Schmackhaftes Biosphärenreservat

Gastronomische Partnerbetriebe bieten kulinarische Aktionen

Rund ums Lamm, ums Weiderind, ums Glanrind und um Pfälzerwald-Köstlichkeiten drehen sich die kulinarischen Aktionstage im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen. Gemeinsam mit seinen gastronomischen Partnerbetrieben lädt es dazu ein, regionale und nachhaltig erzeugte Produkte zu genießen, die mal klassisch und mal innovativ zubereitet werden. Vom 03. bis 17. April geht es los mit den Lammwochen, weiter geht es vom 05. bis 19. Juni mit den Weiderindtagen und vom 04. bis 18. September mit den Glanrindertagen. Den herbstlichen Abschluss machen vom 16. Oktober bis 01. November die Pfälzerwald-Wochen.

Das verwendete Fleisch kommt von Tieren, die auf umweltschonende und tierfreundliche Art aufgezogen und gehalten werden. Die Lämmer, Weiderinder  – das sind Galloway-, Aubrac- und Heckrinder  – und Glanrinder grasen auf kräuterreichen Wiesen im Biosphärenreservat oder in umliegenden Regionen. Die Schlachtung behält soweit wie möglich das Wohl der Tiere im Blick. Frisches Wildbret, das im Mittelpunkt der Pfälzerwald-Wochen steht, ist von Natur aus nachhaltig und frei von Geschmacksverstärkern oder Konservierungsstoffen. Die Transportwege bleiben bei allen Produkten kurz, was eine besondere Qualität und Frische garantiert, für eine günstige Kohlendioxid-Bilanz sorgt und so das Klima schont.

Kulturlandschaftspfleger und Lieferanten köstlichen Fleischs: Glanrinder im Pfälzerwald (Foto: Biosphärenreservat)

Weil man die Tiere im Pfälzerwald auch sehr gut als Landschaftspfleger zur Erhaltung offener Weideflächen einsetzen kann, leisten deren Haltung und Vermarktung einen wertvollen Beitrag zum Arten- und Biotopschutz sowie zur Kulturlandschaftspflege im Biosphärenreservat. Im Falle des Glandrinds unterstützen die Aktionstage zudem die Erhaltung dieser relativ seltenen, einst für unsere Region typischen heimischen Rinderrasse. Auch bei den anderen Zutaten wie Wildbret, Pilze, Kastanien, Beeren und Kräuter stehen Regionalität, Nachhaltigkeit und natürlich der gute Geschmack im Zentrum.

Mehr Informationen, unter anderem zu den jeweils teilnehmenden Restaurants, gibt es unter www.pfaelzerwald.de/termine oder www.pfaelzerwald.de/kulinarische-aktionstage.

Die kulinarischen Aktionstage werden durch das Land Rheinland-Pfalz gefördert.

Magazin zu den Nationalen Naturlandschaften in Rheinland-Pfalz

Neun Nationale Naturlandschaften bedecken gemeinsam 32 Prozent der Fläche von Rheinland-Pfalz. Gemeinsam haben das Biosphärenreservat Pfälzerwald, der Nationalpark Hunsrück-Hochwald und die sieben Naturparke viel zu bieten. Initiiert von der Landeszentrale für Umweltaufklärung präsentieren sie ihr Angebot ab jetzt im Magazin “Rheinland-Pfalz naturreich”, das an vielen Stellen wie Tourist-Informationen in der Pfalz zu finden ist, sowie auf der Internetseite www.nationale-naturlandschaften-rlp.de. Hier finden sich auch die Aktionen, zu denen die Großschutzgebiete rund um das gemeinsame Jahresthema „Natur schützt Klima, Klima schütz Natur“ einladen.

 

 

Leckere und nachhaltige Vielfalt aus dem Biosphärenreservat

Deutsch-französische Biosphären-Bauernmärkte mit Produkten aus Pfälzerwald und Nordvogesen

Zum genüsslichen Schlemmen und gemütlichen Schlendern laden die sechs Bauernmärkte ein, die das deutsch-französische Team des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen im Jahr 2020 beiderseits der Grenze organisiert. Bei den Märkten präsentieren 40 bis 50 Erzeuger und Erzeugerinnen aus der Pfalz, aus Lothringen und aus dem Nordelsass ihre umweltschonend produzierten Waren wie Kuhkäse, Ziegenkäse, Wildprodukte, Schinken, Wurst, Fleisch, Fisch, Saft, Biowein und Sekt, Bier, Öle, Essige, Marmelade und Honig und vieles andere mehr. Die deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkte finden statt am 22. März in Rumbach, am 26. April im lothringischen Baerenthal, am 3. Mai in Neustadt, am 6. September in Wissembourg, am 20. September in Grünstadt und den Abschluss macht am 18. Oktober der Markt in Maikammer.

