Stauden statt Schotter

Biosphärenreservat fördert Artenvielfalt in Lambrecht

Gegenüber des Lambrechter Bahnhofs lädt eine öffentliche Grünfläche zum Innenhalten ein: hier bieten selbst im Oktober noch unterschiedliche Blüten Futter für Insekten. Eine Kräuterschnecke grünt, ein Sandarium liefert den Lebensraum für Reptilien wie die geschützte Mauereidechse. Welche Pflanzen und Tiere hier im Einzelnen zu finden sind, erklärt eine Infotafel. “Hier ist eine Fläche entstanden, die modellhaft zeigt, was klimaresiliente Grünanlagen ausmacht und was diese zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen. Hierzu wurden verschiedene Maßnahmen umgesetzt, die darauf abzielen, die ökologische Vielfalt zu fördern und einen Beitrag zum Klimaschutz sowie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu leisten”, sagte der Bezirkstagsvorsitzende Hans-Ulrich Ihlenfeld bei der offiziellen Übergabe der Fläche an die Gemeinde.
Die Grünanlage in Lambrecht ist eine von vier öffentlichen Anlagen, die auf Initiative des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen im Rahmen des grenzüberschreitenden Interreg-Projekts “Gärten für die Artenvielfalt” umgestaltet wurde. Wo zuvor auf rund 220 Quadratmeter Schotter und Thuja-Hecken bestimmend waren, wachsen jetzt rund 300 unterschiedliche naturnahe Stauden wie gelber Blasenstrauch, Kornelkirsche oder eingriffeliger Weißdorn.Zunächst hatte die Gemeinde in Eigenleistung den bestehenden Schotterbelag abgeräumt. Dann folgte in einem partizipativen Prozess und in enger Abstimmung mit der Gemeinde die Umgestaltung. Der Boden wurde größtenteils ausgetauscht und mit Holz neu eingefasst. “Ziel war, eine attraktive Fläche mit ganzjährigem Blühangebot zu schaffen, die sowohl eine durchgehende Nahrungsverfügbarkeit für Bestäuber und blattfressende Arten sicherstellt als auch dem außenstehenden Betrachtenden zu jeder Jahreszeit optische Reize bietet”, führte Antje van Look aus, die im Biosphärenreservat für das Projekt verantwortlich zeichnet und ergänzte: „Wir freuen uns ganz besonders, dass wir die modellhafte Neugestaltung der Fläche hier in Lambrecht realisieren konnten, wo auch die Geschäftsstelle des Biosphärenreservates Pfälzerwald ihren Sitz hat.“
Künftig wird sich die etwa zehnköpfige Natur- und Umweltgruppe unterstützt durch den örtlichen Bauhof um die Pflege der Anlage kümmern. Ortbürgermeister Andreas Ohler dankte der Gruppe für ihr Engagement und dem Biosphärenreservat für die Initiative.Gefördert wurde das Projekt von 2022 bis 2026 über INTERREG Oberrhein und das Land Rheinland-Pfalz. Weitere Informationen unter www.pfaelzerwald.de

Bildunterschrift: Übergabe der Grünfläche in Lambrecht mit (v.l.n.r.) Bezirkstagsvorsitzendem Hans-Ulrich Ihlenfeld, Biosphärenreservats-Direktorin Friedericke Stakelbeck, Bürgermeister Andreas Ohler und Projektleiterin Antje van Look. Foto: Biosphärenreservat/Franziska Keller

Herausragende Bedeutung für gesamte Region

Umsetzung des neuen Wanderwegekonzepts startet

Durch den Pfälzerwald soll künftig ein gestrafftes und qualitativ hochwertiges Grundwanderwegenetz führen, das auf den bestehenden Traditionswanderwegen des Pfälzerwald-Vereins aufbaut. Das Land Rheinland-Pfalz trägt mit einer Förderung von rund 1,5 Mio. Euro zur Umsetzung bei und übernimmt damit 75 Prozent der Gesamtkosten. Zur Übergabe des Fördermittelbescheid kam der Minister für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima Rheinland-Pfalz, Michael Ebling, nach Lambrecht. Er stellte die Bedeutung des Projekts für die gesamte Region heraus: „Der Pfälzerwald ist eines der touristischen Aushängeschilder unseres Landes. Seine einzigartige Natur, die traditionsreichen Wanderhütten und die große Gastfreundschaft machen ihn zu einem besonderen Erlebnis für Gäste aus nah und fern. Mit dem neustrukturierten Wanderwegenetz investieren wir gezielt in die Qualität und Zukunftsfähigkeit des Wandertourismus. Davon profitieren nicht nur unsere Gäste, sondern auch die Gastronomie, die Beherbergungsbetriebe und die gesamte Region. Besonders freut mich, dass hier Kommunen, Verbände und Tourismusakteure gemeinsam Verantwortung übernehmen, um dieses besondere Angebot langfristig zu sichern. Ich freue mich, dass wir dieses Engagement und die Infrastruktur im Rahmen der Tourismusstrategie des Landes mit rund 1,5 Mio. Euro fördern können.“

