Bummeln und regionale Produkte aus dem Biosphärenreservat genießen

Deutsch-französischer Biosphären-Bauernmarkt in Eisenberg

Das Bild zeigt Menschen, die an Marktständen vürübergehen.Zum deutsch-französischen Bauernmarkt im Zentrum von Eisenberg lädt das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen am Sonntag, 12. Juni, von 11 bis 18 Uhr ein. Über 40 Bauernmarkt-Beschicker und -Beschickerinnen aus der Region treffen sich in der größten Stadt des Donnersbergkreises und verkaufen ihre umweltschonend erzeugten Qualitätsprodukte aus dem Pfälzerwald, von der Weinstraße und aus den Nordvogesen. Zum Schlendern, Schlemmen und Probieren bieten sich unter anderem Schinken, Wurst, Fleisch vom Lamm, Wild und Pferd, Ziegenkäse, Essige, Säfte, Biowein, Likör und Sekt, Obst und Gemüse, Pilzen, Marmelade und Honig, Öl, Teigwaren und Kompott an. Ein vielfältiges Getränkeangebot von Winzern und einem Bierbrauer gehört ebenso dazu.

Zudem präsentiert das Biosphären-Team die Arbeit des Biosphärenreservats und im Rahmen der Kampagne „Verrückt auf morgen“ die wichtigen Leistungen von Biosphärenreservaten in Deutschland. In vielen Projekten setzen sich die Teams in den Modellregionen vom Wattenmeer bis zum Berchtesgadener Land, vom Pfälzerwald bis zur Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft gemeinsam mit Menschen in ihren Regionen für eine nachhaltige Zukunft ein.

Ziel der deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkte ist es, die Landwirtschaft in der Region zu stärken und bei Einheimischen wie Gästen für den Kauf von umweltschonend erzeugten Produkten zu werben. So werden lange Transportwege vermieden und die Verbraucherinnen und Verbraucher können direkt dazu beitragen, dass die einzigartige Kulturlandschaft des Biosphärenreservats erhalten bleibt und das Klima geschützt wird.

Für die Anreise nach Eisenberg lassen sich auch öffentliche Verkehrsmittel gut nutzen. Der Biosphären-Bauernmarkt ist auf einem kurzen Spaziergang vom Bahnhof aus erreichbar. Die Verbandsgemeinde Eisenberg ist seit 2014 auch als Fairtrade-Gemeinde ausgezeichnet.

Weitere Informationen unter www.pfaelzerwald.de/bauernmaerkte. Die Biosphären-Bauernmärkte werden unterstützt durch das Land Rheinland-Pfalz.

Lebensräume über Grenzen vernetzen

Abschluss des deutsch-französischen EU-Projekts „LIFE Biocorridors“ mit einer grenzüberschreitenden Exkursion

„Wir haben den Wald früher so bewirtschaftet, wie er uns am meisten nutzte, also in Monokulturen. Im Projekt ,LIFE Biocorridors‘ konnten wir Maßnahmen umsetzen, die es Arten ermöglichen, sich wieder zu verbreiten.“ Das sagte Michaël Weber, der Vorsitzende des SYCOPARC, der Trägerorganisation des Regionalen Naturparks Nordvogesen bei der Abschlussexkursion zu dem deutsch-französischen Projekt. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen schließt in den kommenden Wochen das EU-geförderte Projekt „LIFE Biocorridors“ ab. Seit 2016 wurden im französischen und deutschen Teil des Biosphärenreservats Maßnahmen in Wald und Wiesen sowie an Wasserläufen mit dem Ziel durchgeführt, einen grenzüberschreitenden Biotopverbund zu schaffen.

„Man könnte sagen, dass das hier endet. Aber ganz im Gegenteil, es ist der Anfang. Wir müssen gemeinsam immer weiter kämpfen für den Erhalt der Biodiversität“, so Weber. Matthias Schneider vom rheinland-pfälzischen Umweltministerium sieht die Leistung der Biotopvernetzung als weitreichend: „Biokorridore sind ein wichtiger Beitrag, um den Klimawandel entgegenzuwirken. Es sind langfristige und nachhaltige, tragfähige Lösungen gefragt.“

Bei der Exkursion zum Projektabschluss konnten sich Fachleute und Interessierte aus Frankreich und Deutschland sowie aus den beteiligten Kommunen einen Überblick über verschiedene Maßnahmen verschaffen, die im Rahmen des Projekts umgesetzt wurden. Im französischen Teil des Biosphärenreservats wurden Heckenpflanzungen bei Drachenbronn, Altholzinseln bei Wingen und eine Fließgewässer-Renaturierung im Liebfrauenthal gezeigt. Im Pfälzerwald präsentierte das Biosphären-Team Laubholzpflanzungen im Gemeindewald Vorderweidenthal, die Wiederherstellung einer Feuchtwiese in Spirkelbach sowie die Wiederherstellung von Mager- und Streuobstwiesen in Erlenbach.

Das EU-Projekt „LIFE Biocorridors“

Im Jahr 2012 wurden im Rahmen einer vom Regionalen Naturpark Nordvogesen, des französischen Teils des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen, durchgeführten Studie zu grenzüberschreitenden ökologischen Netzwerken die ökologischen Korridore des Biosphärenreservats herausgearbeitet. In diesem Zusammenhang wurden auch die zu stärkenden Korridore in den Bereichen Wald, Fließgewässer und Offenland identifiziert. Auf dieser Grundlage und nach einer Phase der Information und Abstimmung mit lokalen Akteuren und Akteurinnen aus Forst- und Landwirtschaft, öffentlichen Einrichtungen und Politik sowie Landbesitzenden entstand das Projekt „LIFE Biocorridors“.

