Giftige Pflanzen auf Wiesen und Weiden

Pflanzen erkennen, Gefahren abschätzen, Maßnahmen ergreifen

In einem Abendseminar am Mittwoch, 26. Juni, um 18.30 Uhr, erfahren Interessierte viel Wissenswertes über „Giftige Pflanzen auf Wiesen und Weiden“. Die Veranstaltung findet im Bürgersaal des Biosphärenhauses in Fischbach bei Dahn statt, die Teilnahme ist kostenlos.

Sehr giftig für Weidetiere: Jakobskreuzkraut (Foto: pixabay)

Eine artenreiche Blütenwiese mit einem Bestand aus vielen Kräutern und Gräsern bildet normalerweise die Grundlage für eine gesunde Tierernährung – wenn es nicht auch Pflanzen gäbe, die genau das Gegenteil bewirken können. Pflanzen, die als Abwehrmechanismus Giftstoffe enthalten, sind vielfältig und profitieren leider oft von extensiver Beweidung und Offenhaltungsmaßnahmen. Seit einigen Jahren ist vor allem das Jakobskreuzkraut regelmäßig in den Medien, da sein Verzehr durch Weidetiere zu Verlusten im Tierbestand führen kann. Viele Tierhalter und Tierhalterinnen sowie  Grundstücksbesitzer und Grundstücksbesitzerinnen  haben deshalb berechtigte Sorgen um ihre Tiere und die Unbedenklichkeit von  Heu, das sie in den Verkehr bringen. Das Seminar vermittelt praxisnah, welche giftigen Pflanzen es auf unseren Weiden gibt, welcher Tierart sie schaden und wie man die Pflanzen im Gelände erkennt. Die anwesenden Experten – Philipp Drusenheimer, Zuständig für landwirtschaftliche Beratung mit Schwerpunkt Agrarumweltmaßnahmen beim Dienstleistungszentrum ländlicher Raum, und Dr. Peter Keller, Biologe mit Schwerpunkt Gebietsmanagement – beantworten Fragen und zeigen Möglichkeiten auf, wie man mit den Giftpflanzen umgeht und negative Auswirkungen vermeidet.  Die Veranstaltung wird im Rahmen des EU-Projekts „LIFE Biocorridors“ gefördert und erfolgt in Kooperation zwischen dem Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen, dem Biosphärenhaus in Fischbach und dem Dienstleistungszentrum ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück.

Das EU-Projekt „LIFE Biocorridors“ will ein grenzüberschreitendes ökologisches Netzwerk im Biotopverbund Pfälzerwald-Nordvogesen schaffen. Hierfür werden verschiedene Maßnahmen in Wald, Wiesen und an Wasserläufen durchgeführt. Im Offenland geht es darum, Streuobstwiesen sowie magere Wiesen und Weiden zu bewahren oder neu anzulegen. Weiterhin soll ein Netz an Altholzinseln entstehen und der Laubwaldanteil erhöht werden. Natürliche Bachuferwälder sollen wiederhergestellt, Fließgewässer wieder durchlässig und Feuchtgebiete gepflegt werden. Die Europäische Union sowie die Projektpartner in Frankreich und Rheinland-Pfalz stellen für das Projekt „LIFE Biocorridors“ insgesamt 3,6 Millionen Euro zur Verfügung. Mit 540.000 Euro fördert das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz die Umsetzung der Maßnahmen.

Der Verlust der Dunkelheit – neu beleuchtet

Schülerwettbewerb des Projekts „Sternenpark Pfälzerwald“ in Kooperation mit dem Biosphärenhaus in Fischbach und dem ZENAPA-Projekt des Bezirksverbands Pfalz

Erstmalig gibt es in diesem Jahr einen Videowettbewerb zum Thema Lichtverschmutzung für 7. bis 10. Klassen – veranstaltet vom Biosphärenreservat Pfälzerwald in Kooperation mit dem Biosphärenhaus in Fischbach und dem Klimaschutz-Projekt ZENAPA. Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler in den Landkreisen der LAG Pfälzerwald Plus (Südwestpfalz, Kaiserslautern, Südliche Weinstraße, Bad Dürkheim) und dem Biosphärenreservat Pfälzerwald – egal, ob im gesamten Klassenverband, als einzelne Gruppe oder als AG –, indem sie einen maximal fünfminütigen Videobeitrag zum Thema Lichtverschmutzung produzieren und einreichen. Durch die direkte Auseinandersetzung mit dem Verlust der natürlichen Dunkelheit sollen die jungen Leute so für das wichtige Thema und seine schwerwiegenden Folgen sensibilisiert werden.

