Neukonzeption des Wanderwegenetzes im Pfälzerwald

Bezirksverband Pfalz erhält fast 205.000 Euro vom Land
Auf dem Bild ist zu sehen, wie der Bezrktagsvositzende von der Wirtschaftsministerin und ihrer Staatssekretärin einen Förderbescheid erhält.
Übergabe des Förderbescheids (von rechts): Ministerin Daniela Schmitt, Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder und Staatssekretärin Petra Dick-Walther (Foto: Bezirksverband Pfalz)

Der Bezirksverband Pfalz als pfalzweiter kommunaler Dachverband und Träger des Biosphärenreservats Pfälzerwald ist dabei, eine mit Finanzmitteln des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz geförderte Neukonzeption des Wanderwegenetzes im Pfälzerwald auf den Weg zu bringen. Für das Gesamtprojekt mit einem Volumen von rund 255.000 Euro erhält der Regionalverband vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau einen Zuschuss von fast 205.000 Euro. Den Förderbescheid hat Ministerin Daniela Schmitt dem Bezirkstagsvorsitzenden Theo Wieder und der Direktorin des Biosphärenreservats, Dr. Friedericke Weber, in der Geschäftsstelle in Lambrecht überreicht. Für die „vorweihnachtliche Überraschung“ dankte Wieder sehr herzlich. Es handele sich um ein „großangelegtes, übergeordnetes Projekt“, für das die ersten Weichen gestellt seien. Diese touristische Aufgabe passe zum Biosphärenreservat. Es sei viel zu tun auf diesem Gebiet. Ziel sei es, weg von der Vielzahl der Strecken zu kommen. „Das Thema Tourismus spielt in Rheinland-Pfalz eine große Rolle“, sagte Ministerin Schmitt. Gerade auch die Corona-Pandemie habe den Tourismus vor große Herausforderungen gestellt, die aber auch große Chancen böten. „Das Erkunden der Wurzeln und nicht mehr die Fernreise ist interessant.“ Immer mehr, darunter auch die jüngere Generation, wollten Urlaub in der Region machen. Vieles sei in den vergangenen Jahren angestoßen worden. Nun sei zu schauen, was noch angepackt werden müsse. Bei diesem Projekt, so die Ministerin, sei ein sehr gutes und engagiertes Miteinander vor Ort vonnöten; es brauche eine verantwortungsvolle Begleitung.

Ausgangspunkt war eine Initiative des Pfälzerwald-Vereins (PWV), der sich gezwungen sieht, seine Wegemarkierungslinien auf den Prüfstand zu stellen, um diese zukunftsfest zu machen. Er ist vor allem mit dem Problem konfrontiert, dass die Herausforderungen bei der Unterhaltung der Wanderwege und der Verkehrssicherungspflicht der wegebegleitenden Infrastruktur bei gleichzeitigem Wegfall ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer steigen. Zudem hat sich das Wanderverhalten der Menschen verändert. Gefragt sind nicht mehr lange, zum Teil mehrtägige Streckenwanderungen, sondern vielmehr themenorientierte Rundwanderwege, die wichtige touristische Ziele, wie zum Beispiel Burgen, Felsen, Hütten des Pfälzerwald-Vereins und der Naturfreunde sowie Gasthäuser, einbinden. Die Wanderer und Wanderinnen erwarten, dass diese Wege mittlerer oder längerer Strecke klar und eindeutig gekennzeichnet und im Wesentlichen durch Schilder erschlossen sind, auf denen interessante touristische Ziele und die zurückzulegende Entfernung an markanten Stellen und Weggabelungen angegeben sind.
Hauptgegenstand der Neukonzeption ist daher eine Überarbeitung und Straffung der PWV-Streckenmarkierungen, um diese qualitativ zu verbessern und zu einem zentralen Grundgerüst touristisch interessanter Wege im gesamten Pfälzerwald zu machen, das einheitlich beschildert ist und nachhaltig gepflegt werden kann. Dazu sollen – aufbauend auf den bereits vorhandenen Wanderwegen der Städte und Verbandsgemeinden – geeignete Anpassungen und Neuvernetzungen der Wanderwege des Pfälzerwald-Vereins erfolgen. Auch sollen Lücken geschlossen werden. Als Endergebnis soll es für den gesamten Pfälzerwald ein Konzept für ein abgestimmtes, einheitliches und umfassendes Wanderwegenetz mit einem hohen touristischen Potential geben.
Die Neukonzeption der Wanderwege soll in enger Abstimmung mit den betroffenen Akteurinnen und Akteuren, unter anderem Vertretern und Vertreterinnen des PWV, der Pfalztouristik, der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, der Forstbehörden und der kommunalen Gebietskörperschaften, unter Leitung des Bezirksverbands Pfalz als Projektträger erfolgen. Ein Kölner Planungsbüro und ein Landauer Beratungszentrum für Bürgerbeteiligung sind gerade dabei, den Wegebestand zu erfassen. Die Neukonzeption der Wanderwege soll möglichst in einem Jahr abgeschlossen sein. Daran schließt sich dann die Umsetzungsphase an.

Lichter Kiefernwald dank Arbeit tierischer Landschaftspfleger

Sicher im Beweidungsgebiet St. Martin unterwegs

Das Bild zeigt das Beweidungsgebiet bei St. Martin mit mehreren Heckrindern im Herbst.
Auch in der kalten Jahreszeit ein lohnendes Ausflugsziel: Rundweg am Beweidungsgebiet bei St. Martin mit Heckrindern (Fotos: Biosphärenreservat/frei)

Ein Landschaftsmosaik aus lichtem Kiefernwald, Halboffenland und Offenland, das besonders artenreich ist, gestalten Heckrinder in einem 44 Hektar großen Beweidungsgebiet bei St. Martin. Wie die Tiere auf die Landschaft wirken, kann auf den Wegen entlang des Beweidungsgebiets gut beobachtet werden. So halten die Tiere die Grasflächen offen, lichten aber auch den Wald auf und bieten mit ihrem Dung Nahrung und Lebensraum für verschiedenste kleine Lebewesen, vor allem Käferarten. Ein Spaziergang durch diese besondere, lichte Landschaft ist auch in der dunkleren Jahreszeit möglich und lohnenswert.

