Projekt für Gemeinden und Städte im Biosphärenreservat
Noch bis 31. Oktober können sich Kommunen (Ortsgemeinden, Verbandsgemeinden und Städte), die im Gebiet des Biosphärenreservats Pfälzerwald liegen, bewerben für eine Teilnahme am Projekt „Pfälzerwald: SDG-Modellregion für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz“. Die Bewerbungsunterlagen sowie alle Informationen zum Projekt, bei dem es darum geht, kommunale Nachhaltigkeitsziele rund um die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals) zu entwickeln, gibt es auf der Website www.pfaelzerwald.de/sdg-modellregion.
06.05.18 Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen veranstaltet auf dem Marktplatz in Neustadt auch dieses Jahr wieder seinen Deutsch-Französischen Bauernmarkt mit Qualitätsprodukten aus dem grenzüberschreitenden Biosphärenreservat, der viele Besucher aus nah und fern anlockt.
Das Projekt kann mit bis zu acht Kommunen durchgeführt werden. Bis 2021 entwickeln die teilnehmenden Kommunen mithilfe fachlicher Begleitung durch das Biosphärenreservat kommunale Nachhaltigkeitsstrategien mit konkreten Aktionsplänen. Dabei bilden die Agenda 2030 mit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen sowie die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie und die Nachhaltigkeitsstrategie Rheinland-Pfalz Grundlagen. Ziel ist es, innerhalb der ökologischen Grenzen regionales Leben und Wirtschaften im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit zu gestalten.
Engagement Global mit ihrer Servicestelle für Kommunen in der Einen Welt fördert mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit das Projekt im Pfälzerwald. In Rheinland-Pfalz wird mit dem Biosphärenreservat erstmals eine ganze Region in den Blick genommen. Auch das Land Rheinland-Pfalz unterstützt das Vorhaben. Projektträger ist der Bezirksverband Pfalz als Träger des Biosphärenreservats Pfälzerwald.
Alte pfälzische Hausrinderrasse im Mittelpunkt der Aktion des Biosphärenreservats
Noch bis 2. November gibt es während der kulinarischen Glanrindertage bei elf Partnerrestaurants des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen köstliche Gerichte vom pfälzischen Glanrind. Das Fleisch dieser relativ seltenen Rinderrasse ist besonders schmackhaft, da die Tiere bei Sommerweidehaltung im Freien aufgezogen werden und mit hofeigenem Futter oder Futter aus der Region versorgt werden. Mit viel Liebe bereiten Köche und Köchinnen aus dem naturnah erzeugten Fleisch besondere Gerichte für ihre Gäste zu.
Die teilnehmenden Restaurants sind das Naturfreundehaus Rahnenhof in Carlsberg-Hertlingshausen, das Restaurant 7 Raben bei Bad Dürkheim, das Naturfreundehaus Finsterbrunnertal bei Kaiserslautern, das Hotel Fröhlich in Kaiserslautern-Dansenberg, das Gasthaus Müllers Lust in Hofstätten, das Restaurant Sommerhaus in Kaiserslautern, das Restaurant Seehaus Forelle in Ramsen, das Restaurant Ritterhof zur Rose in Burrweiler, das Hotel-Restaurant Pfälzer Hof in Edenkoben, die Weinstube Fuxbau in Neustadt-Hambach und die Weinstube zur Herberge in Neustadt.
Weil man die Glanrinder im Pfälzerwald auch sehr gut als Landschaftspfleger zur Erhaltung offener Weideflächen einsetzen kann, leisten deren Haltung und Vermarktung einen wertvollen Beitrag zum Arten- und Biotopschutz sowie zur Kulturlandschaftspflege im Biosphärenreservat. Die offenen Weideflächen ergeben im Wechselspiel mit den zusammenhängenden Waldbereichen eine attraktive Kulturlandschaft mit vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten. Weitere Informationen und den aktuellen Flyer gibt’s unterwww.pfaelzerwald.de/kulinarische-aktionstage.
