Schutz der natürlichen Nacht im Pfälzerwald

Biosphärenreservat Pfälzerwald und Mitstreiterinnen eröffnen Sternwandelweg des Projekts „Sternenpark Pfälzerwald“

Schützenswert für Mensch und Natur: Sternenhimmel über dem Pfälzerwald (Foto: Christian Mücksch)

„Luftverschmutzung kennt fast jeder, Lichtverschmutzung ist dagegen weniger bekannt. Mit dem Sternwandelweg soll genau über dieses Thema aufgeklärt werden. Zudem liefert er auch nützliche Hinweise, was jeder und jede gegen die Lichtverschmutzung tun kann“, sagte Dr. Susanne Ganster, Landrätin des Kreises Südwestpfalz, bei der Eröffnung des Sternwandelwegs bei Lemberg. Der Sternwandelweg ist eine Initiative aus dem Projekt Sternenpark Pfälzerwald des Biosphärenreservats Pfälzerwald; die Einrichtung des Themenwegs wurde gemeinsam mit dem Landkreis Südwestpfalz, der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land, sowie der Ortsgemeinde Lemberg umgesetzt.

Silvia Seebach, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land, sagte: „Unsere Idee, diese schöne Natur und ihren Wert den Anwohnerinnen und Anwohnern und insbesondere auch den Schülerinnen und Schülern näherzubringen, können wir mit dem Sternwandelweg gut umsetzen.“ Der Ortsbürgermeister von Lemberg, Martin Niebuhr, fügte an: „Durch die Verwirklichung dieses Projekts ist ein Meilenstein gelungen, mit dem wir gezielt auf die anhaltende Lichtverschmutzung aufmerksam machen können.“

Sarah Köngeter, Lea Grünling und Harry Schmeiser vom Team des Biosphärenreservats Pfälzerwald führten beim ersten offiziellen Rundgang die etwa 25 eingeladenen Gäste über den Pfad. An einigen der zwölf Tafeln des Sternwandelwegs erläuterten sie die zentralen Themen des Projekts Sternenpark Pfälzerwald, das zur Lichtverschmutzung sensibilisieren und zum Schutz des natürlichen Nachthimmels anregen will.

Michael Geissel, Hobbyastronom und Gründer der Gruppe Astronomie Pfälzerwald, gab Einblicke in die Astronomie und ihr touristisches Potenzial. Florian Kemkes, der Leister des Forstamts Westrich, und die zuständige Försterin des Reviers Lemberg, Franziska Eckermann, gaben zudem Informationen zum Wald und dessen Bewirtschaftung bei Lemberg.

Zum Sternwandelweg und zum Projekt Sternenpark Pfälzerwald

Informativ und unterhaltsam: Der Sternwandelweg führt ins Thema natürliche Nacht und deren Gefährdung durch Lichtverschmutzung ein, hier erhält die Gruppe Informationen von Biosphärenreservats-Mitarbeiterin Sarah Köngeter

Wie Tiere und Pflanzen und nicht zuletzt Bewohnerinnen und Gäste des Biosphärenreservats Pfälzerwald von natürlicher Dunkelheit profitieren und wie man diese fördern kann, darüber möchte das Biosphärenreservat mit seinem Sternenpark-Projekt sensibilisieren. Eine der Maßnahmen, mit dem das Projekt Gäste sowie Bewohnerinnen und Bewohner des Biosphärenreservats zum Thema Lichtverschmutzung und ihre Folgen beziehungsweise ihre Vermeidung aufklärt, ist der Sternwandelweg bei Lemberg, der nun eröffnet wird.

Der tagsüber begehbare, barrierearme Rundweg von ungefähr fünf Kilometern ist ein nahezu ebener Waldweg mit schöner Aussicht, der um den Ruppertsfelsen herumführt und von einem großen Personenkreis genutzt werden kann und bereits genutzt wird. Entlang des Wegs, der an einem bestehenden Wanderparkplatz unterhalb der Burg Lemberg beginnt, informieren zwölf großformatige Tafeln rund um das Thema Lichtverschmutzung und Schutz des natürlichen Sternenhimmels.

