Garten-Wettbewerb eröffnet

Aktionen und Veranstaltungen im Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“

Hobbygärtnerinnen und -gärtner können sich ab sofort für den Wettbewerb im Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“ des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen anmelden. Das Projekt will die breite Öffentlichkeit für die Artenvielfalt im Alltag sensibilisieren und das ökologische Handeln sanft und nachhaltig in den unbebauten Flächen von Städten und Dörfern entwickeln.

Einer der TeilnehmerInnen am Garten-Wettbewerb 2017: Garten der Familie Keller in Wissembourg

Zu dem  Wettbewerb kann man sich bis 15. Mai anhand eines Bewerbungsbogens online oder per Post anmelden. Anschließend besucht eine Expertin oder ein Experte die Gärten und gibt Empfehlungen, um die Artenvielfalt zu verbessern. Er oder sie wählt auch die zehn interessantesten Gärten in der Pfalz und in den Nordvogesen aus, die Ende Juni dann von einer Jury besichtigt werden, der Spezialisten zu Wildpflanzen, Ornithologie, ökologischen Fragen der Grünräume, Baum- und Insektenkunde sowie Landschaftsgärtner angehören. Die Jury ermittelt dann die Gewinner des Wettbewerbs. Die Preisverleihung des grenzüberschreitenden Projekts findet voraussichtlich am 15. September im Hymenoptera-Garten im elsässischen Obersteinbach statt. Die Preisträger erhalten je eine Urkunde, eine Plakette, die sie dann an ihrem Garten anbringen können, sowie einen Sachpreis. Bewerbungen nimmt Micaela Mayer vom Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen, Franz-Hartmann-Straße 9, 67466 Lambrecht, m.mayer@pfaelzerwald.bv-pfalz.de, entgegen.

Zum Projekt, das auch durch einen Blog im Internet begleitet wird, gehören zahlreiche Veranstaltungen zu verschiedenen Gartenthemen sowie Pflanzaktionen an Schulen. Der Verein „NaturGestalten im Wasgau“ lädt an jedem ersten Freitag des Monats immer von 16 bis 18 Uhr zum „GenussGarten ArtenReich“ in seinen Garten in Fischbach ein; der erste Termin der Saison ist der 5. April. Anmeldungen hierzu nimmt Susanne Maurer unter der Telefonnummer 0160 6628717 oder per E-Mail an info@naturgestalten.org an. Auch im Elsass finden viele Veranstaltungen, wie Pflanzenbörsen und Gartenbesichtigungen für alle interessierten Gärtner und Gärtnerinnen statt. Termine werden auf den Internetseiten bekanntgegeben, wo sich auch weitere Informationen finden (www.pfaelzerwald.de und www.parc-vosges-nord.fr).

Das Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“ wird durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz sowie mit Mitteln aus dem Interreg V A-Projekt „NOE / NOAH“ gefördert.

Naturschutz durch Beweidung

Projektbegleitende Arbeitsgruppe zum chance.natur-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ trifft sich erstmals

„Es handelt sich hier um eines der ambitioniertesten Projekte, die es im Biosphärenreservat bisher gegeben hat“, so die Einschätzung des Bezirkstagsvorsitzenden Theo Wieder zum bundesgeförderten chance.natur-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“. Zur ersten Sitzung der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe für das Naturschutzgroßprojekt kamen kürzlich rund 40 Personen im Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz zusammen. Mit dabei waren unter anderem Vertreterinnen und Vertreter des Landesverbands der Schaf- und Ziegenhalter, der unteren Naturschutzbehörden, von Landesforsten, aus dem rheinland-pfälzischen Umweltministerium, aus dem Landesamt,  dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, dem Bundesamt für Naturschutz sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Institute, die im ersten Teil des Projekts mit Gutachten beauftragt sind.

Erstes Treffen der projektbegleitenden Arbeitsgruppe im Haus der Nachhaltigkeit (Bild: Biosphärenreservat/Team Ewen)

Theo Wieder erläuterte in seiner Begrüßung die Folgen für Landschaftsgestaltung und Biodiversität, die mit der zunehmenden Aufgabe der Wanderschäferei und Weidetierhaltung einher gegangen seien. „,Neue Hirtenwege im Pfälzerwald‘ ist vorrangig ein Naturschutzgroßprojekt, dessen Ziele mit der Beweidung als ideale Maßnahme erreicht werden sollen. Es hat auch viel mit den Lebensverhältnissen der Menschen in der Region zu tun. Die Schaffung eines lebendigen, überregional bedeutsamen Biotopverbunds durch die Förderung der Wanderschäferei kann nur mithilfe der Vernetzung vieler Menschen und Aktivitäten verwirklicht werden“, so Wieder.