Diese Aktion wird vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz unterstützt.
Ran ans Obst – Aktionen für Groß und Klein im und am Biosphärenhaus (Foto: Biosphärenhaus)
Selbstgemachte Gummibärchen, Infos und spannende Aktionen beim Biosphärenhaus
Ob von der Streuobstwiese, aus dem eigenen Garten oder direkt aus der Natur – regionales Obst ist lecker, gesund und zudem auch meist noch günstig. Wie mit ein wenig Know-How aus Obst auch leckere Speisen und Getränke entstehen können und was das auch noch mit Natur- und Artenschutz zu tun hat, darum geht es beim Obst-Mitmachtag am Samstag, 19. Oktober, im und um das Biosphärenhaus in Fischbach bei Dahn. Das Biosphärenhaus und das Projekt „LIFE Biocorridors“ des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen gestalten das Programm gemeinsam. Von 10 bis 16 Uhr können große und kleine Besucherinnen und Besucher selbst Gummibärchen herstellen, Apfelsaft pressen oder Tees mit selbstgepflückten Kräutern aus dem Garten des Biosphärenhauses brühen. Streuobstwiesen und Gärten haben neben dem kulinarischen Wert auch eine wichtige Funktion für den Erhalt und die Förderung unserer regionalen Artenvielalt. Ein Vortrag, der um 14 Uhr im Bürgersaal des Biosphärenhauses stattfindet, informiert darüber, welche Tiere rund um Obstbäume zu finden sind und wie man sie unterstützen kann.
Eine Anmeldung zum Obst-Mitmachtag ist nicht erforderlich, die Teilnahme ist kostenlos!
Nachhaltig und regional: Tomatenvielfalt (Foto: Biosphärenreservat)
Deutsch-französischer Biosphären-Bauernmarkt in Kirrweiler mit Angeboten für die ganze Familie
In Kirrweiler klingt am Sonntag, 20. Oktober, von 11 bis 18 Uhr die Saison der deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkte aus. Im hübschen Ortskern des Weindorfs bieten 60 Marktbeschicker – darunter Landwirtinnen, Imker, Winzerinnen, Kunsthandwerker, Regionalladen-Besitzerinnen und Wildbret-Vermarkter – ihre umweltschonend produzierten Qualitätsprodukte aus dem Pfälz
erwald und den Nordvogesen an. Neben Edlem in flüssiger Form wie Biowein und -sekt, Likören und Säften sowie Ölen und Essigen, gibt es Herzhaftes wie Schinken, Wurst und Fleisch von Lamm, Wild und Pferd sowie Kuh- und Ziegenkäse, Süßes wie Honig, Marmelade und Kompott, genauso wie Obst, Gemüse und Teigwaren. Um 11.30 Uhr wird der Markt an dem Platz an der Ecke Hauptstraße/Kirchstraße offiziell eröffnet.
Kinder und Erwachsene sind zum Mitmachen am Kochbus eingeladen. Unter dem Motto „Rheinland-Pfalz isst besser“ geht es hier auf anschauliche und leckere Weise um bewusste und gesunde Ernährung, unter anderem werden Kartoffelsuppe und herzhafte Muffins zubereitet. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Biosphärenreservats stehen zudem mit allerhand Informationen zu den Projekten bereit, mit denen das Biosphärenreservat die nachhaltige Entwicklung der Region fördert. Mehrere Künstlerinnen und Künstler verleihen mit Gesang, Gitarren-, Akkordeon- und Geigenklängen dem bunten Martktreiben musikalischen Schwung. Ganz gemütlich lässt es sich nach Kirrweiler auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, zum Beispiel mit der Regionalbahn aus der Richtung Landau oder Neustadt.