Inhaltlich schlägt der Pfad den Bogen von der Bedeutung des Sternenhimmels für den Pfälzerwald über die Geschichte des Lichts und die dadurch entstandene Lichtverschmutzung und ihre Auswirkungen auf Lebewesen hin zu praktischen Tipps für alle, wie der Sternenhimmel und die Qualitäten einer natürlichen Nacht erhalten werden können. Mit verschiedenen Informations- und Unterhaltungsebenen wie Infotexten, großformatigen Bildern und Grafiken, Elemente zum Mitmachen und Mitdenken sowie bemerkenswerten Fakten zum Thema ist der Themenweg für Erwachsene und Kinder geeignet.

Ziel des Informationspfads ist die Sensibilisierung der Besucherinnen für die fortschreitende Aufhellung unseres Nachthimmels durch künstliches Licht und das Aufzeigen von Alternativen beim Thema Beleuchtung. Für Familien, Schulklassen aber auch Einzelpersonen bietet sich hier ein interessantes Ausflugsziel – eventuell auch verbunden mit einem Besuch auf der Burg Lemberg. So soll möglichst auch die Regionalentwicklung profitieren und ein sanfter Tourismus gefördert werden.

Die Realisierung und die Pflege des Wegs wird durch die Zusammenarbeit von Landesforsten Rheinland-Pfalz, der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land und dem Biosphärenreservat Pfälzerwald gewährleistet.

Das Projekt Sternenpark Pfälzerwald wird als LEADER-Projekt im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE unter Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz (vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau) gefördert.

Tiere im Garten – ein Garten für Tiere

Online Vortrag im Projekt „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“

Das Bild zeigt eine Wasserstelle auf einem Baumstamm umgeben von Farnen
Die richtige Pflanzenauswahl und Strukturen wie zum Beispiel Wasserstellen laden Tiere zum Verweilen ein (Foto: Biosphärenreservat/Claudia Halfmann)

Viele Tiere haben es in unserer zersiedelten und durch menschliche Nutzung geprägten Landschaft schwer. Wie ein Garten zu einem lebendigen Ort wird, in dem auch Tiere gerne wohnen, ist Thema eines Online-Vortrags am Sonntag, 17. Oktober, um 18 Uhr. Eva Hofmann von der Gartenakademie des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz zeigt, worauf es ankommt, damit der Garten nicht nur schöne Pflanzen beherbergt, sondern auch von vielen Tieren bewohnt wird, deren Beobachtung Gärtnerinnen und Gärtnern Freude bereitet. Sie können grüne Oasen schaffen, die sich als Lebensraum für verschiedene Tiere eignen. Eva Hofmann stellt in ihrem Vortrag vor, welche Strukturen, Bearbeitungsweisen und Pflanzen den Garten besonders anziehend für Tiere machen.

Die Teilnahme am Vortrag ist kostenlos. Um Anmeldung bis Freitag. 15. Oktober, 12 Uhr beim Biosphärenreservat Pfälzerwald unter m.mayer@pfaelzerwald.bv-pfalz.de wird gebeten. Im Anschluss wird ein Link zum Vortrag zur Verfügung gestellt.

 

Das Bild zeigt eine Blüte, in der eine Biene sitzt
Foto: Biosphärenreservat/Claudia Halfmann

Zum Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“

Mit dem grenzüberschreitenden Projekt „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“ soll die breite Öffentlichkeit im deutschen wie im französischen Teil des Biosphärenreservats für die Artenvielfalt im Alltag sensibilisiert und begeistert werden. So soll in den unbebauten Flächen von Städten und Dörfern ein ökologisches Handeln sanft und nachhaltig entwickelt werden. Das Projekt wird durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz sowie mit Mitteln aus dem Interreg V A-Projekt „NOE / NOAH“ gefördert.

