Kulinarische Schmankerl in Hofstätten

Hotel-Restaurant Müllers Lust in Hofstätten ist neuer Partnerbetrieb des Biosphärenreservats

„Bodenständig, mit guten Produkte zubereitet, angereichert mit mediterranem Flair und vor allem sehr frisch.“ So beschreibt Dieter Müller die Küche in seinem Hotel-Restaurant Müllers Lust, das seit Kurzem einer von rund 60 Partnerbetrieben des Biosphärenreservats Pfälzerwald ist. Gemeinsam mit seiner Frau Marion führt er seit 2004 das Haus in Hofstätten. Ihre Tochter Melinda, die als Köchin europaweit Erfahrung gesammelt hat, ist seit 2012 Küchenchefin. 4.000 Quadratmeter Gelände umgeben das ehemalige Forsthaus, das 1899 erbaut wurde und unter Denkmalschutz steht. „Der Garten gibt viel her, vor allem frische Kräuter benutze ich gerne“, verrät Melinda Müller. Neben vegetarischen Gerichten kommen häufig Wild aus der Hofstätter und Wilgartswieser Jagd sowie andere regionale Produkte auf den Teller.

Auch bei der Renovierung des Anwesens, zu dem eine ehemalige Bäckerei und ein ehemaliger Tante-Emma-Laden gehören, haben Dieter und Marion Müller auf die Verwendung regionaler Materialien und Elemente geachtet. Über 15 Jahre lang ist so zum großen Teil in Eigenleistung und mit viel Liebe zum Detail ein Restaurant mit lauschigem Biergarten neben der Dorfkirche, ein Hotel mit 45 Betten sowie eine Lodge mit 23 Betten in Mehrbettzimmern entstanden. Hier wird mit Sonne und Holz geheizt, die Zimmer sind mit einer Wandheizung ausgestattet, die Wände mit Lehm verputzt. Die historische Backstube haben Müllers reaktiviert: „Hin und wieder kommt ein junger Bäcker aus einer Annweilerer Bäckerei und backt hier Brot“, erklärt Marion Müller.

Viel handwerkliches Geschick und Leidenschaft stecken in „Müllers Lust“. Die Gäste kommen aus dem Pfälzerwald selbst und den angrenzenden Regionen wie auch aus ganz Deutschland und darüber hinaus, zum Beispiel aus den Niederlanden. „Wir haben hier vor allem Wanderer, Radfahrer und Ruhesuchende zu Gast, Motorradfahrer sind auch häufig hier“, erläutert Dieter Müller. In Hofstätten hat sich der Hauensteiner, der selbst begeisterter Biker ist und aus der Automobilbranche kommt, mit seiner Frau einen Traum erfüllt. „In der Saison von April bis Oktober haben wir etwa 3.000 Übernachtungen“, erläutert der Gastwirt. Dafür sind neben Müllers sieben weitere Personen im Einsatz, um zu kochen, das Frühstück vorzubereiten, zu reinigen oder im Restaurant zu bedienen. Mit den Zielen des Biosphärenreservats als Modellregion für nachhaltige Entwicklung kann sich Dieter Müller stark identifizieren: „Die Produkte wachsen und gedeihen hier, man kann einfach danach greifen und sie nutzen“, schwärmt er über die Vielfalt und den Ressourcenreichtum seiner Heimat.

Pflege durch Nutzung

Beweidungsprojekt in Lindenberg

Reiner Koch, Ortsbürgermeister von Lindenberg, ist sehr zufrieden mit seinem Beweidungsprojekt westlich der Dorfmitte. Kürzlich traf er sich dort zu einem Rundgang mit Mitgliedern des Lindenberger Gemeinderats, der Direktorin des Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen, Dr. Friedericke Weber, und dem Projektverantwortlichen beim Biosphärenreservat, Harry Schmeiser. Gemeinsam mit dem Biosphärenreservat hat die Gemeinde Lindenberg im Jahr 2016 die Beweidung begonnen, durch die Bracheflächen bewirtschaftet und halboffene Lebensräume geschaffen werden. Nach einer Konzeptphase und Klärung der Grundstücksgrenzen im bewaldeten Teil der Fläche wurde im Sommer 2016 zunächst ein insgesamt 1.600 Meter langer Außenzaun gestellt. Für die Fertigung des Innenzauns haben sich anschließend unter der Regie von Reiner Koch viele engagierte Lindenbergerinnen und Lindenberger zusammengetan.