Auf dem Bild steht ein Heckrind im Wald, direkt neben einem Hinweis-Schild zum richtigen Verhalten im WeidegebietGemeinsam mit der Gemeinde St. Martin führt das Biosphärenreservat Pfälzerwald das Beweidungsprojekt seit 2011 durch. Jetzt wurden alle Eingänge zur Beweidungsfläche, die am vier Kilometer langen „Auerochsen“-Rundweg liegen, mit neuen Schildern versehen, die auf das richtige Verhalten beim Spazieren in der Nähe der Tiere hinweist. Wichtige Regeln sind unter anderem, nicht mit Hunden in das Beweidungsgebiet hineinzugehen, auf den Wegen zu bleiben, die Tiere nicht zu füttern und einen Sicherheitsabstand zu den Tieren einzuhalten. Entlang des Hauptwegs, der um das Gebiet führt, sind Geländer angebracht, hinter denen man im Falle schnell herannahender Rinder Schutz suchen kann. Derzeit gibt es drei Jungtiere in der Heckrinder-Herde – deshalb ist besondere Vorsicht geboten, denn die Muttertiere möchten ihren Nachwuchs beschützen und können nahende Besucherinnen und Besucher als Bedrohung empfinden.

Auf Ochsentour im lichten Kiefernwald

Informationen zum Waldweideprojekt mit einem Flyer zum Rundweg gibt es unter www.pfaelzerwald.de/waldweide. Peter Hiery von der Gemeinde St. Martin betreut das Beweidungsprojekt vor Ort und bietet auch Führungen an, Informationen dazu auch unter stmartin.suedlicheweinstrasse.de/uebernachten-erleben/fuehrungen/ochsentour.

Das Beweidungsprojekt wird unterstützt durch das Land Rheinland-Pfalz.

Das ABC des chance.natur-Projekts „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ – Teil 3

I

wie Insekten

Das Bild zeigt einen Wiesenknopf-Ameisenbläuling auf einer Lavendelblüte.
Foto: Adobe Stock

Insekten. Auch wenn man beim Anblick von Schafen nicht sofort an Insekten denkt, ist das chance.natur-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ für diese sehr wichtig. Schafe funktionieren im Projekt nämlich wie Taxis. Zum Beispiel für den ein oder anderen Grashüpfer oder die ein oder andere Schnecke. Vor allem aber nehmen sie in ihrem Fell und ihren Klauen Samen mit. Also sozusagen ein Samen-Taxi. Irgendwo auf einer anderen Fläche fallen die Samen dann wieder aus dem Fell der Schafe und so verbreiten sich die Pflanzen weiter. Und was heißt das jetzt genau für die Insekten? Naja, es gibt zum Beispiel Schmetterlinge, wie den Großen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, der den Wiesenknopf (so heißt die Pflanze, die dem Schmetterling seinen Namen gibt) zum Leben braucht. Durch die Samen-Taxis vergrößert sich die Fläche, auf die der Wiesenknopf vorkommt. Wenn nun diese Flächen nicht mehr von Schafen oder anderen Beweidungstieren besucht werden, weil diese nicht mehr zusammenhängen, verschwindet der Wiesenknopf und mit ihm der Schmetterling. Das chance.natur-Projekt versucht unter anderem, diese Flächen für die Beweidung zu gewinnen, sodass der Lebensraum unseres Schmetterlings noch lange erhalten bleiben kann.

Hast du noch mehr Fragen zu Insekten oder Samen-Taxis? Dann frag uns doch einfach!

J 

wie Jahresbericht

Ein Jahresbericht kann ganz unterschiedlich ausfallen. Meine Eltern zum Beispiel haben immer zu Weihnachten einen Brief von Bekannten bekommen, die erzählten, was bei ihnen im vergangenen Jahr so alles los war. So ähnlich ist es auch bei dem Jahresbericht des chance.natur-Projekts „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“. Man berichtet den Fördermittelgebern (das sind die Damen und Herren im Projekt, die dafür sorgen, dass das Projekt finanziell umgesetzt werden kann), was man in einem Jahr im Projekt an Aufgaben erledigt hat. Das können interessante Aktivitäten wie Veranstaltungen in der Projektfläche sein, aber auch Verwaltungsaufgaben, die überall im öffentlichen Dienst anfallen. Auch fällt nicht jeder Teil des Berichts positiv aus. Es muss auch über Probleme berichtet werden. Diese werden dann im nächsten Jahr angegangen und, wenn alles gut läuft, auch gelöst. Von dieser positiven Lösung kann man dann im nächsten Jahresbericht erzählen. Es wird auch festgehalten, wie viel Geld man in einem Jahr für das Projekt ausgegeben hat. Der Jahresbericht ist dafür da, dass Außenstehende die Arbeit im Projekt nachvollziehen können. Der fertige Bericht wird dann an die Fördermittelgeber weitergegeben und als Projektdokumentation abgespeichert. Interessant wird es vor allem, wenn man nach Jahren alte Berichte liest und vergleichen kann, was sich seit damals geändert hat.

Was kann noch in einem Jahresbericht stehen? Ihr habt dazu noch Fragen? Dann fragt uns doch einfach!

