Naturerlebnis mit den Biosphären-Guides Geführte Touren im April

Die Biosphären-Guides kennen den Pfälzerwald wie ihre Westentaschen. Ihre Wanderungen führen nicht nur zu den schönsten Orten, sondern liefern auch jede Menge spannende Informationen! Im April verzaubern die Touren zudem durch die frühlingshafte Stimmung!
Für alle Termine ist eine vorherige Anmeldung erforderlich, außerdem feste Schuhe und wetterfeste Kleidung.

Am Samstag, 25. April, lautet das Motto: „Rekordverdächtig! – Von Mistkäferathleten, Baumgiganten und Pilzriesen, Moosurwelten und Ameisenlöwen“. Biosphären-Guide Gerlinde Pfirrmann gibt Einblick in die faszinierenden Fähigkeiten und Leistungen der Fauna und Flora im Pfälzerwald! Die Wanderung startet um 11 Uhr am Parkplatz an der B427
in Vorderweidenthal. Anmeldung bis zum 22. April per Mail an anmeldung@pfaelzerwald.bv-pfalz.de, die Teilnahme kostet 15 Euro pro Person.

Biosphären-Guide Andrea Frech begibt sich am Samstag, 25. April, von 13 bis 16 Uhr auf die Spuren von Max Slevogt: Entlang des Waldrandes über den Slevogthof und die Burgruine Neukastel zeigt sie Motive des bekannten Künstlers. Die Kosten liegen bei 15 Euro pro Person. Anmeldungen sind bis zum 22. April per Mail an a_frech_69@yahoo.de oder telefonisch unter 0174-2986705 möglich. Treffpunkt ist in der Slevogtstraße 35 in Leinsweiler.

Zu einem achtsamen Waldspaziergang lädt Biosphären-Guide Britta Kollmann am Samstag, 25. April, von 14 bis 15.30 Uhr ein. Die Tour startet auf dem rechten Parkplatz beim Friedensdenkmal in Edenkoben. Dann geht es gemeinsam auf zu einem Naturerlebnis mit Rasten, Entspannen und dem Aktivieren einzelner Sinne!Die Teilnahme kostet 15 Euro pro Person. Anmeldung bis zum 20. April per Mail an info@waldbaden-südpfalz.de oder telefonisch unter 0157-38362162.

Um „Shinrin Yoku“, die Kunst des Waldbadens, geht es am Sonntag, 26. April mit Biosphären-Guide Britta Kollmann. Die Tour startet um 14 Uhr auf dem rechten Parkplatz beim Friedensdenkmal in Edenkoben. Die Teilnahme kostet 30 Euro pro Person. Anmeldung bis zum 20. April per Mail an info@waldbaden-südpfalz.de oder telefonisch unter 0157-38362162.

Unter dem Titel „Wo Mönche und Soldaten, Wasser und Wildtiere im Pfälzerwald für Unruhe gesorgt haben“ führt Biosphären-Guide Gesa Boltze am Sonntag, 26. April, von 10 bis 14.30 Uhr durch das deutsch-französische Grenzgebiet im Oberen Mundatwald. Im Unkostenbeitrag von 25 Euro pro Person ist ein kleiner Snack enthalten. Anmeldung bis zum 22. April per Mail an gesa@boltze.me.

Weitere Termine und Informationen online unter www.pfaelzerwald.de

Biosphären-Guides im Pfälzerwald und an der Weinstraße
Über 40 Personen, die alle bereits Natur- und Landschaftsführer für verschiedene Gebiete des Pfälzerwalds waren, haben sich in Form von Lerneinheiten und Exkursionen noch intensiver mit den Landschafts- und Naturräumen sowie mit der Funktion des Biosphärenreservats als Modellregion der UNESCO für nachhaltige Entwicklung beschäftigt und sich als Biosphären-Guide qualifiziert.

Die Biosphären-Guides bieten kenntnisreiche und kurzweilige Führungen an und helfen so, dem Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen Gesicht und Stimme zu geben. Sie bringen Gästen wie Einheimischen dessen Schönheit, Einzigartigkeit und Vielfalt näher und vermitteln gleichzeitig Zielsetzung und Auftrag des Schutzgebiets. Die Ausbildung wurde vom Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen in Zusammenarbeit mit Landesforsten Rheinland-Pfalz und der Regioakademie angeboten. Die Qualifizierung wurde durch das Land Rheinland-Pfalz unterstützt.

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Die Biosphären-Guides laden dazu ein, die Natur aus einer neuen Perspektive zu erleben. Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen

Biosphärenreservat zum Mitmachen Schafsaktionstag und „Cinéma débat“ in der Biosphärenakademie in Lambrecht

Der Pfälzerwald ist wegen seiner einzigartigen Landschaft weit über seine Grenzen hinaus bekannt und beliebt. Wie lässt sich dieser kostbare Naturraum schützen? Damit beschäftigt sich das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen und lädt zum Mitmachen und zum Austausch ein: Im April stehen ein Schafsaktionstag und ein Kinoabend nach französischem Vorbild unter dem Motto „Cinéma débat“ auf dem Programm. Beide Angebote sind kostenfrei!

