Preisverleihung im grenzüberschreitenden Projekt des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen

„Es ist eine Freude und es ist wichtig, dass die deutsch-französische Zusammenarbeit in diesem Projekt jetzt auch wieder mit persönlichen Begegnungen stattfinden kann”, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Bezirkstags Pfalz, Ruth Ratter, bei der Verleihung der Preise anlässlich des diesjährigen Wettbewerbs „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“. Sie betonte zudem das große Potenzial der Gärten für die Biodiversität und den Klimaschutz. „Die extremen Wetterverhältnisse und die Flutkatastrophe in diesem Jahr haben uns vor Augen geführt, wie fragil das Gleichgewicht der Natur ist. Wir Menschen sind die Ursache für die klimatischen Veränderungen, aber wir können im Großen und im Kleinen etwas tun: Gärten nehmen eine sehr große Fläche ein; wenn viele Gärten naturnah gestaltet sind, können sie zu mehr Resilienz beitragen.“

In dem deutsch-französischen Projekt des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen wurden die besten zehn Gärten der 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer prämiert, die sich über Sachpreise und eine Plakette für den Gartenzaun freuten. Den ersten Platz belegte Maren Diehl mit ihrem Garten in Erfweiler. Weitere Preise gingen an Claudia Breuer und Helge Schneider in Edenkoben, Matthieu Launay in Wissembourg, Agnès Daval im elsässischen Imbsheim, Fabian Marschner in Ilbesheim, Marion Wündisch in Leistadt, Xenia Petermann in Eußerthal, Murielle Hoefs in Reipertswiller im Elsass, Hans Amolsch im elsässischen Drachenbronn-Birlenbach und Claudia Thomas in Cleebourg, ebenfalls im Elsass. Die Preise überreichte Ruth Ratter gemeinsam mit Hubert Walter, Vize-Präsident des SYCOPARC als Träger des Naturparks Nordvogesen.
Mit dem Wettbewerb will das Team des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen Gartenbesitzerinnen und -besitzer darauf aufmerksam machen, wie viel Potential der eigene Garten für die Artenvielfalt birgt, und dazu ermutigen, sich dafür zu engagieren, diese hier zu fördern. Das Projektteam wählte zunächst anhand der Bewerbungsbögen jeweils mehrere Gärten auf der französischen und auf der deutschen Seite des Biosphärenreservats aus. Diese wurden daraufhin von einer Expertin oder einem Experten besucht, die den Garten genauer unter die Lupe nahmen und Empfehlungen gaben, um die Artenvielfalt zu verbessern. Das Projekt-Team wählte dann die jeweils fünf interessantesten Gärten im pfälzischen und französischen Teil des Biosphärenreservats aus, die daraufhin von einer Jury besichtigt wurden. Dieser gehörten Spezialisten zu Wildpflanzen, Ornithologie, ökologischen Fragen der Grünräume, Baum- und Insektenkunde sowie Landschaftsgärtnerinnen an. Die Jury ermittelte nach ihrer Gärten-Tour die Gewinner und Gewinnerinnen des Wettbewerbs. Die Preisverleihung, an der über 50 deutsche und französische Gäste teilgenommen haben, fand an verschiedenen Orten in La Petite-Pierre statt, wo das Team des französischen Teils des Biosphärenreservats seinen Verwaltungssitz hat.
Mit dem Wettbewerb wie mit den anderen Bausteinen des Projekts fördert das Biosphärenreservat in den unbebauten Flächen von Städten und Dörfern den Schutz der Artenvielfalt im Alltag. Das Projekt „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“ wird durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz sowie mit Mitteln aus dem Interreg V A-Projekt „NOE / NOAH“ gefördert.




Fördergebiet. Das Fördergebiet ist sehr wichtig für das chance.natur-Projekt. Denn hier sollen die Maßnahmen aus dem Pflege- und Entwicklungsplan umgesetzt werden. Das Fördergebiet steht nach dem ersten Teil des chance.natur-Projekts „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“, dem sogenannten Planungsprojekt, fest. Mit einer Größe von 8.200 Hektar macht das Fördergebiet etwa 4,5 % der gesamten Fläche des Pfälzerwaldes aus. 8.200 Hektar, das ist eine Größe von ungefähr 11.550 Fußballfeldern! (1 Hektar = 10 000 m², 1 Fußballfeld (68m x105m) = 0,71 Hektar) Also ein riesiges Gebiet. Da ist es verständlich, dass nicht im ganzen Fördergebiet Maßnahmen ungesetzt werden können. Das chance.natur-Projekt versucht aber, auf so viel Fördergebietsfläche wie möglich Maßnahmen umzusetzen. Das Ziel der Maßnahmen ist es, hochwertige Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten zu entwickeln. Mit einer guten Zusammenarbeit der verschiedenen Akteur:innen vor Ort können die Ziele des Projekts im Fördergebiet erreicht werden. Ein kurzer Abstecher zum Buchstaben A: Ein Akteur oder eine Akteurin sind Personen, die sich sehr aktiv für eine Sache einsetzen. In unserem Fall sind diese aktiv in unserem Fördergebiet und somit ein wichtiger Teil bei der Umsetzung des Projekts. Die wichtigsten Akteursgruppen sind in unserer Projektbegleitenden Arbeitsgruppe (PAG – folgt später unter P) vertreten.



Wie spannend die Natur vor der Haustür sein kann, konnte eine fünfte Klasse der Richard-von-Weizsäcker Realschule plus aus Germersheim beim Naturaktionstag im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen erfahren. Mitarbeiterinnen des Biosphärenreservats zeigten den 21 Kindern und ihren zwei Lehrerinnen in Eußerthal, worum es in der Modellregion für nachhaltige Entwicklung geht und gingen dabei besonders auf das Thema Schafhaltung und Landschaft ein.