Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz

Auftakt mit ausgewählten Kommunen – Podiumsdiskussion mit Ministerien und Engagement Global

 Acht Kommunen im Biosphärenreservat Pfälzerwald machen sich auf den Weg, die Zukunft nachhaltiger zu gestalten. Dafür erarbeiten sie in dem Projekt „Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“ gemeinsam mit dem Biosphärenreservat in den kommenden zwei Jahren Nachhaltigkeitsstrategien, die eng an die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, kurz SDGs) der Vereinten Nationen angelehnt sind.

 Aus diesem Anlass diskutieren am Mittwoch, 4. Dezember, Vertreterinnen und Vertreter der Bundes- und Landesstellen, die das Projekt finanzieren, miteinander. Die moderierte Podiumsdiskussion zum Thema „Umsetzung der SDGs in Rheinland-Pfalz: Herausforderungen und Chancen“ beginnt um 17 Uhr im Pfalzmuseum für Naturkunde, Kaiserslauterer Straße 111. Es diskutieren Repräsentantinnen und Repräsentanten von Engagement Global sowie der drei am Projekt beteiligten rheinland-pfälzischen Ministerien und des Bezirksverbands Pfalz. Dies sind Annette Turmann, Abteilungsleiterin Global Nachhaltige Kommune bei der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) der Engagement Global gGmbH, Ulrike Höfken, Ministerin für Umwelt, Ernährung, Energie und Forsten, Dr. Volker Wissing (angefragt), Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, Nicole Steingaß, Staatssekretärin im Ministerium des Innern und für Sport, sowie Theo Wieder, Vorsitzender des Bezirkstags Pfalz.

Macht Kommunen im Pfälzerwald nachhaltig stark: SDG-Projekt des Biosphärenreservats

 In Rheinland-Pfalz wird bei der Entwicklung kommunaler Nachhaltigkeitsziele mit dem Biosphärenreservat erstmals eine Region in den Blick genommen. Das Biosphärenreservat begeht am 4. Dezember den Auftakt des SDG-Projekts mit den acht teilnehmenden Kommunen. Danach gehen die Kommunen mit fachlicher Begleitung des Biosphärenreservats an die Arbeit, um kommunale Nachhaltigkeitsstrategien mit konkreten Aktionsplänen zu entwickeln. Dabei bilden die Agenda 2030 mit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen sowie die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie und die Nachhaltigkeitsstrategie Rheinland-Pfalz Grundlagen.

 Globale Herausforderungen wie Klimaschutz, Erhalt der biologischen Vielfalt, wirtschaftlicher und infrastruktureller Fortschritt bei gleichzeitiger Ressourcenschonung sowie soziale Gerechtigkeit beschäftigen alle Menschen und gehen alle an. Akteurinnen und Akteure von der internationalen bis zur lokalen Ebene sind deshalb aufgerufen, individuell angepasste Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung zu definieren und umzusetzen. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald möchte mit den Kommunen und insbesondere mithilfe des SDG-Projekts gemeinsam dem Ziel näher kommen, innerhalb der ökologischen Grenzen regionales Leben und Wirtschaften im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit zu gestalten.

 Engagement Global mit ihrer Servicestelle für Kommunen in der Einen Welt fördert mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit das Projekt im Pfälzerwald. Auch das Land Rheinland-Pfalz – mit dem Ministerium für Umwelt, Ernährung, Energie und Forsten, dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau sowie dem Ministerium des Innern und für Sport – unterstützt das Vorhaben. Projektträger ist der Bezirksverband Pfalz als Träger des Biosphärenreservats Pfälzerwald.

 Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung zur Veranstaltung bis 28. November unter www.pfaelzerwald.de/termine gebeten.

Lust auf ein Open-Air-Semester?

Biosphärenreservat Pfälzerwald ist Einsatzort für das Commerzbank-Umweltpraktikum

 Studentinnen und Studenten aus Deutschland und anderen Ländern der Europäischen Union können sich ab jetzt bis 15. Januar 2020 über die Commerzbank für ein Praktikum im deutschen Teil des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen bewerben. Das mindestens dreimonatige Umweltpraktikum bietet die Chance, Natur intensiv zu erleben, Praxiserfahrung zu sammeln und berufliche Kontakte zu knüpfen.