Echt Schaf! – Kostenloser Aktionstag rund um die flauschigen Rasenmäher
Am Sonntag, 12. April, dreht sich zwischen 10 und 16 Uhr in der Biosphärenakademie in Lambrecht alles um Schafe. Die Tiere werden häufig zur Landschaftspflege im Biosphärenreservat eingesetzt wie etwa bei dem chance.natur-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“. Ohne weidende Schafe wachsen offene Wiesentäler zu, wodurch nicht nur das Landschaftsbild, sondern auch die natürliche Artenvielfalt verarmt. Gleichzeitig liefern Schafe mit ihrer Wolle einen wertvollen Rohstoff, aus dem beispielsweise hochwirksame Dämmstoffe hergestellt werden. Beim Aktionstag „Echt Schaf!“ gibt es neben anschaulichen Informationen für die ganze Familie Bastelangebote für Kinder und eine kleine Herde mit echten Schafen! Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Kinoabend „Klimawandel im Südwesten“
Wie wirkt sich der Klimawandel aus und was können wir tun, um diese Veränderungen zu beeinflussen? Die Biosphärenakademie lädt am Donnerstag, 16. April, um 18 Uhr zu einem kostenlosen Filmabend ein. Gezeigt wird die zweiteilige SWR-Produktion „Klimawandel im Südwesten“. Die Biologin Astrid Schamber vom Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen eröffnet den Abend mit einer kurzen Einführung zu aktuellen Entwicklungen aus dem Pfälzerwald. Im Anschluss an die Filmvorführung besteht die Möglichkeit zum gemeinsamen Austausch und zur Diskussion. Der Abend findet im Rahmen des Interreg-Projekts „Horizont Climatic“ statt, das eine systematische fotografische Dokumentation des Klimawandels in der Region erstellt.
Die insgesamt elf beteiligten Projektpartner aus Frankreich, Belgien, Luxemburg und Deutschland – darunter das Biosphärenreservat Pfälzerwald – regen dazu an, die eigenen Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten zu erkennen und aktiv anzugehen. Um Anmeldung wird bis zum 14. April per Mail gebeten an anmeldung@pfaelzerwald.bv-pfalz.de.

Weitere Informationen zum Veranstaltungsprogramm und Hintergründen unter www.pfaelzerwald.de

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Die Biologin Astrid Schamber ist am 16. April zu Gast in der Biosphärenakademie. Sie ist Referentin im Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen. Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen/frei

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Ein Griff in dicke Wolle: Gefühlserlebnis beim Schafsaktionstag am 12. April. Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen/Eva Hartmann

Internationales Jahr der Weiden und Hirten / Jahrespressekonferenz im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen

Weidelandschaften und Hirtentum haben für die globale Entwicklung der Umwelt einen unschätzbaren Wert. Um diesen Umstand stärker ins Bewusstsein von Öffentlichkeit und Politik zu rücken, riefen die Vereinten Nationen auf Vorschlag der Mongolei das Jahr 2026 zum International Year of Rangelands and Pastoralists (IYRP) aus.

Inwiefern dieses globale Thema vor Ort im Pfälzerwald von Bedeutung ist, das erklärte die Direktorin des Biosphärenreservats, Dr. Friedericke Stakelbeck, zusammen mit ihrem Team auf einer Schafweide in Erlenbach bei Dahn. „Weidelandschaften und Beweidung sind mit Blick auf Umweltschutz und Zukunftsgestaltung auch in unserer Region wichtige Faktoren“, sagte Stakelbeck. „Weidetiere wie Schafe, Ziegen oder Rinder erhalten die artenreichsten Lebensräume: Offene Flächen wie Wiesen und Weiden! Sie sind Heimat für seltene, teilweise stark gefährdete Vögel, Schmetterlinge, Insekten und Orchideen – um nur einige Beispiele zu nennen. Wenn wir zum Schutz der Biodiversität beitragen möchten und eine nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen fördern wollen, spielen Beweidungsprojekte eine wichtige Rolle.“ Die Jahrhunderte lange Bewirtschaftung der Landschaft durch Berufe wie die Wanderschäferei schuf im Biosphärenreservat Pfälzerwald eine einzigartige Kulturlandschaft. Der Wechsel zwischen dichten Mischwäldern, weiten Wiesen und mächtigen Felsformationen ist nicht nur für Tiere und Pflanzen ein wichtiger Lebensraum, sondern auch Heimat und Lebensgrundlage für Menschen sowie ein Ort der Erholung und Regeneration.

