Neue Hirtenwege im Pfälzerwald online

chance.natur-Projekt des Biosphärenreservats jetzt mit eigener Website

Screenshot der neuen Website zum Hirtenwege-ProjektDie Webseite des chance.natur-Projekts „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ ist ab sofort online. Unter www.hirtenwege-pfaelzerwald.de gibt es zahlreiche Informationen rund um das seit 2017 laufende Projekt. Nach dem Motto „Naturschutz mit Schafsinn und Weidblick“ zielt das Projekt darauf ab, mithilfe von Schafen und anderen Weidetieren die Artenvielfalt zu erhöhen und gleichzeitig die attraktive Kulturlandschaft des Pfälzerwalds zu schützen und zu erhalten. Die Website erläutert, wie das Projekt-Team dabei vorgehen möchte, was die genauen Ziele sind, welche Maßnahmen umgesetzt werden sollen, welche Flächen das Projekt umschließt und wie man sich beteiligen kann. Zudem soll es hier künftig, wenn Veranstaltungen wieder möglich sind, Tipps und Hinweise auf Aktivitäten rund ums Schaf und das Thema Naturschutz geben.

Für das chance.natur-Projekt, das sich aktuell in der intensiven Pflege- und Entwicklungsplanung befindet, dient die Website zugleich als wichtige Plattform und Kommunikationsmedium für relevante Akteure und Akteurinnen, zum Beispiel aus dem Bereich von Kommunen, Behörden und Naturschutzverbänden.

Bei Fragen zum Projekt stehen der Projektleiter Helmut Schuler unter der Telefonnummer 06325 9552-17 oder unter der E-Mail-Adresse h.schuler@pfaelzerwald.bv-pfalz.de sowie die Projektmitarbeiterin Anna-Maria Marstaller unter 06325 9552-42 und a.marstaller@pfaelzerwald.bv-pfalz.de zur Verfügung.

chance.natur-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“

Das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ wird im Biosphärenreservat Pfälzerwald umgesetzt, Projektträger ist der Bezirksverband Pfalz. Die Förderung des Vorhabens erfolgt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie durch das Land Rheinland-Pfalz. Projekt I wird mit 1,8 Millionen Euro gefördert. Nach erfolgreichem Abschluss der Projektplanung in Projekt I würde sich für weitere zehn Jahre Projekt II anschließen, in dem die in Projekt I erarbeiteten Maßnahmen umgesetzt werden sollen.

Lust auf ein Open-Air-Semester im Biosphärenreservat?

Commerzbank unterstützt mit dem Projekt „Umweltpraktikum“ Großschutzgebiete in ganz Deutschland

Umweltpraktikant Paul Hauer
Drei Monate im Einsatz für das Biosphärenreservat: Paul Hauer hat ein Commerzbank-Umweltpraktikum absolviert (Foto: Biosphärenreservat)

Paul Hauer hat über drei Monate ein Umweltpraktikum in der Geschäftsstelle des Biosphärenreservats Pfälzerwald absolviert. Der 22-jährige Freiburger studiert Nachhaltiges Regionalmanagement an der Hochschule Rottenburg und verbrachte im Pfälzerwald den ersten Teil seines Praxissemesters. Drei Monate lang unterstützte er das Team in Lambrecht unter anderem im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung, wie bei der Vorbereitung von Junior Ranger Aktionen, oder in der Öffentlichkeitsarbeit, wie bei der Pflege der Website oder des Youtube-Auftritts. „Pandemiebedingt war es sicher kein klassischer Einsatz. Manche Einsatzmöglichkeiten, die sicher interessant gewesen wären, wie zum Beispiel bei den deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkten, sind leider weggefallen“, so Paul Hauer. „Dennoch konnte ich einen guten Einblick in die Arbeit eines Biosphärenreservats erhalten, und das ist eine Bereicherung für mich.“

Das Commerzbank-Umweltpraktikum bietet jungen Menschen die Chance, Natur intensiv zu erleben und dabei wichtige Kompetenzen für ihre spätere Berufswahl zu erwerben. Im Zuge des Praktikums erhalten Praktikantinnen und Praktikanten Einblicke in ganz verschiedene Bereiche wie Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit oder in die Planung und Umsetzung von Naturschutzprojekten. Seit dem Start 1990 haben durch das Commerzbank-Umweltpraktikum etwa 1.700 Praktikantinnen und Praktikanten in den 27 teilnehmenden Nationalparks, Naturparks und Biosphärenreservaten zwischen Nordsee und Alpen einzigartige Orte für ihr Engagement gefunden. „Wir freuen uns sehr, dass sich unser Engagement hier so nachhaltig gestaltet“, freut sich Ute Jahn, Filialleiterin der Commerzbank in Neustadt.