Im Rahmen des EU-Projekts „LIFE Biocorridors“ wurden Maßnahmen zur Biotopvernetzung in den Lebensräumen Offenland, Wald und Wasser umgesetzt. Im Offenland ging es darum, Streuobstwiesen sowie Mager- und Feuchtwiesen zu bewahren, zu pflegen oder wiederherzustellen. Im Wald entstand ein Netz an Altholzinseln und der Laubwaldanteil wurde erhöht. Zudem wurden natürliche Bachuferwälder wiederhergestellt und die ökologische Durchlässigkeit von Fließgewässern verbessert. Die Europäische Union sowie die Projektpartner in Frankreich und Rheinland-Pfalz stellten für das Projekt „LIFE Biocorridors“ insgesamt 3,6 Millionen Euro zur Verfügung. Mit 540.000 Euro förderte das rheinland-pfälzische Umweltministerium die Umsetzung der Maßnahmen.

Den Sternen so nah – Abschlussfunkeln in Rumbach

Biosphärenreservat Pfälzerwald beendet Projekt „Sternenpark Pfälzerwald“ zum Schutz der Nacht

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald feiert den Abschluss des LEADER-Projekts „Sternenpark Pfälzerwald“ am 21. Mai und 22. Mai 2022 unter dem Motto „Den Sternen so nah – Abschlussfunkeln in Rumbach“ und lädt alle Interessierte dazu ein, teilzunehmen.

Am Samstag, 21. Mai, gibt es ab 20 Uhr einen abendlichen Rundgang ab dem Rathaus Rumbach durch die „Gemeinde unter den Sternen“. Das Projekt-Team informiert über das Projekt Sternenpark Pfälzerwald und das Zertifikat „Gemeinde unter den Sternen“. Astronomisch versierte Experten geben dann Erläuterungen zum Sternenhimmel über dem Pfälzerwald. Dafür geht es auf einem kurzen Spaziergang zum Sternenbeobachtungspunkt in Rumbach. Teleskope und weiteres astronomisches Equipment stehen hier bereit.

Der zweite Teil der Abschlussveranstaltung findet am Sonntag, 22. Mai, von 10 bis 18 Uhr im Mehrgenerationenpark in Rumbach statt. An verschiedenen Ständen beantwortet das Biosphären-Team Fragen rund ums Projekt und um die Themen Lichtverschmutzung und Schutz der Nacht. Die Teilnehmenden erfahren unter anderem, was sich hinter den Zertifikaten „Gastgeber unter den Sternen“ und „Gemeinde unter den Sternen“ verbirgt, welche Astronomie-Vereine im Pfälzerwald aktiv sind, was eine Beleuchtungsumstellung mit Klimaschutz zu tun hat, wie sich Lichtverschmutzung auf Menschen und Tiere auswirkt, wie dunkel es im Pfälzerwald ist und welche Forschungen sich dem Thema Lichtverschmutzung widmen.

Für Kinder gibt es Mitmach- und Malaktionen. Gutes und Regionales zum Essen und Trinken bieten die Vereine Rumbachs ebenso wie einige Marktbeschickerinnen und -beschicker, die auch auf den deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkten im Einsatz sind. Ein kleines Bühnenprogramm begleitet den Tag.

Zum Projekt „Sternenpark Pfälzerwald“

Aufgrund von Industrialisierung, Zersiedelung und anderen Faktoren herrscht nur noch an wenigen Orten in Europa nach Sonnenuntergang natürliche Dunkelheit. Der Pfälzerwald weist noch Gebiete mit nahezu natürlichen Nachtlandschaften und einem sternenreichen Himmel auf. Diese Gebiete sind wichtig und wertvoll, weil sie neben der Schönheit des Sternenhimmels auch Lebensraum für zahlreiche tag- und nachtaktive Tiere und Pflanzen bieten.

Das Projekt „Sternenpark Pfälzerwald“, das 2018 startete und Ende Juli 2022 ausläuft, zielt darauf ab, solche Gebiete mit nahezu intakten Nachtlandschaften zu erhalten und zu fördern. Das Projekt will für den Schutz der natürlichen Nacht sensibilisieren und zeigen, wie man eine Reduzierung der Lichtverschmutzung durch sternen- und gleichermaßen umweltfreundliche Beleuchtung im Pfälzerwald mit Energie- und Kosteneinsparungen verbinden kann. Von einer Sanierung der Straßen- und Außenbeleuchtung profitieren Mensch und Natur gleichermaßen.

Die Auszeichnungen „Gastgeber unter den Sternen“ sowie „Gemeinde unter den Sternen“ wurden in Anlehnung an bestehende Kriterien zur Reduzierung der Lichtverschmutzung und an bestehende Förderprogramme erarbeitet. Kriterien sind unter anderem eine gezielte Lichtlenkung und eine Reduzierung der Lichtmenge, Lichtfarbe und Leuchtdauer sowie für Übernachtungsbetriebe sternenguckerfreundliche Frühstücks- und Checkout-Zeiten oder wenig Beleuchtung auf dem Außengelände. Für Gemeinden sowie Gastgeberinnen und Gastgeber wird es auch nach Ablauf der Projektlaufzeit weiterhin die Möglichkeit zur Zertifizierung durch das Biosphärenreservat Pfälzerwald geben. Informationen zum Projekt und zu den Zertifizierungen unter www.pfaelzerwald.de/sternenpark.