K

wie Kartierung

Das Bild zeigt ein Schaf und zwei Böcke auf einer Weide, im Hintergrund Weinreben und ein Dorf.Die Kartierung ist einer der wichtigsten Bestandteile im Pflege- und Entwicklungsplan (genaueres folgt demnächst unter „P“) des chance.natur-Projekts „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“. Bevor irgendeine Maßnahme im Fördergebiet des Projekts geplant werden kann, muss erst einmal erfasst werden, welche Tier- und Pflanzenarten auf den Flächen vorhanden sind. Die Planung der Maßnahmen hängt nämlich davon ab. Haben wir beispielsweise eine außergewöhnliche Pflanzenart (wie den Wiesenknopf) auf einer Fläche, deren Vorkommen durch Mahd (man könnte auch Mähen sagen) eingeschränkt werden würde, so muss eine Maßnahme geplant werden, die den Schutz dieser Pflanze gewährleistet. Das kann vielleicht nur durch eine Beweidung mit Schafen geschehen. Leider kann nicht für jede einzelne Tier- oder Pflanzenart eine eigene Maßnahme erstellt werden, deshalb versucht man, mit einigen Maßnahmenvorschlägen mehrere Tier- und Pflanzenarten unter einen Hut zu bekommen. Die Fläche des Fördergebiets ist sehr groß (ca. 8.200 ha). Daher kann nicht auf der gesamten Fläche kartiert werden. Es muss recherchiert werden, welche vorhandenen Kartierungen es schon gibt, wie aktuell diese sind und wie man diese Daten in die Projektkartierung integrieren kann. Außerdem sind Kartierungen nur Momentaufnahmen. Innerhalb weniger Jahre kann sich sehr viel auf einer Offenland-Fläche verändern, was die Anzahl der Tier- und Pflanzenarten betrifft. Deshalb sollte immer wieder kartiert werden, um zu sehen, ob die ganzen Bemühungen, z. B. Lebensräume für seltene Arten zu erhalten, auch nicht umsonst waren. Tatsächlich soll es im chance.natur-Projekt nicht mehr so bald eine weitere Kartierung geben, aber es gibt andere Methoden, den Erfolg des Projekts nachzuvollziehen.

Haben wir dich neugierig gemacht? Oder hast du noch Fragen zum Projekt? Dann melde dich doch einfach bei uns!

L

wie Land Rheinland-Pfalz

Damit ein chance.natur-Projekt überhaupt zustande kommt, muss es neben dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) auch beim zuständigen Bundesland beantragt und bewilligt werden. Vereinfacht kann man sagen, dass eine Beantragung beim Land bedeutet, dass man dieses anfragt, ob man eine tolle Idee mit der finanziellen Unterstützung des Landes durchführen kann und das Land bewilligt dies (sagt also ja) oder lehnt es ab (sagt nein). Das chance.natur-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ wurde beim Land Rheinland-Pfalz, besser gesagt beim Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz (kurz MKUEM), beantragt und bewilligt. Das Ministerium, das für chance.natur-Projekte zuständig ist, hat bis vor kurzem noch anders geheißen. Der Name der Ministerien ändert sich nämlich in regelmäßigen Abständen. Das hat etwas mit Politik und der Landesregierung zu tun. Da unser chance.natur-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ noch einige Jahre weitergehen soll, werden wir wohl noch die ein oder andere Namensänderung mitbekommen. Mit dem MKUEM ist das chance.natur-Projekt regelmäßig im Kontakt. Denn zu einem Teil von 7,5 Prozent übernimmt das Land die Kosten des Projekts. Außerdem ist das Land in vielen Situationen eine Brücke zwischen dem Hirtenwege-Projekt und dem Bundesamt für Naturschutz. Ein weiteres wichtiges Wort im chance.natur-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ ist die Laufzeit. Das Land wird das Projekt bis zum Ende seine Laufzeit begleiten.

Du hast noch mehr Fragen zum Land Rheinland-Pfalz als Fördermittelgeber des chance.natur-Projekts? Wir können dir gerne weiterhelfen.

Wertschätzung für regionale Produkte und Kulturlandschaft

Umfrageergebnisse zeigen einen überwiegend positiven Verlauf der Aktion „Gelbes Band“

Auf dem Bild erntet eine Frau mit einem Obstpflücker die Äpfel einer Streuobstwiese.
Obsternte mit Obstpflücker – so bleiben die Äste unbeschädigt (Bild: LEADER LAG Pfälzerwald plus/Ute Weisbrod-Mohr)

Die Obsterntesaison ist abgeschlossen und noch immer erfreuen sich viele am Ertrag der Streuobstbäume. Ob Bratapfel, Pflaumenkompott, Kirschmarmelade oder Birnenbrand – unser heimisches Streuobst begleitet uns auch außerhalb der Erntezeit fast das ganze Jahr über. Durch die Aktion „Gelbes Band“ hatten dieses Jahr auch Menschen ohne eigene Obstbäume die Möglichkeit, wertvolles heimisches Obst zu genießen. Die Aktion ist eine bundesweit anerkannte Initiative, die 2021 auch in der Pfalz und im Biosphärenreservat Pfälzerwald angekommen ist. Organisiert wurde sie von der AG Natur- und Kulturlandschaft und regionale Produkte der LAG Pfälzerwald plus.

Mit der Aktion „Gelbes Band“ soll der Blick wieder mehr auf die Bedeutung von Streuobstwiesen für die regionale Kultur, das Landschaftsbild, die biologische Vielfalt und die Bedeutung regionaler Lebensmittel in Zeiten der Klimakrise gelenkt werden. Es ist eine gemeinsame Überzeugung der Initiatorinnen und Initiatoren des Biosphärenreservats Pfälzerwalds, der LEADER AG Pfälzerwald plus sowie des Hauses der Nachhaltigkeit, dass die Wertschätzung für diese wertvollen Landschaftselemente steigt, wenn alle Bürger und Bürgerinnen einen direkten Nutzen daraus ziehen können, nämlich kostenlos Obst in haushaltsüblichen Mengen an markierten Bäumen ernten zu können.