Biosphären-Guide-Tour „Ä Tännchen, please“

Wanderung zur Weißtanne und ihrer besonderen Rolle in der Klimakrise

Das Bild zeigt eine kleine Tanne auf Waldboden voller Laub
Noch ein zartes Pflänzchen: eine junge Weißtanne im Biosphärenreservat Pfälzerwald (Foto: Biosphärenreservat/Yannick Baumann)

Im südlichen Bereich des Biosphärenreservats Pfälzerwald ist sie besonders oft zu finden: die Weißtanne. Warum sich genau dieser Nadelbaum zur Zeit der Klimakrise als ein wertvoller ökologischer und ökonomischer Partner erweist, erläutert die Biosphären-Guide Johanna Thomas-Werling auf ihrer Tour ,,Ä Tännchen, please!“. Rund um den St. Germanshof nahe der französischen Grenze können Teilnehmende hören, riechen, fühlen, raten und drüber staunen, welche die ganz speziellen Eigenschaften der Weißtanne sind. Am Sonntag, 17. Oktober, geht es um 14 Uhr los. Treffpunkt ist der Wanderparkplatz bei St. Germanshof.

Um Anmeldung zu der Wanderung beim Biosphärenreservat Pfälzerwald unter info@pfaelzerwald.bv-pfalz.de oder der Telefonnummer 06325 9552-0 bis spätestens 13. Oktober wird gebeten. Weitere Informationen unter www.pfaelzerwald.de/termine. Teilnehmende an den Biosphären-Guide-Exkursionen sollten festes Schuhwerk und wetterangepasste Kleidung tragen. Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist für den Fall dabeizuhaben, dass die Einhaltung des Mindestabstands an bestimmten Stellen im Gelände nicht möglich ist. Die speziellen Hygiene- und Verhaltensregeln aufgrund der Corona-Pandemie werden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nach Anmeldung zugesandt.

Schwerpunktthema „Natur schützt Klima – Klima schützt Natur“

Die Biosphären-Guide-Tour ,,Ä Tännchen, please!“ findet im Rahmen des gemeinsamen Themenjahrs „Natur schützt Klima – Klima schützt Natur“ aller Nationalen Naturlandschaften (NNL) in Rheinland-Pfalz statt. Mit diesem Schwerpunktthema möchten die NNL in den Jahren 2020/2021 gemeinsam landesweit darauf aufmerksam machen, wie entscheidend der Klimaschutz für den Erhalt der biologischen Vielfalt und wie aktuell das Thema in den Regionen bereits ist. Für jeden und jede live und „direkt vor der Haustür” erlebbar bieten die NNL eine Vielzahl regionaler, naturverträglicher Angebote, die diese Zusammenhänge aufzeigen. Weitere Veranstaltungen zum Themenjahr unter www.nationale-naturlandschaftem-rlp.de

Wild und nachhaltig

Kulinarische Pfälzerwald-Wochen in 12 Partner-Restaurants des Biosphärenreservats

Das Bild zeigt den Blick vom Felsen Asselstein zum Trifels im frühen Herbst mit seinen bunt gefärbten Laubbäumen.
Landschaftlich und kulinarisch ein Leckerbissen: Der Pfälzerwald und die Weinstraße im Herbst (Fotos: Yvon Meyer)

Leckere Produkte direkt aus dem Biosphärenreservat frisch zubereitet auf den Teller: Das gibt es von 15. bis 31. Oktober in 12 Partner-Restaurants des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen. Bei den kulinarischen Pfälzerwald-Wochen tischen die Köchinnen und Köche sowohl traditionelle Hausmannkost als auch ausgefallene Kreativgerichte auf. Immer stehen bei diesem herbstlichen Genuss typische Produkte aus dem Pfälzerwald im Mittelpunkt – allen voran frisches Wildbret, das frei von Geschmacksverstärkern oder Konservierungsstoffen ist. So bleibt der natürliche Charakter des Produkts erhalten und nachhaltig ist es von Natur aus auch. Pilze, Kastanien, Beeren und Kräuter aus dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands spielen ebenfalls mit.

Das Bild zeigt den Blick über die herbstlichen Weinberge mit typisch gelb bis rot gefärbten Weinreben.