Das Projekt Sternenpark Pfälzerwald wird als LEADER-Projekt im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE unter Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz (vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau) gefördert.

Gefährdete Tierarten: Exkursionen zu Fledermäusen und Flusskrebsen

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen bietet anhand einer Fledermausexkursion am Donnerstag, 19. Mai, sowie einer Exkursion zu Flusskrebsen am Samstag, 28. Mai, die Gelegenheit mit Expertinnen und Experten auf Streifzug zu gehen und mehr über die gefährdeten Flattertiere und selten gewordenen Wasserbewohner zu erfahren.

Die Teilnehmenden können am 19. Mai ab 21.15 Uhr bei einer abendlichen Wanderung durch Fischbach bei Dahn die kleinen Luftakrobaten mit Hilfe von Ultraschalldetektoren selbst erleben und gleichzeitig mehr erfahren über die Fledermäuse des Pfälzerwaldes und der Nordvogesen. Katharina Schritt vom Projekt „Fledermäuse Willkommen!“ des NABU Rheinland-Pfalz erzählt über die Biologie von Fledermäusen und wie man sich auf ihre Spuren begeben kann. Sie erläutert auch, wie jede und jeder etwas zum Schutz dieser einzigartigen Säugetiere beitragen kann. Die Teilnahme eignet sich auch für Familien.

Am 28. Mai können die Teilnehmenden bei der Exkursion entlang des Eisbaches am Eiswoog bei Ramsen mehr erfahren zur nächtlichen Lebensweise der einheimischen Krebsarten. Der zertifizierte Waldpädagoge Ralf Linden erklärt auch, wie die importierten Krebsarten und die Krebspest in unser Gebiet kamen. Er erläutert die Unterschiede und die Erkennungsmerkmale an Präparaten der verschiedenen Krebsarten, demonstriert die Fangmethoden und geht auf die historische Nutzung sowie die aktuellen Schutzmaßnahmen ein.

Die Teilnahme an den Exkursionen ist kostenlos. Informationen zu den Angeboten und zur Anmeldung unter www.pfaelzerwald.de/termine.

Das EU-Interreg-Projekt „Gefährdete Tierarten im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen“

Der weltweite Rückgang und das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten zeigen sich auch im Bereich des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen. Im Rahmen des von Juli 2020 bis Juni 2023 laufenden EU-Interreg-Projekts „Gefährdete Tierarten – Espèces animales en danger“ setzen sich das deutsch-französische Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen und seine Projektpartner dafür ein, dass für drei gefährdete Tierarten dringend benötigte Schutzmaßnahmen umgesetzt werden. Im Zentrum des Projekts stehen der Steinkrebs, der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling – eine Schmetterlingsart – und das Große Mausohr, eine kulturfolgende Fledermausart.

Zur Umsetzung des Projekts haben sich deutsche und französische Projektpartner und -partnerinnen zusammengefunden, die ihre Kenntnisse, Mittel und Monitoring-Methoden teilen, um konkrete Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald bringt sich im Bereich Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Öffentlichkeitsarbeit vor allem mit Führungen und Workshops in das Projekt ein.

Partner und Förderer

Neben dem französischen und deutschen Teil des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen sind zudem am Projekt beteiligt die Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (GNOR), der Nabu Rheinland-Pfalz, die Universität Koblenz-Landau, die SDEA (Syndicat des Eaux et de l‘Assainissement Alsace-Moselle) und die Conservatoire des sites alsaciens.

Das Projekt wird mit Mitteln aus dem Interreg-Programm Oberrhein sowie auf deutscher Seite durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz gefördert.

Weitere Informationen zum Projekt unter www.pfaelzerwald.de/projekte/interreg-projekt-gefaehrdete-tierarten/ oder in französischer Sprache unter www.parc-vosges-nord.fr/projet/projet-interreg-especes-animales-en-danger.

Mit unseren Biosphären-Guides unterwegs

Fachkundig geführte Touren im Mai und Juni

Die Biosphären-Guides sind im Mai und Juni viel unterwegs und laden alle Pfälzerwald-Liebhaberinnen und Erholungsssuchende ein, gemeinsam die Viefalt des Biosphärenreservats entdecken.

Am Sonntag, 15. Mai, führt Heidrun Knoch in der Nähe von Bad Bergzabern zum Thema „Wie Eiche, Tanne und Kastanie dem Klimawandel trotzen“ und geht dabei darauf ein, was der Klimwandel mit dem Wald macht und weshalb Artenvielfalt so wichtig ist. „Bei den Pottaschsiedern und Holzschlittlern“ heißt die Tour in der Nähe von Appental am Samstag, 21. Mai, zu der Gerlinde Pfirrmann einlädt und während der sie mit den Teilnehmenden in die Kulturgeschichte der Menschen eintaucht, die von und mit dem Wald ihr Überleben sichern mussten. Am Sonntag, 22. Mai, erläutert Johanna Thomas-Wehrling auf der Tour „Ä Tännchen, please – prima für’s Klima im Pfälzerwald“ in der Gegend um St. Germanshof die besondere Rolle der Weißtanne im Pfälzerwald. Am Mittwoch, 25. Mai, geht es bei einer Tour mit Ute Seitz um „Weinbau im Klimawandel“. Unter anderem geht sie bei der Wanderung in der Nähe von Siebeldingen darauf ein, wie Biosphärenreservat und Weinbau zusammenpassen und welche neue Rebsorten sich für einen nachhaltigen Weinbau eignen.

