Gärtnern für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité

Preisverleihung im deutsch-französischen Wettbewerb

Am Sonntag, 15. September, werden im Wettbewerb des Projekts „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“ die Preise verliehen. Die Abschlussveranstaltung zu dem deutsch-französischen Wettbewerb findet ab 14 Uhr im „Jardin Hymenoptera“ von Sébastien Heim in der Rue Principale 7 im elsässischen Obersteinbach statt.

Über 30 Hobbygärtnerinnen und -gärtner aus dem französischen und ebenso viele aus dem deutschen Teil des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen haben an dem Wettbewerb teilgenommen, bei dem es darum geht, die Bedingungen für die Artenvielfalt im eigenen Garten zu verbessern. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs wurden von einem Experten besucht, der Empfehlungen gab, wie die Gärten zum Beispiel hinsichtlich der vorhandenen Biotope wie Wiesen, Hecken, Nist- und Unterschlupfmöglichkeiten für Tiere zu verbessern  sind. Auch die Wirtschaftsweise im Garten, etwa Bewässerung, Düngung und Schädlingsbekämpfung, wurden genau unter die Lupe genommen. Bei den Besichtigungen wurden Listen über die wichtigsten gesichteten Tier- und Pflanzenarten erstellt. Aus den hinsichtlich der Biodiversität interessantesten Gärten im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen wählte eine deutsch-französische Fachjury dann einen Gewinner-Garten, dessen Besitzer oder Besitzerin am 15. September den Preis erhält. Um 14 Uhr geht es mit einer Begrüßung und einem anschließenden Rundgang durch den „Jardin Hymenoptera“ los. Ab 15.10 Uhr gibt es einen Korbflecht-Workshop. Um 16 Uhr werden die Gärten vorgestellt, die es beim diesjährigen Wettbewerb unter die besten geschafft haben, und die Gewinnerin beziehungsweise der Gewinner geehrt.

Mit dem deutsch-französischen Projekt „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“ möchte das Biosphärenreservat die Gartenbesitzerinnen und -besitzer für die Artenvielfalt im Alltag sensibilisieren und begeistern und dazu anregen,  in den unbebauten Flächen von Städten und Dörfern ökologisch zu handeln. Das Projekt bietet gemeinsam mit vielen Partnerinnen und Partnern auch zahlreiche Veranstaltungen wie Gartenbesichtigungen, Workshops und Pflanzenbörsen in der Pfalz sowie in den Nordvogesen, bei denen französische und deutsche Gartenbegeisterte dazulernen, sich informieren, vernetzen und austauschen können. Informationen und Termine zum Projekt unter www.pfaelzerwald.de/gaerten [Hyperlink]

Im Rahmen der Aktivitäten zur UN-Dekade Biologische Vielfalt, die von den Vereinten Nationen für den Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgerufen wurde, erhielt „Gärten für die Artenvielfalt“ die Auszeichnung als UN-Dekade-Projekt. Das Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“ wird durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz sowie mit Mitteln aus dem Interreg V A-Projekt „NOE / NOAH“ gefördert.

 

Weiterentwicklung der Arbeit für nachhaltige Entwicklung im Pfälzerwald

Erste Sitzung des Ausschusses für das Biosphärenreservat Pfälzerwald in der neuen Legislaturperiode

 Die erste Sitzung des Ausschusses für das Biosphärenreservat Pfälzerwald in der neuen Legislaturperiode des Bezirkstags Pfalz findet am Mittwoch, 4. September, um 13 Uhr in der Pfalzakademie in Lambrecht statt. Nachdem die neuen bürgerschaftlichen Mitglieder verpflichtet sind, finden die Wahlen der beziehungsweise des Ausschussvorsitzenden sowie deren beziehungsweise dessen Stellvertreters statt. Anschließend gibt der Bezirkstagsvorsitzende Theo Wieder seinen Bericht zur Arbeit des Biosphärenreservats.