Durch die Neustrukturierung entsteht ein 1.950 Kilometer langes Grundwanderwegenetz im Pfälzerwald, das nach modernsten Qualitätsanforderungen ausgeschildert und mit einer Vielzahl neuer Erholungsinfrastruktur ausgestattet wird. „Damit besteht die riesige Chance, unser touristisches Potential deutlich aufzuwerten, zu sichern und gemeinsam zu vermarkten und damit einen Meilenstein im Tourismus der Pfalz zu setzen. Durch eine zusätzliche Zertifizierung von größeren Teilen des Wegenetzes und die Ermöglichung von längeren Streckenwanderungen, die man in einfacher Weise selbst zusammenstellen kann, werden ganz neue Zielgruppen von Wanderern erreicht werden können, die Interesse an einem längeren, intensiveren Wandererlebnis in der Natur haben“, erklärte der Vorsitzender des Bezirkstags Pfalz, Hans-Ulrich Ihlenfeld.

Die Konzeption für dieses Wanderwegenetz entstand in den Jahren 2022 und 2023 auf Initiative des Pfälzerwald-Vereins unter der Trägerschaft des Bezirksverbands Pfalz in Zusammenarbeit mit dem Biosphärenreservat Pfälzerwald und in enger Abstimmung mit den beteiligten Kommunen sowie Vertreterinnen und Vertreterin aus Tourismus und Naturschutz. Auch dieser Projektabschnitt wurde aus Landesmitteln gefördert. Trotz der unterschiedlichen Interessens- und Ausgangslagen in den Kommunen und knapper Haushaltsmittel schlossen sich 24 Städte und Verbandsgemeinden im Pfälzerwald zusammen. In einem Kooperationsvertrag verpflichten sie sich zu Erstfinanzierung, dauerhafter Pflege und Zusammenarbeit beim Management des Wanderwegenetzes. „Das Wanderwegeprojekt ist in dieser Form eine interkommunale Zusammenarbeit mit dem Ehrenamt, die es im Biosphärenreservat in dieser Größenordnung noch nicht gab“, betonte die Direktorin des Biosphärenreservats, Friedericke Stakelbeck.

Ausgangspunkt für das Wanderwegeprojekts war die Chance, die Wanderwegestruktur des Pfälzerwaldes nachhaltig zu verbessern und neu aufzustellen. Gleich mehrere Faktoren sollen Pflege des Wegenetzes künftig deutlich einfacher und leichter machen: die Straffung des Wegenetzes, die Digitalisierung des Wegemanagements, die vereinfachte Markierungsweise und die Unterstützung durch die kommunale Hand. „Für den Pfälzerwald-Verein können wir heute voller Stolz vom konkreten Beginn eines Jahrhundertprojekts im Pfälzerwald sprechen“, sagte Martin Brandl, Hauptvorsitzender des Pfälzerwald-Vereins.

Konkret stehen in der Umsetzung in den kommenden Monaten wichtige Planungsarbeiten an. Ein Beschilderungs- und ein Demontagekataster muss erstellt werden, 75 Informationstafeln gehen in Vorbereitung, vorhandenen Möblierung wie Bänke und Picknickplätze werden dokumentiert und rund 50 neue Standorte für Ruheplätze festgelegt. Nicht zuletzt müssen Ausschreibungsunterlagen erarbeitet und die Ausführung betreut werden. Um die Arbeiten zu koordinieren hat sich eine projektbegleitende Steuerungsgruppe aus Kommunen, Biosphärenreservat, Pfälzerwald-Verein und Pfalz.Touristik gebildet. Das erste Treffen ist bereits im Dezember vorgesehen. „Der Pfälzerwald ist seit jeher eine der großen Wanderregionen Deutschlands. Seine Wälder, Felsen, Täler und Aussichtspunkte sind ein Stück Heimat und zugleich ein wichtiger Grund, warum Menschen aus nah und fern zu uns kommen. Wir wollen den Pfälzerwald als Wanderregion weiter stärken. Für ein solches Projekt braucht es starke Partner. Kommunen, Bezirksverband, Biosphärenreservat, Pfalz Touristik und Pfälzerwald-Verein arbeiten Hand in Hand. Heute danken wir außerdem der Unterstützung des Landes, das die Bedeutung der Neukonzeption ebenso befürwortet“, sagte Ihlenfeld abschließend.