Susanne Ecker geht am Sonntag, 5. Juni, auf Entdeckungstour in die größte Kernzone des Biosphärenreservats Pfälzerwald, dem Quellgebiet der Wieslauter. Sie geht dabei unter anderem der Frage nach, was Urwald in Mitteleuropa bedeutet. Kulinarisches, Kultur und Natur stehen bei der Dampfnudelwanderung am Sonntag, 12. Juni, ab dem Bahnhof Ramsen mit Wolfgang Müller auf dem Programm. Ebenfalls am Sonntag, 12. Juni, bietet Johanna Thomas-Wehrling die Tour „Natur und Mythos im Biosphärenreservat“ ab Ranschbach an. Auf der Wanderung vermittelt sie Wissenswertes zu Kultstätten, heilenden Pflanzen, Quellen und Orten mit einer besonderen Bedeutung.

Teilnehmende an den Führungen sollten festes Schuhwerk, ausreichend wetterangepasste Kleidung und Rucksackverpflegung mitbringen. Alle Informationen zu den Touren, zur Anmeldung sowie zur Teilnahme wie Treffpunkt, Zeiten und Teilnahmegebühren gibt es unter www.pfaelzerwald.de/termine. Dort gibt es auch die aktuellen Hinweise zu weiteren Angeboten der Biosphären-Guides.

Die Biosphären-Guides im Pfälzerwald

Urwald erkunden, durch die Zeit reisen, entdecken, wo sich Weide, Wald und Wein küssen, sich auf die Spuren Max Slevogts begeben oder mehr über die drei Musketiere des Waldes in Zeiten des Klimawandels erfahren – das und vieles andere können Pfälzerwald-Liebhaber und -Interessentinnen mit den Biosphären-Guides des Biosphärenreservats Pfälzerwald. 22 Personen, die alle bereits Natur- und Landschaftsführer und -führerinnen für verschiedene Gebiete des Pfälzerwalds waren, haben sich bei einer Fortbildung noch intensiver mit den Landschafts- und Naturräumen sowie mit der Funktion des Biosphärenreservats als Modellregion der UNESCO für nachhaltige Entwicklung beschäftigt und sich als Biosphären-Guide qualifiziert.

Die Qualifizierung der Biosphären-Guides ist Teil der Bildung für nachhaltige Entwicklung im Biosphärenreservat Pfälzerwald und entspricht unter anderem dem Ziel 4 – Hochwertige Bildung – der Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs, Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen.

Bummeln und regionale Produkte aus dem Biosphärenreservat genießen

Deutsch-französischer Biosphären-Bauernmarkt in Neustadt an der Weinstraße

Zum deutsch-französischen Bauernmarkt auf dem Marktplatz und Juliusplatz in Neustadt an der Weinstraße lädt das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen am Sonntag, 15. Mai, von 11 bis 18 Uhr ein. Über 40 Bauernmarkt-Beschicker und -Beschickerinnen aus der Region verkaufen ihre umweltschonend erzeugten Qualitätsprodukte aus dem Pfälzerwald, von der Weinstraße und aus den Nordvogesen. Ein wahres Füllhorn bietet sich den schlendernden Gästen dar: Unter anderem gibt es Schinken, Wurst, Fleisch vom Lamm, Wild und Pferd, Ziegenkäse, Essige, Säfte, Biowein, Likör und Sekt, Obst und Gemüse, Pilzen, Marmelade und Honig, Öl, Teigwaren und Kompott. Ein vielfältiges Getränkeangebot von Winzern und einem Bierbrauer gehört ebenso dazu.

Zudem präsentiert das Biosphären-Team die Arbeit des Biosphärenreservats und im Rahmen der Kampagne „Verrückt auf morgen“ die wichtigen Leistungen von Biosphärenreservaten in Deutschland. In vielen Projekten setzen sich die Teams in den Modellregionen vom Wattenmeer bis zum Berchtesgadener Land gemeinsam mit Menschen in ihren Regionen für eine nachhaltige Zukunft ein.

Ergänzt wird der Biosphären-Bauernmarkt an diesem verkaufsoffenen Sonntag noch durch einen Blumen- und Gartenmarkt mit mehr als 50 Ständen, die sich von der Stiftskirche zum Klemmhof und durch die Fußgängerzone bis zum Hetzelplatz verteilen. Ab 13 Uhr sind alle Geschäfte in der Innenstadt und auch einige im nahe gelegenen Gewerbegebiet „Weinstraßenzentrum” offen. Von dort, wo es zahlreiche kostenlose Parkplätze gibt, verkehrt zwischen 10.30 und 19 Uhr ein kostenfreier Shuttle-Bus im 10-Minuten-Takt. Neustadt ist sehr gut mit Bus und Bahn zu erreichen, vom Hauptbahnhof sind es nur wenige Schritte in die Innenstadt und bis zum Marktplatz.

