Baumschnittkurs in Schindhard

Projekt „LIFE Biocorridors“ will Streuobstwiesen erhalten

Zu einem Baumschnittkurs in Schindhard am Samstag, 3. Februar, von 14 bis 17 Uhr, lädt das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen ein, Treffpunkt ist im Gasthaus Breitsch in der Hauptstraße 36. Die Teilnahme am Kurs ist kostenfrei, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Eigentümer von Obstbäumen oder Streuobstwiesen sind ebenso angesprochen wie alle anderen, die Interesse am Baumschnitt haben.

Nach einer kurzen Begrüßung geht es zunächst ins Gelände, wo Herbert Ritthaler, Spezialist für alte und regionale Obstsorten und Inhaber einer Baumschule, anhand einer Baumschnittvorführung Pflanzschnitt, Pflegeschnitt sowie Erhaltungsschnitt bei Altbäumen erläutert. Darauf folgt in der Gaststätte ein Vortrag zur Jungbaumpflanzung und eine Vorstellung des EU-Projekts “LIFE Biocorridors“ durch Projekt-Koordinatorin Sabine Hoos.

Die Teilnehmer sollten festes Schuhwerk sowie warme und regenfeste Kleidung dabeihaben. Um Anmeldung im Projekt-Büro unter der Telefonnummer 06391 866-9516 beziehungsweise per E-Mail an k.bauer@pfaelzerwald.bv-pfalz.de wird gebeten. Weitere Baumschnittkurse werden am Samstag, 17. Februar, um 14 Uhr im Eppenbrunner Gemeindehaus in der Talstraße 26 sowie am Samstag, 17. März, ebenfalls um 14 Uhr im Landhotel Schoner, Stüterhof 5 in Waldleiningen-Stüterhof stattfinden. Die Veranstaltungen werden gefördert über das Förderprogramm LIFE der Europäischen Union und durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten (MUEEF) Rheinland-Pfalz.

Das Projekt „LIFE Biocorridors“ fördert den grenzüberschreitenden Biotopverbund, unter den auch der Erhalt von Streuobstwiesen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere fällt. Die Infoveranstaltung zur Pflanzung und Pflege von Streuobstbäumen soll Menschen, die Verantwortung für ihr Biosphärenreservat übernehmen wollen, eine Hilfestellung bei dem Erhalt ihrer Streuobstwiesen leisten. Während der Streuobstanbau im 18. Jahrhundert aufgrund behördlicher Erlasse sowohl im Pfälzerwald als auch am Haardtrand eine Hochphase erlebte, verschwinden heute viele Streuobstbestände infolge von Nutzungsaufgabe, durch Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion oder durch Bebauung in den Ortsrandlagen.

Wertvolle Landschaftsform: Das Projekt „LIFE Biocorricords“ will Streuobstwiesen im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen erhalten
Wertvolle Landschaftsform: Das Projekt „LIFE Biocorricords“ will Streuobstwiesen im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen erhalten

Man geht derzeit von rund 1.000 Hektar Streuobstwiesen mit rund 71.000 Einzelbäumen – davon 54 Prozent Apfelbäume, gefolgt von Kirschen, Birnen und Pflaumen – im Pfälzerwald aus. Ein Großteil der Bestände ist überaltert und teilweise in einem mittelmäßigen bis schlechten Zustand. Wichtige Akteure im Bereich Streuobst sind die Obst- und Gartenbauvereine, Umweltverbände, Kreisverwaltungen, Biotopbetreuer und Schulen, aber auch die Gemeinden und Flächeneigentümer, die diese für Pflanzen und Tiere wichtigen Lebensräume pflegen und erhalten. Nicht zuletzt tragen die Verbraucher, die regional erzeugten Obstsaft kaufen, maßgeblich zum Erhalt dieser wertvollen Landschaftsform bei. Mehr Informationen finden Sie hier.

 

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Zum LIFE-Projekt:
Das EU-Projekt „LIFE Biocorridors“ will ein grenzüberschreitendes ökologisches Netzwerk im Biotopverbund Pfälzerwald-Nordvogesen schaffen. Hierfür werden verschiedene Maßnahmen in Wald, Wiesen und an Wasserläufen durchgeführt. So sollen beispielsweise Altholzinseln entstehen, die als Nahrungsquellen, Rückzugsorte und Lebensräume für Tiere und Pflanzen dienen, Fichten und Douglasien teilweise entnommen und Buchen, Erlen und andere Laubgehölze in Klumpen gepflanzt werden, um den Laubwaldanteil zu erhöhen. Beim Grünland geht es darum, die zurzeit brachliegenden nährstoffarmen, artenreichen und trockenen Magerwiesen durch Mulchen oder mit Handarbeit zu entbuschen, um das Zuwachsen der Flächen zu verhindern, damit Offenland wieder entsteht und eine Nutzung ermöglicht wird. Auch Feuchtwiesen sollen gemulcht werden, damit sie extensiv als Weide genutzt werden können. In alten Streuobstbeständen sind viele Obstbäume freizuschneiden und rund 500 neue zu pflanzen.