Plakat zum Wettbewerb als pdf.

Für den Wettbewerb gibt es lediglich einige inhaltliche Vorgaben; so soll das Video die Frage beantworten, was es mit der Lichtverschmutzung auf sich hat und wie diese sich auf uns Menschen beziehungsweise die Schülerinnen und Schüler persönlich auswirkt. Wie diese Themen im Video verarbeitet werden, ob beispielsweise als Theaterstück, Comic, Poetry Slam oder Song, ist den Schülern und Schülerinnen vollkommen freigestellt. Die Frist für die Abgabe des Videobeitrags ist der 8. September – genug Zeit, um kreativ zu werden und am Ende einen der drei Preise abzustauben: Zu gewinnen gibt es erstens einen Besuch im Planetarium Mannheim, zweitens eine Führung mit einem beziehungsweise einer Biosphären-Guide und drittens eine Sternkarte und ein Astronomiebuch.

Neben den Preisen für die ersten drei Plätze werden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Urkunden ausgezeichnet. Um die Gewinnerinnen und Gewinner zu ermitteln, gibt es zunächst Punkte für die meisten Likes der Videos auf Facebook und Instagram des Bezirksverbands Pfalz als Träger des Projekts Sternenpark Pfälzerwald. In der zweiten Etappe wird ein fünf- bis sechsköpfiges Jury-Team, bestehend aus den Veranstaltern des Wettbewerbs und zwei Junior-Rangern, die Videos bewerten. Die Bewertung findet bei einer offiziellen Siegerehrung im Biosphärenhaus in Fischbach im Oktober statt. Der genaue Termin wird den Schülerinnen und Schülern bei Beitragseinreichung mitgeteilt.

Das Projekt Sternenpark Pfälzerwald wird als LEADER-Projekt im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE unter Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz (vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau) gefördert.

Weitere Infos zum Thema erhalten Interessentinnen und Interessenten bei Sarah Köngeter unter der Telefonnummer 06325 9552-15 oder per E-Mail an s.koengeter@pfaelzerwald.bv-pfalz.de.

Plakat zum Wettbewerb als pdf.

Vielseitige Beweidung

Fleisch der Weiderinder vom Wingertsberg beim Gräfenhausener Weinfest zu genießen

Es ist ein buntes Team mit viel Nachwuchs: Seit 2015 sind am Gräfenhausener Wingertsberg Esel, Ziegen und Heckrinder am Schaffen, um möglichst viel Gestrüpp zu vertilgen. In diesem Jahr haben hier bisher ein Eselchen, 14 Zicklein und vier Kälber das Licht der Welt erblickt. Gemeinsam rücken die Tiere einem breiten Spektrum an unerwünschten Pflanzen zuleibe, sodass sich mittlerweile eine attraktive mosaikartige Landschaft mit einer hohen Artenvielfalt gebildet hat. Hier fühlen sich zum Beispiel Zauneidechsen, Heuschrecken und Laufkäfer wohl.

Grasen auf kräuterreichen Wiesen und fördern gleichzeitig die Artenvielfalt: Heckrinder im Beweidungsgebiet am Wingertsberg in Gräfenhausen (Bild: Biosphärenreservat/frei)

Die Heckrinder – eine Abbild-Züchtung des Auerochsen – grasen auf kräuterreichen Wiesen, haben viel Bewegung und wachsen in tiergerechter Mutterkuhhaltung im Herdenverband auf. Das Fleisch der Rinder können Gäste beim Gräfenhausener Weinfest am 15. und 16. Juni probieren. In der Dorfmitte wird samstags ab 17 Uhr Weiderindfleisch mit Meerrettich serviert, sonntags ab 11.30 Uhr gibt es Burgunderbraten. Das hochwertige Fleisch, das sich durch eine feine Marmorierung und einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren auszeichnet, ist in vielseitigen Variationen auch in zehn Partner-Restaurants des Biosphärenreservats zu haben, die sich an den kulinarischen Weiderindtagen vom 14. bis 28. Juni beteiligen. Um welche Restaurants es sich dabei handelt, ist hier zu erfahren. Der Beweider Bernd Völlinger, dem die Tiere gehören, bietet das Fleisch der Rinder zudem alle sechs bis acht Wochen beim Weingut Schneider in Gräfenhausen zum Verkauf an. Das naturnah erzeugte Fleisch kann auch direkt bei Bernd Völlinger bezogen werden, seine Telefonnummer lautet 0171 5045410.