Bewerbungen für 2021 ab jetzt möglich
Studentinnen und Studenten aus Deutschland und anderen Ländern der Europäischen Union können sich ab jetzt bis 15. Januar über die Commerzbank für ein Praktikum im deutschen Teil des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen bewerben. Das mindestens dreimonatige Umweltpraktikum bietet die Chance, Natur intensiv zu erleben, Praxiserfahrung zu sammeln und berufliche Kontakte zu knüpfen.

Das Team des Biosphärenreservats Pfälzerwald bindet die Praktikantinnen oder Praktikanten aktiv in verschiedene Abläufe ein, um ein umfängliches Verständnis der Arbeit für nachhaltige Entwicklung in dem Großschutzgebiet zu vermitteln. Als Modellregion der UNESCO hat das Biosphärenreservat Pfälzerwald zum Ziel, das harmonische Zusammenleben von Mensch und Natur zu erproben und zu fördern. Die jungen Leute erhalten Einblick in Biosphärenreservats-Projekte etwa in den Bereichen nachhaltiges Wirtschaften, Landschaftspflege oder Schutz der Biodiversität. Sie haben auch die Gelegenheit, eigene Projekte umzusetzen, zum Beispiel in der Umweltbildung oder in der Öffentlichkeitsarbeit.

Neben spannenden Naturerlebnissen und lehrreichen Erfahrungen erhalten die Praktikanten und Praktikantinnen ein Praktikumsentgelt. Weitere Informationen und Hinweise zur Bewerbung finden sich unter www.umweltpraktikum.com.

Biosphärenreservat mit mehr Wildnis

Illustration über die Kernzone
Buntes Treiben in der Kernzone (Bild: Steffen Boiselle)

Seit Sommer dieses Jahres gilt die neue Landesverordnung über das Biosphärenreservat Pfälzerwald. Diese löst die Naturparkverordnung von 1958 ab. In der neuen Verordnung ist unter anderem festgeschrieben, dass drei Prozent der Fläche unseres Biosphärenreservats als Kernzonen unter besonderem Schutz stehen. Das sind rund 1.500 Hektar mehr als bisher. Hier darf sich die Natur weitestgehend ohne Eingreifen des Menschen entwickeln. Zur neuen Verordnung geht es hier.

Nachhaltigkeit vor Ort gestalten: Onlineveranstaltung für Kommunen im Pfälzerwald 

SDG-Projekt zu UN-Nachhaltigkeitszielen bietet Online-Netzwerkveranstaltung

Blick auf die Stadt Bad Bergzabern (Foto: Dominik Ketz)
Blick auf die Modellkommune Bad Bergzabern (Foto: Dominik Ketz)

Für alle Kommunen aus dem Gebiet des Biosphärenreservats gibt es am Dienstag, 01. Dezember, von 15.30 bis etwa 18.30 Uhr, eine Online-Netzwerkveranstaltung zu ausgewählten Nachhaltigkeitsthemen. Das Online-Treffen richtet sich an alle Interessierte – einschließlich Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft, öffentliche Träger, Kirche, Privatsektor und weitere Akteurinnen und Akteure. Es wird angeboten vom Team des SDG-Projekts des Biosphärenreservats Pfälzerwald gemeinsam mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global. Unterstützt wird die Veranstaltung zudem vom Land Rheinland-Pfalz. SDG steht für Sustainable Development Goals, das sind die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die in der Agenda 2030 formuliert sind. Die Online-Netzwerkveranstaltung richtet sich sowohl an die acht Kommunen, die sich am Projekt „Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“ als Modellkommunen beteiligen, wie auch an weitere interessierte Kommunen im Pfälzerwald.