Die Lindenbergerin Daniela Kurz, die sich auch „Ziegemama“ nennt, bewirtschaftet die Fläche von etwa 27 Hektar. Fünf Rinder, 26 Schafe und 16 Ziegen sind dort mit einigen Lämmern und Zicklein im Einsatz. Seit kurzem gehören auch drei Glanrinder – Vertreterinnen einer alten heimischen Rinderrasse – zum gemischten Landschaftspflegeteam. Daniela Kurz nimmt seit 2019 an den deutsch-französischen Bauernmärkten des Biosphärenreservats teil und bietet dort unter dem Namen „Pfälzer Landschlemmereien“ verschiedene Lamm- und Ziegenprodukte an.

Durch die extensive Beweidung mit verschiedenen Tieren werden sehr artenreiche Biotope für schützenswerte Offenlandarten geschaffen und erhalten. Die Bracheflächen werden durch die Pflege ökologisch dauerhaft aufgewertet; zudem will die Gemeinde Lindenberg diese mit weiteren Weideflächen verbinden und so auch Lebensräume miteinander vernetzen.

Da Offenlandbiotope wertvolle Lebensräume für eine Vielzahl bedrohter Arten sind, ist die Offenhaltung von bestimmten Landschaftsbereichen nach dem Grundsatz „Pflege durch Nutzung“ eine wichtige Aufgabe im Biosphärenreservat Pfälzerwald. Das Projekt wurde gefördert durch das Land Rheinland-Pfalz.

Färbepflanzen, Wildkräuter, Tomaten und Co.

Veranstaltungen für alle im Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“

Das Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“ begeistert Hobbygärtnerinnen und -gärtner in den Nordvogesen und im Pfälzerwald. Neben einem Gartenwettbewerb, für den derzeit die Jurybesuche laufen, bietet das deutsch-französische Projekt zahlreiche Veranstaltungen zu verschiedenen Gartenthemen. In den nächsten Wochen lädt jeweils am ersten Freitag des Monats, 5. Juli und 2. August, der Verein NaturGestalten zu „GenussGartenArtenReich“ von 16 bis 18 Uhr zum Lernen und Mitmachen in seinen Vereinsgarten in Fischbach bei Dahn ein. Dieses Jahr widmet sich der Verein insbesondere der Permakultur.

An den Sonntagen 7. Juli und 4. August verraten Ursula und Johannes Schauer von der Kräuterschule Wildwiese bei Wildkräuterwanderungen ab dem Biosphärenhaus in Fischbach von jeweils 15 bis 17 Uhr Wissenswertes über Inhaltsstoffe und Verwendung von Wildkräutern. „Tomaten!“ heißten die Veranstaltungen an Freitagen 26. Juli und 30. August, jeweils ab 17. Uhr. Melanie Grabner führt durch ihre Gärtnerei „lilatomate“ in Böhl-Iggelheim, wo über 100 verschiedene Tomatensorten gedeihen; sie gibt dabei einige Tipps zur Tomatenpflege und lässt die Besucherinnen und Besucher auch Tomaten kosten.

Am Samstag, 27. Juli, geht es bei Susanne Maurer in ihrem Atelier Fimabelle in Fischbach bei Dahn von 14.30 bis 17 Uhr darum, welche Pflanzen sich zur Farbengewinnung eignen, wie man aus ihnen den Farbschatz extrahieren und diesen für verschiedene Verwendungen aufbereiten und konservieren kann. Ums Konservieren geht es auch am Freitag, 23. August: Petra Knoll zeigt ab 17.30 Uhr im Haus der NaturFreunde in Lambrecht, wie der Sommer erhalten bleiben kann: Es werden Kräuterprodukte wie aromatisches Kräutersalz, duftender Blütenzucker oder Kräuteressig selbst hergestellt.