Im ersten Teil des Projekts, der bis 2021 läuft, wird eine Pflege- und Entwicklungsplanung (PEPL) durchgeführt.  Darin werden die Ziele und Maßnahmen auf den Projektflächen definiert. Daran schließt sich das auf zehn Jahre ausgelegte Projekt II an, bei der die Maßnahmen über das geplante, etwa 8.500 Hektar große Fördergebiet, das über die Grünlandgebiete vom Wasgau zum Haardtrand bis nach Grünstadt reicht, umgesetzt werden. Begleitend zur Erarbeitung des PEPL ist ein Dialog mit den Menschen in der Region vorgesehen, um über das Naturschutzgroßprojekt zu informieren und dazu ins Gespräch zu kommen. Die Projektbegleitende Arbeitsgruppe (PAG) stellt mit den unterschiedlichen Expertinnen und Experten ein Herzstück des Dialogs dar. Das Gremium soll die Erstellung des PEPL beratend begleiten. Aufgabe wird sein, einerseits die Vorstellungen der Region in die Planung einfließen zu lassen und andererseits Verständnis für die Planungen in der Region zu schaffen.

Wie man die Projektziele verfolgen wolle, erklärte die Projektmitarbeiterin Anna-Maria Marstaller in ihrer Präsentation. Sie ging unter anderem auf die Ausganglage, die Ziele des Bundesförderungsprogramms chance.natur, die relevanten Merkmale des Gebiets, die Projektkonzeption und den aktuellen Stand der Dinge ein. Eine wesentliche  Voraussetzung zum Erreichen der Ziele sei die Akzeptanz der Projektplanung.

Uwe Weibel vom Institut für Umweltstudien in Kandel, das mit der Erstellung des PEPL beauftragt ist, ging unter anderem auf die großen Herausforderungen des Projekts ein. Zu diesen gehört etwa die Kleinparzellierung der Flächen, die für die Umsetzung der Projektidee benötigt werden. Jörg Schramek vom Institut für ländliche Strukturforschung erläuterte ebenfalls Details zu seinem Auftrag, eine sozioökonomische Studie für das Projektgebiet zu erstellen.

Dr. Ulla Steer, die das Projekt beim Bundesamt für Naturschutz betreut, betonte, dass die Projektplanung umsetzungsorientiert erfolgen müsse. Für das Gelingen des Projekts sei es auch wesentlich, dass die Planinhalte bei anderen Fachplanungen in  der Region, bis hin zur Raumordnung, berücksichtigt würden. Das Projekt sei als „Initialzündung“ zu sehen, denn solch ein „Vorhaben ist mit Ablauf der Projektlaufzeit nicht beendet“.

Das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ wird im Biosphärenreservat Pfälzerwald umgesetzt, Projektträger ist der Bezirksverband Pfalz. Die Förderung des Vorhabens erfolgt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie durch das Land Rheinland-Pfalz. Projekt I, das bis 2021 läuft, wird mit 1,8 Millionen Euro gefördert. Nach erfolgreichem Abschluss der Projektplanung in Projekt I würde sich für weitere zehn Jahre Projekt II anschließen, für dessen Umsetzung 15,8 Millionen Euro avisiert sind.

Laubbaumpflanzungen in sieben Gemeinden des Biosphärenreservats

Projekt „LIFE Biocorridors“ fördert Vielfalt im Wald

Laubbaumpflanzung im Rahmen des EU-Projekts „LIFE Biocorridors“, ausgeführt von der Baumschule Steingässer (Foto: Biosphärenreservat)

Pünktlich zum Einsetzen des Frühjahrsniederschlags im März haben die Laubholzpflanzungen im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen begonnen. In den nächsten Tagen werden in den Gemeinden Waldfischbach-Burgalben, Steinalben, Geiselberg, Schmalenberg, Erfweiler und Vorderweidenthal und der Hembach-Genossenschaft insgesamt rund 8.300 Bäume gepflanzt. Anstelle von Fichten- und Douglasienwäldern sollen artenreiche Laubwälder entstehen. Neben Traubeneichen und Wildkirschen werden dieses Jahr vor allem Bergahorne gesetzt.