Pfalzweit haben sich in diesem Jahr mindestens 33 Orts- und Verbandsgemeinden sowie Städte mit ihren Flächen an der Aktion beteiligt und diese größtenteils über die Website des Biosphärenreservats Pfälzerwald, teils ortsintern beworben. Viele positive Presseartikel und die Ergebnisse einer im Herbst 2021 durchgeführten Umfrage unter den Gemeinden spiegeln eine gelungene Aktion wider.

An der Umfrage nahmen 20 Gemeinden teil, von denen 80 Prozent angaben, teils zufrieden, zufrieden oder sehr zufrieden mit dem Verlauf der Aktion gewesen zu sein. Vereinzelt blieben Probleme nicht aus, etwa das mutwillige Entfernen von Hinweisschildern für die richtige Ernte oder Plakaten zur Aktion, Unklarheiten über die erlaubte Erntemenge sowie wenig Obst an den Bäumen. Die anfänglichen Befürchtungen, dass es bei den Bäumen zu Schäden an den Ästen kommen, Unfälle auf dem unebenen Gelände passieren oder gar ein „Streuobsttourismus“ aus entfernten Gebieten entstehen könne, haben die Ergebnisse der Umfrage nicht bestätigt. Vielmehr wurde sogar positiv bewertet, dass sowohl Bürgerinnen als auch Touristen Obst ernten konnten und so mehr Klarheit über das Pflücken an fremden Bäumen entstehe. Vereinzelt traten Bürgerinnen an die Gemeinden heran, die Baumspenden angeboten haben oder künftig bei der Baumpflege helfen möchten.

Das Bild zeigt einen Apfelbaum einer Streuobstwiese im November. Der Boden darunter ist voll mit heruntergefallenen Früchten.
Regionale Nahrungsmittel am Boden – eine Streuobstwiese ohne gelbe Bänder im November (Bild: Landesforsten.RLP.de/Michael Leschnig)

Diese positiven Rückmeldungen nehmen die Initiatoren zum Anlass, die Aktion „Gelbes Band“ auch im kommenden Jahr fortzuführen und auszubauen. Neben der Bereitstellung von gelben Bändern und weiterer Aufklärung zur Nutzung der Bäume mit dem gelben Band sind auch verschiedene Zusatzangebote zur Wissensvermittlung geplant, etwa Baumschnitt- und Sensenkurse oder Hilfestellungen bei der Sortenbestimmung durch Pomologen.

An der Planung der Aktion für das kommende Jahr werden auch dieses Mal wieder viele fachkundige Personen vertreten sein, etwa Akteurinnen und Akteure von Obst- und Gartenbauvereinen, Streuobstwiesen-Experten und Expertinnen, Forstleute und Vertretungen aus dem ehrenamtlichen Naturschutz. Wer sich gern einbringen möchte, kann sich an Christina Kramer vom Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen wenden unter der Telefonnummer 06325 9552-46 oder per E-Mail an c.kramer@pfaelzerwald.bv-pfalz.de.

Bewerbung für Umweltpraktikum im Biosphärenreservat eröffnet

Frist läuft bis 15. Januar

Das Bild zeigt zwei Umweltpraktikanten/Umweltpraktikantinnen beim Einsatz im Wald.
Im Einsatz drinnen und draußen: Umweltpraktikanten und -praktikantinnen im Biosphärenreservat Pfälzerwald (Foto: Biosphärenreservat/frei)

Die Bewerbungsphase für das Commerzbank-Umweltpraktikum 2022 hat begonnen. Ab sofort können sich Studierende mit einer Begeisterung für Themen rund um Natur, Bildung, Öffentlichkeitsarbeit und regionales Wirtschaften um einen Praktikumsplatz auch beim Biosphärenreservat Pfälzerwald bewerben. Die Frist läuft bis zum 15. Januar 2022. Bewerbungen sind ausschließlich online unter www.umweltpraktikum.com möglich. Für das mindestens dreimonatige Umweltpraktikum im deutschen Teil des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen können sich Studentinnen und Studenten aus Deutschland und anderen Ländern der Europäischen Union bewerben. Es bietet die Chance, Natur intensiv zu erleben, Praxiserfahrung zu sammeln und berufliche Kontakte zu knüpfen.

Das Team des Biosphärenreservats Pfälzerwald bindet die Praktikantinnen oder Praktikanten aktiv in verschiedene Abläufe ein, um ein umfängliches Verständnis der Arbeit für nachhaltige Entwicklung in dem Großschutzgebiet zu vermitteln. Als Modellregion der UNESCO hat das Biosphärenreservat Pfälzerwald zum Ziel, das harmonische Zusammenleben von Mensch und Natur zu erproben und zu fördern. Die jungen Leute erhalten Einblick in Biosphärenreservats-Projekte etwa in den Bereichen nachhaltiges Wirtschaften, Landschaftspflege oder Schutz der Biodiversität. Sie haben auch die Gelegenheit, eigene Projekte umzusetzen, zum Beispiel in der Umweltbildung oder in der Öffentlichkeitsarbeit.

Neben spannenden Naturerlebnissen und lehrreichen Erfahrungen erhalten die Praktikanten und Praktikantinnen ein Praktikumsentgelt. Weitere Informationen und Hinweise zur Bewerbung finden sich unter www.umweltpraktikum.com.

Das Commerzbank-Umweltpraktikum in deutschen Schutzgebieten

Das Commerzbank-Umweltpraktikum bietet jungen Menschen die Chance, die Arbeit in deutschen Großschutzgebieten intensiv zu erleben und dabei wichtige Kompetenzen für ihre spätere Berufswahl zu erwerben. Seit dem Start 1990 haben durch das Commerzbank-Umweltpraktikum etwa 1.800 Praktikantinnen und Praktikanten in den 27 teilnehmenden Nationalparks, Naturparks und Biosphärenreservaten zwischen Nordsee und Alpen einzigartige Orte für ihr Engagement gefunden.

