Licht aus – Sterne an

Sterneninfoabend mit Kurzvorträgen, Aktionsprogramm und Sternenguckerei zum Projekt Sternenpark Pfälzerwald

Ein Schatz, den es gut zu schützen gilt: Die teilweise noch natürliche Nacht im Pfälzerwald gibt den Blick auf zahllose Sterne frei (Foto: Christian Mücksch)

 „Licht aus – Sterne an“ lautet das Motto der Veranstaltung, zu der das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen und Landesforsten Rheinland-Pfalz am Samstag, 30. März, ab 17.30 Uhr ins Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz einladen. Anlass sind der internationale Tag der Astronomie und die World Earth Hour. Ersterer will den Menschen die Faszination des Universums näherbringen, letzterer lädt dazu ein, den Umgang mit der Ressource Licht durch eine symbolische Stunde des Verzichts zu hinterfragen. Die Themenschwerpunkte des Abends sind entsprechend Lichtverschmutzung und Astronomie.

Nach der Begrüßung durch die Umweltministerin des Landes Rheinland-Pfalz, Ulrike Höfken, den Vorsitzenden des Bezirkstags Pfalz, Theo Wieder, und Dr. Susanne Ganster, Landrätin im Kreis Südwestpfalz und Vorsitzende der lokalen Aktionsgruppe (LAG) Pfälzerwald plus, macht Sarah Köngeter, die das Projekt Sternenpark Pfälzerwald beim Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen koordiniert, den Einstieg ins kurzweilige Fachvortragsprogramm. „Lichtverschmutzung – die Schattenseite des Lichts“ ist der Titel ihres Beitrags, in dem sie erläutert, was Lichtverschmutzung ist und wie das Projekt dagegen wirken will. Aus dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb berichtet anschließend Dr. Mathias Engel vom dortigen Sternenpark-Projekt. „Gute Nacht, Nacht!“ betitelt Dr. Hans-Günter Weeß, Leiter des interdisziplinären Schlafzentrums am Pfalzklinikum Klingenmünster, seinen Kurzvortrag rund um den Einfluss von Licht auf den Schlaf. Dr. Christian Anders und Dr. Christian Mücksch, Mitglieder beim Astronomieverein SAGA e.V. in Kaiserslautern, erklären im Beitrag „Nachts im Pfälzerwald“, was den Sternenhimmel so faszinierend macht und wie man seine Qualität mit dem Astmon SkyBrightness Monitor messen kann. Wie der Blick ins Universum bei der Orientierung auf der Erde hilft, erläutert Armin Kühn, Vorsitzender des Astronomievereins „Pälzer Schdernegugger“, in „Astronomie – praktisch“.

Ganz praktisch orientiert ist auch der letzte Teil der Veranstaltung ab 20.30 Uhr. Es gibt unter anderem Informationen zum Umgang mit der Astronomie-App „Stellarium“ und zur Nutzung der Sterne als Messfeld für die Dunkelheit der Nacht. Alle, die Lust haben, sind – sofern es die Wetterlage erlaubt –, eingeladen, noch beim gemeinsamen „star-gazing“, englisch für Sternenguckerei, zu verweilen und die sternenfreundlichen Musterleuchten am Haus der Nachhaltigkeit zu begutachten. Durch den Abend führt der Leiter des Hauses, Michael Leschnig.

 Das Projekt Sternenpark Pfälzerwald wird als LEADER-Projekt im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE unter Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz (vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau) gefördert.

Veranstaltungen zum Tag der Astronomie in der Region

Wer zum Tag der Astronomie noch intensiver ins Thema einsteigen will, kann bereits nachmittags von 14 bis 17 Uhr im Urweltmuseum Geoskop, einer Außenstelle des Pfalzmuseums für Naturkunde, auf Burg Lichtenberg bei Kusel an Museumsaktionen teilnehmen. Das Rahmenthema ist hier die Atmosphäre, ohne die es kein Wetter und kein Klima geben kann. Die Spezialisten im Urweltmuseum erklären etwa, welche Himmelskörper eine Atmosphäre haben und ob es Wetter- und Klimaphänomene gibt, die fossil überliefert werden. Ebenfalls bereits nachmittags bietet die astronomische Vereinigung Vorderpfalz gemeinsam mit dem Planetarium Mannheim eine gefahrlose Sonnenbeobachtung mit Spezialteleskopen an. Die Sternwarte Zweibrücken öffnet schon am Vortag, also dem 29. März, ab Sonnenuntergang die Sternwarte für einen Beobachtungsabend und hält weitere astronomische Programmpunkte bereit.