Bereits 2017 fand im Rahmen des EU-Projekts „LIFE Biocorridors“, das im französischen und deutschen Teil des Biosphärenreservats durchgeführt wird, eine Pflanzaktion in den Revieren Ganerben und Jerusalemsberg bei Bad Dürkheim statt. Damals wurden insgesamt 6.000 Rotbuchen, Traubeneichen, Ebereschen, Winterlinden, Haselbäume und  Hainbuchen gepflanzt. Bisher ist auf diese Weise durch das Projekt auf 12,4 Hektar Wald mit dem Umbau zu Laubmischwäldern begonnen worden. Gemeinsam mit den Forstämtern und zuständigen Revierleiterinnnen und Revierleitern wurden zunächst Flächen identifiziert, die im Biotopverbund eine wichtige Rolle spielen oder in der Nähe von Grünbrücken liegen. Nachdem Durchforstungsmaßnahmen durchgeführt wurden oder durch natürliche Ursachen wie Windwurf oder Käferbefall lichte Bereiche im Nadelwald entstanden sind, war Platz geschaffen, um andere Baumarten zu pflanzen.

Die natürlich im Pfälzerwald vorkommende Baumart ist die Rotbuche. Allerdings ist der Pfälzerwald in vielen Teilen durch den forstlichen Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt, durch den – auch auf ehemaligen Acker- und Grünlandflächen – hauptsächlich Nadelhölzer wie Fichte und später auch Douglasie angepflanzt wurden. Nadelholzdominierte Wälder besitzen eine geringere Artenvielfalt als Mischwälder, die in der Regel bei entsprechendem Alter auch eine größere Anzahl an Habitaten bieten. Dazu gehören etwa Höhlen, Spalten, Rindentaschen und Mikroböden, also Anhäufungen von organischem Material, wie es zum Beispiel in Astgabeln aufliegt. Durch den Umbau mit standorttypischen Laubbäumen wird eine natürliche Waldzusammensetzung als Mischwald angestrebt. So werden auch besonders schützenswerte Tierarten wie der Schwarzspecht, Mittelspecht, Grauspecht, die Bechsteinfledermaus, der Hirschkäfer, die Wildkatze und der Luchs gefördert.

Zum EU-Projekt „LIFE Biocorrdidors“
Das EU-Projekt „LIFE Biocorridors“ will ein grenzüberschreitendes ökologisches Netzwerk im Biotopverbund Pfälzerwald-Nordvogesen schaffen. Hierfür werden verschiedene Maßnahmen in Wald, Wiesen und an Wasserläufen durchgeführt. Im Offenland geht es darum, Streuobstwiesen sowie magere Wiesen und Weiden zu bewahren oder neu anzulegen. Weiterhin soll ein Netz an Altholzinseln entstehen, der Laubwaldanteil erhöht und natürliche Bachuferwälder sollen wiederhergestellt werden. Fließgewässer sollen wieder durchlässig und Feuchtgebiete gepflegt werden. Für das Projekt „LIFE Biocorridors“ werden insgesamt 3,6 Millionen Euro durch die Europäische Union sowie durch die Projektpartner in Frankreich und Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellt. Die Umsetzung der Maßnahmen wird vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz mit 540.000 Euro gefördert.

Licht aus – Sterne an

Sterneninfoabend mit Kurzvorträgen, Aktionsprogramm und Sternenguckerei zum Projekt Sternenpark Pfälzerwald

Ein Schatz, den es gut zu schützen gilt: Die teilweise noch natürliche Nacht im Pfälzerwald gibt den Blick auf zahllose Sterne frei (Foto: Christian Mücksch)

 „Licht aus – Sterne an“ lautet das Motto der Veranstaltung, zu der das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen und Landesforsten Rheinland-Pfalz am Samstag, 30. März, ab 17.30 Uhr ins Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz einladen. Anlass sind der internationale Tag der Astronomie und die World Earth Hour. Ersterer will den Menschen die Faszination des Universums näherbringen, letzterer lädt dazu ein, den Umgang mit der Ressource Licht durch eine symbolische Stunde des Verzichts zu hinterfragen. Die Themenschwerpunkte des Abends sind entsprechend Lichtverschmutzung und Astronomie.

