Aufgrund von Industrialisierung, Zersiedelung, der Entstehung von Ballungsräumen und anderen Faktoren herrscht nur noch an wenigen Orten in Europa nach Sonnenuntergang natürliche Dunkelheit. Zu viel künstliches Licht macht vielerorts die Nacht zum Tage.
Der Pfälzerwald jedoch weist noch Gebiete mit nahezu natürlichen Nachtlandschaften und einem sternenreichen Himmel auf. Diese Gebiete sind wichtig und wertvoll, weil sie neben der Schönheit des Sternenhimmels auch Lebensraum für zahlreiche tag- und nachtaktive Tiere und Pflanzen bieten.

Sternenhimmel über Schmalenberg im Pfälzerwald (Foto: Christian Mücksch)
Sternenhimmel über Schmalenberg im Pfälzerwald (Foto: Christian Mücksch)

Die Eigenschaft und Anerkennung als „Sternenpark“ soll dieses Gebiet nachhaltig schützen – so etwa durch umweltverträglichere Straßen- und Privatbeleuchtungen, mit denen sich Energie einsparen beziehungsweise sinnvoller nutzen lässt und die Lebensqualität in den Gemeinden gesteigert wird. Weitere Ziele des Projekts sind die Erforschung des nachtaktiven Lebensraums und die Vermittlung der Freude am ältesten Kulturgut der Menschheit – der Beobachtung des Sternenhimmels sowie dem Lauf der Gestirne.

Vor diesem Hintergrund möchte der Bezirksverbands Pfalz als Träger des Biosphärenreservats Pfaälzerwald dieses Gebiet durch die Auszeichnung als Sternenpark der International Dark Sky Association (IDA) unter Schutz stellen zu lassen. Das Biosphärenreservat kooperiert dabei mit der Uni Kaiserslautern und dem Land Rheinland-Pfalz (Landesforsten). Auf dem Weg dorthin sollen durch Beratung, Information, Veranstaltungen und insbesondere durch die Umsetzung von Maßnahmen der Kommunen und in den Kommunen unnötig produzierte und verbrauchte Lichtmengen proaktiv reduziert werden.

Das Projekt strebt die Sensibilisierung von Anwohnern und Öffentlichkeit hinsichtlich des Umgangs mit künstlichem Licht und dessen Auswirkungen an, um möglichst viele Akteure zur Verhaltensänderung anzuregen. Wesentliche Ziele sind etwa die Umrüstung auf warmweißes Licht mit geringem Blauanteil, auf zentrierte Beleuchtung ohne große Abstrahlung, auf Abschirmungen sowie auf zeitliche Befristung der Beleuchtung. Eine gut geplante und umweltgerechte öffentliche Beleuchtung vermeidet nicht nur die negativen Folgen von Lichtverschmutzung wie zum Beispiel Blendung oder schlechte Lichtlenkung, sondern bietet auch Einsparpotenzial für Energie und damit Steuergelder und reduziert die klimarelevanten CO2 –Emissionen.

An gut erreichbare Freiflächen im Pfälzerwald sollen zudem Plätze zur Sternenbeobachtung eingerichtet werden. Damit soll das Alleinstellungsmerkmal des Pfälzerwalds als Gebiet mit noch natürlich vorhandenen Nachtlandschaften geschützt und nachhaltig touristisch genutzt werden. Gleichzeitig kann das Projekt für die Bereiche Biosphäre und Natur sowie Umweltschutz, Klimaschutz und Energieeinsparung, Gesundheit aller Lebewesen sowie Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit Beiträge leisten.

Das Projekt ist bis zum Sommer 2020 als Leader-Projekt im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE unter Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz (vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau) beantragt.

Kontakt zur Projektmitarbeiterin:

Sarah Köngeter
Telefon 06325 9552-15
s.koengeter@pfaelzerwald.bv-pfalz.de