Osterzeit ist Lammzeit

Kulinarische Initiative im Biosphärenreservat Pfälzerwald

Mit den kulinarischen Lammwochen startet passend zur Osterzeit die Pfälzerwald-Lamminitiative im Biosphärenreservat. Vom 12. bis 26. April bieten ein Dutzend ausgewählte Restaurants Lammgerichte in verschiedenen Variationen an. Die Bandbreite reicht vom Klassiker wie Lammrücken oder geschmorte Lammhaxe bis hin zu ausgefallenen Lamm-Kreationen, darunter Lammroulade, -curry und -merguez, eine scharf gewürzte Hackfleisch-Grillwurst. Mit dabei sind das Restaurant Sommerhaus in Kaiserslautern, das Hotel Fröhlich in Kaiserslautern-Dansenberg, das Gasthaus Müllers Lust in Hofstätten, das Landhaus Tausendschön im südpfälzischen Fischbach, die Weinstube Brennofen in Ilbesheim, das Restaurant Ritterhof zur Rose in Burrweiler, der Pfälzer Hof in Edenkoben, die Vinothek-Weinstube Fuxbau in Neustadt-Hambach, die Weinstube zur Herberge in Neustadt, das Restaurant 7 Raben in Bad Dürkheim sowie das Seehaus Forelle am Eiswoog bei Ramsen.

Sie tragen wesentlich zum Erhalt unserer Kulturlandschaft bei: Weidende Schafe, hier bei Dahn (Foto: Biosphärenreservat/frei)

Viele dieser Restaurants sind bereits Partner im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen, die sich durch regionale Qualitätsprodukte auf ihren Speisekarten auszeichnen. Auch die Partnerbetriebe Landmetzgerei und Wasgauschäferei Keller in Busenberg und das Hofgut Neumühle in Münchweiler an der Alsenz des Bezirksverbands Pfalz unterstützen die Lammwochen, die neben anderen Direktvermarktern Lammfleisch und -wurstwaren in allen Variationen offerieren. Die Schäfer und Schäferinnen sind wichtige Partner beim Naturschutz und beim Erhalt der Kulturlandschaft des Biosphärenreservats. Die Offenlandbereiche im Pfälzerwald sind besonders artenreiche Biotope, in denen viele teilweise stark gefährdete Tier- und Pflanzenarten eine Heimat haben. Eine umweltschonende Aufzucht der Lämmer auf kräuterreichen Wiesen im Pfälzerwald sowie kurze Transportwege und eine Schlachtung, die das Wohl der Tiere im Blick behält, garantieren ein Fleisch von besonderer Qualität und Frische, das sich durch eine günstige Kohlendioxid-Bilanz auszeichnet.

Koordiniert wird die Initiative, die die Schäfereibetriebe unterstützen will und übers Jahr verteilt eine Reihe von Events bietet, durch die Geschäftsstelle des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen in Lambrecht. Unterstützt wird das Projekt durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten. Weitere Infos unter www.pfaelzerwald.de.

Licht aus – Sterne an

Volles Haus beim Sterneninfoabend zum Projekt Sternenpark Pfälzerwald

„Es gibt nur noch wenige Gebiete in Deutschland, in denen noch nahezu natürliche Dunkelheit herrscht. Hier hat der Pfälzerwald ein Alleinstellungsmerkmal“, sagte die Umweltministerin des Landes Rheinland-Pfalz, Ulrike Höfken, beim Sterneninfoabend im Haus der Nachhaltigkeit. Etwa 120 Menschen waren der Einladung des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen und von Landesforsten Rheinland-Pfalz gefolgt, um unter dem Motto „Licht aus – Sterne an“ Kurzvorträgen zu lauschen und sich im Anschluss noch der Sternenguckerei hinzugeben.