Modellregionen von Weltrang

Ausstellung über Biosphärenreservate in Landstuhl

Die Verbandsgemeinde Landstuhl zeigt von 6. bis 29. März in ihren Räumen in der Kaiserstraße 49 eine Ausstellung über Biosphärenreservate in Deutschland. Mit Bild-, Text- und Kartenmaterial gibt die Schau Einblicke in die 17 Biosphärenreservate Deutschlands und macht in diesem  Jahr bis Ende Oktober an verschiedenen Orten im Pfälzerwald und in Mainz Station. In Landstuhl ist die Ausstellung zu den Öffnungszeiten der Verbandsgemeindeverwaltung zu sehen, also Montag bis Mittwoch von 8.30 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr, donnerstags durchgehend von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8.30 bis 12 Uhr.

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen zeichnet sich unter anderem durch seinen Burgenreichtum aus; die Burg Nanstein erhebt sich über der Stadt Landstuhl im Nordwesten des Gebiets (Foto: Hafner)

Von 3. April bis 3. Mai präsentiert das rheinland-pfälzische Umweltministerium in seinen Räumen in der Mainzer Kaiser-Friedrich-Straße 1 die Ausstellung der Öffentlichkeit. In der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt läuft sie dann von 16. Mai bis 21. Juni, bevor sie in den Sommermonaten Juli und August in der Pfalzakademie in Lambrecht zu sehen ist. Den Abschluss macht das Biosphärenhaus in Fischbach mit der Schau ab 1. September. Ende Oktober verlässt sie die Pfalz wieder.

Die Biosphärenreservate beherbergen in Deutschland einzigartige, meist vom Menschen geprägte Landschaften sowie wertvolle Ökosysteme von Südost-Rügen bis zum Berchtesgadener Land. Sie sind international repräsentative Modellregionen, deren Arbeit ein nachhaltiges Wirtschaften der Menschen fördern und ein tragfähiges Zusammenleben von Mensch und Natur ermöglichen soll.  Die deutschen Biosphärenreservate sind eingebunden in das Weltnetz der UNESCO, zu dem aktuell 686 Biosphärenreservate in 122 Ländern gehören. Von den deutschen Biosphärenreservaten sind derzeit 16 als UNESCO-Biosphärenreservate anerkannt. Der Pfälzerwald bildet gemeinsam mit den Nordvogesen das einzige grenzüberschreitende Biosphärenreservat der Bundesrepublik und eines von nur 20 bi- und trinationalen weltweit.

Bundesweit sind die Biosphärenreservate in das Netz der Nationalen Naturlandschaften eingebunden. Das sind die 16 Nationalparks, 17 Biosphärenreservate, über 100 Naturparks und ein Wildnisgebiet, die es als besonders wertvolle Landschaftsräume zu erhalten gilt. EUROPARC Deutschland ist der Dachverband der Nationalen Naturlandschaften. Die Ausstellung über die deutschen Biosphärenreservate wurde von EUROPARC Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit Biosphärenreservatsverwaltungen entwickelt.

Weitere Informationen zu den deutschen Biosphärenreservaten gibt es hier: www.nationale-naturlandschaften.de/biosphaerenreservate

Baumschnittkurs in Dahn

Projekt „LIFE Biocorridors“ will Streuobstwiesen erhalten

Zu einem Baumschnittkurs im Haus des Gastes in der Weißenburgerstraße 17  in Dahn am Samstag, 9. März, von 10 bis 13 Uhr, lädt das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen ein. Die Teilnahme am Kurs ist frei, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Eigentümer von Obstbäumen oder Streuobstwiesen sind ebenso angesprochen wie alle anderen, die Interesse am Baumschnitt haben.

Nach einer kurzen Begrüßung und einer Vorstellung des EU-Projekts „LIFE Biocorridors“ durch Projekt-Koordinatorin Sabine Hoos geht es zunächst im Filmsaal des Haus des Gastes (unterer Eingang über Brücke) mit einem Vortrag zur Jungbaumpflanzung und Pflege von Altbäumen los.

