Mit der Natur arbeiten und leben – Workshop-Programm der Biosphärenakademie im Juni

Auch vor der eigenen Haustür gibt es jede Menge Naturschauspiele zu entdecken – das zeigt die Biosphärenakademie in Lambrecht mit Exkursionen zu heimischen Pflanzen und Tieren sowie in Workshops, bei denen Naturmaterialen zum Einsatz kommen. Für alle Angebote ist eine Anmeldung per Mail an anmeldung@pfaelzerwald.bv-pfalz.de notwendig.

Programm
Zu einem Steinmetz-Kurs für Erwachsene öffnet die Biosphärenakademie ihre Türen am Samstag, 13. Juni, von 10 bis 15 Uhr. Unter Anleitung eines Steinmetzmeisters bearbeiten die Kursteilnehmer heimischen Sandstein und können ihr Kunstwerk anschließend mit nach Hause nehmen. Der Kurs richtet sich an Erwachsene und kostet 40 € pro Person inklusiv Stein. Anmeldeschluss ist der 6. Juni.

Der Bau eines individuelles Wikinger-Schach-Set aus regionalem Holz steht am Samstag, 20. Juni, von 9 bis 12 Uhr auf dem Programm. Dabei vermittelt der Dozent unterschiedliche handwerkliche Techniken. Teilnehmen können neben Erwachsenen auch Familien mit Kindern ab vier Jahren sowie Kinder ohne Begleitung ab zehn Jahren.

Kosten: 15 Euro pro Person inklusive Material. Anmeldeschluss ist der 13. Juni.

Am Freitag, 26. Juni, geht es nach einer kurzen thematischen Einführung auf eine

Fledermaus-Nachtexkursion. Die Veranstaltung beginnt um 20.30 und endet gegen 23 Uhr. Sie richtet sich an Erwachsene und Familien mit Kindern ab sechs Jahren. Die Teilnahme kostet 5 Euro pro Person. Anmeldeschluss ist der 19. Juni.

 

Beide Termine zur Glühwürmchen-Wanderung im Juni sind bereits ausgebucht!

 

Weitere Informationen zum Veranstaltungsprogramm und Hintergründen unter www.pfaelzerwald.de

 

Bildunterschrift: Im Programm der Biosphärenakademie gibt es auch einen Steinmetzworkshop. Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen.

 

Abschluss für Biosphären-Projekt – Infos zu Artenvielfalt und Klimaresilienz bei Gartenfest in Neustadt

Das Biosphärenreservat lädt am Samstag, 30. Mai auf den Sonnenweg nach Neustadt ein. Von 14 bis 18 Uhr ist dort der Garten von Lilo Helfferich sowie das Gelände des NABU für die Öffentlichkeit geöffnet. Bei verschiedenen Führungen geht es zwischen 14 und 16 Uhr um Wissenswertes zu artenfreundlichen und klimaresistenten Pflanzen sowie um Wildkräuter. Parallel findet ein Workshop zur Herstellung von Pflanzenfarben statt. Um 16 Uhr gibt es eine Feierstunde mit Grußworten von Vertreterinnen und Vertretern des öffentlichen Lebens. Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung per Mail an gaerten@pfaelzerwald.bv-pfalz.de wird gebeten.

Anlass für das Gartenfest ist der Abschluss des deutsch-französischen Interreg-Projekts „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“, das vom Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen 2022 ins Leben gerufen wurde und eine naturnahe Gestaltung von Grünflächen im privaten und öffentlichen Bereich zum Ziel hatte. „Wir haben einen Impuls gegeben, sich über die Grenze hinweg auszutauschen und Gartenkunst mit lebendiger Artenvielfalt zu kombinieren. Seit Projektstart haben wir Privatleute und Gemeinden ebenso für unserer Vorhaben begeistert wie Schulkinder. Jetzt lebt die Idee eigenständig weiter und wir können das Projekt abschließen!“, resümiert Biosphärenreservats Direktorin Friedericke Stakelbeck.