 

Zitate

Der Pfälzerwald ist seit jeher eine der großen Wanderregionen Deutschlands. Seine Wälder, Felsen, Täler und Aussichtspunkte sind ein Stück Heimat und zugleich ein wichtiger Grund, warum Menschen aus nah und fern zu uns kommen. Das bestehende Wanderangebot mit seinen zahlreichen ausgezeichneten Wegen ist bereits beeindruckend. Aber Qualität bedeutet auch, sich weiterzuentwickeln. Die Neukonzeption ermöglicht ein Wegenetz, das übersichtlich, attraktiv, nachhaltig und qualitativ hochwertig ist. Wir wollen den Pfälzerwald als Wanderregion weiter stärken. Er ist ein touristischer Magnet, aber auch der wichtigste Erholungsort für uns Pfälzerinnen und Pfälzer. Gut geplante Wege, die verlässlich gepflegt werden, sind dafür unerlässlich. Für ein solches Projekt braucht es starke Partner. Kommunen, Bezirksverband, Biosphärenreservat, Pfalz Touristik und Pfälzerwald-Verein arbeiten Hand in Hand. Heute danken wir außerdem der Unterstützung des Landes, das die Bedeutung der Neukonzeption ebenso befürwortet.
Landrat und Vorsitzender des Bezirkstags Pfalz, Hans-Ulrich Ihlenfeld

Der Pfälzerwald ist eines der touristischen Aushängeschilder unseres Landes. Seine einzigartige Natur, die traditionsreichen Wanderhütten und die große Gastfreundschaft machen ihn zu einem besonderen Erlebnis für Gäste aus nah und fern. Mit dem neustrukturierten Wanderwegenetz investieren wir gezielt in die Qualität und Zukunftsfähigkeit des Wandertourismus. Davon profitieren nicht nur unsere Gäste, sondern auch die Gastronomie, die Beherbergungsbetriebe und die gesamte Region. Besonders freut mich, dass hier Kommunen, Verbände und Tourismusakteure gemeinsam Verantwortung übernehmen, um dieses besondere Angebot langfristig zu sichern. Ich freue mich, dass wir dieses Engagement und die Infrastruktur im Rahmen der Tourismusstrategie des Landes mit rund 1,5 Mio. Euro fördern können.
Minister für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima Rheinland-Pfalz, Michael Ebling
Für den Pfälzerwald-Verein können wir heute voller Stolz vom konkreten Beginn eines Jahrhundertprojekts im Pfälzerwald sprechen. Die Pfade, die unsere Gründerväter noch selbst ausgetreten haben, haben den Pfälzerwald erst zu der Wanderregion gemacht, die er heute ist. Dieses Wegenetz hat seit mehr als 120 Jahren Bestand. Gemeinsam mit dem Bezirksverband, dem Biosphärenreservat, den Kommunen und der Pfalz.Touristik und dank der Förderung des Landes ist es nun gelungen, das Wegenetz und seine Markierungen grundlegend zu überarbeiten. Das ist eine großartige Nachricht für unsere Heimat und genau das, wofür sich mehr als 33.000 Mitglieder im Pfälzerwald-Verein engagieren: den Pfälzerwald zu erhalten und erlebbar zu machen. Der Pfälzerwald-Verein hat erreicht, dass die Pfälzerwald-Hüttenkultur als Immaterielles Kulturerbe anerkannt ist, und trägt mit den Hütten seiner Ortsgruppen zur Einzigartigkeit des Pfälzerwaldes bei. Das modernisierte Wegenetz hilft uns, unser Ehrenamt auch in Zukunft gut auszuüben.
Hauptvorsitzender des Pfälzerwald-Vereins, Martin Brandl

Die Umsetzung des neuen Wegekonzepts ist für das UNESCO Biosphärenreservat Pfälzerwald und die Besucherlenkung eine große Chance: erstmals werden die nachhaltige Pflege und das (digitale) Management der Wanderwege über die kommunalen Grenzen hinweg in einer gemeinsamen Vereinbarung verankert. So können Prozesse wie die Qualitätssicherung optimiert werden. Insbesondere das Modellhafte an dem Vorhaben, die interkommunale Zusammenarbeit und die Einbindung der Akteure vor Ort, wie Kommunen, Ehrenämtlern des Pfälzerwald Vereins oder Touristiker*innen, eröffnen anderen Regionen die Möglichkeit, von dem Vorhaben zu lernen. Damit kann das Biosphärenreservat, das im Wesentlichen das Projekt für den Bezirksverband Pfalz steuert, seinem Auftrag als beispielhafte Modellregion der UNESCO gerecht werden.
Direktorin des UNESCO Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen, Dr. Friedericke Stakelbeck