Hand anlegen: Die Umweltpraktikantin Ronja Hoßbach beim Einsatz im Pfälzerwald

 Das Team des Biosphärenreservats Pfälzerwald bindet die Praktikantinnen oder Praktikanten aktiv in verschiedene Abläufe ein, um ein umfängliches Verständnis der Arbeit für nachhaltige Entwicklung in dem Großschutzgebiet zu vermitteln. Als Modellregion der UNESCO hat auch das Biosphärenreservat Pfälzerwald zum Ziel, das harmonische Zusammenleben von Mensch und Natur zu erproben und zu fördern. Die jungen Leute erhalten Einblick in Biosphärenreservats-Projekte etwa in den Bereichen nachhaltiges Wirtschaften, Landschaftspflege oder Schutz der Biodiversität. Sie haben auch die Gelegenheit, eigene Projekte umzusetzen, zum Beispiel in der Bildung für nachhaltige Entwicklung oder in der Öffentlichkeitsarbeit.

Neben spannenden Naturerlebnissen und lehrreichen Erfahrungen erhalten die Praktikanten ein Praktikumsentgelt. Weitere Informationen und Hinweise zur Bewerbung finden sich unter www.umweltpraktikum.com.

Open-Air-Semester: Ein Commerzbank-Umweltpraktikum kann man auch im Biosphärenreservat Pfälzerwald machen

Wasgauer Gespräche 2019

Biokorridore – Autobahnen oder Sackgassen für die Biodiversität?

Bei den 12. Wasgauer Gesprächen am Freitag, 8. November, von 9 bis 18 Uhr werden Chancen und Grenzen von Biokorridoren in Deutschland und Frankreich für die Artenvielfalt vorgestellt und diskutiert. Die Veranstaltung findet im Biosphärenhaus in Fischbach bei Dahn statt. Sie richtet sich an alle, die am Thema interessiert sind und bietet zudem eine Plattform zum deutsch-französischen Austausch und zur grenzüberschreitenden Kooperation.

 Zunächst begrüßen die beiden Vorsitzenden aus dem Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen – Michaël Weber für den SYCOPARC als Träger des Naturparks Nordvogesen und Theo Wieder für den Bezirksverband Pfalz als Träger des Biosphärenreservats Pfälzerwald – sowie der Fischbacher Bürgermeister, Michael Schreiber, die Teilnehmenden. Danach geht Prof. Dr. Peter Poschlod von der Universität Regensburg in seinem Einführungsvortrag auf eine Zeitreise von der Jungsteinzeit bis heute zum Thema „Mobile Korridore seit der Sesshaftwerdung des Menschen“. Verschiedene Vorträge französischer und deutscher Referenten und Referentinnen geben einen umfassenden Einblick in Projekte und Initiativen zur Vernetzung von Biotopsystemen und werfen einen Blick auf die Lebensräume Fließgewässer, Wald und Offenlandschaft. 

 Biodiversität – ein Begriff, der vor einigen Jahrzehnten nur fachkundigen NaturwissenschaftlerInnen geläufig war, ist in den letzten Jahren massiv ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Grund dafür ist die fortschreitende „Entvölkerung“ unserer Naturräume, die auch das direkte Lebensumfeld vieler Menschen betrifft. Ob Wildpflanzen, Insekten, Vögel oder Amphibien – der großflächige Wegfall ihrer Lebensgrundlagen dezimiert die Bestände vieler Tier- und Pflanzenarten dramatisch. Diese Entwicklung hat auch für den Menschen existenzbedrohende Folgen und sensibilisiert Bevölkerung und Politik gleichermaßen.

 Die Wasgauer Gespräche bieten sich an, um miteinander zu diskutieren, sich Anregungen zu holen, sich fortzubilden oder Gedanken für eigene Projekte im grenzüberschreitenden Biosphärenreservat auszutauschen. Durch eine Dolmetscherin ist sichergestellt, dass sowohl französische wie auch deutsche Teilnehmerinnen und Teilnehmer allen Programmteilen bequem folgen können. Die Tagungsgebühr beträgt 10 Euro. Das ausführliche Programm und Informationen zur Anmeldung gibt es unter www.pfaelzerwald.de/termine. Um Anmeldung bis Montag, 4. November, beim Biosphärenhaus unter der Telefonnummer 06393 921019 oder per E-Mail an info@biospharenhaus.de wird gebeten.

