Grünflächen, Hirtenwege und UN-Nachhaltigkeitsziele

Ausschuss für das Biosphärenreservat Pfälzerwald tagt in Lambrecht zur Arbeit des Biosphärenreservats Pfälzerwald

Das Bild zeigt den Schäfer Sven Keller bei seiner Herde im Wasgau.
Neue Hirtenwege im Pfälzerwald: Die Erarbeitung des Pflege- und Entwicklungsplans nähert sich dem Abschluss. Hier der Schäfer Sven Keller bei seiner Herde im Wasgau (Foto: Biosphärenreservat/Norman P. Krauß)

Am Mittwoch, 24. November, findet um 13 Uhr in der Pfalzakademie in Lambrecht, Franz-Hartmann-Straße 9, eine Sitzung des Ausschusses für das Biosphärenreservat statt.

Nach dem Bericht des Bezirkstagsvorsitzenden Theo Wieder geht der Ausschuss zu den Beratungen über den Haushalt des Biosphärenreservats Pfälzerwald für das Jahr 2022 über. Danach geht es um „Grünflächen als Hebel für nachhaltige Entwicklung“, ein grenzüberschreitendes Projekt, für das das Biosphärenreservat-Team eine Interreg-Förderung beantragen will. Um die Idee des erfolgreich umgesetzten deutsch-französischen Projekts „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“ fortzusetzten und weiterzuentwickeln, ist es erforderlich, das Handlungsprogramm des Biosphärenreservats fortzuschreiben. Anna-Maria Marstaller, Projektmitarbeiterin bei den „Neuen Hirtenwegen im Pfälzerwald“ berichtet über den Stand der Dinge im bundesgeförderten chance.natur-Projekt, dessen erster Teil im März 2022 endet. Im Anschluss wird das Projekt „Global nachhaltige Kommune Pfalz – SDGs verankern“ vorgestellt, für das nun eine Förderung beantragt werden soll. Mithilfe des Vorhabens sollen die wichtigen Ergebnisse aus dem Projekt „Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“, das Ende des Jahres ausläuft, weitergetragen und konsolidiert werden. Zudem sollen weitere Kommunen aus der Pfalz gewonnen werden, sich auf den Weg zu machen, SDG-Aktionspläne zu erarbeiten.

Zudem steht die Geschäftsordnung zur Bildung eines Vergaberats für die Partnerbetriebe des Biosphärenreservats auf der Tagesordnung. Danach berät der Ausschuss über die Stellungnahme des MAB-Nationalkomitees, die auf den Bericht zur alle zehn Jahre stattfindenden Evaluierung des Biosphärenreservats Pfälzerwald durch die UNESCO erfolgt ist.

Die Direktorin des Biosphärenreservats Pfälzerwald, Dr. Friedericke Weber, berichtet abschließend zu weiteren neuen Entwicklungen aus den Projekten und Aufgabenbereichen des Biosphären-Teams.

Aufgrund der aktuellen Coronaverordnung kann die Anzahl von Besuchern und Besucherinnen zur Sitzung begrenzt werden. Interessierte werden gebeten, eine Teilnahme an der Sitzung bis Montag, 12 Uhr, bei Sabine Nauerz unter der Email s.nauerz@bv-pfalz.de anzumelden. Die Hygiene- und Verhaltensregeln der Pfalzakademie sind unbedingt zu beachten, Informationen dazu werden nach der Anmeldung versendet.

MINT-Region Biosphärenreservat Pfälzerwald

Motor für eine nachhaltige Entwicklung

Das Bild zeigt die Entgegennahme der Auszeichnung als MINT-Region für das Biosphärenreservat: Anne Laux (vorne) mit der Wirtschaftsministerin, Daniela Schmitt, der Bildungsministerin, Dr. Stephanie Hubig, sowie dem Staatssekretär des Wissenschaftsministeriums, Dr. Denis Alt.
Nahm die Auszeichnung als MINT-Region für das Biosphärenreservat entgegen: Anne Laux (vorne) mit der Wirtschaftsministerin, Daniela Schmitt, der Bildungsministerin, Dr. Stephanie Hubig, sowie dem Staatssekretär des Wissenschaftsministeriums, Dr. Denis Alt (Foto: Peter Pulkowski)