In Neustadt und Grünstadt ist gleichzeitig verkaufsoffener Sonntag. Neustadt, Wissembourg, Grünstadt und Maikammer sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen; die Märkte finden im Zentrum der Orte statt, so dass die Strecke vom jeweiligen Bahnhof oder der Bushaltestelle gut zu Fuß zu bewältigen ist.

Ein Beitrag zu Klimaschutz, Kulturlandschaftserhaltung und Genuss: Die deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkte im Pfälzerwald und in den Nordvogesen

Ziel der deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkte ist es, die Landwirtschaft in der Region zu stärken und bei Einheimischen wie Gästen für den Kauf von umweltschonend erzeugten Produkten zu werben. Durch ihren Einkauf bei den Bauernmärkten können Verbraucherinnen und Verbraucher einen direkten Beitrag dazu leisten, dass keine langen Transportwege entstehen und so CO2 eingespart und das Klima geschützt wird. Die Marktbeschickerinnen und -beschicker produzieren und wirtschaften zum großen Teil in unserer Region, so dass der Kauf ihrer Produkte auch zur Regionalentwicklung sowie zum Erhalt der einzigartigen Kulturlandschaft des Biosphärenreservats beiträgt. Weitere Informationen unter www.pfaelzerwald.de/bauernmaerkte. Die Biosphären-Bauernmärkte werden unterstützt durch das Land Rheinland-Pfalz.

Erstmals freiwilliges ökologisches Jahr im Biosphärenreservat Pfälzerwald

Ein Jahr lang mit anpacken und mitgestalten in der UNESCO-Modellregion

Erstmals gibt es für junge Menschen die Möglichkeit, in der Geschäftsstelle des Biosphärenreservats Pfälzerwald in Lambrecht ein zwölfmonatiges Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) zu leisten. Das FÖJ läuft ab Anfang August 2020 bis Ende Juli 2021. Bewerben können sich alle ab 16 bis einschließlich 26 Jahre.

Als Modellregion für nachhaltige Entwicklung, die von der UNESCO anerkannt ist, entwickelt das Biosphärenreservat gemeinsam mit vielen Partnerinnen und Partnern in der Region Konzepte und Projekte, um ein harmonisches Miteinander von Mensch und Umwelt zu sichern. Im Sinn des UNESCO-Auftrags hat das Biosphärenreservat vielseitige Aufgaben, etwa im Bereich nachhaltiges Wirtschaften, Landschaftspflege, Biodiversität, Forschung und Monitoring, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sowie Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation.

Dort, wo alle Fäden der Biosphärenreservats-Aktivitäten zusammenlaufen, beim Team des Biosphärenreservats mit Sitz in Lambrecht, ist der Haupteinsatzort des FÖJlers beziehungsweise der FÖJlerin. Sie oder er übernimmt Aufgaben vor allem im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation, Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie Naturschutz und Landschaftspflege. Die Entwicklung und Durchführung eigener Projekte ist ebenfalls möglich.

Mit anpacken und Mitgestalten im Biosphärenreservat Pfälzerwald: Erstmals kann man hier ein FÖJ leisten

 

Neben der Arbeit in der Einsatzstelle stehen auch einige thematische FÖJ-Seminare auf dem Programm. Während der Seminare, die die Koordinatoren des rheinland-pfälzischen FÖJ in Mainz anbieten, haben die jungen Leute Gelegenheit, andere FÖJler und FÖJlerinnen kennenzulernen sowie Erfahrungen auszutauschen. Sie arbeiten zudem zu Themen rund um Ökologie und Umweltschutz und können auch einsatzortübergreifend gemeinsame Projekte entwickeln.