Zu den Höhepunkten im Projekt zählte der jährlich stattfindende Gartenwettbewerb. Zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gehörte auch Lilo Helfferich, die mit ihrem Garten am Neustadter Sonnenweg zeigt, wie farbenfroh, abwechslungsreich und lebendig eine naturnah angelegte Fläche sein kann.

Weitere Informationen zum Projekt und zum Biosphärenreservat unter www.pfaelzerwald.de

Bildunterschrift: Im Garten von Lilo Helfferich gibt es viel zu entdecken! Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen/Paulina Mock

Wo sind die Glühwürmchen? Aufruf zur Zählung

Unter dem Motto „Wir zählen Glühwürmchen – wer zählt mit?“ ruft das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen zur Teilnahme an einem Bürgerforschungsprojekt auf: Vom 15. bis zum 30. Juni werden im gesamten Schutzgebiet gemeinsam Glühwürmchen gezählt! Hintergrund ist der seit Jahren beobachtete Rückgang der Bestände. Die Zählung soll Ergebnisse zu der Frage liefern, wie viele Tiere im Pfälzerwald vorkommen und wo sie leben.

Beteiligen können sich alle naturinteressierten Menschen. Wichtig für das Projekt ist, dass nur innerhalb der Grenzen des Biosphärenreservats gezählt wird! Rückfragen per Mail an gluehwuermchen@pfaelzerwald.bv-pfalz.de.

Alle wichtigen Informationen zu der Aktion finden Sie auf der Homepage des Biosphärenreservats unter www.pfaelzerwald.de/projekte/gluehwuermchen/

Bildunterschrift: Wer im Biosphärenreservat wohnt, kann möglicher Weise seine „Beobachtungsstation“ im eigenen Garten aufbauen. Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen

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Aus Leidenschaft für Tiere und Natur Sindeltaler Ziegenhof ist neuer Partnerbetrieb im Biosphärennetzwerk

Mit einer Herde von rund 50 Tieren betreibt Familie Albert in Hochspeyer den Sindeltaler Ziegenhof. Als Partnerbetrieb im Netzwerk des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen hat sich der Betrieb hinsichtlich Nachhaltigkeit, Qualität sowie Regionalität der Produkte zertifiziert. Biosphärenreservats-Direktorin Friedericke Stakelbeck besuchte den Hof zur offiziellen Auszeichnung mit dem Partnerschild.

Als landwirtschaftlicher Nebenerwerbsbetrieb haben sich Anke und Daniel Albert drei Ziele gesteckt: Schutz der Kulturlandschaft, Produktion regionaler Lebensmittel wie Fleisch und perspektivisch auch Käse sowie Bildungsangebote zum Umgang mit den Tieren. Konkret bedeutet das eine externe Beweidung insbesondere von Steillagen, die ohne das Zutun der Tiere von Sträuchern und Gebüsch überwuchert würden. Damit ginge der Lebensraum für zahlreiche Insekten und Reptilien verloren. Um verschiedene Weiden zu erreichen, wandern Sie mit ihren Tieren bis nach Frankenstein oder Esthal. „Je nach Wetter sind wir zwischen drei und vier Stunden unterwegs“, berichtet Anke Albert. Die Herde setzt sich erst in den Sommermonaten in Bewegung, wenn auch die Zicklein stark genug für den Marsch sind. Eine artgerechte Haltung steht auf dem Sindeltaler Hof im Vordergrund, betonen beide: „Unsere Tiere leben das ganze Jahr im Freien und kommen nur im Winter den Stall. Wir setzten auf eine muttergebundene Nachzucht und behalten das Wohl der Tiere im Auge.“

Für Familie Albert kommt dem Leben und Arbeiten in einem Schutzgebiet eine besondere Bedeutung zu: „Das Biosphärenreservat ist für uns der Ort, wo wir als Familie mit der Natur leben dürfen. Es ist uns ein Anliegen, diesen Lebensraum für Menschen und Tiere zu erhalten. Mit unseren Ziegen können wir ganz konkret dazu beitragen und die vorhandene Vielfalt nachhaltig unterstützen.“ Für die Zukunft wünschen sie sich, mit anderen Betrieben aus dem Partner-Netzwerk in Austausch zu kommen. „Wir können nicht nur Erfahrungen miteinander teilen, sondern auch die Reichweite unserer betrieblichen Außenwirkung vergrößern indem wir beispielsweise mit gastronomischen Betrieben zusammenarbeiten,“ so Daniel Albert. Weitere Informationen zum Betrieb unter www.pfälzerwald-ziegen.de.