Ein Schatz, den es gut zu schützen gilt: Die teilweise noch natürliche Nacht im Pfälzerwald gibt den Blick auf zahllose Sterne frei, hier der Sternenhimmel über Schmalenberg (Foto: Christian Mücksch)

Dr. Friedericke Weber, die Direktorin des Biosphärenreservats, sagte: „Das Projekt Sternenpark, das wir gemeinsam mit vielen Partnern durchführen, berührt unterschiedliche Aspekte. Unser Ziel ist es, dafür zu sensibilisieren, sternenfreundlicher zu beleuchten oder das Licht häufiger auszumachen.“ Viele Gründe sprächen dafür, Licht zu reduzieren; unter anderem ließe sich Energie einsparen und der Tourismus könne davon profitieren. Dr. Susanne Ganster, Landrätin im Kreis Südwestpfalz und Vorsitzende der lokalen Aktionsgruppe (LAG) Pfälzerwald plus, sagte, sie sei froh, dass das Projekt gut anlaufe, denn Lichtverschmutzung sei ein wichtiges Thema. „Es ist eines der größeren Projekte, die durch die LAG gefördert wird“, ergänzte die Landrätin.

Anlass für den Sternenabend im zentralen Pfälzerwald war der internationale Tag der Astronomie und die World Earth Hour. Ersterer will den Menschen die Faszination des Universums näherbringen, letzterer lädt dazu ein, den Umgang mit der Ressource Licht durch eine symbolische Stunde des Verzichts zu hinterfragen. Die Themenschwerpunkte des Abends waren entsprechend Lichtverschmutzung und Astronomie. Sarah Köngeter, die das Projekt Sternenpark Pfälzerwald beim Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen koordiniert, gab viele Informationen zur „Lichtverschmutzung – die Schattenseite des Lichts“ und erläuterte, wie man dagegen vorgehen kann: „Die Lichtverschmutzung nimmt in Deutschland jedes Jahr um sechs Prozent zu; das Gute ist, dass es sich um eine Verschmutzungsart handelt, die komplett reversibel ist“. Aus dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb berichtete anschließend Dr. Mathias Engel vom dortigen Sternenpark-Projekt. „Gute Nacht, Nacht!“ betitelte Dr. Hans-Günter Weeß, Leiter des interdisziplinären Schlafzentrums am Pfalzklinikum Klingenmünster, seinen Kurzvortrag rund um den Einfluss von Licht auf den Schlaf. Dr. Christian Anders und Dr. Christian Mücksch, Mitglieder beim Astronomieverein SAGA e.V. in Kaiserslautern, erklärten im Beitrag „Nachts im Pfälzerwald“, was den Sternenhimmel so faszinierend macht und wie man seine Qualität messen kann. Wie der Blick ins Universum bei der Orientierung auf der Erde hilft, erläutert Armin Kühn, Vorsitzender des Astronomievereins „Pälzer Schdernegugger“, in „Astronomie – praktisch“.

Im letzten Teil der Veranstaltung ging es raus unters Sternenzelt, wo Hobbyastronomen ihr Wissen mit den interessierten Zuhörern und Sterneguckerinnen teilten; unter anderem ging es um den Umgang mit der Astronomie-App „Stellarium“ und die Nutzung der Sterne als Messfeld für die Dunkelheit der Nacht. Im Vordergrund allerdings stand natürlich beim „star-gazing“, englisch für Sternenguckerei, der Genuss der Sterne, die sich in dieser sternenklaren Nacht in Johanniskreuz wunderbar beobachten ließen.

Das Projekt Sternenpark Pfälzerwald wird als LEADER-Projekt im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE unter Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz (vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau) gefördert.

Modellregionen von Weltrang

Ausstellung über UNESCO-Biosphärenreservate im Mainzer Umweltministerium

Eine Ausstellung über Biosphärenreservate in Deutschland läuft von 3. April bis 3. Mai im Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz in dessen Foyer in der Mainzer Kaiser-Friedrich-Straße 1. Mit Bild-, Text- und Kartenmaterial gibt die Schau Einblicke in die 17 Biosphärenreservate Deutschlands und macht in diesem  Jahr bis Ende Oktober an verschiedenen Orten in Rheinland-Pfalz Station. Im Umweltministerium ist sie Montag bis Freitag (außer an Feiertagen) von 9 bis 17 Uhr zu sehen. Die Umweltministerin des Landes Rheinland-Pfalz, Ulrike Höfken, und Theo Wieder, Vorsitzender des Bezirkstags Pfalz als Träger des Biosphärenreservats Pfälzerwald, eröffnen die Ausstellung am Mittwoch, 3. April, um 14.30 Uhr.

