Das deutsch-französische
Biosphärenreservat
Pfälzerwald-Nordvogesen
Entstehung
Ganz am Anfang der
Entwicklung steht die Gründung des Naturparks
Pfälzerwald im Jahr
1959. Er war seinerzeit einer der ersten
Naturparke in Deutschland und gehört heute mit einer Größe von
179.000 Hektar mit zu den größten Naturparken im Bundesgebiet.
Primäres Ziel des Naturparks war es, für die Bevölkerung der
umliegenden Ballungsräume eine großräumige, weitgehend
unberührte und naturnahe Landschaft als Ort der Erholung
und Begegnung mit der Natur zu erhalten und erschließen.
Offiziell unter Schutz gestellt wurde er im Jahr 1967
als Landschaftsschutzgebiet "Naturpark Pfälzerwald";
aktualisiert und erweitert wurde die Unterschutzstellung
mit der Landesverordnung über den Naturpark

Pfälzerwald von 1984 deren Ziel es ist, den
Landschaftsraum zu schützen, um die Vielfalt,
Eigenart und Schönheit des Gebiets zu erhalten
Im Jahr
1992
wurde das Gebiet wegen seines besonderen
Vorbild- und Modellcharakters als 12. deutsches
Biosphärenreservat von
der UNESCO (Organisation
der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft
und Kultur) anerkannt und in das weltweite Netz der Biosphärenreservate
aufgenommen. Damit ist der Pfälzerwald ein wichtiger Mosaikstein
für die globale Erhaltung der biologischen Vielfalt und
nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen der Erde.
Seit
dem Jahr 1998 ist das Gebiet der deutsche Teil des grenzüberschreitenden deutsch-französischen Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen. Seitdem
zielen viele über die Grenze hinweg zusammen durchgeführte Projekte auf die
Schaffung einer gemeinsamen Identität und einer gemeinsamen Verantwortung für
das vorhandene und zu bewahrende Natur- und Kulturerbe.
Ziele
des Biosphärenreservats
Biosphärenreservate
tragen dazu bei, natürliche
Ressourcen zu erhalten, Umweltbelastungen
vorzubeugen und umweltgerechtes Verhalten
bewusst zu machen. Spezielle Entwicklungs- und
Förderprogramme, Forschung, Umweltbeobachtung
und Schaffung eines breiten Umweltverständnisses sollen ein harmonisches Miteinander zwischen
Mensch und belebter Umwelt einleiten und langfristig sichern. Dazu gehört
auch ein
Biosphärenreservat
als
Lebens- und Wirtschaftsraum
Das Biosphärenreservat ist eine über Generationen von Menschen geprägte Kulturlandschaft. Diese ist Basis und Lebensader für Holz- und Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Weinbau und Tourismus. Das Biosphärenreservat ist ein wichtiger Wasserspeicher, ein wertvoller Frischluftspender und ein bedeutendes zentrales Naherholungsgebiet für die gesamte Region. Seinen Bewohnern bietet es hohe Lebensqualität. Eine Vielzahl wildlebender Tiere und wildwachsender Pflanzen finden hier angemessene, ihrer Art entsprechende Lebensräume.
Landschaftliche
Eigenart
Das Gebiet
besteht aus zwei großen Naturräumen: dem
Pfälzerwald und und einer sich östlich anschließenden
Reben bestandenen Landschaft, die als Weinstraße bezeichnet
wird.
Von Westen nach Osten wird der Pfälzerwald von drei
großen, tief eingeschnittenen Bachtälern durchschnitten;
dies sind im Süden das Queichtal, in der Mitte das
Hochspeyerbachtal und im Norden das Isenachtal.
Eine
Vielzahl von Seitentälern untergliedern
das Mittelgebirge
weiter und bewirken so die besondere Vielgestaltigkeit
der Landschaft.
Der Pfälzerwald ist das größte zusammenhängende
Waldgebiet Deutschlands. Rund 70% der Bestockung wir aus
Nadelhölzern gebildet, wobei die Kiefer an erster Stelle steht,
weil sie am besten
mit den trockenen und nährstoffarmen

Sandböden des Buntsandsteins zurechtkommt. Berühmt sind
auch die wertvollen Furniereichenbestände des inneren
Pfälzerwaldes und die Edelkastanienwälder am Fuß des
Pfälzerwaldes zur Weinstraße hin.
Sehenswertes
Zahlreiche
Burgen und Burgruinen machen dem Besucher deutlich,
dass dieses Gebiet im Mittelalter das Zentrum des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation war. Hervorzuheben sind die
Reichsfestung Trifels, in der eine Nachbildung der Reichsinsignien
besichtigt werden kann, die Besucherburg Berwartstein mit ihren unterirdischen Gewölben und das Hambacher Schloß, das Wahrzeichen für den Freiheitswillen des deutschen Volkes.