Für ihr FÖJ erhalten die Freiwilligen ein Taschengeld sowie gegebenenfalls einen Zuschuss zur Unterkunft. Unter www.foej-rlp.de gibt es alle weiteren Informationen rund um das FÖJ und die Bewerbung sowie weitergehende Informationen zum Biosphärenreservat als Einsatzstelle. Bewerbungen sollten bis 17. April 2020 beim Biosphärenreservats-Team in Lambrecht eingehen. Die Bewerbungen sollten ausschließlich online erstellt und abgeschickt werden unter www.foej-rlp.de/foej-und-oebfd-in-rheinland-pfalz/bewerbung.

Junge Entdecker im Pfälzerwald

Insgesamt zehn Junior Ranger-Camps in den Oster-, Sommer- und Herbstferien

Zur Terminübersicht und Anmeldung geht es hier.

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen und Landesforsten Rheinland-Pfalz starten gemeinsam mit vielen Partnern in die neue Junior Ranger-Saison. Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis zwölf Jahren erleben und erforschen bei fünftägigen Camps in der Natur das Biosphärenreservat. Erstmals gibt es auch ein Camp während der Osterferien sowie zwei Camps, die sich speziell an fortgeschrittene Junior Ranger richten, eines davon an Kinder ab 12 Jahren. Insgesamt zehn Entdecker-Camps, eins in den Oster-, sieben in den Sommer- und zwei in den Herbstferien, stehen den Abenteuerlustigen an unterschiedlichen Orten im Pfälzerwald zur Wahl. Sie richten sich, sofern nicht anders angegeben, gleichermaßen an Kinder, die noch nicht bei einem Camp dabei waren sowie an Kinder, die bereits Junior Ranger sind. Die Camps laufen jeweils montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr. Bei einem Sommercamp und den beiden Herbstcamps gibt es auch die Möglichkeit zu übernachten.

Im Laufe der Camp-Woche lernen die angehenden Ranger viel über das Biosphärenreservat, worum es dort eigentlich geht und welche anderen Schutzgebiete es gibt. Sie üben, sich mit Karte und Kompass zu orientieren, lernen die Tiere und Pflanzen des Pfälzerwalds kennen, erfahren Wissenswertes über eine umweltverträgliche und sozial gerechte Lebensweise, gehen auf Spiel- und Entdeckungstouren und haben Spaß am Lagerfeuer. Am Ende der Woche erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Urkunde als Junior Ranger. Das Projekt zielt darauf ab, Mädchen und Jungen zu Botschafterinnen und Botschaftern für ihre Heimat, das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen, zu machen, das die UNESCO als Modellregion für Nachhaltigkeit anerkannt hat.

Die Waldritter Südwest bieten ein Camp in den Osterferien an, und zwar vom 14. bis 18. April in Clausen. Speziell für Kinder, die noch keine Junior Ranger sind, führt Landesforsten vom 6. bis 10. Juli ein Camp im Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz durch. Zeitgleich findet beim CVJM in Waldfischbach ein Camp statt. In der Woche vom 13. bis 17. Juli gibt es vier Camps: Für alle fortgeschrittenen Junior Ranger bieten Landesforsten am Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz und für Fortgeschrittene ab 12 Jahren die Waldritter Südwest in Clausen Camps an. Das Camp in Clausen kann auch mit Übernachtung gebucht werden. Weitere Camps werden in Mehlbach vom CVJM Pfalz und dem Forstamt Otterberg sowie auf dem Taubensuhl vom Forstamt Haardt und der Jugendpflege der Stadt Landau durchgeführt. In der Woche vom 3. bis 7. August bietet das Forstamt Bad Dürkheim ein Camp in Bad Dürkheim an.

Anpacken im Biosphärenreservat: Junior Ranger im Pfälzerwald

 

Im Herbst finden die Camps von 12. bis 16. Oktober am Naturerlebniszentrum Wappenschmiede in Fischbach bei Dahn und vom 19. bis 23. Oktober – durchgeführt von der Schutzgemeinschaft deutscher Wald – im Kirschtal bei Bad Dürkheim statt. Beide Herbstcamps können mit Übernachtung gebucht werden.

Die Teilnahmegebühr für ein Camp beträgt 99 Euro. Wenn die Camps mit Übernachtung und Vollpension gebucht werden, kosten sie 199 Euro (Waldritter, Wappenschmiede) beziehungsweise 180  Euro (Kirschtal). Anmeldungen für die Oster- und Sommer-Camps nimmt ab sofort Micaela Mayer, Bildung für nachhaltige Entwicklung im UNESCO-Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen in der Geschäftsstelle in Lambrecht, entgegen. Sie gibt auch weitere Informationen zum Projekt und ist unter der Telefonnummer 06325 9552-43 oder per E-Mail an m.mayer@pfaelzerwald.bv-pfalz.de erreichbar.

Das Projekt wird unterstützt vom Land Rheinland-Pfalz.

Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz

Acht Kommunen auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft – Podiumsdiskussion mit Ministerien, Engagement Global und dem Bezirksverband Pfalz

Die Städte Pirmasens, Bad Bergzabern und Neustadt, die Verbandsgemeinden Lambrecht und Maikammer sowie die Ortsgemeinden Sippersfeld, Kallstadt und Klingenmünster – das sind die acht Kommunen, die sich am Projekt „Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“ als Modellkommunen beteiligen. Von den 14 Städten und Gemeinden im

Machen sich auf den Weg in eine nachhaltigere Zukunft: Acht SDG-Modellkommunen aus dem Biosphärenreservat Pfälzerwald (Foto: BR)

Biosphärenreservat, die sich für das Projekt beworben hatten, waren sie besonders überzeugend. Durchgeführt wird das Projekt vom Team des Biosphärenreservats Pfälzerwald gemeinsam mit Engagement Global und ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW), Hauptfördermittelgeberin des Projekts mit Sitz in Bonn. In dem Projekt wird für jede Kommune eine Nachhaltigkeitsstrategie mit konkreten Aktionsplänen erarbeitet, die zu den individuellen Bedarfen und Potentialen der jeweiligen Kommune passen und die sich an der Agenda 2030 mit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, kurz SDGs) der Vereinten Nationen orientieren.

Bei einem ersten Arbeitstreffen sind heute Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen zum ersten Mal im Projekt zusammengetroffen und haben sich – angeleitet von der Projektleitung des Biosphärenreservats und den Projektverantwortlichen von Engagement Global – in die Materie vertieft. Zum Beispiel haben Sie sich mit der Agenda 2030 der Vereinten Nationen beschäftigt und ermittelt, wie ihre eigenen Bedarfe und Stärken zu diesen passen. Auch wurde identifiziert, welche Akteurinnen und Akteure vor Ort in die Entwicklung der jeweiligen Strategie einbezogen werden können. Ein akteursbasierter Ansatz ist wichtig, damit die spätere Umsetzung der Strategien gut greifen kann. Nach dem Projektauftakt geht es in jeder Kommune mithilfe einer externen Beratung zur Sache: Unter anderem stehen Bestandsanalysen, je zwei Zukunftswerkstätten pro Kommune, Sitzungen der Projektsteuerungsgruppe und weitere Netzwerktreffen auf der Projektagenda. Mit den Netzwerktreffen möchte das Projektteam bewusst alle Kommunen im Biosphärenreservat ansprechen, damit ein reger Austausch entsteht, von dem alle profitieren können.

Podiumsdiskussion mit Teilnehmenden aus Ministerien, von Engagement Global und vom Bezirksverband Pfalz

„Mit dem Angebot ,Global Nachhaltige Kommune‘ ermöglicht es die Servicestelle für Kommunen in der Einen Welt, die globalen Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 auf lokaler Ebene zu verwirklichen. Wir freuen uns, nun auch acht Kommunen im Pfälzerwald bei einer nachhaltigen Kommunalentwicklung im Sinne der Agenda 2030 und der Landesnachhaltigkeitsstrategie Rheinland-Pfalz unterstützen zu können“, sagte Annette Turmann, Abteilungsleiterin Global Nachhaltige Kommune bei der SKEW. Gemeinsam mit den Vertreterinnen und Vertretern des Bezirksverbands Pfalz sowie der rheinland-pfälzischen Ministerien für

Diskutierten zum Thema „Umsetzung der SDGs in Rheinland-Pfalz: Herausforderungen und Chancen“ (v.l.n.r.): Annette Turmann von der SKEW der Engagement Global, Michael Frein vom rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium, die Umweltministerin des Landes Rheinland-Pfalz, Ulrike Höfken, der Vorsitzende des Bezirkstags Pfalz, Theo Wieder, und die Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Innenministerium, Nicole Steingaß, mit der Direktorin des Biosphärenreservats Pfälzerwald, Dr. Friedericke Weber (Foto: BR/frei)

