Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz

Acht Kommunen auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft – Podiumsdiskussion mit Ministerien, Engagement Global und dem Bezirksverband Pfalz

Die Städte Pirmasens, Bad Bergzabern und Neustadt, die Verbandsgemeinden Lambrecht und Maikammer sowie die Ortsgemeinden Sippersfeld, Kallstadt und Klingenmünster – das sind die acht Kommunen, die sich am Projekt „Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“ als Modellkommunen beteiligen. Von den 14 Städten und Gemeinden im

Machen sich auf den Weg in eine nachhaltigere Zukunft: Acht SDG-Modellkommunen aus dem Biosphärenreservat Pfälzerwald (Foto: BR)

Biosphärenreservat, die sich für das Projekt beworben hatten, waren sie besonders überzeugend. Durchgeführt wird das Projekt vom Team des Biosphärenreservats Pfälzerwald gemeinsam mit Engagement Global und ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW), Hauptfördermittelgeberin des Projekts mit Sitz in Bonn. In dem Projekt wird für jede Kommune eine Nachhaltigkeitsstrategie mit konkreten Aktionsplänen erarbeitet, die zu den individuellen Bedarfen und Potentialen der jeweiligen Kommune passen und die sich an der Agenda 2030 mit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, kurz SDGs) der Vereinten Nationen orientieren.

Bei einem ersten Arbeitstreffen sind heute Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen zum ersten Mal im Projekt zusammengetroffen und haben sich – angeleitet von der Projektleitung des Biosphärenreservats und den Projektverantwortlichen von Engagement Global – in die Materie vertieft. Zum Beispiel haben Sie sich mit der Agenda 2030 der Vereinten Nationen beschäftigt und ermittelt, wie ihre eigenen Bedarfe und Stärken zu diesen passen. Auch wurde identifiziert, welche Akteurinnen und Akteure vor Ort in die Entwicklung der jeweiligen Strategie einbezogen werden können. Ein akteursbasierter Ansatz ist wichtig, damit die spätere Umsetzung der Strategien gut greifen kann. Nach dem Projektauftakt geht es in jeder Kommune mithilfe einer externen Beratung zur Sache: Unter anderem stehen Bestandsanalysen, je zwei Zukunftswerkstätten pro Kommune, Sitzungen der Projektsteuerungsgruppe und weitere Netzwerktreffen auf der Projektagenda. Mit den Netzwerktreffen möchte das Projektteam bewusst alle Kommunen im Biosphärenreservat ansprechen, damit ein reger Austausch entsteht, von dem alle profitieren können.

Podiumsdiskussion mit Teilnehmenden aus Ministerien, von Engagement Global und vom Bezirksverband Pfalz

„Mit dem Angebot ,Global Nachhaltige Kommune‘ ermöglicht es die Servicestelle für Kommunen in der Einen Welt, die globalen Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 auf lokaler Ebene zu verwirklichen. Wir freuen uns, nun auch acht Kommunen im Pfälzerwald bei einer nachhaltigen Kommunalentwicklung im Sinne der Agenda 2030 und der Landesnachhaltigkeitsstrategie Rheinland-Pfalz unterstützen zu können“, sagte Annette Turmann, Abteilungsleiterin Global Nachhaltige Kommune bei der SKEW. Gemeinsam mit den Vertreterinnen und Vertretern des Bezirksverbands Pfalz sowie der rheinland-pfälzischen Ministerien für

Diskutierten zum Thema „Umsetzung der SDGs in Rheinland-Pfalz: Herausforderungen und Chancen“ (v.l.n.r.): Annette Turmann von der SKEW der Engagement Global, Michael Frein vom rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium, die Umweltministerin des Landes Rheinland-Pfalz, Ulrike Höfken, der Vorsitzende des Bezirkstags Pfalz, Theo Wieder, und die Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Innenministerium, Nicole Steingaß, mit der Direktorin des Biosphärenreservats Pfälzerwald, Dr. Friedericke Weber (Foto: BR/frei)