Der Pfälzerwald ist das einzige Biosphärenreservat in Rheinland-Pfalz und bildet gemeinsam mit den Nordvogesen das einzige grenzüberschreitende Biosphärenreservat Deutschlands; hier der Blick von der Wegelnburg in der Nähe der deutsch-französischen Grenze (Foto: Yannick Baumann)

Die Biosphärenreservate beherbergen in Deutschland einzigartige, meist vom Menschen geprägte Landschaften sowie wertvolle Ökosysteme von Südost-Rügen bis zum Berchtesgadener Land. Sie sind international repräsentative Modellregionen, deren Arbeit ein nachhaltiges Wirtschaften der Menschen fördern und ein tragfähiges Zusammenleben von Mensch und Natur ermöglichen soll.  Die deutschen Biosphärenreservate sind eingebunden in das Weltnetz der UNESCO, zu dem aktuell 686 Biosphärenreservate in 122 Ländern gehören.

Von den deutschen Biosphärenreservaten sind derzeit 16 als UNESCO-Biosphärenreservate anerkannt. Der Pfälzerwald bildet gemeinsam mit den Nordvogesen das einzige grenzüberschreitende Biosphärenreservat der Bundesrepublik und eines von nur 20 bi- und trinationalen weltweit.

Bundesweit sind die Biosphärenreservate in das Netz der Nationalen Naturlandschaften eingebunden. Das sind die 16 Nationalparks, 17 Biosphärenreservate, über 100 Naturparks und ein Wildnisgebiet, die es als besonders wertvolle Landschaftsräume zu erhalten gilt. EUROPARC Deutschland ist der Dachverband der Nationalen Naturlandschaften. Die Ausstellung über die deutschen Biosphärenreservate wurde von EUROPARC Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit Biosphärenreservatsverwaltungen entwickelt.

Von 16. Mai bis 21. Juni präsentiert die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt die Ausstellung der Öffentlichkeit. In den Sommermonaten Juli und August ist sie in der Pfalzakademie in Lambrecht zu sehen. Den Abschluss macht das Biosphärenhaus in Fischbach bei Dahn mit der Ausstellung ab 1. September. Ende Oktober verlässt sie die Pfalz wieder.

Weitere Informationen zu den deutschen Biosphärenreservaten gibt es hier:

www.nationale-naturlandschaften.de/biosphaerenreservate

Dem Biosphärenreservat Gesicht und Stimme geben

Umweltministerin Ulrike Höfken übergibt Urkunden an erste Biosphären-Guides für den Pfälzerwald

Die ersten 22 Personen haben sich als Biosphären-Guides für den Pfälzerwald qualifiziert. In 48 Unterrichtsstunden in Form von Lerneinheiten und Exkursionen haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer intensiv mit den Landschafts- und Naturräumen sowie mit der Funktion des Biosphärenreservats als Modellregion der UNESCO für nachhaltige Entwicklung beschäftigt.

Mit ausgewiesenen und zertifizierten Kennerinnen und Kennern des Biosphärenreservats unterwegs: Führung mit einer Biosphären-Guide im Breitenbach-Tal bei Appenthal (Foto: Biosphärenreservat/frei)

Ulrike Höfken, Umweltministerin des Landes Rheinland-Pfalz, und Theo Wieder, Vorsitzender des Bezirkstags Pfalz, übergeben den Biosphären-Guides bei einer öffentlichen Veranstaltung am Samstag, 30. März, um 16.30 Uhr im Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz ihre Urkunden. Bereits ab 14 Uhr bieten die Biosphären-Guides ein vielfältiges Programm an, um sich und ihre Angebote vorzustellen. Alle interessierten sind eingeladen, so direkt mit den Biosphären-Guides ins Gespräch zu kommen und in unterschiedliche Führungsangebote, beispielsweise zu den Themen Bundsandstein, Ökosystem Wald oder Wildkräuter hineinzuschnuppern.