Nach der Begrüßung durch die Umweltministerin des Landes Rheinland-Pfalz, Ulrike Höfken, den Vorsitzenden des Bezirkstags Pfalz, Theo Wieder, und Dr. Susanne Ganster, Landrätin im Kreis Südwestpfalz und Vorsitzende der lokalen Aktionsgruppe (LAG) Pfälzerwald plus, macht Sarah Köngeter, die das Projekt Sternenpark Pfälzerwald beim Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen koordiniert, den Einstieg ins kurzweilige Fachvortragsprogramm. „Lichtverschmutzung – die Schattenseite des Lichts“ ist der Titel ihres Beitrags, in dem sie erläutert, was Lichtverschmutzung ist und wie das Projekt dagegen wirken will. Aus dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb berichtet anschließend Dr. Mathias Engel vom dortigen Sternenpark-Projekt. „Gute Nacht, Nacht!“ betitelt Dr. Hans-Günter Weeß, Leiter des interdisziplinären Schlafzentrums am Pfalzklinikum Klingenmünster, seinen Kurzvortrag rund um den Einfluss von Licht auf den Schlaf. Dr. Christian Anders und Dr. Christian Mücksch, Mitglieder beim Astronomieverein SAGA e.V. in Kaiserslautern, erklären im Beitrag „Nachts im Pfälzerwald“, was den Sternenhimmel so faszinierend macht und wie man seine Qualität mit dem Astmon SkyBrightness Monitor messen kann. Wie der Blick ins Universum bei der Orientierung auf der Erde hilft, erläutert Armin Kühn, Vorsitzender des Astronomievereins „Pälzer Schdernegugger“, in „Astronomie – praktisch“.

Ganz praktisch orientiert ist auch der letzte Teil der Veranstaltung ab 20.30 Uhr. Es gibt unter anderem Informationen zum Umgang mit der Astronomie-App „Stellarium“ und zur Nutzung der Sterne als Messfeld für die Dunkelheit der Nacht. Alle, die Lust haben, sind – sofern es die Wetterlage erlaubt –, eingeladen, noch beim gemeinsamen „star-gazing“, englisch für Sternenguckerei, zu verweilen und die sternenfreundlichen Musterleuchten am Haus der Nachhaltigkeit zu begutachten. Durch den Abend führt der Leiter des Hauses, Michael Leschnig.

 Das Projekt Sternenpark Pfälzerwald wird als LEADER-Projekt im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE unter Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz (vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau) gefördert.

Veranstaltungen zum Tag der Astronomie in der Region

Wer zum Tag der Astronomie noch intensiver ins Thema einsteigen will, kann bereits nachmittags von 14 bis 17 Uhr im Urweltmuseum Geoskop, einer Außenstelle des Pfalzmuseums für Naturkunde, auf Burg Lichtenberg bei Kusel an Museumsaktionen teilnehmen. Das Rahmenthema ist hier die Atmosphäre, ohne die es kein Wetter und kein Klima geben kann. Die Spezialisten im Urweltmuseum erklären etwa, welche Himmelskörper eine Atmosphäre haben und ob es Wetter- und Klimaphänomene gibt, die fossil überliefert werden. Ebenfalls bereits nachmittags bietet die astronomische Vereinigung Vorderpfalz gemeinsam mit dem Planetarium Mannheim eine gefahrlose Sonnenbeobachtung mit Spezialteleskopen an. Die Sternwarte Zweibrücken öffnet schon am Vortag, also dem 29. März, ab Sonnenuntergang die Sternwarte für einen Beobachtungsabend und hält weitere astronomische Programmpunkte bereit.