Umwelt, Wirtschaft und des Innern, die das Projekt unterstützen, diskutierte Winkelmann zum Thema „Umsetzung der SDGs in Rheinland-Pfalz: Herausforderungen und Chancen“. „In ihrem Dorf oder ihrer Stadt fühlen sich die Menschen zuhause. Hier können Sie mit anpacken oder Entwicklungen direkt spürbar beeinflussen“, erläuterte der Vorsitzende des Bezirkstags Pfalz, Theo Wieder, die Bedeutung der Kommunen für dieses Projekt und für das Biosphärenreservat. Ulrike Höfken, rheinland-pfälzische Umweltministerin, zeigte unter anderem auf, wie wichtig es sei, eine Vielzahl von Akteurinnen und Akteuren vor Ort einzubeziehen: „Wir wollen die Entwicklungschancen der Region Pfälzerwald fördern, gleichzeitig deren hohe Lebensqualität erhalten und sie fit machen für die globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit sowie die Bewahrung der Artenvielfalt. Das geht nur zusammen mit der Kommunalpolitik, Verwaltung und Zivilgesellschaft, die in diesem Projekt konkrete Handlungsansätze und Wege für die Umsetzung erarbeiten.“ Gewürdigt

wurde zudem die Idee des Projekts, dass die Kommunen in der Ausarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategien und Aktionspläne auch voneinander profitieren können: „Die Mitwirkenden im Modellprojekt sind vorbildlich unterwegs, indem sie sich partnerschaftlich auf die Suche nach Möglichkeiten begeben, die eigene Region nachhaltig weiterzuentwickeln“, sagte Nicole Steingaß, Staatssekretärin im Ministerium des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz.

Dass wie hier mit dem Biosphärenreservat Pfälzerwald bei der Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategien eine gesamte Region in den Blick genommen wird, ist neu. „Wenn, wie hier im Pfälzerwald, eine ganze Region sich aufmacht, um gemeinsam nach Wegen zu einer nachhaltigen Entwicklung zu suchen, dann bestärkt dies auch unsere Arbeit“, fügte Michael Frein hinzu. Er ist im Referat Nachhaltigkeit des Mainzer Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau tätig, das für die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Rheinland-Pfalz zuständig ist. Diese bildet neben der Agenda 2030 mit den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen und der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie die Grundlage für die Ausarbeitungen in den Kommunen. Wieder hob hervor, wie wichtig es sei, dass die Kommunen sich untereinander vernetzten: „Wir wünschen uns, dass sich die Projekt-Kommunen zu einem starken Netzwerk vereinen, von dem andere Kommunen und Regionen auch profitieren können.“ Wie die Städte und Gemeinden lebe auch das Biosphärenreservat Pfälzerwald von der Leidenschaft und Tatkraft seiner Bewohnerinnen und Bewohner. Es sei regional verwurzelt und stehe als Mitglied im Weltnetz der UNESCO-Biosphärenreservate auch in einer globalen Verantwortung. „Es ist somit ein idealer Raum für dieses Projekt“, so Wieder.

Der Träger des Projekts „Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“ ist der Bezirksverband Pfalz als Träger des Biosphärenreservats, das gemeinsam mit Engagement Global das Projekt durchführt. Zu 90 Prozent finanziert wird das Projekt durch das Angebot „Global Nachhaltige Kommune“ der SKEW mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Unterstützt wird das Vorhaben auf Landesebene durch das Ministerium für Umwelt, Ernährung, Energie und Forsten, das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau sowie das Ministerium des Innern und für Sport.