Anschließend geht es ins Gelände, wo Thomas Lengert, Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung, anhand einer Baumschnittvorführung Pflanzschnitt, Pflegeschnitt sowie Erhaltungsschnitt bei Altbäumen erläutert.

Die Teilnehmer sollten festes Schuhwerk sowie warme und regenfeste Kleidung dabeihaben. Um Anmeldung im Projekt-Büro unter der Telefonnummer 06391 866-9516 beziehungsweise per E-Mail an m.asel@pfaelzerwald.bv-pfalz.de wird gebeten. Die Veranstaltungen werden gefördert von der EU und dem Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten (MUEEF) Rheinland-Pfalz.

Das Projekt „LIFE Biocorridors“ fördert den Erhalt von Streuobstwiesen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Die Infoveranstaltung zur Pflanzung und Pflege von Streuobstbäumen soll Menschen, die Verantwortung für ihr Biosphärenreservat übernehmen wollen, eine Hilfestellung beim Erhalt ihrer Streuobstwiesen leisten.

Während der Streuobstanbau im 18. Jahrhundert aufgrund behördlicher Erlasse sowohl im Pfälzerwald als auch am Haardtrand eine Hochphase erlebte, verschwinden heute viele Streuobstbestände infolge von Nutzungsaufgabe, durch Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion oder durch Bebauung in den Ortsrandlagen.

Man geht derzeit von rund 1.000 Hektar Streuobstwiesen mit rund 71.000 Einzelbäumen – davon 54 Prozent Apfelbäume, gefolgt von Kirschen, Birnen und Pflaumen – im Pfälzerwald aus. Ein Großteil der Bestände ist überaltert und teilweise in einem mittelmäßigen bis schlechten Zustand.

Wichtige Akteure im Bereich Streuobst sind die Obst- und Gartenbauvereine, Umweltverbände, Kreisverwaltungen, Biotopbetreuer und Schulen, aber auch die Gemeinden und Flächeneigentümer, die diese für Pflanzen und Tiere wichtigen Lebensräume pflegen und erhalten. Nicht zuletzt tragen die Verbraucher, die regional erzeugten Obstsaft kaufen, maßgeblich zum Erhalt dieser wertvollen Landschaftsform bei. Mehr Informationen unter www.pfaelzerwald.de/projekte/life-biocorridors.

Junge Entdecker im Pfälzerwald

Junior Ranger-Camps in den Sommer- und Herbstferien

Foto: europarc

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen und Landesforsten Rheinland-Pfalz starten in die dritte Junior Ranger-Saison. Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis zwölf Jahren erleben und erforschen bei fünftägigen Camps in der Natur das Biosphärenreservat. Insgesamt neun Entdecker-Camps, sieben davon in den Sommer-, zwei in den Herbstferien, stehen den Abenteuerlustigen an unterschiedlichen Orten im Pfälzerwald zur Wahl. Sie laufen jeweils montags bis freitags, von 8 bis 17 Uhr. Bei den beiden Herbstcamps gibt es auch die Möglichkeit zu übernachten.

Im Laufe der Camp-Woche lernen die angehenden Ranger viel über das Biosphärenreservat, worum es dort eigentlich geht und welche anderen Schutzgebiete es gibt. Sie üben, sich mit Karte und Kompass zu orientieren, lernen die Tiere und Pflanzen des Pfälzerwalds kennen, erfahren Wissenswertes über eine umweltverträgliche und sozial gerechte Lebensweise, gehen auf Spiel- und Entdeckungstouren und haben Spaß am Lagerfeuer. Am Ende der Woche erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Urkunde als Junior Ranger. Das Projekt zielt darauf ab, Mädchen und Jungen zu Botschafterinnen und Botschaftern für ihre Heimat, das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen, zu machen, das die UNESCO als Modellregion für Nachhaltigkeit anerkannt hat.