Wer das Gräfenhausener Weinfest besucht, kann auch die Gelegenheit wahrnehmen, die vielseitige Landschaft am Beweidungsgebiet mit wunderbaren Ausblicken ins Trifelsland zu genießen, denn ein drei Kilometer langer Rundweg führt um das Gelände herum.

Mit dem Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen als Berater und durch Unterstützung der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße und des Landes Rheinland-Pfalz konnten ab 2014 über 300 Grundstücke erworben oder gepachtet und der Wingertsberg so für das Beweidungsprojekt verfügbar werden. Mehr Informationen finden Sie hier.

Gerichte vom Weiderindfleisch – regional und köstlich

Kulinarische Weiderindtage im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen

Im Rahmen der kulinarischen Tage zum Weiderind vom 14. bis 28. Juni servieren zehn gastronomische Partnerbetriebe des Biosphärenreservats Pfälzerwald besondere Fleischgerichte von Weiderindern, die naturnah auf extensiven Weiden des Pfälzerwalds und seiner angrenzenden Regionen gehalten werden. Das Fleisch dieser ans Freiland angepassten robusten Weiderinderrassen ist besonders schmackhaft und hochwertig, da die Tiere im Sommer beziehungsweise meist auch ganzjährig auf der Weide im Freien aufgezogen werden. Sie grasen auf kräuterreichen Wiesen, haben viel Bewegung und wachsen in tiergerechter Mutterkuhhaltung im Herdenverband auf.

Pflegen unsere Kulturlandschaft und liefern hochwertiges Fleisch: Weiderinder im Biosphärenreservat, wie hier Heckrinder in der Waldweidefläche bei St. Martin (Foto: Biosphärenreservat/frei)

Weil man die Galloway-, Aubrac- und Heckrinder im Pfälzerwald auch sehr gut als Landschaftspfleger zur Erhaltung offener Weideflächen einsetzen kann, leisten deren Haltung und Vermarktung einen wertvollen Beitrag zum Arten- und Biotopschutz sowie zur Kulturlandschaftspflege im Biosphärenreservat Pfälzerwald. Die Tiere lichten Talwiesen, Hangwiesen, Streuobstwiesen und sogar – wie auf der Beweidungsfläche bei St. Martin – Waldstandorte in Form von Waldweide auf.

Mit viel Liebe bereiten die Köchinnen und Köche der Partner-Restaurants aus dem naturnah erzeugten Fleisch besondere Gerichte zu, wobei sie der Kreativität wie auch der Tradition großen Raum lassen. An den Weiderindtagen beteiligen sich das Seehaus Forelle am Eiswoog bei Ramsen, das Hotel Fröhlich in Kaiserslautern-Dansenberg, der Fuxbau in Neustadt-Hambach, die Weinstube Zur Herberge in Neustadt, das Restaurant Müllers Lust in Hofstätten, der Pfälzer Hof in Edenkoben, das Restaurant Sieben Raben im Isenachtal bei Bad Dürkheim, das Restaurant Ritterhof zur Rose in Burrweiler, das Naturfreundehaus Finsterbrunnertal bei Trippstadt und das Bauerncafé Zum Fruchtspeicher in Sippersfeld.

Weitere Infos finden Sie hier.

Altholzinsel in der Gemeinde Wilgartswiesen gesichert

EU-Projekt „LIFE Biocorridors“ verdichtet Biotop-Verbund

Freuten sich über die gelungene Sicherung einer Altholzinsel: Bürgermeister Jürgen Brödel, LIFE-Projektkoordinatorin Sabine Hoos und Revierleiter Bernhard Klein (Foto: Biosphärenreservat/frei)