Die Veranstaltung beginnt um 15.30 Uhr mit einer gemeinsamen Gesprächsrunde zur Verkehrswende auf kommunaler Ebene. Der Ausbau von ÖPNV sowie von Rad- und Fußverkehr, die Stärkung von E-Mobilität und Car-Sharing, die Reduzierung des motorisierten Personenindividualverkehrs und die barrierefreie Mobilität sind Zielvorstellungen für eine nachhaltige Zukunft vor Ort. Dabei sind die Kommunen an bestimmte Rahmenbedingungen gebunden und fragen sich, wo und wie sie ansetzen können, um die Verkehrswende voranzubringen. Expertinnen und Experten – unter anderem von der Technischen Universität Kaiserlautern, vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau und vom Thinktank Agora Verkehrswende – diskutieren gemeinsam mit den Kommunen.

Im Anschluss an die gemeinsame Gesprächsrunde teilt sich das Publikum in drei Themengruppen. Die erste Gruppe beschäftigt sich mit dem Aufbau von kommunalen Partnerschaften im Globalen Süden.

Matthias Müller, Ortsbürgermeister von Bullay an der Mosel, berichtet, wie seine Gemeinde vor etwa zehn Jahren damit begann, in Ruanda Entwicklungspartnerschaften zu etablieren und zu welchen Projekten dies bisher geführt hat. Der Impulsvortrag von Bürgermeister Müller wird überleiten zu einem moderierten Austausch. Darin soll erörtert werden, was mögliche gemeinsame Schritte von interessierten Kommunen aus dem Biosphärenreservat Pfälzerwald sein könnten, um geeignete kommunale Partnerschaften im Globalen Süden aufzubauen. Dr. Carola Stein, Leiterin des Referats „Partnerland Ruanda“ am rheinland-pfälzischen Ministerium des Innern und für Sport wird an der Gruppendiskussion teilnehmen.

In einer weiteren Gruppe steht die kommunale Klimawandelanpassung im Mittelpunkt. Der Klimawandel ist in Rheinland-Pfalz längst angekommen und stellt die Gemeinden, Städte und Landkreise vor immer größer werdende Herausforderungen. Fragestellungen wie etwa, wie unsere Gebäude der Zukunft aussehen und wo die Herausforderungen der ökologischen Transformation liegen und wie diese gemeistert werden können, bewegen Kommunen. Im Projekt “KlimawandelAnpassungsCOACH” haben seit April 2018 insgesamt 15 Kommunen in Rheinland-Pfalz gemeinschaftlich Anpassungsmaßnahmen erprobt und dabei wertvolle Erfahrungen gesammelt. Der Projektleiter Christian Kotremba vom Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen stellt diese den Teilnehmenden der Veranstaltung vor, bevor der Gruppenmoderator zum Erfahrungsaustausch überleitet.

Die dritte Gruppe beschäftigt sich mit kommunaler Nachhaltigkeit und der Nachhaltigkeitsstrategie Rheinland-Pfalz. Letztere zeigt an, wo im Lichte der globalen Herausforderungen die Schwerpunkte einer nachhaltigen Entwicklung des Landes liegen, und auf welchem Weg es sich befindet. Dabei ist der Übergang zu einer nachhaltigen Entwicklung nicht allein eine Angelegenheit der Landesregierung. In unterschiedlichsten Bereichen können Städte und Gemeinden ihren Beitrag leisten: Zum Beispiel werden mehr und mehr Kommunen Fairtrade-Towns, arbeiten an der Begrenzung der Flächenneuinanspruchnahme, stärken die nachhaltige Beschaffung und bringen den Ausbau der erneuerbaren Energien voran. Michael Frein, Referent beim Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, wird den Wissensaustausch durch einen Impulsvortrag beginnen und im Anschluss für Fragen der Teilnehmenden zur Verfügung stehen.

Anmeldungen zur Online-Netzwerkveranstaltung sollten bis zum 26. November an Nicole Bangert unter n.bangert@pfaelzerwald.bv-pfalz.de eingehen, bitte unter Angabe der gewünschten Themengruppe sowie von Name und Vorname, Organisation und Funktion.