Die Ausbildung wurde vom Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen in Zusammenarbeit mit Landesforsten Rheinland-Pfalz und der RegioAkademie für zwei Durchgänge an je drei Wochenenden angeboten. Auf dem Programm standen für die bereits zertifizierten Naturführerinnen und Waldpädagogen unter anderem die theoretische und praktische Auffrischung sowie ein Coaching zur Methodik nach Grundsätzen der Naturpädagogik und einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. Antje van Look, die für die Bildung für nachhaltige Entwicklung des Biosphärenreservats im Einsatz ist, und Georg Sprung, der sich für die Umweltbildung bei Landesforsten Rheinland-Pfalz engagiert, haben sowohl methodische als auch geografische Kenntnisse bei den bisher für unterschiedliche Teilgebiete des Biosphärenreservats spezialisierten Guides auf einen Stand gebracht und erweitert. Mit den Exkursionen in den zentralen Pfälzerwald und ins Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz, in die Süd- und Südwestpfalz und zum Biosphärenhaus in Fischbach sowie an den Eiswoog bei Ramsen im nördlichen Teil des Gebiets sollte ein möglichst umfassender Blick auf das Biosphärenreservat geboten werden. Die frisch gebackenen Biosphären-Guides stellten das neu Erlernte mit einem Probeangebot unter Beweis.

Die Biosphären-Guides leisten künftig einen Beitrag zu einem attraktiven Bildungsangebot, zur Gästebetreuung im Biosphärenreservat und zu dessen sanfter naturtouristischer Entwicklung. Informationen zu allen Guides und deren Führungsangebot werden dann auf der Website des Biosphärenreservats unter www.pfaelzerwald.de verfügbar sein. Alle Biosphären-Guides sind Repräsentantinnen und Repräsentanten des deutschen Teils des Biosphärenreservats.

Das Projekt Biosphären-Guides unterstützt dabei, dem Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen Gesicht und Stimme zu geben, Gästen wie Einheimischen dessen Schönheit, Einzigartigkeit und Vielfalt näherzubringen und gleichzeitig Zielsetzung und Auftrag des Schutzgebiets zu vermitteln. Die Qualifizierung wird durch das Land Rheinland-Pfalz unterstützt.

Mit Biosphären-Guides unterwegs: „Wohin mit all dem Laub-Abfall?“

Wer möchte, kann am Tag darauf, Sonntag, 31. März, ab 11 Uhr an einer Führung zum Thema „Wohin mit all dem Laub-Abfall?“ teilnehmen. Die Biosphären-Guides Gerlinde Pfirrmann und Heike Reinsch beobachten auf dem Rundgang ab dem Haus der Nachhaltigkeit gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aufmerksam die Natur, um mehr darüber zu erfahren, wie der Stoffkreislauf im Ökosystem Wald funktioniert und wie man daraus Handlungskonzepte für den Alltag ableiten kann. Das interaktive Programm eignet sich für Jugendliche und Erwachsene. Informationen zur Anmeldung unter www.pfaelzerwald.de/termine.

Deutsch-französischer Biosphären-Bauernmarkt in Landstuhl

Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen startet in die Marktsaison

Am Sonntag, 7. April, startet das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Norvogesen in die Marktsaison. Der erste von sieben deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkten findet in Landstuhl statt. Die Sickingenstadt liegt am nordwestlichen Zipfel des Biosphärenreservats. Über dem Ort thront die Ruine der Burg Nanstein, die Kaiser Barabarossa im 12. Jahrhundert dort errichten ließ.

Für verschiedene Geschmäcker wird etwas geboten auf den deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkten (Bild: Biosphärenreservat/Venus)

Beim Biosphären-Bauernmarkt am Alten Markt offerieren rund 35 Anbieter zwischen 11 und 18 Uhr umweltschonend erzeugte Qualitätsprodukte zum Kosten und Kaufen. Die Palette reicht von Schinken, Wurst, Wildbret, Kuh- und Ziegenkäse über Essige, Säfte, Biowein, Likör und Sekt bis hin zu Obst und Gemüse, Pilzen, Marmelade und Honig, Öl, Teigwaren und Kompott. Ein vielfältiges Getränkeangebot von Winzern und Bierbrauern ist ebenfalls zu kosten. Handwerk und Kunsthandwerk sind unter anderem mit einem Bürstenbinder aus Ramberg sowie einer Töpferin aus Oberarnbach vertreten.

 

Gleichzeitig findet in Landstuhl der verkaufsoffene Sonntag von 13 bis 18 Uhr statt. Geboten wird auch ein Frühlingsmarkt mit Pflanzen und Gartenmöbeln vor der Stadthalle und eine Hüpfburg für die jüngsten Besucherinnen und Besucher. Nach Landstuhl lässt es sich bequem mit der Regionalbahn aus der Richtung Kaiserslautern oder Homburg anreisen. Vom Bahnhof zum Alten Markt sind es über die Kaiserstraße nur wenige Hundert Meter.