Ziel der deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkte ist es, die Landwirtschaft in der Region zu stärken und bei Einheimischen wie Gästen für den Kauf von umweltschonend erzeugten Produkten zu werben. Durch ihren Einkauf bei den Bauernmärkten können Verbraucherinnen und Verbraucher direkt dazu beitragen, dass keine langen Transportwege entstehen und die einzigartige Kulturlandschaft des Biosphärenreservats erhalten bleibt. Weitere Informationen unter www.pfaelzerwald.de/bauernmaerkte.
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Die Biosphären-Bauernmärkte werden unterstützt durch das Land Rheinland-Pfalz.
Hotel-Restaurant Müllers Lust in Hofstätten ist neuer Partnerbetrieb des Biosphärenreservats
„Bodenständig, mit guten Produkte zubereitet, angereichert mit mediterranem Flair und vor allem sehr frisch.“ So beschreibt Dieter Müller die Küche in seinem Hotel-Restaurant Müllers Lust, das seit Kurzem einer von rund 60 Partnerbetrieben des Biosphärenreservats Pfälzerwald ist. Gemeinsam mit seiner Frau Marion führt er seit 2004 das Haus in Hofstätten. Ihre Tochter Melinda, die als Köchin europaweit Erfahrung gesammelt hat, ist seit 2012 Küchenchefin. 4.000 Quadratmeter Gelände umgeben das ehemalige Forsthaus, das 1899 erbaut wurde und unter Denkmalschutz steht. „Der Garten gibt viel her, vor allem frische Kräuter benutze ich gerne“, verrät Melinda Müller. Neben vegetarischen Gerichten kommen häufig Wild aus der Hofstätter und Wilgartswieser Jagd sowie andere regionale Produkte auf den Teller.
Auch bei der Renovierung des Anwesens, zu dem eine ehemalige Bäckerei und ein ehemaliger Tante-Emma-Laden gehören, haben Dieter und Marion Müller auf die Verwendung regionaler Materialien und Elemente geachtet. Über 15 Jahre lang ist so zum großen Teil in Eigenleistung und mit viel Liebe zum Detail ein Restaurant mit lauschigem Biergarten neben der Dorfkirche, ein Hotel mit 45 Betten sowie eine Lodge mit 23 Betten in Mehrbettzimmern entstanden. Hier wird mit Sonne und Holz geheizt, die Zimmer sind mit einer Wandheizung ausgestattet, die Wände mit Lehm verputzt. Die historische Backstube haben Müllers reaktiviert: „Hin und wieder kommt ein junger Bäcker aus einer Annweilerer Bäckerei und backt hier Brot“, erklärt Marion Müller.
Viel handwerkliches Geschick und Leidenschaft stecken in „Müllers Lust“. Die Gäste kommen aus dem Pfälzerwald selbst und den angrenzenden Regionen wie auch aus ganz Deutschland und darüber hinaus, zum Beispiel aus den Niederlanden. „Wir haben hier vor allem Wanderer, Radfahrer und Ruhesuchende zu Gast, Motorradfahrer sind auch häufig hier“, erläutert Dieter Müller. In Hofstätten hat sich der Hauensteiner, der selbst begeisterter Biker ist und aus der Automobilbranche kommt, mit seiner Frau einen Traum erfüllt. „In der Saison von April bis Oktober haben wir etwa 3.000 Übernachtungen“, erläutert der Gastwirt. Dafür sind neben Müllers sieben weitere Personen im Einsatz, um zu kochen, das Frühstück vorzubereiten, zu reinigen oder im Restaurant zu bedienen. Mit den Zielen des Biosphärenreservats als Modellregion für nachhaltige Entwicklung kann sich Dieter Müller stark identifizieren: „Die Produkte wachsen und gedeihen hier, man kann einfach danach greifen und sie nutzen“, schwärmt er über die Vielfalt und den Ressourcenreichtum seiner Heimat.