Weitere Informationen zu diesen und weiteren Terminen des Biosphärenreservats finden sich unter www.pfaelzerwald.de/termine.

Das Projekt „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“ will die breite Öffentlichkeit im deutschen wie im französischen Teil des Biosphärenreservats für die Artenvielfalt im Alltag sensibilisieren und begeistern. So soll in den unbebauten Flächen von Städten und Dörfern ein ökologisches Handeln sanft und nachhaltig entwickelt werden. Das Projekt wird durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz sowie mit Mitteln aus dem Interreg V A-Projekt „NOE / NOAH“ gefördert.

Licht aus – Sterne an

Sterneninfoabend mit Kurzvorträgen, Aktionsprogramm und Sternenguckerei zum Projekt Sternenpark Pfälzerwald

Ein Schatz, den es gut zu schützen gilt: Die teilweise noch natürliche Nacht im Pfälzerwald gibt den Blick auf zahllose Sterne frei (Foto: Christian Mücksch)

 „Licht aus – Sterne an“ lautet das Motto der Veranstaltung, zu der das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen und Landesforsten Rheinland-Pfalz am Samstag, 30. März, ab 17.30 Uhr ins Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz einladen. Anlass sind der internationale Tag der Astronomie und die World Earth Hour. Ersterer will den Menschen die Faszination des Universums näherbringen, letzterer lädt dazu ein, den Umgang mit der Ressource Licht durch eine symbolische Stunde des Verzichts zu hinterfragen. Die Themenschwerpunkte des Abends sind entsprechend Lichtverschmutzung und Astronomie.

Nach der Begrüßung durch die Umweltministerin des Landes Rheinland-Pfalz, Ulrike Höfken, den Vorsitzenden des Bezirkstags Pfalz, Theo Wieder, und Dr. Susanne Ganster, Landrätin im Kreis Südwestpfalz und Vorsitzende der lokalen Aktionsgruppe (LAG) Pfälzerwald plus, macht Sarah Köngeter, die das Projekt Sternenpark Pfälzerwald beim Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen koordiniert, den Einstieg ins kurzweilige Fachvortragsprogramm. „Lichtverschmutzung – die Schattenseite des Lichts“ ist der Titel ihres Beitrags, in dem sie erläutert, was Lichtverschmutzung ist und wie das Projekt dagegen wirken will. Aus dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb berichtet anschließend Dr. Mathias Engel vom dortigen Sternenpark-Projekt. „Gute Nacht, Nacht!“ betitelt Dr. Hans-Günter Weeß, Leiter des interdisziplinären Schlafzentrums am Pfalzklinikum Klingenmünster, seinen Kurzvortrag rund um den Einfluss von Licht auf den Schlaf. Dr. Christian Anders und Dr. Christian Mücksch, Mitglieder beim Astronomieverein SAGA e.V. in Kaiserslautern, erklären im Beitrag „Nachts im Pfälzerwald“, was den Sternenhimmel so faszinierend macht und wie man seine Qualität mit dem Astmon SkyBrightness Monitor messen kann. Wie der Blick ins Universum bei der Orientierung auf der Erde hilft, erläutert Armin Kühn, Vorsitzender des Astronomievereins „Pälzer Schdernegugger“, in „Astronomie – praktisch“.

Ganz praktisch orientiert ist auch der letzte Teil der Veranstaltung ab 20.30 Uhr. Es gibt unter anderem Informationen zum Umgang mit der Astronomie-App „Stellarium“ und zur Nutzung der Sterne als Messfeld für die Dunkelheit der Nacht. Alle, die Lust haben, sind – sofern es die Wetterlage erlaubt –, eingeladen, noch beim gemeinsamen „star-gazing“, englisch für Sternenguckerei, zu verweilen und die sternenfreundlichen Musterleuchten am Haus der Nachhaltigkeit zu begutachten. Durch den Abend führt der Leiter des Hauses, Michael Leschnig.

 Das Projekt Sternenpark Pfälzerwald wird als LEADER-Projekt im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE unter Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz (vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau) gefördert.