Ziel der Partnerinitiative des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen ist es, den Zusammenschluss von umweltfreundlich agierenden Betrieben und Dienstleistungsunternehmen zu fördern. Bisher haben sich rund 70 Betriebe sich im Biosphären-Netzwerk zusammengeschlossen. Sie zeigen mit ihrer Arbeit, wie Nachhaltigkeit ganz praktisch funktionieren kann und können so Anregungen und Tipps für andere liefern. Die Kriterien um Partnerbetrieb werden zu können, sind bundesweit in Biosphärenreservaten, Nationalparken und Naturparken einheitlich und garantieren einen hohen Standard, vor allem hinsichtlich Nachhaltigkeit und Qualität sowie Regionalität der Produkte und Dienstleistungen. Als Auszeichnung erhalten die zertifizierten Betriebe ein Partnerschild und dürfen mit dem Logo des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen werben.

Hintergründe zur Biosphären-Partner-Initiative unter www.pfaelzerwald.de/partner-biosphaerenreservat.

Das Partnernetzwerk wird über das Land Rheinland-Pfalz unterstützt.

Bildunterschrift:

Biosphärenreservats-Direktorin Dr. Friedericke Stakelbeck (l.) überreicht das Partnerschild an Familie Albert. Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen/Franziska Keller

Der Wald als Ressource und Ort zum Nachdenken Biosphärenreservat zertifiziert Fassküferei Eder in Bad Dürkheim

„Wir sind ein Familienbetrieb und identifizieren uns stark mit dem Pfälzerwald. Er hat für uns eine wichtige Bedeutung als Quelle nachwachsender und nachhaltiger Ressourcen“, sagte Jonas Eder beim Gang durch die Küferei in Bad Dürkheim, zu der auch eine hauseigene Schreinerei und ein Sägewerk gehören. Er zeigte der Direktorin des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen, Dr. Friedericke Stakelbeck, wo maßgefertigte Fässer, Möbel und Spezialanfertigungen für unterschiedlichste Einsatzzwecke entstehen. Anlass des Besuchs war die Aufnahme der Wilhelm Eder GmbH in das Partnernetzwerk des Biosphärenreservats. „Bei uns trifft traditionelle Handwerkskunst auf moderne Kreislaufwirtschaft. Wir stellen mit Leidenschaft fürs Handwerk Unikate her und nutzen dazu ausschließlich zertifiziertes oder recyceltes Holz.“  Es sei ihm ein großes Anliegen gewesen, Partnerbetrieb im Biosphären-Netzwerk zu werden: „Wir bringen uns aktiv in den Umweltschutz ein,“ erklärt er und zählt Maßnahmen auf, die neben dem Pflanzen von Bäumen auch die Patenschaft für einen im Pfälzerwald ausgewilderten Luchs beinhalten. „Unsere Vision ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung des Waldes zu stärken. Er spielt auch für mich persönlich eine große Rolle. Er ist für mich ein Ort zum Nachdenken, zum Spazieren mit dem Hund und zur Erinnerung daran, dass wir alle nur ein kleiner Teil eines größeren Ganzen sind.“

Bei den Partnerbetrieben des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen handelt es sich um Modellbetriebe verschiedenster Branchen aus der Region. Rund 70 Betriebe haben sich im Biosphären-Netzwerk zusammengeschlossen. Sie zeigen mit ihrer Arbeit, wie Nachhaltigkeit ganz praktisch funktionieren kann und können so Anregungen und Tipps für andere liefern.