Landesforsten bietet zwei Camps vom 1. bis 5. Juli und vom 8. bis 12. Juli im Haus der Nachhaltigkeit in Trippstadt unter Leitung von Simone Nickel. Das Camp in der zweiten Ferienwoche richtet sich an Fortgeschrittene, also Kinder, die schon Junior Ranger sind. Ebenfalls von Landesforsten wird das Camp vom 5. bis 9. August in Bad Dürkheim an der Pfälzerwaldvereins-Hütte an der Weilach mit Joachim Weirich angeboten. Vom 15. bis 19. Juli leitet Rüdiger Sinn vom Forstamt Haardt auf dem Taubensuhl kleine Entdecker an. Ebenfalls vom 15. bis 19. Juli lädt der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) Otterberg  gemeinsam mit dem Forstamt Otterberg auf den Grillplatz „Im Scheckersgraben“ in Mehlbach ein, dort ist Margit Obländer-Zech die Ansprechpartnerin. Von 8. bis 12. Juli und vom 15. bis 19. Juli gibt es Camps im Benjental bei Gimmeldingen mit Natasha-Marie Ehlen vom CVJM Neustadt.

Im Herbst finden die Camps von 7. bis 11. Oktober im CVJM Waldhaus Kirschtal bei Frankenstein und am Naturerlebniszentrum Wappenschmiede in Fischbach bei Dahn statt. Im Kirschtal leitet Melanie Christmann-Koch von der Schutzgemeinschaft deutscher Wald und in Fischbach Theresa Rohrbacher vom Naturerlebniszentrum die Gruppen an. Für beide Camps gibt es auch ein Übernachtungsangebot.

Die Teilnahmegebühr für ein Camp beträgt 99 Euro. Wenn die Herbstcamps mit Übernachtung und Vollpension gebucht werden, kosten sie 199 Euro (Wappenschmiede) beziehungsweise 180  Euro (Kirschtal). Anmeldungen für die Sommer-Camps nimmt ab sofort Micaela Mayer, Bildung für nachhaltige Entwicklung im UNESCO-Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen in der Geschäftsstelle in Lambrecht, entgegen. Sie gibt auch weitere Informationen zum Projekt und ist unter der Telefonnummer 06325 9552-43 oder per E-Mail an m.mayer@pfaelzerwald.bv-pfalz.de erreichbar.

Das Projekt wird unterstützt vom Land Rheinland-Pfalz.

Modellregionen von Weltrang

Ausstellung über UNESCO-Biosphärenreservate im Pfälzerwald und in Mainz

Der Trifels im Licht der Morgensonne (Foto: juhumbert/adobe stock)

Eine Ausstellung mit Bild-, Text- und Kartenmaterial gibt Einblicke in die 17 Biosphärenreservate Deutschlands und macht in diesem  Jahr bis Ende Oktober an verschiedenen Orten im Pfälzerwald und in Mainz Station. Noch bis 3. März ist die Ausstellung im Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz zu den üblichen Winteröffnungszeiten – täglich außer am Wochenende von 10 bis 17 Uhr – bei freiem Eintritt zu sehen.

Danach, von 6. bis 29. März, zeigt die Verbandsgemeinde Landstuhl die Ausstellung in ihrem Foyer in der Kaiserstraße 49. Von 3. April bis 3. Mai präsentiert das rheinland-pfälzische Umweltministerium in seinen Räumen in der Mainzer Kaiser-Friedrich-Straße 1 die Ausstellung der Öffentlichkeit. In der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt läuft sie dann von 16. Mai bis 21. Juni, bevor sie in den Sommermonaten Juli und August in der  Pfalzakademie in Lambrecht zu sehen ist. Den Abschluss macht das Biosphärenhaus in Fischbach mit der Schau ab 1. September. Ende Oktober verlässt sie die Pfalz wieder.

Die Biosphärenreservate beherbergen in Deutschland einzigartige, meist vom Menschen geprägte Landschaften sowie wertvolle Ökosysteme von Südost-Rügen bis zum Berchtesgadener Land. Sie sind international repräsentative Modellregionen, deren Arbeit ein nachhaltiges Wirtschaften der Menschen fördern und ein tragfähiges Zusammenleben von Mensch und Natur ermöglichen soll.  Die deutschen Biosphärenreservate sind eingebunden in das Weltnetz der UNESCO, zu dem aktuell 686 Biosphärenreservate in 122 Ländern gehören. Von den deutschen Biosphärenreservaten sind derzeit 16 als UNESCO-Biosphärenreservate anerkannt. Der Pfälzerwald bildet gemeinsam mit den Nordvogesen das einzige grenzüberschreitende Biosphärenreservat der Bundesrepublik und eines von nur 20 bi- und trinationalen weltweit.