An den kulinarischen Pfälzerwald-Wochen im Biosphärenreservat beteiligen sich das Seminar- und Gästehaus Burghof Stauf bei Eisenberg, das Restaurant Seehaus Forelle am Eiswoog bei Ramsen, das Naturfreundehaus Rahnenhof bei Carlsberg-Hertlingshausen, das Restaurant 7 Raben bei Bad Dürkheim, das Restaurant Sommerhaus in Kaiserslautern, das Hotel-Restaurant Fröhlich in Kaiserslautern-Dansenberg, das Naturfreundehaus Finsterbrunnertal bei Trippstadt, die Weinstube zur Herberge in Neustadt, das Hotel-Restaurant Pfälzer Hof in Edenkoben, das Restaurant Ritterhof zur Rose in Burrweiler, das Gasthaus Müllers Lust in Hofstätten, sowie das Landhaus Tausendschön in Fischbach bei Dahn.

Im Hotel-Restaurant Pfälzer Hof in Edenkoben gibt es zum Beispiel einen Biosphären-Teller mit einem Braten vom jungen Wildschwein an hausgemachten Spätzle mit frischen Pilzen und dazu buntes Herbst-Gemüse. Im Burghof Stauf in Eisenberg wird am 17. und 24. Oktober das Pfälzerwald-Menü serviert; als Hauptspeise gibt es dort ein Zweierlei vom Kürbis mit Kernöl und Petersilienstroh oder ein Ragout vom gebratenen Wildschwein, angerichtet mit Preiselbeerjus und begleitet von Kastanienspätzle. Beides wird zusammen mit einem bunten Karotten-Allerlei aufgetischt.

 

Die Initiative Pfalz Walnuss geht in die zweite Runde

Das Bild zeigt das Logo von PfalzWalnuss, mit einer Walnuss in der MitteIm südwestpfälzischen Hauenstein geht die Initiative „Pfalz Walnuss“ in die nächste Runde. Auch in diesem Jahr können Besitzer:innen von Walnussbäumen ihre Ernte zur Wasgau Ölmühle bringen.
Dabei besteht einerseits die Möglichkeit, die Walnüsse an die Ölmüller zu verkaufen. In Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Südliche Weinstraße in Offenbach werden die Nüsse gewaschen, getrocknet, geknackt und ausgelesen. Anschließend werden die Kerne in Hauenstein zu einem hochwertigen Walnussöl und weiteren Produkten verarbeitet. Andererseits besteht die Möglichkeit, Öl aus den eigenen Nüssen pressen zu lassen.

Neue Walnüsse braucht das Land!

Gemeinsam mit der Gartenakademie Rheinland-Pfalz in Neustadt rufen wir dazu auf, jetzt im Herbst neue Walnußbäume zu pflanzen! Denn der einst landschaftsprägende Baum ist vielerorts gänzlich aus der Flur verschwunden, die bestehenden Bäume sind überaltert, viele sind in den nächsten Jahren abgängig. Wenn wir auch in naher Zukunft diese wundervollen und imposanten Bäume als Schattenspender, Sauerstoffproduzent, CO2 – Speicher und Fruchtproduzent in Garten und Flur haben wollen, müssen wir jetzt unbedingt pflanzen!

 

Weitere Informationen finden Sie hier.

Unser Handlungsprogramm: jetzt online

Gemeinsam mit vielen Partnerinnen und Partnern gestalten wir unser Biosphärenreservat als Modellregion für nachhaltige Entwicklung. So haben wir in einem Prozess mit vielen Teilnehmenden und ebenso vielen guten Ideen auch für die kommenden Jahre unser aktuelles Handlungsprogramm erarbeitet. Noch bis 2028 dient es uns als strategischer Rahmen und Konzept und begleitet uns auf dem Weg, eine nachhaltige Zukunft zu gestalten.

Hier geht es zum Handlungsprogramm

Krebse im Biosphärenreservat Pfälzerwald

Exkursionen zu Bachbewohnern im Projekt „Gefährdete Tierarten – Espèces en danger“

Die Aquarell-Illustration zeigt einen Steinkrebs
Eine der drei Tierarten im Fokus des deutsch-französischen Projekts „Arten in Gefahr – Espèces en danger: der Steinkrebs (Illustration: Nicolas de Faveri/SYCOPARC)

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen bietet als Teil seines deutsch-französischen Projekts „Gefährdete Tierarten – Espèces en danger“ im Oktober verschiedene Exkursionen zu Krebsen an, davon eine speziell für Kinder und Jugendliche.