Die Kriterien um Partnerbetrieb werden zu können, sind bundesweit in Biosphärenreservaten, Nationalparken und Naturparken einheitlich und garantieren einen hohen Standard, vor allem hinsichtlich Nachhaltigkeit und Qualität sowie Regionalität der Produkte und Dienstleistungen. Als Auszeichnung erhalten die zertifizierten Betriebe ein Partnerschild und dürfen mit dem Logo des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen werben. Weitere Informationen über den Familienbetrieb Eder unter www.faesser-shop.de. Hintergründe zur Biosphären-Partner-Initiative unter www.pfaelzerwald.de/partner-biosphaerenreservat.

Das Partnernetzwerk wird über das Land Rheinland-Pfalz unterstützt.

Bildunterschrift:

Biosphärenreservats-Direktorin Dr. Friedericke Stakelbeck überreicht das Partnerschild an Jonas Eder. Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen/Franziska Keller

Internationales Jahr der Weiden und Hirten / Jahrespressekonferenz im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen

Weidelandschaften und Hirtentum haben für die globale Entwicklung der Umwelt einen unschätzbaren Wert. Um diesen Umstand stärker ins Bewusstsein von Öffentlichkeit und Politik zu rücken, riefen die Vereinten Nationen auf Vorschlag der Mongolei das Jahr 2026 zum International Year of Rangelands and Pastoralists (IYRP) aus.

Inwiefern dieses globale Thema vor Ort im Pfälzerwald von Bedeutung ist, das erklärte die Direktorin des Biosphärenreservats, Dr. Friedericke Stakelbeck, zusammen mit ihrem Team auf einer Schafweide in Erlenbach bei Dahn. „Weidelandschaften und Beweidung sind mit Blick auf Umweltschutz und Zukunftsgestaltung auch in unserer Region wichtige Faktoren“, sagte Stakelbeck. „Weidetiere wie Schafe, Ziegen oder Rinder erhalten die artenreichsten Lebensräume: Offene Flächen wie Wiesen und Weiden! Sie sind Heimat für seltene, teilweise stark gefährdete Vögel, Schmetterlinge, Insekten und Orchideen – um nur einige Beispiele zu nennen. Wenn wir zum Schutz der Biodiversität beitragen möchten und eine nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen fördern wollen, spielen Beweidungsprojekte eine wichtige Rolle.“ Die Jahrhunderte lange Bewirtschaftung der Landschaft durch Berufe wie die Wanderschäferei schuf im Biosphärenreservat Pfälzerwald eine einzigartige Kulturlandschaft. Der Wechsel zwischen dichten Mischwäldern, weiten Wiesen und mächtigen Felsformationen ist nicht nur für Tiere und Pflanzen ein wichtiger Lebensraum, sondern auch Heimat und Lebensgrundlage für Menschen sowie ein Ort der Erholung und Regeneration.

Um diesen Lebensraum langfristig zu erhalten, engagiert sich das Biosphärenreservat stark für die Interessen von Schäfern und Schäferinnen aber auch anderer Beweider und Beweiderinnen. Dabei spielt sowohl die Unterstützung von nachhaltig wirtschaftenden Betrieben eine Rolle wie auch der Schutz des Lebensraums für Menschen und Tiere. In der Umsetzung geschieht das in unterschiedlichen Projekten und Maßnahmen, die die ganze Bandbreite dieser vielschichtigen Thematik berücksichtigen und so perfekt ineinandergreifen können. Aktuell setzt das Biosphären-Team – stets unter Einbeziehung der Öffentlichkeit – folgende Projekte in Bezug auf Artenschutz und Weidelandschaft um:

  • Das chance.natur-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“, mit dem Ziel, durch extensive Beweidung oder mithilfe ziehender Herden artenreiche Offenlandbereiche wieder herzustellen und zu erhalten.
  • Ein wissenschaftliches Forschungsprojekt zum Vorkommen von Pflanzen- und Vogelarten auf der Waldweide am Beispiel der Flächen in St. Martin.
  • Die Streuostweise als schützenswerter Raum und Ressource für nachhaltige Produkte.
  • Die Dokumentation von landschaftlichen Veränderungen im internationalen Verbund des Interreg-Projekts „Horizont Climatic“
  • Kulinarische Aktionswochen im Rahmen der Biosphären-Partnerinitiative, die den Konsum regionaler Produkte wie Fleisch heimischer Weidetiere fördert.