Durch die Kooperation mit der Gemeinde Wilgartswiesen konnte im grenzüberschreitenden EU-Projekt „LIFE Biocorridors“ des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen eine weitere Altholzinsel gesichert werden. Wie bei den sieben bereits bestehenden Altholzinseln war es auch hier das Ziel, Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten, die von Alt- und Totholz abhängig sind, zu schaffen. Die Fläche von über 4,4 Hektar liegt nördlich von Wilgartswiesen und bildet nun einen wichtigen Trittstein im ökologischen Netzwerk des Biosphärenreservats, das durch die Maßnahmen des LIFE-Projekts zunehmend verdichtet wird. Die Fläche ist geprägt durch einen alten Buchenwald mit starken Einzelbäumen und Naturverjüngung und gehört zum europaweiten Schutzgebiets-Netzwerk Natura 2000. Charakteristische Tierarten, die hier einen Lebensraum haben oder finden können, sind etwa der Schwarzspecht, der Mittelspecht, der Grauspecht, der Sperlingskauz, der Raufußkauz, die Bechstein-Fledermaus und der Hirschkäfer.

Um die Bestandszusammensetzung und die ökologische Wertigkeit der Altholzinsel zu ermitteln, wurde zunächst  eine Inventur, etwa durch die Erfassung der Baumarten, der Baumdicke und der Habitate, durchgeführt. Zusätzlich wurde mit der Gemeinde Wilgartswiesen ein Vertrag unterzeichnet, der unter anderem sicherstellt, dass die gekennzeichnete Altholzinsel für die nächsten 30 Jahre nicht bewirtschaftet wird, keine Wege angelegt und auch keine Nadelbäume gepflanzt werden. Zur Kompensation des Nutzungsausfalls erhielt die Gemeinde 10.000 Euro pro Hektar.

Das EU-Projekt LIFE Biocorridors

Das EU-Projekt „LIFE Biocorridors“ will ein grenzüberschreitendes ökologisches Netzwerk im Biotopverbund Pfälzerwald-Nordvogesen schaffen. Hierfür werden verschiedene Maßnahmen in Wald, Wiesen und an Wasserläufen durchgeführt. Im Offenland geht es darum, Streuobstwiesen sowie magere Wiesen und Weiden zu bewahren oder wieder neu anzulegen. Weiterhin soll ein Netz an Altholzinseln entstehen, der Laubwaldanteil erhöht und natürliche Bachuferwälder sollen wiederhergestellt werden. Fließgewässer sollen wieder durchlässig und Feuchtgebiete gepflegt werden. Für das Projekt „LIFE Biocorridors“ werden insgesamt 3,6 Millionen Euro durch die Europäische Union sowie durch die Projektpartner in Frankreich und Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellt. Die Umsetzung der Maßnahmen wird vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz mit 540.000 Euro gefördert.

Nähere Infos finden Sie hier. 

Gaumenschmaus aus dem Pfälzerwald bei der UNESCO in Paris

Welttag der biologischen Vielfalt am 22. Mai unter dem Motto „Unsere Biodiversität – Unser Essen – Unsere Gesundheit“

Lecker, regional und mit nachhaltigen Produkten zubereitet: Bäckerofen nach einem Rezept vom Partner-Restaurant „Ritterhof zur Rose“ in Burrweiler (Foto: UNESCO/frei für Verwendung durch Presse)

„Bäckerofen von der Lammkeule“ heißt der Gaumenschmaus aus dem Partnerbetrieb des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen „Restaurant Ritterhof zur Rose“ in Burrweiler, der es auf das Menü der Köche im UNESCO-Hauptsitz in Paris geschafft hat. Der Bäckerofen, ein Gericht elsässischen Ursprungs, das auch in der Pfalz verbreitet ist, wird mit weiteren Gerichten aus Biosphärenreservaten der ganzen Welt diese Woche in Paris serviert.

Die UNESCO Paris hatte anlässlich des Welttags der biologischen Vielfalt, der immer am 22. Mai stattfindet, die Biosphärenreservate auf der ganzen Welt dazu aufgerufen, Rezepte für typische Gerichte aus deren Regionen einzureichen. Der Verlust der Artenvielfalt ist eine der größten globalen Herausforderungen. Der Aktionstag der Vereinten Nationen lenkt die Aufmerksamkeit auf das rasante Schwinden der Biodiversität und die schwerwiegenden Folgen, die sich daraus für die Menschheit ergeben. Der Bericht zur Lage der Artenvielfalt des UN-Biodiversitätsrats vom 6. Mai weist mit eindeutigen Worten auf den Menschen als Verursacher und gleichzeitig  Leittragenden hin.