Für eine gute Zukunft im Biosphärenreservat und darüber hinaus

Abschluss des Projekts „Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“

Das Foto zeigt den Blick auf die Stadt Lambrecht mit einer S-Bahn im Vordergrund und dem Pfälzerwald im Hintergrund
Blick auf Lambrecht (Foto: BR/Klaus Venus)

„Nachhaltiges Handeln ist ein Schlüsselbegriff für eine gute Zukunft aller Menschen auf dem Planeten Erde. ,Wenn viele Menschen viele kleine Schritte tun, gelingt Großes‘: Diesen häufig genannten Kernsatz politischen Handelns jenseits der oft im Vordergrund stehenden großen Einzelprojekte beachtet das SDG-Projekt des Biosphärenreservats Pfälzerwald in vorbildlicher Weise.“ Das sagte der Vorsitzende des Bezirkstags Pfalz in seinem Grußwort zur Online-Abschlussveranstaltung des Projekts „Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“. Im Rahmen des Projekts, das im Juni 2019 startete und Ende dieses Jahres ausläuft, haben sich acht Kommunen im UNESCO Biosphärenreservat Pfälzerwald auf den Weg gemacht, um für eine generationengerechte Zukunft Nachhaltigkeitsstrategien zu entwickeln. Damit zeigen sie modellhaft auf, welchen Beitrag Kommunen leisten können, um die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen umzusetzen. Die acht Modellkommunen des Projekts sind die Städte Pirmasens, Bad Bergzabern und Neustadt, die Verbandsgemeinden Lambrecht und Maikammer sowie die Ortsgemeinden Sippersfeld, Kallstadt und Klingenmünster.

„Wir freuen uns, dass wir die Kommunen im Biosphärenreservat Pfälzerwald bei der Entwicklung einer integrierten Nachhaltigkeitsstrategie im Sinne der Agenda 2030 und der Landesnachhaltigkeitsstrategie Rheinland-Pfalz unterstützen konnten“, sagte Dr. Till Winkelmann, Projektleiter „Global nachhaltige Kommune“ bei der Servicestelle für Kommunen in der Einen Welt, die das Projekt gemeinsam mit dem Biosphärenreservat Pfälzerwald umgesetzt hat. „Kommunen kommt bei der Umsetzung der Agenda 2030 eine Schlüsselrolle zu, da die globalen Nachhaltigkeitsziele Relevanz für alle kommunalen Aufgaben haben – von der Planung, der Beschaffung, bis hin zur kommunalen Versorgung.“

Im Laufe des zweieinhalbjährigen Projekts haben die teilnehmenden Kommunen in einem gemeinsamen Netzwerk acht Strategien für eine nachhaltige Kommunalentwicklung mit darin integrierten SDG-Aktionsplänen erarbeitet, die auch anderen interessierten Kommunen in Rheinland-Pfalz helfen sollen, passende Impulse aufzugreifen und ebenfalls in einen strategischen Nachhaltigkeitsprozess zur Umsetzung der Agenda 2030 einzusteigen. Die acht Nachhaltigkeitsstrategien befinden sich im finalen Entwurfsstatus und werden in den Folgemonaten redaktionell finalisiert und auf der Website des Biosphärenreservats Pfälzerwald veröffentlicht.

Neben der Agenda 2030 und der Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes bildet diejenige des Landes Rheinland-Pfalz die Grundlage. In seinem Keynote-Beitrag zum Thema „Gehen global und lokal zusammen? Die Agenda 2030 und kommunale Entwicklung“, erläuterte Michael Frein vom Referat Strategische Steuerung Nachhaltigkeit bei der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz: „Kommunale Nachhaltigkeitsstrategien zeichnen sich durch je eigene Profile aus, so wie auch die Strategien der Bundesländer je eigene Profile haben und nicht einfach ein Abbild der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie darstellen. Gleichwohl: Alle Nachhaltigkeitsstrategien eint der gemeinsame Bezugspunkt der Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 globalen Nachhaltigkeitszielen.”

Podiumsdiskussion „Möglichkeiten und Grenzen von Kommunen als Treiber nachhaltiger Entwicklung“

Das Foto zeigt den Blick vom Turm der Stiftskirche auf den Marktplatz in Neustadt an der Weinstraße
Blick auf den Neustadter Marktplatz (Foto: BR/Klaus Venus)

In einer Podiumsdiskussion stellten sich Dr. Erwin Manz, Staatssekretär für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz, Dr. Till Winkelmann sowie Vertreterinnen und Vertreter der Modellkommunen der Frage nach Möglichkeiten und Grenzen von Kommunen als Treiberinnen nachhaltiger Entwicklung zur Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele. „Nachhaltige Entwicklung beginnt konkret vor Ort. Kommunen sind wichtige Akteurinnen, wenn es um die Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 geht. Nachhaltig leben und wirtschaften – das funktioniert nur dann, wenn es dort verankert wird, wo die Menschen zuhause sind: Es gilt einerseits die hohe Lebensqualität zu erhalten und andererseits den globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit, Bewahrung der Artenvielfalt sowie soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit auch vor Ort konkret zu begegnen”, sagte Manz. „Der Klimawandel, Starkregenereignisse und weltweite Flüchtlingsbewegungen führen uns drastisch vor Augen, wie wichtig eine nachhaltige Lebensweise für den Fortbestand unser Zivilisation ist. Der SDG-Prozess ermöglicht den beteiligten Kommunen, mit konkreten Maßnahmen Nachhaltigkeitsprozesse vor Ort zu initiieren beziehungsweise auszubauen“, erklärte die Neustadter Umweltdezernentin, Waltraud Blarr. Die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Maikammer, Gabriele Flach, sagte: „Die globalen Nachhaltigkeitsziele sind keine abstrakte Größe. Sie nehmen uns alle in die Pflicht und bestimmen unser Leben im Hier und Jetzt: Wie wir arbeiten, wie wir wirtschaften, wie wir konsumieren, wie wir leben.“ Sie gab auch zu bedenken, dass Nachhaltigkeit „immer auch durch eine ethische Dimension“ bestimmt sei: „Sie spiegelt das Bestreben einer Gesellschaft, im Einklang mit eigenen Werten zu leben. Ich freue mich sehr, wie sich das Projekt bei uns vor Ort bisher entwickelt hat und bin gespannt auf die Zukunft.“

