CO2 – Speicher und Fruchtproduzent in Garten und Flur haben wollen, müssen wir jetzt unbedingt pflanzen!

 

Weitere Informationen finden Sie hier.

Unser Handlungsprogramm: jetzt online

Gemeinsam mit vielen Partnerinnen und Partnern gestalten wir unser Biosphärenreservat als Modellregion für nachhaltige Entwicklung. So haben wir in einem Prozess mit vielen Teilnehmenden und ebenso vielen guten Ideen auch für die kommenden Jahre unser aktuelles Handlungsprogramm erarbeitet. Noch bis 2028 dient es uns als strategischer Rahmen und Konzept und begleitet uns auf dem Weg, eine nachhaltige Zukunft zu gestalten.

Hier geht es zum Handlungsprogramm

Das MAB-Jugendforum 2021

Unsere Praktikantin Lea Kraft war dabei

Das Bild zeigt eine zeichnerische Zusammenstellung der Ereignisse und Ergebnisse des Jugendforums
Flowchart des MAB-Jugendforums (Anna Wörner)

Das MAB-Jugendforum ist ein Forum zur Partizipation junger Erwachsener, die sich mit Biosphärenreservaten verbunden fühlen und sich in deren Entwicklung beteiligen wollen. Der Fokus lag 2021 auf Forderungen an Politik und Biosphärenreservate zur Partizipation junger Menschen. Vom 24. bis 27. September fand das Forum zum zweiten Mal im deutschsprachigen Raum statt. In diesem Jahr war das Biosphärengebiet Schwäbische Alb Gastgeber des MAB-Jugendforums. Untergebracht waren die Jugendlichen in Tipis, Jurten und alten Zirkuswägen auf dem Hofgut Hopfenburg in Münsingen. Und mit dabei: unsere Umweltpraktikantin Les Kraft, die hier berichtet:

Ankommen und Kennenlernen
Nach der Ankunft auf dem Hofgut Hopfenburg wurden die Teilnehmenden, die aus ganz Deutschland und darüber hinaus angereist waren, begrüßt vom Planungsteam der Nationalen Naturlandschaften und der Schwäbischen Alb. Danach ging es auch schon los mit einer kleinen Erkundungsrallye über das Naturreservat Beutenlay, das einen guten Überblick über die Landnutzungformen der Schwäbischen Alb bietet. Ein erstes Kennenlernen fand im Anschluss an das Abendessen statt und konnte später an ein gemütliches Lagerfeuer verlegt werden. Die Begriffe Partizipation und Biosphärenreservate spielten auch in den gemeinsamen Gesprächen am Abend immer wieder eine Rolle.

Tag Zwei: Workshops und Biotoppflege
Auf dem Foto sieht man mehrere Jugendliche, die an einem Workshop teilnehmen.Am zweiten Tag wurden, anschließend an eine Podiumsdiskussion von Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Netzwerke, Workshops zu den Themen Partizipation, BNE und networking angeboten. Am Nachmittag durfte die Gruppe dann bei einer Biotoppflege-Maßnahme helfen und eine Wacholderheide von jungen Kiefern und Fichten befreien.

Ziel des Jugendforums war es, ein Manifest für die Partizipation Jugendlicher in Biosphärenreservaten zu erstellen – das sogenannte Parti*fest. Dazu wurde am Nachmittag in gemeinsamen Brainstorming-Runden der Grundstein gelegt. Ausklingen lassen konnten die Jugendlichen den Abend dann bei einem kleinen Open-Air-Konzert.

Gelebte Partizipation
Der dritte Tag startete mit einer Exkursion mit „TrÜP“-Guides über den ehemaligen Truppenübungsplatz in Münsingen, auf dessen Gebiet auch eine Kernzone des Biosphärengebietes Schwäbische Alb liegt. Nach dem Mittagessen wurde das Parti*fest mit vielen Diskussionen, die sich bis weit in den Abend zogen, fertiggestellt und durch selbstgedrehte Kurzvideos untermalt. Das fertige Parti*fest wird innerhalb der nächsten Wochen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auf der Instagram-Seite des Forums können die kurzen Videoclips angeschaut werden.

