Flüssiges Gold aus dem Pfälzerwald

Imker Dennis Molinet ist neuer Partner des Biosphärenreservats Pfälzerwald

Die Honigmeisterei – Imkerei Molinet ist seit kurzem Partnerbetrieb des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen. Dennis Molinet, gelernter Zimmermann und zuletzt in der Tourismusbranche tätig, widmet sich seit über 17 Jahren der Bienenhaltung. 2015 begann der Ausbau der Imkerei im Nebenerwerb und in diesem Jahr wagt er den Schritt in den Vollerwerb: „Wohin mich die Reise wirklich führt, wage ich ehrlich noch nicht zu sagen. Ein klares Ziel gibt es zumindest und ich werde ich es mit aller Hingebung verfolgen.“ Derzeit bewirtschaftet er rund 100 Bienenvölker und plant, mit 150 in das nächste Jahr zu starten. Die Bioland-Imkerei hat ihren Sitz seit 2015 zwar in Kleinbundenbach in der Nähe der saarländischen Grenze, Dennis Molinet und seine Bienen haben allerdings einen engen Bezug zum Pfälzerwald: „Nach der Akazienblüte wandere ich mit einem großen Teil meiner Völker ins Trifelsland.“ Neben dem Rinnthaler und Annweilerer Edelkastanienhonig bietet „Die Honigmeisterei“ Rapshonig, Frühlingshonig, Sommerhonig, Lindenhonig sowie – wenn die Natur mitspielt – Waldhonig aus den Vogesen an.

Partnerschild-Überreichung am Openair-Arbeitsplatz: Dr. Friedericke Weber mit Dennis Molinet (Foto: Biosphärenreservat/frei)

Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen und ein Wirtschaften im Einklang mit der Umwelt sind Themen, die Dennis Molinet am Herzen liegen. „Die Anerkennung durch Bioland sowie als Partnerbetrieb des Biosphärenreservats Pfälzerwald sind mir wichtig. Für mich handelt es sich hierbei nicht um eine vermarktungstechnische, sondern um eine Grundsatzentscheidung! Ich mit meinem Handeln, wie auch meine Kundinnen und Kunden mit dem Kauf meiner Produkte, können der Natur auch wieder etwas zurückgeben. Durch den Kauf meiner Produkte werden eine nachhaltige Landwirtschaft, die regionale Produktion sowie der Absatz mit kurzen Transportwegen unterstützt, was auch dem Biosphärenreservat wichtig ist“, erläutert der Imker. Wie viele seiner Berufsgenossinnen und -genossen ist er auch handwerklich geschickt, denn die Kisten für seine Bienen fertigt er selbst. Dafür benutzt er heimisches Holz, das er beim Sägewerk vor Ort bezieht.

Dennis Molinet genießt es, draußen bei den Bienen zu arbeiten; die Arbeit an den Völkern hat von April bis Juli Hochsaison. Genauso zum Imkerdasein gehört natürlich der Honigverkauf, zum Beispiel auf Land- und Bauernmärkten in der Region, auf denen er regelmäßig mit einem Stand präsent ist. Zudem pflegt er ein aktives Netzwerk mit anderen Imkerkollegen, auch Axel Heinz aus Neustadt kennt er bereits, der ebenfalls Partner des Biosphärenreservats Pfälzerwald ist.

Unser dem Motto „Nachhaltig leben auf Pfälzisch!“ haben sich rund 60 Betriebe verschiedenster Branchen als Partner des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Sie erfüllen bundesweit einheitliche Qualitäts- und Umweltstandards.

Biosphären-Bauernmarkt und 1000. Geburtstag

Auch das Kunsthandwerk ist auf dem deutsch-französischen Biosphären-Bauernmarkt in Sippersfeld vertreten (Bild: Biosphärenreservat/Venus)

Deutsch-französischer Biosphären-Bauernmarkt mit vielen Aktionen in Sippersfeld

 Direkt nach den Sommerferien findet der nächste deutsch-französische Biosphären-Bauernmarkt des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen statt, nämlich am Sonntag, 18. August, von 11 bis 18 Uhr in Sippersfeld. Der Ort liegt am nördlichsten Zipfel des Biosphärenreservats und bietet einen Ausblick zum höchsten Berg der Pfalz, den Donnersberg.