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald ist durch das Land Rheinland-Pfalz als MINTN-Region ausgezeichnet worden. In Anwesenheit von Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig, Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt und dem Staatssekretär Dr. Denis Alt des Wissenschaftsministeriums wurden im Rahmen des Förderwettbewerbs MINT-Regionen zwei Siegerregionen geehrt, die MINT-Region Mayen-Koblenz und die MINTN-Region Biosphärenreservat Pfälzerwald, wobei das hochgestellte „N“ für Nachhaltigkeit steht, die das Biosphärenreservat in den Fokus seiner MINT-Aktivitäten nimmt. MINT bezeichnet Unterrichts- und Studienfächer sowie Berufe aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Mit der Auszeichnung als MINT-Region ist eine Förderung über zwei Jahre vorgesehen. Diese zwei Jahre will das Biosphärenreservat Pfälzerwald nutzen, um MINT-Themen mit Nachhaltigkeit zu verzahnen, wobei die von den Vereinten Nationen formulierten Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Developement Goals, kurz SDGs) den inhaltlichen Bezugsrahmen bilden. So ist etwa vorgesehen, zu Inhalten wie Wald, Wasser und Energie exemplarisch Materialien zu entwickeln, in denen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik, Nachhaltigkeit und Berufsorientierung gleichermaßen bedacht und verknüpft werden. Die erarbeiteten Materialien sollen im Verlauf des Förderzeitraums erprobt, evaluiert und veröffentlicht werden.

Ziel ist es, so Gestaltungskompetenzen zu vermitteln und die Schülerinnen und Schüler zu ermutigen, MINT-Berufe zu ergreifen und in diesen Berufen an der Gestaltung einer zukunftsfähigen Gesellschaft mitzuwirken. Leider zeigt das MINT-Nachwuchsbarometer, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland kein großes Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern haben, das Interesse geht vor allem zwischen der fünften und neunten Klasse verloren. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Studie des Bundesamts für Umwelt, dass Umwelt- und Klimaschutz für die 14- bis 22-Jährigen eines der wichtigsten gesellschaftlichen Probleme darstellt. Hier möchte die MINT-Region Biosphärenreservat Pfälzerwald eine Brücke bauen und Handlungsoptionen aufzeigen. MINT-Berufe sind innovativ und zukunftsweisend und bieten die Chance, in der nachhaltigen Gestaltung unserer Gesellschaft eine besondere Rolle zu spielen. Hier setzt die Absicht einer Verknüpfung mit Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an, durch die den MINT-Fächern ein zukunftsweisender, gesellschaftlicher, nachhaltiger Bezug gegeben wird, passend zu den Zielen des Biosphärenreservats Pfälzerwald als Modellregion für nachhaltiges Leben.

Projektpartner der MINTN-Region Biosphärenreservat Pfälzerwald sind neben dem Mitinitiator ZentrAL (Zentrum für außerschulische Lernorte) der Universität Koblenz-Landau die BBS Rodalben, die IGS Enkenbach-Alsenborn und das Gymnasium des Alfred-Grosser-Schulzentrums in Bad Bergzabern. Aus dem beruflichen Bereich sind Landesforsten Rheinland-Pfalz mit dem Forstamt Haardt, die Energieagentur Rheinland-Pfalz, die Handwerkskammer der Pfalz und die Agentur für Arbeit Landau vertreten. Außerdem beteiligen sich das Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen mit Sitz in Trippstadt, das Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz und als bereits etabliertes MINT-Netzwerk die Zukunftsregion Westpfalz. Das Netzwerk der MINT-Region Biosphärenreservat Pfälzerwald soll mit weiteren Partnern und Partnerinnen ausgebaut werden.

MINT-Region und MINT-Förderwettbewerb des Landes Rheinland-Pfalz

Unter einer MINT-Region wird ein Netzwerk verstanden, in dem die unterschiedlichen Akteure und Akteurinnen vor Ort – das sind Kitas, Schulen, Hochschulen, Unternehmen und Kammern, Verbände, Stiftungen, Vereine, Politik und Verwaltung – ihre Aktivitäten zur Nachwuchsförderung im MINT-Bereich gemeinsam abstimmen und zielführende, neue Maßnahmen der MINT-Bildung und Fachkräftesicherung umsetzen. Die regionale MINT-Förderung ist sowohl für die individuellen Bildungs- und Zukunftschancen junger Menschen und die frühzeitige Fachkräftesicherung wie auch für die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der Region bedeutsam. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald möchte dabei als Modellregion zeigen, wie nachhaltige Entwicklung im Kontext der MINT-Förderung gestärkt werden kann.