An alle Interessierten richtet sich das Angebot mit dem Titel „Einheimische Krebsbestände im Biosphärenreservat Pfälzerwald – Vorkommen, Biologie, Gefährdung und Schutz“, das der zertifizierte Waldpädagoge Ralf Linden leitet und das am Samstag, 9. Oktober, am Eiswoog stattfindet. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Parkplatz Eiswoog in der Nähe von Ramsen. Der Referent gibt während einer kleinen Wanderung entlang des Eisbaches Erläuterungen zum dortigen Krebsvorkommen und verrät Details zur verborgenen Lebensweise der Wasserbewohner. Um Anmeldung bis 5. Oktober wird gebeten.

Am Samstag, 16. Oktober, geht es von 10 bis 12.30 Uhr in Fischbach bei Dahn um die Krebse im Spießbach. Holger Schindler, Diplom-Biologe und Gewässerspezialist, gibt während der Exkursion vom Biosphärenhaus ins nahegelegende Spießwoogtal zahlreiche Informationen, etwa zu den Krebsarten, die früher und heute im Pfälzerwald vorkamen und noch vorkommen, wie sie leben und was sie fressen, aber auch darüber, was beim Gewässerschutz zu beachten ist und wie man die Ausbreitung eingeschleppter Krankheiten verhindern kann. Um Anmeldung bis 12. Oktober wird gebeten.

Das Foto zeigt einen Bach im Pfälzerwald
Heimat verschiedener Krebsarten: Fließgewässer im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen (Foto: Yannick Baumann/Biosphärenreservat)

„Gewässer-Akademie: Fische und Krebse heimischer Gewässer“ lautet der Titel eines Angebots der Universität Koblenz-Landau in Zusammenarbeit mit dem Biosphärenreservat, das sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 14 Jahre richtet. Zunächst geht es im „Fisch-Checker“ um die heimischen Fischarten, nach der Mittagspause stehen dann gefährdete Tierarten und insbesondere die Krebse der Gewässer des Biosphärenreservats im Mittelpunkt. Der Workshop findet am Dienstag, 19. Oktober, von 10 bis 15 Uhr an der Ökosystemforschungsanlage Eußerthal in der Birkenthalstraße 13 statt, Verpflegung ist mitzubringen. Die Leitung übernehmen Tanja Joschko und Anne Schrimpf von der Universität Koblenz-Landau. Um Anmeldung bis 8. Oktober wird gebeten.

Anmeldungen über Micaela Mayer vom Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen unter m.mayer@pfaelzerwald.bv-pfalz.de. Teilnehmende an den Exkursionen sollten festes Schuhwerk und wetterangepasste Kleidung tragen. Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist für den Fall dabeizuhaben, dass die Einhaltung des Mindestabstands an bestimmten Stellen im Gelände nicht möglich ist. Die speziellen Hygiene- und Verhaltensregeln aufgrund der Corona-Pandemie werden den Teilnehmern nach Anmeldung zugesandt.

Informationen zu diesen und weiteren Veranstaltungen auch unter www.pfaelzerwald.de/termine.

Zum Projekt „Gefährdete Tierarten – Espèces en danger“

Der weltweite Rückgang und das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten zeigen sich auch im Bereich des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen. Im Rahmen des von Juli 2020 bis Juni 2023 laufenden EU-Interreg-Projekts „Gefährdete Tierarten im grenzüberschreitenden Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen“ werden für drei gefährdete Tierarten dringend benötigte Schutzmaßnahmen umgesetzt. Dafür haben sich deutsche und französische Projektpartner und -partnerinnen zusammengefunden, die ihre Kenntnisse, Mittel und Monitoring-Methoden teilen, um konkrete Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald bringt sich im Bereich Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Öffentlichkeitsarbeit vor allem mit Führungen und Workshops in das Projekt ein. Weitere Informationen zum Projekt unter www.pfaelzerwald.de/projekte.