Veranstaltungen zum Tag der Astronomie in der Region

Wer zum Tag der Astronomie noch intensiver ins Thema einsteigen will, kann bereits nachmittags von 14 bis 17 Uhr im Urweltmuseum Geoskop, einer Außenstelle des Pfalzmuseums für Naturkunde, auf Burg Lichtenberg bei Kusel an Museumsaktionen teilnehmen. Das Rahmenthema ist hier die Atmosphäre, ohne die es kein Wetter und kein Klima geben kann. Die Spezialisten im Urweltmuseum erklären etwa, welche Himmelskörper eine Atmosphäre haben und ob es Wetter- und Klimaphänomene gibt, die fossil überliefert werden. Ebenfalls bereits nachmittags bietet die astronomische Vereinigung Vorderpfalz gemeinsam mit dem Planetarium Mannheim eine gefahrlose Sonnenbeobachtung mit Spezialteleskopen an. Die Sternwarte Zweibrücken öffnet schon am Vortag, also dem 29. März, ab Sonnenuntergang die Sternwarte für einen Beobachtungsabend und hält weitere astronomische Programmpunkte bereit.

Modellregionen von Weltrang

Ausstellung über Biosphärenreservate in Landstuhl

Die Verbandsgemeinde Landstuhl zeigt von 6. bis 29. März in ihren Räumen in der Kaiserstraße 49 eine Ausstellung über Biosphärenreservate in Deutschland. Mit Bild-, Text- und Kartenmaterial gibt die Schau Einblicke in die 17 Biosphärenreservate Deutschlands und macht in diesem  Jahr bis Ende Oktober an verschiedenen Orten im Pfälzerwald und in Mainz Station. In Landstuhl ist die Ausstellung zu den Öffnungszeiten der Verbandsgemeindeverwaltung zu sehen, also Montag bis Mittwoch von 8.30 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr, donnerstags durchgehend von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8.30 bis 12 Uhr.

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen zeichnet sich unter anderem durch seinen Burgenreichtum aus; die Burg Nanstein erhebt sich über der Stadt Landstuhl im Nordwesten des Gebiets (Foto: Hafner)

Von 3. April bis 3. Mai präsentiert das rheinland-pfälzische Umweltministerium in seinen Räumen in der Mainzer Kaiser-Friedrich-Straße 1 die Ausstellung der Öffentlichkeit. In der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt läuft sie dann von 16. Mai bis 21. Juni, bevor sie in den Sommermonaten Juli und August in der Pfalzakademie in Lambrecht zu sehen ist. Den Abschluss macht das Biosphärenhaus in Fischbach mit der Schau ab 1. September. Ende Oktober verlässt sie die Pfalz wieder.

Die Biosphärenreservate beherbergen in Deutschland einzigartige, meist vom Menschen geprägte Landschaften sowie wertvolle Ökosysteme von Südost-Rügen bis zum Berchtesgadener Land. Sie sind international repräsentative Modellregionen, deren Arbeit ein nachhaltiges Wirtschaften der Menschen fördern und ein tragfähiges Zusammenleben von Mensch und Natur ermöglichen soll.  Die deutschen Biosphärenreservate sind eingebunden in das Weltnetz der UNESCO, zu dem aktuell 686 Biosphärenreservate in 122 Ländern gehören. Von den deutschen Biosphärenreservaten sind derzeit 16 als UNESCO-Biosphärenreservate anerkannt. Der Pfälzerwald bildet gemeinsam mit den Nordvogesen das einzige grenzüberschreitende Biosphärenreservat der Bundesrepublik und eines von nur 20 bi- und trinationalen weltweit.

Bundesweit sind die Biosphärenreservate in das Netz der Nationalen Naturlandschaften eingebunden. Das sind die 16 Nationalparks, 17 Biosphärenreservate, über 100 Naturparks und ein Wildnisgebiet, die es als besonders wertvolle Landschaftsräume zu erhalten gilt. EUROPARC Deutschland ist der Dachverband der Nationalen Naturlandschaften. Die Ausstellung über die deutschen Biosphärenreservate wurde von EUROPARC Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit Biosphärenreservatsverwaltungen entwickelt.