Reiner Koch, Ortsbürgermeister von Lindenberg, ist sehr zufrieden mit seinem Beweidungsprojekt westlich der Dorfmitte. Kürzlich traf er sich dort zu einem Rundgang mit Mitgliedern des Lindenberger Gemeinderats, der Direktorin des Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen, Dr. Friedericke Weber, und dem Projektverantwortlichen beim Biosphärenreservat, Harry Schmeiser. Gemeinsam mit dem Biosphärenreservat hat die Gemeinde Lindenberg im Jahr 2016 die Beweidung begonnen, durch die Bracheflächen bewirtschaftet und halboffene Lebensräume geschaffen werden. Nach einer Konzeptphase und Klärung der Grundstücksgrenzen im bewaldeten Teil der Fläche wurde im Sommer 2016 zunächst ein insgesamt 1.600 Meter langer Außenzaun gestellt. Für die Fertigung des Innenzauns haben sich anschließend unter der Regie von Reiner Koch viele engagierte Lindenbergerinnen und Lindenberger zusammengetan.
Die Lindenbergerin Daniela Kurz, die sich auch „Ziegemama“ nennt, bewirtschaftet die Fläche von etwa 27 Hektar. Fünf Rinder, 26 Schafe und 16 Ziegen sind dort mit einigen Lämmern und Zicklein im Einsatz. Seit kurzem gehören auch drei Glanrinder – Vertreterinnen einer alten heimischen Rinderrasse – zum gemischten Landschaftspflegeteam. Daniela Kurz nimmt seit 2019 an den deutsch-französischen Bauernmärkten des Biosphärenreservats teil und bietet dort unter dem Namen „Pfälzer Landschlemmereien“ verschiedene Lamm- und Ziegenprodukte an.
Durch die extensive Beweidung mit verschiedenen Tieren werden sehr artenreiche Biotope für schützenswerte Offenlandarten geschaffen und erhalten. Die Bracheflächen werden durch die Pflege ökologisch dauerhaft aufgewertet; zudem will die Gemeinde Lindenberg diese mit weiteren Weideflächen verbinden und so auch Lebensräume miteinander vernetzen.
Da Offenlandbiotope wertvolle Lebensräume für eine Vielzahl bedrohter Arten sind, ist die Offenhaltung von bestimmten Landschaftsbereichen nach dem Grundsatz „Pflege durch Nutzung“ eine wichtige Aufgabe im Biosphärenreservat Pfälzerwald. Das Projekt wurde gefördert durch das Land Rheinland-Pfalz.
Veranstaltungen für alle im Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“
Das Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“ begeistert Hobbygärtnerinnen und -gärtner in den Nordvogesen und im Pfälzerwald. Neben einem Gartenwettbewerb, für den derzeit die Jurybesuche laufen, bietet das deutsch-französische Projekt zahlreiche Veranstaltungen zu verschiedenen Gartenthemen. In den nächsten Wochen lädt jeweils am ersten Freitag des Monats, 5. Juli und 2. August, der Verein NaturGestalten zu „GenussGartenArtenReich“ von 16 bis 18 Uhr zum Lernen und Mitmachen in seinen Vereinsgarten in Fischbach bei Dahn ein. Dieses Jahr widmet sich der Verein insbesondere der Permakultur.
An den Sonntagen 7. Juli und 4. August verraten Ursula und Johannes Schauer von der Kräuterschule Wildwiese bei Wildkräuterwanderungen ab dem Biosphärenhaus in Fischbach von jeweils 15 bis 17 Uhr Wissenswertes über Inhaltsstoffe und Verwendung von Wildkräutern. „Tomaten!“ heißten die Veranstaltungen an Freitagen 26. Juli und 30. August, jeweils ab 17. Uhr. Melanie Grabner führt durch ihre Gärtnerei „lilatomate“ in Böhl-Iggelheim, wo über 100 verschiedene Tomatensorten gedeihen; sie gibt dabei einige Tipps zur Tomatenpflege und lässt die Besucherinnen und Besucher auch Tomaten kosten.