Die Direktorin des Biosphärenreservats, Dr. Friedericke Weber, stellt dem neuen Ausschuss das Großschutzgebiet vor. Die Ausschussmitglieder beschließen danach das Konzept für die Kommunikation des Biosphärenreservats, das im ersten Halbjahr 2019 gemeinsam mit einer Agentur entwickelt wurde und das das Team des Biosphärenreservats bei der strategischen Ausrichtung  seiner Kommunikationsarbeit unterstützt, so dass möglichst viele Menschen von der Idee und der Arbeit des Biosphärenreservats begeistert werden und daran teilhaben können. Danach wählen die Mitglieder entsprechend eingebrachter Vorschläge die Besetzung des deutsch-französischen Lenkungsausschusses. Das Gremium berät regelmäßig über die deutsch-französische Zusammenarbeit im grenzüberschreitenden Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen. Dr. Friedericke Weber stellt das Projekt „Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“ vor, das am 17. September startet und mit dessen Hilfe Kommunen im Biosphärenreservat konkrete Strategien zur Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen entwickeln sollen. Sie präsentiert zudem das Programm der Biosphären-Guides. Dabei handelt es sich um über 20 Natur- und Landschaftsführer, die sich über Themen des Biosphärenreservats weiterqualifiziert haben und die ihre Kenntnisse über die Landschafts- und Naturräume sowie die Funktion des Biosphärenreservats als Modellregion der UNESCO für nachhaltige Entwicklung an interessierte Menschen weitergeben. Abschließend stellt die Direktorin auch das Handlungsprogramm für das Biosphärenreservat für die Jahre 2019 bis 2028 vor, das im vergangenen Jahr unter Beteiligung vieler Menschen aus der Region entwickelt wurde und das dem Biosphärenreservat einen wichtigen Rahmen für seine Tätigkeiten gibt und gleichzeitig als grobe Richtschnur für die Weiterentwicklung des knapp 180.000 Hektar großen deutschen Teils des Biosphärenreservats dient.

Malwettbewerb zum Schäferfest 2019 „Schlafschaf“

Worum geht es?
Malt das schönste „Schlafschaf“ im Biosphärenreservat, also ein Schaf, das beim „Schäfchenzählen“ eingeschlafen ist und nun auf der Weide, im Stall oder z.B. auf einem Strohballen schläft.

Mit was soll das Bild gemalt werden?
Malen dürft ihr mit allem was ihr zu Hause habt, also mit Buntstiften, Wasserfarben oder Wachsmalstiften.

Wie groß soll das Bild sein?
Wenn ihr das Bild auf Papier malt, dann sollte das Blatt maximal DIN A3 –Format haben, das ist ein großes Zeichenblockblatt. Es geht aber auch eine Nummer kleiner auf DIN A4.
Falls ihr Bilder direkt auf dem Tablet oder auf dem PC malen wollt, dann speichert es als Bilddatei und schickt sie per Mail an das Biosphärenhaus (Adresse steht unten).

Wer darf teilnehmen?
Teilnehmen dürfen Kinder im Alter von 6 – 12 Jahren

Bis wann muss das Bild im Biosphärenhaus sein?
Einsendeschluss für die Bilder ist der 08. September 2019

Wohin muss das Bild gesendet werden?
Bitte schickt Papierbilder an das Biosphärenhaus Pfälzerwald, Am Königsbruch 1 in 66996 Fischbach. Digitale Bilder bitte per Mail an: info@biosphaerenhaus.de.

Was gibt es zu gewinnen?
1. Preis: Übernachtung für 4 Personen mit der Schafsherde am 21. September
2. -6. Preis: Sachpreise rund um das Schaf

Die eingesandten Bilder werden von einer Jury bewertet und die Preise verteilt. Die besten Bilder werden im Biosphärenhaus ausgestellt und können beim Schäferfest am 22. September dort besichtigt werde

Feines aus dem Biosphärenreservat

Deutsch-französischer Biosphären-Bauernmarkt in Wissembourg

Am Sonntag, 8. September, verführt der deutsch-französische Biosphären-Bauernmarkt im elsässischen Wissembourg zum Flanieren und Genießen. Rund 40 Marktbeschickerinnen und -beschicker aus dem französischen und deutschen Teil des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen bieten von 10 bis 17 Uhr rund um die Place du Saumon ihre umweltschonend produzierten Waren aus der Region an. Die Palette reicht von Schinken, Wurst, Fleisch vom Lamm, Wild und Pferd, Kuh- und Ziegenkäse über Essige, Säfte, Biowein, Likör und Sekt bis hin zu Obst und Gemüse, Pilzen, Marmelade und Honig, Öl, Teigwaren und Kompott. Winzer und Bierbrauer sind natürlich auch dabei, um die Flaniererinnen und Flanierer mit Flüssigem zu beköstigen. Der Markt lädt dazu ein, die Einkaufstaschen zu füllen oder in gemütlicher Picknick-Atmosphäre zu verweilen und direkt vor Ort die Leckereien zu probieren.