Das Biosphärenreservat lädt als impulsgebende Einrichtung alle Menschen dazu ein, sich zu beteiligen, um die Gegenwart und die Zukunft mitzugestalten, sich aktiv einzubringen oder auch entspannt zu genießen. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen bietet zahlreiche Gelegenheiten dazu!

Mehr dazu unter www.pfaelzerwald.de

Die Pressemappe mit vertiefenden Texten und Bildmaterial finden Sie im Pressebereich unserer Homepage unter www.pfaelzerwald.de/presse/

Soziale Arbeit trifft nachhaltiges Handwerk

Inklusionsbetrieb Adrete erhält Zertifikat als Biosphären-Partnerbetrieb

Die Adrete gGmbH in Merzalben ist ein gemeinnütziges Unternehmen, das sich für die berufliche Inklusion von Menschen mit Behinderungen einsetzt. Roger Stadler und Jochen Weber bieten in ihrer Werkstatt aktuell sechs Beschäftigten eine Arbeitsstelle in den Bereichen Holzverarbeitung, Montage und Verpackung. „Wir befinden uns noch im Aufbau“ sagt Jochen Weber „Langfristig können zwölf Personen hier eine Stelle finden.“ Zudem sind im Betrieb drei Angestellte tätig, die sich um interne Organisation und Aufläufe kümmern. „Damit haben wir einen außerordentlich guten Betreuungsschlüssen, der es uns ermöglich individuell auf die Eignung der Beschäftigten einzugehen,“ erklärt Weber. Seit dem Jahr 2023 hat Adrete die Zulassung als anerkannter „Anderer Leistungsanbieter gemäß § 60 SGB IX. im Bereich Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM)“. Was kompliziert klingt, ist eigentlich ganz einfach, so Roger Stadler: „Das bedeutet, dass wir Menschen mit Behinderung einen alternativen Arbeitsplatz und soziale Teilhabe anbieten können. Durch einen offenen Austausch stärken wir das Gemeinschaftsgefühl und verbinden Bildung, Selbstbestimmtheit und berufliche Förderung.“

Im konkreten Arbeitsalltag sieht das so aus, dass jeder Tag mit einem gemeinsamen Frühstück beginnt. „Dabei besprechen wir, was es an diesem Tag zu tun gibt und wer welche Tätigkeit übernimmt,“ sagt Stadler während er durch den Werkstattraum führt. Hier entstehen Wildbienenhotels, modulare Vogelhäuschen, die sich durch den Austausch eines einzigen Elements in eine Futterstation verwandeln lassen oder individualisierte Schlüsselanhänger. Das verarbeitete Holz stammt aus nachhaltigem, regionalem Anbau. „Um langfristig erfolgreich zu sein, legen wir Wert auf einen bewussten Umgang mit Ressourcen. So können wir ökologisch und ökonomisch verantwortlich agieren und nachhaltiges Handwerk anbieten“, erklärt Stadler. Als Partnerbetrieb im Biosphärennetzwerk will er diesen Aspekt des Unternehmens unterstreichen. Die nachhaltige Produktpalette sei jederzeit erweiterbar, betont er. Sie richtet sich nach den Wünschen der Kundinnen und Kunden. Dabei seien sowohl Einzelanfertigungen wie Kleinserien möglich.

