Kulinarische Schmankerl in Hofstätten

Hotel-Restaurant Müllers Lust in Hofstätten ist neuer Partnerbetrieb des Biosphärenreservats

„Bodenständig, mit guten Produkte zubereitet, angereichert mit mediterranem Flair und vor allem sehr frisch.“ So beschreibt Dieter Müller die Küche in seinem Hotel-Restaurant Müllers Lust, das seit Kurzem einer von rund 60 Partnerbetrieben des Biosphärenreservats Pfälzerwald ist. Gemeinsam mit seiner Frau Marion führt er seit 2004 das Haus in Hofstätten. Ihre Tochter Melinda, die als Köchin europaweit Erfahrung gesammelt hat, ist seit 2012 Küchenchefin. 4.000 Quadratmeter Gelände umgeben das ehemalige Forsthaus, das 1899 erbaut wurde und unter Denkmalschutz steht. „Der Garten gibt viel her, vor allem frische Kräuter benutze ich gerne“, verrät Melinda Müller. Neben vegetarischen Gerichten kommen häufig Wild aus der Hofstätter und Wilgartswieser Jagd sowie andere regionale Produkte auf den Teller.

Auch bei der Renovierung des Anwesens, zu dem eine ehemalige Bäckerei und ein ehemaliger Tante-Emma-Laden gehören, haben Dieter und Marion Müller auf die Verwendung regionaler Materialien und Elemente geachtet. Über 15 Jahre lang ist so zum großen Teil in Eigenleistung und mit viel Liebe zum Detail ein Restaurant mit lauschigem Biergarten neben der Dorfkirche, ein Hotel mit 45 Betten sowie eine Lodge mit 23 Betten in Mehrbettzimmern entstanden. Hier wird mit Sonne und Holz geheizt, die Zimmer sind mit einer Wandheizung ausgestattet, die Wände mit Lehm verputzt. Die historische Backstube haben Müllers reaktiviert: „Hin und wieder kommt ein junger Bäcker aus einer Annweilerer Bäckerei und backt hier Brot“, erklärt Marion Müller.

Viel handwerkliches Geschick und Leidenschaft stecken in „Müllers Lust“. Die Gäste kommen aus dem Pfälzerwald selbst und den angrenzenden Regionen wie auch aus ganz Deutschland und darüber hinaus, zum Beispiel aus den Niederlanden. „Wir haben hier vor allem Wanderer, Radfahrer und Ruhesuchende zu Gast, Motorradfahrer sind auch häufig hier“, erläutert Dieter Müller. In Hofstätten hat sich der Hauensteiner, der selbst begeisterter Biker ist und aus der Automobilbranche kommt, mit seiner Frau einen Traum erfüllt. „In der Saison von April bis Oktober haben wir etwa 3.000 Übernachtungen“, erläutert der Gastwirt. Dafür sind neben Müllers sieben weitere Personen im Einsatz, um zu kochen, das Frühstück vorzubereiten, zu reinigen oder im Restaurant zu bedienen. Mit den Zielen des Biosphärenreservats als Modellregion für nachhaltige Entwicklung kann sich Dieter Müller stark identifizieren: „Die Produkte wachsen und gedeihen hier, man kann einfach danach greifen und sie nutzen“, schwärmt er über die Vielfalt und den Ressourcenreichtum seiner Heimat.

Pflege durch Nutzung

Beweidungsprojekt in Lindenberg

Reiner Koch, Ortsbürgermeister von Lindenberg, ist sehr zufrieden mit seinem Beweidungsprojekt westlich der Dorfmitte. Kürzlich traf er sich dort zu einem Rundgang mit Mitgliedern des Lindenberger Gemeinderats, der Direktorin des Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen, Dr. Friedericke Weber, und dem Projektverantwortlichen beim Biosphärenreservat, Harry Schmeiser. Gemeinsam mit dem Biosphärenreservat hat die Gemeinde Lindenberg im Jahr 2016 die Beweidung begonnen, durch die Bracheflächen bewirtschaftet und halboffene Lebensräume geschaffen werden. Nach einer Konzeptphase und Klärung der Grundstücksgrenzen im bewaldeten Teil der Fläche wurde im Sommer 2016 zunächst ein insgesamt 1.600 Meter langer Außenzaun gestellt. Für die Fertigung des Innenzauns haben sich anschließend unter der Regie von Reiner Koch viele engagierte Lindenbergerinnen und Lindenberger zusammengetan.