Wer stressfrei und umweltfreundlich anreisen möchte, kann bequem den Zug nehmen, zum Beispiel aus der Richtung Neustadt/Landau. Vom Wissembourger Bahnhof sind es nur einige Hundert Meter ins mittelalterlich geprägte Zentrum des Städtchens, das mit dem deutsch-französischen Biosphären-Bauernmarkt, viel Flair, großem Reichtum an Baudenkmälern und schönen Blickwinkeln über die Lauter ein wunderbares Ausflugsziel ist.

Ziel der deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkte ist es, die Landwirtschaft in der Region zu stärken und bei Einheimischen wie Gästen für den Kauf von umweltschonend erzeugten Produkten zu werben. Denn so können die Verbraucherinnen und Verbraucher direkt dazu beitragen, dass die einzigartige Kulturlandschaft des Biosphärenreservats erhalten bleibt und keine langen Transportwege entstehen. Weitere Informationen unter www.pfaelzerwald.de/bauernmaerkte. Die Biosphären-Bauernmärkte werden unterstützt durch das Land Rheinland-Pfalz.

Malwettbewerb zum Schäferfest 2019 „Schlafschaf“

Worum geht es?
Malt das schönste „Schlafschaf“ im Biosphärenreservat, also ein Schaf, das beim „Schäfchenzählen“ eingeschlafen ist und nun auf der Weide, im Stall oder z.B. auf einem Strohballen schläft.

Mit was soll das Bild gemalt werden?
Malen dürft ihr mit allem was ihr zu Hause habt, also mit Buntstiften, Wasserfarben oder Wachsmalstiften.

Wie groß soll das Bild sein?
Wenn ihr das Bild auf Papier malt, dann sollte das Blatt maximal DIN A3 –Format haben, das ist ein großes Zeichenblockblatt. Es geht aber auch eine Nummer kleiner auf DIN A4.
Falls ihr Bilder direkt auf dem Tablet oder auf dem PC malen wollt, dann speichert es als Bilddatei und schickt sie per Mail an das Biosphärenhaus (Adresse steht unten).

Wer darf teilnehmen?
Teilnehmen dürfen Kinder im Alter von 6 – 12 Jahren

Bis wann muss das Bild im Biosphärenhaus sein?
Einsendeschluss für die Bilder ist der 02. September 2019

Wohin muss das Bild gesendet werden?
Bitte schickt Papierbilder an das Biosphärenhaus Pfälzerwald, Am Königsbruch 1 in 66996 Fischbach. Digitale Bilder bitte per Mail an: info@biosphaerenhaus.de.

Was gibt es zu gewinnen?
1. Preis: Übernachtung für 4 Personen mit der Schafsherde am 21. September
2. -6. Preis: Sachpreise rund um das Schaf

Die eingesandten Bilder werden von einer Jury bewertet und die Preise verteilt. Die besten Bilder werden im Biosphärenhaus ausgestellt und können beim Schäferfest am 22. September dort besichtigt werde

Der Verlust der Dunkelheit – neu beleuchtet

Teilnahme am Video-Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler noch bis 30. November möglich

Noch bis 30. November können Schulklassen am Videowettbewerb im Projekt Sternenpark Pfälzerwald“ teilnehmen. Unter dem Titel „Der Verlust der Dunkelheit – neu beleuchtet“ sind maximal fünfminütige Videobeiträge unterschiedlichster Formen rund um das Thema Lichtverschmutzung herzlich willkommen. An dem Wettbewerb, den das Biosphärenreservat Pfälzerwald in Kooperation mit dem Biosphärenhaus in Fischbach und dem Klimaschutz-Projekt ZENAPA veranstaltet, können Schülerinnen und Schüler der 7. bis 10. Klassen teilnehmen, deren Schulen in den Landkreisen der LAG Pfälzerwald Plus (Südwestpfalz, Kaiserslautern, Südliche Weinstraße, Bad Dürkheim) und dem Biosphärenreservat Pfälzerwald liegen – egal, ob im gesamten Klassenverband, als einzelne Gruppe oder als AG. Durch die direkte Auseinandersetzung mit dem Verlust der natürlichen Dunkelheit sollen die jungen Leute so für das wichtige Thema und seine schwerwiegenden Folgen sensibilisiert werden.