Der Förderwettbewerb MINT-Regionen wird seit 2018 von den rheinland-pfälzischen Ministerien für Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft ausgeschrieben. Ziel ist es RLP zu einem starken MINT Land zu machen. Seit 2018 wurden jedes Jahr zwei Regionen von einer unabhängigen Jury ausgewählt.

Biosphärenschulen im Biosphärenreservat Pfälzerwald

Drei Schulen für Pilotphase ausgewählt

Das Bild zeigt Schulkinder, die das Ufer eines Bachs untersuchen.
Lernen für mehr Nachhaltigkeit: Biosphärenschulen legen einen besonderen Wert auf das Thema (Foto: Biosphärenreservat/frei)

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald strebt eine dauerhafte Kooperation mit Schulen an. Diese Zusammenarbeit soll zunächst in einer Pilotphase aufgebaut werden, für die unter acht Bewerberschulen drei Pilotschulen ausgewählt wurden.

Die teilnehmenden Schulen sind die Grundschule Ramberg-Eußerthal, die Integrierte Gesamtschule Enkenbach-Alsenborn und die Förderschule Pirminiusschule Pirmasens.

Während der Pilotphase werden gemeinsam mit den drei Schulen Konzepte und Richtlinien erarbeitet, getestet und evaluiert. Anhand der bundesweiten Mindeststandards für die Zusammenarbeit von Nationalen Naturlandschaften – das sind in Deutschland Naturparke, Nationalparke, Biosphärenreservate und ein Wildnisgebiet – mit Schulen werden Kriterien für die Biosphärenschulen im Biosphärenreservat Pfälzerwald entwickelt.

Die Pilotschulen sollen sich durch die Partnerschaft mit dem Biosphärenreservat als Ganzes zu einer nachhaltig agierenden Bildungseinrichtung entwickeln und verschiedene Ansätze zur nachhaltigen Entwicklung in die Unterrichtsgestaltung mit einbeziehen. Die Schulen sind eingeladen, sich als Teil des Biosphärenreservates zu fühlen und so zu erfahren, dass sie den Prozess zu mehr Nachhaltigkeit in der Region aktiv mitgestalten können. Durch den Bezug zu den Lebenswelten der Schülerinnen und Schüler kann ein konkretes, ganzheitliches Lernen ermöglicht werden. Die die Schule umgebenden Landschaften wie auch die historischen und aktuellen kulturellen Gegebenheiten sollen in die Unterrichtsgestaltung mit einbezogen werden.

Als nächster Schritt steht an, gemeinsam mit den ausgewählten Schulen ein Konzept „Wir als Biosphärenschule“ zu erarbeiten und bereits dieses Schuljahr mit der Umsetzung zu starten. Anhand dieser Erfahrungen möchten wir gegen Ende des Schuljahrs gemeinsam Kriterien für die Zertifizierung der Biosphärenschulen im Pfälzerwald entwickeln, anhand derer in den folgenden Jahren kontinuierlich weitere Schulen zertifiziert werden.

Das Projekt wird durch das Land Rheinland-Pfalz gefördert.

 

Schutz der natürlichen Nacht im Pfälzerwald

Biosphärenreservat Pfälzerwald und Mitstreiterinnen eröffnen Sternwandelweg des Projekts „Sternenpark Pfälzerwald“

Schützenswert für Mensch und Natur: Sternenhimmel über dem Pfälzerwald (Foto: Christian Mücksch)

„Luftverschmutzung kennt fast jeder, Lichtverschmutzung ist dagegen weniger bekannt. Mit dem Sternwandelweg soll genau über dieses Thema aufgeklärt werden. Zudem liefert er auch nützliche Hinweise, was jeder und jede gegen die Lichtverschmutzung tun kann“, sagte Dr. Susanne Ganster, Landrätin des Kreises Südwestpfalz, bei der Eröffnung des Sternwandelwegs bei Lemberg. Der Sternwandelweg ist eine Initiative aus dem Projekt Sternenpark Pfälzerwald des Biosphärenreservats Pfälzerwald; die Einrichtung des Themenwegs wurde gemeinsam mit dem Landkreis Südwestpfalz, der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land, sowie der Ortsgemeinde Lemberg umgesetzt.