Modellregionen von Weltrang

Ausstellung über Biosphärenreservate in Landstuhl

Die Verbandsgemeinde Landstuhl zeigt von 6. bis 29. März in ihren Räumen in der Kaiserstraße 49 eine Ausstellung über Biosphärenreservate in Deutschland. Mit Bild-, Text- und Kartenmaterial gibt die Schau Einblicke in die 17 Biosphärenreservate Deutschlands und macht in diesem  Jahr bis Ende Oktober an verschiedenen Orten im Pfälzerwald und in Mainz Station. In Landstuhl ist die Ausstellung zu den Öffnungszeiten der Verbandsgemeindeverwaltung zu sehen, also Montag bis Mittwoch von 8.30 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr, donnerstags durchgehend von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8.30 bis 12 Uhr.

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen zeichnet sich unter anderem durch seinen Burgenreichtum aus; die Burg Nanstein erhebt sich über der Stadt Landstuhl im Nordwesten des Gebiets (Foto: Hafner)

Von 3. April bis 3. Mai präsentiert das rheinland-pfälzische Umweltministerium in seinen Räumen in der Mainzer Kaiser-Friedrich-Straße 1 die Ausstellung der Öffentlichkeit. In der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt läuft sie dann von 16. Mai bis 21. Juni, bevor sie in den Sommermonaten Juli und August in der Pfalzakademie in Lambrecht zu sehen ist. Den Abschluss macht das Biosphärenhaus in Fischbach mit der Schau ab 1. September. Ende Oktober verlässt sie die Pfalz wieder.

Die Biosphärenreservate beherbergen in Deutschland einzigartige, meist vom Menschen geprägte Landschaften sowie wertvolle Ökosysteme von Südost-Rügen bis zum Berchtesgadener Land. Sie sind international repräsentative Modellregionen, deren Arbeit ein nachhaltiges Wirtschaften der Menschen fördern und ein tragfähiges Zusammenleben von Mensch und Natur ermöglichen soll.  Die deutschen Biosphärenreservate sind eingebunden in das Weltnetz der UNESCO, zu dem aktuell 686 Biosphärenreservate in 122 Ländern gehören. Von den deutschen Biosphärenreservaten sind derzeit 16 als UNESCO-Biosphärenreservate anerkannt. Der Pfälzerwald bildet gemeinsam mit den Nordvogesen das einzige grenzüberschreitende Biosphärenreservat der Bundesrepublik und eines von nur 20 bi- und trinationalen weltweit.

Bundesweit sind die Biosphärenreservate in das Netz der Nationalen Naturlandschaften eingebunden. Das sind die 16 Nationalparks, 17 Biosphärenreservate, über 100 Naturparks und ein Wildnisgebiet, die es als besonders wertvolle Landschaftsräume zu erhalten gilt. EUROPARC Deutschland ist der Dachverband der Nationalen Naturlandschaften. Die Ausstellung über die deutschen Biosphärenreservate wurde von EUROPARC Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit Biosphärenreservatsverwaltungen entwickelt.

Weitere Informationen zu den deutschen Biosphärenreservaten gibt es hier: www.nationale-naturlandschaften.de/biosphaerenreservate

Baumschnittkurs in Dahn

Projekt „LIFE Biocorridors“ will Streuobstwiesen erhalten

Zu einem Baumschnittkurs im Haus des Gastes in der Weißenburgerstraße 17  in Dahn am Samstag, 9. März 2019, von 10 bis 13 Uhr, lädt das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen ein. Die Teilnahme am Kurs ist frei, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Eigentümer von Obstbäumen oder Streuobstwiesen sind ebenso angesprochen wie alle anderen, die Interesse am Baumschnitt haben.

Nach einer kurzen Begrüßung und einer Vorstellung des EU-Projekts „LIFE Biocorridors“ durch Projekt-Koordinatorin Sabine Hoos geht es zunächst im Filmsaal des Haus des Gastes (unterer Eingang über Brücke) mit einem Vortrag zur Jungbaumpflanzung und Pflege von Altbäumen los.

Anschließend geht es ins Gelände, wo Thomas Lengert, Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung, anhand einer Baumschnittvorführung Pflanzschnitt, Pflegeschnitt sowie Erhaltungsschnitt bei Altbäumen erläutert.

Die Teilnehmer sollten festes Schuhwerk sowie warme und regenfeste Kleidung dabeihaben. Um Anmeldung im Projekt-Büro unter der Telefonnummer 06391 866-9516 beziehungsweise per E-Mail an m.asel@pfaelzerwald.bv-pfalz.de wird gebeten. Die Veranstaltungen werden gefördert von der EU und dem Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten (MUEEF) Rheinland-Pfalz.