Am Samstag, 27. Juli, geht es bei Susanne Maurer in ihrem Atelier Fimabelle in Fischbach bei Dahn von 14.30 bis 17 Uhr darum, welche Pflanzen sich zur Farbengewinnung eignen, wie man aus ihnen den Farbschatz extrahieren und diesen für verschiedene Verwendungen aufbereiten und konservieren kann. Ums Konservieren geht es auch am Freitag, 23. August: Petra Knoll zeigt ab 17.30 Uhr im Haus der NaturFreunde in Lambrecht, wie der Sommer erhalten bleiben kann: Es werden Kräuterprodukte wie aromatisches Kräutersalz, duftender Blütenzucker oder Kräuteressig selbst hergestellt.
Weitere Informationen zu diesen und weiteren Terminen des Biosphärenreservats finden sich unter www.pfaelzerwald.de/termine.
Das Projekt „Gärten für die Artenvielfalt – Jardiner pour la biodiversité“ will die breite Öffentlichkeit im deutschen wie im französischen Teil des Biosphärenreservats für die Artenvielfalt im Alltag sensibilisieren und begeistern. So soll in den unbebauten Flächen von Städten und Dörfern ein ökologisches Handeln sanft und nachhaltig entwickelt werden. Das Projekt wird durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz sowie mit Mitteln aus dem Interreg V A-Projekt „NOE / NOAH“ gefördert.
Sterneninfoabend mit Kurzvorträgen, Aktionsprogramm und Sternenguckerei zum Projekt Sternenpark Pfälzerwald
Ein Schatz, den es gut zu schützen gilt: Die teilweise noch natürliche Nacht im Pfälzerwald gibt den Blick auf zahllose Sterne frei (Foto: Christian Mücksch)
„Licht aus – Sterne an“ lautet das Motto der Veranstaltung, zu der das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen und Landesforsten Rheinland-Pfalz am Samstag, 30. März, ab 17.30 Uhr ins Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz einladen. Anlass sind der internationale Tag der Astronomie und die World Earth Hour. Ersterer will den Menschen die Faszination des Universums näherbringen, letzterer lädt dazu ein, den Umgang mit der Ressource Licht durch eine symbolische Stunde des Verzichts zu hinterfragen. Die Themenschwerpunkte des Abends sind entsprechend Lichtverschmutzung und Astronomie.
Nach der Begrüßung durch die Umweltministerin des Landes Rheinland-Pfalz, Ulrike Höfken, den Vorsitzenden des Bezirkstags Pfalz, Theo Wieder, und Dr. Susanne Ganster, Landrätin im Kreis Südwestpfalz und Vorsitzende der lokalen Aktionsgruppe (LAG) Pfälzerwald plus, macht Sarah Köngeter, die das Projekt Sternenpark Pfälzerwald beim Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen koordiniert, den Einstieg ins kurzweilige Fachvortragsprogramm. „Lichtverschmutzung – die Schattenseite des Lichts“ ist der Titel ihres Beitrags, in dem sie erläutert, was Lichtverschmutzung ist und wie das Projekt dagegen wirken will. Aus dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb berichtet anschließend Dr. Mathias Engel vom dortigen Sternenpark-Projekt. „Gute Nacht, Nacht!“ betitelt Dr. Hans-Günter Weeß, Leiter des interdisziplinären Schlafzentrums am Pfalzklinikum Klingenmünster, seinen Kurzvortrag rund um den Einfluss von Licht auf den Schlaf. Dr. Christian Anders und Dr. Christian Mücksch, Mitglieder beim Astronomieverein SAGA e.V. in Kaiserslautern, erklären im Beitrag „Nachts im Pfälzerwald“, was den Sternenhimmel so faszinierend macht und wie man seine Qualität mit dem Astmon SkyBrightness Monitor messen kann. Wie der Blick ins Universum bei der Orientierung auf der Erde hilft, erläutert Armin Kühn, Vorsitzender des Astronomievereins „Pälzer Schdernegugger“, in „Astronomie – praktisch“.