Pirmasens, Neustadt an der Weinstraße, Bad Bergzabern, die Verbandsgemeinden Lambrecht und Maikammer sowie Sippersfeld, Kallstadt und Klingenmünster hätten sich mit großem Engagement und unter schwierigen Corona-Bedingungen in das Projekt “Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz” eingebracht, führte Manz weiter aus und betonte: „Sie haben nicht nur dafür gesorgt, dass sie mit ihren erarbeiteten Nachhaltigkeitsstrategien und Aktionsplänen die Grundlage für eine zukunftsfähige Stadt- und Gemeindeentwicklung legen, sondern auch, dass der Pfälzerwald sich mit dem Projekt auf einem guten Weg befindet: zu einer Modellregion für nachhaltige Entwicklung in Rheinland-Pfalz.” In ihrem Zwischenruf formulierte Inga Thao My Bui von der Bewegung „Fridays for Future“, dass „gerade junge Menschen häufig das Gefühl haben, dass sie nichts bewegen können. Deshalb sind niedrigschwellige Angebote und konkrete Anregungen, wie man auf der örtlichen Ebene etwas zusammen bewegen kann, besonders wichtig.“

Ergebnisse und Erfahrungen aus dem SDG-Projekt

„Das Biosphärenreservat Pfälzerwald hat das Ziel, Modellregion für nachhaltige Entwicklung zu sein. Hierzu braucht es viele Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, um diese Idee in die Tat umzusetzen. Nachhaltigkeit wird in den Kommunen greifbar und erlebbar. Die jetzt in unserem Projekt erarbeiteten Nachhaltigkeitsstrategien der SDG-Modellkommen dienen auch der Umsetzung und der Verbreitung der Biosphären-Idee“, erklärte die Direktorin des Biosphärenreservats Pfälzerwald, Dr. Friedericke Weber.

Corinna Säger, SDG-Projektleiterin beim Biosphärenreservat, gab einen Einblick in die Projektergebnisse, die die Kommunen mit viel Engagement ihrer Kernteams wie auch ihrer Bürgerinnen und Bürger erarbeitet haben: „Eine zusammenfassende Analyse der Leitlinien hat ergeben, dass den Kommunen einige Themen besonders am Herzen liegen, wie etwa die Stärkung des Zusammenhalts im Sinne sozial gerechter Lebens- und Wohnbedingungen für alle Bevölkerungsgruppen, Generationengerechtigkeit und Familienfreundlichkeit, Teilhabe und Inklusion sowie lebendiger Nachbarschaften. Auch die Mobilitätswende hat eine hohe Priorität für die nachhaltige Entwicklung der Modellkommunen im Pfälzerwald, wo viele Menschen sich abhängig vom eigenen Auto sehen.” Weiterhin sei es den Kommunen wichtig, sich gegen den Rückgang der biologischen Vielfalt stark zu machen und Lebensräume für die Arten- und Organismenvielfalt der heimischen Ökosysteme zu erhalten beziehungsweise verbessern. Den Bürgerinnen und Bürgern solle eine hohe Lebensqualität ermöglicht werden, etwa durch die Gewährleistung einer nachhaltigen Nahversorgung, eines hochwertigen Bildungs- und Kulturangebots, durch eine gute Versorgung mit Gesundheitsdiensten und durch jugend-, senioren- und behindertenfreundliche Angebote. Bei alledem ressourcenschonend vorzugehen und Verantwortung des eigenen Handelns für die Menschen und die Umwelt in den Ländern des globalen Südens zu übernehmen, sei handlungsleitend für die acht Nachhaltigkeitsstrategien. Denn globale Güter wie das Klima, sauberes Wasser, Ökosystemdienstleistungen, Frieden, Gerechtigkeit oder Gesundheit machten an keinen Grenzen halt und würden von allen Menschen weltweit gleichermaßen benötigt, so die Projektleiterin.

Der Träger des Projekts „Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“ ist der Bezirksverband Pfalz als Träger des Biosphärenreservats, das gemeinsam mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global das Projekt durchführt. Zu 90 Prozent finanziert wird das Projekt durch das Angebot „Global Nachhaltige Kommune“ der SKEW mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Unterstützt wird das Vorhaben auf Landesebene durch das Ministerium für Umwelt, Ernährung, Energie und Forsten, das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau sowie das Ministerium des Innern und für Sport. Informationen zum Projekt finden sich unter: www.pfaelzerwald.de/sdg-modellregion-pfaelzerwald.

Grünflächen, Hirtenwege und UN-Nachhaltigkeitsziele

Ausschuss für das Biosphärenreservat Pfälzerwald tagt in Lambrecht zur Arbeit des Biosphärenreservats Pfälzerwald

Das Bild zeigt den Schäfer Sven Keller bei seiner Herde im Wasgau.
Neue Hirtenwege im Pfälzerwald: Die Erarbeitung des Pflege- und Entwicklungsplans nähert sich dem Abschluss. Hier der Schäfer Sven Keller bei seiner Herde im Wasgau (Foto: Biosphärenreservat/Norman P. Krauß)

Am Mittwoch, 24. November, findet um 13 Uhr in der Pfalzakademie in Lambrecht, Franz-Hartmann-Straße 9, eine Sitzung des Ausschusses für das Biosphärenreservat statt.