Bildunterschrift: Gut beschilderte Wanderwege machen den Pfälzerwald zu einem überregional beliebten Ausflugsziel. Foto: Biosphärenreservat/Yannick Baumann

Wo sich Natur frei entfaltet – Bedeutung der Kernzonen im Pfälzerwald

Was geschieht, wenn der Mensch die Natur sich selbst überlässt? Wo gibt es Konflikte? Wo liegt der Nutzen? Um diese Fragen zu beantworten, lohnt der Blick in die Kernzonen des UNSECO Biosphärenreservates Pfälzerwald-Nordvogesen, wo sich die Natur ungestörter entwickeln kann. Auf Initiative der Geschäftsstelle des Biosphärenreservats und des Hauses der Nachhaltigkeit von Landesforsten fand in Johanniskreuz in der vergangenen Woche eine Fachtagung zur Bedeutung dieser Schutzzonen statt. Unter dem Motto “Wo sich Natur frei entfaltet” diskutierten Expertinnen und Experten aktuelle Forschungsprojekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Kernzonen machen im rund 180.000 Hektar umfassenden deutschen Teil des Biosphärenreservats drei Prozent der Fläche aus und verteilen sich auf zwanzig Einzelbereiche, in denen seit Jahren keine wirtschaftliche oder touristische Nutzung mehr stattfindet. Die Kernzone „Quellgebiet der Wieslauter“ ist mit rund 2.400 Hektar die größte dieser Schutzzonen.
„Rheinland-Pfalz ist mit 43 Prozent Waldfläche das waldreichste Bundesland. Der Pfälzerwald spielt hierbei eine besondere Rolle, denn er gehört zu den größten zusammenhängenden Waldnaturräumen Westeuropas. Er schafft ein einmaliges Landschaftsbild. In seinen Kernzonen, in der sich die Natur ohne menschliche Eingriffe eigendynamisch entfaltet, können wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse zur natürlichen Waldentwicklung gewonnen werden“, sagte Umwelt- und Forststaatssekretärin Kristina Brixius, die das Fachsymposium in Johanniskreuz mit einem Grußwort eröffnete.

Ulf Hohmann von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwissenschaft stellte seine Studie zur Entwicklung des Rotwildes in den vergangenen 19 Jahren in und rund um die größte Kernzone des Pfälzerwaldes vor. Dabei zeigte er das komplexe Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren auf, die das Verhalten und den Bestand der Tiere beeinflussen. So habe sich, anders als von vielen erwartet, die Population durch das Jagdverbot in der Kernzone keineswegs erhöht. Auch Schäden durch Verbiss hätten weder in der Kernzone noch im Umfeld zugenommen. Schälschäden haben dort abgenommen, wo Störungen im Wald reduziert werden konnten. Die Studien kann man nachlesen unter https://fawf.wald.rlp.de

Um das Wiederansiedlungsprojekt von Luchsen ging es in dem Impulsvortrag von Julian Sandrini vom Koordinationszentrum für Luchs und Wolf (KLUWO). Die Tiere hätten sich gut etabliert, erklärte er und die Akzeptanz für die Beutegreifer sei sehr hoch. Allerdings seien im letzten Jahr mehrerer Jungtiere mit schweren Augenschäden zur Welt gekommen, was möglicherweise auf Inzucht zurückzuführen sei. Um die genetische Vielfalt und Gesundheit der Tiere zu sichern, sollen in den kommenden fünf Jahren weitere Luchse im Pfälzerwald angesiedelt werden. Das Forschungsteam bestimmt die Verwandtschaftsverhältnisse der Tiere im Pfälzerwald durch das systematische Sammeln und Analysieren von Losungen, Haaren und Gewebeproben. 19 Tiere seien aktuell im Pfälzerwald heimisch, berichtete Sandrini. Die Musterung des Fells sei vergleichbar mit dem Fingerabdruck eines Menschen. Daher könne jedes Tier, das in eine Kamerafalle läuft, identifiziert werden. Die Chance, den scheuen Tieren in freier Wildbahn zu begegnen, sei sehr gering.