Für den Wettbewerb gibt es lediglich einige inhaltliche Vorgaben; so soll das Video die Frage beantworten, was es mit der Lichtverschmutzung auf sich hat und wie diese sich auf uns Menschen beziehungsweise die Schülerinnen und Schüler persönlich auswirkt. Wie diese Themen im Video verarbeitet werden, ob beispielsweise als Theaterstück, Comic, Poetry Slam oder Song, ist den Schülern und Schülerinnen vollkommen freigestellt. Die Frist für die Abgabe des Videobeitrags ist der 8. September – genug Zeit, um kreativ zu werden und am Ende einen der drei Preise abzustauben: Zu gewinnen gibt es erstens einen Besuch im Planetarium Mannheim, zweitens eine Führung mit einem beziehungsweise einer Biosphären-Guide und drittens eine Sternkarte und ein Astronomiebuch.

Neben den Preisen für die ersten drei Plätze werden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Urkunden ausgezeichnet. Um die Gewinnerinnen und Gewinner zu ermitteln, gibt es zunächst Punkte für die meisten Likes der Videos auf Facebook und Instagram des Bezirksverbands Pfalz als Träger des Projekts Sternenpark Pfälzerwald. In der zweiten Etappe wird ein fünf- bis sechsköpfiges Jury-Team, bestehend aus den Veranstaltern des Wettbewerbs und zwei Junior-Rangern, die Videos bewerten. Die Bewertung findet bei einer offiziellen Siegerehrung im Biosphärenhaus in Fischbach im Oktober statt. Der genaue Termin wird den Schülerinnen und Schülern bei Beitragseinreichung mitgeteilt.

Das Projekt Sternenpark Pfälzerwald wird als LEADER-Projekt im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE unter Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz (vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau) gefördert.

Weitere Infos zum Thema gibt es unter www.pfaelzerwald.de/sternenpark und bei Sarah Köngeter unter der Telefonnummer 06325 9552-15 oder per E-Mail an s.koengeter@pfaelzerwald.bv-pfalz.de.

Neue Leitung für das „chance.natur“-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“

Interview mit dem Projektleiter Helmut Schuler vom Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen

Was hat Sie auf Anhieb an dem Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ gereizt?

Bereits bei der umfassenden Antragstellung sah ich eine große Chance darin, die Projekte, die ich im Biosphärenreservat bereits initiiert und lange betreut hatte – wie Beweidungsprojekte, die Pfälzerwald-Lamminitiative und zum Teil die Regionalvermarktung –,in einem größeren Stil mit dem sehr gut ausgestatteten Förderprogramm „chance.natur“ des Bundesamts für Naturschutz (BfN) weiterzuentwickeln. Besonders reizvoll erschien mir die Chance, etwas Sinnvolles, beispielsweise für das weltweit aktuelle Thema des Artenverlusts, aber auch für die wirtschaftenden Betriebe, auf großer Fläche für die Region bewegen zu können. Auch emotional fühle ich mich dem Projekt und dem Pfälzerwald als echter Pfälzer und passionierter Wanderer von Kindesbeinen an sehr verbunden.

Aus diesem Grund hatte ich mich für die Übernahme der Projektleitung Anfang März dieses Jahres entschlossen, nachdem die Stelle zwischenzeitlich vakant war. Für ein solches Großprojekt bietet der Pfälzerwald mit seinen großräumigen und weitgehend häufig unzerschnittenen Landschaften und seiner vielfältigen Biotop- und Artenausstattung gerade im Grünlandbereich den idealen Rahmen. Andererseits kenne ich bereits viele Akteure und potentielle Maßnahmenflächen im Pfälzerwald, deren Zustand aus ökologischer Sicht zu verbessern wäre. Dank meiner mehrjährigen Erfahrung beim Biosphärenreservat, die ich gerne in das Projekt einfließen lasse, und meiner guten Kontakte zu den Verantwortlichen vor Ort weiß ich, wo in den Gemeinden der Schuh drückt. Hier ist vor allem die Entwicklung einer attraktiven Kulturlandschaft ein großes Anliegen. Diese Zielsetzung geht Hand in Hand mit den im Projekt angestrebten Zielen, etwa der Erhöhung der Artenvielfalt, so dass wir hier mit einer großen Akzeptanz rechnen können.