Wer das Unternehmen kennenlernen möchte, kann in Merzalben direkt in der Werkstatt einkaufen oder Bestellungen aufgeben. Wer einen inklusiven Arbeitsplatz sucht, kann einen Schnuppertag buchen, um die Arbeitsweise und das Miteinander im Betrieb kennenzulernen. Detaillierte Informationen zu Terminvereinbarungen, Leitbild und Produkten gibt es unter www.adrete.de

Die Partnerbetriebe des Biosphärenreservats werden bundesweit nach einheitlichen Qualitäts- und Umweltstandards zertifiziert. Sie verbindet das gemeinsame Anliegen, sich für eine nachhaltige Entwicklung in ihrer Region zu engagieren. Bisher haben sich rund 70 Betriebe aus unterschiedlichen Branchen dem Netzwerk angeschlossen. Wer Wert auf nachhaltige Produkte oder Dienstleistungen legt, findet einen Überblick der Biosphären-Partnerbetriebe online unter www.pfaelzerwald.de/partner-biosphaerenreservat.

Das Partnernetzwerk wird über das Land Rheinland-Pfalz unterstützt.

Bildunterschrift:
Biosphärenreservats-Direktorin Dr. Friedericke Stakelbeck (2.v.l.) überreicht das Partnerschild an das Team von Adrete in Merzalben. Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen/Franziska Keller

Ein Heim für alte Nutztierrassen Arche-Hof schließt sich Biosphären-Partnernetzwerk an

Im Arche-Hof am Rosenberg leben vom Aussterben bedrohte Nutztier-Rassen. Brillenschafe, Tauernschecken-Ziegen, Glan-Rinder und Sundheimer-Hühner haben hier ein Zuhause. Gleichzeitig setzt sich der Arche-Hof für den Schutz der Kulturlandschaft ein, die in Waldfischbach-Burgalben durch Wiesen und Weiden geprägt ist. „Unsere Tiere leisten einen wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege: Sie schützen die offenen und artenreichen Flächen davor, von Hecken und Gebüsch überwuchert zu werden,“ erklärt Irene Schwarz von der franziskanischen Gemeinschaft „Schöpfung bewahren“. Die kleine Gruppe bewirtschaftet den Hof zusammen mit Jürgen Edrich aus Hermersberg. „Ein weiterer Schwerpunkt für uns ist die Naturpädagogik. Wir fördern die Interaktionen mit Tieren – zum Beispiel für Menschen mit Beeinträchtigungen oder bei tiergestützten Interventionen durch Therapeuten. Außerdem gehören Spaziergänge mit Ziegen und Ziegenführerscheine für Kinder zu unseren Angeboten“, führt Irene Schwarz aus. Der Arche-Hof ist ein von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) anerkanntes Projekt.

Aufgrund seines umfassenden Engagements hat sich der Arche-Hof nun auch als Partner-Betrieb des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen zertifiziert. Damit gehört er zu einem Netzwerk aus rund 70 Betrieben verschiedenster Branchen, die sich vor allem hinsichtlich Nachhaltigkeit und Qualität sowie Regionalität der Produkte und Dienstleistungen auszeichnen. Biosphärenreservats-Direktorin, Dr. Friedericke Stakelbeck, überreichte das offizielle Partnerschild vor Ort in Waldfischbach-Burgalben. Irene Schwarz erhofft sich von der künftigen Zusammenarbeit im Netzwerk Synergie-Effekte: „Unser Hof liegt mitten im Biosphärenreservat. Da war es naheliegend uns als Partner zu bewerben, um künftig noch breiter über die Arche-Projekte zu informieren und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.“

Besucherinnen und Besuchern steht der Arche-Hof offen – Termine können unter der Telefon-Nummer 0172 6 42 85 51 vereinbart werden. Außerdem sind Vertreterinnen und Vertreter des Hofs auf regionalen Märkten anzutreffen. Mit dem Verkauf von Filzartikeln und Düngepellets aus Brillenschafwolle trägt die Gruppe zum Unterhalt der Einrichtung bei. „Gewinn will und kann hier niemand erzielen, die Helferinnen und Helfer arbeiten alle ehrenamtlich“, betont Irene Schwarz.