Ohne forstwirtschaftlich und jagdliche Nutzung entwickelt sich in den Kernzonen der Urwald von morgen. Die Veränderungen geschehen im Verborgenen, sind aber den gleichen Beeinträchtigungen durch den Klimawandel und Luftschadstoffe ausgesetzt, wie der bewirtschaftete Wald. Um Entwicklungen für die breite Öffentlichkeit sichtbar zu machen, entsteht eine Fotodokumentation. Stefanie Ofer vom Biosphärenreservat, die im internationalen, Interreg-geförderten Projekt “Horizont Climatic” insgesamt 70 Standorte im Biosphärenreservat regelmäßig aufnehmen lässt, zeigte Foto-Standorte aus den Schutzzonen. Im Vorher-Nachher-Vergleich sind die Bilder unter www.horizontclimatic.eu zu sehen. Mit fortschreitender Zeit würden sich die Entwicklungen, positive wie negative, deutlich ablesen lassen, erklärte Ofer. Das Forschungsprojekt ist auf 30 Jahre angelegt und ging 2025 mit ersten Aufnahmen an den Start.

Einen Blick in andere Schutzgebiete gewährte Stefanie Gärtner aus dem Nationalpark Schwarzwald. Sie zeigte anhand der Methodik von Langzeitstudien wie die Entwicklung der Artenvielfalt beobachtet werden kann. Als Beispiele nannte sie Käferarten, die im Totholz leben und Relikte aus der Urzeit sind. Deren Zahlen nehmen im Nationalpark wieder zu. Oder die Verbreitung der zitronengelben Tramete, ein Pilz, der auf der Roten Liste steht und stark gefährdet ist.

Weitere Informationen zum Biosphärenreservat und dem Thema Kernzonen unter www.pfaelzerwald.de

Bildunterschrift: Stefanie Gärtner, Stefanie Ofer und Ulf Hohmann (v.l.n.r.) im Austausch während der Kernzonentagung. Foto: Biosphärenreservat/Franziska Keller

Back- und Bastelnachmittag in der Biosphärenakademie – Von Schokolade bis Wikingerschach

Die Biosphärenakademie in Lambrecht nimmt die erfolgreiche Reihe der Back- und Bastelnachmittage für Familien und Kinder ab sechs Jahren wieder auf. Bis Jahresende stehen vier Termine auf dem Programm, die jeweils freitags von 16 bis 19 Uhr stattfinden.

Stockbrot neu gedacht
Am Freitag, 13. November treffen sich Familien und Kinder am Lagerfeuer. Gemeinsam erproben sie neue Stockbrot-Rezepte. Die Möglichkeiten reichen von Laugenstockbrot mit selbstgemachten Dips bis zu süßem Hefestockbrot mit Toppings wie Kokosraspeln, Schoko-Chunks oder Nüssen.

Wikingerschach selbst gebaut
Ein Wikingerschach ist kein Schachspiel im klassischen Sinn, sondern ein Wurfspiel, das auf der Wiese, am Strand oder im Garten gespielt werden kann. Gewonnen hat, wer am Ende das Königsholz des Gegners trifft. Am Freitag, 20. November bauen Familien und Kinder ab sechs Jahren ihre eigenes Wikingerschach in der Biosphärenakademie. Der Kurs schließt mit einem Probespiel zum Kennenlernen der Spielregeln.

Individuelle Schokolade

Wie wird Schokolade gemacht und was ist alles darin enthalten? Antwort auf diese Fragen gibt die Biosphärenakademie am Freitag, 27. November. Gemeinsam stellen die Kursteilnehmer und Kursteilnehmerinnen Schokolade her und dürfen dabei ihre eigenen Kreationen und Geschmacksrichtungen entwickeln.

Kerzen ziehen
Am Freitag, 4. Dezember, dreht sich in der Nachmittag in der Biosphärenakademie um Kerzen aus Bienenwachs. Die Teilnehmenden lernen dabei unterschiedliche Methoden der Herstellung kennen und können ihrer Kreativität beim Gestalten der Kerzen freien Lauf lassen. Außerdem erfahren sie, warum es sich bei Bienenwachs um ein nachhaltiges Naturprodukt handelt.

Die Teilnamegebühr liegt pro Person und Termin bei 10 Euro. Anmeldeschluss ist eine Woche vor der jeweiligen Veranstaltung. Anmeldung per E-Mail an: anmeldung@pfaelzerwald.bv-pfalz.de, Rückfragen per Telefon unter 06325 9552-44

Weitere Informationen unter www.pfaelzerwald.de

Bildunterschrift: In der Holzwerkstatt entstehen individuelle Holzfiguren für ein selbstgebautes Wikingerschach. Foto: Biosphärenreservat/Uli Diehl