Die Lindenbergerin Daniela Kurz, die sich auch „Ziegemama“ nennt, bewirtschaftet die Fläche von etwa 27 Hektar. Fünf Rinder, 26 Schafe und 16 Ziegen sind dort mit einigen Lämmern und Zicklein im Einsatz. Seit kurzem gehören auch drei Glanrinder – Vertreterinnen einer alten heimischen Rinderrasse – zum gemischten Landschaftspflegeteam. Daniela Kurz nimmt seit 2019 an den deutsch-französischen Bauernmärkten des Biosphärenreservats teil und bietet dort unter dem Namen „Pfälzer Landschlemmereien“ verschiedene Lamm- und Ziegenprodukte an.

Durch die extensive Beweidung mit verschiedenen Tieren werden sehr artenreiche Biotope für schützenswerte Offenlandarten geschaffen und erhalten. Die Bracheflächen werden durch die Pflege ökologisch dauerhaft aufgewertet; zudem will die Gemeinde Lindenberg diese mit weiteren Weideflächen verbinden und so auch Lebensräume miteinander vernetzen.

Da Offenlandbiotope wertvolle Lebensräume für eine Vielzahl bedrohter Arten sind, ist die Offenhaltung von bestimmten Landschaftsbereichen nach dem Grundsatz „Pflege durch Nutzung“ eine wichtige Aufgabe im Biosphärenreservat Pfälzerwald. Das Projekt wurde gefördert durch das Land Rheinland-Pfalz.

Färbepflanzen, Wildkräuter, Tomaten und Co.

Veranstaltungen für alle im Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“

Das Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“ begeistert Hobbygärtnerinnen und -gärtner in den Nordvogesen und im Pfälzerwald. Neben einem Gartenwettbewerb, für den derzeit die Jurybesuche laufen, bietet das deutsch-französische Projekt zahlreiche Veranstaltungen zu verschiedenen Gartenthemen. In den nächsten Wochen lädt jeweils am ersten Freitag des Monats, 5. Juli und 2. August, der Verein NaturGestalten zu „GenussGartenArtenReich“ von 16 bis 18 Uhr zum Lernen und Mitmachen in seinen Vereinsgarten in Fischbach bei Dahn ein. Dieses Jahr widmet sich der Verein insbesondere der Permakultur.

An den Sonntagen 7. Juli und 4. August verraten Ursula und Johannes Schauer von der Kräuterschule Wildwiese bei Wildkräuterwanderungen ab dem Biosphärenhaus in Fischbach von jeweils 15 bis 17 Uhr Wissenswertes über Inhaltsstoffe und Verwendung von Wildkräutern. „Tomaten!“ heißten die Veranstaltungen an Freitagen 26. Juli und 30. August, jeweils ab 17. Uhr. Melanie Grabner führt durch ihre Gärtnerei „lilatomate“ in Böhl-Iggelheim, wo über 100 verschiedene Tomatensorten gedeihen; sie gibt dabei einige Tipps zur Tomatenpflege und lässt die Besucherinnen und Besucher auch Tomaten kosten.

Am Samstag, 27. Juli, geht es bei Susanne Maurer in ihrem Atelier Fimabelle in Fischbach bei Dahn von 14.30 bis 17 Uhr darum, welche Pflanzen sich zur Farbengewinnung eignen, wie man aus ihnen den Farbschatz extrahieren und diesen für verschiedene Verwendungen aufbereiten und konservieren kann. Ums Konservieren geht es auch am Freitag, 23. August: Petra Knoll zeigt ab 17.30 Uhr im Haus der NaturFreunde in Lambrecht, wie der Sommer erhalten bleiben kann: Es werden Kräuterprodukte wie aromatisches Kräutersalz, duftender Blütenzucker oder Kräuteressig selbst hergestellt.

Weitere Informationen zu diesen und weiteren Terminen des Biosphärenreservats finden sich unter www.pfaelzerwald.de/termine.