Weitere Informationen zu den deutschen Biosphärenreservaten gibt es hier: www.nationale-naturlandschaften.de/biosphaerenreservate

Baumschnittkurs in Dahn

Projekt „LIFE Biocorridors“ will Streuobstwiesen erhalten

Zu einem Baumschnittkurs im Haus des Gastes in der Weißenburgerstraße 17  in Dahn am Samstag, 9. März, von 10 bis 13 Uhr, lädt das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen ein. Die Teilnahme am Kurs ist frei, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Eigentümer von Obstbäumen oder Streuobstwiesen sind ebenso angesprochen wie alle anderen, die Interesse am Baumschnitt haben.

Nach einer kurzen Begrüßung und einer Vorstellung des EU-Projekts „LIFE Biocorridors“ durch Projekt-Koordinatorin Sabine Hoos geht es zunächst im Filmsaal des Haus des Gastes (unterer Eingang über Brücke) mit einem Vortrag zur Jungbaumpflanzung und Pflege von Altbäumen los.

Anschließend geht es ins Gelände, wo Thomas Lengert, Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung, anhand einer Baumschnittvorführung Pflanzschnitt, Pflegeschnitt sowie Erhaltungsschnitt bei Altbäumen erläutert.

Die Teilnehmer sollten festes Schuhwerk sowie warme und regenfeste Kleidung dabeihaben. Um Anmeldung im Projekt-Büro unter der Telefonnummer 06391 866-9516 beziehungsweise per E-Mail an m.asel@pfaelzerwald.bv-pfalz.de wird gebeten. Die Veranstaltungen werden gefördert von der EU und dem Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten (MUEEF) Rheinland-Pfalz.

Das Projekt „LIFE Biocorridors“ fördert den Erhalt von Streuobstwiesen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Die Infoveranstaltung zur Pflanzung und Pflege von Streuobstbäumen soll Menschen, die Verantwortung für ihr Biosphärenreservat übernehmen wollen, eine Hilfestellung beim Erhalt ihrer Streuobstwiesen leisten.

Während der Streuobstanbau im 18. Jahrhundert aufgrund behördlicher Erlasse sowohl im Pfälzerwald als auch am Haardtrand eine Hochphase erlebte, verschwinden heute viele Streuobstbestände infolge von Nutzungsaufgabe, durch Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion oder durch Bebauung in den Ortsrandlagen.

Man geht derzeit von rund 1.000 Hektar Streuobstwiesen mit rund 71.000 Einzelbäumen – davon 54 Prozent Apfelbäume, gefolgt von Kirschen, Birnen und Pflaumen – im Pfälzerwald aus. Ein Großteil der Bestände ist überaltert und teilweise in einem mittelmäßigen bis schlechten Zustand.

Wichtige Akteure im Bereich Streuobst sind die Obst- und Gartenbauvereine, Umweltverbände, Kreisverwaltungen, Biotopbetreuer und Schulen, aber auch die Gemeinden und Flächeneigentümer, die diese für Pflanzen und Tiere wichtigen Lebensräume pflegen und erhalten. Nicht zuletzt tragen die Verbraucher, die regional erzeugten Obstsaft kaufen, maßgeblich zum Erhalt dieser wertvollen Landschaftsform bei. Mehr Informationen unter www.pfaelzerwald.de/projekte/life-biocorridors.

Junge Entdecker im Pfälzerwald

Junior Ranger-Camps in den Sommer- und Herbstferien

Foto: europarc

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen und Landesforsten Rheinland-Pfalz starten in die dritte Junior Ranger-Saison. Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis zwölf Jahren erleben und erforschen bei fünftägigen Camps in der Natur das Biosphärenreservat. Insgesamt neun Entdecker-Camps, sieben davon in den Sommer-, zwei in den Herbstferien, stehen den Abenteuerlustigen an unterschiedlichen Orten im Pfälzerwald zur Wahl. Sie laufen jeweils montags bis freitags, von 8 bis 17 Uhr. Bei den beiden Herbstcamps gibt es auch die Möglichkeit zu übernachten.

