Neben dem großen Wald gibt es hier auch besondere Lebensräume der Gewässer, wie zum Beispiel Bäche und Wooge (das sind stehende Gewässer mit Zu- und Abfluss und geringer Tiefe), der Buntsandsteinfelsen und Felsblockhalden, sowie verschiedene offene, weitgehend unbewaldete Landschaften mit Wiesen, Heckenzügen, Feldgehölzen und Streuobstbereichen. Am Ostrand des Pfälzerwalds, zur Rheinebene hin, prägen Weinbau und Winzerdörfer die Kulturlandschaft.

Die biologische Vielfalt des Biosphärenreservats ist beeindruckend und von internationaler Bedeutung. Aus diesem Grund sind Teile des Pfälzerwaldes sogenannte „Hotspots“ des bundesdeutschen Naturerbes und weite Teile des grenzüberschreitenden Gebietes fester Bestandteil des europäischen ökologischen Netzwerkes bedeutsamer Lebensräume „NATURA 2000″.

In den Kernzonen des Großschutzgebietes entstehen Schritt für Schritt aus ehemals bewirtschafteten Wäldern Naturwälder, welche vielleicht in einigen hundert Jahren zu urwaldähnlichen, vom Menschen weitgehend ungestörten Lebensräumen scheuer Tiere und hochspezialisierter Pflanzen- und Pilzarten geworden sein werden. Die grenzüberschreitende Kernzone, gleichzeitig ein deutsch-französisches Naturwaldreservat, war die erste dieser Art in Europa. Die Wildtierkorridore, entlang deren Achsen insbesondere größere Säugetiere wie die Wildkatze wandern und sich ausbreiten, sind von überregionaler Bedeutung.

Die Erhaltung des Naturerbes und der biologischen Vielfalt ist eine der Hauptaufgaben und  Zielsetzungen des Biosphärenreservats. Die beschleunigte, rasante Zerstörung und Veränderung natürlicher und naturnaher Lebensräume sind weltweit der Hauptgrund für das Aussterben von Organismenarten. Menschliche Eingriffe haben dazu geführt, dass das Aussterben von Tier-, Pflanzen- und Pilzarten auf das tausendfache der natürlichen Aussterberate angestiegen ist und weiterhin steigt. Dies bedeutet konkret, dass aktuell, insbesondere durch menschliche Aktivität, weltweit im Stundentakt Arten unwiederbringlich verloren gehen. So sind laut IUCN (Internationale Union zum Schutz der Natur) zur Zeit 15.500 der uns bekannten Arten vom Aussterben bedroht. Die überwiegende Zahl der auf der Erde lebenden Arten ist bisher weder erfasst noch bestimmt worden. Somit könnten weit mehr Arten unmittelbar vom Aussterben bedroht sein als uns bekannt ist. Die aktuellen Roten Listen des Landes Rheinland-Pfalz belegen, dass die Hälfte der regelmäßig brütenden Vogelarten bestandsbedroht ist und nur noch 35 Prozent der Großschmetterlinge nicht gefährdet sind, wobei der Negativtrend anhält. Aktuelle, offizielle Zahlen verdeutlichen, dass Flächenverbrauch, Flächenkonkurrenz und Änderung der Bewirtschaftungs-, beziehungsweise Nutzungsformen im Biosphärenreservat deutlich zugenommen haben, meist zu Lasten von Bereichen, die als Lebensräume für natürliche Lebensgemeinschaften unverzichtbar sind.

Der Naturschutz steht somit vor immensen Herausforderungen und ist auf die Kooperation aller im Biosphärenreservat lebenden und aller das Biosphärenreservat nutzenden Menschen dringend angewiesen. Oft beginnt die Möglichkeit der positiven Einflussnahme schon vor der eigenen Haustüre, im Privatgarten, auf der öffentlichen Grünanlage, beim kommunalen Flächennutzungsplan, bei den Freizeitaktivitäten usw. Auch scheinbar kleine Maßnahmen und Verhaltensänderungen können wichtige Bausteine im Gesamtgefüge sein. Der Schutz von bedrohten Arten innerhalb von Naturschutzgebieten, Naturwaldreservaten und anderen gesetzlich geschützten Flächen wird alleine nicht ausreichen. Vielmehr muss Naturschutz auch außerhalb strenger Schutzgebiete stattfinden und Bestandteil täglichen, vorsorgenden Handelns, beziehungsweise Verhaltens werden.

Das „Handlungsprogramm des Naturparks Pfälzerwald“ beinhaltet eine Reihe von Projekten zum Schutz der biologischen Vielfalt, teilweise in enger Zusammenarbeit mit den französischen Partnern in den Nordvogesen. Die Schaffung eines grenzüberschreitenden Biotopverbunds (räumliche und funktionale Vernetzung von Lebensräumen über Korridore und sogenannte Trittsteine) soll unter anderem ermöglichen, dass Tierarten wandern und sich verbreiten können, Pflanzenarten mehr Raum gewinnen, um sich etwa auch an den Klimawandel anpassen zu können, sowie die Durchlässigkeit von Lebensräumen durch die Schaffung hoher Strukturvielfalt und die Beseitigung von anthropogenen(vom Menschen verursachten) Barrieren zu verbessern. Beispielhafte Modellprojekte zum Naturschutz in der Gemeinde sind willkommen. Ohne die verschiedenen Initiativen der zehn anerkannten Naturschutzverbände wäre der staatliche Naturschutz alleine nicht dazu in der Lage, den wachsenden Herausforderungen angemessen zu begegnen.