Das Projekt „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“ will die breite Öffentlichkeit im deutschen wie im französischen Teil des Biosphärenreservats für die Artenvielfalt im Alltag sensibilisieren und begeistern. So soll in den unbebauten Flächen von Städten und Dörfern ein ökologisches Handeln sanft und nachhaltig entwickelt werden. Das Projekt wird durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz sowie mit Mitteln aus dem Interreg V A-Projekt „NOE / NOAH“ gefördert.

Fotowettbewerb „Arche Noah Biosphärenreservat“

Tierische Vielfalt im Biosphärenreservat

Zum ersten Mal veranstaltet die Ortsgemeinde Fischbach den von der Daniel-Theysohn-Stiftung finanzierten Fotowettbewerb „Leben und Vielfalt“, um das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen nachhaltig zu fördern und auf die Bedeutung der hier herrschenden Artenvielfalt aufmerksam zu machen. Ziel ist es, das Verständnis der Menschen, denen oft gar nicht bewusst ist, welche Chancen das Leben in diesem weltweit einmaligen, grenzüberschreitenden Biosphärenreservat bietet, für die Besonderheiten des heimischen Naturraums, die Schönheit und Vielfalt aufmerksam zu machen, für die Gefährdung der Natur zu sensibilisieren, um sich auch außerhalb des Biosphärenreservats für den Erhalt der Artenvielfalt einzusetzen.

Die Mauereidechse sonnt sich genüsslich auf einem Felsen (Foto: Yannick Baumann)

Unter dem Motto „Arche Noah Biosphärenreservat“ sind Hobby- und Profifotografen aufgerufen, sich im Biosphärenreservat Pfälzerwald- Nordvogesen auf eine fotografische Entdeckungsreise zu begeben und mit ihrer Kamera die hier lebenden Tiere einzufangen.

Damit helfen sie auch, deutlich zu machen, wie wichtig es ist, neue Wege zu gehen, um die Natur für kommende Generationen zu bewahren.

Die Bilder werden von einer ausgewählten Fachjury bewertet. Die besten Aufnahmen werden mit Geldpreisen prämiert, der Sieger erhält 3.000 Euro und die Arbeit der Preisträger wird in einer ausführlichen Dokumentation editiert. Wir bitten Sie, uns durch eine ausführliche Berichterstattung in Ihrem Medium in unserem Bemühen zu unterstützen, die Natur nachhaltig zu schützen, um sie für die Zukunft zu erhalten. Der Mensch braucht eine intakte Natur als Lebens- und Erholungsraum.

Weitere Informationen zur Teilnahme finden Sie hier .

Das Potenzial sternenreicher Nächte im Pfälzerwald auch für den Tourismus nutzen

Workshop des Projekts „Sternenpark Pfälzerwald“ für Tourismustreibende in Kooperation mit dem ZENAPA-Projekt des Bezirksverbands Pfalz und Landesforsten Rheinland Pfalz

Erstmalig gibt es in diesem Jahr einen Workshop zum Thema potenzieller Astrotourismus im Pfälzerwald für Touristikerinnen, Gastronomen und Hobbyastronominnen – veranstaltet vom Biosphärenreservat Pfälzerwald, dem Klimaschutz-Projekt ZENAPA und Landesforsten Rheinland Pfalz. Der Workshop findet am 22. Juli von 15 bis 18 Uhr im Haus der Nachhaltigkeit statt.

Der Blick auf einen schönen Sternenhimmel birgt auch touristisches Potenzial (Foto; Christian Mücksch/frei)

Nach einem Grußwort der Direktorin des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen, Dr. Friedericke Weber, führt Antonia Müller-Ruff durch ein spannendes Vortragsprogramm. Den Start der Vortragsreihe macht Tobias Kauf von der Pfalz-Touristik mit einem Bericht über die touristische Ausgangslage des Pfälzerwalds. Im Anschluss gibt Dr. Andreas Hänel von der Vereinigung der Sternenfreunde einen Einblick in die astrotouristischen Aktivitäten andernorts in Deutschland, wobei Sternenparkregionen im Fokus stehen. Zurück in die Region führen die Vorträge zweier Astronomievereine, der naturwissenschaftliche Verein zu Zweibrücken, repräsentiert durch Dr. Rolf Schad, und die studentische Arbeitsgemeinschaft Astronomie der Universität Kaiserslautern, von der Dr. Christian Anders anwesend ist.