Rund 40 Anbieter aus den Nordvogesen und aus dem Pfälzerwald offerieren ihre umweltschonend erzeugten Qualitätsprodukte, darunter Schinken, Wurst, Fleisch vom Lamm, Wild und Pferd, Essige, Säfte, Likör und Sekt, Obst und Gemüse, Pilzen, Marmelade und Honig, Öl, Teigwaren und Kompott. Bierbrauer und Winzerinnen bieten zudem flüssige Köstlichkeiten. Da die Sippersfelderinnen und Sippersfelder an dem Wochenende ab 16. August das 1.000-jährige Bestehen ihres Ortes feiern, ist das Programm entsprechend angereichert: So gibt es beim Bauerncafé „Zum Fruchtspeicher“, das auch ein Partnerbetrieb des Biosphärenreservats ist, leckere Speisen, eine Rinderschau und Blumen. Das Forstrevier Sippersfeld bietet verschiedene Aktionen zum Wald sowie Bogenschießen an. Die Gruppe „Unser Dorf in der Landschaft“ informiert an ihrem Stand über Streuobstwiesen und Obstsorten. Der Sportverein FC Eiche ist dabei und bietet Essen und Getränke, beim Stand der Bücherei gibt es Kaffee und Kuchen. Die Band „Wandermusikanten“ sorgt mit Trompeten, Posaune, Sousaphon und Schlagzeugen für musikalischen Schwung und Nils Nager von der Tageszeitung „Die Rheinpfalz“ bietet Unterhaltung für die Kleinen.

Ziel der deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkte ist es, die Landwirtschaft und regionale Vermarktung in der Region zu stärken und bei Einheimischen wie Gästen für den Kauf von umweltschonend erzeugten Produkten zu werben. Denn so können die Verbraucherinnen und Verbraucher direkt dazu beitragen, dass die einzigartige Kulturlandschaft des Biosphärenreservats erhalten bleibt und keine langen Transportwege entstehen. Informationen auch unter www.pfaelzerwald.de/bauernmaerkte. Die Biosphären-Bauernmärkte werden unterstützt durch das Land Rheinland-Pfalz.

Kulinarische Schmankerl in Hofstätten

Hotel-Restaurant Müllers Lust in Hofstätten ist neuer Partnerbetrieb des Biosphärenreservats

„Bodenständig, mit guten Produkte zubereitet, angereichert mit mediterranem Flair und vor allem sehr frisch.“ So beschreibt Dieter Müller die Küche in seinem Hotel-Restaurant Müllers Lust, das seit Kurzem einer von rund 60 Partnerbetrieben des Biosphärenreservats Pfälzerwald ist. Gemeinsam mit seiner Frau Marion führt er seit 2004 das Haus in Hofstätten. Ihre Tochter Melinda, die als Köchin europaweit Erfahrung gesammelt hat, ist seit 2012 Küchenchefin. 4.000 Quadratmeter Gelände umgeben das ehemalige Forsthaus, das 1899 erbaut wurde und unter Denkmalschutz steht. „Der Garten gibt viel her, vor allem frische Kräuter benutze ich gerne“, verrät Melinda Müller. Neben vegetarischen Gerichten kommen häufig Wild aus der Hofstätter und Wilgartswieser Jagd sowie andere regionale Produkte auf den Teller.

Auch bei der Renovierung des Anwesens, zu dem eine ehemalige Bäckerei und ein ehemaliger Tante-Emma-Laden gehören, haben Dieter und Marion Müller auf die Verwendung regionaler Materialien und Elemente geachtet. Über 15 Jahre lang ist so zum großen Teil in Eigenleistung und mit viel Liebe zum Detail ein Restaurant mit lauschigem Biergarten neben der Dorfkirche, ein Hotel mit 45 Betten sowie eine Lodge mit 23 Betten in Mehrbettzimmern entstanden. Hier wird mit Sonne und Holz geheizt, die Zimmer sind mit einer Wandheizung ausgestattet, die Wände mit Lehm verputzt. Die historische Backstube haben Müllers reaktiviert: „Hin und wieder kommt ein junger Bäcker aus einer Annweilerer Bäckerei und backt hier Brot“, erklärt Marion Müller.