Das Projekt „LIFE Biocorridors“ fördert den Erhalt von Streuobstwiesen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Die Infoveranstaltung zur Pflanzung und Pflege von Streuobstbäumen soll Menschen, die Verantwortung für ihr Biosphärenreservat übernehmen wollen, eine Hilfestellung beim Erhalt ihrer Streuobstwiesen leisten.

Während der Streuobstanbau im 18. Jahrhundert aufgrund behördlicher Erlasse sowohl im Pfälzerwald als auch am Haardtrand eine Hochphase erlebte, verschwinden heute viele Streuobstbestände infolge von Nutzungsaufgabe, durch Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion oder durch Bebauung in den Ortsrandlagen.

Man geht derzeit von rund 1.000 Hektar Streuobstwiesen mit rund 71.000 Einzelbäumen – davon 54 Prozent Apfelbäume, gefolgt von Kirschen, Birnen und Pflaumen – im Pfälzerwald aus. Ein Großteil der Bestände ist überaltert und teilweise in einem mittelmäßigen bis schlechten Zustand.

Wichtige Akteure im Bereich Streuobst sind die Obst- und Gartenbauvereine, Umweltverbände, Kreisverwaltungen, Biotopbetreuer und Schulen, aber auch die Gemeinden und Flächeneigentümer, die diese für Pflanzen und Tiere wichtigen Lebensräume pflegen und erhalten. Nicht zuletzt tragen die Verbraucher, die regional erzeugten Obstsaft kaufen, maßgeblich zum Erhalt dieser wertvollen Landschaftsform bei. Mehr Informationen unter www.pfaelzerwald.de/projekte/life-biocorridors.

Junge Entdecker:innen im Pfälzerwald

Junior Ranger-Camps in den Sommer- und Herbstferien

Foto: europarc

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen und Landesforsten Rheinland-Pfalz starten in die dritte Junior Ranger-Saison. Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis zwölf Jahren erleben und erforschen bei fünftägigen Camps in der Natur das Biosphärenreservat. Insgesamt neun Entdecker-Camps, sieben davon in den Sommer-, zwei in den Herbstferien, stehen den Abenteuerlustigen an unterschiedlichen Orten im Pfälzerwald zur Wahl. Sie laufen jeweils montags bis freitags, von 8 bis 17 Uhr. Bei den beiden Herbstcamps gibt es auch die Möglichkeit zu übernachten.

Im Laufe der Camp-Woche lernen die angehenden Ranger viel über das Biosphärenreservat, worum es dort eigentlich geht und welche anderen Schutzgebiete es gibt. Sie üben, sich mit Karte und Kompass zu orientieren, lernen die Tiere und Pflanzen des Pfälzerwalds kennen, erfahren Wissenswertes über eine umweltverträgliche und sozial gerechte Lebensweise, gehen auf Spiel- und Entdeckungstouren und haben Spaß am Lagerfeuer. Am Ende der Woche erhalten die Teilnehmenden ihre Urkunde als Junior Ranger. Das Projekt zielt darauf ab, Mädchen und Jungen zu Botschafterinnen und Botschaftern für ihre Heimat, das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen, zu machen, das die UNESCO als Modellregion für Nachhaltigkeit anerkannt hat.

Landesforsten bietet zwei Camps vom 1. bis 5. Juli und vom 8. bis 12. Juli im Haus der Nachhaltigkeit in Trippstadt unter Leitung von Simone Nickel. Das Camp in der zweiten Ferienwoche richtet sich an Fortgeschrittene, also Kinder, die schon Junior Ranger sind. Ebenfalls von Landesforsten wird das Camp vom 5. bis 9. August in Bad Dürkheim an der Pfälzerwaldvereins-Hütte an der Weilach mit Joachim Weirich angeboten. Vom 15. bis 19. Juli leitet Rüdiger Sinn vom Forstamt Haardt auf dem Taubensuhl kleine Entdecker an. Ebenfalls vom 15. bis 19. Juli lädt der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) Otterberg  gemeinsam mit dem Forstamt Otterberg auf den Grillplatz “Im Scheckersgraben” in Mehlbach ein, dort ist Margit Obländer-Zech die Ansprechpartnerin. Von 8. bis 12. Juli und vom 15. bis 19. Juli gibt es Camps im Benjental bei Gimmeldingen mit Natasha-Marie Ehlen vom CVJM Neustadt.