Silvia Seebach, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land, sagte: „Unsere Idee, diese schöne Natur und ihren Wert den Anwohnerinnen und Anwohnern und insbesondere auch den Schülerinnen und Schülern näherzubringen, können wir mit dem Sternwandelweg gut umsetzen.“ Der Ortsbürgermeister von Lemberg, Martin Niebuhr, fügte an: „Durch die Verwirklichung dieses Projekts ist ein Meilenstein gelungen, mit dem wir gezielt auf die anhaltende Lichtverschmutzung aufmerksam machen können.“

Sarah Köngeter, Lea Grünling und Harry Schmeiser vom Team des Biosphärenreservats Pfälzerwald führten beim ersten offiziellen Rundgang die etwa 25 eingeladenen Gäste über den Pfad. An einigen der zwölf Tafeln des Sternwandelwegs erläuterten sie die zentralen Themen des Projekts Sternenpark Pfälzerwald, das zur Lichtverschmutzung sensibilisieren und zum Schutz des natürlichen Nachthimmels anregen will.

Michael Geissel, Hobbyastronom und Gründer der Gruppe Astronomie Pfälzerwald, gab Einblicke in die Astronomie und ihr touristisches Potenzial. Florian Kemkes, der Leister des Forstamts Westrich, und die zuständige Försterin des Reviers Lemberg, Franziska Eckermann, gaben zudem Informationen zum Wald und dessen Bewirtschaftung bei Lemberg.

Zum Sternwandelweg und zum Projekt Sternenpark Pfälzerwald

Informativ und unterhaltsam: Der Sternwandelweg führt ins Thema natürliche Nacht und deren Gefährdung durch Lichtverschmutzung ein, hier erhält die Gruppe Informationen von Biosphärenreservats-Mitarbeiterin Sarah Köngeter

Wie Tiere und Pflanzen und nicht zuletzt Bewohnerinnen und Gäste des Biosphärenreservats Pfälzerwald von natürlicher Dunkelheit profitieren und wie man diese fördern kann, darüber möchte das Biosphärenreservat mit seinem Sternenpark-Projekt sensibilisieren. Eine der Maßnahmen, mit dem das Projekt Gäste sowie Bewohnerinnen und Bewohner des Biosphärenreservats zum Thema Lichtverschmutzung und ihre Folgen beziehungsweise ihre Vermeidung aufklärt, ist der Sternwandelweg bei Lemberg, der nun eröffnet wird.

Der tagsüber begehbare, barrierearme Rundweg von ungefähr fünf Kilometern ist ein nahezu ebener Waldweg mit schöner Aussicht, der um den Ruppertsfelsen herumführt und von einem großen Personenkreis genutzt werden kann und bereits genutzt wird. Entlang des Wegs, der an einem bestehenden Wanderparkplatz unterhalb der Burg Lemberg beginnt, informieren zwölf großformatige Tafeln rund um das Thema Lichtverschmutzung und Schutz des natürlichen Sternenhimmels.

Inhaltlich schlägt der Pfad den Bogen von der Bedeutung des Sternenhimmels für den Pfälzerwald über die Geschichte des Lichts und die dadurch entstandene Lichtverschmutzung und ihre Auswirkungen auf Lebewesen hin zu praktischen Tipps für alle, wie der Sternenhimmel und die Qualitäten einer natürlichen Nacht erhalten werden können. Mit verschiedenen Informations- und Unterhaltungsebenen wie Infotexten, großformatigen Bildern und Grafiken, Elemente zum Mitmachen und Mitdenken sowie bemerkenswerten Fakten zum Thema ist der Themenweg für Erwachsene und Kinder geeignet.

Ziel des Informationspfads ist die Sensibilisierung der Besucherinnen für die fortschreitende Aufhellung unseres Nachthimmels durch künstliches Licht und das Aufzeigen von Alternativen beim Thema Beleuchtung. Für Familien, Schulklassen aber auch Einzelpersonen bietet sich hier ein interessantes Ausflugsziel – eventuell auch verbunden mit einem Besuch auf der Burg Lemberg. So soll möglichst auch die Regionalentwicklung profitieren und ein sanfter Tourismus gefördert werden.

Die Realisierung und die Pflege des Wegs wird durch die Zusammenarbeit von Landesforsten Rheinland-Pfalz, der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land und dem Biosphärenreservat Pfälzerwald gewährleistet.

Das Projekt Sternenpark Pfälzerwald wird als LEADER-Projekt im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE unter Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz (vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau) gefördert.