Um diesen Lebensraum langfristig zu erhalten, engagiert sich das Biosphärenreservat stark für die Interessen von Schäfern und Schäferinnen aber auch anderer Beweider und Beweiderinnen. Dabei spielt sowohl die Unterstützung von nachhaltig wirtschaftenden Betrieben eine Rolle wie auch der Schutz des Lebensraums für Menschen und Tiere. In der Umsetzung geschieht das in unterschiedlichen Projekten und Maßnahmen, die die ganze Bandbreite dieser vielschichtigen Thematik berücksichtigen und so perfekt ineinandergreifen können. Aktuell setzt das Biosphären-Team – stets unter Einbeziehung der Öffentlichkeit – folgende Projekte in Bezug auf Artenschutz und Weidelandschaft um:

  • Das chance.natur-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“, mit dem Ziel, durch extensive Beweidung oder mithilfe ziehender Herden artenreiche Offenlandbereiche wieder herzustellen und zu erhalten.
  • Ein wissenschaftliches Forschungsprojekt zum Vorkommen von Pflanzen- und Vogelarten auf der Waldweide am Beispiel der Flächen in St. Martin.
  • Die Streuostweise als schützenswerter Raum und Ressource für nachhaltige Produkte.
  • Die Dokumentation von landschaftlichen Veränderungen im internationalen Verbund des Interreg-Projekts „Horizont Climatic“
  • Kulinarische Aktionswochen im Rahmen der Biosphären-Partnerinitiative, die den Konsum regionaler Produkte wie Fleisch heimischer Weidetiere fördert.

Das Biosphärenreservat lädt als impulsgebende Einrichtung alle Menschen dazu ein, sich zu beteiligen, um die Gegenwart und die Zukunft mitzugestalten, sich aktiv einzubringen oder auch entspannt zu genießen. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen bietet zahlreiche Gelegenheiten dazu!

Mehr dazu unter www.pfaelzerwald.de

Die Pressemappe mit vertiefenden Texten und Bildmaterial finden Sie im Pressebereich unserer Homepage unter www.pfaelzerwald.de/presse/

Soziale Arbeit trifft nachhaltiges Handwerk

Inklusionsbetrieb Adrete erhält Zertifikat als Biosphären-Partnerbetrieb

Die Adrete gGmbH in Merzalben ist ein gemeinnütziges Unternehmen, das sich für die berufliche Inklusion von Menschen mit Behinderungen einsetzt. Roger Stadler und Jochen Weber bieten in ihrer Werkstatt aktuell sechs Beschäftigten eine Arbeitsstelle in den Bereichen Holzverarbeitung, Montage und Verpackung. „Wir befinden uns noch im Aufbau“ sagt Jochen Weber „Langfristig können zwölf Personen hier eine Stelle finden.“ Zudem sind im Betrieb drei Angestellte tätig, die sich um interne Organisation und Aufläufe kümmern. „Damit haben wir einen außerordentlich guten Betreuungsschlüssen, der es uns ermöglich individuell auf die Eignung der Beschäftigten einzugehen,“ erklärt Weber. Seit dem Jahr 2023 hat Adrete die Zulassung als anerkannter „Anderer Leistungsanbieter gemäß § 60 SGB IX. im Bereich Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM)“. Was kompliziert klingt, ist eigentlich ganz einfach, so Roger Stadler: „Das bedeutet, dass wir Menschen mit Behinderung einen alternativen Arbeitsplatz und soziale Teilhabe anbieten können. Durch einen offenen Austausch stärken wir das Gemeinschaftsgefühl und verbinden Bildung, Selbstbestimmtheit und berufliche Förderung.“

Im konkreten Arbeitsalltag sieht das so aus, dass jeder Tag mit einem gemeinsamen Frühstück beginnt. „Dabei besprechen wir, was es an diesem Tag zu tun gibt und wer welche Tätigkeit übernimmt,“ sagt Stadler während er durch den Werkstattraum führt. Hier entstehen Wildbienenhotels, modulare Vogelhäuschen, die sich durch den Austausch eines einzigen Elements in eine Futterstation verwandeln lassen oder individualisierte Schlüsselanhänger. Das verarbeitete Holz stammt aus nachhaltigem, regionalem Anbau. „Um langfristig erfolgreich zu sein, legen wir Wert auf einen bewussten Umgang mit Ressourcen. So können wir ökologisch und ökonomisch verantwortlich agieren und nachhaltiges Handwerk anbieten“, erklärt Stadler. Als Partnerbetrieb im Biosphärennetzwerk will er diesen Aspekt des Unternehmens unterstreichen. Die nachhaltige Produktpalette sei jederzeit erweiterbar, betont er. Sie richtet sich nach den Wünschen der Kundinnen und Kunden. Dabei seien sowohl Einzelanfertigungen wie Kleinserien möglich.