Herbstgerichte auf dem Teller – Pfälzerwald-Wochen im Biosphärenreservat

Von Samstag, 9. Oktober bis Sonntag 1. November veranstaltet das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen in Zusammenarbeit mit seinen gastronomischen Partnerbetrieben wieder die jährlich stattfindenden Pfälzerwald-Wochen. In dieser Zeit geht es um den kulinarischen Genuss von typischen Produkten aus dem Pfälzerwald wie Pilzen, Kastanien, Beeren und Kräutern, aber auch Wildbret.
Die teilnehmenden Partnerrestaurants sind: Seehaus Forelle in in Ramsen, Restaurant Fröhlich in Kaiserslautern, Hotel Restaurant Pfälzer Hof in Edenkoben, Restaurant “7 Raben”
in Bad Dürkheim, “Ritterhof zur Rose” in Burrweiler, Gasthaus “Müllers Lust” in Hofstätten, Naturfreundehaus Finsterbrunnertal in Schopp, Naturfreundehaus Rahnenhof in Carlsberg-Hertlingshausen, Restaurant Sommerhaus in Kaiserslautern. Auch die Pfalzakademie in Lambrecht beteiligt sich mit ihrer Küche für Seminargäste an der Aktion.

Weitere Informationen zum Biosphärenreservat online unter www.pfaelzerwald.de
Die kulinarischen Aktionstage werden unterstützt vom Land Rheinland-Pfalz.

Bildunterschrift: Wildbret aus dem Pfälzerwald gehört zu den Spezialitäten während der kulinarischen Wochen. Foto: Biosphärenreservat/Pfälzer Hof

Biosphären-Markt in Kirrweiler – Spezialitäten aus Frankreich und Deutschland

Am Sonntag, 18. Oktober, klingt in Kirrweiler die diesjährige Saison der deutsch-französischen Biosphären-Märkte aus. Im Ortskern des Weindorfs laden rund 70 Stände von 11 bis 18 Uhr noch einmal zum Schlemmen, Genießen und Entdecken ein. Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein vielfältiges Angebot: Die Palette reicht von Käse und Wurstwaren über Fisch, Gemüse und Liköre bis hin zu Seifen, Kräutern, Honig, Konfitüren, Blumen, Geschenkartikeln und Korbwaren. Ergänzend bieten Winzer sowie ein Bierbrauer Getränke zum Direktverzehr an.

Parallel zum Marktgeschehen öffnen verschiedene ortsansässige Winzer und Vereine sowie das Tourismus- und Gemeindebüro “i-Punkt” ihre Türen für den Publikumsverkehr. Private Bürgerinnen und Bürger laden zu Garagenflohmarkt oder Skulpturenausstellung ein. Für musikalische Unterhaltung sorgen die “Mackebacher Musikanten”, die an diesem Tag durch die Marktmeile ziehen.

Ziel der deutsch-französischen Initiative des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats ist es, die Landwirtschaft in der Region zu stärken und bei Einheimischen wie Gästen für den Kauf von regional erzeugten Produkten zu werben. So werden lange Transportwege vermieden und ein Beitrag zum Erhalt der einzigartige Kulturlandschaft im Biosphärenreservat geleistet.

Anfahrt
Kirrweiler ist sehr gut mit Bus und Bahn aus der Richtung Landau oder Neustadt erreichbar. Vom Bahnhof sind es rund einen Kilometer zu Fuß bis in die Ortsmitte. Während des Bauernmarktes ist der Ortskern für den Verkehr gesperrt. Eine Umleitung ist ausgeschildert. Parkmöglichkeiten stehen auf den Parkplätzen „In den Forstgärten“, „Am Friedhof“, „Am Sportplatz“ sowie auf dem Parkplatz an der Reblandhalle zur Verfügung.

Weitere Informationen unter www.pfaelzerwald.de/bauernmaerkte. Die Biosphären-Märkte werden unterstützt durch das Land Rheinland-Pfalz.

Bildunterschrift: Auch saisonales Obst wird es beim Biosphären-Markt in Kirrweiler geben. Foto: Biosphärenreservat

Familienprogramm in den Herbstferien – Schnitzen, Wandern, Lagerfeuer

In den Herbstferien gibt es für Erwachsene und Kinder ein abwechslungsreiches Programm, um das Biosphärenreservat Pfälzerwald kennenzulernen.

Wandern
Gleich zu Beginn der Ferien führt Biosphären-Guide Johanna Thomas-Werling am Samstag, 4. Oktober, unter dem Motto ,,Ä Tännchen, Please” rund um den St. Germanshof entlang der französischen Grenze. Thema ist die Weißtanne und ihre Bedeutung fürs Klima. Treffpunkt für die vierstündige Tour ist um 13 Uhr am Wanderparkplatz St. Germanshof in Bobenthal. Die Teilnahme für Kinder in Begleitung ist frei, Erwachsene zahlen 12 Euro pro Person. Anmeldung bis zum 1. Oktober per Mail an anmeldung@pfaelzerwald.bv-pfalz.de.