Das Projekt wird mit Mitteln aus dem Interreg-Programm Oberrhein sowie durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz gefördert.

Das MAB-Jugendforum 2021

Unsere Praktikantin Lea Kraft war dabei

Das Bild zeigt eine zeichnerische Zusammenstellung der Ereignisse und Ergebnisse des Jugendforums
Flowchart des MAB-Jugendforums (Anna Wörner)

Das MAB-Jugendforum ist ein Forum zur Partizipation junger Erwachsener, die sich mit Biosphärenreservaten verbunden fühlen und sich in deren Entwicklung beteiligen wollen. Der Fokus lag 2021 auf Forderungen an Politik und Biosphärenreservate zur Partizipation junger Menschen. Vom 24. bis 27. September fand das Forum zum zweiten Mal im deutschsprachigen Raum statt. In diesem Jahr war das Biosphärengebiet Schwäbische Alb Gastgeber des MAB-Jugendforums. Untergebracht waren die Jugendlichen in Tipis, Jurten und alten Zirkuswägen auf dem Hofgut Hopfenburg in Münsingen. Und mit dabei: unsere Umweltpraktikantin Les Kraft, die hier berichtet:

Ankommen und Kennenlernen
Nach der Ankunft auf dem Hofgut Hopfenburg wurden die Teilnehmenden, die aus ganz Deutschland und darüber hinaus angereist waren, begrüßt vom Planungsteam der Nationalen Naturlandschaften und der Schwäbischen Alb. Danach ging es auch schon los mit einer kleinen Erkundungsrallye über das Naturreservat Beutenlay, das einen guten Überblick über die Landnutzungformen der Schwäbischen Alb bietet. Ein erstes Kennenlernen fand im Anschluss an das Abendessen statt und konnte später an ein gemütliches Lagerfeuer verlegt werden. Die Begriffe Partizipation und Biosphärenreservate spielten auch in den gemeinsamen Gesprächen am Abend immer wieder eine Rolle.

Tag Zwei: Workshops und Biotoppflege
Auf dem Foto sieht man mehrere Jugendliche, die an einem Workshop teilnehmen.Am zweiten Tag wurden, anschließend an eine Podiumsdiskussion von Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Netzwerke, Workshops zu den Themen Partizipation, BNE und networking angeboten. Am Nachmittag durfte die Gruppe dann bei einer Biotoppflege-Maßnahme helfen und eine Wacholderheide von jungen Kiefern und Fichten befreien.

Ziel des Jugendforums war es, ein Manifest für die Partizipation Jugendlicher in Biosphärenreservaten zu erstellen – das sogenannte Parti*fest. Dazu wurde am Nachmittag in gemeinsamen Brainstorming-Runden der Grundstein gelegt. Ausklingen lassen konnten die Jugendlichen den Abend dann bei einem kleinen Open-Air-Konzert.

Gelebte Partizipation
Der dritte Tag startete mit einer Exkursion mit „TrÜP“-Guides über den ehemaligen Truppenübungsplatz in Münsingen, auf dessen Gebiet auch eine Kernzone des Biosphärengebietes Schwäbische Alb liegt. Nach dem Mittagessen wurde das Parti*fest mit vielen Diskussionen, die sich bis weit in den Abend zogen, fertiggestellt und durch selbstgedrehte Kurzvideos untermalt. Das fertige Parti*fest wird innerhalb der nächsten Wochen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auf der Instagram-Seite des Forums können die kurzen Videoclips angeschaut werden.

Am Montag wurde das fertige Parti*fest mit den Forderungen der jungen Menschen in einem Termin mit Vertreterinnen und Vertretern der Presse, der Lokalpolitik und des Biosphärengebietes dann der Öffentlichkeit vorgestellt.