Advent im Schafstall

Besinnlich und beschwingt

Zur Einstimmung auf Weihnachten lädt das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen gemeinsam mit dem Schaf- und Tierzuchtverein Busenberg/Drachenfels und Umgebung an einen besonderen Ort ein: Am zweiten Adventswochenende, genauer am Samstag, 7., und Sonntag, 8. Dezember, findet im Schafstall der Wasgauschäferei in Busenberg bei Dahn „Advent im Schafstall“ statt. Der Stall, in dem sich Ziegen, Esel und Schafe unter anderem um eine Krippe tummeln, ist samstags ab 16 Uhr geöffnet. Nach der offiziellen Eröffnung um 17 Uhr wird zunächst eine Stallmesse gefeiert, dann geht es beschwingt mit den „Wasgau-Musikanten“ und Liedern des Busenberger Gesangverein „Eintracht“ weiter. Sonntags ist der Stall ab 11 Uhr offen, es gibt Stockbrot und es musizieren „Die fröhlichen Alphornbläser“, die später von „Céilí“ mit stimmungsvoller Wintermusik aus Irland abgelöst werden. Ein Zauberer zeigt spannende Tricks und der Nikolaus kommt auch vorbei. An beiden Tagen gibt es herzhafte Gerichte und Snacks, auch vom Lamm, sowie süße Leckereien. Mit der Rheinpfalz-Card gibt es einen Euro Ermäßigung auf einen Glühwein oder einen Kinderpunsch.

„Advent im Schafstall“ ist Teil der „Pfälzerwald-Lamminitiative“, mit der das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen für regionale Lammfleischprodukte und für die Leistungen der Schäferinnen und Schäfer für die einzigartige Kulturlandschaft des Biosphärenreservats wirbt. Die Lamminitiative wird unterstützt durch das Land Rheinland-Pfalz.

Gemütlich und beschwingt: Advent im Schafstall der Wasgauschäferei in Busenberg bei Dahn

Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz

Auftakt mit ausgewählten Kommunen – Podiumsdiskussion mit Ministerien und Engagement Global

 Acht Kommunen im Biosphärenreservat Pfälzerwald machen sich auf den Weg, die Zukunft nachhaltiger zu gestalten. Dafür erarbeiten sie in dem Projekt „Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“ gemeinsam mit dem Biosphärenreservat in den kommenden zwei Jahren Nachhaltigkeitsstrategien, die eng an die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, kurz SDGs) der Vereinten Nationen angelehnt sind.

 Aus diesem Anlass diskutieren am Mittwoch, 4. Dezember, Vertreterinnen und Vertreter der Bundes- und Landesstellen, die das Projekt finanzieren, miteinander. Die moderierte Podiumsdiskussion zum Thema „Umsetzung der SDGs in Rheinland-Pfalz: Herausforderungen und Chancen“ beginnt um 17 Uhr im Pfalzmuseum für Naturkunde, Kaiserslauterer Straße 111. Es diskutieren Repräsentantinnen und Repräsentanten von Engagement Global sowie der drei am Projekt beteiligten rheinland-pfälzischen Ministerien und des Bezirksverbands Pfalz. Dies sind Annette Turmann, Abteilungsleiterin Global Nachhaltige Kommune bei der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) der Engagement Global gGmbH, Ulrike Höfken, Ministerin für Umwelt, Ernährung, Energie und Forsten, Dr. Volker Wissing (angefragt), Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, Nicole Steingaß, Staatssekretärin im Ministerium des Innern und für Sport, sowie Theo Wieder, Vorsitzender des Bezirkstags Pfalz.

Macht Kommunen im Pfälzerwald nachhaltig stark: SDG-Projekt des Biosphärenreservats

 In Rheinland-Pfalz wird bei der Entwicklung kommunaler Nachhaltigkeitsziele mit dem Biosphärenreservat erstmals eine Region in den Blick genommen. Das Biosphärenreservat begeht am 4. Dezember den Auftakt des SDG-Projekts mit den acht teilnehmenden Kommunen. Danach gehen die Kommunen mit fachlicher Begleitung des Biosphärenreservats an die Arbeit, um kommunale Nachhaltigkeitsstrategien mit konkreten Aktionsplänen zu entwickeln. Dabei bilden die Agenda 2030 mit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen sowie die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie und die Nachhaltigkeitsstrategie Rheinland-Pfalz Grundlagen.