Dieses Jahr steht der Welttag der biologischen Vielfalt unter dem Motto „Unsere Biodiversität – Unser Essen – Unsere Gesundheit“. Viele der derzeit 686 UNESCO-Biosphärenreservate fördern durch Projekte und Initiativen wie Partner-Programme mit Gastronomen die Verwendung von regional und nachhaltig erzeugten Produkten und die kulinarische Vielfalt. Indem Biosphärenreservate umweltverträgliche Wirtschaftsformen stärken, setzen sie sich auch für die Artenvielfalt ein. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen arbeitet mit knapp 60 Partnerbetrieben zusammen, darunter 15 Gastronominnen und Gastronomen wie der „Ritterhof zur Rose“.

Mehr Informationen zur Aktion auf der Website der Deutschen UNESCO-Kommission unter www.unesco.de/kultur-und-natur/22-mai-welttag-der-biologischen-vielfalt. Zu den ausgewählten Gerichten deutscher Biosphärenreservate und den entsprechenden Rezepten, auch für den Bäckerofen sowie ein weiteres Gericht, einem Saumagen vom Pfälzer Wollschwein, geht hier: www.unesco.de/kultur-und-natur/biosphaerenreservate/biosphaerenreservate-deutschland/rezepte-nachhaltig-regional.

Teilnahme am Garten-Wettbewerb bis 29. Mai möglich

Wettbewerb und Veranstaltungen für alle im Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“

Hobbygärtnerinnen und -gärtner, die gerne im Einklang mit der Natur gärtnern, können sich noch bis 29. Mai für den Wettbewerb im deutsch-französischen Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“ des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen anmelden. Nach der Anmeldung besucht eine Expertin oder ein Experte die Gärten und gibt Empfehlungen, wie die Artenvielfalt im eigenen Garten noch besser gefördert werden kann. Er wählt – wie die Expertin für die Nordvogesen – auch die zehn interessantesten Gärten im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen aus, die Anfang Juli von einer deutsch-französischen Jury besichtigt werden. Zur Jury gehören Spezialisten zu Wildpflanzen, Ornithologie, ökologischen Fragen der Grünräume, Baum- und Insektenkunde sowie Landschaftsgärtnerinnen. Die Jury ermittelt dann die Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs. Die Preisverleihung des grenzüberschreitenden Projekts findet am 15. September im Hymenoptera-Garten im elsässischen Obersteinbach statt. Die Preisträgerinnen und -preisträger erhalten je eine Urkunde, eine Plakette, die sie dann an ihrem Garten anbringen können, sowie einen Sachpreis.

Wilde Ecken willkommen! Garten-Wettbewerb des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen (Foto: Biosphärenreservat/frei)

 

 

Für die Teilnahme am Wettbewerb einfach den Bewerbungsbogen auf der Website des Biosphärenreservats  unter www.pfaelzerwald.de/gaerten ausfüllen und abschicken. Für weitere Auskunft steht Micaela Mayer vom Biosphärenreservat Pfälzerwald unter der Telefonnummer 06325 9552-43 oder per Mail an m.mayer@pfaelzerwald.bv-pfalz.de zur Verfügung.

Das Projekt „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“ will die breite Öffentlichkeit im deutschen wie im französischen Teil des Biosphärenreservats für die Artenvielfalt im Alltag sensibilisieren und begeistern. So soll in den unbebauten Flächen von Städten und Dörfern ein ökologisches Handeln sanft und nachhaltig entwickelt werden.

Zum Projekt gehören auch zahlreiche Veranstaltungen zu verschiedenen Gartenthemen. In den nächsten Wochen lädt am Freitag, 7. Juni, der Verein NaturGestalten zu „GenussGartenArtenReich“ von 16 bis 18 Uhr zum Lernen und Mitmachen in seinen Vereinsgarten in Fischbach bei Dahn ein. Am Freitag, 14. Juni, geht es in einem Workshop mit der Biosphären-Guide Christel Schienagel-Delb in Kerzenheim von 15 bis 20 Uhr um „Farbenzauber mit Färberpflanzen“. Am Sonntag, 16. Juni, lädt das Pfalzmuseum für Naturkunde in Bad Dürkheim von 11 bis 17 Uhr zum Gartentag ein. Am Freitag, 28 Juni, geht es bei einem Workshop bei den Naturfreunden in Lambrecht ab 17.30 Uhr um Öle, Salben und Tinkturen. Diese und weitere Termine wie auch Beiträge der Partner aus dem Netzwerk „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ des Biosphärenreservats finden sich hier.

Das Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“ wird durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz sowie mit Mitteln aus dem Interreg V A-Projekt „NOE / NOAH“ gefördert.

Mit den Biosphären-Guides unterwegs

Informative und kurzweilige Touren im Biosphärenreservat

Mit ausgewiesenen und zertifizierten Kennerinnen und Kennern des Biosphärenreservats unterwegs: Führung mit einer Biosphären-Guide im Breitenbach-Tal bei Appenthal (Foto: Biosphärenreservat/frei)

Urwald erkunden, durch die Zeit reisen, entdecken, wo sich Weide, Wald und Wein küssen, sich auf die Spuren Max Slevogts begeben oder mehr über die drei Musketiere des Waldes in Zeiten des Klimawandels erfahren – das und vieles andere können Pfälzerwald-Liebhaber und -Interessentinnen mit den Biosphären-Guides des Biosphärenreservats Pfälzerwald. 22 Personen, die alle bereits Natur- und Landschaftsführer für verschiedene Gebiete des Pfälzerwalds waren, haben sich in 48 Unterrichtsstunden in Form von Lerneinheiten und Exkursionen noch intensiver mit den Landschafts- und Naturräumen sowie mit der Funktion des Biosphärenreservats als Modellregion der UNESCO für nachhaltige Entwicklung beschäftigt und sich als Biosphären-Guide qualifiziert.

Schon am kommenden Samstag, 11. Mai, gibt es das nächste Angebot: Von 13 bis 16.30 Uhr führt Andrea Frech unter dem Titel „Wo sich Wald, Wein und Wald küssen“ zum Beweidungsprojekt am Wingertsberg bei Gräfenhausen nördlich von Annweiler. Wie Eiche, Fichte und Kastanie dem Klimawandel trotzen, kann man am Sonntag, 19. Mai, bei einer dreieinhalbstündigen Tour mit Heidrun Knoch erfahren. Die Tour mit dem Titel „Die drei Musketiere“ startet um 13.30 Uhr in Blankenborn.

Auf die Spuren Max Slevogts können sich die Teilnehmerinnen der Naturführung am Sonntag, 26. Mai, begeben, wenn Andrea Frech bei einer jeweils zweieinhalbstündigen Naturwanderung über den Slevogtwanderweg um Leinsweiler hinauf zur Ruine Neukastel führt. An Christi Himmelfahrt, 30. Mai, und am Freitag, 21. Juni, führt Ute Seitz jeweils von 14 bis 17.30 Uhr ihre Gäste auf Entdeckungstour vorbei an Eseln, Ziegen und Heckrindern entlang des Beweidungsgebiets bei Gräfenhausen.

Anmeldungen zu den Führungen nimmt Antje van Look, Bildung für nachhaltige Entwicklung im Biosphärenreservat, unter der Telefonnummer 06325 1800-241 oder per E-Mail an a.vanlook@pfaelzerwald.bv-pfalz.de entgegen. Informationen zu allen Guides und deren Führungsangebot sind auf der Website des Biosphärenreservats unter www.pfaelzerwald.de/biosphaeren-guides beziehungsweise unter www.pfaelzerwald.de/termine verfügbar.

Die Biosphären-Guides bieten kenntnisreiche und kurzweilige Führungen und helfen so, dem Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen Gesicht und Stimme zu geben. Sie bringen Gästen wie Einheimischen dessen Schönheit, Einzigartigkeit und Vielfalt näher und vermitteln gleichzeitig Zielsetzung und Auftrag des Schutzgebiets. Die Biosphären-Guides leisten einen Beitrag zu einem attraktiven Bildungsangebot, zur Gästebetreuung im Biosphärenreservat und zu dessen sanfter naturtouristischer Entwicklung. Die Ausbildung wurde vom Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen in Zusammenarbeit mit Landesforsten Rheinland-Pfalz und der RegioAkademie angeboten. Die Qualifizierung wurde durch das Land Rheinland-Pfalz unterstützt.