Das SDG-Projekt im Biosphärenreservat
Projektträger ist das UNESCO Biosphärenreservat Pfälzerwald, eine durch den Bezirksverband Pfalz getragene Einrichtung. Kooperationspartnerin auf Bundesebene ist die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Partner von Seiten des Landes Rheinland-Pfalz sind das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten, das Ministerium des Innern und für Sport und das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau (MWVLW). Sowohl die SKEW mit Mitteln des BMZ als auch die drei Landesministerien unterstützen das Projekt finanziell.

 

 

Leoniden 2020 – Lichtblicke im November

Sternenhimmel mit Sternschnuppen
Foto: pixabay

Auch in diesem sonst eher veranstaltungsarmen Jahr können wir uns auf die Leoniden, einen Meteorschauer im November, verlassen und den Anblick genießen.

Ein besonders günstiges Timing, zu dem Neumond (15. November) und der Höhepunkt der Leoniden (16./17. November) zusammenfallen, verspricht bei klarem Himmel ungefähr 15 bis 20 Sternschnuppen pro Stunde. Der Neumond macht es uns dabei durch die fehlende Erhellung des Nachthimmels einfacher.

Der Name der Leoniden hat seinen Ursprung im Sternbild Löwe (lateinisch: leo), aus dem die Sternschnuppen zu kommen scheinen. Die Sternschnuppen entstehen, wenn bis zu faustgroße Bruchstücke des Kometen Temle-Tuttle mit bis zu 250.000 km/h in unsere Atmosphäre eintreten und verglühen.

Tipps für eine gute Sternenbeobachtung gibt es hier.

Walderlebnis mit Rollenspiel und Sinn für Nachhaltigkeit

 

Waldritter Südwest sind neuer Partnerbetrieb des Biosphärenreservats

„Kinder von Computerspielen oder vom Fernseher wegzulocken, ist nicht ganz leicht, doch wir haben die Erfahrung gemacht, dass es mit einem mittelalterlichen Spielthema in der freien Natur gewürzt mit fantastischen Märchenelementen gut gelingen kann“, verrät Dieter Simon von den Waldrittern Südwest die Grundidee des gemeinnützigen Vereins, der seit kurzem zum Partnernetzwerk des Biosphärenreservats Pfälzerwald gehört. In einer Mischung aus Schnitzeljagd, Waldquiz, Verstecken und Theaterspiel werden erlebnispädagogische Abenteuerspiele und Bildung für nachhaltige Entwicklung miteinander verknüpft. „Wir bringen die Neugierde und Wissbegierde der Kinder mit der wunderbaren Natur des Pfälzerwalds zusammen. Das passt natürlich auch prima zu den Junior Rangern des Biosphärenreservats“, so der pädagogische Leiter der Waldritter Dieter Simon. Das Junior Ranger-Programm setzen die Waldritter gemeinsam mit dem Pfälzerwald-Verein Waldfischbach-Burgalben als deren Jugendarbeit um. Darüber hinaus betreuen die Waldritter auch eigene Gruppen.

Bei den Junior Rangern handelt es sich um ein Angebot, das das Biosphärenreservat und Landesforsten Rheinland-Pfalz gemeinsam mit vielen Partnerinnen und Partnern anbieten – so auch mit den Waldrittern Südwest. Im Laufe eines Camps, das eine Woche oder mehrere Tage dauert, lernen die angehenden Ranger viel über das Biosphärenreservat, worum es dort eigentlich geht und welche anderen Schutzgebiete es gibt. Sie üben, sich mit Karte und Kompass zu orientieren, lernen die Tiere und Pflanzen des Pfälzerwalds kennen, erfahren Wissenswertes über eine umweltverträgliche und sozial gerechte Lebensweise, gehen auf Spiel- und Entdeckungstouren und haben Spaß am Lagerfeuer.