 Die Wasgauer Gespräche sind eine Kooperation zwischen der  Landeszentrale für Umweltaufklärung (LZU) Rheinland-Pfalz, dem Biosphärenhaus in Fischbach und dem grenzüberschreitenden Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen; die Veranstaltung wird finanziert durch die LZU.

 

Neue Hirtenwege im Pfälzerwald

Projektbegleitende Arbeitsgruppe trifft sich in Wilgartswiesen

 Rund 40 Personen trafen sich kürzlich, um sich über das chance.natur-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ auszutauschen und zu informieren. Die zweite Sitzung der sogenannten PAG (Projektbegleitende Arbeitsgruppe) kam in Wilgartswiesen zusammen. Wilgartswiesen liegt am nördlichen Rand des Wasgaus, wo das Projekt „Neue Hirtenwege“ einen seiner Schwerpunkte hat.

 Bei der PAG-Sitzung dabei waren Vertreterinnen und Vertreter der Fördermittelgeber des Bundes, des Landes Rheinland-Pfalz sowie des Bezirksverbands Pfalz, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Planungsbüros, die bei der Erstellung des Pflege- und Entwicklungsplans beteiligt sind, sowie weitere am Projekt Beteiligte, etwa von Landesforsten, Verbandsgemeinden, Naturschutz-Verbänden und -Stiftungen, aus der Landwirtschaft sowie Tierhalterinnen und Tierhalter. Nachdem der Projektleiter Helmut Schuler über die aktuellen Aktivitäten im Projekt informierte, stellte das Moderationsbüro team ewen aus Darmstadt die Ergebnisse der Situationsanalyse und Beteiligungsstruktur vor. Weitere Büros, die einen Einblick in den jeweils aktuellen Stand der Dinge gaben, waren IUS aus Kandel für den Pflege- und Entwicklungsplan, IfLS aus Frankfurt/Main für die sozioökonomische Analyse, Renatur aus Saulheim für das hydrologisch/hydraulische Gutachten sowie fairkehr aus Bonn für das Konzept zur projektbegleitenden Öffentlichkeitsarbeit.

 Anna-Maria Marstaller vom Hirtenwege-Team gab abschließend einen Ausblick auf die in der nächsten Zukunft anstehenden Schritte im Projekt. Unter anderem wird die Website des Projekts in den nächsten Monaten an den Start gehen; dort sollen jederzeit allgemeine Informationen zum Projekt sowie Hinweise zu aktuellen Entwicklungen bereitstehen.

 Das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ wird beim Biosphärenreservat Pfälzerwald umgesetzt, Projektträger ist der Bezirksverband Pfalz. Die Förderung des Vorhabens erfolgt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie durch das Land Rheinland-Pfalz.

 

Nachhaltigkeitsstrategien für Kommunen: bis Ende Oktober bewerben

Projekt für Gemeinden und Städte im Biosphärenreservat

 Noch bis 31. Oktober können sich Kommunen (Ortsgemeinden, Verbandsgemeinden und Städte), die im Gebiet des Biosphärenreservats Pfälzerwald liegen, bewerben für eine Teilnahme am Projekt „Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“. Die Bewerbungsunterlagen sowie alle Informationen zum Projekt, bei dem es darum geht, kommunale Nachhaltigkeitsziele rund um die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals) zu entwickeln, gibt es auf der Website www.pfaelzerwald.de/sdg-modellregion.

06.05.18 Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen veranstaltet auf dem Marktplatz in Neustadt auch dieses Jahr wieder seinen Deutsch-Französischen Bauernmarkt mit Qualitätsprodukten aus dem grenzüberschreitenden Biosphärenreservat, der viele Besucher aus nah und fern anlockt.

 Das Projekt kann mit bis zu acht Kommunen durchgeführt werden. Bis 2021 entwickeln die teilnehmenden Kommunen mithilfe fachlicher Begleitung durch das Biosphärenreservat kommunale Nachhaltigkeitsstrategien mit konkreten Aktionsplänen. Dabei bilden die Agenda 2030 mit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen sowie die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie und die Nachhaltigkeitsstrategie Rheinland-Pfalz Grundlagen. Ziel ist es, innerhalb der ökologischen Grenzen regionales Leben und Wirtschaften im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit zu gestalten.