Ziel der deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkte ist es, die Landwirtschaft in der Region zu stärken und bei Einheimischen wie Gästen für den Kauf von umweltschonend erzeugten Produkten zu werben. So werden lange Transportwege vermieden und die Verbraucherinnen und Verbraucher können direkt dazu beitragen, dass die einzigartige Kulturlandschaft des Biosphärenreservats erhalten bleibt und das Klima geschützt wird.

Weitere Informationen unter www.pfaelzerwald.de/bauernmaerkte. Die Biosphären-Bauernmärkte werden unterstützt durch das Land Rheinland-Pfalz.

Die deutschen Biosphären sind verrückt. Verrückt auf morgen

Kampagne für die Biosphärenreservate Deutschlands startet im Pfälzerwald

„Es ist eine große Leistung, die hier durch die verschiedenen Projekte und Aufgaben in Zusammenarbeit mit vielen Menschen erbracht wird. Wir sind froh, dass das Biosphärenreservat als Einrichtung des Bezirksverbands Pfalz diese wichtige Funktion übernimmt. Das ist von Bedeutung für die Region und darüber hinaus“, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Bezirkstags Pfalz, Ruth Ratter, anlässlich des Auftakts zur Kampagne „Verrückt auf Morgen“ in Burrweiler. In 18 Schutzgebieten in Deutschland verändern die UNESCO-Biosphärenreservate die Welt mit innovativen Ideen, um ein nachhaltiges und klimafreundliches Miteinander von Mensch und Natur zu ermöglichen. Sie erproben das Leben von morgen, damit eine gemeinsame Zukunft auf diesem Planeten gelingen kann. Mit der Initiative „Verrückt auf Morgen“ wird genau das bekannt gemacht und angeregt.

Download der Motive auch unter www.verrueckt-auf-morgen.de/presse

Hier passiert’s

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Gemeinsam Zukunft gestalten

„Verrückt auf Morgen“ ist eine Initiative der 18 deutschen Biosphärenreservate, die diese Woche mit einem Morgenspaziergang in allen Schutzgebieten startet. Diesen Freitag gab das Biosphären-Team auch hier im Pfälzerwald, bei einem morgendlichen Spaziergang von Burrweiler hinauf zur St. Anna-Kapelle, den Startschuss. „Wir können unsere Aufgabe, eine Modellregion für nachhaltige Entwicklung zu sein, nur mithilfe der Unterstützung vieler meistern, seien es Ehrenamtliche oder auch Hauptamtliche sowie Politikerinnen und Politiker, Menschen, die mit anpacken, sich engagieren und die Ziele des Biosphärenreservats in ihrer Arbeit und ihrem Tun mitdenken“, sagte die Biosphärenreservats-Direktorin, Dr. Friedericke Weber.

Mit der Kampagne „Verrückt auf Morgen“ möchten die deutschen Biosphärenreservate ihre Relevanz der deutschen Biosphärenreservate bekannt machen und ihre Mission voranbringen: für eine nachhaltige Zukunft auf unserem Planeten einzustehen. Mit einem Mitmachwettbewerb, einer Roadshow mit über 60 Veranstaltungen durch ganz Deutschland und vielen Online-Aktivitäten bringen die deutschen Biosphärenreservate ihre wichtige Aufgabe ins Bewusstsein der Menschen.

Schirmherr: Kult-Regisseur Detlev Buck

Als Kult-Regisseur seines 2006 im Biosphärenreservat Schaalsee gedrehten Kinderfilms „Hände weg von Mississippi“ hat Detlev Buck eine ganz besondere Verbundenheit zu den UNESCO-Biosphärenreservaten. „Automatisch bleibt die Umwelt nicht schön. Dafür muss man immer neu antreten. Das Gute ist, dass wir die Verantwortung nicht abgeben wie im Metaversum, sondern gleich um die Ecke so viel zu entdecken haben“. Buck, Bauernsohn und gelernter Landwirt aus Nienwohld in Schleswig-Holstein ist davon überzeugt, dass das nur gemeinsam geht und setzt die Aufmerksamkeit bei allen Mitmenschen für die wunderschönen Orte, die in dieser Initiative im Mittelpunkt stehen.

Biosphärenreservate verändern die Welt

Von Rügen bis zum Berchtesgadener Land und vom Bliesgau im Saarland bis zur Schorfheide in Brandenburg: In 18 Biosphärenreservaten in Deutschland verändern engagierte Leute die Welt mit innovativen Ideen, um ein nachhaltiges, ressourcenschonendes und klimafreundliches Miteinander von Mensch und Natur für uns alle zu ermöglichen.

Wo Gutes direkt von hier kommt und wir Energie im Schlaf erzeugen

Die Biosphärenreservate sind Modellregionen der Zukunft, die das Leben von morgen erproben. Wie sie das konkret machen und was daran verrückt ist, wird auf der Website der Kampagne unter www.verrueckt-auf-morgen.de unter anderem anhand von 18 Testimonials aus den Biosphärenreservaten und von filmischen Reportagen dargestellt. Hier finden sich drei Beispiele aus über 270 Projekten, die die Biosphären-Teams zusammen mit den Menschen vor Ort und Partnerorganisationen und -unternehmen vorantreiben. Eines davon ist das deutsch-französische Projekt „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“ des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen, Deutschlands einzigem grenzüberschreitenden Biosphärenreservat.