Abgerundet wird die Vortragsreihe mit der Vorstellung geplanter touristischer Maßnahmen im Rahmen des Projekts Sternenpark Pfälzerwald und der erstmals öffentlichen Vorstellung des Zertifikats „Gastgeber unter den Sternen“ durch die Projektkoordinatorin Sarah Köngeter. Hinter dem Zertifikat verbirgt sich ein Maßnahmenkatalog für Gastronomiebetriebe, durch dessen Einhaltung Sternen- und Astronomiebegeisterte und solche, die es noch werden wollen, gezielt in den Pfälzerwald gelockt werden.

Viel Möglichkeit zur Vernetzung und zum Einbringen kreativer Ideen bietet eine Pinnwandübung am Veranstaltungsende. Zur besseren Planung der Veranstaltung wird um Anmeldung bis zum 15. Juli bei Sarah Köngeter (06325 9552-15, s.koengeter@pfaelzerwald.bv-pfalz.de) gebeten. Sie gibt auch gerne weitere Informationen zum Thema sowie zum Projekt.

Das Projekt Sternenpark Pfälzerwald wird als LEADER-Projekt im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE unter Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz (vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau) gefördert.

Erste Umweltpraktikantin im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen

Commerzbank unterstützt mit dem Projekt „Umweltpraktikum“ Großschutzgebiete in ganz Deutschland

Ronja Hoßbach ist die erste Umweltpraktikantin des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen. Damit steht die Studentin des Zwei-Fach-Bachelors Naturschutzbiologie und Politikwissenschaften in Landau dem Biosphärenreservat für einen Zeitraum von drei Monaten tatkräftig zur Seite. Seit April konnte Ronja Hoßbach bereits vielseitige Einblicke in die Arbeit eines Biosphärenreservats erhalten. Neben ihrem Engagement bei der Aktualisierung der Internetseite und der Beteiligung an Netzwerktreffen der Partnerbetriebe und des BNE-Netzwerks unterstützt Ronja Hoßbach aktiv das Junior Ranger-Projekt. Dabei bereitet sie beispielsweise gemeinsam mit den Junior Rangern die Reise zum bundesweiten Junior Ranger-Treffen im Nationalpark Sächsische Schweiz vor. Außerdem kann sie sich aktiv bei der Gestaltung der Nachhaltigsrallye für den Rheinland-Pfalz-Tag einbringen. Diese Gestaltung erstreckt sich über die Konzipierung eines Rallye-Stands für das Biosphärenreservat Pfälzerwald bis hin zum Design der Rallye-Materialien.

Ute Jahn (links) von der Commerzbank-Filiale Neustadt überreichte Ronja Hoßbach (Mitte) ein Präsent. Antje van Look (rechts) betreut das Umweltpraktikum beim Biosphärenreservat.

„Ich genieße es, den Pfälzerwald aus einem ganz neuen Blickwinkel zu erleben und dabei eine Vielzahl neuer Arbeitsbereiche zu entdecken. Meine persönlichen Highlights waren die nachhaltige Stadtführung, die ich am Tag zur Nachhaltigkeit in Landau mit durchführen konnte und die Freilassung des Luchses Braňo, als er seine ersten Sprünge in den Pfälzerwald machte. Außerdem freue ich mich schon sehr, zwei mutige und engagierte Mädchen in die Sächsische Schweiz auf das deutschlandweite Junior Ranger-Camp zu begleiten“, schwärmt Ronja Hoßbach. Ihre Nachfolgerin, Helena Anne Kaiser, wird von August bis Oktober im Pfälzerwald im Einsatz sein.

Das Commerzbank-Umweltpraktikum bietet jungen Menschen die Chance, Natur intensiv zu erleben und dabei wichtige Kompetenzen für ihre spätere Berufswahl zu erwerben. Im Zuge des Praktikums erhalten Praktikantinnen und Praktikanten Einblicke in ganz verschiedene Bereiche wie Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit oder in die Planung und Umsetzung von Naturschutzprojekten. Seit dem Start 1990 haben durch das Commerzbank-Umweltpraktikum nahezu 1.700 Praktikantinnen und Praktikanten in den 27 teilnehmenden Nationalparks, Naturparks und Biosphärenreservaten zwischen Nordsee und Alpen einzigartige Orte für ihr Engagement gefunden. „Wir freuen uns sehr, dass sich unser Engagement hier so nachhaltig gestaltet“, freut sich Ute Jahn, Filialleiterin der Commerzbank in Neustadt.