Umwelt, Wirtschaft und des Innern, die das Projekt unterstützen, diskutierte Winkelmann zum Thema „Umsetzung der SDGs in Rheinland-Pfalz: Herausforderungen und Chancen“. „In ihrem Dorf oder ihrer Stadt fühlen sich die Menschen zuhause. Hier können Sie mit anpacken oder Entwicklungen direkt spürbar beeinflussen“, erläuterte der Vorsitzende des Bezirkstags Pfalz, Theo Wieder, die Bedeutung der Kommunen für dieses Projekt und für das Biosphärenreservat. Ulrike Höfken, rheinland-pfälzische Umweltministerin, zeigte unter anderem auf, wie wichtig es sei, eine Vielzahl von Akteurinnen und Akteuren vor Ort einzubeziehen: „Wir wollen die Entwicklungschancen der Region Pfälzerwald fördern, gleichzeitig deren hohe Lebensqualität erhalten und sie fit machen für die globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit sowie die Bewahrung der Artenvielfalt. Das geht nur zusammen mit der Kommunalpolitik, Verwaltung und Zivilgesellschaft, die in diesem Projekt konkrete Handlungsansätze und Wege für die Umsetzung erarbeiten.“ Gewürdigt

wurde zudem die Idee des Projekts, dass die Kommunen in der Ausarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategien und Aktionspläne auch voneinander profitieren können: „Die Mitwirkenden im Modellprojekt sind vorbildlich unterwegs, indem sie sich partnerschaftlich auf die Suche nach Möglichkeiten begeben, die eigene Region nachhaltig weiterzuentwickeln“, sagte Nicole Steingaß, Staatssekretärin im Ministerium des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz.

Dass wie hier mit dem Biosphärenreservat Pfälzerwald bei der Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategien eine gesamte Region in den Blick genommen wird, ist neu. „Wenn, wie hier im Pfälzerwald, eine ganze Region sich aufmacht, um gemeinsam nach Wegen zu einer nachhaltigen Entwicklung zu suchen, dann bestärkt dies auch unsere Arbeit“, fügte Michael Frein hinzu. Er ist im Referat Nachhaltigkeit des Mainzer Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau tätig, das für die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Rheinland-Pfalz zuständig ist. Diese bildet neben der Agenda 2030 mit den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen und der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie die Grundlage für die Ausarbeitungen in den Kommunen. Wieder hob hervor, wie wichtig es sei, dass die Kommunen sich untereinander vernetzten: „Wir wünschen uns, dass sich die Projekt-Kommunen zu einem starken Netzwerk vereinen, von dem andere Kommunen und Regionen auch profitieren können.“ Wie die Städte und Gemeinden lebe auch das Biosphärenreservat Pfälzerwald von der Leidenschaft und Tatkraft seiner Bewohnerinnen und Bewohner. Es sei regional verwurzelt und stehe als Mitglied im Weltnetz der UNESCO-Biosphärenreservate auch in einer globalen Verantwortung. „Es ist somit ein idealer Raum für dieses Projekt“, so Wieder.

Der Träger des Projekts „Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“ ist der Bezirksverband Pfalz als Träger des Biosphärenreservats, das gemeinsam mit Engagement Global das Projekt durchführt. Zu 90 Prozent finanziert wird das Projekt durch das Angebot „Global Nachhaltige Kommune“ der SKEW mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Unterstützt wird das Vorhaben auf Landesebene durch das Ministerium für Umwelt, Ernährung, Energie und Forsten, das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau sowie das Ministerium des Innern und für Sport.

Mit den Biosphären-Guides unterwegs

Informative und kurzweilige Touren im Biosphärenreservat

Mit ausgewiesenen und zertifizierten Kennerinnen und Kennern des Biosphärenreservats unterwegs: Führung mit einer Biosphären-Guide im Breitenbach-Tal bei Appenthal (Foto: Biosphärenreservat/frei)

Urwald erkunden, durch die Zeit reisen, entdecken, wo sich Weide, Wald und Wein küssen, sich auf die Spuren Max Slevogts begeben oder mehr über die drei Musketiere des Waldes in Zeiten des Klimawandels erfahren – das und vieles andere können Pfälzerwald-Liebhaber und -Interessentinnen mit den Biosphären-Guides des Biosphärenreservats Pfälzerwald. 22 Personen, die alle bereits Natur- und Landschaftsführer für verschiedene Gebiete des Pfälzerwalds waren, haben sich in 48 Unterrichtsstunden in Form von Lerneinheiten und Exkursionen noch intensiver mit den Landschafts- und Naturräumen sowie mit der Funktion des Biosphärenreservats als Modellregion der UNESCO für nachhaltige Entwicklung beschäftigt und sich als Biosphären-Guide qualifiziert.