Besondere Blickfangpunkte in der Landschaft sind
die Felsentürme
des südlichen Pfälzerwaldes,
deren leuchtende Farben mit der Tageszeit und dem
Eisenanteil im Gestein wechseln. Neben
Ausgangspunkten für viele Sagen waren sie auch
Standorte für viele Felsenburgen und stellen heute
gern besuchte Wanderziele und Kletterobjekte dar.
An der Weinstraße machen das Rebenmeer mit
Hohlwegen und
Weinbergsterrassen ,
Obst- und Mandelbäumen und dem
kastanienreichen Waldrand den besonderen Reiz
des Gebiets aus.
Die darin eingebetteten Weindörfer
besitzen besonders reizvolle und historisch gewachsene Ortsbilder, in denen sich die Weinkultur
widerspiegelt. Hier sorgt das wärmste Klima Deutschlands dafür, dass Feigen, Kiwis und sogar Zitronen reifen.
Weitere Informationen im Netz:
Eine gemeinsam vom Naturpark Pfälzerwald
e.V.
und vom Naturpark Nordvogesen erstellte
Webseite bietet unter
www.biosphere-vosges-pfaelzerwald.org
reichlich Informationen über
das deutsch-
französische Biosphärenreservat
der UNESCO.
Mit einem
Spezialteil für Kinder.
Zusammenstellung der gemeinsamen Leitarten des grenzüberschreitenden
Biosphärenreservats (pdf)
Die
Wissenschaftlichen Jahrbücher / Annales Scientifiques
für das grenzüberschreitende Biosphärenreservat Pfälzerwald / Nordvogesen
werden seit dem Jahr
2000 mit finanzieller Unterstützung
des
rheinland-pfälzischen Umweltministeriums gemeinsam
von den
beiden
Naturparkträgern herausgegeben. Darin dokumentieren aktuelle
Beiträge
deutscher und
französischer
Wissenschaftler den ökologischen Zustand und die Entwicklung des
Biosphärenreservats. Thematisches
Schwergewicht liegt dabei auf speziellen Arbeiten
zu Flora und Fauna, zur historischen
Entwicklung der
Kulturlandschaft und zur
Umweltbeobachtung (zum Anzeigen der Inhaltsangabe
anklicken). Die Artikel
sind je nach Autor in deutscher oder französischer Sprache abgedruckt. Die
Jahrbücher können gegen
eine Schutzgebühr von 5,- € bei der Geschäftsstelle bestellt werden.
Jahrbuch 2000,
Band 8![]() |
Jahrbuch 2001, Band 9 ![]() |
Jahrbuch
2002, Band 10
|
Jahrbuch
2003, Band 11![]() |
Jahrbuch
2004/2005
Band 12![]() |
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Karten
zum Gebiet:
-
Topographische
Karten mit Wanderwegen 1:25.000
Kartenbestellung beim
Pfälzerwald-Verein Neustadt (06321-2200)
oder beim
Landesvermessungsamt Koblenz
-
Wander- und
Freizeitkarte Naturpark
Pfälzerwald Nordteil und
Südteil 1:40.000 mit den Wanderwegen des Pfälzerwald-Vereins,
den Westpfalz-Wanderwegen und dem Naturfreunde-Weg
Kartenbestellung beim
Pietruska Verlag Rülzheim
-
Radtouren-
und Erlebniskarte Biosphärenreservat
Pfälzerwald-Nordvogesen im Maßstab 1:100
000
Kartenbestellung beim
Pietruska Verlag Rülzheim
Bücher
zum Thema:
- "Der Pfälzerwald - Pflanzen, Tiere,
Felsen" Hans Peter Schaub
DRW-Verlag Leinfelden-Echterdingen ISBN 3-7650-8203-1
- "Pfälzerwald-
Porträt einer Landschaft"
-
"Großer
Pfalzführer"
ISBN 3-813401065
-
"Die
Pfalz. Eine Bildreise"
ISBN
3-892345899
- "Naturschätze aus der Pfalz" Eigenverlag der POLLICHIA
- "Die Vogelwelt des Naturparks Pfälzerwald" POLLICHIA
Sonderdruck Nr. 8 ISBN 3-9257544-44-X
Informationszentren:
-
Biosphärenhaus
Pfälzerwald-Nordvogesen
in Fischbach bei Dahn
-
Pfalzmuseum
für Naturkunde
in Bad Dürkheim
-
Haus der Nachhaltigkeit
in Johanniskreuz
Zugriffe
seit 01.01.03