Kartiererinnen und Kartierer für die „Neuen Hirtenwege im Pfälzerwald“ im Einsatz

Arbeiten für den Pflege- und Entwicklungsplan des Naturschutzgroßprojekts in Gang

Soll durch das „chance.natur“-Projekt gefördert werden: Die Wanderschäferei im Pfälzerwald, hier eine Schafherde bei Dahn (Fotos: Biosphärenreservat/frei)

Wenn Personen mit auffällig neugierigem Verhalten durch Wald und Flur streifen, muss dies nicht unbedingt ein Grund zur Beunruhigung sein: Im Rahmen des bundesgeförderten Naturschutzgroßprojekts „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ sind seit kurzer Zeit Kartierungsarbeiten in Gang. Bis Ende der Vegetationsperiode 2019 sind in 20 Verbandsgemeinden mit Flächen, die zum Projektgebiet gehören, Kartierer unterwegs. Kartiererinnen und Kartierer, die im Auftrag des Instituts für Umweltstudien – IUS Weibel & Ness GmbH & Co. KG  für das Biosphärenreservats Pfälzerwald im Einsatz sind, können dafür zu allen Tag- und Nachtzeiten (z. B. aufgrund der Kartierung von Fledermäusen) im Gelände sein.

Die beauftragten Personen sind größtenteils Biologinnen und Biologen, die auf bestimmte Artengruppen wie Vögel, Amphibien, Insekten, Reptilien, Fledermäuse oder Orchideen spezialisiert sind. Sie erfassen wichtige Daten zur Flora und Fauna im Projektgebiet. Die Daten bieten die Grundlage für den Pflege- und Entwicklungsplan. Er ist ein Herzstück des Projekts 1, denn auf Basis des vorgefundenen Status Quo werden dann Maßnahmen zur Biotopersteinrichtung, -aufwertung, oder -entwicklung geplant, die in Projekt 2 durchgeführt werden sollen. Diese richten sich nach den naturschutzfachlichen Zielen des Projekts und widmen sich unter anderem besonders schützenswerten Arten wie der Schlingnatter, dem Wiedehopf und den Bläulingen (einer Familie der Schmetterlinge) sowie Biotoptypen wie Trockenmauern und den dort heimischen seltenen Pflanzenarten.

Mit dem Naturschutzgroßprojekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ macht sich das Biosphärenreservat für die einzigartige Natur und Kulturlandschaft des Gebiets stark. Besonders die Wiesen und Weiden im Pfälzerwald sind wertvolle Lebensräume für seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Wird die Nutzung dieser Offenlandbiotope aufgegeben oder findet eine Übernutzung statt, verschwinden die teilweise stark gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ will vor dem Hintergrund eines dramatischen Rückgangs der Artenvielfalt hier gegensteuern, indem es die Wanderschäferei fördert und dort reaktiviert, wo sie zurückgegangen ist. In den Teilregionen, in denen es keine Wanderschäfer mehr gibt, wird man auf lokale Beweiderinnen und Beweider zur Biotoppflege zurückgreifen. Die Beweidung mit Schafen und Ziegen pflegt nicht nur das Offenland; über ihr Fell transportieren die Tiere unzählige Samen, aber auch zum Beispiel Heuschrecken oder Schnecken und fördern so die Vernetzung von isoliert liegenden Biotopflächen und Populationen. Nicht zuletzt soll durch das Projekt mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung die Entwicklung einer attraktiven Kulturlandschaft mit einem hohen Erholungswert für die Besucherinnen und Besucher sowie Bewohnerinnen und Bewohner des Pfälzerwalds gefördert werden.

Im derzeit laufenden Projekt 1 (Planungsphase) wird eine Pflege- und Entwicklungsplanung – begleitet von umfangreichen faunistischen und floristischen Kartierungen – durchgeführt. Darin werden die Ziele und Maßnahmen auf den Projektflächen definiert. Daran schließt sich das auf zehn Jahre ausgelegte Projekt 2 (Umsetzungsphase) an, bei der die Maßnahmen über das geplante, etwa 8.500 Hektar große Fördergebiet, das über die Grünlandgebiete vom Wasgau zum Haardtrand bis nach Grünstadt reicht, umgesetzt werden. Für das gesamte Vorhaben ist eine Laufzeit bis zum Jahr 2030 vorgesehen, während der in biotopersteinrichtende Maßnahmen, in die Streuobstpflege, den Trockenmauerbau, die Beweidungsinfrastruktur und vieles mehr investiert werden soll.