Viel handwerkliches Geschick und Leidenschaft stecken in „Müllers Lust“. Die Gäste kommen aus dem Pfälzerwald selbst und den angrenzenden Regionen wie auch aus ganz Deutschland und darüber hinaus, zum Beispiel aus den Niederlanden. „Wir haben hier vor allem Wanderer, Radfahrer und Ruhesuchende zu Gast, Motorradfahrer sind auch häufig hier“, erläutert Dieter Müller. In Hofstätten hat sich der Hauensteiner, der selbst begeisterter Biker ist und aus der Automobilbranche kommt, mit seiner Frau einen Traum erfüllt. „In der Saison von April bis Oktober haben wir etwa 3.000 Übernachtungen“, erläutert der Gastwirt. Dafür sind neben Müllers sieben weitere Personen im Einsatz, um zu kochen, das Frühstück vorzubereiten, zu reinigen oder im Restaurant zu bedienen. Mit den Zielen des Biosphärenreservats als Modellregion für nachhaltige Entwicklung kann sich Dieter Müller stark identifizieren: „Die Produkte wachsen und gedeihen hier, man kann einfach danach greifen und sie nutzen“, schwärmt er über die Vielfalt und den Ressourcenreichtum seiner Heimat.

Färbepflanzen, Wildkräuter, Tomaten und Co.

Veranstaltungen für alle im Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“

Das Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“ begeistert Hobbygärtnerinnen und -gärtner in den Nordvogesen und im Pfälzerwald. Neben einem Gartenwettbewerb, für den derzeit die Jurybesuche laufen, bietet das deutsch-französische Projekt zahlreiche Veranstaltungen zu verschiedenen Gartenthemen. In den nächsten Wochen lädt jeweils am ersten Freitag des Monats, 5. Juli und 2. August, der Verein NaturGestalten zu „GenussGartenArtenReich“ von 16 bis 18 Uhr zum Lernen und Mitmachen in seinen Vereinsgarten in Fischbach bei Dahn ein. Dieses Jahr widmet sich der Verein insbesondere der Permakultur.

An den Sonntagen 7. Juli und 4. August verraten Ursula und Johannes Schauer von der Kräuterschule Wildwiese bei Wildkräuterwanderungen ab dem Biosphärenhaus in Fischbach von jeweils 15 bis 17 Uhr Wissenswertes über Inhaltsstoffe und Verwendung von Wildkräutern. „Tomaten!“ heißten die Veranstaltungen an Freitagen 26. Juli und 30. August, jeweils ab 17. Uhr. Melanie Grabner führt durch ihre Gärtnerei „lilatomate“ in Böhl-Iggelheim, wo über 100 verschiedene Tomatensorten gedeihen; sie gibt dabei einige Tipps zur Tomatenpflege und lässt die Besucherinnen und Besucher auch Tomaten kosten.

Am Samstag, 27. Juli, geht es bei Susanne Maurer in ihrem Atelier Fimabelle in Fischbach bei Dahn von 14.30 bis 17 Uhr darum, welche Pflanzen sich zur Farbengewinnung eignen, wie man aus ihnen den Farbschatz extrahieren und diesen für verschiedene Verwendungen aufbereiten und konservieren kann. Ums Konservieren geht es auch am Freitag, 23. August: Petra Knoll zeigt ab 17.30 Uhr im Haus der NaturFreunde in Lambrecht, wie der Sommer erhalten bleiben kann: Es werden Kräuterprodukte wie aromatisches Kräutersalz, duftender Blütenzucker oder Kräuteressig selbst hergestellt.

Weitere Informationen zu diesen und weiteren Terminen des Biosphärenreservats finden sich unter www.pfaelzerwald.de/termine.

Das Projekt „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“ will die breite Öffentlichkeit im deutschen wie im französischen Teil des Biosphärenreservats für die Artenvielfalt im Alltag sensibilisieren und begeistern. So soll in den unbebauten Flächen von Städten und Dörfern ein ökologisches Handeln sanft und nachhaltig entwickelt werden. Das Projekt wird durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz sowie mit Mitteln aus dem Interreg V A-Projekt „NOE / NOAH“ gefördert.