Nach dem Bericht des Bezirkstagsvorsitzenden Theo Wieder geht der Ausschuss zu den Beratungen über den Haushalt des Biosphärenreservats Pfälzerwald für das Jahr 2022 über. Danach geht es um „Grünflächen als Hebel für nachhaltige Entwicklung“, ein grenzüberschreitendes Projekt, für das das Biosphärenreservat-Team eine Interreg-Förderung beantragen will. Um die Idee des erfolgreich umgesetzten deutsch-französischen Projekts „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“ fortzusetzten und weiterzuentwickeln, ist es erforderlich, das Handlungsprogramm des Biosphärenreservats fortzuschreiben. Anna-Maria Marstaller, Projektmitarbeiterin bei den „Neuen Hirtenwegen im Pfälzerwald“ berichtet über den Stand der Dinge im bundesgeförderten chance.natur-Projekt, dessen erster Teil im März 2022 endet. Im Anschluss wird das Projekt „Global nachhaltige Kommune Pfalz – SDGs verankern“ vorgestellt, für das nun eine Förderung beantragt werden soll. Mithilfe des Vorhabens sollen die wichtigen Ergebnisse aus dem Projekt „Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“, das Ende des Jahres ausläuft, weitergetragen und konsolidiert werden. Zudem sollen weitere Kommunen aus der Pfalz gewonnen werden, sich auf den Weg zu machen, SDG-Aktionspläne zu erarbeiten.

Zudem steht die Geschäftsordnung zur Bildung eines Vergaberats für die Partnerbetriebe des Biosphärenreservats auf der Tagesordnung. Danach berät der Ausschuss über die Stellungnahme des MAB-Nationalkomitees, die auf den Bericht zur alle zehn Jahre stattfindenden Evaluierung des Biosphärenreservats Pfälzerwald durch die UNESCO erfolgt ist.

Die Direktorin des Biosphärenreservats Pfälzerwald, Dr. Friedericke Weber, berichtet abschließend zu weiteren neuen Entwicklungen aus den Projekten und Aufgabenbereichen des Biosphären-Teams.

Aufgrund der aktuellen Coronaverordnung kann die Anzahl von Besuchern und Besucherinnen zur Sitzung begrenzt werden. Interessierte werden gebeten, eine Teilnahme an der Sitzung bis Montag, 12 Uhr, bei Sabine Nauerz unter der Email s.nauerz@bv-pfalz.de anzumelden. Die Hygiene- und Verhaltensregeln der Pfalzakademie sind unbedingt zu beachten, Informationen dazu werden nach der Anmeldung versendet.

MINT-Region Biosphärenreservat Pfälzerwald

Motor für eine nachhaltige Entwicklung

Das Bild zeigt die Entgegennahme der Auszeichnung als MINT-Region für das Biosphärenreservat: Anne Laux (vorne) mit der Wirtschaftsministerin, Daniela Schmitt, der Bildungsministerin, Dr. Stephanie Hubig, sowie dem Staatssekretär des Wissenschaftsministeriums, Dr. Denis Alt.
Nahm die Auszeichnung als MINT-Region für das Biosphärenreservat entgegen: Anne Laux (vorne) mit der Wirtschaftsministerin, Daniela Schmitt, der Bildungsministerin, Dr. Stephanie Hubig, sowie dem Staatssekretär des Wissenschaftsministeriums, Dr. Denis Alt (Foto: Peter Pulkowski)

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald ist durch das Land Rheinland-Pfalz als MINTN-Region ausgezeichnet worden. In Anwesenheit von Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig, Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt und dem Staatssekretär Dr. Denis Alt des Wissenschaftsministeriums wurden im Rahmen des Förderwettbewerbs MINT-Regionen zwei Siegerregionen geehrt, die MINT-Region Mayen-Koblenz und die MINTN-Region Biosphärenreservat Pfälzerwald, wobei das hochgestellte „N“ für Nachhaltigkeit steht, die das Biosphärenreservat in den Fokus seiner MINT-Aktivitäten nimmt. MINT bezeichnet Unterrichts- und Studienfächer sowie Berufe aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Mit der Auszeichnung als MINT-Region ist eine Förderung über zwei Jahre vorgesehen. Diese zwei Jahre will das Biosphärenreservat Pfälzerwald nutzen, um MINT-Themen mit Nachhaltigkeit zu verzahnen, wobei die von den Vereinten Nationen formulierten Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Developement Goals, kurz SDGs) den inhaltlichen Bezugsrahmen bilden. So ist etwa vorgesehen, zu Inhalten wie Wald, Wasser und Energie exemplarisch Materialien zu entwickeln, in denen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik, Nachhaltigkeit und Berufsorientierung gleichermaßen bedacht und verknüpft werden. Die erarbeiteten Materialien sollen im Verlauf des Förderzeitraums erprobt, evaluiert und veröffentlicht werden.

Ziel ist es, so Gestaltungskompetenzen zu vermitteln und die Schülerinnen und Schüler zu ermutigen, MINT-Berufe zu ergreifen und in diesen Berufen an der Gestaltung einer zukunftsfähigen Gesellschaft mitzuwirken. Leider zeigt das MINT-Nachwuchsbarometer, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland kein großes Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern haben, das Interesse geht vor allem zwischen der fünften und neunten Klasse verloren. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Studie des Bundesamts für Umwelt, dass Umwelt- und Klimaschutz für die 14- bis 22-Jährigen eines der wichtigsten gesellschaftlichen Probleme darstellt. Hier möchte die MINT-Region Biosphärenreservat Pfälzerwald eine Brücke bauen und Handlungsoptionen aufzeigen. MINT-Berufe sind innovativ und zukunftsweisend und bieten die Chance, in der nachhaltigen Gestaltung unserer Gesellschaft eine besondere Rolle zu spielen. Hier setzt die Absicht einer Verknüpfung mit Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an, durch die den MINT-Fächern ein zukunftsweisender, gesellschaftlicher, nachhaltiger Bezug gegeben wird, passend zu den Zielen des Biosphärenreservats Pfälzerwald als Modellregion für nachhaltiges Leben.