Bundesweit sind die Biosphärenreservate in das Netz der Nationalen Naturlandschaften eingebunden. Das sind die 16 Nationalparks, 17 Biosphärenreservate, über 100 Naturparks und ein Wildnisgebiet, die es als besonders wertvolle Landschaftsräume zu erhalten gilt. EUROPARC Deutschland ist der Dachverband der Nationalen Naturlandschaften. Die Ausstellung über die deutschen Biosphärenreservate wurde von EUROPARC Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit Biosphärenreservatsverwaltungen entwickelt.

Weitere Informationen zu den deutschen Biosphärenreservaten finden Sie hier: www.nationale-naturlandschaften.de/biosphaerenreservate

Schmackhaftes Biosphärenreservat

Gastronomische Partnerbetriebe bieten kulinarische Aktionen

Rund ums Lamm, ums Weiderind, um Pfälzerwald-Köstlichkeiten und ums Glanrind drehen sich die kulinarischen Aktionstage im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen. Gemeinsam mit seinen gastronomischen Partnerbetrieben lädt es dazu ein, regionale und nachhaltig erzeugte Produkte zu genießen, die mal klassisch und mal innovativ zubereitet werden. Vom 12. bis 26. April geht es los mit den Lammwochen, weiter geht es vom 14. bis 28. Juni mit den Weiderindtagen und vom 13. bis 27. September mit den Pfälzerwald-Wochen. Den herbstlichen Abschluss machen vom 18. Oktober bis 2. November die Glanrindertage.

Das verwendete Fleisch kommt von Tieren, die auf umweltschonende und tierfreundliche Art aufgezogen und gehalten werden. Die Lämmer, Weiderinder  – das sind Galloway-, Aubrac- und Heckrinder  – und Glanrinder grasen auf kräuterreichen Wiesen im Biosphärenreservat oder in umliegenden Regionen. Die Schlachtung behält soweit wie möglich das Wohl der Tiere im Blick, die Transportwege bleiben kurz. All das sorgt für eine günstige Kohlendioxid-Bilanz und garantiert Produkte von besonderer Qualität und Frische.

Weil man die Tiere im Pfälzerwald auch sehr gut als Landschaftspfleger zur Erhaltung offener Weideflächen einsetzen kann, leisten deren Haltung und Vermarktung einen wertvollen Beitrag zum Arten- und Biotopschutz sowie zur Kulturlandschaftspflege im Biosphärenreservat. Im Falle des Glandrinds unterstützen die Aktionstage zudem die Erhaltung dieser relativ seltenen, einst für unsere Region typischen heimischen Rinderrasse. Auch bei den anderen Zutaten wie Wildbret, Pilzen, Kastanien, Beeren und Kräutern stehen Regionalität, Nachhaltigkeit und natürlich der gute Geschmack im Zentrum.

Die kulinarischen Aktionstage werden durch das Land Rheinland-Pfalz gefördert.

Vielfalt lecker und nachhaltig

Deutsch-französische Biosphären-Bauernmärkte mit Produkten aus Pfälzerwald und Nordvogesen

Zum genüsslichen Schlemmen und gemütlichen Schlendern laden die sieben Bauernmärkte ein, die das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen im Jahr 2019 organisiert. Bei den Märkten präsentieren 40 bis 50 Erzeuger aus der Pfalz, aus Lothringen und aus dem Nordelsass ihre umweltschonend  produzierten Waren wie Schinken, Wurst, Fleisch, Kuhkäse, Ziegenkäse, Saft, Biowein und Sekt, Marmelade und Honig und vieles andere mehr. Die Biosphären-Bauernmärkte finden statt am 7. April in Landstuhl, am 28. April im elsässischen Lembach, am 5. Mai in Neustadt an der Weinstraße, am 18. August in Sippersfeld, am 8. September in Wissembourg, am 29. September in Grünstadt und am 20. Oktober in Kirrweiler.

In Landstuhl, Neustadt und Grünstadt ist gleichzeitig verkaufsoffener Sonntag. Alle Orte sind auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen; die Märkte finden im Zentrum der Orte statt, so dass sie vom jeweiligen Bahnhof oder von der jeweiligen Bushaltestelle gut zu Fuß erreichbar sind.