Schon am kommenden Samstag, 11. Mai, gibt es das nächste Angebot: Von 13 bis 16.30 Uhr führt Andrea Frech unter dem Titel „Wo sich Wald, Wein und Wald küssen“ zum Beweidungsprojekt am Wingertsberg bei Gräfenhausen nördlich von Annweiler. Wie Eiche, Fichte und Kastanie dem Klimawandel trotzen, kann man am Sonntag, 19. Mai, bei einer dreieinhalbstündigen Tour mit Heidrun Knoch erfahren. Die Tour mit dem Titel „Die drei Musketiere“ startet um 13.30 Uhr in Blankenborn.

Auf die Spuren Max Slevogts können sich die Teilnehmerinnen der Naturführung am Sonntag, 26. Mai, begeben, wenn Andrea Frech bei einer jeweils zweieinhalbstündigen Naturwanderung über den Slevogtwanderweg um Leinsweiler hinauf zur Ruine Neukastel führt. An Christi Himmelfahrt, 30. Mai, und am Freitag, 21. Juni, führt Ute Seitz jeweils von 14 bis 17.30 Uhr ihre Gäste auf Entdeckungstour vorbei an Eseln, Ziegen und Heckrindern entlang des Beweidungsgebiets bei Gräfenhausen.

Anmeldungen zu den Führungen nimmt Antje van Look, Bildung für nachhaltige Entwicklung im Biosphärenreservat, unter der Telefonnummer 06325 1800-241 oder per E-Mail an a.vanlook@pfaelzerwald.bv-pfalz.de entgegen. Informationen zu allen Guides und deren Führungsangebot sind auf der Website des Biosphärenreservats unter www.pfaelzerwald.de/biosphaeren-guides beziehungsweise unter www.pfaelzerwald.de/termine verfügbar.

Die Biosphären-Guides bieten kenntnisreiche und kurzweilige Führungen und helfen so, dem Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen Gesicht und Stimme zu geben. Sie bringen Gästen wie Einheimischen dessen Schönheit, Einzigartigkeit und Vielfalt näher und vermitteln gleichzeitig Zielsetzung und Auftrag des Schutzgebiets. Die Biosphären-Guides leisten einen Beitrag zu einem attraktiven Bildungsangebot, zur Gästebetreuung im Biosphärenreservat und zu dessen sanfter naturtouristischer Entwicklung. Die Ausbildung wurde vom Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen in Zusammenarbeit mit Landesforsten Rheinland-Pfalz und der RegioAkademie angeboten. Die Qualifizierung wurde durch das Land Rheinland-Pfalz unterstützt.

Kartiererinnen und Kartierer für die „Neuen Hirtenwege im Pfälzerwald“ im Einsatz

Arbeiten für den Pflege- und Entwicklungsplan des Naturschutzgroßprojekts in Gang

Soll durch das „chance.natur“-Projekt gefördert werden: Die Wanderschäferei im Pfälzerwald, hier eine Schafherde bei Dahn (Fotos: Biosphärenreservat/frei)

Wenn Personen mit auffällig neugierigem Verhalten durch Wald und Flur streifen, muss dies nicht unbedingt ein Grund zur Beunruhigung sein: Im Rahmen des bundesgeförderten Naturschutzgroßprojekts „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ sind seit kurzer Zeit Kartierungsarbeiten in Gang. Bis Ende der Vegetationsperiode 2019 sind in 20 Verbandsgemeinden mit Flächen, die zum Projektgebiet gehören, Kartierer unterwegs. Kartiererinnen und Kartierer, die im Auftrag des Instituts für Umweltstudien – IUS Weibel & Ness GmbH & Co. KG  für das Biosphärenreservats Pfälzerwald im Einsatz sind, können dafür zu allen Tag- und Nachtzeiten (z. B. aufgrund der Kartierung von Fledermäusen) im Gelände sein.