 Engagement Global mit ihrer Servicestelle für Kommunen in der Einen Welt fördert mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit das Projekt im Pfälzerwald. In Rheinland-Pfalz wird mit dem Biosphärenreservat erstmals eine ganze Region in den Blick genommen. Auch das Land Rheinland-Pfalz unterstützt das Vorhaben. Projektträger ist der Bezirksverband Pfalz als Träger des Biosphärenreservats Pfälzerwald.

 

Kulinarische Glanrindertage

Alte pfälzische Hausrinderrasse im Mittelpunkt der Aktion des Biosphärenreservats

 Noch bis 2. November gibt es während der kulinarischen Glanrindertage bei elf Partnerrestaurants des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen köstliche Gerichte vom pfälzischen Glanrind. Das Fleisch dieser relativ seltenen Rinderrasse ist besonders schmackhaft, da die Tiere bei Sommerweidehaltung im Freien aufgezogen werden und mit hofeigenem Futter oder Futter aus der Region versorgt werden. Mit viel Liebe bereiten Köche und Köchinnen aus dem naturnah erzeugten Fleisch besondere Gerichte für ihre Gäste zu.

Die teilnehmenden Restaurants sind das Naturfreundehaus Rahnenhof in Carlsberg-Hertlingshausen, das Restaurant 7 Raben bei Bad Dürkheim, das Naturfreundehaus Finsterbrunnertal bei Kaiserslautern, das Hotel Fröhlich in Kaiserslautern-Dansenberg, das Gasthaus Müllers Lust in Hofstätten, das Restaurant Sommerhaus in Kaiserslautern, das Restaurant Seehaus Forelle in Ramsen, das Restaurant Ritterhof zur Rose in Burrweiler, das Hotel-Restaurant Pfälzer Hof in Edenkoben, die Weinstube Fuxbau in Neustadt-Hambach und die Weinstube zur Herberge in Neustadt.

 Weil man die Glanrinder im Pfälzerwald auch sehr gut als Landschaftspfleger zur Erhaltung offener Weideflächen einsetzen kann, leisten deren Haltung und Vermarktung einen wertvollen Beitrag zum Arten- und Biotopschutz sowie zur Kulturlandschaftspflege im Biosphärenreservat. Die offenen Weideflächen ergeben im Wechselspiel mit den zusammenhängenden Waldbereichen eine attraktive Kulturlandschaft mit vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten.
Weitere Informationen und den aktuellen Flyer gibt’s unter www.pfaelzerwald.de/kulinarische-aktionstage.

 Diese Aktion wird vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz unterstützt.

 

Gesund, lecker und gut für unsere Natur: regionales Obst

Ran ans Obst – Aktionen für Groß und Klein im und am Biosphärenhaus (Foto: Biosphärenhaus)

Selbstgemachte Gummibärchen, Infos und spannende Aktionen beim Biosphärenhaus

Ob von der Streuobstwiese, aus dem eigenen Garten oder direkt aus der Natur – regionales Obst ist lecker, gesund und zudem auch meist noch günstig. Wie mit ein wenig Know-How aus Obst auch leckere Speisen und Getränke entstehen können und was das auch noch mit Natur- und Artenschutz zu tun hat, darum geht es beim Obst-Mitmachtag am Samstag, 19. Oktober, im und um das Biosphärenhaus in Fischbach bei Dahn. Das Biosphärenhaus und das Projekt „LIFE Biocorridors“ des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen gestalten das Programm gemeinsam. Von 10 bis 16 Uhr können große und kleine Besucherinnen und Besucher selbst Gummibärchen herstellen, Apfelsaft pressen oder Tees mit selbstgepflückten Kräutern aus dem Garten des Biosphärenhauses brühen. Streuobstwiesen und Gärten haben neben dem kulinarischen Wert auch eine wichtige Funktion für den Erhalt und die Förderung unserer regionalen Artenvielalt. Ein Vortrag, der um 14 Uhr im Bürgersaal des Biosphärenhauses stattfindet, informiert darüber, welche Tiere rund um Obstbäume zu finden sind und wie man sie unterstützen kann.

Eine Anmeldung zum Obst-Mitmachtag ist nicht erforderlich, die Teilnahme ist kostenlos!