Ganz praktisch orientiert ist auch der letzte Teil der Veranstaltung ab 20.30 Uhr. Es gibt unter anderem Informationen zum Umgang mit der Astronomie-App „Stellarium“ und zur Nutzung der Sterne als Messfeld für die Dunkelheit der Nacht. Alle, die Lust haben, sind – sofern es die Wetterlage erlaubt –, eingeladen, noch beim gemeinsamen „star-gazing“, englisch für Sternenguckerei, zu verweilen und die sternenfreundlichen Musterleuchten am Haus der Nachhaltigkeit zu begutachten. Durch den Abend führt der Leiter des Hauses, Michael Leschnig.
Das Projekt Sternenpark Pfälzerwald wird als LEADER-Projekt im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE unter Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz (vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau) gefördert.
Veranstaltungen zum Tag der Astronomie in der Region
Wer zum Tag der Astronomie noch intensiver ins Thema einsteigen will, kann bereits nachmittags von 14 bis 17 Uhr im Urweltmuseum Geoskop, einer Außenstelle des Pfalzmuseums für Naturkunde, auf Burg Lichtenberg bei Kusel an Museumsaktionen teilnehmen. Das Rahmenthema ist hier die Atmosphäre, ohne die es kein Wetter und kein Klima geben kann. Die Spezialisten im Urweltmuseum erklären etwa, welche Himmelskörper eine Atmosphäre haben und ob es Wetter- und Klimaphänomene gibt, die fossil überliefert werden. Ebenfalls bereits nachmittags bietet die astronomische Vereinigung Vorderpfalz gemeinsam mit dem Planetarium Mannheim eine gefahrlose Sonnenbeobachtung mit Spezialteleskopen an. Die Sternwarte Zweibrücken öffnet schon am Vortag, also dem 29. März, ab Sonnenuntergang die Sternwarte für einen Beobachtungsabend und hält weitere astronomische Programmpunkte bereit.
Die Verbandsgemeinde Landstuhl zeigt von 6. bis 29. März in ihren Räumen in der Kaiserstraße 49 eine Ausstellung über Biosphärenreservate in Deutschland. Mit Bild-, Text- und Kartenmaterial gibt die Schau Einblicke in die 17 Biosphärenreservate Deutschlands und macht in diesem Jahr bis Ende Oktober an verschiedenen Orten im Pfälzerwald und in Mainz Station. In Landstuhl ist die Ausstellung zu den Öffnungszeiten der Verbandsgemeindeverwaltung zu sehen, also Montag bis Mittwoch von 8.30 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr, donnerstags durchgehend von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8.30 bis 12 Uhr.
Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen zeichnet sich unter anderem durch seinen Burgenreichtum aus; die Burg Nanstein erhebt sich über der Stadt Landstuhl im Nordwesten des Gebiets (Foto: Hafner)
Von 3. April bis 3. Mai präsentiert das rheinland-pfälzische Umweltministerium in seinen Räumen in der Mainzer Kaiser-Friedrich-Straße 1 die Ausstellung der Öffentlichkeit. In der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt läuft sie dann von 16. Mai bis 21. Juni, bevor sie in den Sommermonaten Juli und August in der Pfalzakademie in Lambrecht zu sehen ist. Den Abschluss macht das Biosphärenhaus in Fischbach mit der Schau ab 1. September. Ende Oktober verlässt sie die Pfalz wieder.
Die Biosphärenreservate beherbergen in Deutschland einzigartige, meist vom Menschen geprägte Landschaften sowie wertvolle Ökosysteme von Südost-Rügen bis zum Berchtesgadener Land. Sie sind international repräsentative Modellregionen, deren Arbeit ein nachhaltiges Wirtschaften der Menschen fördern und ein tragfähiges Zusammenleben von Mensch und Natur ermöglichen soll. Die deutschen Biosphärenreservate sind eingebunden in das Weltnetz der UNESCO, zu dem aktuell 686 Biosphärenreservate in 122 Ländern gehören. Von den deutschen Biosphärenreservaten sind derzeit 16 als UNESCO-Biosphärenreservate anerkannt. Der Pfälzerwald bildet gemeinsam mit den Nordvogesen das einzige grenzüberschreitende Biosphärenreservat der Bundesrepublik und eines von nur 20 bi- und trinationalen weltweit.