Schnitzen
Am Samstag, 10. Oktober lernen Kinder von 10 bis 12 Uhr in der Biosphärenakademie in Lambrecht den richtigen Umgang mit einem Schnitzmesser. Sie erfahren alles Wichtige zum Thema Sicherheit und stellen ein kleines Kunstwerk oder einfache Gebrauchsgegenstände wie einen Löffel selbst her. Anmeldung bis 3. Oktober per Mail an anmeldung@pfaelzerwald.bv-pfalz.de. Teilnehmen können Kindern ab zehn Jahren, in Begleitung der Eltern sind Kinder ab sechs Jahren willkommen! Die Teilnahme kostet pro Person 15 Euro.

Auftanken
“Vom Glück der kleinen Dinge” heißt die Biosphären-Guide-Tour am Samstag, 10. Oktober, mit Martina Wagner. Von 18 bis 20 Uhr zeigt sie, wie sich die Kraft der Natur nutzen lässt, um die eigenen Resillienzkräfte zu stärken. Treffpunkt ist am Parkplatz Hexenklamm in Pirmasens-Gersbach. Anmeldung bis 8. Oktober per Mail an anmeldung@pfaelzerwald.bv-pfalz.de. Weitere Informationen unter 06325 9552-45.

Kochen am Lagerfeuer
Wer ein echtes „Outdoor-Menü“ auf dem Lagerfeuer zaubern möchte, ist am Dienstag, 13. Oktober in Biosphäreakadmie in Lambrecht genau richtig. Von 10 bis 14 Uhr wird hier im Dutch-Oven, in der gusseisernen Pfanne und auf dem Spiegelei-Zubereiter gekocht und gebacken. Der Workshop liefert viele Ideen zum Nachmachen. Zum Mitmachen sind Familien mit Kindern ab sechs Jahren eingeladen. Die Teilnahme kostet inklusive Material 15 Euro pro Person. Anmeldung bis zum 9. Oktober per Mail an anmeldung@pfaelzerwald.bv-pfalz.de.

Weitere Informationen und eine Übersicht über das komplette Programm im Biosphärenreservat online unter www.pfaelzerwald.de

Bildunterschrift: Unter fachgerechter Anleitung entstehen in der Biosphärenakademie kunstvoll geschnitzte Werke. Foto: Biosphärenreservat

Mikroabenteuer und Kastanienkochkurs – Herbst-Programm in der Biosphärenakademie

Übernachtung im Freien
Wer den Zauber einer Nacht unter freiem Himmel erleben möchte, ist beim Programm der Biosphärenakademie richtig: Von Samstag, 19. September auf Sonntag, 20. September geht es hinaus in die Natur des Pfälzerwaldes, wo sich abseits des alltäglichen „Trubels“ eine neue Welt öffnet. Die Teilnehmenden erwartet eine Nachtwanderung, Outdoor-Küche und Übernachtung in der Natur. Treffpunkt ist samstags um 16 Uhr in der Pfalzakademie in Lambrecht. Das Angebot richtet sich an Erwachsene und kostet pro Person 60 Euro. Weitere Infos und Anmeldung bis zum 11. September per Mail an anmeldung@pfaelzerwald.bv-pfalz.de.Kastanienkochkurs
Am Freitag, 25. September dreht sich von 15 bis 18 Uhr in der Biosphärenakademie alles um die Edelkastanie. Nach einer kurzen thematischen Einführung geht es in der Kräuterbar an die Töpfe, wo unter fachkundiger Anleitung Speisen aus oder mit Maronen gekocht werden. So entsteht ein kleines Menü, das zum Abschluss gemeinsam verkostet wird. Das Angebot richtet sich an Erwachsene, die Teilnahme kostet 15 Euro pro Person. Anmeldung bis zum 18. September per Mail an anmeldung@pfaelzerwald.bv-pfalz.de.

Ausblick in den Oktober
Im Oktober lädt die Biosphärenakademie unter anderem zu einem zweistündigen Schnitzworkshop für Kinder ein: Treffpunkt ist am Samstag, 10. Oktober um 10 Uhr in der Holzwerkstatt.
Der Unkostenbeitrag liegt bei 15 Euro pro Kind.
Um Kochen und Backen auf dem Lagerfeuer geht es am Dienstag, 13. Oktober von 10 bis 14 Uhr. Familien mit Kindern ab sechs Jahren zaubern unter Anleitung ein echtes “Outdoor-Menü”. Die Kursgebühr liegt bei 15 Euro pro Person inklusive Material.
Anmeldungen für beide Angebote sind schon jetzt möglich unter anmeldung@pfaelzerwald.bv-pfalz.de.