Der Verlust der Dunkelheit – neu beleuchtet

Schülerwettbewerb des Projekts „Sternenpark Pfälzerwald“ in Kooperation mit dem Biosphärenhaus in Fischbach und dem ZENAPA-Projekt des Bezirksverbands Pfalz

Erstmalig gibt es in diesem Jahr einen Videowettbewerb zum Thema Lichtverschmutzung für 7. bis 10. Klassen – veranstaltet vom Biosphärenreservat Pfälzerwald in Kooperation mit dem Biosphärenhaus in Fischbach und dem Klimaschutz-Projekt ZENAPA. Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler in den Landkreisen der LAG Pfälzerwald Plus (Südwestpfalz, Kaiserslautern, Südliche Weinstraße, Bad Dürkheim) und dem Biosphärenreservat Pfälzerwald – egal, ob im gesamten Klassenverband, als einzelne Gruppe oder als AG –, indem sie einen maximal fünfminütigen Videobeitrag zum Thema Lichtverschmutzung produzieren und einreichen. Durch die direkte Auseinandersetzung mit dem Verlust der natürlichen Dunkelheit sollen die jungen Leute so für das wichtige Thema und seine schwerwiegenden Folgen sensibilisiert werden.

Plakat zum Wettbewerb als pdf.

Für den Wettbewerb gibt es lediglich einige inhaltliche Vorgaben; so soll das Video die Frage beantworten, was es mit der Lichtverschmutzung auf sich hat und wie diese sich auf uns Menschen beziehungsweise die Schülerinnen und Schüler persönlich auswirkt. Wie diese Themen im Video verarbeitet werden, ob beispielsweise als Theaterstück, Comic, Poetry Slam oder Song, ist den Schülern und Schülerinnen vollkommen freigestellt. Die Frist für die Abgabe des Videobeitrags ist der 8. September – genug Zeit, um kreativ zu werden und am Ende einen der drei Preise abzustauben: Zu gewinnen gibt es erstens einen Besuch im Planetarium Mannheim, zweitens eine Führung mit einem beziehungsweise einer Biosphären-Guide und drittens eine Sternkarte und ein Astronomiebuch.

Neben den Preisen für die ersten drei Plätze werden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Urkunden ausgezeichnet. Um die Gewinnerinnen und Gewinner zu ermitteln, gibt es zunächst Punkte für die meisten Likes der Videos auf Facebook und Instagram des Bezirksverbands Pfalz als Träger des Projekts Sternenpark Pfälzerwald. In der zweiten Etappe wird ein fünf- bis sechsköpfiges Jury-Team, bestehend aus den Veranstaltern des Wettbewerbs und zwei Junior-Rangern, die Videos bewerten. Die Bewertung findet bei einer offiziellen Siegerehrung im Biosphärenhaus in Fischbach im Oktober statt. Der genaue Termin wird den Schülerinnen und Schülern bei Beitragseinreichung mitgeteilt.

Das Projekt Sternenpark Pfälzerwald wird als LEADER-Projekt im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE unter Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz (vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau) gefördert.

Weitere Infos zum Thema erhalten Interessentinnen und Interessenten bei Sarah Köngeter unter der Telefonnummer 06325 9552-15 oder per E-Mail an s.koengeter@pfaelzerwald.bv-pfalz.de.

Plakat zum Wettbewerb als pdf.

Mit den Biosphären-Guides unterwegs

Informative und kurzweilige Touren im Biosphärenreservat

Mit ausgewiesenen und zertifizierten Kennerinnen und Kennern des Biosphärenreservats unterwegs: Führung mit einer Biosphären-Guide im Breitenbach-Tal bei Appenthal (Foto: Biosphärenreservat/frei)

Urwald erkunden, durch die Zeit reisen, entdecken, wo sich Weide, Wald und Wein küssen, sich auf die Spuren Max Slevogts begeben oder mehr über die drei Musketiere des Waldes in Zeiten des Klimawandels erfahren – das und vieles andere können Pfälzerwald-Liebhaber und -Interessentinnen mit den Biosphären-Guides des Biosphärenreservats Pfälzerwald. 22 Personen, die alle bereits Natur- und Landschaftsführer für verschiedene Gebiete des Pfälzerwalds waren, haben sich in 48 Unterrichtsstunden in Form von Lerneinheiten und Exkursionen noch intensiver mit den Landschafts- und Naturräumen sowie mit der Funktion des Biosphärenreservats als Modellregion der UNESCO für nachhaltige Entwicklung beschäftigt und sich als Biosphären-Guide qualifiziert.