Kampagnen-Mitmachwettbewerb ab 09. Mai

Auch Schülerinnen und Schüler und weitere engagierte junge Menschen stecken ihre Köpfe im Rahmen des Kampagnen-Mitmachwettbewerbs zusammen. Willi Weitzel, als Fernsehmoderator unter anderem bekannt für „Willi will’s wissen“, sitzt in der Jury des Mitmachwettbewerbs und freut sich schon, drei Gewinnerinnenprojekte mit auszuwählen, die in ihren Ideen genauso spannend sein werden, wie die Biosphärenreservate selbst.

Roadshow mit großem Kampagnen-Blickfang

In 60 deutschen Orten laden die Biosphärenreservate die Menschen ein, sie auf einer „Verrückt auf Morgen“-Roadshow kennenzulernen. Im Biosphärenreservat Pfälzerwald ist die Kampagne mit einem großen Hingucker zu den deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkten in Neustadt am 15. Mai, in Rumbach am 10. Juli, in Grünstadt am 25. September sowie zum Abschluss des Projekts „Sternenpark Pfälzerwald“ am 22. Mai in der Gemeinde unter den Sternen Rumbach präsent.

Zum Abschluss der Kampagne treten alle Biosphärenreservate im November im Bundestag in Berlin an und unterstreichen die politische Wichtigkeit für ein nachhaltiges Morgen von Mensch und Natur.

Global Nachhaltige Kommune Pfalz

Biosphärenreservat Pfälzerwald verlängert Frist zur Einreichung der Bewerbung bis 27. Mai – Teilnahme jetzt auch für Ortsgemeinden und kreisangehörige Städte möglich

Im Rahmen des Projekts „Global Nachhaltige Kommune Pfalz“ bietet das Biosphärenreservat Pfälzerwald bis zu fünf Kommunen in der Pfalz die Chance, das Thema Nachhaltigkeit strategisch in ihre Kommunalverwaltung und -politik zu verankern und dafür Visionen, Ziele und einen Aktionsplan zu entwickeln. Die Bewerbungsphase für die Kommunen läuft bis Freitag, 27. Mai 2022.

Nachdem bereits die Verbandsgemeinden, kreisfreien Städte und Landkreise zu dem Projekt informiert und zur Bewerbung eingeladen wurden und Interesse auch aus kleineren Gemeinden signalisiert wurde, erweitert das Biosphärenreservat Pfälzerwald den Kreis der Kommunen, die die Teilnahmevoraussetzungen erfüllen, auf die Ortsgemeinden und die kreisangehörigen Städte der Pfalz.

Eine Beschreibung zum Projekt sowie die Bewerbungsunterlagen finden sich online unter www.pfaelzerwald.de/projekte/global-nachhaltige-kommune.

Professionelle Begleitung bei der Entwicklung von kommunalen Nachhaltigkeitszielen und Aktionsplänen

Die teilnehmenden Kommunen werden professionell begleitet und beraten bei der Entwicklung kommunaler Nachhaltigkeitsziele sowie eines Aktionsplans im Kontext der Agenda 2030 und der globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs). Ausgehend von einer Bestandsaufnahme sollen in den Kommunen in einem partizipativen Prozess mit kommunalen Akteurinnen und Akteuren SDG-Aktionspläne mit Zielen und Maßnahmen erarbeitet werden. Diese Pläne sollen anschließend durch die Kommunen im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit eigenen Ressourcen umgesetzt werden. Als „Global Nachhaltige Kommune“ leisten die Kommunen in der Pfalz damit einen konkreten Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 wie auch zu einer nachhaltigen und integrierten Stadt- oder Gemeindeentwicklungspolitik. Diese verbindet soziale, ökonomische, ökologische und entwicklungspolitische Zielsetzungen und fördert sektorübergreifendes Denken und Handeln.

Grundvoraussetzung für eine Teilnahme ist, dass sich die Kommune auf dem Gebiet der Pfalz befindet. In Frage kommen Ortsgemeinden, Verbandsgemeinden, kreisfreie und kreisangehörige Städte sowie Kreisverwaltungen. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald sucht dabei sowohl Kommunen, die erstmalig eine strategische nachhaltige Kommunalentwicklung im Kontext der Agenda 2030 über das Projekt etablieren wollen, als auch Kommunen mit Erfahrungen im Nachhaltigkeitsmanagement sowie Kommunen, die beginnen möchten, sich nachhaltiger auszurichten.

Das Projekt, das bis Ende 2023 läuft, wird umgesetzt vom Biosphärenreservat Pfälzerwald in Kooperation mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global und dem Land Rheinland-Pfalz. Finanziert wird es durch Mittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und vom Land Rheinland-Pfalz.

Das Projekt baut auf den Erfahrungen aus einem Vorgängerprojekt „Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“ auf. Zwischen 2019 und 2021 haben acht Modellkommunen im Biosphärenreservat erfolgreich kommunale Nachhaltigkeitsstrategien mit SDG-Aktionsplänen im Rahmen partizipativer Prozesse erarbeitet. Informationen zum Vorgängerprojekt unter www.pfaelzerwald.de/sdg-modellregion-pfaelzerwald.