Temporärer Biosphärenlehrpfad beim Wandermarathon 2021

Kontrollpunkte mit QR-Codes suchen, Lösungsworte mailen und gewinnen.

Das Bild zeigt zwei Wanderer im Pfälzerwald.
Bild: Landesforsten.RLP.de / Jonathan Fieber

Auch in diesem Jahr wird der traditionelle Wandermarathon zwischen Johanniskreuz und Fischbach aufgrund der anhaltenden Corona-Lage leider nicht in gewohnter Weise stattfinden. Die Veranstalter haben jedoch ein alternatives Angebot ausgearbeitet. Der Bezirksverband Pfalz als Träger des Biosphärenreservats Pfälzerwald, die LAG Pfälzerwald plus, das Biosphärenhaus und das Haus der Nachhaltigkeit bieten für Wanderer vom 23. bis einschließlich 31. Oktober auf einer Verbindungsroute zwischen Johanniskreuz und Fischbach/Dahn einen temporären Biosphärenlehrpfad an.

Verbunden ist dies mit der Möglichkeit zur Teilnahme an einem Preisrätsel. Die Aufgabe ist, mindestens zwei von insgesamt sechs beschilderten Punkten auf der letztjährigen Strecke des traditionellen Wandermarathons Pfälzerwald anzulaufen. An den thematisch passenden Orten auf der Strecke wird mit jeweils einem Bild und kurzen Texten über sechs typische Wesensmerkmale des Biosphärenreservats informiert. An den jeweiligen Stellen kann ein QR-Code gescannt werden, der zu einer Internetseite mit einem für das jeweilige Thema typischen Tier und einem weiteren erläuternden Text führt. Der Name der dort beschriebenen Tierart und die eigene Adresse können danach in ein Onlineformular eingefügt und abgeschickt werden. Unter allen Einsendern, die mindestens zwei der Lösungsworte bis zum 5. November richtig übermittelt haben, werden attraktive Preise verlost.

Mit diesem alternativen Ansatz zum bisherigen Konzept des Wandermarathons werden die in der Pandemielage problematischen, kontaktreichen Zeitpunkte beim Start und am Ziel sowie beim Transport der Wanderer vermieden. Während der neuntägigen Veranstaltungsdauer besteht die Möglichkeit, auf der bisherigen Strecke nur einzelne Punkte anzulaufen, sich mehrere Etappen auf einmal vorzunehmen oder aber, wie bisher auch, die 44 km lange Strecke im Gesamten zu meistern. Der Streckenverlauf, die ungefähre Lage der Checkpunkte und das Onlineformular befinden sich auf der Internetseite des Hauses der Nachhaltigkeit.

Für dieses Angebot wird kein Entgelt verlangt. Alle Teilnehmenden begeben sich auf eigene Gefahr auf die Strecke.

 

Tiere im Garten – ein Garten für Tiere

Online Vortrag im Projekt „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“

Das Bild zeigt eine Wasserstelle auf einem Baumstamm umgeben von Farnen
Die richtige Pflanzenauswahl und Strukturen wie zum Beispiel Wasserstellen laden Tiere zum Verweilen ein (Foto: Biosphärenreservat/Claudia Halfmann)

Viele Tiere haben es in unserer zersiedelten und durch menschliche Nutzung geprägten Landschaft schwer. Wie ein Garten zu einem lebendigen Ort wird, in dem auch Tiere gerne wohnen, ist Thema eines Online-Vortrags am Sonntag, 17. Oktober, um 18 Uhr. Eva Hofmann von der Gartenakademie des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz zeigt, worauf es ankommt, damit der Garten nicht nur schöne Pflanzen beherbergt, sondern auch von vielen Tieren bewohnt wird, deren Beobachtung Gärtnerinnen und Gärtnern Freude bereitet. Sie können grüne Oasen schaffen, die sich als Lebensraum für verschiedene Tiere eignen. Eva Hofmann stellt in ihrem Vortrag vor, welche Strukturen, Bearbeitungsweisen und Pflanzen den Garten besonders anziehend für Tiere machen.

Die Teilnahme am Vortrag ist kostenlos. Um Anmeldung bis Freitag. 15. Oktober, 12 Uhr beim Biosphärenreservat Pfälzerwald unter m.mayer@pfaelzerwald.bv-pfalz.de wird gebeten. Im Anschluss wird ein Link zum Vortrag zur Verfügung gestellt.