Schon am kommenden Samstag, 11. Mai, gibt es das nächste Angebot: Von 13 bis 16.30 Uhr führt Andrea Frech unter dem Titel „Wo sich Wald, Wein und Wald küssen“ zum Beweidungsprojekt am Wingertsberg bei Gräfenhausen nördlich von Annweiler. Wie Eiche, Fichte und Kastanie dem Klimawandel trotzen, kann man am Sonntag, 19. Mai, bei einer dreieinhalbstündigen Tour mit Heidrun Knoch erfahren. Die Tour mit dem Titel „Die drei Musketiere“ startet um 13.30 Uhr in Blankenborn.

Auf die Spuren Max Slevogts können sich die Teilnehmerinnen der Naturführung am Sonntag, 26. Mai, begeben, wenn Andrea Frech bei einer jeweils zweieinhalbstündigen Naturwanderung über den Slevogtwanderweg um Leinsweiler hinauf zur Ruine Neukastel führt. An Christi Himmelfahrt, 30. Mai, und am Freitag, 21. Juni, führt Ute Seitz jeweils von 14 bis 17.30 Uhr ihre Gäste auf Entdeckungstour vorbei an Eseln, Ziegen und Heckrindern entlang des Beweidungsgebiets bei Gräfenhausen.

Anmeldungen zu den Führungen nimmt Antje van Look, Bildung für nachhaltige Entwicklung im Biosphärenreservat, unter der Telefonnummer 06325 1800-241 oder per E-Mail an a.vanlook@pfaelzerwald.bv-pfalz.de entgegen. Informationen zu allen Guides und deren Führungsangebot sind auf der Website des Biosphärenreservats unter www.pfaelzerwald.de/biosphaeren-guides beziehungsweise unter www.pfaelzerwald.de/termine verfügbar.

Die Biosphären-Guides bieten kenntnisreiche und kurzweilige Führungen und helfen so, dem Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen Gesicht und Stimme zu geben. Sie bringen Gästen wie Einheimischen dessen Schönheit, Einzigartigkeit und Vielfalt näher und vermitteln gleichzeitig Zielsetzung und Auftrag des Schutzgebiets. Die Biosphären-Guides leisten einen Beitrag zu einem attraktiven Bildungsangebot, zur Gästebetreuung im Biosphärenreservat und zu dessen sanfter naturtouristischer Entwicklung. Die Ausbildung wurde vom Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen in Zusammenarbeit mit Landesforsten Rheinland-Pfalz und der RegioAkademie angeboten. Die Qualifizierung wurde durch das Land Rheinland-Pfalz unterstützt.

Kartiererinnen und Kartierer für die „Neuen Hirtenwege im Pfälzerwald“ im Einsatz

Arbeiten für den Pflege- und Entwicklungsplan des Naturschutzgroßprojekts in Gang

Soll durch das „chance.natur“-Projekt gefördert werden: Die Wanderschäferei im Pfälzerwald, hier eine Schafherde bei Dahn (Fotos: Biosphärenreservat/frei)

Wenn Personen mit auffällig neugierigem Verhalten durch Wald und Flur streifen, muss dies nicht unbedingt ein Grund zur Beunruhigung sein: Im Rahmen des bundesgeförderten Naturschutzgroßprojekts „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ sind seit kurzer Zeit Kartierungsarbeiten in Gang. Bis Ende der Vegetationsperiode 2019 sind in 20 Verbandsgemeinden mit Flächen, die zum Projektgebiet gehören, Kartierer unterwegs. Kartiererinnen und Kartierer, die im Auftrag des Instituts für Umweltstudien – IUS Weibel & Ness GmbH & Co. KG  für das Biosphärenreservats Pfälzerwald im Einsatz sind, können dafür zu allen Tag- und Nachtzeiten (z. B. aufgrund der Kartierung von Fledermäusen) im Gelände sein.