 Globale Herausforderungen wie Klimaschutz, Erhalt der biologischen Vielfalt, wirtschaftlicher und infrastruktureller Fortschritt bei gleichzeitiger Ressourcenschonung sowie soziale Gerechtigkeit beschäftigen alle Menschen und gehen alle an. Akteurinnen und Akteure von der internationalen bis zur lokalen Ebene sind deshalb aufgerufen, individuell angepasste Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung zu definieren und umzusetzen. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald möchte mit den Kommunen und insbesondere mithilfe des SDG-Projekts gemeinsam dem Ziel näher kommen, innerhalb der ökologischen Grenzen regionales Leben und Wirtschaften im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit zu gestalten.

 Engagement Global mit ihrer Servicestelle für Kommunen in der Einen Welt fördert mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit das Projekt im Pfälzerwald. Auch das Land Rheinland-Pfalz – mit dem Ministerium für Umwelt, Ernährung, Energie und Forsten, dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau sowie dem Ministerium des Innern und für Sport – unterstützt das Vorhaben. Projektträger ist der Bezirksverband Pfalz als Träger des Biosphärenreservats Pfälzerwald.

 Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung zur Veranstaltung bis 28. November unter www.pfaelzerwald.de/termine gebeten.

Lust auf ein Open-Air-Semester?

Biosphärenreservat Pfälzerwald ist Einsatzort für das Commerzbank-Umweltpraktikum

 Studentinnen und Studenten aus Deutschland und anderen Ländern der Europäischen Union können sich ab jetzt bis 15. Januar 2020 über die Commerzbank für ein Praktikum im deutschen Teil des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen bewerben. Das mindestens dreimonatige Umweltpraktikum bietet die Chance, Natur intensiv zu erleben, Praxiserfahrung zu sammeln und berufliche Kontakte zu knüpfen.

Hand anlegen: Die Umweltpraktikantin Ronja Hoßbach beim Einsatz im Pfälzerwald

 Das Team des Biosphärenreservats Pfälzerwald bindet die Praktikantinnen oder Praktikanten aktiv in verschiedene Abläufe ein, um ein umfängliches Verständnis der Arbeit für nachhaltige Entwicklung in dem Großschutzgebiet zu vermitteln. Als Modellregion der UNESCO hat auch das Biosphärenreservat Pfälzerwald zum Ziel, das harmonische Zusammenleben von Mensch und Natur zu erproben und zu fördern. Die jungen Leute erhalten Einblick in Biosphärenreservats-Projekte etwa in den Bereichen nachhaltiges Wirtschaften, Landschaftspflege oder Schutz der Biodiversität. Sie haben auch die Gelegenheit, eigene Projekte umzusetzen, zum Beispiel in der Bildung für nachhaltige Entwicklung oder in der Öffentlichkeitsarbeit.

Neben spannenden Naturerlebnissen und lehrreichen Erfahrungen erhalten die Praktikanten ein Praktikumsentgelt. Weitere Informationen und Hinweise zur Bewerbung finden sich unter www.umweltpraktikum.com.

Open-Air-Semester: Ein Commerzbank-Umweltpraktikum kann man auch im Biosphärenreservat Pfälzerwald machen

Sterne sichtbar machen und Ressourcen schonen

Deutsch-französischer Vortragsabend mit astrologischem Schwerpunkt im Biosphärenhaus

Das Projekt Sternenpark Pfälzerwald möchte grenzüberschreitend für das Problem der Lichtverschmutzung sensibilisieren, Möglichkeiten aufzeigen, wie diese verringert werden kann, und darüber informieren, wie davon auch die Regionalentwicklung profitieren kann. Deshalb laden der Bezirksverband Pfalz als Träger des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen und sein französischer Partner, der Sycoparc als Träger des Naturparks Nordvogesen, zu einem Vortragsabend mit dem Titel „Sterne sichtbar machen und Ressourcen schonen“ ein, der am Mittwoch, 13. November, ab 15 Uhr im Biosphärenhaus in Fischbach bei Dahn stattfindet und gegen 20.30 Uhr endet.