Junior Ranger beim Dreck-Weg-Tag

Nachwuchs-Biosphären-Expertinnen und Experten engagieren sich

Das Bild zeigt eine Gruppe Junio Ranger:innen, die stolz ihre vollen Müllsäcke zeigen
Engagierte Dreck-Entferner: Junior Ranger bei der Aktion im Wald von Johanniskreuz (Foto: Biosphärenreservat/frei)

„Ich finde es wichtig, mich für meine Heimat und für den Umweltschutz zu engaieren“, sagte die 14-jährige Elin am Haus der Nachhaltigkeit. Aus Anlass des Dreck-weg-Tags Pfälzerwald machte sie sich mit weiteren Junior Rangern und Rangerinnen auf Spurensuche im zentralen Pfälzerwald. Dabei erforschten die jungen Leute auf Einladung des Biosphärenreservats Pfälzerwald auf einem Themenweg rund um Johanniskreuz die Spuren und Zeugnisse, die Menschen über mehrere Jahrhunderte im Wald hinterlassen haben. Gleichzeitig nahmen sie auch aktuelle Spuren unter die Lupe und haben auf der gesamten Wegstrecke Müll gesammelt.

Bei der Junior Ranger-Aktion kamen einige Säcke unerwünschter Hinterlassenschaften zusammen. „Unter anderem haben wir ein paar alte Schuhe und eine verrostete Schaufel gefunden“, so Elin. Bei einer zentralen Veranstaltung zum Dreck-Weg-Tag unter anderem mit der Staatssekretärin des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums, Katrin Eder, wurde den Junior Rangern als „Alltagsheldinnen und -helden“ gedankt.

Der Dreck-weg-Tag Pfälzerwald fand im Rahmen des World Clean Up Days im Biosphärenreservat Pfälzerwald und angrenzenden Bereichen auf Initiative des Hauses der Nachhaltigkeit und des Landschaftsfotografen Yannick Scherthan statt.

 

Die Junior Ranger im Biosphärenreservat Pfälzerwald

Junior Ranger und Rangerinnen erforschen gemeinsam ihre Region und Heimat und lernen viel über das Biosphärenreservat, worum es dort eigentlich geht und welche anderen Schutzgebiete es gibt. Sie üben, sich mit Karte und Kompass zu orientieren, lernen die Tiere und Pflanzen des Pfälzerwalds kennen, erfahren Wissenswertes über eine umweltverträgliche und sozial gerechte Lebensweise, gehen auf Spiel- und Entdeckungstouren und haben Spaß am Lagerfeuer. Das Projekt zielt darauf ab, Mädchen und Jungen zu Botschafterinnen und Botschaftern für ihre Heimat, das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen, zu machen, das die UNESCO als Modellregion für Nachhaltigkeit anerkannt hat.

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald organisiert gemeinsam mit Landesforsten Rheinland-Pfalz und weiteren Partnerinnen und Partnern in der Region mehrtägige Camps, während der sich Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 12 Jahren zu Junior Rangern und Rangerinnen ausbilden lassen oder bereits ausgebildete Junior Rangerinnen und Ranger ab 12 Jahren ihre Kenntnisse vertiefen und weitere Pfälzerwald-Abenteuer bestehen können.

 

Die Junior Ranger Herbstsaison: Angebote der Waldritter Südwest bei Clausen

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald bietet gemeinsam mit den Wadrittern Südwest im Abenteuer-Walderlebniszentrum Heidelsburg-Clausen vom 18. bis 22. Oktober ein Junior Ranger Herbst-Camp für Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 16 Jahren. Zudem finden vom 12. bis 14. November sowie vom 10. bis 12. Dezember monatliche Junior Ranger-Treffen ebenfalls bei Clausen statt. Informationen zu den Camps beziehungsweise Treffen sowie zur Anmeldung unter www.waldritter-suedwest.de/veranstaltungen/junior-ranger.

Weitere Informationen zu den Junior Rangern unter www.pfaelzerwald.de/projekte/junior-ranger-im-pfaelzerwald.