Die beauftragten Personen sind größtenteils Biologinnen und Biologen, die auf bestimmte Artengruppen wie Vögel, Amphibien, Insekten, Reptilien, Fledermäuse oder Orchideen spezialisiert sind. Sie erfassen wichtige Daten zur Flora und Fauna im Projektgebiet. Die Daten bieten die Grundlage für den Pflege- und Entwicklungsplan. Er ist ein Herzstück des Projekts 1, denn auf Basis des vorgefundenen Status Quo werden dann Maßnahmen zur Biotopersteinrichtung, -aufwertung, oder -entwicklung geplant, die in Projekt 2 durchgeführt werden sollen. Diese richten sich nach den naturschutzfachlichen Zielen des Projekts und widmen sich unter anderem besonders schützenswerten Arten wie der Schlingnatter, dem Wiedehopf und den Bläulingen (einer Familie der Schmetterlinge) sowie Biotoptypen wie Trockenmauern und den dort heimischen seltenen Pflanzenarten.

Mit dem Naturschutzgroßprojekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ macht sich das Biosphärenreservat für die einzigartige Natur und Kulturlandschaft des Gebiets stark. Besonders die Wiesen und Weiden im Pfälzerwald sind wertvolle Lebensräume für seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Wird die Nutzung dieser Offenlandbiotope aufgegeben oder findet eine Übernutzung statt, verschwinden die teilweise stark gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ will vor dem Hintergrund eines dramatischen Rückgangs der Artenvielfalt hier gegensteuern, indem es die Wanderschäferei fördert und dort reaktiviert, wo sie zurückgegangen ist. In den Teilregionen, in denen es keine Wanderschäfer mehr gibt, wird man auf lokale Beweiderinnen und Beweider zur Biotoppflege zurückgreifen. Die Beweidung mit Schafen und Ziegen pflegt nicht nur das Offenland; über ihr Fell transportieren die Tiere unzählige Samen, aber auch zum Beispiel Heuschrecken oder Schnecken und fördern so die Vernetzung von isoliert liegenden Biotopflächen und Populationen. Nicht zuletzt soll durch das Projekt mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung die Entwicklung einer attraktiven Kulturlandschaft mit einem hohen Erholungswert für die Besucherinnen und Besucher sowie Bewohnerinnen und Bewohner des Pfälzerwalds gefördert werden.

Im derzeit laufenden Projekt 1 (Planungsphase) wird eine Pflege- und Entwicklungsplanung – begleitet von umfangreichen faunistischen und floristischen Kartierungen – durchgeführt. Darin werden die Ziele und Maßnahmen auf den Projektflächen definiert. Daran schließt sich das auf zehn Jahre ausgelegte Projekt 2 (Umsetzungsphase) an, bei der die Maßnahmen über das geplante, etwa 8.500 Hektar große Fördergebiet, das über die Grünlandgebiete vom Wasgau zum Haardtrand bis nach Grünstadt reicht, umgesetzt werden. Für das gesamte Vorhaben ist eine Laufzeit bis zum Jahr 2030 vorgesehen, während der in biotopersteinrichtende Maßnahmen, in die Streuobstpflege, den Trockenmauerbau, die Beweidungsinfrastruktur und vieles mehr investiert werden soll.

Das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ wird beim Biosphärenreservat Pfälzerwald umgesetzt, Projektträger ist der Bezirksverband Pfalz. Die Förderung des Vorhabens erfolgt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie durch das Land Rheinland-Pfalz.

Die Verbandsgemeinden

In folgenden Verbandsgemeinden gibt es Flächen, die zum Projektgebiet gehören; hier sind bis Herbst 2019 Kartiererinnen und Kartierer unterwegs:

  • Bad Dürkheim
  • Deidesheim
  • Freinsheim
  • Grünstadt
  • Grünstadt-Land
  • Hettenleidelheim
  • Lambrecht
  • Wachenheim
  • Enkenbach-Alsenborn
  • Neustadt
  • Maikammer
  • Edenkoben
  • Landau
  • Landau-Land
  • Annweiler
  • Bad Bergzabern
  • Dahner Felsenland
  • Hauenstein
  • Pirmasens-Land
  • Rodalben