Im Laufe der Camp-Woche lernen die angehenden Ranger viel über das Biosphärenreservat, worum es dort eigentlich geht und welche anderen Schutzgebiete es gibt. Sie üben, sich mit Karte und Kompass zu orientieren, lernen die Tiere und Pflanzen des Pfälzerwalds kennen, erfahren Wissenswertes über eine umweltverträgliche und sozial gerechte Lebensweise, gehen auf Spiel- und Entdeckungstouren und haben Spaß am Lagerfeuer. Am Ende der Woche erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Urkunde als Junior Ranger. Das Projekt zielt darauf ab, Mädchen und Jungen zu Botschafterinnen und Botschaftern für ihre Heimat, das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen, zu machen, das die UNESCO als Modellregion für Nachhaltigkeit anerkannt hat.

Landesforsten bietet zwei Camps vom 1. bis 5. Juli und vom 8. bis 12. Juli im Haus der Nachhaltigkeit in Trippstadt unter Leitung von Simone Nickel. Das Camp in der zweiten Ferienwoche richtet sich an Fortgeschrittene, also Kinder, die schon Junior Ranger sind. Ebenfalls von Landesforsten wird das Camp vom 5. bis 9. August in Bad Dürkheim an der Pfälzerwaldvereins-Hütte an der Weilach mit Joachim Weirich angeboten. Vom 15. bis 19. Juli leitet Rüdiger Sinn vom Forstamt Haardt auf dem Taubensuhl kleine Entdecker an. Ebenfalls vom 15. bis 19. Juli lädt der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) Otterberg  gemeinsam mit dem Forstamt Otterberg auf den Grillplatz „Im Scheckersgraben“ in Mehlbach ein, dort ist Margit Obländer-Zech die Ansprechpartnerin. Von 8. bis 12. Juli und vom 15. bis 19. Juli gibt es Camps im Benjental bei Gimmeldingen mit Natasha-Marie Ehlen vom CVJM Neustadt.

Im Herbst finden die Camps von 7. bis 11. Oktober im CVJM Waldhaus Kirschtal bei Frankenstein und am Naturerlebniszentrum Wappenschmiede in Fischbach bei Dahn statt. Im Kirschtal leitet Melanie Christmann-Koch von der Schutzgemeinschaft deutscher Wald und in Fischbach Theresa Rohrbacher vom Naturerlebniszentrum die Gruppen an. Für beide Camps gibt es auch ein Übernachtungsangebot.

Die Teilnahmegebühr für ein Camp beträgt 99 Euro. Wenn die Herbstcamps mit Übernachtung und Vollpension gebucht werden, kosten sie 199 Euro (Wappenschmiede) beziehungsweise 180  Euro (Kirschtal). Anmeldungen für die Sommer-Camps nimmt ab sofort Micaela Mayer, Bildung für nachhaltige Entwicklung im UNESCO-Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen in der Geschäftsstelle in Lambrecht, entgegen. Sie gibt auch weitere Informationen zum Projekt und ist unter der Telefonnummer 06325 9552-43 oder per E-Mail an m.mayer@pfaelzerwald.bv-pfalz.de erreichbar.

Das Projekt wird unterstützt vom Land Rheinland-Pfalz.

Modellregionen von Weltrang

Ausstellung über UNESCO-Biosphärenreservate im Pfälzerwald und in Mainz

Der Trifels im Licht der Morgensonne (Foto: juhumbert/adobe stock)

Eine Ausstellung mit Bild-, Text- und Kartenmaterial gibt Einblicke in die 17 Biosphärenreservate Deutschlands und macht in diesem  Jahr bis Ende Oktober an verschiedenen Orten im Pfälzerwald und in Mainz Station. Noch bis 3. März ist die Ausstellung im Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz zu den üblichen Winteröffnungszeiten – täglich außer am Wochenende von 10 bis 17 Uhr – bei freiem Eintritt zu sehen.

Danach, von 6. bis 29. März, zeigt die Verbandsgemeinde Landstuhl die Ausstellung in ihrem Foyer in der Kaiserstraße 49. Von 3. April bis 3. Mai präsentiert das rheinland-pfälzische Umweltministerium in seinen Räumen in der Mainzer Kaiser-Friedrich-Straße 1 die Ausstellung der Öffentlichkeit. In der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt läuft sie dann von 16. Mai bis 21. Juni, bevor sie in den Sommermonaten Juli und August in der  Pfalzakademie in Lambrecht zu sehen ist. Den Abschluss macht das Biosphärenhaus in Fischbach mit der Schau ab 1. September. Ende Oktober verlässt sie die Pfalz wieder.