Im Herbst finden die Camps von 7. bis 11. Oktober im CVJM Waldhaus Kirschtal bei Frankenstein und am Naturerlebniszentrum Wappenschmiede in Fischbach bei Dahn statt. Im Kirschtal leitet Melanie Christmann-Koch von der Schutzgemeinschaft deutscher Wald und in Fischbach Theresa Rohrbacher vom Naturerlebniszentrum die Gruppen an. Für beide Camps gibt es auch ein Übernachtungsangebot.

Die Teilnahmegebühr für ein Camp beträgt 99 Euro. Wenn die Herbstcamps mit Übernachtung und Vollpension gebucht werden, kosten sie 199 Euro (Wappenschmiede) beziehungsweise 180  Euro (Kirschtal). Anmeldungen für die Sommer-Camps nimmt ab sofort Micaela Mayer, Bildung für nachhaltige Entwicklung im UNESCO-Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen in der Geschäftsstelle in Lambrecht, entgegen. Sie gibt auch weitere Informationen zum Projekt und ist unter der Telefonnummer 06325 9552-43 oder per E-Mail an m.mayer@pfaelzerwald.bv-pfalz.de erreichbar.

Das Projekt wird unterstützt vom Land Rheinland-Pfalz.

Modellregionen von Weltrang

Ausstellung über UNESCO-Biosphärenreservate im Pfälzerwald und in Mainz

Der Trifels im Licht der Morgensonne (Foto: juhumbert/adobe stock)

Eine Ausstellung mit Bild-, Text- und Kartenmaterial gibt Einblicke in die 17 Biosphärenreservate Deutschlands und macht in diesem  Jahr bis Ende Oktober an verschiedenen Orten im Pfälzerwald und in Mainz Station. Noch bis 3. März ist die Ausstellung im Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz zu den üblichen Winteröffnungszeiten – täglich außer am Wochenende von 10 bis 17 Uhr – bei freiem Eintritt zu sehen.

Danach, von 6. bis 29. März, zeigt die Verbandsgemeinde Landstuhl die Ausstellung in ihrem Foyer in der Kaiserstraße 49. Von 3. April bis 3. Mai präsentiert das rheinland-pfälzische Umweltministerium in seinen Räumen in der Mainzer Kaiser-Friedrich-Straße 1 die Ausstellung der Öffentlichkeit. In der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt läuft sie dann von 16. Mai bis 21. Juni, bevor sie in den Sommermonaten Juli und August in der  Pfalzakademie in Lambrecht zu sehen ist. Den Abschluss macht das Biosphärenhaus in Fischbach mit der Schau ab 1. September. Ende Oktober verlässt sie die Pfalz wieder.

Die Biosphärenreservate beherbergen in Deutschland einzigartige, meist vom Menschen geprägte Landschaften sowie wertvolle Ökosysteme von Südost-Rügen bis zum Berchtesgadener Land. Sie sind international repräsentative Modellregionen, deren Arbeit ein nachhaltiges Wirtschaften der Menschen fördern und ein tragfähiges Zusammenleben von Mensch und Natur ermöglichen soll.  Die deutschen Biosphärenreservate sind eingebunden in das Weltnetz der UNESCO, zu dem aktuell 686 Biosphärenreservate in 122 Ländern gehören. Von den deutschen Biosphärenreservaten sind derzeit 16 als UNESCO-Biosphärenreservate anerkannt. Der Pfälzerwald bildet gemeinsam mit den Nordvogesen das einzige grenzüberschreitende Biosphärenreservat der Bundesrepublik und eines von nur 20 bi- und trinationalen weltweit.

Bundesweit sind die Biosphärenreservate in das Netz der Nationalen Naturlandschaften eingebunden. Das sind die 16 Nationalparks, 17 Biosphärenreservate, über 100 Naturparks und ein Wildnisgebiet, die es als besonders wertvolle Landschaftsräume zu erhalten gilt. EUROPARC Deutschland ist der Dachverband der Nationalen Naturlandschaften. Die Ausstellung über die deutschen Biosphärenreservate wurde von EUROPARC Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit Biosphärenreservatsverwaltungen entwickelt.