Informationsveranstaltung zum Projekt

In einer Veranstaltung am Freitag, 13. Mai 2022, können sich interessierte Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen näher zum Projekt informieren. Sie erfahren Genaueres zur Bewerbung, zu den Projektinhalten, zu den Leistungen des Projektträgers, zu den angestrebten Meilensteinen und wichtigen Terminen während des Projektverlaufs sowie zu den geplanten Arbeitsschritten bei der Erarbeitung der jeweiligen SDG-Aktionspläne.

Weitere Informationen und Anmeldung zur Veranstaltung per E-Mail an info@pfaelzerwald.bv-pfalz.de oder per Anruf unter 06325 9552-0.

Lebensräume über Grenzen vernetzen

Abschluss des deutsch-französischen EU-Projekts „LIFE Biocorridors“ mit Online-Workshops

Das Bild zeigt eine Altholzinsel bei Nothweiler.

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen schließt in den kommenden Wochen das EU-geförderte Projekt „LIFE Biocorridors“ ab. Seit 2016 wurden im französischen und deutschen Teil des Biosphärenreservats Maßnahmen in Wald und Wiesen sowie an Wasserläufen mit dem Ziel durchgeführt, einen grenzüberschreitenden Biotopverbund zu schaffen.

Am 27. und 28. April finden aus Anlass des Projektabschlusses Online-Workshops statt, die sich mit offenen Lebensräumen, Wald- sowie Wasserlebensräumen befassen. Die Fachworkshops, zu denen Expertinnen und Experten aus Frankreich und Deutschland beitragen, richten sich an alle lokalen Akteure und Akteurinnen, die zur Umsetzung des Projekts beigetragen haben, wie auch an Wissenschaftlerinnen und Fachleute, die sich für die Wiederherstellung ökologischer Korridore interessieren. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projekts präsentieren die jeweiligen Projektergebnisse und Erkenntnisse aus dem Projekt. Der Blick wird in verschiedenen Beiträgen auch externer Teilnehmender über das Projekt hinaus gerichtet, um im größeren Kontext voneinander zu lernen und aktuelle Beispiele aus Forschung und Praxis zu präsentieren.

Der Workshop Fließgewässer beginnt am Mittwoch, 27. April, um 9 Uhr und endet um 12.30 Uhr. Der Workshop zum Thema Offenlandlebensräume findet am Donnerstag, 28. April, von 9.30 bis 12.30 Uhr statt. Daran schließt sich die Abschlussveranstaltung zu Waldlebensräumen von 14.30 bis 16.30 Uhr an.

Informationen und Anmeldung zu den Online-Workshops unter www.lifebiocorridors-vosgesnord-pfaelzerwald.eu. Die Teilnahme ist kostenlos.

Am Montag, 16. Mai, findet zudem eine ganztägige grenzüberschreitende Exkursion statt. Informationen zu den Inhalten, zur Teilnahme und zur Exkursionsgebühr finden sich ebenfalls auf der Website des Projekts.

Das EU-Projekt „LIFE Biocorridors“

Im Jahr 2012 wurden im Rahmen einer vom Regionalen Naturpark Nordvogesen, des deutschen Teils des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen, durchgeführten Studie zu grenzüberschreitenden ökologischen Netzwerken die ökologischen Korridore des Biosphärenreservats kartografiert. In diesem Zusammenhang wurden auch die zu stärkenden Korridore in den Bereichen Wald, Fließgewässer und Offenland identifiziert. Auf dieser Grundlage und nach einer Phase der Information und Abstimmung mit lokalen Akteuren und Akteurinnen aus Forst- und Landwirtschaft, öffentlichen Einrichtungen und Politik sowie Landbesitzenden entstand das Projekt „LIFE Biocorridors“.

Im Rahmen des EU-Projekts „LIFE Biocorridors“ wurden Maßnahmen zur Biotopvernetzung in den Lebensräumen Offenland, Wald und Wasser umgesetzt. Im Offenland ging es darum, Streuobstwiesen sowie Mager- und Feuchtwiesen zu bewahren oder wiederherzustellen. Im Wald entstand ein Netz an Altholzinseln und der Laubwaldanteil wurde erhöht. Zudem wurden natürliche Bachuferwälder wiederhergestellt und die ökologische Durchlässigkeit von Fließgewässern verbessert. Die Europäische Union sowie die Projektpartner in Frankreich und Rheinland-Pfalz stellten für das Projekt „LIFE Biocorridors“ insgesamt 3,6 Millionen Euro zur Verfügung. Mit 540.000 Euro förderte das rheinland-pfälzische Umweltministerium die Umsetzung der Maßnahmen.

Naturschutz durch Beweidung

Abschluss der ersten Phase im chance.natur-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“

Das Bild zeigt Schafe auf einer Weide.
Transportieren in ihrem Fell Samen und kleine Tiere und vernetzten so Biotope: Weidende Schafe, hier bei Bobenthal (Foto: Biosphärenreservat/frei)

„Mit diesem vorerst letzten Treffen in dieser Form schließen wir die Planungsphase dieses ambitionierten Projekts ab“, sagte der Vorsitzende des Bezirkstags Pfalz, Theo Wieder, bei der digitalen Zusammenkunft der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe (PAG) des bundesgeförderten chance.natur-Projekts „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“. Seit 2019 lief mit Projekt I der erste Abschnitt des großen Vorhabens, in dessen Zuge der Pflege- und Entwicklungsplan (PEPL) entstanden ist. Im PEPL wurden unter anderem die Ziele und Maßnahmen auf den Projektflächen definiert. In der nun folgenden Interimsphase wird das auf zehn Jahre ausgelegte Projekt II beim Bund beantragt, während dem auf dem PEPL basierend die Maßnahmen über das geplante, etwa 8.300 Hektar große Fördergebiet, das über die Grünlandgebiete vom Wasgau zum Haardtrand bis nach Grünstadt reicht, umgesetzt werden sollen.