Wer das Unternehmen kennenlernen möchte, kann in Merzalben direkt in der Werkstatt einkaufen oder Bestellungen aufgeben. Wer einen inklusiven Arbeitsplatz sucht, kann einen Schnuppertag buchen, um die Arbeitsweise und das Miteinander im Betrieb kennenzulernen. Detaillierte Informationen zu Terminvereinbarungen, Leitbild und Produkten gibt es unter www.adrete.de

Die Partnerbetriebe des Biosphärenreservats werden bundesweit nach einheitlichen Qualitäts- und Umweltstandards zertifiziert. Sie verbindet das gemeinsame Anliegen, sich für eine nachhaltige Entwicklung in ihrer Region zu engagieren. Bisher haben sich rund 70 Betriebe aus unterschiedlichen Branchen dem Netzwerk angeschlossen. Wer Wert auf nachhaltige Produkte oder Dienstleistungen legt, findet einen Überblick der Biosphären-Partnerbetriebe online unter www.pfaelzerwald.de/partner-biosphaerenreservat.

Das Partnernetzwerk wird über das Land Rheinland-Pfalz unterstützt.

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Biosphärenreservats-Direktorin Dr. Friedericke Stakelbeck (2.v.l.) überreicht das Partnerschild an das Team von Adrete in Merzalben. Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen/Franziska Keller

Ein Heim für alte Nutztierrassen Arche-Hof schließt sich Biosphären-Partnernetzwerk an

Im Arche-Hof am Rosenberg leben vom Aussterben bedrohte Nutztier-Rassen. Brillenschafe, Tauernschecken-Ziegen, Glan-Rinder und Sundheimer-Hühner haben hier ein Zuhause. Gleichzeitig setzt sich der Arche-Hof für den Schutz der Kulturlandschaft ein, die in Waldfischbach-Burgalben durch Wiesen und Weiden geprägt ist. „Unsere Tiere leisten einen wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege: Sie schützen die offenen und artenreichen Flächen davor, von Hecken und Gebüsch überwuchert zu werden,“ erklärt Irene Schwarz von der franziskanischen Gemeinschaft „Schöpfung bewahren“. Die kleine Gruppe bewirtschaftet den Hof zusammen mit Jürgen Edrich aus Hermersberg. „Ein weiterer Schwerpunkt für uns ist die Naturpädagogik. Wir fördern die Interaktionen mit Tieren – zum Beispiel für Menschen mit Beeinträchtigungen oder bei tiergestützten Interventionen durch Therapeuten. Außerdem gehören Spaziergänge mit Ziegen und Ziegenführerscheine für Kinder zu unseren Angeboten“, führt Irene Schwarz aus. Der Arche-Hof ist ein von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) anerkanntes Projekt.

Aufgrund seines umfassenden Engagements hat sich der Arche-Hof nun auch als Partner-Betrieb des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen zertifiziert. Damit gehört er zu einem Netzwerk aus rund 70 Betrieben verschiedenster Branchen, die sich vor allem hinsichtlich Nachhaltigkeit und Qualität sowie Regionalität der Produkte und Dienstleistungen auszeichnen. Biosphärenreservats-Direktorin, Dr. Friedericke Stakelbeck, überreichte das offizielle Partnerschild vor Ort in Waldfischbach-Burgalben. Irene Schwarz erhofft sich von der künftigen Zusammenarbeit im Netzwerk Synergie-Effekte: „Unser Hof liegt mitten im Biosphärenreservat. Da war es naheliegend uns als Partner zu bewerben, um künftig noch breiter über die Arche-Projekte zu informieren und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.“

Besucherinnen und Besuchern steht der Arche-Hof offen – Termine können unter der Telefon-Nummer 0172 6 42 85 51 vereinbart werden. Außerdem sind Vertreterinnen und Vertreter des Hofs auf regionalen Märkten anzutreffen. Mit dem Verkauf von Filzartikeln und Düngepellets aus Brillenschafwolle trägt die Gruppe zum Unterhalt der Einrichtung bei. „Gewinn will und kann hier niemand erzielen, die Helferinnen und Helfer arbeiten alle ehrenamtlich“, betont Irene Schwarz.

Weitere Infos zum Arche-Hof unter www.brillenschafe.beepworld.de. Hintergründe zum Partnernetzwerk und zum Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen unter www.pfaelzerwald.de

Das Partnernetzwerk wird durch das Land Rheinland-Pfalz unterstützt.