Weitere Informationen zu den deutschen Biosphärenreservaten finden Sie hier: www.nationale-naturlandschaften.de/biosphaerenreservate

Schmackhaftes Biosphärenreservat

Gastronomische Partnerbetriebe bieten kulinarische Aktionen

Rund ums Lamm, ums Weiderind, um Pfälzerwald-Köstlichkeiten und ums Glanrind drehen sich die kulinarischen Aktionstage im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen. Gemeinsam mit seinen gastronomischen Partnerbetrieben lädt es dazu ein, regionale und nachhaltig erzeugte Produkte zu genießen, die mal klassisch und mal innovativ zubereitet werden. Vom 12. bis 26. April geht es los mit den Lammwochen, weiter geht es vom 14. bis 28. Juni mit den Weiderindtagen und vom 13. bis 27. September mit den Pfälzerwald-Wochen. Den herbstlichen Abschluss machen vom 18. Oktober bis 2. November die Glanrindertage.

Das verwendete Fleisch kommt von Tieren, die auf umweltschonende und tierfreundliche Art aufgezogen und gehalten werden. Die Lämmer, Weiderinder  – das sind Galloway-, Aubrac- und Heckrinder  – und Glanrinder grasen auf kräuterreichen Wiesen im Biosphärenreservat oder in umliegenden Regionen. Die Schlachtung behält soweit wie möglich das Wohl der Tiere im Blick, die Transportwege bleiben kurz. All das sorgt für eine günstige Kohlendioxid-Bilanz und garantiert Produkte von besonderer Qualität und Frische.

Weil man die Tiere im Pfälzerwald auch sehr gut als Landschaftspfleger zur Erhaltung offener Weideflächen einsetzen kann, leisten deren Haltung und Vermarktung einen wertvollen Beitrag zum Arten- und Biotopschutz sowie zur Kulturlandschaftspflege im Biosphärenreservat. Im Falle des Glandrinds unterstützen die Aktionstage zudem die Erhaltung dieser relativ seltenen, einst für unsere Region typischen heimischen Rinderrasse. Auch bei den anderen Zutaten What is Biologics Treatment for ED? wie Wildbret, Pilzen, Kastanien, Beeren und Kräutern stehen Regionalität, Nachhaltigkeit und natürlich der gute Geschmack im Zentrum.

Die kulinarischen Aktionstage werden durch das Land Rheinland-Pfalz gefördert.

Vielfalt lecker und nachhaltig

Deutsch-französische Biosphären-Bauernmärkte mit Produkten aus Pfälzerwald und Nordvogesen

Zum genüsslichen Schlemmen und gemütlichen Schlendern laden die sieben Bauernmärkte ein, die das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen im Jahr 2019 organisiert. Bei den Märkten präsentieren 40 bis 50 Erzeuger aus der Pfalz, aus Lothringen und aus dem Nordelsass ihre umweltschonend  produzierten Waren wie Schinken, Wurst, Fleisch, Kuhkäse, Ziegenkäse, Saft, Biowein und Sekt, Marmelade und Honig und vieles andere mehr. Die Biosphären-Bauernmärkte finden statt am 7. April in Landstuhl, am 28. April im elsässischen Lembach, am 5. Mai in Neustadt an der Weinstraße, am 18. August in Sippersfeld, am 8. September in Wissembourg, am 29. September in Grünstadt und am 20. Oktober in Kirrweiler.

In Landstuhl, Neustadt und Grünstadt ist gleichzeitig verkaufsoffener Sonntag. Alle Orte sind auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen; die Märkte finden im Zentrum der Orte statt, so dass sie vom jeweiligen Bahnhof oder von der jeweiligen Bushaltestelle gut zu Fuß erreichbar sind.

Ziel der deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkte ist es, die Landwirtschaft in der Region zu stärken und bei Einheimischen wie Gästen für den Kauf von umweltschonend erzeugten Produkten zu werben. Denn so können die Verbraucherinnen und Verbraucher direkt dazu beitragen, dass die einzigartige Kulturlandschaft des Biosphärenreservats erhalten bleibt und keine langen Transportwege entstehen.

Die Biosphären-Bauernmärkte werden unterstützt durch das Land Rheinland-Pfalz.