Wie hat sich die Arbeit in der Projektstelle seit ihrer offiziellen Eröffnung im April 2018 entwickelt?

Im Jahr 2018 machte sich das Projektteam unter dessen damaliger Leiterin nach der Einrichtung des Projektbüros bei der Geschäftsstelle des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen in Lambrecht sogleich an die Erstellung der umfangreichen Leistungsverzeichnisse und Ausschreibungsformulare. Sie dienten als Grundlage für das mehrmonatige europaweite Vergabeverfahren für den Pflege- und Entwicklungsplan, für dessen Bearbeitung schließlich das Fachbüro IUS (Institut für Umweltstudien – Weibel und Ness GmbH) in Kandel im März 2019 beauftragt wurde. Ebenso wurden Aufträge an weitere Fachbüros für Sondergutachten (wie zum Beispiel eine sozioökonomische Studie sowie ein Konzept für Öffentlichkeitsarbeit) vergeben. Inzwischen ist das Büro IUS mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seit Wochen vor allem zwecks Kartierung verschiedener Tier- und Pflanzenartengruppen und einer Biotopkartierung im 8.200 Hektar großen Fördergebiet unterwegs. Eine projektbegleitende Arbeitsgruppe mit Vertretern aus den verschiedensten Bereichen (darunter Naturschutzverwaltung, BfN, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Agrarverwaltung, Forstverwaltung, Naturschutzverbänden) hatte sich im März 2019 gebildet und wird die mehr als ein Jahrzehnt das chance.natur Projekt begleiten.

Die „chance.natur“-Projektstelle in Lambrecht ist mit ihren inzwischen drei Beschäftigten im Einsatz, um das Vorhaben weiter in die breite Öffentlichkeit, aber auch zum Beispiel in die beteiligten Kommunen und in zahlreiche Einrichtungen zu tragen, Sinn und Zweck der Maßnahme zu erläutern und die Kontakte mit den Bewirtschaftern zu intensivieren. Momentan entstehen gerade ein entsprechender Flyer und eine Website. Darüber hinaus sind wir im engen Austausch mit den erwähnten Fachbüros: Wir „füttern“ sie mit Informationen, um ihnen das effiziente Arbeiten im Gelände zu erleichtern.

Nach dem Erstellen des Pflege- und Entwicklungsplans bis zum Jahr 2020 während der aktuellen ersten Projektphase werden in der zweiten Phase von 2020 bis 2030 die Pflegemaßnahmen, insbesondere in den Offenlandbiotopen mit den Akteuren umgesetzt, die unter anderem von der Biotop-Erstpflege, wie dem Pflanzen und Schneiden von Streuobstbäumen, dem Wiederaufbau von Trockenmauern bis hin zum Errichten von Weidezäunen reichen.

 Wo liegen die besonderen Potenziale, aber auch Herausforderungen im Projekt?

Im „chance.natur“-Projekt stecken riesige Entwicklungspotenziale für den Pfälzerwald.

Zunächst liegt ein großes Potenzial in der Projektidee selbst, und zwar im Hinblick auf das Ziehen der Wanderschäferherden, bei denen die Schafe als „Samentaxis“ für die Pflanzen fungieren. So lassen sich nämlich die häufig isolierten Offenland-Biotope – wozu beispielsweise Streuobstwiesen zählen – vernetzen, und auch ihr Zustand wird über Erstpflegemaßnahmen verbessert, was einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz darstellt. Genauso ist uns die Einbindung des Faktors „Mensch“ in das System „Natur“ wichtig: Denn nur wenn es uns gelingt, die Akteure (wie Grundstückseigentümer, Bewirtschafter und Bevölkerung) für das auf dem Prinzip der Freiwilligkeit beruhende Projekt für unsere Ziele zu gewinnen, können wir in der Fläche etwas bewirken. Die Voraussetzungen hierfür sind allerdings günstig, zumal wir bereits bei den realisierten Beweidungsmaßnahmen auf eine große Akzeptanz bei den beteiligten vor Ort gestoßen sind.

