Die Agenda 2030

Die Agenda 2030 mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDG) wurde auf dem UN-Gipfeltreffen für nachhaltige Entwicklung im Jahr 2015 beschlossen. Damit hat der seit den 1970er Jahren geführte multilaterale Nachhaltigkeitsdialog seinen jüngsten Höhepunkt erreicht. Die Agenda 2030 gilt als bisher umfassendster Ansatz zur Bewältigung der ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Weltgemeinschaft. Die 17 SDG helfen dabei, die Grundwerte und Prinzipien der Agenda 2030 in konkrete und messbare Ergebnisse umzuwandeln.

Die Agenda 2030 verkörpert fünf Grundprinzipien:

Universalität: Alle Länder sind verpflichtet, sich für die nachhaltige Entwicklung einzusetzen. Die Zielvorgaben der Agenda 2030 gelten für jedes Land, zu jeder Zeit und in jedem Kontext.

Niemanden zurücklassen: Niemand auf der Welt soll zurückgelassen und jedem Menschen in Not und Entbehrung soll geholfen werden.

Vernetzung und Unteilbarkeit: Die 17 Nachhaltigkeitsziele haben einen untrennbar vernetzten Charakter. Entscheidungsträger sollen die SDG stets in ihrer Gesamtheit betrachten.

Gleichberechtigte Teilhabe: Die Umsetzung der Agenda 2030 fordert eine Mitwirkung aller Menschen, ungeachtet ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechts, ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder Identität.

Multi-Akteur-Partnerschaften: Für die Verwirklichung der SDG bedarf es der Zusammenarbeit vielfältiger Akteure. Dies geschieht über den Austausch von Wissen, Fachkenntnissen, Technologien und finanziellen Ressourcen über Ländergrenzen und Kontinente hinweg.

Dabei berücksichtigt die Agenda 2030 die traditionellen drei Kerndimensionen der nachhaltigen Entwicklung gleichermaßen: Soziales, Umwelt, Wirtschaft. Zusätzlich ergänzt sie diese um zwei weitere Dimensionen: Partnerschaft und Frieden.

Quelle: UNSSC Knowledge Centre for Sustainable Development: Die Agenda 2030.

 

 

Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie

In Deutschland bildet die nationale Nachhaltigkeitsstrategie den wesentlichen Rahmen für die Umsetzung der Agenda 2030 und ihrer Ziele. Die erste Strategie wurde bereits im Jahr 2002 verabschiedet. Seitdem veröffentlichte die Bundesregierung alle vier Jahre Fortschrittsberichte, mit denen die Strategie kontinuierlich fortentwickelt wurde. Als neue „Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie“ wurde sie im Januar 2017 vom Bundeskabinett beschlossen. Sie formuliert konkrete Nachhaltigkeitsziele und 63 sogenannte Schlüsselindikatoren. Beispiele: Die Treibhausgasemissionen sollen bis 2020 um 40 Prozent sinken, der Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch soll bis 2050 auf 60 Prozent steigen und der ökologische Landbau soll in den nächsten Jahren auf ein Fünftel der landwirtschaftlich genutzten Fläche wachsen.

Quelle: Martens und Obenland (2017): Die Agenda 2030.

 

 

Auch eine Angelegenheit der Länder und Kommunen

Die Umsetzung der Agenda 2030 und ihrer Ziele ist nicht ausschließlich eine Bundesangelegenheit. Auch den Bundesländern und Kommunen kommt eine wichtige Rolle bei der Verwirklichung der Agenda zu.

Einige Landesregierungen haben bereits die Gelegenheit ergriffen und die SDG in ihren Nachhaltigkeitsstrategien oder Landesentwicklungsstrategien berücksichtigt․

Und auch immer mehr Städte und Kreise haben beschlossen, die globalen Nachhaltigkeitsziele auf die kommunale Ebene herunterzubrechen und integrierte Nachhaltigkeitsstrategien zu erarbeiten. Dabei adressiert SDG 11 explizit die kommunale Ebene. Unter diesem übergeordneten Ziel finden sich zehn Zielvorgaben für die Gestaltung nachhaltiger Städte und Siedlungen. Hierzu gehören zum Beispiel das Recht auf Zugang zu bezahlbarem Wohnraum, ein sicherer öffentlicher Nahverkehr sowie Bürgerbeteiligung in der Stadtplanung. Aber auch andere Nachhaltigkeitsziele wie nachhaltige und moderne Energie für alle, widerstandsfähige Infrastruktur oder Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen weisen den kommunalen Gebietskörperschaften wichtige Rollen zu.

Globale Verantwortung:

Entsprechend SDG 17 („Globale Partnerschaft stärken“) sind deutsche Kommunen auch im Hinblick auf ihre globale Verantwortung gefordert. Immer mehr Städte und Gemeinden gründen und pflegen Partnerschaften mit Kommunen in Entwicklungs- und Schwellenländern und engagieren sich in Klima- oder Nachhaltigkeitspartnerschaften. Einige beteiligen sich auch am Aufbau demokratischer Strukturen und vermitteln kommunales Know-how.

Quelle: Martens und Obenland (2017): Die Agenda 2030.

 

 

Nachhaltigkeitsstrategie Rheinland-Pfalz

Auch Rheinland-Pfalz verfügt über eine Nachhaltigkeitsstrategie. Diese ist das zentrale Instrument des Landes, um die konkreten Ziele eines ökologisch nachhaltigen, wirtschaftlich zukunftsfähigen und generationengerechten Rheinland-Pfalz zu sichern. Dem Umwelt-, Klima- und Naturschutz wird eine uneingeschränkt hohe Priorität eingeräumt.

Die Nachhaltigkeitsstrategie Rheinland-Pfalz wird regelmäßig fortgeschrieben und an aktuelle Entwicklungen angepasst. Damit nimmt Rheinland-Pfalz eine Sonderstellung unter den Ländern ein. Zudem wird alle zwei Jahre ein Daten- und Indikatorenbericht vorgelegt.

Quelle: https://mwvlw.rlp.de/, Stand 15.01.2020.

 

 

Unterstützungsangebote der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW)

Kommunen sind wichtige Akteure, wenn es um die Umsetzung der Agenda 2030 und der globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) geht. In ihren Aufgabenfeldern der Daseinsvorsorge bündeln sie nahezu alle Themen nachhaltiger Entwicklung.

Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global unterstützt Gemeinden, Städten und Landkreisen dabei, kommunale Nachhaltigkeitsstrategien zu entwickeln und umzusetzen. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) informiert sie über die Möglichkeiten, sich entwicklungspolitisch zu engagieren. Darüber hinausbietet sie Foren für die Gestaltung zukunfts- und wirkungsorientierten Handelns vor Ort an, setzt Modellprojekte um und gibt Hilfestellung zur finanziellen und personellen Förderung. Dabei arbeitet die SKEW mit Akteuren aus Bund, Ländern und Kommunen, kommunalen Verbänden und zivilgesellschaftlichen Organisationen eng zusammen.

Weitere Informationen zu den Angeboten der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt finden Sie hier: https://skew.engagement-global.de/