Das alles können Kinder mit den Waldrittern Südwest beim Abenteuer-Wald-Erlebnis-Zentrum Heidelsburg bei Clausen erleben. Durch den Zusammenschluss des Jugendzeltplatzes Hollertal mit der Vereinshütte der Pfälzerwald-Ortsgruppe Waldfischbach-Burgalben entsteht hier eine Einrichtung, in der Kinder und Jugendliche bei Junior Ranger-Camps und anderen Freizeitveranstaltungen Natur und Abenteuer hautnah erfahren können. „Das Konzept der Waldritter sieht vor, dass die jungen Leute bei verschiedenen Aktionen mit anpacken und so ,ihr‘ Walderlebniszentrum mitgestalten“, erläutert Dieter Simon.

Partner-Netzwerk des Biosphärenreservats Pfälzerwald

Unter dem Motto „Nachhaltig leben auf Pfälzisch!“ haben sich rund 60 Betriebe verschiedenster Branchen als Partner des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Sie erfüllen bundesweit einheitliche Qualitäts- und Umweltstandards. Informationen unter www.pfaelzerwald.de/partner-biosphaerenreservat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Eingang zum gemeinsam mit vielen Kindern und Jugendlichen angelegten Wildkräutergarten: Die Direktorin des Biosphärenreservats Pfälzerwald, Dr. Friedricke Weber, und der pädagogische Leiter der Waldritter Südwest e.V., Dieter Simon (Foto: Biosphärenreservat/frei)

Junior Ranger 2020 – trotz Einschränkungen mit Spaß und Zusammengehörigkeitsgefühl

Eine außergewöhnliche Saison geht auch für die Junior Ranger des Biosphärenreservats Pfälzerwald zu Ende. Trotz eingeschränkter Gruppengrößen konnten insgesamt 117 Kinder an den sechs einwöchigen Camps in den Sommerferien sowie an den zwei einwöchigen und einem dreitägigen Camp in den Herbstferien teilnehmen.

Theresa Rohrbacher war Betreuerin beim Herbst-Camp in der Wappenschmeide
Theresa Rohrbacher war als Betreuerin beim Junior Ranger-Camp bei der Wappenschmiede dabei (Foto: Rohrbacher)

Die 29-jährige Theresa Rohrbacher war als Betreuerin beim Herbst-Camp im NaturErlebnisZentrum Wappenschmiede der GNOR e. V. bei Fischbach dabei und sagt: „Wir sind sehr glücklich darüber, dass das Camp trotz einiger Einschränkungen ein Erfolg war und die Gruppe so toll harmoniert hat! Auch wenn der notwendige einzuhaltende Abstand oft im Weg war, hat sich doch sehr schnell ein Gemeinschafts- und Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe entwickelt. Es war sehr schön zu beobachten, dass trotz körperlichem Abstand neue Freundschaften entstehen und eine Gruppe zusammenwachsen kann.“ Die 7 bis 12-jährigen Junior Ranger hatten viel Spaß dabei, den Umgang mit Karte und Kompass auszuprobieren, am Lagerfeuer zu sitzen, Tierspuren zu erraten oder einfach im Wald zu spielen. Im Herbst waren bei dem Camp in der Wappenschmiede bei Fischbach Waldvögel das Schwerpunktthema. Beim Camp der Waldritter Südwest in der Nähe von Clausen fand eine dreitägige Baumpflanzaktion statt. Erstmals gab es dieses Jahr auch Junior Ranger aus den vergangenen Jahren, sogenannte Volunteer Ranger, die bei den Sommerferiencamps ehrenamtlich mithalfen.

Auch die Entdeckendentouren, die das Biosphärenreservat als eintägige Aktionen zusätzlich zu den Ferien-Camps für seine Junior Ranger anbietet, konnten umgesetzt werden: Rund 90 Kinder waren bei neun Veranstaltungen dabei. Das Junior Ranger Projekt wird unterstützt vom Land Rheinland-Pfalz.