Das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ wird beim Biosphärenreservat Pfälzerwald umgesetzt, Projektträger ist der Bezirksverband Pfalz. Die Förderung des Vorhabens erfolgt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie durch das Land Rheinland-Pfalz.

Die Verbandsgemeinden

In folgenden Verbandsgemeinden gibt es Flächen, die zum Projektgebiet gehören; hier sind bis Herbst 2019 Kartiererinnen und Kartierer unterwegs:

  • Bad Dürkheim
  • Deidesheim
  • Freinsheim
  • Grünstadt
  • Grünstadt-Land
  • Hettenleidelheim
  • Lambrecht
  • Wachenheim
  • Enkenbach-Alsenborn
  • Neustadt
  • Maikammer
  • Edenkoben
  • Landau
  • Landau-Land
  • Annweiler
  • Bad Bergzabern
  • Dahner Felsenland
  • Hauenstein
  • Pirmasens-Land
  • Rodalben

 

Modellregionen von Weltrang

Ausstellung über UNESCO-Biosphärenreservate in der SGD Süd in Neustadt

Eine Ausstellung über Biosphärenreservate in Deutschland zeigt von 16. Mai bis 21. Juni die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD) in ihren Räumen in der Friedrich-Ebert-Straße 14 in Neustadt. Mit Bild-, Text- und Kartenmaterial gibt die Schau Einblicke in die 17 Biosphärenreservate Deutschlands und macht in diesem  Jahr bis Ende Oktober an verschiedenen Orten in Rheinland-Pfalz Station. In der SGD ist die Ausstellung montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr zu sehen. Der Präsident der SGD Süd, Prof. Dr. Hannes Kopf, und Theo Wieder, Vorsitzender des Bezirkstags Pfalz als Träger des Biosphärenreservats Pfälzerwald, eröffnen die Ausstellung am Donnerstag, 16. Mai, um 17 Uhr.

Der Pfälzerwald ist das  einzige Biosphärenreservat in Rheinland-Pfalz und bildet gemeinsam mit den Nordvogesen das einzige grenzüberschreitende Biosphärenreservat Deutschlands; hier der Blick von der Wegelnburg in der Nähe der deutsch-französischen Grenze (Foto: Yannick Baumann)

Die Biosphärenreservate beherbergen in Deutschland einzigartige, meist vom Menschen geprägte Landschaften sowie wertvolle Ökosysteme von Südost-Rügen bis zum Berchtesgadener Land. Sie sind international repräsentative Modellregionen, deren Arbeit ein nachhaltiges Wirtschaften der Menschen fördern und ein tragfähiges Zusammenleben von Mensch und Natur ermöglichen soll.

 

 

 

Die deutschen Biosphärenreservate sind eingebunden in das Weltnetz der UNESCO, zu dem aktuell 686 Biosphärenreservate in 122 Ländern gehören. Von den deutschen Biosphärenreservaten sind derzeit 16 als UNESCO-Biosphärenreservate anerkannt. Der Pfälzerwald bildet gemeinsam mit den Nordvogesen das einzige grenzüberschreitende Biosphärenreservat der Bundesrepublik und eines von nur 20 bi- und trinationalen weltweit.

Bundesweit sind die Biosphärenreservate in das Netz der Nationalen Naturlandschaften eingebunden. Das sind die 16 Nationalparks, 17 Biosphärenreservate, über 100 Naturparks und ein Wildnisgebiet, die es als besonders wertvolle Landschaftsräume zu erhalten gilt. EUROPARC Deutschland ist der Dachverband der Nationalen Naturlandschaften. Die Ausstellung über die deutschen Biosphärenreservate wurde von EUROPARC Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit Biosphärenreservatsverwaltungen entwickelt.

Bisher war die Ausstellung im Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz sowie im rheinland-pfälzischen Umweltministerium in Mainz zu sehen. Ab Dienstag, 25. Juni, präsentiert die Pfalzakademie in Lambrecht die Ausstellung der Öffentlichkeit. Den Abschluss macht das Biosphärenhaus in Fischbach bei Dahn mit der Ausstellung ab 1. September. Ende Oktober verlässt sie die Pfalz wieder.

Weitere Informationen zu den deutschen Biosphärenreservaten gibt es hier.