„Trotz großer Herausforderungen, etwa durch die Coronapandemie, haben wir bisher eine große und komplexe Aufgabe im Biosphärenreservat Pfälzerwald geleistet“, sagte Wieder. „Der jetzt vorliegende, 700 Seiten starke Pflege- und Entwicklungsplan ist in schwierigen Zeiten entstanden. Viel Energie und Sachverstand sind in seine Erstellung geflossen. Alle Beteiligten sind an ihren Aufgaben gewachsen und stehen nun mit ihren Erfahrungen und Kontakten für Projekt II bereit.“

Förderung der Schäfereibetriebe als Naturschutzaufgabe

Der deutsche Teil des UNESCO Biosphärenreservats Pfälzerwald Nordvogesen gehört zu den Gebieten mit der größten Vielfalt an unterschiedlichen Lebensraumtypen trockener und feuchter Standorte in Rheinland-Pfalz. Die Anzahl der im Gebiet beheimateten deutschlandweit seltenen Pflanzen-, Tier- und Pilzarten ist außergewöhnlich. Hierbei spielen die besonders artenreichen Grünlandstandorte eine wesentliche Rolle. Sie sind wichtige Lebensräume, zum Beispiel für seltene Tagfalter, Heuschrecken oder bodenbrütende Vögel. Wird die Nutzung der Offenlandbiotope aufgegeben oder findet eine Übernutzung statt, verschwinden die teilweise stark gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ will hier gegensteuern, indem es die Schäfereibetriebe als wichtige Partner bei der Schaffung eines großräumigen Biotopverbundes einbindet und dort reaktivieren möchte, wo sie zurückgegangen sind. Die Beweidung mit Schafen und Ziegen pflegt nicht nur das Offenland; über ihr Fell transportieren die Tiere auf ihren Zugwegen unzählige Samen sowie kleine Lebewesen wie zum Beispiel Heuschrecken oder Schnecken und fördern so die Vernetzung von isoliert liegenden Biotopflächen und Populationen. Auch die Einbindung weiterer Bewirtschaftungsformen, wie die Mischbeweidung mit Rindern ist vorgesehen. Daneben spielen die Pflege und der Erhalt von Streuobstwiesen und Trockenmauern eine große Rolle.

Zur Erarbeitung des PEPL fanden unter anderem umfangreiche Kartierungsarbeiten zu Tier- und Pflanzenarten im Gebiet statt. So konnten für das Projekt charakteristische Lebensräume repräsentativ erfasst sowie standorts- und nutzungsbezogene Besonderheiten ermittelt und hinsichtlich ihrer Bedeutung beurteilt werden. Begleitend zur Erarbeitung des PEPL war es dem Projektteam des Biosphärenreservats Pfälzerwald wichtig, über das Naturschutzgroßprojekt zu informieren und dazu mit möglichst vielen Akteurinnen und Akteuren ins Gespräch zu kommen. Darüber hinaus wurden im Rahmen verschiedener Workshops eine Fülle von Projektideen in Verbindung mit Schafen und Beweidung, etwa aus den Bereichen Tourismus oder Umweltbildung, mit den Akteuren und Akteurinnen entwickelt. Die Projektbegleitende Arbeitsgruppe (PAG) stellte mit den unterschiedlichen Expertinnen und Experten ein Herzstück des Dialogs dar. Die Vertreterinnen und Vertreter des Landesverbands der Schaf- und Ziegenhalter, der unteren Naturschutzbehörden, von Landesforsten, aus dem rheinland-pfälzischen Umweltministerium, aus dem Landesamt,  dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, dem Bundesamt für Naturschutz sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Institute, die im ersten Teil des Projekts mit Gutachten beauftragt sind, haben die Erstellung des PEPL beratend begleitet.

Der Projektleiter Helmut Schuler dankte allen bisher Beteiligten für die eingebrachten Ideen, Anregungen, fruchtbaren Diskussionen und den wertvollen Sachverstand. „Die PAG-Mitglieder und unser Team haben eine hohe persönliche Motivation, um etwas für die Kulturlandschaft, ihre Arten und Biotope im Pfälzerwald zu tun“, so Schuler. Während der in den kommenden Monaten folgenden Antragsphase für Projekt II, mit dem voraussichtlich ab 2023 die Umsetzung der geplanten Maßnahmen begonnen wird, sei das Team des Projektbüros weiterhin verfügbar und ansprechbar. „Auch in der Umsetzungsphase stehen uns noch große Herausforderungen bevor. Wir freuen uns darauf, diese mit unserem engagierten Team und vielen Untersützerinnen und Unterstützern anzugehen“, sagte der Bezirkstagsvorsitzende zum Abschluss.

Das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ wird im Biosphärenreservat Pfälzerwald umgesetzt, Projektträger ist der Bezirksverband Pfalz. Die Förderung des Vorhabens erfolgt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMU) sowie durch das Land Rheinland-Pfalz.