Ziel der deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkte ist es, die Landwirtschaft in der Region zu stärken und bei Einheimischen wie Gästen für den Kauf von umweltschonend erzeugten Produkten zu werben. Denn so können die Verbraucherinnen und Verbraucher direkt dazu beitragen, dass die einzigartige Kulturlandschaft des Biosphärenreservats erhalten bleibt und keine langen Transportwege entstehen.

Die Biosphären-Bauernmärkte werden unterstützt durch das Land Rheinland-Pfalz.

Grenzregion mit bewegter Geschichte

Das einzige grenzüberschreitende Biosphärenreservat Deutschlands ist auch das erste, das die deutsche UNESCO-Kommission mit einer multimedialen Storytelling-Präsenz im Internet bedenkt. Die Story skizziert die Entwicklung des Pfälzerwalds und der Nordvogesen mit ihrer bewegten Geschichte hin zu einer grenzüberschreitenden Modellregion im Herzen Europas. Zu dem Beitrag aus Text, Videos und Bildern geht es über die Startseite der Deutschen UNESCO-Kommission www.unesco.de oder über diesen Link.

Natürliche Nachtlandschaften im Pfälzerwald bewahren

Künstliches Licht gehört für Menschen selbstverständlich zum Leben dazu. Aufgrund von Zersiedelung, Industrialisierung und der Entstehung von Ballungsräumen herrscht nach Sonnenuntergang an wenigen Orten in Europa noch natürliche Dunkelheit. „Mit dem Projekt Sternenpark Pfälzerwald wollen wir gemeinsam mit vielen Partnerinnen und Partnern dunkle Nachtlandschaften des Pfälzerwalds vor Lichtverschmutzung schützen”, erläutert Sarah Köngeter. Sie ist die Koordinatorin des genannten Projekts und hat im August ihre Arbeit beim Biosphärenreservat Pfälzerwald aufgenommen. Da Studenten der Technischen Universität Kaiserslautern mithilfe von Messungen der Himmelshelligkeit während der Nacht zeigen konnten, dass in unterschiedlichen Gebieten des Biosphärenreservats niedrige Kunstlichtwerte und somit eine geringe Lichtverschmutzung vorliegen, hat sich die Idee zu dem Projekt geformt.

„Unter Lichtverschmutzung ist die Überlagerung von natürlichem Licht durch künstliches zu verstehen. Erfreulich ist, dass eine Verschmutzung durch Licht im Unterschied zu anderen Verschmutzungsformen rückgängig zu machen ist”, erklärt Sarah Köngeter, die Forstwissenschaft und Waldökologie mit Schwerpunkt auf Waldnaturschutz studiert hat. Das Projekt ziele darauf ab, die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, was der Einzelne und Kommunen dazu beitragen können, die Lichtverschmutzung zu reduzieren. „Durch die Umstellung auf sternenfreundliche Beleuchtung kann viel erreicht werden. Das Schöne ist, dass eine solche Beleuchtung meist auch Kosten spart, dem Menschen guttut und tierfreundlich ist – zu dieser Form der Beleuchtung möchten wir anregen.”

Das LEADER-Projekt, das durch die Europäische Union und das Land Rheinland-Pfalz gefördert wird, trifft bisher auf viele Unterstützer. Besondere inhaltliche Unterstützung geben Vertreterinnen und Vertreter der Universität Kaiserslautern, der Studentischen Arbeitsgemeinschaft Astronomie (SAGA) Kaiserslautern, der Energieagentur Rheinland-Pfalz, des Bezirksverbands Pfalz sowie von Landesforsten und vom rheinland-pfälzischen Umweltministerium. „Wir stoßen auf viel Begeisterung, das Thema ist sehr emotional und positiv besetzt. Sterne sind etwas sehr Verbindendes, schließlich können alle Menschen in den Himmel gucken. Zudem bietet ein sternenreicher Himmel auch touristisch großes Potential.” Die Entwicklung von Angeboten, die einen nachhaltigen Astrotourismus fördern, ist ebenfalls Ziel des Projekts. So sollen etwa die Biosphären-Guides, die derzeit im Biosphärenreservat ausgebildet werden, Schulungen erhalten, damit sie Sternenführungen anbieten können. In der Nähe von Gemeinden, die sich für die Sternenfreundlichkeit einsetzen, sollen auch Beobachtungsplätze eingerichtet werden.