Frisch, kreativ, aus der Region

Seminar- und Gästehaus Burghof Stauf als Partnerbetrieb des Biosphärenreservats anerkannt

Neuer Partnerbetrieb: Die Direktorin des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen, Dr. Friedericke Weber (links), übergibt das Schild an Karsten und Ann-Kathrin Bessai

„Mehr Frische, mehr Kreativität, mehr Jahreszeiten“, das ist das erklärte Ziel von Karsten Bessai, Koch und Geschäftsführer im Seminar- und Gästehaus Burghof Stauf. Seit Frühling dieses Jahres ist er Gastgeber hier, gemeinsam mit seiner Frau Ann-Kathrin Bessai. Vor einigen Jahren hat Marion von Gienanth das Haus erstanden und ab 2013 mit Architekten umgebaut. „Ich wollte einen Ort schaffen, an dem Menschen zu sich kommen können. Dies hier ist für mich ein Ort mit besonderer Energie“, sagt Marion von Gienanth über den ursprünglich als Kinderheim erbauten Komplex in der Nähe der Burg Stauf bei Eisenberg. Um sich mehr auf die Durchführung von Seminaren konzentrieren zu können, suchte sie einen Partner für ihr Seminar- und Gästehaus und fand mit Karsten Bessai den Richtigen.

„Meiner Frau und mir war es wichtig, einen Ort für alle zu schaffen. Es ist ein Haus für Menschen, die genießen wollen“. Das Bodenständige liegt Karsten Bessai, der sich im Bereich der Bio-Küche einen Namen gemacht hat, am Herzen. Aus einem landwirtschaftlich geprägten Elternhaus im Nachbarort Rosenthal stammend, machte er zunächst eine Ausbildung zum Forstwirt, bevor er Koch wurde. In einem renommierten Biohotel bei München wirkte er viele Jahre, begleitend ist er seit mehr als zehn Jahren Berater für die Entwicklung von gastronomischen Konzepten und als Botschafter für ein gutes Kochhandwerk tätig.

Die Gäste des Burghofs Staufs kommen als Individualgäste aus Nah und Fern, als Teilnehmerinnen von Tagungen oder verschiedener Seminare. Alle kommen in den Genuss der saisonalen und regionalen Küche, die Karsten Bessai hier bietet, und profitieren nicht zuletzt davon, dass ihm die kleinbäuerliche Lebensmittelproduktion in die Wiege gelegt wurde und immer noch wichtig ist. Er selbst hält Glanrinder und Honigbienen, bewirtschaftet Streuobstwiesen, einen Kartoffelacker und einen Gemüsegarten. „Im Moment haben wir zum Beispiel blaue Kartoffeln“, verrät er. „Die Gäste erhalten ein individuelles Angebot, je nach Saison und Geschmack“. Dieses serviert er in „Karstens Esszimmer“, das auch für besondere Anlässe gebucht werden kann. Dafür, dass im Haus eine besonders entspannte Atmosphäre herrscht, sorgt auch Karstens Frau Ann-Kathrin Bessai. Die Biologin ist in der Forschung im Bereich Ökolandbau tätig. Sie ist ebenfalls Gastgeberin im Burghof Stauf und bereichert als ausgebildete Yogalehrerin zusätzlich das Seminarangebot.

„Die Idee des Biosphärenreservats ist für mich bedeutend, mir macht es Freude, die Besonderheiten einer Kulturlandschaft zum Blühen bringen“, sagt Karsten Bessai. Gemeinsam mit einem weiteren Partnerbetrieb des Biosphärenreservats, dem Hotel-Restaurant Seehaus Forelle am Eiswoog bei Ramsen, hat er beispielswiese das Angebot „Tagen an zwei Orten“ entworfen. Auch für das Seehaus Forelle war Marion von Gienanth Ideengeberin und Macherin im Hintergrund, getrieben von der Frage, wie man die Ideen des Biosphärenreservats exemplarisch umsetzen könne. Weitere Informationen zum Burghof Stauf unter www.burghof-stauf.de sowie zu den Partnerbetrieben des Biosphärenreservats unter www.pfaelzerwald.de/partner-biospharenreservat.

Noch recht neu im Team: Anna Prim für das Sternenpark-Projekt

Anna Prim verstärkt seit April dieses Jahres das Team des Biosphärenreservats in Lambrecht und widmet sich dem Projekt Sternenpark Pfälzerwald. Sie übernahm von Sarah Köngeter, die teamintern gewechselt ist und nun das Aufgabengebiet Forschung und Monitoring sowie Naturschutz und Biodiversität bearbeitet. Mitten in der Pandemie natürlich kein klassischer Start für Anna Prim in eine neue Stelle. Hier berichtet sie, womit sie sich bisher befasst hat und was ihr an der Aufgabe gefällt.