Projektpartner der MINTN-Region Biosphärenreservat Pfälzerwald sind neben dem Mitinitiator ZentrAL (Zentrum für außerschulische Lernorte) der Universität Koblenz-Landau die BBS Rodalben, die IGS Enkenbach-Alsenborn und das Gymnasium des Alfred-Grosser-Schulzentrums in Bad Bergzabern. Aus dem beruflichen Bereich sind Landesforsten Rheinland-Pfalz mit dem Forstamt Haardt, die Energieagentur Rheinland-Pfalz, die Handwerkskammer der Pfalz und die Agentur für Arbeit Landau vertreten. Außerdem beteiligen sich das Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen mit Sitz in Trippstadt, das Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz und als bereits etabliertes MINT-Netzwerk die Zukunftsregion Westpfalz. Das Netzwerk der MINT-Region Biosphärenreservat Pfälzerwald soll mit weiteren Partnern und Partnerinnen ausgebaut werden.

MINT-Region und MINT-Förderwettbewerb des Landes Rheinland-Pfalz

Unter einer MINT-Region wird ein Netzwerk verstanden, in dem die unterschiedlichen Akteure und Akteurinnen vor Ort – das sind Kitas, Schulen, Hochschulen, Unternehmen und Kammern, Verbände, Stiftungen, Vereine, Politik und Verwaltung – ihre Aktivitäten zur Nachwuchsförderung im MINT-Bereich gemeinsam abstimmen und zielführende, neue Maßnahmen der MINT-Bildung und Fachkräftesicherung umsetzen. Die regionale MINT-Förderung ist sowohl für die individuellen Bildungs- und Zukunftschancen junger Menschen und die frühzeitige Fachkräftesicherung wie auch für die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der Region bedeutsam. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald möchte dabei als Modellregion zeigen, wie nachhaltige Entwicklung im Kontext der MINT-Förderung gestärkt werden kann.

Der Förderwettbewerb MINT-Regionen wird seit 2018 von den rheinland-pfälzischen Ministerien für Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft ausgeschrieben. Ziel ist es RLP zu einem starken MINT Land zu machen. Seit 2018 wurden jedes Jahr zwei Regionen von einer unabhängigen Jury ausgewählt.

Biosphärenschulen im Biosphärenreservat Pfälzerwald

Drei Schulen für Pilotphase ausgewählt

Das Bild zeigt Schulkinder, die das Ufer eines Bachs untersuchen.
Lernen für mehr Nachhaltigkeit: Biosphärenschulen legen einen besonderen Wert auf das Thema (Foto: Biosphärenreservat/frei)

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald strebt eine dauerhafte Kooperation mit Schulen an. Diese Zusammenarbeit soll zunächst in einer Pilotphase aufgebaut werden, für die unter acht Bewerberschulen drei Pilotschulen ausgewählt wurden.

Die teilnehmenden Schulen sind die Grundschule Ramberg-Eußerthal, die Integrierte Gesamtschule Enkenbach-Alsenborn und die Förderschule Pirminiusschule Pirmasens.

Während der Pilotphase werden gemeinsam mit den drei Schulen Konzepte und Richtlinien erarbeitet, getestet und evaluiert. Anhand der bundesweiten Mindeststandards für die Zusammenarbeit von Nationalen Naturlandschaften – das sind in Deutschland Naturparke, Nationalparke, Biosphärenreservate und ein Wildnisgebiet – mit Schulen werden Kriterien für die Biosphärenschulen im Biosphärenreservat Pfälzerwald entwickelt.

Die Pilotschulen sollen sich durch die Partnerschaft mit dem Biosphärenreservat als Ganzes zu einer nachhaltig agierenden Bildungseinrichtung entwickeln und verschiedene Ansätze zur nachhaltigen Entwicklung in die Unterrichtsgestaltung mit einbeziehen. Die Schulen sind eingeladen, sich als Teil des Biosphärenreservates zu fühlen und so zu erfahren, dass sie den Prozess zu mehr Nachhaltigkeit in der Region aktiv mitgestalten können. Durch den Bezug zu den Lebenswelten der Schülerinnen und Schüler kann ein konkretes, ganzheitliches Lernen ermöglicht werden. Die die Schule umgebenden Landschaften wie auch die historischen und aktuellen kulturellen Gegebenheiten sollen in die Unterrichtsgestaltung mit einbezogen werden.

Als nächster Schritt steht an, gemeinsam mit den ausgewählten Schulen ein Konzept „Wir als Biosphärenschule“ zu erarbeiten und bereits dieses Schuljahr mit der Umsetzung zu starten. Anhand dieser Erfahrungen möchten wir gegen Ende des Schuljahrs gemeinsam Kriterien für die Zertifizierung der Biosphärenschulen im Pfälzerwald entwickeln, anhand derer in den folgenden Jahren kontinuierlich weitere Schulen zertifiziert werden.

Das Projekt wird durch das Land Rheinland-Pfalz gefördert.

 

Projektmitarbeiter*in (EG 13) fürs chance.natur-Projekt “Neue Hirtenwege im Pfälzerwald” gesucht

Der Bezirksverband Pfalz sucht beim Biosphärenreservat Pfälzerwald mit Sitz in Lambrecht/Pfalz für das mit Mitteln vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) bzw. vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) und vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz (MKUEM) geförderte chance.natur-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald” (Projekt I) zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/einen

Projektmitarbeiter*in (m/w/d)
Eingruppierung in EG 13 TVöD
(Vollzeit, befristet für die Dauer der Erkrankung der Projektleitung)

Die ausführliche Stellenausschreibung ist hier abrufbar.