Weitere Infos zum Arche-Hof unter www.brillenschafe.beepworld.de. Hintergründe zum Partnernetzwerk und zum Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen unter www.pfaelzerwald.de

Das Partnernetzwerk wird durch das Land Rheinland-Pfalz unterstützt.

Bildunterschrift:
Biosphärenreservats-Direktorin Dr. Friedericke Stakelbeck (r.) überreicht das Partnerschild an Irene und Karlheinz Schwarz auf dem Arche-Hof in Waldfischbach-Burgalben. Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen/Franziska Keller

Natur lieben und schützen / Biosphärenreservat zertifiziert PWV Waldfischbach-Burgalben als Bildungspartner

„Wenn ich als Kind etwas Lieben lerne, werde ich es als Erwachsener auch schützen,“ davon ist Dieter Simon, der Vorsitzende und Kopf des Pfälzerwald-Vereins Waldfischbach-Burgalben e.V., überzeugt. „Deshalb stehen Mensch und Natur bei uns im Mittelpunkt.“ Als neuer Bildungspartner im Biosphären-Netzwerk will er dazu beitragen, Wissen um die heimische Tier- und Pflanzenwelt zu vertiefen und einen wertebasierten Umgang mit der Natur zu vermitteln.

Der Pfälzerwald-Verein Waldfischbach-Burgalben ist eine der ältesten Ortsgruppen des PWV und zählt aktuell rund 140 Mitglieder, davon sind 30 Kinder und Jugendliche. „Wir bieten Wanderungen, Walking- und Radtouren für alle Altersklassen an, aber die Jugendarbeit ist ein Schwerpunkt von uns“, sagt Simon. Auf dem Programm stehen regelmäßige Angebote für Junior Ranger, die von Tagesveranstaltungen bis zu Feriencamps reichen. Besonders die jährlich stattfindende „100 Kilometer Wanderung“ sei sehr beliebt, so Simon. „Die jungen Leute lernen bei ihren Ausflügen in die Natur das Biosphärenreservat in seiner Vielfalt und Einzigartigkeit kennen,“ fügt Simon an. Daher sei die Arbeit des Vereins unweigerlich mit dem Biosphärenreservat verknüpft.

Jugendliche, die aus dem Junior-Ranger-Alter herausgewachsen sind, und selbst eine Gruppe betreuen möchten, können seit letztem Jahr über den Verein an dem Ausbildungsprogramm „Grüne Juleica“ teilnehmen. Der Fokus liegt auch dabei auf Naturschutz und Nachhaltigkeit.  „So werden die Jugendlichen zu Multiplikatoren und übertragen ihre Begeisterung auf die nächste Generation“, erklärt Simon.

Wer mehr zu den Angeboten des Pfälzerwald-Verein Waldfischbach-Burgalben wissen möchte erhält erste Informationen unter www.pwv-wfb.de

Partnerbetriebe des Biosphärenreservats Pfälzerwald

Bei den Partnerbetrieben des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen handelt es sich um Modellbetriebe verschiedenster Branchen aus der Region. Sie zeigen mit ihrer Arbeit, wie Nachhaltigkeit ganz praktisch funktionieren kann und können so Anregungen und Tipps für andere liefern. Die Kriterien für Partnerbetriebe sind bundesweit in Biosphärenreservaten, Nationalparken und Naturparken gültig und garantieren einen hohen Standard, vor allem hinsichtlich Nachhaltigkeit und Qualität sowie Regionalität der Produkte und Dienstleistungen. Weitere Informationen zur Biosphären-Partner-Initiative unter www.pfaelzerwald.de/partner-biosphaerenreservat oder per Mail an a.weiss@Pfaelzerwald.BV-Pfalz.de

Das Partnernetzwerk wird über das Land Rheinland-Pfalz unterstützt.