Weitere Informationen und eine Übersicht über das komplette Programm der Biosphärenakademie online unter www.pfaelzerwald.de

Bildunterschrift: In der Biosphärenakademie wird auf dem Lagerfeuer gekocht. Foto: Biosphärenreservat

Ferienfreizeit im Herbst – Programm für Junior Ranger

Herbstferien im Wald erleben, das ermöglichen die Junior Ranger-Camps des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen. Im Oktober stehen drei Angebote für Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 14 Jahren auf dem Programm.

In Zusammenarbeit mit dem PWV Waldfischbach in Klingenmünster findet von Montag, 5. bis Freitag, 9. Oktober ein Herbst-Camp mit Übernachtung statt. Die Kids lernen die heimische Tier- und Pflanzenwelt kennen und wie sie sich mit Karte und Kompass im Wald orientieren. Das Motto der Freizeit lautet “Abenteuer Wald — phantastisches Liverollenspiel mit Sagen und Märchen aus dem Pfälzerwald”. Mit Unterkunft im Strohballenhaus und Verpflegung kostet die Teilnahme pro Kind 199 Euro. Anmeldung per Mail an info@pwv-wfb.de.

Von Montag, 12. bis Freitag, 16. Oktober heißt es bei den Naturfreunden im Finsterbrunnertal “Komm mit in den Wald”. In dieser Herbstfreizeit geht es um Spiel, Spaß, Spannung, Abenteuer und nachhaltige Experimente in der Natur. Die Gruppe trifft sich täglich von 9.30 bis 16 Uhr. Startpunkt ist jeweils das Naturfreundehaus. Inklusive Materialien sowie Mittagsverpflegung kostet die Teilnahme pro Kind 130 Euro. Anmeldung per Mail an susanne.lo.naturfreunde@web.de

Für die „Größeren“ ab zehn Jahren, die sogenannten Volunteer Ranger, gibt es von Mittwoch, 14., bis Donnerstag, 15. Oktober ein zweitägiges Ferienprogramm jeweils von 9 bis 16 Uhr zum Thema Waldrand: die Jugendlichen packen mit an, pflanzen den Wald der Zukunft und helfen beim Aufbau eines Wandrand-Infopfades. Infos und Anmeldung beim Haus der Nachhaltigkeit unter https://hdn.wald.rlp.de.

Weitere Informationen zum Junior Ranger-Programm unter https://www.pfaelzerwald.de/junior-rangerinnen/

Das Projekt wird unterstützt vom Land Rheinland-Pfalz.

Bildunterschrift: Spiele und Experimente im Junior Ranger Herbstcamp. Foto: Biosphärenreservat/Luca Kohlmeyer

Deutsch-französische Spezialitäten – Biosphären-Markt in Grünstadt

Am Sonntag, 6. September findet in Grünstadt der nächste deutsch-französische Biosphären-Markt statt. Auf dem Luitpoldplatz bieten von 11 bis 18 Uhr mehr als 40 Stände Spezialitäten und Handwerkskunst aus dem Pfälzerwald, von der Weinstraße und aus den Nordvogesen an. Die kulinarische Produktpalette reicht von Fleisch- und Wurstwaren über Ziegenkäse, Essige, Säfte und Bioweine bis zu Obst, Gemüse, Honig und Backwaren. Ein vielfältiges Getränkeangebot von Winzern und einem Bierbrauer gehört ebenso dazu. Parallel zum Marktgeschehen lädt Grünstadt ab 13 Uhr zum verkaufsoffenen Sonntag ein. Um die Einkäufe frisch zu halten, bietet der Abiturjahrgang des Leininger-Gymnasiums am Eingang der Fußgängerzone einen Kühlservice an.

Ziel der deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkte ist es, die Landwirtschaft in der Region zu stärken und bei Einheimischen wie Gästen für den Kauf von regional erzeugten Produkten zu werben. So werden lange Transportwege vermieden und ein Beitrag zum Schutz der einzigartige Kulturlandschaft des Biosphärenreservats geleistet.

Weitere Informationen online unter www.pfaelzerwald.de

Die Biosphären-Bauernmärkte werden unterstützt durch das Land Rheinland-Pfalz.

Auf dem Biosphären-Markt gibt es Produkte aus der Region. Foto: Biosphärenreservat/Eva Hartmann