 

Das Bild zeigt eine Blüte, in der eine Biene sitzt
Foto: Biosphärenreservat/Claudia Halfmann

Zum Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“

Mit dem grenzüberschreitenden Projekt „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“ soll die breite Öffentlichkeit im deutschen wie im französischen Teil des Biosphärenreservats für die Artenvielfalt im Alltag sensibilisiert und begeistert werden. So soll in den unbebauten Flächen von Städten und Dörfern ein ökologisches Handeln sanft und nachhaltig entwickelt werden. Das Projekt wird durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz sowie mit Mitteln aus dem Interreg V A-Projekt „NOE / NOAH“ gefördert.

Biosphären-Guide-Tour „Ä Tännchen, please“

Wanderung zur Weißtanne und ihrer besonderen Rolle in der Klimakrise

Das Bild zeigt eine kleine Tanne auf Waldboden voller Laub
Noch ein zartes Pflänzchen: eine junge Weißtanne im Biosphärenreservat Pfälzerwald (Foto: Biosphärenreservat/Yannick Baumann)

Im südlichen Bereich des Biosphärenreservats Pfälzerwald ist sie besonders oft zu finden: die Weißtanne. Warum sich genau dieser Nadelbaum zur Zeit der Klimakrise als ein wertvoller ökologischer und ökonomischer Partner erweist, erläutert die Biosphären-Guide Johanna Thomas-Werling auf ihrer Tour ,,Ä Tännchen, please!“. Rund um den St. Germanshof nahe der französischen Grenze können Teilnehmende hören, riechen, fühlen, raten und drüber staunen, welche die ganz speziellen Eigenschaften der Weißtanne sind. Am Sonntag, 17. Oktober, geht es um 14 Uhr los. Treffpunkt ist der Wanderparkplatz bei St. Germanshof.

Um Anmeldung zu der Wanderung beim Biosphärenreservat Pfälzerwald unter info@pfaelzerwald.bv-pfalz.de oder der Telefonnummer 06325 9552-0 bis spätestens 13. Oktober wird gebeten. Weitere Informationen unter www.pfaelzerwald.de/termine. Teilnehmende an den Biosphären-Guide-Exkursionen sollten festes Schuhwerk und wetterangepasste Kleidung tragen. Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist für den Fall dabeizuhaben, dass die Einhaltung des Mindestabstands an bestimmten Stellen im Gelände nicht möglich ist. Die speziellen Hygiene- und Verhaltensregeln aufgrund der Corona-Pandemie werden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nach Anmeldung zugesandt.

Schwerpunktthema „Natur schützt Klima – Klima schützt Natur“

Die Biosphären-Guide-Tour ,,Ä Tännchen, please!“ findet im Rahmen des gemeinsamen Themenjahrs „Natur schützt Klima – Klima schützt Natur“ aller Nationalen Naturlandschaften (NNL) in Rheinland-Pfalz statt. Mit diesem Schwerpunktthema möchten die NNL in den Jahren 2020/2021 gemeinsam landesweit darauf aufmerksam machen, wie entscheidend der Klimaschutz für den Erhalt der biologischen Vielfalt und wie aktuell das Thema in den Regionen bereits ist. Für jeden und jede live und „direkt vor der Haustür” erlebbar bieten die NNL eine Vielzahl regionaler, naturverträglicher Angebote, die diese Zusammenhänge aufzeigen. Weitere Veranstaltungen zum Themenjahr unter www.nationale-naturlandschaftem-rlp.de

Wild und nachhaltig

Kulinarische Pfälzerwald-Wochen in 12 Partner-Restaurants des Biosphärenreservats

Das Bild zeigt den Blick vom Felsen Asselstein zum Trifels im frühen Herbst mit seinen bunt gefärbten Laubbäumen.
Landschaftlich und kulinarisch ein Leckerbissen: Der Pfälzerwald und die Weinstraße im Herbst (Fotos: Yvon Meyer)

Leckere Produkte direkt aus dem Biosphärenreservat frisch zubereitet auf den Teller: Das gibt es von 15. bis 31. Oktober in 12 Partner-Restaurants des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen. Bei den kulinarischen Pfälzerwald-Wochen tischen die Köchinnen und Köche sowohl traditionelle Hausmannkost als auch ausgefallene Kreativgerichte auf. Immer stehen bei diesem herbstlichen Genuss typische Produkte aus dem Pfälzerwald im Mittelpunkt – allen voran frisches Wildbret, das frei von Geschmacksverstärkern oder Konservierungsstoffen ist. So bleibt der natürliche Charakter des Produkts erhalten und nachhaltig ist es von Natur aus auch. Pilze, Kastanien, Beeren und Kräuter aus dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands spielen ebenfalls mit.