Bundesweit sind die Biosphärenreservate in das Netz der Nationalen Naturlandschaften eingebunden. Das sind die 16 Nationalparks, 17 Biosphärenreservate, über 100 Naturparks und ein Wildnisgebiet, die es als besonders wertvolle Landschaftsräume zu erhalten gilt. EUROPARC Deutschland ist der Dachverband der Nationalen Naturlandschaften. Die Ausstellung über die deutschen Biosphärenreservate wurde von EUROPARC Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit Biosphärenreservatsverwaltungen entwickelt.
Projekt „LIFE Biocorridors“ will Streuobstwiesen erhalten
Zu einem Baumschnittkurs im Haus des Gastes in der Weißenburgerstraße 17 in Dahn am Samstag, 9. März 2019, von 10 bis 13 Uhr, lädt das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen ein. Die Teilnahme am Kurs ist frei, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Eigentümer von Obstbäumen oder Streuobstwiesen sind ebenso angesprochen wie alle anderen, die Interesse am Baumschnitt haben.
Nach einer kurzen Begrüßung und einer Vorstellung des EU-Projekts „LIFE Biocorridors“ durch Projekt-Koordinatorin Sabine Hoos geht es zunächst im Filmsaal des Haus des Gastes (unterer Eingang über Brücke) mit einem Vortrag zur Jungbaumpflanzung und Pflege von Altbäumen los.
Anschließend geht es ins Gelände, wo Thomas Lengert, Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung, anhand einer Baumschnittvorführung Pflanzschnitt, Pflegeschnitt sowie Erhaltungsschnitt bei Altbäumen erläutert.
Die Teilnehmer sollten festes Schuhwerk sowie warme und regenfeste Kleidung dabeihaben. Um Anmeldung im Projekt-Büro unter der Telefonnummer 06391 866-9516 beziehungsweise per E-Mail an m.asel@pfaelzerwald.bv-pfalz.de wird gebeten. Die Veranstaltungen werden gefördert von der EU und dem Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten (MUEEF) Rheinland-Pfalz.
Das Projekt „LIFE Biocorridors“ fördert den Erhalt von Streuobstwiesen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Die Infoveranstaltung zur Pflanzung und Pflege von Streuobstbäumen soll Menschen, die Verantwortung für ihr Biosphärenreservat übernehmen wollen, eine Hilfestellung beim Erhalt ihrer Streuobstwiesen leisten.
Während der Streuobstanbau im 18. Jahrhundert aufgrund behördlicher Erlasse sowohl im Pfälzerwald als auch am Haardtrand eine Hochphase erlebte, verschwinden heute viele Streuobstbestände infolge von Nutzungsaufgabe, durch Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion oder durch Bebauung in den Ortsrandlagen.
Man geht derzeit von rund 1.000 Hektar Streuobstwiesen mit rund 71.000 Einzelbäumen – davon 54 Prozent Apfelbäume, gefolgt von Kirschen, Birnen und Pflaumen – im Pfälzerwald aus. Ein Großteil der Bestände ist überaltert und teilweise in einem mittelmäßigen bis schlechten Zustand.
Wichtige Akteure im Bereich Streuobst sind die Obst- und Gartenbauvereine, Umweltverbände, Kreisverwaltungen, Biotopbetreuer und Schulen, aber auch die Gemeinden und Flächeneigentümer, die diese für Pflanzen und Tiere wichtigen Lebensräume pflegen und erhalten. Nicht zuletzt tragen die Verbraucher, die regional erzeugten Obstsaft kaufen, maßgeblich zum Erhalt dieser wertvollen Landschaftsform bei. Mehr Informationen unter www.pfaelzerwald.de/projekte/life-biocorridors.