„In Zusammenarbeit mit den Energieversorgern wollen wir im Projekt Richtlinien erarbeiten, die den Vorgaben der International Dark-Sky Association (IDA) entsprechen und anhand derer die Anerkennung als „Sternenfreundliche Kommune” oder „Sternenfreundlicher Gastgeber” vergeben werden kann”, berichtet die Projektkoordinatorin. Zunächst sei viel Netzwerk- und Informationsarbeit in der Region zu leisten. Für alle Interessierten gibt es am Dienstag, 4. Dezember, ab 17 Uhr im Biosphärenhaus bei Fischbach einen Infoabend mit Kurzvorträgen zum Projekt sowie zum Sternenhimmel über dem Pfälzerwald.

Das Projekt Sternenpark Pfälzerwald wird als LEADER-Projekt im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE unter Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz (vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau) gefördert.

Für einen besseren Biotopverbund und mehr Licht

Voraussichtlich noch bis Ende Dezember finden bei Dernbach Arbeiten statt, um etwa fünf Hektar ehemaliger, inzwischen verbuschter Streuobstwiesen wieder freizustellen. Mit der Freistellung in Dernbach und zahlreichen anderen Initiativen verfolgt das EU-Projekt „LIFE Biocorridors” des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen das Ziel, ein grenzüberschreitendes ökologisches Netzwerk in dem deutsch-französischen Großschutzgebiet zu schaffen. Die freigestellten Flächen, auf denen sich wertvolle Offenland-Biotope erholen und bilden können, vergrößern und verdichten den Biotopverbund für Tier- und Pflanzenarten; ebenso sorgen sie für eine Verbesserung des Landschaftsbilds und kommen somit auch der Gemeinde zugute.

Für die Freistellungsarbeiten ist ein Mann mit Motorsäge an den Hängen rund um Dernbach unterwegs; ebenso ist ein Raupenbagger im Einsatz, mit dem die gerodeten Bäume und Büsche aus dem Gelände entfernt werden. Zudem werden ein Hacker, der Hackschnitzel herstellt, und ein Forstmulcher gebraucht werden, um das Gelände vor erneutem Bewuchs zu schützen. Die Gemeinde Dernbach wird die gerade freigestellte Fläche in ihre schon bestehenden Beweidungsprojekte mit Ziegen, Rindern, Schafen und Pferden integrieren, um auch diese wieder gewonnenen Streuobstwiesen langfristig vor unerwünschtem Bewuchs zu schützen. Einige alte Streuobstbäume bleiben stehen und erhalten einen Pflegeschnitt. Weitere könnten im Projekt gepflanzt werden, wobei darauf geachtet wird, dass es sich um regionaltypische Sorten handelt.

Die Maßnahme wird auch von einer Offenland-AG unterstützt, die um Dernbach regelmäßig Freistellungs- und Pflegearbeiten umsetzt und auch Dernbacher Streuobstsaft gepresst hat, der in den Gaststätten der Umgebung ausgeschenkt wird.

Zum EU-Projekt „LIFE Biocorridors”
Im Rahmen des EU-Projekts „LIFE Biocorridors” werden verschiedene Maßnahmen in Wald, Wiesen und an Wasserläufen durchgeführt. So soll beispielsweise ein Netz an Altholzinseln entstehen, der Laubwaldanteil erhöht und natürliche Bachuferwälder sollen wiederhergestellt werden. Im Offenland geht es darum, Streuobstwiesen sowie magere Wiesen und Weiden zu bewahren oder neu anzulegen. Fließgewässer sollen wieder durchlässig und Feuchtgebiete gepflegt werden; die Einrichtung von Tränkestellen und Furten soll zudem Gewässer schützen, die durch Viehtritt geschädigt sind.

Für das Projekt „LIFE Biocorridors” werden insgesamt 3,6 Millionen Euro durch die Europäische Union sowie durch die Projektpartner in Frankreich und Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellt. Die Umsetzung der Maßnahmen wird vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz mit 540.000 Euro gefördert. Das Projektbüro gehört zur Geschäftsstelle des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen, die ihren Sitz in Lambrecht hat und eine Einrichtung des Bezirksverbands Pfalz ist.