Informationen zum Umweltpraktikum finden Sie hier. Speziell zum Umweltpraktikum im Biosphärenreservat Pfälzerwald steht Antje van Look  (a.vanlook@pfaelzerwald.bv-pfalz.de, 06325 1800-241) zur Verfügung.

Giftige Pflanzen auf Wiesen und Weiden

Pflanzen erkennen, Gefahren abschätzen, Maßnahmen ergreifen

In einem Abendseminar am Mittwoch, 26. Juni, um 18.30 Uhr, erfahren Interessierte viel Wissenswertes über „Giftige Pflanzen auf Wiesen und Weiden“. Die Veranstaltung findet im Bürgersaal des Biosphärenhauses in Fischbach bei Dahn statt, die Teilnahme ist kostenlos.

Sehr giftig für Weidetiere: Jakobskreuzkraut (Foto: pixabay)

Eine artenreiche Blütenwiese mit einem Bestand aus vielen Kräutern und Gräsern bildet normalerweise die Grundlage für eine gesunde Tierernährung – wenn es nicht auch Pflanzen gäbe, die genau das Gegenteil bewirken können. Pflanzen, die als Abwehrmechanismus Giftstoffe enthalten, sind vielfältig und profitieren leider oft von extensiver Beweidung und Offenhaltungsmaßnahmen. Seit einigen Jahren ist vor allem das Jakobskreuzkraut regelmäßig in den Medien, da sein Verzehr durch Weidetiere zu Verlusten im Tierbestand führen kann. Viele Tierhalter und Tierhalterinnen sowie  Grundstücksbesitzer und Grundstücksbesitzerinnen  haben deshalb berechtigte Sorgen um ihre Tiere und die Unbedenklichkeit von  Heu, das sie in den Verkehr bringen. Das Seminar vermittelt praxisnah, welche giftigen Pflanzen es auf unseren Weiden gibt, welcher Tierart sie schaden und wie man die Pflanzen im Gelände erkennt. Die anwesenden Experten – Philipp Drusenheimer, Zuständig für landwirtschaftliche Beratung mit Schwerpunkt Agrarumweltmaßnahmen beim Dienstleistungszentrum ländlicher Raum, und Dr. Peter Keller, Biologe mit Schwerpunkt Gebietsmanagement – beantworten Fragen und zeigen Möglichkeiten auf, wie man mit den Giftpflanzen umgeht und negative Auswirkungen vermeidet.  Die Veranstaltung wird im Rahmen des EU-Projekts „LIFE Biocorridors“ gefördert und erfolgt in Kooperation zwischen dem Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen, dem Biosphärenhaus in Fischbach und dem Dienstleistungszentrum ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück.

Das EU-Projekt „LIFE Biocorridors“ will ein grenzüberschreitendes ökologisches Netzwerk im Biotopverbund Pfälzerwald-Nordvogesen schaffen. Hierfür werden verschiedene Maßnahmen in Wald, Wiesen und an Wasserläufen durchgeführt. Im Offenland geht es darum, Streuobstwiesen sowie magere Wiesen und Weiden zu bewahren oder neu anzulegen. Weiterhin soll ein Netz an Altholzinseln entstehen und der Laubwaldanteil erhöht werden. Natürliche Bachuferwälder sollen wiederhergestellt, Fließgewässer wieder durchlässig und Feuchtgebiete gepflegt werden. Die Europäische Union sowie die Projektpartner in Frankreich und Rheinland-Pfalz stellen für das Projekt „LIFE Biocorridors“ insgesamt 3,6 Millionen Euro zur Verfügung. Mit 540.000 Euro fördert das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz die Umsetzung der Maßnahmen.