Umweltschonend hergestellte Qualitätsprodukte aus der Region

Nachhaltig und regional: Tomatenvielfalt (Foto: Biosphärenreservat)

Deutsch-französischer Biosphären-Bauernmarkt in Kirrweiler mit Angeboten für die ganze Familie

In Kirrweiler klingt am Sonntag, 20. Oktober, von 11 bis 18 Uhr die Saison der deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkte aus. Im hübschen Ortskern des Weindorfs bieten 60 Marktbeschicker – darunter Landwirtinnen, Imker, Winzerinnen, Kunsthandwerker, Regionalladen-Besitzerinnen und Wildbret-Vermarkter –  ihre umweltschonend produzierten Qualitätsprodukte aus dem Pfälz

erwald und den Nordvogesen an. Neben Edlem in flüssiger Form wie Biowein und -sekt, Likören und Säften sowie Ölen und Essigen, gibt es Herzhaftes wie Schinken, Wurst und Fleisch von Lamm, Wild und Pferd sowie Kuh- und Ziegenkäse, Süßes wie Honig, Marmelade und Kompott, genauso wie Obst, Gemüse und Teigwaren. Um 11.30 Uhr wird der Markt an dem Platz an der Ecke Hauptstraße/Kirchstraße offiziell eröffnet.

Kinder und Erwachsene sind zum Mitmachen am Kochbus eingeladen. Unter dem Motto „Rheinland-Pfalz isst besser“ geht es hier auf anschauliche und leckere Weise um bewusste und gesunde Ernährung, unter anderem werden Kartoffelsuppe und herzhafte Muffins zubereitet. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Biosphärenreservats stehen zudem mit allerhand Informationen zu den Projekten bereit, mit denen das Biosphärenreservat die nachhaltige Entwicklung der Region fördert. Mehrere Künstlerinnen und Künstler verleihen mit Gesang, Gitarren-, Akkordeon- und Geigenklängen dem bunten Martktreiben musikalischen Schwung. Ganz gemütlich lässt es sich nach Kirrweiler auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, zum Beispiel mit der Regionalbahn aus der Richtung Landau oder Neustadt.

Ziel der deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkte ist es, die Landwirtschaft in der Region zu stärken und bei Einheimischen wie Gästen für den Kauf von umweltschonend erzeugten Produkten zu werben. Durch ihren Einkauf bei den Bauernmärkten können Verbraucherinnen und Verbraucher direkt dazu beitragen, dass keine langen Transportwege entstehen und die einzigartige Kulturlandschaft des Biosphärenreservats erhalten bleibt. Weitere Informationen unter www.pfaelzerwald.de/bauernmaerkte. Die Biosphären-Bauernmärkte werden unterstützt durch das Land Rheinland-Pfalz.

Kulinarische Schmankerl in Hofstätten

Hotel-Restaurant Müllers Lust in Hofstätten ist neuer Partnerbetrieb des Biosphärenreservats

„Bodenständig, mit guten Produkte zubereitet, angereichert mit mediterranem Flair und vor allem sehr frisch.“ So beschreibt Dieter Müller die Küche in seinem Hotel-Restaurant Müllers Lust, das seit Kurzem einer von rund 60 Partnerbetrieben des Biosphärenreservats Pfälzerwald ist. Gemeinsam mit seiner Frau Marion führt er seit 2004 das Haus in Hofstätten. Ihre Tochter Melinda, die als Köchin europaweit Erfahrung gesammelt hat, ist seit 2012 Küchenchefin. 4.000 Quadratmeter Gelände umgeben das ehemalige Forsthaus, das 1899 erbaut wurde und unter Denkmalschutz steht. „Der Garten gibt viel her, vor allem frische Kräuter benutze ich gerne“, verrät Melinda Müller. Neben vegetarischen Gerichten kommen häufig Wild aus der Hofstätter und Wilgartswieser Jagd sowie andere regionale Produkte auf den Teller.