Das Bild zeigt den Blick über die herbstlichen Weinberge mit typisch gelb bis rot gefärbten Weinreben.

An den kulinarischen Pfälzerwald-Wochen im Biosphärenreservat beteiligen sich das Seminar- und Gästehaus Burghof Stauf bei Eisenberg, das Restaurant Seehaus Forelle am Eiswoog bei Ramsen, das Naturfreundehaus Rahnenhof bei Carlsberg-Hertlingshausen, das Restaurant 7 Raben bei Bad Dürkheim, das Restaurant Sommerhaus in Kaiserslautern, das Hotel-Restaurant Fröhlich in Kaiserslautern-Dansenberg, das Naturfreundehaus Finsterbrunnertal bei Trippstadt, die Weinstube zur Herberge in Neustadt, das Hotel-Restaurant Pfälzer Hof in Edenkoben, das Restaurant Ritterhof zur Rose in Burrweiler, das Gasthaus Müllers Lust in Hofstätten, sowie das Landhaus Tausendschön in Fischbach bei Dahn.

Im Hotel-Restaurant Pfälzer Hof in Edenkoben gibt es zum Beispiel einen Biosphären-Teller mit einem Braten vom jungen Wildschwein an hausgemachten Spätzle mit frischen Pilzen und dazu buntes Herbst-Gemüse. Im Burghof Stauf in Eisenberg wird am 17. und 24. Oktober das Pfälzerwald-Menü serviert; als Hauptspeise gibt es dort ein Zweierlei vom Kürbis mit Kernöl und Petersilienstroh oder ein Ragout vom gebratenen Wildschwein, angerichtet mit Preiselbeerjus und begleitet von Kastanienspätzle. Beides wird zusammen mit einem bunten Karotten-Allerlei aufgetischt.

 

Die Initiative Pfalz Walnuss geht in die zweite Runde

Das Bild zeigt das Logo von PfalzWalnuss, mit einer Walnuss in der MitteIm südwestpfälzischen Hauenstein geht die Initiative „Pfalz Walnuss“ in die nächste Runde. Auch in diesem Jahr können Besitzer:innen von Walnussbäumen ihre Ernte zur Wasgau Ölmühle bringen.
Dabei besteht einerseits die Möglichkeit, die Walnüsse an die Ölmüller zu verkaufen. In Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Südliche Weinstraße in Offenbach werden die Nüsse gewaschen, getrocknet, geknackt und ausgelesen. Anschließend werden die Kerne in Hauenstein zu einem hochwertigen Walnussöl und weiteren Produkten verarbeitet. Andererseits besteht die Möglichkeit, Öl aus den eigenen Nüssen pressen zu lassen.

Neue Walnüsse braucht das Land!

Gemeinsam mit der Gartenakademie Rheinland-Pfalz in Neustadt rufen wir dazu auf, jetzt im Herbst neue Walnußbäume zu pflanzen! Denn der einst landschaftsprägende Baum ist vielerorts gänzlich aus der Flur verschwunden, die bestehenden Bäume sind überaltert, viele sind in den nächsten Jahren abgängig. Wenn wir auch in naher Zukunft diese wundervollen und imposanten Bäume als Schattenspender, Sauerstoffproduzent, CO2 – Speicher und Fruchtproduzent in Garten und Flur haben wollen, müssen wir jetzt unbedingt pflanzen!

 

Weitere Informationen finden Sie hier.

Unser Handlungsprogramm: jetzt online

Gemeinsam mit vielen Partnerinnen und Partnern gestalten wir unser Biosphärenreservat als Modellregion für nachhaltige Entwicklung. So haben wir in einem Prozess mit vielen Teilnehmenden und ebenso vielen guten Ideen auch für die kommenden Jahre unser aktuelles Handlungsprogramm erarbeitet. Noch bis 2028 dient es uns als strategischer Rahmen und Konzept und begleitet uns auf dem Weg, eine nachhaltige Zukunft zu gestalten.

Hier geht es zum Handlungsprogramm