Diesen positiven Trend möchten wir gerne aufgreifen und über eine intensive Kommunikation, über Events, aber auch über Aktionen mit Schulen und/oder Kindergärten eine Sensibilisierung der Bevölkerung für die Biotopflege und den Artenschutz sowie für die Wanderschäfer und ihren Berufsstand erzielen. Nicht zuletzt können wir mit dem Vorhaben einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der schafhaltenden Betriebe (seien es Wander- oder Hüteschäfer) leisten, die sich selbst als eine „vom Aussterben bedrohte Spezies“ bezeichnen. Und dort, wo es keine Wander- beziehungsweise Hüteschäferherden gibt, wollen wir auf Kooperationslösungen mit örtlichen Tierhaltern, zum Beispiel in Form von Mischbeweidungen setzen.

Natürlich gibt es auch große Herausforderungen, wie zum Beispiel die komplizierte Situation der Eigentumsverhältnisse infolge der in der Pfalz verbreiteten Realerbteilung; diese muss vor einer Maßnahme erst einmal geklärt werden, um die Flächen zu sichern. Darüber hinaus gibt es in bestimmten Teilgebieten eine Konkurrenzsituation der Bewirtschafter untereinander oder mit Hobbytierhaltern, die erst einmal aufzulösen sind. Schließlich werden wir, wie bei jedem Vorhaben, auch auf Einzelpersonen oder Gruppierungen stoßen, die dem Projekt kritisch gegenüberstehen; hier gilt es, Überzeugungsarbeit zu leisten oder nach Kompromisslösungen zu suchen. Nicht zuletzt besteht eine große Herausforderung darin, Lösungen bereits in der Planungsphase aufzuzeigen, wie das Vorhaben nach der Projektlaufzeit von circa 13 Jahren ohne die Förderung des Bundes weiterentwickelt werden kann.

Erfahrener Mitarbeiter beim Biosphärenreservat und nun Projektleiter für „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald: Helmut Schuler beim Einsatz im Gelände (Foto: Biosphärenreservat/frei)

Zur Person:

Helmut Schuler arbeitet seit über 20 Jahren im Biosphärenreservat (vormalig Naturpark) Pfälzerwald-Nordvogesen im Bereich Landwirtschaft, Landschaftspflege und Regionalvermarktung. Der gebürtig aus Ludwigshafen am Rhein stammende Pfälzer hat in Gießen, Hohenheim bei Stuttgart und Adana (Türkei) Agrarwissenschaften studiert. Später kam ein europäisches Diplom in Umweltwissenschaften hinzu, das er in Arlon (Belgien) und Trier absolvierte. Vor seiner Arbeit im Biosphärenreservat beschäftigte er sich in Luxemburg im Rahmen eines Forschungs- und Beratungsauftrags mit dem Thema der Nitratauswaschung in Wasserschutzgebieten. Im grenzüberschreitenden Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen kommt ihm seine Fähigkeit, fließend Französisch zu sprechen, immer wieder zugute.

 Weitere MitarbeiterInnen im Projektbüro sind:

Forstingenieurin (Bachelor of science) Anna-Maria Marstaller

Christian Rutz (Verwaltungsangestellter)

Das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ wird beim Biosphärenreservat Pfälzerwald umgesetzt, Projektträger ist der Bezirksverband Pfalz. Die Förderung des Vorhabens erfolgt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie durch das Land Rheinland-Pfalz.

Flüssiges Gold aus dem Pfälzerwald

Imker Dennis Molinet ist neuer Partner des Biosphärenreservats Pfälzerwald

Die Honigmeisterei – Imkerei Molinet ist seit kurzem Partnerbetrieb des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen. Dennis Molinet, gelernter Zimmermann und zuletzt in der Tourismusbranche tätig, widmet sich seit über 17 Jahren der Bienenhaltung. 2015 begann der Ausbau der Imkerei im Nebenerwerb und in diesem Jahr wagt er den Schritt in den Vollerwerb: „Wohin mich die Reise wirklich führt, wage ich ehrlich noch nicht zu sagen. Ein klares Ziel gibt es zumindest und ich werde ich es mit aller Hingebung verfolgen.“ Derzeit bewirtschaftet er rund 100 Bienenvölker und plant, mit 150 in das nächste Jahr zu starten. Die Bioland-Imkerei hat ihren Sitz seit 2015 zwar in Kleinbundenbach in der Nähe der saarländischen Grenze, Dennis Molinet und seine Bienen haben allerdings einen engen Bezug zum Pfälzerwald: „Nach der Akazienblüte wandere ich mit einem großen Teil meiner Völker ins Trifelsland.“ Neben dem Rinnthaler und Annweilerer Edelkastanienhonig bietet „Die Honigmeisterei“ Rapshonig, Frühlingshonig, Sommerhonig, Lindenhonig sowie – wenn die Natur mitspielt – Waldhonig aus den Vogesen an.