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Biosphärenreservats-Direktorin Dr. Friedericke Stakelbeck (r.) überreicht das Partnerschild an Irene und Karlheinz Schwarz auf dem Arche-Hof in Waldfischbach-Burgalben. Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen/Franziska Keller

Auf in den Frühling! Kreative Workshops zum Saisonstart in der Biosphären-Akademie – Termine im März

Ob Vogelkonzert, Miniatur-Gewässer oder Outdoor-Abenteuer – in der Biosphären-Akademie in Lambrecht gibt es viel zu Entdecken und Auszuprobieren. Naturerlebnis und Nachhaltig gehen hier Hand in Hand! Der Biosphären-Kalender unter www.pfaelzerwald.de/termine zeigt alle Termine und Informationen im Überblick. Anmeldungen sind per Mail an anmeldung@pfaelzerwald.bv-pfalz.de erbeten.

Mini-Teiche für Balkon und Garten
Samstag, 28. März, 14-17 Uhr
Es muss nicht immer ein Gartenteich sein! In Zusammenarbeit mit dem NABU Neustadt/ Weinstraße zeigt der Kurs in der Biosphären-Akademie wie aus einem einfachen Bau-Eimer ein schöner und nützlicher Miniteich entsteht. Dieses Kleingewässer für Balkon oder Garten liefert Vögeln und Insekten Wasser, um im Sommer zu überleben. Das Angebot richtet sich an Erwachsene. Anmeldeschluss ist am 22. März.

Vogelstimmen-Spaziergang
Sonntag, 29. März, 7-10 Uhr
In Zusammenarbeit mit dem NABU Neustadt/Weinstraße lädt die Biosphären-Akademie Familien mit Kindern ab zehn Jahren und Erwachsene zu einer Expedition unter dem Titel „Vögel im Garten und auf der Streuobstwiese“ ein. Neben Informationen zu heimischen Vogelarten erhalten die Teilnehmenden Tipps, wie Sie Wildvögel im eigenen Garten unterstützen können. Anmeldeschluss ist der 23. März.

Feuer machen – ohne Streichhölzer
Sonntag, 29. März, 14-17 Uhr
Mit modernen Hilfsmitteln, wie Feuerzeugen oder Streichhölzern ist ein Feuer schnell in Gang gebracht. Aber wie haben das die Menschen früher gemacht? Familien mit Kindern ab sechs Jahren und Erwachsene sind dazu eingeladen, sich mit Feuerstein, Feuerstahl und „Feuerbohrer“ auszuprobieren – in Vorbereitung auf das nächste Outdoor-Event ohne Feuerzeug. Anmeldeschluss ist der 23. März.

Weitere Informationen zu Kosten und Programm auf der Website des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen unter https://www.pfaelzerwald.de/termine/kategorie/biosphaerenakademie/
oder telefonisch unter der Nummer 06325 9552-45.

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Die Biosphärenakademie zeigt, wie man Feuer ohne moderne Hilfsmittel entfacht.
Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen/Uli Diehl

Genuss aus der Region

Kulinarische Wochen bei den Biosphären-Partnerbetrieben

Die kulinarischen Wochen im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen rücken Spezialitäten in den Mittelpunkt, die aus regionalen Produkten frisch zubereitet werden. Damit stehen sie ebenso für besonderen Genuss wie für Nachhaltigkeit. Traditionell starten die kulinarischen Wochen in der Osterzeit. Vom 27. März bis 12. April bieten sechs ausgewählte Restaurants aus dem Partnernetzwerk Lammgerichte in verschiedenen Variationen an. Mit dabei sind das Restaurant Seehaus Forelle am Eiswoog bei Ramsen, der Pfälzer Hof in Edenkoben, das Restaurant 7 Raben im Jägerthal bei Bad Dürkheim, das Hotel-Restaurant Fröhlich in Kaiserslautern, das Restaurant Ritterhof zur Rose in Burrweiler und das Gasthaus Müllers Lust in Hofstätten.

Das Lammfleisch stammt von Schäfereibetrieben aus der Region. Eine umweltschonende Aufzucht der Lämmer auf kräuterreichen Wiesen im Pfälzerwald sowie kurze Transportwege und eine Schlachtung, die das Wohl der Tiere im Blick behält, garantieren ein Fleisch von besonderer Qualität und Frische, das sich durch eine günstige Kohlendioxid-Bilanz auszeichnet.

Die Schäferinnen und Schäfer beweiden mit ihren Herden Talwiesen und offene Flächen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz und Erhalt der Kulturlandschaft im Biosphärenreservat. Hier schließt sich der Kreis zum chance.natur-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“, dessen Ziel es ist, mithilfe ziehender Herden Offenlandbereiche, in denen viele teilweise stark gefährdete Tier- und Pflanzenarten eine Heimat haben, zu erhalten.

Weitere kulinarische Aktionen

Rund um das Fleisch von Weiderindern wie Galloway-, Heck- oder Glanrindern sowie um weitere Produkte aus dem Pfälzerwald wie Wild, Kräuter und Beeren drehen sich die kulinarischen Aktionswochen im Juni, im September und im Oktober. Auch hier arbeitet das Biosphären-Team mit gastronomischen Partnerbetrieben des Biosphärenreservats zusammen.