Zunächst erläutert die Koordinatorin des Projekts „Sternenpark Pfälzerwald“, Sarah Köngeter, welche Folgen Lichtverschmutzung haben kann und was im Biosphärenreservat Pfälzerwald unternommen wird, um die natürliche Nacht zu schützen. Alain Fuchs, stellvertretender Vorsitzender der Verbandsgemeinde Sauer-Pechelbronn im Nordelsass, spricht zum Thema 100 % erneuerbare Energieregionen in Frankreich und stellt sich der Frage, wie seine Gemeinde bis 2037 energieautark werden kann. Zum Potential des Astrotourismus für Übernachtungsbetriebe sprechen danach Stéphane Reverre und Hélène Trautmann; sie präsentieren ihr Projekt „Bleu Minuit“, bei dem es um kleine Öko-Lodges geht, die unter Beachtung von Nachhaltigkeitsgesichtspunkten entworfen wurden und für die Sternenbeobachtung mit Glasdach ausgestattet sind. Andreas Hänel von der Vereinigung der Sternenfreunde vergleicht schließlich Frankreich und Deutschland hinsichtlich der Gesetzgebung zum Thema Licht.

Durch eine Dolmetscherin ist sichergestellt, dass sowohl französische wie auch deutsche Teilnehmerinnen und Teilnehmer allen Programmteilen bequem folgen können. Ins Programm führen die Direktorinnen des Naturparks Nordvogesen, Rita Jacob, und des Biosphärenreservates Pfälzerwald, Dr. Friedericke Weber, ein. Bei zwei interaktiven Moderationseinheiten sowie beim abschließenden Imbiss mit regionalen Produkten haben allen Anwesenden die Möglichkeit, sich in die Veranstaltung einzubringen und zum Thema vertiefend auszutauschen.

Um eine Anmeldung bis Freitag, 25. Oktober, beim Biosphärenreservat Pfälzerwald (06325 – 9552-15, s.koengeter@pfaelzerwald.bv-pfalz.de), wird gebeten.

Das Projekt Sternenpark Pfälzerwald wird als LEADER-Projekt im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE unter Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz (vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau) gefördert.

„Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ in der aktuellen Ausgabe der VielPfalz

In der Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe des VielPfalz-Magazins zum Projekt „Neue Hirtenwege“ erzählen Schäferinnen und Schäfer, warum sie ihr Leben trotz aller Widrigkeiten ihren Tieren widmen und wie dieses Leben aussieht.

Das „chance.natur“-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen hat zum Ziel, für die Artenvielfalt wertvolle Offenlandbiotope im Pfälzerwald zu schaffen, zu schützen und zu pflegen.

Die VielPfalz-Ausgabe 5/2019 ist ab dem 12. Oktober im Handel. Die VielPfalz gibt es am Kiosk, im Onlineshop und als Abo.

Mit den Biosphären-Guides unterwegs

Informative und kurzweilige Touren im Biosphärenreservat

Mit ausgewiesenen und zertifizierten Kennerinnen und Kennern des Biosphärenreservats unterwegs: Führung mit einer Biosphären-Guide im Breitenbach-Tal bei Appenthal (Foto: Biosphärenreservat/frei)

Urwald erkunden, durch die Zeit reisen, entdecken, wo sich Weide, Wald und Wein küssen, sich auf die Spuren Max Slevogts begeben oder mehr über die drei Musketiere des Waldes in Zeiten des Klimawandels erfahren – das und vieles andere können Pfälzerwald-Liebhaber und -Interessentinnen mit den Biosphären-Guides des Biosphärenreservats Pfälzerwald. 22 Personen, die alle bereits Natur- und Landschaftsführer für verschiedene Gebiete des Pfälzerwalds waren, haben sich in 48 Unterrichtsstunden in Form von Lerneinheiten und Exkursionen noch intensiver mit den Landschafts- und Naturräumen sowie mit der Funktion des Biosphärenreservats als Modellregion der UNESCO für nachhaltige Entwicklung beschäftigt und sich als Biosphären-Guide qualifiziert.