Der Verlust der Dunkelheit – neu beleuchtet

Schülerwettbewerb des Projekts „Sternenpark Pfälzerwald“ in Kooperation mit dem Biosphärenhaus in Fischbach und dem ZENAPA-Projekt des Bezirksverbands Pfalz

Erstmalig gibt es in diesem Jahr einen Videowettbewerb zum Thema Lichtverschmutzung für 7. bis 10. Klassen – veranstaltet vom Biosphärenreservat Pfälzerwald in Kooperation mit dem Biosphärenhaus in Fischbach und dem Klimaschutz-Projekt ZENAPA. Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler in den Landkreisen der LAG Pfälzerwald Plus (Südwestpfalz, Kaiserslautern, Südliche Weinstraße, Bad Dürkheim) und dem Biosphärenreservat Pfälzerwald – egal, ob im gesamten Klassenverband, als einzelne Gruppe oder als AG –, indem sie einen maximal fünfminütigen Videobeitrag zum Thema Lichtverschmutzung produzieren und einreichen. Durch die direkte Auseinandersetzung mit dem Verlust der natürlichen Dunkelheit sollen die jungen Leute so für das wichtige Thema und seine schwerwiegenden Folgen sensibilisiert werden.

Plakat zum Wettbewerb als pdf.

Für den Wettbewerb gibt es lediglich einige inhaltliche Vorgaben; so soll das Video die Frage beantworten, was es mit der Lichtverschmutzung auf sich hat und wie diese sich auf uns Menschen beziehungsweise die Schülerinnen und Schüler persönlich auswirkt. Wie diese Themen im Video verarbeitet werden, ob beispielsweise als Theaterstück, Comic, Poetry Slam oder Song, ist den Schülern und Schülerinnen vollkommen freigestellt. Die Frist für die Abgabe des Videobeitrags ist der 8. September – genug Zeit, um kreativ zu werden und am Ende einen der drei Preise abzustauben: Zu gewinnen gibt es erstens einen Besuch im Planetarium Mannheim, zweitens eine Führung mit einem beziehungsweise einer Biosphären-Guide und drittens eine Sternkarte und ein Astronomiebuch.

Neben den Preisen für die ersten drei Plätze werden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Urkunden ausgezeichnet. Um die Gewinnerinnen und Gewinner zu ermitteln, gibt es zunächst Punkte für die meisten Likes der Videos auf Facebook und Instagram des Bezirksverbands Pfalz als Träger des Projekts Sternenpark Pfälzerwald. In der zweiten Etappe wird ein fünf- bis sechsköpfiges Jury-Team, bestehend aus den Veranstaltern des Wettbewerbs und zwei Junior-Rangern, die Videos bewerten. Die Bewertung findet bei einer offiziellen Siegerehrung im Biosphärenhaus in Fischbach im Oktober statt. Der genaue Termin wird den Schülerinnen und Schülern bei Beitragseinreichung mitgeteilt.

Das Projekt Sternenpark Pfälzerwald wird als LEADER-Projekt im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE unter Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz (vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau) gefördert.

Weitere Infos zum Thema erhalten Interessentinnen und Interessenten bei Sarah Köngeter unter der Telefonnummer 06325 9552-15 oder per E-Mail an s.koengeter@pfaelzerwald.bv-pfalz.de.

Plakat zum Wettbewerb als pdf.

Vielseitige Beweidung

Fleisch der Weiderinder vom Wingertsberg beim Gräfenhausener Weinfest zu genießen

Es ist ein buntes Team mit viel Nachwuchs: Seit 2015 sind am Gräfenhausener Wingertsberg Esel, Ziegen und Heckrinder am Schaffen, um möglichst viel Gestrüpp zu vertilgen. In diesem Jahr haben hier bisher ein Eselchen, 14 Zicklein und vier Kälber das Licht der Welt erblickt. Gemeinsam rücken die Tiere einem breiten Spektrum an unerwünschten Pflanzen zuleibe, sodass sich mittlerweile eine attraktive mosaikartige Landschaft mit einer hohen Artenvielfalt gebildet hat. Hier fühlen sich zum Beispiel Zauneidechsen, Heuschrecken und Laufkäfer wohl.