Auch bei der Renovierung des Anwesens, zu dem eine ehemalige Bäckerei und ein ehemaliger Tante-Emma-Laden gehören, haben Dieter und Marion Müller auf die Verwendung regionaler Materialien und Elemente geachtet. Über 15 Jahre lang ist so zum großen Teil in Eigenleistung und mit viel Liebe zum Detail ein Restaurant mit lauschigem Biergarten neben der Dorfkirche, ein Hotel mit 45 Betten sowie eine Lodge mit 23 Betten in Mehrbettzimmern entstanden. Hier wird mit Sonne und Holz geheizt, die Zimmer sind mit einer Wandheizung ausgestattet, die Wände mit Lehm verputzt. Die historische Backstube haben Müllers reaktiviert: „Hin und wieder kommt ein junger Bäcker aus einer Annweilerer Bäckerei und backt hier Brot“, erklärt Marion Müller.

Viel handwerkliches Geschick und Leidenschaft stecken in „Müllers Lust“. Die Gäste kommen aus dem Pfälzerwald selbst und den angrenzenden Regionen wie auch aus ganz Deutschland und darüber hinaus, zum Beispiel aus den Niederlanden. „Wir haben hier vor allem Wanderer, Radfahrer und Ruhesuchende zu Gast, Motorradfahrer sind auch häufig hier“, erläutert Dieter Müller. In Hofstätten hat sich der Hauensteiner, der selbst begeisterter Biker ist und aus der Automobilbranche kommt, mit seiner Frau einen Traum erfüllt. „In der Saison von April bis Oktober haben wir etwa 3.000 Übernachtungen“, erläutert der Gastwirt. Dafür sind neben Müllers sieben weitere Personen im Einsatz, um zu kochen, das Frühstück vorzubereiten, zu reinigen oder im Restaurant zu bedienen. Mit den Zielen des Biosphärenreservats als Modellregion für nachhaltige Entwicklung kann sich Dieter Müller stark identifizieren: „Die Produkte wachsen und gedeihen hier, man kann einfach danach greifen und sie nutzen“, schwärmt er über die Vielfalt und den Ressourcenreichtum seiner Heimat.

Pflege durch Nutzung

Beweidungsprojekt in Lindenberg

Reiner Koch, Ortsbürgermeister von Lindenberg, ist sehr zufrieden mit seinem Beweidungsprojekt westlich der Dorfmitte. Kürzlich traf er sich dort zu einem Rundgang mit Mitgliedern des Lindenberger Gemeinderats, der Direktorin des Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen, Dr. Friedericke Weber, und dem Projektverantwortlichen beim Biosphärenreservat, Harry Schmeiser. Gemeinsam mit dem Biosphärenreservat hat die Gemeinde Lindenberg im Jahr 2016 die Beweidung begonnen, durch die Bracheflächen bewirtschaftet und halboffene Lebensräume geschaffen werden. Nach einer Konzeptphase und Klärung der Grundstücksgrenzen im bewaldeten Teil der Fläche wurde im Sommer 2016 zunächst ein insgesamt 1.600 Meter langer Außenzaun gestellt. Für die Fertigung des Innenzauns haben sich anschließend unter der Regie von Reiner Koch viele engagierte Lindenbergerinnen und Lindenberger zusammengetan.

Die Lindenbergerin Daniela Kurz, die sich auch „Ziegemama“ nennt, bewirtschaftet die Fläche von etwa 27 Hektar. Fünf Rinder, 26 Schafe und 16 Ziegen sind dort mit einigen Lämmern und Zicklein im Einsatz. Seit kurzem gehören auch drei Glanrinder – Vertreterinnen einer alten heimischen Rinderrasse – zum gemischten Landschaftspflegeteam. Daniela Kurz nimmt seit 2019 an den deutsch-französischen Bauernmärkten des Biosphärenreservats teil und bietet dort unter dem Namen „Pfälzer Landschlemmereien“ verschiedene Lamm- und Ziegenprodukte an.

Durch die extensive Beweidung mit verschiedenen Tieren werden sehr artenreiche Biotope für schützenswerte Offenlandarten geschaffen und erhalten. Die Bracheflächen werden durch die Pflege ökologisch dauerhaft aufgewertet; zudem will die Gemeinde Lindenberg diese mit weiteren Weideflächen verbinden und so auch Lebensräume miteinander vernetzen.

Da Offenlandbiotope wertvolle Lebensräume für eine Vielzahl bedrohter Arten sind, ist die Offenhaltung von bestimmten Landschaftsbereichen nach dem Grundsatz „Pflege durch Nutzung“ eine wichtige Aufgabe im Biosphärenreservat Pfälzerwald. Das Projekt wurde gefördert durch das Land Rheinland-Pfalz.