Ziel der deutsch-französischen Biosphären-Bauernmärkte ist es, die Landwirtschaft und regionale Vermarktung in der Region zu stärken und bei Einheimischen wie Gästen für den Kauf von umweltschonend erzeugten Produkten zu werben. Denn so können die Verbraucherinnen und Verbraucher direkt dazu beitragen, dass die einzigartige Kulturlandschaft des Biosphärenreservats erhalten bleibt und keine langen Transportwege entstehen. Weitere Informationen unter www.pfaelzerwald.de/bauernmaerkte. Die Biosphären-Bauernmärkte werden unterstützt durch das Land Rheinland-Pfalz.

Garten-Wettbewerb eröffnet

Aktionen und Veranstaltungen im Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“

Hobbygärtnerinnen und -gärtner können sich ab sofort für den Wettbewerb im Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“ des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen anmelden. Das Projekt will die breite Öffentlichkeit für die Artenvielfalt im Alltag sensibilisieren und das ökologische Handeln sanft und nachhaltig in den unbebauten Flächen von Städten und Dörfern entwickeln.

Einer der TeilnehmerInnen am Garten-Wettbewerb 2017: Garten der Familie Keller in Wissembourg

Zu dem  Wettbewerb kann man sich bis 15. Mai anhand eines Bewerbungsbogens online oder per Post anmelden. Anschließend besucht eine Expertin oder ein Experte die Gärten und gibt Empfehlungen, um die Artenvielfalt zu verbessern. Er oder sie wählt auch die zehn interessantesten Gärten in der Pfalz und in den Nordvogesen aus, die Ende Juni dann von einer Jury besichtigt werden, der Spezialisten zu Wildpflanzen, Ornithologie, ökologischen Fragen der Grünräume, Baum- und Insektenkunde sowie Landschaftsgärtner angehören. Die Jury ermittelt dann die Gewinner des Wettbewerbs. Die Preisverleihung des grenzüberschreitenden Projekts findet voraussichtlich am 15. September im Hymenoptera-Garten im elsässischen Obersteinbach statt. Die Preisträger erhalten je eine Urkunde, eine Plakette, die sie dann an ihrem Garten anbringen können, sowie einen Sachpreis. Bewerbungen nimmt Micaela Mayer vom Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen, Franz-Hartmann-Straße 9, 67466 Lambrecht, m.mayer@pfaelzerwald.bv-pfalz.de, entgegen.

Zum Projekt, das auch durch einen Blog im Internet begleitet wird, gehören zahlreiche Veranstaltungen zu verschiedenen Gartenthemen sowie Pflanzaktionen an Schulen. Der Verein „NaturGestalten im Wasgau“ lädt an jedem ersten Freitag des Monats immer von 16 bis 18 Uhr zum „GenussGarten ArtenReich“ in seinen Garten in Fischbach ein; der erste Termin der Saison ist der 5. April. Anmeldungen hierzu nimmt Susanne Maurer unter der Telefonnummer 0160 6628717 oder per E-Mail an info@naturgestalten.org an. Auch im Elsass finden viele Veranstaltungen, wie Pflanzenbörsen und Gartenbesichtigungen für alle interessierten Gärtner und Gärtnerinnen statt. Termine werden auf den Internetseiten bekanntgegeben, wo sich auch weitere Informationen finden (www.pfaelzerwald.de und www.parc-vosges-nord.fr).

Das Projekt „Gärten für die Artenvielfalt“ wird durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz sowie mit Mitteln aus dem Interreg V A-Projekt „NOE / NOAH“ gefördert.

Naturschutz durch Beweidung

Projektbegleitende Arbeitsgruppe zum chance.natur-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ trifft sich erstmals

„Es handelt sich hier um eines der ambitioniertesten Projekte, die es im Biosphärenreservat bisher gegeben hat“, so die Einschätzung des Bezirkstagsvorsitzenden Theo Wieder zum bundesgeförderten chance.natur-Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“. Zur ersten Sitzung der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe für das Naturschutzgroßprojekt kamen kürzlich rund 40 Personen im Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz zusammen. Mit dabei waren unter anderem Vertreterinnen und Vertreter des Landesverbands der Schaf- und Ziegenhalter, der unteren Naturschutzbehörden, von Landesforsten, aus dem rheinland-pfälzischen Umweltministerium, aus dem Landesamt,  dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, dem Bundesamt für Naturschutz sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Institute, die im ersten Teil des Projekts mit Gutachten beauftragt sind.