Grasen auf kräuterreichen Wiesen und fördern gleichzeitig die Artenvielfalt: Heckrinder im Beweidungsgebiet am Wingertsberg in Gräfenhausen (Bild: Biosphärenreservat/frei)

Die Heckrinder – eine Abbild-Züchtung des Auerochsen – grasen auf kräuterreichen Wiesen, haben viel Bewegung und wachsen in tiergerechter Mutterkuhhaltung im Herdenverband auf. Das Fleisch der Rinder können Gäste beim Gräfenhausener Weinfest am 15. und 16. Juni probieren. In der Dorfmitte wird samstags ab 17 Uhr Weiderindfleisch mit Meerrettich serviert, sonntags ab 11.30 Uhr gibt es Burgunderbraten. Das hochwertige Fleisch, das sich durch eine feine Marmorierung und einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren auszeichnet, ist in vielseitigen Variationen auch in zehn Partner-Restaurants des Biosphärenreservats zu haben, die sich an den kulinarischen Weiderindtagen vom 14. bis 28. Juni beteiligen. Um welche Restaurants es sich dabei handelt, ist hier zu erfahren. Der Beweider Bernd Völlinger, dem die Tiere gehören, bietet das Fleisch der Rinder zudem alle sechs bis acht Wochen beim Weingut Schneider in Gräfenhausen zum Verkauf an. Das naturnah erzeugte Fleisch kann auch direkt bei Bernd Völlinger bezogen werden, seine Telefonnummer lautet 0171 5045410.

Wer das Gräfenhausener Weinfest besucht, kann auch die Gelegenheit wahrnehmen, die vielseitige Landschaft am Beweidungsgebiet mit wunderbaren Ausblicken ins Trifelsland zu genießen, denn ein drei Kilometer langer Rundweg führt um das Gelände herum.

Mit dem Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen als Berater und durch Unterstützung der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße und des Landes Rheinland-Pfalz konnten ab 2014 über 300 Grundstücke erworben oder gepachtet und der Wingertsberg so für das Beweidungsprojekt verfügbar werden. Mehr Informationen finden Sie hier.

Gerichte vom Weiderindfleisch – regional und köstlich

Kulinarische Weiderindtage im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen

Im Rahmen der kulinarischen Tage zum Weiderind vom 14. bis 28. Juni servieren zehn gastronomische Partnerbetriebe des Biosphärenreservats Pfälzerwald besondere Fleischgerichte von Weiderindern, die naturnah auf extensiven Weiden des Pfälzerwalds und seiner angrenzenden Regionen gehalten werden. Das Fleisch dieser ans Freiland angepassten robusten Weiderinderrassen ist besonders schmackhaft und hochwertig, da die Tiere im Sommer beziehungsweise meist auch ganzjährig auf der Weide im Freien aufgezogen werden. Sie grasen auf kräuterreichen Wiesen, haben viel Bewegung und wachsen in tiergerechter Mutterkuhhaltung im Herdenverband auf.

Pflegen unsere Kulturlandschaft und liefern hochwertiges Fleisch: Weiderinder im Biosphärenreservat, wie hier Heckrinder in der Waldweidefläche bei St. Martin (Foto: Biosphärenreservat/frei)

Weil man die Galloway-, Aubrac- und Heckrinder im Pfälzerwald auch sehr gut als Landschaftspfleger zur Erhaltung offener Weideflächen einsetzen kann, leisten deren Haltung und Vermarktung einen wertvollen Beitrag zum Arten- und Biotopschutz sowie zur Kulturlandschaftspflege im Biosphärenreservat Pfälzerwald. Die Tiere lichten Talwiesen, Hangwiesen, Streuobstwiesen und sogar – wie auf der Beweidungsfläche bei St. Martin – Waldstandorte in Form von Waldweide auf.

Mit viel Liebe bereiten die Köchinnen und Köche der Partner-Restaurants aus dem naturnah erzeugten Fleisch besondere Gerichte zu, wobei sie der Kreativität wie auch der Tradition großen Raum lassen. An den Weiderindtagen beteiligen sich das Seehaus Forelle am Eiswoog bei Ramsen, das Hotel Fröhlich in Kaiserslautern-Dansenberg, der Fuxbau in Neustadt-Hambach, die Weinstube Zur Herberge in Neustadt, das Restaurant Müllers Lust in Hofstätten, der Pfälzer Hof in Edenkoben, das Restaurant Sieben Raben im Isenachtal bei Bad Dürkheim, das Restaurant Ritterhof zur Rose in Burrweiler, das Naturfreundehaus Finsterbrunnertal bei Trippstadt und das Bauerncafé Zum Fruchtspeicher in Sippersfeld.

Weitere Infos finden Sie hier.