Partnerschild-Überreichung am Openair-Arbeitsplatz: Dr. Friedericke Weber mit Dennis Molinet (Foto: Biosphärenreservat/frei)

Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen und ein Wirtschaften im Einklang mit der Umwelt sind Themen, die Dennis Molinet am Herzen liegen. „Die Anerkennung durch Bioland sowie als Partnerbetrieb des Biosphärenreservats Pfälzerwald sind mir wichtig. Für mich handelt es sich hierbei nicht um eine vermarktungstechnische, sondern um eine Grundsatzentscheidung! Ich mit meinem Handeln, wie auch meine Kundinnen und Kunden mit dem Kauf meiner Produkte, können der Natur auch wieder etwas zurückgeben. Durch den Kauf meiner Produkte werden eine nachhaltige Landwirtschaft, die regionale Produktion sowie der Absatz mit kurzen Transportwegen unterstützt, was auch dem Biosphärenreservat wichtig ist“, erläutert der Imker. Wie viele seiner Berufsgenossinnen und -genossen ist er auch handwerklich geschickt, denn die Kisten für seine Bienen fertigt er selbst. Dafür benutzt er heimisches Holz, das er beim Sägewerk vor Ort bezieht.

Dennis Molinet genießt es, draußen bei den Bienen zu arbeiten; die Arbeit an den Völkern hat von April bis Juli Hochsaison. Genauso zum Imkerdasein gehört natürlich der Honigverkauf, zum Beispiel auf Land- und Bauernmärkten in der Region, auf denen er regelmäßig mit einem Stand präsent ist. Zudem pflegt er ein aktives Netzwerk mit anderen Imkerkollegen, auch Axel Heinz aus Neustadt kennt er bereits, der ebenfalls Partner des Biosphärenreservats Pfälzerwald ist.

Unser dem Motto „Nachhaltig leben auf Pfälzisch!“ haben sich rund 60 Betriebe verschiedenster Branchen als Partner des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Sie erfüllen bundesweit einheitliche Qualitäts- und Umweltstandards.

Biosphären-Bauernmarkt und 1000. Geburtstag

Auch das Kunsthandwerk ist auf dem deutsch-französischen Biosphären-Bauernmarkt in Sippersfeld vertreten (Bild: Biosphärenreservat/Venus)

Deutsch-französischer Biosphären-Bauernmarkt mit vielen Aktionen in Sippersfeld

 Direkt nach den Sommerferien findet der nächste deutsch-französische Biosphären-Bauernmarkt des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen statt, nämlich am Sonntag, 18. August, von 11 bis 18 Uhr in Sippersfeld. Der Ort liegt am nördlichsten Zipfel des Biosphärenreservats und bietet einen Ausblick zum höchsten Berg der Pfalz, den Donnersberg.

Rund 40 Anbieter aus den Nordvogesen und aus dem Pfälzerwald offerieren ihre umweltschonend erzeugten Qualitätsprodukte, darunter Schinken, Wurst, Fleisch vom Lamm, Wild und Pferd, Essige, Säfte, Likör und Sekt, Obst und Gemüse, Pilzen, Marmelade und Honig, Öl, Teigwaren und Kompott. Bierbrauer und Winzerinnen bieten zudem flüssige Köstlichkeiten. Da die Sippersfelderinnen und Sippersfelder an dem Wochenende ab 16. August das 1.000-jährige Bestehen ihres Ortes feiern, ist das Programm entsprechend angereichert: So gibt es beim Bauerncafé „Zum Fruchtspeicher“, das auch ein Partnerbetrieb des Biosphärenreservats ist, leckere Speisen, eine Rinderschau und Blumen. Das Forstrevier Sippersfeld bietet verschiedene Aktionen zum Wald sowie Bogenschießen an. Die Gruppe „Unser Dorf in der Landschaft“ informiert an ihrem Stand über Streuobstwiesen und Obstsorten. Der Sportverein FC Eiche ist dabei und bietet Essen und Getränke, beim Stand der Bücherei gibt es Kaffee und Kuchen. Die Band „Wandermusikanten“ sorgt mit Trompeten, Posaune, Sousaphon und Schlagzeugen für musikalischen Schwung und Nils Nager von der Tageszeitung „Die Rheinpfalz“ bietet Unterhaltung für die Kleinen.