Am Montag wurde das fertige Parti*fest mit den Forderungen der jungen Menschen in einem Termin mit Vertreterinnen und Vertretern der Presse, der Lokalpolitik und des Biosphärengebietes dann der Öffentlichkeit vorgestellt.

Junior Ranger beim Dreck-Weg-Tag

Nachwuchs-Biosphären-Expertinnen und Experten engagieren sich

Das Bild zeigt eine Gruppe Junio Ranger:innen, die stolz ihre vollen Müllsäcke zeigen
Engagierte Dreck-Entferner: Junior Ranger bei der Aktion im Wald von Johanniskreuz (Foto: Biosphärenreservat/frei)

„Ich finde es wichtig, mich für meine Heimat und für den Umweltschutz zu engaieren“, sagte die 14-jährige Elin am Haus der Nachhaltigkeit. Aus Anlass des Dreck-weg-Tags Pfälzerwald machte sie sich mit weiteren Junior Rangern und Rangerinnen auf Spurensuche im zentralen Pfälzerwald. Dabei erforschten die jungen Leute auf Einladung des Biosphärenreservats Pfälzerwald auf einem Themenweg rund um Johanniskreuz die Spuren und Zeugnisse, die Menschen über mehrere Jahrhunderte im Wald hinterlassen haben. Gleichzeitig nahmen sie auch aktuelle Spuren unter die Lupe und haben auf der gesamten Wegstrecke Müll gesammelt.

Bei der Junior Ranger-Aktion kamen einige Säcke unerwünschter Hinterlassenschaften zusammen. „Unter anderem haben wir ein paar alte Schuhe und eine verrostete Schaufel gefunden“, so Elin. Bei einer zentralen Veranstaltung zum Dreck-Weg-Tag unter anderem mit der Staatssekretärin des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums, Katrin Eder, wurde den Junior Rangern als „Alltagsheldinnen und -helden“ gedankt.

Der Dreck-weg-Tag Pfälzerwald fand im Rahmen des World Clean Up Days im Biosphärenreservat Pfälzerwald und angrenzenden Bereichen auf Initiative des Hauses der Nachhaltigkeit und des Landschaftsfotografen Yannick Scherthan statt.

 

Die Junior Ranger im Biosphärenreservat Pfälzerwald

Junior Ranger und Rangerinnen erforschen gemeinsam ihre Region und Heimat und lernen viel über das Biosphärenreservat, worum es dort eigentlich geht und welche anderen Schutzgebiete es gibt. Sie üben, sich mit Karte und Kompass zu orientieren, lernen die Tiere und Pflanzen des Pfälzerwalds kennen, erfahren Wissenswertes über eine umweltverträgliche und sozial gerechte Lebensweise, gehen auf Spiel- und Entdeckungstouren und haben Spaß am Lagerfeuer. Das Projekt zielt darauf ab, Mädchen und Jungen zu Botschafterinnen und Botschaftern für ihre Heimat, das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen, zu machen, das die UNESCO als Modellregion für Nachhaltigkeit anerkannt hat.

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald organisiert gemeinsam mit Landesforsten Rheinland-Pfalz und weiteren Partnerinnen und Partnern in der Region mehrtägige Camps, während der sich Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 12 Jahren zu Junior Rangern und Rangerinnen ausbilden lassen oder bereits ausgebildete Junior Rangerinnen und Ranger ab 12 Jahren ihre Kenntnisse vertiefen und weitere Pfälzerwald-Abenteuer bestehen können.

 

Die Junior Ranger Herbstsaison: Angebote der Waldritter Südwest bei Clausen

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald bietet gemeinsam mit den Wadrittern Südwest im Abenteuer-Walderlebniszentrum Heidelsburg-Clausen vom 18. bis 22. Oktober ein Junior Ranger Herbst-Camp für Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 16 Jahren. Zudem finden vom 12. bis 14. November sowie vom 10. bis 12. Dezember monatliche Junior Ranger-Treffen ebenfalls bei Clausen statt. Informationen zu den Camps beziehungsweise Treffen sowie zur Anmeldung unter www.waldritter-suedwest.de/veranstaltungen/junior-ranger.