Die Biosphärenreservate beherbergen in Deutschland einzigartige, meist vom Menschen geprägte Landschaften sowie wertvolle Ökosysteme von Südost-Rügen bis zum Berchtesgadener Land. Sie sind international repräsentative Modellregionen, deren Arbeit ein nachhaltiges Wirtschaften der Menschen fördern und ein tragfähiges Zusammenleben von Mensch und Natur ermöglichen soll.  Die deutschen Biosphärenreservate sind eingebunden in das Weltnetz der UNESCO, zu dem aktuell 686 Biosphärenreservate in 122 Ländern gehören. Von den deutschen Biosphärenreservaten sind derzeit 16 als UNESCO-Biosphärenreservate anerkannt. Der Pfälzerwald bildet gemeinsam mit den Nordvogesen das einzige grenzüberschreitende Biosphärenreservat der Bundesrepublik und eines von nur 20 bi- und trinationalen weltweit.

Bundesweit sind die Biosphärenreservate in das Netz der Nationalen Naturlandschaften eingebunden. Das sind die 16 Nationalparks, 17 Biosphärenreservate, über 100 Naturparks und ein Wildnisgebiet, die es als besonders wertvolle Landschaftsräume zu erhalten gilt. EUROPARC Deutschland ist der Dachverband der Nationalen Naturlandschaften. Die Ausstellung über die deutschen Biosphärenreservate wurde von EUROPARC Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit Biosphärenreservatsverwaltungen entwickelt.

Weitere Informationen zu den deutschen Biosphärenreservaten finden Sie hier: www.nationale-naturlandschaften.de/biosphaerenreservate

Schmackhaftes Biosphärenreservat

Gastronomische Partnerbetriebe bieten kulinarische Aktionen

Rund ums Lamm, ums Weiderind, um Pfälzerwald-Köstlichkeiten und ums Glanrind drehen sich die kulinarischen Aktionstage im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen. Gemeinsam mit seinen gastronomischen Partnerbetrieben lädt es dazu ein, regionale und nachhaltig erzeugte Produkte zu genießen, die mal klassisch und mal innovativ zubereitet werden. Vom 12. bis 26. April geht es los mit den Lammwochen, weiter geht es vom 14. bis 28. Juni mit den Weiderindtagen und vom 13. bis 27. September mit den Pfälzerwald-Wochen. Den herbstlichen Abschluss machen vom 18. Oktober bis 2. November die Glanrindertage.

Das verwendete Fleisch kommt von Tieren, die auf umweltschonende und tierfreundliche Art aufgezogen und gehalten werden. Die Lämmer, Weiderinder  – das sind Galloway-, Aubrac- und Heckrinder  – und Glanrinder grasen auf kräuterreichen Wiesen im Biosphärenreservat oder in umliegenden Regionen. Die Schlachtung behält soweit wie möglich das Wohl der Tiere im Blick, die Transportwege bleiben kurz. All das sorgt für eine günstige Kohlendioxid-Bilanz und garantiert Produkte von besonderer Qualität und Frische.

Weil man die Tiere im Pfälzerwald auch sehr gut als Landschaftspfleger zur Erhaltung offener Weideflächen einsetzen kann, leisten deren Haltung und Vermarktung einen wertvollen Beitrag zum Arten- und Biotopschutz sowie zur Kulturlandschaftspflege im Biosphärenreservat. Im Falle des Glandrinds unterstützen die Aktionstage zudem die Erhaltung dieser relativ seltenen, einst für unsere Region typischen heimischen Rinderrasse. Auch bei den anderen Zutaten wie Wildbret, Pilzen, Kastanien, Beeren und Kräutern stehen Regionalität, Nachhaltigkeit und natürlich der gute Geschmack im Zentrum.

Die kulinarischen Aktionstage werden durch das Land Rheinland-Pfalz gefördert.