Ziel der deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkte ist es, die Landwirtschaft und regionale Vermarktung in der Region zu stärken und bei Einheimischen wie Gästen für den Kauf von umweltschonend erzeugten Produkten zu werben. Denn so können die Verbraucherinnen und Verbraucher direkt dazu beitragen, dass die einzigartige Kulturlandschaft des Biosphärenreservats erhalten bleibt und keine langen Transportwege entstehen. Informationen auch unter www.pfaelzerwald.de/bauernmaerkte. Die Biosphären-Bauernmärkte werden unterstützt durch das Land Rheinland-Pfalz.

Kulinarische Schmankerl in Hofstätten

Hotel-Restaurant Müllers Lust in Hofstätten ist neuer Partnerbetrieb des Biosphärenreservats

„Bodenständig, mit guten Produkte zubereitet, angereichert mit mediterranem Flair und vor allem sehr frisch.“ So beschreibt Dieter Müller die Küche in seinem Hotel-Restaurant Müllers Lust, das seit Kurzem einer von rund 60 Partnerbetrieben des Biosphärenreservats Pfälzerwald ist. Gemeinsam mit seiner Frau Marion führt er seit 2004 das Haus in Hofstätten. Ihre Tochter Melinda, die als Köchin europaweit Erfahrung gesammelt hat, ist seit 2012 Küchenchefin. 4.000 Quadratmeter Gelände umgeben das ehemalige Forsthaus, das 1899 erbaut wurde und unter Denkmalschutz steht. „Der Garten gibt viel her, vor allem frische Kräuter benutze ich gerne“, verrät Melinda Müller. Neben vegetarischen Gerichten kommen häufig Wild aus der Hofstätter und Wilgartswieser Jagd sowie andere regionale Produkte auf den Teller.

Auch bei der Renovierung des Anwesens, zu dem eine ehemalige Bäckerei und ein ehemaliger Tante-Emma-Laden gehören, haben Dieter und Marion Müller auf die Verwendung regionaler Materialien und Elemente geachtet. Über 15 Jahre lang ist so zum großen Teil in Eigenleistung und mit viel Liebe zum Detail ein Restaurant mit lauschigem Biergarten neben der Dorfkirche, ein Hotel mit 45 Betten sowie eine Lodge mit 23 Betten in Mehrbettzimmern entstanden. Hier wird mit Sonne und Holz geheizt, die Zimmer sind mit einer Wandheizung ausgestattet, die Wände mit Lehm verputzt. Die historische Backstube haben Müllers reaktiviert: „Hin und wieder kommt ein junger Bäcker aus einer Annweilerer Bäckerei und backt hier Brot“, erklärt Marion Müller.

Viel handwerkliches Geschick und Leidenschaft stecken in „Müllers Lust“. Die Gäste kommen aus dem Pfälzerwald selbst und den angrenzenden Regionen wie auch aus ganz Deutschland und darüber hinaus, zum Beispiel aus den Niederlanden. „Wir haben hier vor allem Wanderer, Radfahrer und Ruhesuchende zu Gast, Motorradfahrer sind auch häufig hier“, erläutert Dieter Müller. In Hofstätten hat sich der Hauensteiner, der selbst begeisterter Biker ist und aus der Automobilbranche kommt, mit seiner Frau einen Traum erfüllt. „In der Saison von April bis Oktober haben wir etwa 3.000 Übernachtungen“, erläutert der Gastwirt. Dafür sind neben Müllers sieben weitere Personen im Einsatz, um zu kochen, das Frühstück vorzubereiten, zu reinigen oder im Restaurant zu bedienen. Mit den Zielen des Biosphärenreservats als Modellregion für nachhaltige Entwicklung kann sich Dieter Müller stark identifizieren: „Die Produkte wachsen und gedeihen hier, man kann einfach danach greifen und sie nutzen“, schwärmt er über die Vielfalt und den Ressourcenreichtum seiner Heimat.