Weitere Informationen zu den Junior Rangern unter www.pfaelzerwald.de/projekte/junior-ranger-im-pfaelzerwald.

Das ABC des chance.natur-Projekts „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ – Teil 2

E

wie Ersteinrichtungsmaßnahmen

Heute ist wieder ein langes Wort dran: Ersteinrichtungsmaßnahme. Am einfachsten geht es, wenn man das Wort zerstückelt und sich jeden Teil einzeln ansieht. „Erst“ heißt „zuerst“, also etwas, dass vor allem Anderen gemacht wird. „Einrichtung“ hat man vielleicht schon mal gehört, z. B. bei der Inneneinrichtung eines Hauses. Beim chance.natur-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ bereitet man mit der Einrichtung eine Fläche vor, auf die später Schafe oder andere Weidetierarten gestellt werden sollen. Die „Maßnahme“ kann dann z. B. das Entfernen von Gebüsch oder Bäumen mithilfe von Maschinen sein. Auch wenn sich das erst einmal wie das Saubermachen einer Fläche anhört, ist ganz wichtig zu verstehen, dass diese Ersteinrichtungsmaßnahme nur einmal durchgeführt wird. Denn wenn später Tiere die Fläche beweiden, dann sollen trotzdem wieder kleine Büsche und vereinzelte Bäume auf der Fläche wachsen können. Sie sind wichtige Lebensräume für Vögel, Käfer oder andere Lebewesen. Die Ersteinrichtungsmaßnahme wird nur für Flächen in Betracht gezogen, auf denen Weidetiere nicht aus eigener Kraft das Gestrüpp entfernen können. Das sind beispielsweise Flächen, die schon lange nicht mehr in ihrem eigentlichen Sinne als landwirtschaftliche Fläche genutzt werden.

Ihr möchtet noch mehr über Ersteinrichtungsmaßnahmen oder andere lange Worte aus dem chance.natur-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ erfahren? Dann schaut doch hier vorbei: www.hirtenwege-pfaelzerwald.de

F

 wie Fördergebiet

Das Bild zeigt eine Schafherde auf einer Weide, im Hintergrund sind Wald und blauer Himmel zu sehenFördergebiet. Das Fördergebiet ist sehr wichtig für das chance.natur-Projekt. Denn hier sollen die Maßnahmen aus dem Pflege- und Entwicklungsplan umgesetzt werden. Das Fördergebiet steht nach dem ersten Teil des chance.natur-Projekts „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“, dem sogenannten Planungsprojekt, fest. Mit einer Größe von 8.200 Hektar macht das Fördergebiet etwa 4,5 % der gesamten Fläche des Pfälzerwaldes aus. 8.200 Hektar, das ist eine Größe von ungefähr 11.550 Fußballfeldern! (1 Hektar = 10 000 m², 1 Fußballfeld (68m x105m) = 0,71 Hektar) Also ein riesiges Gebiet. Da ist es verständlich, dass nicht im ganzen Fördergebiet Maßnahmen ungesetzt werden können. Das chance.natur-Projekt versucht aber, auf so viel Fördergebietsfläche wie möglich Maßnahmen umzusetzen. Das Ziel der Maßnahmen ist es, hochwertige Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten zu entwickeln. Mit einer guten Zusammenarbeit der verschiedenen Akteur:innen vor Ort können die Ziele des Projekts im Fördergebiet erreicht werden. Ein kurzer Abstecher zum Buchstaben A: Ein Akteur oder eine Akteurin sind Personen, die sich sehr aktiv für eine Sache einsetzen. In unserem Fall sind diese aktiv in unserem Fördergebiet und somit ein wichtiger Teil bei der Umsetzung des Projekts. Die wichtigsten Akteursgruppen sind in unserer Projektbegleitenden Arbeitsgruppe (PAG – folgt später unter P) vertreten.