Erstes Treffen der projektbegleitenden Arbeitsgruppe im Haus der Nachhaltigkeit (Bild: Biosphärenreservat/Team Ewen)

Theo Wieder erläuterte in seiner Begrüßung die Folgen für Landschaftsgestaltung und Biodiversität, die mit der zunehmenden Aufgabe der Wanderschäferei und Weidetierhaltung einher gegangen seien. „,Neue Hirtenwege im Pfälzerwald‘ ist vorrangig ein Naturschutzgroßprojekt, dessen Ziele mit der Beweidung als ideale Maßnahme erreicht werden sollen. Es hat auch viel mit den Lebensverhältnissen der Menschen in der Region zu tun. Die Schaffung eines lebendigen, überregional bedeutsamen Biotopverbunds durch die Förderung der Wanderschäferei kann nur mithilfe der Vernetzung vieler Menschen und Aktivitäten verwirklicht werden“, so Wieder.

Im ersten Teil des Projekts, der bis 2021 läuft, wird eine Pflege- und Entwicklungsplanung (PEPL) durchgeführt.  Darin werden die Ziele und Maßnahmen auf den Projektflächen definiert. Daran schließt sich das auf zehn Jahre ausgelegte Projekt II an, bei der die Maßnahmen über das geplante, etwa 8.500 Hektar große Fördergebiet, das über die Grünlandgebiete vom Wasgau zum Haardtrand bis nach Grünstadt reicht, umgesetzt werden. Begleitend zur Erarbeitung des PEPL ist ein Dialog mit den Menschen in der Region vorgesehen, um über das Naturschutzgroßprojekt zu informieren und dazu ins Gespräch zu kommen. Die Projektbegleitende Arbeitsgruppe (PAG) stellt mit den unterschiedlichen Expertinnen und Experten ein Herzstück des Dialogs dar. Das Gremium soll die Erstellung des PEPL beratend begleiten. Aufgabe wird sein, einerseits die Vorstellungen der Region in die Planung einfließen zu lassen und andererseits Verständnis für die Planungen in der Region zu schaffen.

Wie man die Projektziele verfolgen wolle, erklärte die Projektmitarbeiterin Anna-Maria Marstaller in ihrer Präsentation. Sie ging unter anderem auf die Ausganglage, die Ziele des Bundesförderungsprogramms chance.natur, die relevanten Merkmale des Gebiets, die Projektkonzeption und den aktuellen Stand der Dinge ein. Eine wesentliche  Voraussetzung zum Erreichen der Ziele sei die Akzeptanz der Projektplanung.

Uwe Weibel vom Institut für Umweltstudien in Kandel, das mit der Erstellung des PEPL beauftragt ist, ging unter anderem auf die großen Herausforderungen des Projekts ein. Zu diesen gehört etwa die Kleinparzellierung der Flächen, die für die Umsetzung der Projektidee benötigt werden. Jörg Schramek vom Institut für ländliche Strukturforschung erläuterte ebenfalls Details zu seinem Auftrag, eine sozioökonomische Studie für das Projektgebiet zu erstellen.

Dr. Ulla Steer, die das Projekt beim Bundesamt für Naturschutz betreut, betonte, dass die Projektplanung umsetzungsorientiert erfolgen müsse. Für das Gelingen des Projekts sei es auch wesentlich, dass die Planinhalte bei anderen Fachplanungen in  der Region, bis hin zur Raumordnung, berücksichtigt würden. Das Projekt sei als „Initialzündung“ zu sehen, denn solch ein „Vorhaben ist mit Ablauf der Projektlaufzeit nicht beendet“.

Das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ wird im Biosphärenreservat Pfälzerwald umgesetzt, Projektträger ist der Bezirksverband Pfalz. Die Förderung des Vorhabens erfolgt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie durch das Land Rheinland-Pfalz. Projekt I, das bis 2021 läuft, wird mit 1,8 Millionen Euro gefördert. Nach erfolgreichem Abschluss der Projektplanung in Projekt I würde sich für weitere zehn Jahre Projekt II anschließen, für dessen Umsetzung 15,8 Millionen Euro avisiert sind.