Anna Prim ist die neue Mitarbeiterin für das Sternenpark-Projekt beim Biosphärenreservat

Du bearbeitest seit April das Projekt Sternenpark Pfälzerwald – womit beschäftigst du dich im Moment?
Ende April habe ich das Projekt von meiner Kollegin Sarah Köngeter übernommen. Aktuell freue ich mich sehr, dass wir bei dem Vorhaben, einen Infoweg zum Thema Schutz der natürlichen Nacht zu erstellen, ein großes Stück weitergekommen sind. Der Infoweg wird in Lemberg in der Südwestpfalz entstehen und auf einer Länge von fünf Kilometern auf 12 großformatigen Tafeln ganz verschiedene Informations- und Unterhaltungsebenen für Erwachsene und Kinder bieten. Die Inhalte sind recherchiert und nun bin ich gespannt darauf, die Tafeln zusammen mit einer Gestalterfirma für jede Zielgruppe ansprechend aufzubereiten.

Neben dem Infoweg geht es aktuell auch um die Besichtigung und Beurteilung von Plätzen für Sternenbeobachtungen, die im Rahmen des Projekts in der Landschaft ausgewiesen werden sollen und Infos zum Sternenhimmel vor Ort aufzeigen sollen. Über die Lage dieser Beobachtungspunkte informieren wir dann auf einem Faltblatt.

Welche Meilensteine wurden in dem Projekt bereits erreicht und wie geht es weiter?
Meine Vorgängerin Sarah Köngeter hat bereits einige Veranstaltungen, unter anderem für Kommunen, Energieversorger, Tourismustreibende und Biosphären-Guides durchgeführt, bei denen die Information und der Austausch sowie die Vernetzung von Akteuren zum Thema Reduzierung der Lichtverschmutzung im Vordergrund stand. In Form eines Schulwettbewerbs konnte auch die jüngere Generation für das Thema sensibilisiert werden. Die Website, die auch im Rahmen des Projekts entstanden ist, ermöglicht es uns, Informationen bereitzustellen oder auch Termine zu Astrothemen aufzulisten. Daneben hat die Erstellung des wie ich finde sehr gelungenen Flyers zum Projekt sicherlich auch zu dessen Bekanntmachung beigetragen.

Ein wichtiger Meilenstein war auch die Erstellung von Zertifikaten für Gemeinden und Gastgeberinnen in der Region, die die Maßnahmen zur Reduzierung von Lichtverschmutzung anerkennen und somit wiederum einen nachhaltigen Astrotourismus fördern. Diese Umsetzung dieser Maßnahmen muss überprüft werden – darauf werde ich mich unter anderem in der nächsten Zeit konzentrieren.

Was macht für dich den besonderen Reiz des Themas beziehungsweise des Projekts aus?
Definitiv die Emotionalität, die das Thema Sternenhimmel mit sich bringt. Ich habe das Gefühl, dass viele Menschen hier in der Region ,,ihren‘‘ Sternenhimmel sehr zu schätzen wissen und dem Projekt deshalb sehr offen gegenüberstehen. Diese positiven Begegnungen und Gespräche machen dann einfach Spaß und beflügeln die Kreativität. Dadurch, dass das Thema ein Querschnittsthema ist, kann man auch in so vielen Bereichen Ansatzpunkte finden und etwas bewegen.

Außerdem stand das Projektteam immer mit Rat und Tat zur Seite – somit entstehen schöne und runde Ergebnisse und ich lerne auch noch vieles dazu.

Du lebst jetzt seit einem guten halben Jahr in der Pfalz – konntest du den Pfälzerwald bei Tag und bei Nacht schon gut erkunden?
Ich würde sagen, dass ich die Gegend in der kurzen Zeit schon ganz gut kennengelernt habe. Vor allem im Pfälzerwald bin ich als leidenschaftliche Wanderin bereits auf viele Erkundungstouren gegangen. Gerade jetzt im Herbst genieße ich aber auch bei der Zugfahrt nach Lambrecht die sich jeden Tag ändernden Farben der Bäume. Bei meiner Weiterbildung als Natur- und Landschaftsführerin im Zentralen Pfälzerwald komme ich außerdem viel rum und lerne Spannendes über die heimische Natur. Vor allem haben mir aber die Menschen, die ich bisher kennlernen durfte, das Ankommen hier in der Pfalz sehr leicht gemacht.