Schon am kommenden Samstag, 11. Mai, gibt es das nächste Angebot: Von 13 bis 16.30 Uhr führt Andrea Frech unter dem Titel „Wo sich Wald, Wein und Wald küssen“ zum Beweidungsprojekt am Wingertsberg bei Gräfenhausen nördlich von Annweiler. Wie Eiche, Fichte und Kastanie dem Klimawandel trotzen, kann man am Sonntag, 19. Mai, bei einer dreieinhalbstündigen Tour mit Heidrun Knoch erfahren. Die Tour mit dem Titel „Die drei Musketiere“ startet um 13.30 Uhr in Blankenborn.

Auf die Spuren Max Slevogts können sich die Teilnehmerinnen der Naturführung am Sonntag, 26. Mai, begeben, wenn Andrea Frech bei einer jeweils zweieinhalbstündigen Naturwanderung über den Slevogtwanderweg um Leinsweiler hinauf zur Ruine Neukastel führt. An Christi Himmelfahrt, 30. Mai, und am Freitag, 21. Juni, führt Ute Seitz jeweils von 14 bis 17.30 Uhr ihre Gäste auf Entdeckungstour vorbei an Eseln, Ziegen und Heckrindern entlang des Beweidungsgebiets bei Gräfenhausen.

Anmeldungen zu den Führungen nimmt Antje van Look, Bildung für nachhaltige Entwicklung im Biosphärenreservat, unter der Telefonnummer 06325 1800-241 oder per E-Mail an a.vanlook@pfaelzerwald.bv-pfalz.de entgegen. Informationen zu allen Guides und deren Führungsangebot sind auf der Website des Biosphärenreservats unter www.pfaelzerwald.de/biosphaeren-guides beziehungsweise unter www.pfaelzerwald.de/termine verfügbar.

Die Biosphären-Guides bieten kenntnisreiche und kurzweilige Führungen und helfen so, dem Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen Gesicht und Stimme zu geben. Sie bringen Gästen wie Einheimischen dessen Schönheit, Einzigartigkeit und Vielfalt näher und vermitteln gleichzeitig Zielsetzung und Auftrag des Schutzgebiets. Die Biosphären-Guides leisten einen Beitrag zu einem attraktiven Bildungsangebot, zur Gästebetreuung im Biosphärenreservat und zu dessen sanfter naturtouristischer Entwicklung. Die Ausbildung wurde vom Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen in Zusammenarbeit mit Landesforsten Rheinland-Pfalz und der RegioAkademie angeboten. Die Qualifizierung wurde durch das Land Rheinland-Pfalz unterstützt.

Kartiererinnen und Kartierer für die „Neuen Hirtenwege im Pfälzerwald“ im Einsatz

Arbeiten für den Pflege- und Entwicklungsplan des Naturschutzgroßprojekts in Gang

Soll durch das „chance.natur“-Projekt gefördert werden: Die Wanderschäferei im Pfälzerwald, hier eine Schafherde bei Dahn (Fotos: Biosphärenreservat/frei)

Wenn Personen mit auffällig neugierigem Verhalten durch Wald und Flur streifen, muss dies nicht unbedingt ein Grund zur Beunruhigung sein: Im Rahmen des bundesgeförderten Naturschutzgroßprojekts „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ sind seit kurzer Zeit Kartierungsarbeiten in Gang. Bis Ende der Vegetationsperiode 2019 sind in 20 Verbandsgemeinden mit Flächen, die zum Projektgebiet gehören, Kartierer unterwegs. Kartiererinnen und Kartierer, die im Auftrag des Instituts für Umweltstudien – IUS Weibel & Ness GmbH & Co. KG  für das Biosphärenreservats Pfälzerwald im Einsatz sind, können dafür zu allen Tag- und Nachtzeiten (z. B. aufgrund der Kartierung von Fledermäusen) im Gelände sein.