Koordiniert werden die kulinarischen Wochen durch die Geschäftsstelle des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen in Lambrecht. Diese Aktion wird vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz finanziell unterstützt.

Alle Infos zu den kulinarischen Aktionswochen des Biosphärenreservats Pfälzerwald unter www.pfaelzerwald.de/termine oder www.pfaelzerwald.de/kulinarische-aktionstage/

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Tragen wesentlich zum Erhalt der Kulturlandschaft und zum Naturschutz im Biosphärenreservat Pfälzerwald bei: weidende Schafherden. Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen/Foto: Norman Krauß

Biosphären-Bauernmarkt in Kaiserslautern Regionale Produkte aus dem Pfälzerwald und den Nordvogesen

Mit seinen vielfältigen Ständen und seiner besonderen Atmosphäre lockt der deutsch-französische Biosphären-Bauernmarkt am Sonntag, 22. März zum Schlemmen und Genießen nach Kaiserslautern ein. Von 11 bis 18 Uhr bietet sich allen Gästen auf dem Schillerplatz die Gelegenheit die Einkaufstaschen mit umweltschonend produzierten Waren aus der Region zu füllen. Die Palette reicht von Käse und Wurstwaren über Fisch, Gemüse und Liköre bis hin zu Seifen, Kräutern, Honig, Konfitüren, Blumen, Geschenkartikel, Korb- bzw. Besenwaren. Ergänzend bieten ein Winzer und ein Bierbrauer Getränke zum Direktverzehr an.

Parallel zum Marktgeschehen ist am ganzen Wochenende in der Lautrer Innenstadt viel geboten. Mit „Lautern blüht auf“ steht traditionell das erste Fest der Saison auf dem Programm. Die Werbegemeinschaft „Kaiser in Lautern“ e.V. hat in Zusammenarbeit mit dem Citymanagement ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt, mit dem Kaiserslautern den Start in den Frühling und ins Jubiläumsjahr einläutet. Guggemusikgruppen, Händler, Kunsthandwerker, ein Oldtimer-Forum und eine Autoschau runden die Veranstaltung ab. Weitere Infos unter www.750kl.de

Kaiserslautern ist sehr gut mit Bus und Bahn erreichbar. Ein Parkleitsystem leitet die mit PKW anreisenden Gäste zu Parkplätzen im und um den Veranstaltungsort. Zudem sind Fahrradparkplätze ausgeschildert.

Ziel der deutsch-französischen Initiative des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen ist es, die Landwirtschaft in der Region zu stärken und bei Einheimischen wie Gästen für den Kauf von umweltschonend erzeugten Produkten zu werben. So werden lange Transportwege vermieden und die Verbraucherinnen und Verbraucher können direkt zum Schutz der einzigartigen Kulturlandschaft im Biosphärenreservat beitragen.

Weitere Informationen unter www.pfaelzerwald.de/bauernmaerkte. Die Biosphären-Bauernmärkte werden unterstützt durch das Land Rheinland-Pfalz.

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Auch das Biosphärenreservat ist mit einem Info-Stand auf dem Schillerplatz in Kaiserslautern vertreten. (Foto: Biosphärenreservat/Franziska Keller)

Gemeinsam anpacken in der Natur – Programm für junge Menschen ab 12 Jahren

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen lädt zu Beginn des Jahres zu gleich drei spannenden Veranstaltungen für junge, naturbegeisterte Menschen ab etwa 12 Jahren ein. Das sogenannte Volunteer-Ranger-Programm verbindet praktisches Engagement, Wissen und gemeinsames Anpacken in der Natur.

Mission Schwalbennest – Kurs für Jugendliche

Am Mittwoch, 4. Februar, zeigt Schwalben-Experte Bernard Wentz Jugendlichen ab 12 Jahren wie man Schwalbennester aus Lehm baut. Der Kurs beginnt um 16 Uhr und dauert bis 18.30 Uhr. Die Nester können später zu Hause aufgehängt werden. So entsteht neuer Lebensraum für bedrohte Vogelarten. Die Veranstaltung findet in der Biosphärenakademie in Lambrecht statt und ist kostenfrei. Anmeldungen bis zum 2. Februar per Mail an anmeldung@pfaelzerwald.bv-pfalz.de.

Volunteer-Ranger-Einsatz in den Osterferien: Den Wald der Zukunft pflanzen

Am Dienstag, 31. März, können sich Kinder und Jugendliche von 9 bis 16 Uhr am Haus der Nachhaltigkeit in Trippstadt aktiv am Waldumbau beteiligen: Gemeinsam pflanzen sie Eiben, eine selten gewordene, heimische Baumart, und sichern sie vor Wildverbiss. Neben der praktischen Arbeit erfahren die Kids, warum Artenvielfalt für einen klimastabilen Wald wichtig ist und wie sich Wälder in Zukunft entwickeln sollen.