Bildunterschrift:

In der Biosphärenakademie in Lambrecht überreichte die Direktorin des Biosphärenreservats, Dr. Friedericke Stakelbeck, an Dieter Simon als Vertreter des Pfälzerwald-Verein Waldfischbach-Burgalben das Partnerschild. (Foto: Biosphärenreservat/Franziska Keller)

Umweltgerechte Landnutzung und artgerechte Tierhaltung / Heegers Hofladen im Netzwerk der Biosphären-Partnerbetriebe

Am nördlichen Eingangstor zum Pfälzerwald, in Breunigweiler, liegt Heegers Hofladen. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen zertifizierte den Betrieb aufgrund seiner umweltgerechten Wirtschaftsweise und nahm ihn damit in das Netzwerk von über 60 nachhaltig arbeitenden Betrieben und Unternehmen auf.

Heegers Hofladen ist spezialisiert auf Weidefleisch aus eigener Haltung. Neben einer artgerechten Tierhaltung setzt der Familienbetrieb auf eine naturnahe Landnutzung. Dazu zählt beispielsweise der Erhalt von Heckenstreifen oder die Pflege von Obstbaumkulturen durch Beweidung. Gleichzeitig leisten die robusten Aubrac- sowie einige Glan-Rinder einen wichtigen Beitrag zu Erhaltung offener Flächen.

„Unsere Kühe sind von Anfang April bis Mitte November auf der Weide und kommen nur über Winter zur Kalbung in einen mit Stroh eingestreuten Laufstall.  Unsere Schweine leben in Gruppen von acht Tieren ebenfalls auf Stroh. Das Futter für die Tiere produzieren wir selbst: Kleegrassilage und Heu für die Rinder, Getreideschrotmischung für die Schweine“, erläutert Inhaber und Metzgermeister Henrik Heeger. Seit Abschluss der Baumaßnahmen im Jahr 2020 schlachtet Heeger im hofeigenen Schlachthaus und erspart den Tieren damit Transport und Stress. Das wirkt sich auch in Bezug auf das Fleisch positiv aus, wie Heeger erklärt: „Wir verarbeiten ausschließlich das Fleisch von Tieren, die bei uns aufgewachsen sind. Wir nehmen Vorbestellungen entgegen und schlachten erst, wenn das ganze Tier verkauft ist – von der Nase bis zum Schwanz. Bei der Fleischverarbeitung verwenden wir weder Geschmacksverstärker noch fertige Gewürzmischungen. So garantieren wir eine hochwertige Qualität unserer Produkte.“ Als zertifizierter Partnerbetrieb des Biosphärenreservats möchte Heeger den Menschen vor Ort die Landwirtschaft wieder näherbringen und mit Vorurteilen aufräumen. „Unseren Gästen steht der Hof nach Absprache und samstags von 9 bis 13 Uhr offen“, sagt Heeger und lädt dazu ein, seinen Betrieb näher kennenzulernen.

Partnerbetriebe des Biosphärenreservats Pfälzerwald

Bei den Partnerbetrieben des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen handelt es sich um Modellbetriebe verschiedenster Branchen aus der Region. Sie zeigen mit ihrer Arbeit, wie Nachhaltigkeit ganz praktisch funktionieren kann und können so Anregungen und Tipps für andere liefern. Die Kriterien für Partnerbetriebe sind bundesweit in Biosphärenreservaten, Nationalparken und Naturparken gültig und garantieren einen hohen Standard, vor allem hinsichtlich Nachhaltigkeit und Qualität sowie Regionalität der Produkte und Dienstleistungen. Weitere Informationen zur Biosphären-Partner-Initiative unter www.pfaelzerwald.de/partner-biosphaerenreservat oder per Mail an a.weiss@Pfaelzerwald.BV-Pfalz.de

Weitere Informationen zum Hofladen Heeger unter www.hofladen-heeger.de

Das Partnernetzwerk wird über das Land Rheinland-Pfalz unterstützt.

Bildunterschrift:

Der stellvertretende Direktor des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen, Arno Weiß, überreicht Henrik Heeger das Partnerschild. (Foto: Biosphärenreservat/Franziska Keller)