Ihr habt noch mehr Fragen zum Fördergebiet? Dann schaut doch auf unserer Internetseite vorbei: www.hirtenwege-pfaelzerwald.de

G

 wie Gemeinden

Gemeinden. Auch ihr lebt in einer Gemeinde. Das Wort hat man vielleicht schon mal in der Kirche gehört, aber in diesem Fall meinen wir eine räumliche Gebietsabgrenzung. Am chance.natur-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ sind über 100 Gemeinden beteiligt. Sie liegen in den vier Landkreisen, die das Fördergebiet einschließen. Da das ganz schön viele Gemeinden sind, braucht es viel Zeit für die gemeinsamen Abstimmungen. Verbandsgemeinden sind Zusammenschlüsse von mehreren Ortsgemeinden. Hier wurde das Projekt auch schon vorgestellt. Die Bürgermeister:innen, die dann bei der Vorstellung des Projekts dabei sind, können die Informationen an ihre Ortsgemeinde weitergeben. Das ist eine große Erleichterung für das Projekt. Durch die Projektvorstellungen in den Verbandsgemeinden sind auch schon einzelne Gemeinden auf uns zugekommen und haben sich direkt um Beratungstermine mit dem Projektteam bemüht. Dies zeichnet auch ein gutes Netzwerk der Verbandsgemeinden zu ihren Ortsgemeinden aus. Da die Bürgermeister:innen ihre Gemeinden gut kennen müssen, sind sie wichtige Gesprächspartner:innen, wenn es darum geht, die Eigentümer:innen wichtiger Flächen im Fördergebiet ausfindig zu machen.

Wollt ihr noch mehr über die Gemeinden erfahren, die im chance.natur-Projekt beteiligt sind? Oder habt ihr noch Fragen zu Verbandsgemeinden? Dann könnt ihr Euch hier informieren: www.hirtenwege-pfaelzerwald.de

H

wie Hirten- oder Hütehund

Das Bild zeigt zwei im Gras liegende Hirtenhunde
Foto: Biosphärenreservat / Norman Krauß

Stellen wir uns eine Wanderschäferin oder einen Wanderschäfer mit ihrer/seiner Schafherde auf einer Wiese vor, so darf eine wichtige Sache nicht fehlen: der Hirtenhund. Das sind oft sehr aufgeweckte und kluge Hunde, die aufpassen, dass kein Schaf abhaut und dass die Herde in die richtige Richtung läuft. Sie können auch einzelne Schafe von der Herde trennen, wenn diese zum Beispiel eine Verletzung haben und die Schäfer:innen das Tier begutachten müssen. Meistens werden die Hunde von klein auf vom Schäfer oder der Schäferin selbst ausgebildet. Nicht alle Hunderassen eignen sich zum Hirtenhund. Ähnlich wie bei uns Menschen gibt es aktive und weniger aktive Exemplare. Ein Hirtenhund muss gefordert werden, denn das entspricht seiner Natur. Sehr wichtig bei der Ausbildung der Tiere ist, dass sie die Anweisungen der Schäfer:innen ganz genau befolgen und keine Dummheiten machen. Bis ein Hirtenhund bereit ist, eine Schafherde zu übernehmen, und zum verlässlichen Einsatz kommen kann, dauert es deshalb eine gewisse Zeit. Viele der Schäfer:innen, die ich kenne, haben meistens auch mehrere Hunde: junge Hunde, die vielleicht gerade ausgebildet werden, und ältere Hunde, die schön länger bei der Arbeit sind. Bei alten Hirtenhunden merkt man manchmal, dass sie all die Kommandos zwar noch verstehen, aber leider der Körper oftmals nicht mehr mitspielt.

Habt ihr noch weitere Fragen zu Hirtenhunden? Oder habt ihr schon mal was über Herdenschutzhunde gehört? Dann könnt ihr gerne über unsere Internetseite: www.hirtenwege-pfaelzerwald.de auf uns zukommen.