Laubbaumpflanzungen in sieben Gemeinden des Biosphärenreservats

Projekt „LIFE Biocorridors“ fördert Vielfalt im Wald

Laubbaumpflanzung im Rahmen des EU-Projekts „LIFE Biocorridors“, ausgeführt von der Baumschule Steingässer (Foto: Biosphärenreservat)

Pünktlich zum Einsetzen des Frühjahrsniederschlags im März haben die Laubholzpflanzungen im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen begonnen. In den nächsten Tagen werden in den Gemeinden Waldfischbach-Burgalben, Steinalben, Geiselberg, Schmalenberg, Erfweiler und Vorderweidenthal und der Hembach-Genossenschaft insgesamt rund 8.300 Bäume gepflanzt. Anstelle von Fichten- und Douglasienwäldern sollen artenreiche Laubwälder entstehen. Neben Traubeneichen und Wildkirschen werden dieses Jahr vor allem Bergahorne gesetzt.

Bereits 2017 fand im Rahmen des EU-Projekts „LIFE Biocorridors“, das im französischen und deutschen Teil des Biosphärenreservats durchgeführt wird, eine Pflanzaktion in den Revieren Ganerben und Jerusalemsberg bei Bad Dürkheim statt. Damals wurden insgesamt 6.000 Rotbuchen, Traubeneichen, Ebereschen, Winterlinden, Haselbäume und  Hainbuchen gepflanzt. Bisher ist auf diese Weise durch das Projekt auf 12,4 Hektar Wald mit dem Umbau zu Laubmischwäldern begonnen worden. Gemeinsam mit den Forstämtern und zuständigen Revierleiterinnnen und Revierleitern wurden zunächst Flächen identifiziert, die im Biotopverbund eine wichtige Rolle spielen oder in der Nähe von Grünbrücken liegen. Nachdem Durchforstungsmaßnahmen durchgeführt wurden oder durch natürliche Ursachen wie Windwurf oder Käferbefall lichte Bereiche im Nadelwald entstanden sind, war Platz geschaffen, um andere Baumarten zu pflanzen.

Die natürlich im Pfälzerwald vorkommende Baumart ist die Rotbuche. Allerdings ist der Pfälzerwald in vielen Teilen durch den forstlichen Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt, durch den – auch auf ehemaligen Acker- und Grünlandflächen – hauptsächlich Nadelhölzer wie Fichte und später auch Douglasie angepflanzt wurden. Nadelholzdominierte Wälder besitzen eine geringere Artenvielfalt als Mischwälder, die in der Regel bei entsprechendem Alter auch eine größere Anzahl an Habitaten bieten. Dazu gehören etwa Höhlen, Spalten, Rindentaschen und Mikroböden, also Anhäufungen von organischem Material, wie es zum Beispiel in Astgabeln aufliegt. Durch den Umbau mit standorttypischen Laubbäumen wird eine natürliche Waldzusammensetzung als Mischwald angestrebt. So werden auch besonders schützenswerte Tierarten wie der Schwarzspecht, Mittelspecht, Grauspecht, die Bechsteinfledermaus, der Hirschkäfer, die Wildkatze und der Luchs gefördert.

Zum EU-Projekt „LIFE Biocorrdidors“
Das EU-Projekt „LIFE Biocorridors“ will ein grenzüberschreitendes ökologisches Netzwerk im Biotopverbund Pfälzerwald-Nordvogesen schaffen. Hierfür werden verschiedene Maßnahmen in Wald, Wiesen und an Wasserläufen durchgeführt. Im Offenland geht es darum, Streuobstwiesen sowie magere Wiesen und Weiden zu bewahren oder neu anzulegen. Weiterhin soll ein Netz an Altholzinseln entstehen, der Laubwaldanteil erhöht und natürliche Bachuferwälder sollen wiederhergestellt werden. Fließgewässer sollen wieder durchlässig und Feuchtgebiete gepflegt werden. Für das Projekt „LIFE Biocorridors“ werden insgesamt 3,6 Millionen Euro durch die Europäische Union sowie durch die Projektpartner in Frankreich und Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellt. Die Umsetzung der Maßnahmen wird vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz mit 540.000 Euro gefördert.