Die Teilnahme kostet 15 € pro Person. Neben Verpflegung für den Tag sind wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk erforderlich.

Anmeldung ab zehn Jahren per Mail an hdn@wald-rlp.de.

Hilfe Outdoor – Fit für echte Abenteuer

Was tun bei einem Unfall mitten im Wald – ohne Handyempfang und fernab von Hilfe? Das vermittelt ein Outdoor-Erste-Hilfe-Kurs des Deutschen Roten Kreuzes

am Donnerstag, 9. April, von 9 bis 16 Uhr in Lambrecht. Treffpunkt ist an der Biosphärenakademie. Unter freiem Himmel lernen Jugendliche ab 12 Jahren mit einfachen Mitteln zu helfen, Notsignale zu geben, Verletzte zu transportieren und sich bei Wetterumschwüngen zu schützen.

Die Teilnahme kostet 10 € pro Person. Anmeldungen bis zum 1. April per Mail an anmeldung@pfaelzerwald.bv-pfalz.de.

Neben festem Schuhwerk und Outdoor-Kleidung sind ein eigenes Mittagessen und Getränke mitzubringen.

Weitere Informationen zum Volunteer-Ranger-Programm online unter https://www.pfaelzerwald.de/volunteer-ranger-im-pfaelzerwald/

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Volunteer-Ranger engagieren sich im Pfälzerwald. Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen/Anna Knoth

Neue Hirtenwege im Pfälzerwald Interview mit Projektleiter Helmut Schuler: Bilanz zum Jahreswechsel

Extensiv genutzte Wiesen und Weiden zählen zu den artenreichsten Lebensräumen im UNESCO Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen. Doch überall wo die Landschaftspflege durch Weidetiere langfristig fehlt, wird die typische Flora und Fauna unweigerlich von dichtem Buschwerk verdrängt und ihr Lebensraum geht verloren. Ihn zu schützen ist Ziel des Projekts „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“. Vor dem Hintergrund des dramatischen Artenverlustes in Deutschland kommt dem Vorhaben eine entscheidende Bedeutung zu. Aufgrund seines Vorbildcharakters wird das Projekt von Bund, Land und Bezirksverband Pfalz mit insgesamt rund 11,5 Millionen Euro finanziert. Das Fördergebiet umfasst rund 8.300 Hektar und ist Teil des Programms „chance.natur–Bundesförderung Naturschutz“.

Bereits 2017 ging das Projekt mit der Konzeptentwicklung an den Start. Die Umsetzungsphase, kurz Projekt II, begann im Frühjahr 2024. Der gesamte Prozess von der Planung bis zur Umsetzung nimmt über zehn Jahre in Anspruch, für das Projektteam gilt es auf dem Weg zahlreiche Aufgaben zu bewältigen.

 Wenn Sie auf das Jahr 2025 zurückschauen: Was war der größte Erfolg im Hirtenwegeprojekt? Was war die größte Herausforderung?

Wir sind sehr froh, dass wir mit unserem engagierten Team an verschiedenen Standorten im Pfälzerwald und am Haardtrand, wie beispielsweise am Haardter Schloss bei Neustadt oder in Leinsweiler, unterschiedliche Naturschutzmaßnahmen umsetzen können. Das bedeutet in einem ersten Schritt, dass wir stark überwachsene Flächen überhaupt erst für die Weidetiere wie z.B. Schafe zugänglich gemacht haben. Dabei kommen häufig Spezialmaschinen zum Einsatz, die besonders boden- und humusschonend arbeiten. In Hanglagen übernehmen oft Ziegen diese sogenannten „Erstentbuschungsmaßnahmen“.

Die größte Herausforderung ist für uns die Sicherung der Maßnahmenflächen. Der Ankauf oder die langfristige Pacht von künftigem Weideland ist Voraussetzung für eine Förderung der Maßnahmen. Die Pfalz ist als Realerbteilungsgebiet historisch bedingt stark durch die kleinteilige Besitzzerstückelung der Flächen geprägt. Daher gestaltet sich die Flächensicherung für uns als echte Herkulesaufgabe. Wir müssen mit hunderten von Parzelleneigentümern Kontakt aufnehmen und viel Überzeugungsarbeit leisten, um hektargroße Weideflächen zusammenhängend im Projekt nutzen zu können.

Wanderschäfer, die zusammen mit ihren Tieren in der Natur übernachten und über weite Strecken unterwegs sind gibt es heute praktisch nicht mehr. Wie sieht der Beruf des Schäfers heute aus?