Die beauftragten Personen sind größtenteils Biologinnen und Biologen, die auf bestimmte Artengruppen wie Vögel, Amphibien, Insekten, Reptilien, Fledermäuse oder Orchideen spezialisiert sind. Sie erfassen wichtige Daten zur Flora und Fauna im Projektgebiet. Die Daten bieten die Grundlage für den Pflege- und Entwicklungsplan. Er ist ein Herzstück des Projekts 1, denn auf Basis des vorgefundenen Status Quo werden dann Maßnahmen zur Biotopersteinrichtung, -aufwertung, oder -entwicklung geplant, die in Projekt 2 durchgeführt werden sollen. Diese richten sich nach den naturschutzfachlichen Zielen des Projekts und widmen sich unter anderem besonders schützenswerten Arten wie der Schlingnatter, dem Wiedehopf und den Bläulingen (einer Familie der Schmetterlinge) sowie Biotoptypen wie Trockenmauern und den dort heimischen seltenen Pflanzenarten.

Mit dem Naturschutzgroßprojekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ macht sich das Biosphärenreservat für die einzigartige Natur und Kulturlandschaft des Gebiets stark. Besonders die Wiesen und Weiden im Pfälzerwald sind wertvolle Lebensräume für seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Wird die Nutzung dieser Offenlandbiotope aufgegeben oder findet eine Übernutzung statt, verschwinden die teilweise stark gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ will vor dem Hintergrund eines dramatischen Rückgangs der Artenvielfalt hier gegensteuern, indem es die Wanderschäferei fördert und dort reaktiviert, wo sie zurückgegangen ist. In den Teilregionen, in denen es keine Wanderschäfer mehr gibt, wird man auf lokale Beweiderinnen und Beweider zur Biotoppflege zurückgreifen. Die Beweidung mit Schafen und Ziegen pflegt nicht nur das Offenland; über ihr Fell transportieren die Tiere unzählige Samen, aber auch zum Beispiel Heuschrecken oder Schnecken und fördern so die Vernetzung von isoliert liegenden Biotopflächen und Populationen. Nicht zuletzt soll durch das Projekt mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung die Entwicklung einer attraktiven Kulturlandschaft mit einem hohen Erholungswert für die Besucherinnen und Besucher sowie Bewohnerinnen und Bewohner des Pfälzerwalds gefördert werden.

Im derzeit laufenden Projekt 1 (Planungsphase) wird eine Pflege- und Entwicklungsplanung – begleitet von umfangreichen faunistischen und floristischen Kartierungen – durchgeführt. Darin werden die Ziele und Maßnahmen auf den Projektflächen definiert. Daran schließt sich das auf zehn Jahre ausgelegte Projekt 2 (Umsetzungsphase) an, bei der die Maßnahmen über das geplante, etwa 8.500 Hektar große Fördergebiet, das über die Grünlandgebiete vom Wasgau zum Haardtrand bis nach Grünstadt reicht, umgesetzt werden. Für das gesamte Vorhaben ist eine Laufzeit bis zum Jahr 2030 vorgesehen, während der in biotopersteinrichtende Maßnahmen, in die Streuobstpflege, den Trockenmauerbau, die Beweidungsinfrastruktur und vieles mehr investiert werden soll.

Das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ wird beim Biosphärenreservat Pfälzerwald umgesetzt, Projektträger ist der Bezirksverband Pfalz. Die Förderung des Vorhabens erfolgt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie durch das Land Rheinland-Pfalz.

Die Verbandsgemeinden

In folgenden Verbandsgemeinden gibt es Flächen, die zum Projektgebiet gehören; hier sind bis Herbst 2019 Kartiererinnen und Kartierer unterwegs:

  • Bad Dürkheim
  • Deidesheim
  • Freinsheim
  • Grünstadt
  • Grünstadt-Land
  • Hettenleidelheim
  • Lambrecht
  • Wachenheim
  • Enkenbach-Alsenborn
  • Neustadt
  • Maikammer
  • Edenkoben
  • Landau
  • Landau-Land
  • Annweiler
  • Bad Bergzabern
  • Dahner Felsenland
  • Hauenstein
  • Pirmasens-Land
  • Rodalben