Zur Person
Anna Prim ist 1988 in Wuppertal geboren. Sie studierte an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster Geowissenschaften. Nach ihrem Master-Abschluss arbeitete sie für Naturkundemuseen in Münster und Karlsruhe, wo sie sich der Sammlungs- und Öffentlichkeitsarbeit wie auch der Konzeption von Ausstellung widmete, sowie bei der Klima Arena Sinsheim. Seit etwa einem halben Jahr wohnt sie in Kaiserslautern.

Zum Projekt
Das Projekt Sternenpark Pfälzerwald wird als LEADER-Projekt im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE unter Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz (vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau) gefördert.

Kaltenbächel in Dahn wird renaturiert

Maßnahme zur Erhöhung der Artenvielfalt beginnt im November

Am Kaltenbächel in Dahn wird ab Anfang November eine Maßnahme umgesetzt, die zu mehr Artenvielfalt in dem Fließgewässer beitragen soll. Die Arbeiten finden im Rahmen des grenzüberschreitenden Projekts „LIFE Biocorridors“ des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen statt und dauern schätzungsweise zwei bis drei Wochen.

Das Kaltenbächel in Dahn

Das Kaltenbächel ist ein ganzjährig wasserführender Quellbach, der als Zufluss in die Wieslauter mündet. In der Nähe des Ortseingangs nach Dahn, wo der kleine Bach unter einem Rad- und Wirtschaftsweg durchfließt, besteht die Unterführung derzeit noch aus einem engen Gussrohr mit einer Absturzkante von 30 Zentimetern. Die Wieslauter ist dadurch ökologisch vom Zufluss des Kaltenbächels weitestgehend abgetrennt; der Tierbestand im isolierten Gewässerabschnitt ist auch genetisch verarmt. Hier haben Fische wie die Groppe oder das Neunauge und andere Wasserlebewesen kaum eine Chance, aufzusteigen und zum Quellbereich zu wandern.

Die Baumaßnahme, die nun an der Rad- und Wanderwegekreuzung unterhalb des Hotels Pfalzblick durchgeführt wird, soll die Situation verbessern. Der Rad- und Fußweg über das Kaltenbächel bleibt geöffnet und führt für die Dauer der Bauarbeiten an der Baustelle vorbei über einen kleinen Steg. Zunächst wird das enge Rohr, das unter dem Weg durchführt, durch ein neues offenes U-Profil mit größerem Querschnitt und durchgängiger Gewässersohle ersetzt. Die alte Verrohrung wird einseitig verschlossen und kann dann als Fledermausquartiert dienen. Zudem wird das untere Bachbett an seinen ursprünglichen Ort verlegt und der Gewässerlauf renaturiert. Unter anderem verfügt der Bach dann wieder über einen großen Wechsel zwischen breiten und engen, flachen und tiefen Stellen. Wasserbausteine werden eingebaut, so dass auch die Fließgeschwindigkeit variiert. Eine Studie unter anderem zu den Lebewesen, den Strukturen und den chemisch-physikalischen Eigenschaften des Kaltenbächels begleitet die Baumaßnahmen und wird durch das deutsch-französische Team des LIFE-Projekts gemeinsam durchgeführt.

Zum EU-Projekt „LIFE Biocorridors“

Das EU-Projekt „LIFE Biocorridors“ will ein grenzüberschreitendes ökologisches Netzwerk im Biotopverbund Pfälzerwald-Nordvogesen schaffen. Hierfür werden verschiedene Maßnahmen in Wald, Wiesen und an Wasserläufen durchgeführt. Die Europäische Union sowie die Projektpartner in Frankreich und Rheinland-Pfalz stellen für das Projekt „LIFE Biocorridors“ insgesamt 3,6 Millionen Euro zur Verfügung. Mit 540.000 Euro fördert das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz die Umsetzung der Maßnahmen. Informationen auch unter www.lifebiocorridors-vosgesnord-pfaelzerwald.eu.