Das Ziehen mit den Herden über weitere Strecken wie es zum Teil bis in die jüngste Vergangenheit noch üblich war, ist deutlich zurückgegangen. Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen von der Zerschneidung der Landschaft durch Verkehrswege, dem Verlust von Zugwegen durch konkurrierende Nutzer bis zu Akzeptanzproblemen durch Bewohner und Besucher der Region. Bei der Herde zu übernachten, wie dies früher noch üblich war, ist für die meisten Schäfer heute nicht mehr zeitgemäß. Werden die Schafe traditionell gehütet, bedeutet dies ein Leben mit der Herde die ganze Woche über und bei jedem Wetter, was für viele Tierhalter zu beschwerlich ist. Heute übernachten die meisten Schäfer zu Hause und koppeln die Tiere auf Nachtweiden mit mobilen Zäunen. Die Zugwege großer Herden, die zu Projektbeginn noch von der Rheinebene bis in den Wasgau verliefen, haben sich bei den meisten Betrieben deutlich verkürzt. Das bedeutet für unser Projekt, dass wir die Schäfer auf den noch bestehenden Zugwegen durch vielfältige Maßnahmen unterstützen zum Beispiel indem wir Weideflächen sichern oder mobile Zäune bereitstellen.

Überall dort, wo es keine Reaktivierung dieser historischen Nutzungsform gibt, greifen wir auf extensive Beweidungsformen mit Schafen oder Robustrindern zurück.

Auch die Mahdnutzung in Form von wenigen, zeitlich dem Standort und der Vegetation angepassten Pflegeschnitten pro Jahr, spielt beim Schutz von Wiesen und Weiden als Lebensraum eine wichtige Rolle, denn das völlige Ausbleiben von Pflegeschnitten führt mit der Zeit ebenfalls zu einer Reduzierung des Blüten- und des Artenreichtums. Das Mähgut ist nicht zuletzt ein wichtiges Winterfutter für alle Weidetiere.

Sind Ziegen, Rinder und andere Weidetiere ein adäquater Ersatz für Schafe?

Der gezielte Einsatz des spezifischen Weideverhaltens ist der Schlüssel: Ziegen verbeißen Büsche und Sträucher und sind deshalb zur Erstpflege von Flächen bestens geeignet. Rinder und Schafe sind eher Grasfresser und werden vor allem dort eingesetzt, wo Flächen bereits für die Beweidung vorbereitet sind und dauerhaft offengehalten werden sollen. Weidende Rinder können aufgrund ihrer Vorliebe für Gräser in den offenzuhaltenden Grünlandbeständen dazu beitragen, wertvolle Kräuter zu fördern. Ihr Einsatz ist jedoch eher den weniger steilen Lagen vorbehalten. Ziegen und Schafe eignen sich als Leichtgewichte besonders für Steilhänge oder terrassierte Lagen.

Welche Flächen wurde durch Beweidung bereits als Offenland zurückgewonnen und wann kann man mit der Neuansiedlung von Fauna und Flora rechnen?

Wir haben bereits an verschiedenen Standorten Beweidungsmaßnahmen durchgeführt, beispielsweise unterhalb des Slevogthofes bei Leinsweiler oder am Haardter Schloss. Maschinelle Auflichtungen wurden bei Weyher oder in Gräfenhausen am Wingertsberg durchgeführt. Hier konnten wir einen ortsansässigen Schäfer gewinnen, der auf unseren Flächen nun sukzessive Flächen beweidet.

Die Neuansiedlung von Flora und Flora hängt von vielen Faktoren ab. Beispielsweise ist die Entwicklung von artenreichem Grünland auf bisherigen Waldstandorten in der Regel ein längerer Prozess als auf Flächen, die zum Teil noch mit Gräsern und Kräutern bewachsen waren. Auf solchen Standorten ist noch mit einem Samenpotential im Boden zu rechnen, das zügig wieder aktiviert werden kann.

Was sind die Projektziele für 2026?

Für 2026 möchten wir noch weitere Flächen für extensive Beweidungs- und Mahd-Maßnahmen erschließen und bestehende Beweidungen ausweiten. Zudem soll das Naturschutzgroßprojekt mit einer Wanderausstellung, die durch das Projektgebiet zieht, in der Region noch bekannter gemacht werden. Durch diese Kommunikationsarbeit möchten wir die Besucherinnen und Bewohner*innen des Biosphärenreservats noch stärker für das Projekt begeistern, denn nicht zuletzt gewinnt die lichtdurchflutete Offenlandschaft durch die Projektmaßnahmen deutlich an Attraktivität.

 Mehr zum chance.natur-Projekt unter www.hirtenwege-pfaelzerwald.de.

Bildunterschrift:

Projektleiter Helmut Schuler unterwegs auf Beweidungsflächen. Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen/Franziska Keller