Gärten für die Artenvielfalt prämiert

Preisverleihung im grenzüberschreitenden Projekt des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen

Das Bild zeigt die Gewinner:innen des Gartenwettbewerbs zum Gruppenfoto aufgestellt
Gewinnerinnen und Gewinner des Garten-Wettbewerbs in La Petite-Pierre, die Erstplatzierte Maren Diehl aus Erfweiler vorne mit Hund (Foto: Biosphärenreservat/Thomas Hartmann)

„Es ist eine Freude und es ist wichtig, dass die deutsch-französische Zusammenarbeit in diesem Projekt jetzt auch wieder mit persönlichen Begegnungen stattfinden kann”, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Bezirkstags Pfalz, Ruth Ratter, bei der Verleihung der Preise anlässlich des diesjährigen Wettbewerbs „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“. Sie betonte zudem das große Potenzial der Gärten für die Biodiversität und den Klimaschutz. „Die extremen Wetterverhältnisse und die Flutkatastrophe in diesem Jahr haben uns vor Augen geführt, wie fragil das Gleichgewicht der Natur ist. Wir Menschen sind die Ursache für die klimatischen Veränderungen, aber wir können im Großen und im Kleinen etwas tun: Gärten nehmen eine sehr große Fläche ein; wenn viele Gärten naturnah gestaltet sind, können sie zu mehr Resilienz beitragen.“

Das Bild zeigt einen Garten mit Blühpfalzen und einem Fachwerkhaus im Hintergrund
Gewinner im diesjährigen Wettbewerb: Garten von Maren Diehl in Erfweiler (Foto: Biosphärenreservat)

In dem deutsch-französischen Projekt des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen wurden die besten zehn Gärten der 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer prämiert, die sich über Sachpreise und eine Plakette für den Gartenzaun freuten. Den ersten Platz belegte Maren Diehl mit ihrem Garten in Erfweiler. Weitere Preise gingen an Claudia Breuer und Helge Schneider in Edenkoben, Matthieu Launay in Wissembourg, Agnès Daval im elsässischen Imbsheim, Fabian Marschner in Ilbesheim, Marion Wündisch in Leistadt, Xenia Petermann in Eußerthal, Murielle Hoefs in Reipertswiller im Elsass, Hans Amolsch im elsässischen Drachenbronn-Birlenbach und Claudia Thomas in Cleebourg, ebenfalls im Elsass. Die Preise überreichte Ruth Ratter gemeinsam mit Hubert Walter, Vize-Präsident des SYCOPARC als Träger des Naturparks Nordvogesen.

Mit dem Wettbewerb will das Team des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen Gartenbesitzerinnen und -besitzer darauf aufmerksam machen, wie viel Potential der eigene Garten für die Artenvielfalt birgt, und dazu ermutigen, sich dafür zu engagieren, diese hier zu fördern. Das Projektteam wählte zunächst anhand der Bewerbungsbögen jeweils mehrere Gärten auf der französischen und auf der deutschen Seite des Biosphärenreservats aus. Diese wurden daraufhin von einer Expertin oder einem Experten besucht, die den Garten genauer unter die Lupe nahmen und Empfehlungen gaben, um die Artenvielfalt zu verbessern. Das Projekt-Team wählte dann die jeweils fünf interessantesten Gärten im pfälzischen und französischen Teil des Biosphärenreservats aus, die daraufhin von einer Jury besichtigt wurden. Dieser gehörten Spezialisten zu Wildpflanzen, Ornithologie, ökologischen Fragen der Grünräume, Baum- und Insektenkunde sowie Landschaftsgärtnerinnen an. Die Jury ermittelte nach ihrer Gärten-Tour die Gewinner und Gewinnerinnen des Wettbewerbs. Die Preisverleihung, an der über 50 deutsche und französische Gäste teilgenommen haben, fand an verschiedenen Orten in La Petite-Pierre statt, wo das Team des französischen Teils des Biosphärenreservats seinen Verwaltungssitz hat.

Mit dem Wettbewerb wie mit den anderen Bausteinen des Projekts fördert das Biosphärenreservat in den unbebauten Flächen von Städten und Dörfern den Schutz der Artenvielfalt im Alltag. Das Projekt „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“ wird durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz sowie mit Mitteln aus dem Interreg V A-Projekt „NOE / NOAH“ gefördert.