Die beauftragten Personen sind größtenteils Biologinnen und Biologen, die auf bestimmte Artengruppen wie Vögel, Amphibien, Insekten, Reptilien, Fledermäuse oder Orchideen spezialisiert sind. Sie erfassen wichtige Daten zur Flora und Fauna im Projektgebiet. Die Daten bieten die Grundlage für den Pflege- und Entwicklungsplan. Er ist ein Herzstück des Projekts 1, denn auf Basis des vorgefundenen Status Quo werden dann Maßnahmen zur Biotopersteinrichtung, -aufwertung, oder -entwicklung geplant, die in Projekt 2 durchgeführt werden sollen. Diese richten sich nach den naturschutzfachlichen Zielen des Projekts und widmen sich unter anderem besonders schützenswerten Arten wie der Schlingnatter, dem Wiedehopf und den Bläulingen (einer Familie der Schmetterlinge) sowie Biotoptypen wie Trockenmauern und den dort heimischen seltenen Pflanzenarten.

Mit dem Naturschutzgroßprojekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ macht sich das Biosphärenreservat für die einzigartige Natur und Kulturlandschaft des Gebiets stark. Besonders die Wiesen und Weiden im Pfälzerwald sind wertvolle Lebensräume für seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Wird die Nutzung dieser Offenlandbiotope aufgegeben oder findet eine Übernutzung statt, verschwinden die teilweise stark gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ will vor dem Hintergrund eines dramatischen Rückgangs der Artenvielfalt hier gegensteuern, indem es die Wanderschäferei fördert und dort reaktiviert, wo sie zurückgegangen ist. In den Teilregionen, in denen es keine Wanderschäfer mehr gibt, wird man auf lokale Beweiderinnen und Beweider zur Biotoppflege zurückgreifen. Die Beweidung mit Schafen und Ziegen pflegt nicht nur das Offenland; über ihr Fell transportieren die Tiere unzählige Samen, aber auch zum Beispiel Heuschrecken oder Schnecken und fördern so die Vernetzung von isoliert liegenden Biotopflächen und Populationen. Nicht zuletzt soll durch das Projekt mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung die Entwicklung einer attraktiven Kulturlandschaft mit einem hohen Erholungswert für die Besucherinnen und Besucher sowie Bewohnerinnen und Bewohner des Pfälzerwalds gefördert werden.

Im derzeit laufenden Projekt 1 (Planungsphase) wird eine Pflege- und Entwicklungsplanung – begleitet von umfangreichen faunistischen und floristischen Kartierungen – durchgeführt. Darin werden die Ziele und Maßnahmen auf den Projektflächen definiert. Daran schließt sich das auf zehn Jahre ausgelegte Projekt 2 (Umsetzungsphase) an, bei der die Maßnahmen über das geplante, etwa 8.500 Hektar große Fördergebiet, das über die Grünlandgebiete vom Wasgau zum Haardtrand bis nach Grünstadt reicht, umgesetzt werden. Für das gesamte Vorhaben ist eine Laufzeit bis zum Jahr 2030 vorgesehen, während der in biotopersteinrichtende Maßnahmen, in die Streuobstpflege, den Trockenmauerbau, die Beweidungsinfrastruktur und vieles mehr investiert werden soll.

Das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ wird beim Biosphärenreservat Pfälzerwald umgesetzt, Projektträger ist der Bezirksverband Pfalz. Die Förderung des Vorhabens erfolgt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie durch das Land Rheinland-Pfalz.

Die Verbandsgemeinden

In folgenden Verbandsgemeinden gibt es Flächen, die zum Projektgebiet gehören; hier sind bis Herbst 2019 Kartiererinnen und Kartierer unterwegs:

  • Bad Dürkheim
  • Deidesheim
  • Freinsheim
  • Grünstadt
  • Grünstadt-Land
  • Hettenleidelheim
  • Lambrecht
  • Wachenheim
  • Enkenbach-Alsenborn
  • Neustadt
  • Maikammer
  • Edenkoben
  • Landau
  • Landau-Land
  • Annweiler
  • Bad Bergzabern
  • Dahner Felsenland
  • Hauenstein
  • Pirmasens-Land
  • Rodalben