Gelbes Band lädt ein zur Streuobsternte

Karte zur Initiative im Pfälzerwald jetzt online

Das Bild zeigt eine Frau beim Ernten von Äpfeln
Ran ans Streuobst: Die Aktion Gelbes Band richtet sich an alle, die Lust auf das leckere und nachhaltige Produkt haben (Foto: Landesforsten.RLP.de / Helena Naumer)

Streuobstwiesen sind nicht nur eine attraktive Bereicherung der Kulturlandschaft, sie sorgen auch für mehr Artenreichtum und liefern natürlich Obst. Wegen der Aufgabe der Nutzung von Streuobstwiesen bleiben die Früchte vieler Bäume häufig ungenutzt. Um die Verwertung der wertvollen Produkte zu fördern, gibt es seit kurzem auch im Pfälzerwald die Aktion „Gelbes Band“. Alle mit einem solchen Band markierten Bäume dürfen durch jede und jeden beerntet werden.

Auf Initiative des Biosphärenreservats Pfälzerwald, der LEADER AG Pfälzerwald plus sowie des Hauses der Nachhaltigkeit (Landesforsten Rheinland-Pfalz) beteiligen sich bisher 15 Orts- und Verbandsgemeinden sowie Forstämter mit Streuobst-Flächen an der Aktion. Wo man zugreifen kann, ist aus einer Karte ersichtlich, die jetzt über die Homepage des Biosphärenreservats unter www.pfaelzerwald.de/streuobstwiesen abrufbar ist.

Noch sind nicht überall die Bäume gekennzeichnet – etwa 900 Bäume werden in der kommenden Zeit von Patinnen und Paten mit dem gelben Band versehen. Die Paten und Patinnen sind Freiwillige aus Gemeindeverwaltungen, Vereinen und Forstämtern, die sich bereit erklärt haben, die Aktion vor Ort zu betreuen und auf den Flächen auch hin und wieder dem Rechten zu schauen.

Wer weitere Flächen melden möchte, kann sich an Christina Kramer vom Biosphärenreservat per E-Mail an c.kramer@pfaelzerwald.bv-pfalz.de oder telefonisch unter 06325 9552-46 melden. Alle, die Obst pflücken wollen, sollten die Hinweise zur Ernte auf der Website des Biosphärenreservats und auf den Aushängen an den Flächen beachten. Dazu gehört, schonend mit den Bäumen umzugehen, keine Äste abzubrechen und die Bäume nicht zu besteigen. Außer Reichweite hängendes Obst kann mit Obstpflückern geerntet werden. Damit für alle etwas bleibt, sollen nur haushaltsübliche Mengen für den Privatgebrauch gepflückt werden. Die Ernte geschieht prinzipiell auf eigene Gefahr.

Mit der Aktion wollen die Initiatoren und Initiatorinnen die Aufmerksamkeit auf regionales Streuobst als nachhaltiges Lebensmittel lenken. Da kaum oder nur kurze Transportwege entstehen, ist es ein klimafreundliches Produkt, dessen Förderung zudem auch zur Erhaltung des wichtigen Lebensraums Streuobstwiese und der großen Artenvielfalt im Pfälzerwald beiträgt. Streuobstwiesen haben zudem als typisches und attraktives Element der Kulturlandschaft in der Region eine historische und kulturelle Bedeutung.

Aktionswoche „Deutschland rettet Lebensmittel“

Die Aktion Gelbes Band im Biosphärenreservat Pfälzerwald ist angemeldet zur Aktionswoche „Deutschland rettet Lebensmittel“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Die Aktionswoche findet von 29. September bis 6. Oktober im Rahmen der bundesweiten Strategie „Zu gut für die Tonne“ statt. Informationen zur Lebensmittelverschwendung sowie Tipps zu deren Vermeidung und Rezepte gibt es auf der Website www.zugutfuerdietonne.de