Als Ergebnis unseres Forschungs- und Biodiversitätskonzepts starten wir im Jahr 2026 mit einem sehr wichtigen Projekt: der Quellenkartierung.

Warum dieses Projekt?

Im Biosphärenreservat Pfälzerwald gibt es schätzungsweise etwa 2000 Quellen – allein im deutschen Teil des Schutzgebiets. Diese Quellen sind aus mehreren Gründen wertvoll:
  1. sie sind natürliche Austrittspunkte des Grundwassers und bilden damit den Ursprung unseres Trinkwassers. Quellwasser ist zusätzlich oft besonders reines Wasser, da es durch verschiedenen Gesteinsschichten sickert und dabei auf natürliche Weise gefiltert wird.
  2. sie bieten einzigartige Lebensräume – im direkten Quellbereich herrschen spezielle Lebensbedingungen (konstante Temperaturen, Dunkelheit, Nährstoffarmut), an die sich hochspezialisierte Lebewesen wie bestimmte Quellschnecken oder Insektenlarven angepasst haben.
  3. sie dienen als Umwelt- und Klimaindikator – Da Quellen das Grundwasser an die Oberfläche bringen, geben sie direkte Auskunft über die Qualität und Quantität unserer unterirdischen Wasserspeicher. Zusätzlich sind sie direkte Zeiger für  Veränderungen in den Niederschlagsmengen und im Wasserhaushalt der Natur.

Aufgrund dieser wichtigen Funktionen, möchten wir mithilfe von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern herausfinden, in welchem Zustand sich unsere Quellen befinden.

Für die Umsetzung des Projekts Quellenkartierung sind folgende Arbeitsschritte geplant:

Die erste Fortbildung, um das Ehrenamt für Quellenkartierungen zu qualifizieren, findet am
21. August in der Biosphärenakademie in Lambrecht statt. Insgesamt wird es vier verschiedene Fortbildungen an unterschiedlichen Standorten im Biosphärenreservat Pfälzerwald geben. Die Teilnahme an einer der vier Fortbildungen reicht, um anschließend eine Quellenkartierung durchführen zu können. Für jede einzelne Fortbildung sind ca. 6 gut investierte Stunden angesetzt, die sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil gliedern:

  • theoretischer Teil: Wir klären alle grundsätzliche Fragen rund um die Quellen. Sie erfahren zum Beispiel,  welche Quelltypen es gibt, Wie Sie Quellen im Biosphärenreservat Pfälzerwald finden und wie Sie Daten zu Quellen erfassen und eintragen können.
  • praktischer Teil: wir setzen das im theoretischen Teil erworbene Wissen direkt um. Gemeinsam fahren wir zu einer nahegelegen Quelle und starten mit der Kartierung.

Wofür brauchen wir die Daten und Ihre Unterstützung?

Durch die Quellenkartierung erfahren wir, in welchem Zustand sich die kartierte Quelle befindet. Dabei werden die fünf folgenden Zustände unterschieden:

  • naturnah
  • bedingt naturnah
  • mäßig beeinträchtigt
  • geschädigt
  • stark geschädigt

Langfristiges Ziel der Geschäftsstelle des Biosphärenreservats Pfälzerwald ist es, den Zustand geschädigter Quellen durch Renaturierungs- und oder Revitalisierungsmaßnahmen zu verbessern. Je mehr Daten vorliegen, um diesen Zustand zu erfassen, desto besser.

Wir sind daher für jede Teilnahme an den Fortbildungen und jede im Anschluss durchgeführte Quellenkartierung dankbar. Einmal im Jahr ist ein Austauschtreffen für die Kartierenden  geplant, um offene Fragen zu beantworten und den aktuellen Wissensstand rund um die Quellen vorzustellen. Zusätzlich wird es einen eigenen Infokanal für die Kartierenden geben, um sich zeitnah über Fragen auszutauschen. Bei allen Treffen ist auch für Ihr Leibliches Wohl gesorgt. Alle Fortbildungstermine werden zeitnah bekannt gegeben.

Rückfragen zum Projekt können Sie sehr gerne telefonisch über die 06325 955215 oder über die
E-Mail: s.koengeter@pfaelzerwald.bv-pfalz.de an Frau Sarah Köngeter stellen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung.